Beschneidung

 

 

Die Vorhaut muss weg!

Bundestag und Bundesregierung erlauben genitale Verstümmelung von Jungen

 

 

 

 

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Peter Thiel - Systemischer Berater und Therapeut (DGSF

09.07.2014

 

 

 

 

 

Schlüsselwörter:

Amputation, Beschneidung, Eichel, Frenulum, Eichel, Frenulum, Frenulektomie, genitale Verstümmelung, Genitalien, Körperverletzung, männliche Genitalien, Penis, Penisverletzung, Phimose, Schamlippen, Schönheitsoperation, Stigmatisierung, Strafrecht, Verstümmelung, Vorhaut, Vorhautkrebs, Vorhautverengung, weibliche Genitalien, Zirkumzision

 

 

 

 

 

 

Allgemeines

 

 

Verstümmelung 

(Mutilation) durch äußere Gewalt hervorgerufene sichtbare Entstellung von Körperteilen.

Meyers Lexikon, 1981

 

 

 

 

Strafgesetzbuch 

§ 226a Verstümmelung weiblicher Genitalien

(1) Wer die äußeren Genitalien einer weiblichen Person verstümmelt, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.

(2) In minder schweren Fällen ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu erkennen.

http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__226a.html

 

 

 

Bürgerliches Gesetzbuch 

§ 1631d Beschneidung des männlichen Kindes

(1) Die Personensorge umfasst auch das Recht, in eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung des nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kindes einzuwilligen, wenn diese nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt werden soll. Dies gilt nicht, wenn durch die Beschneidung auch unter Berücksichtigung ihres Zwecks das Kindeswohl gefährdet wird.

(2) In den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes dürfen auch von einer Religionsgesellschaft dazu vorgesehene Personen Beschneidungen gemäß Absatz 1 durchführen, wenn sie dafür besonders ausgebildet und, ohne Arzt zu sein, für die Durchführung der Beschneidung vergleichbar befähigt sind.

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1631d.html

 

 

Während der Gesetzgeber die Verstümmelung weiblicher Genitalien unter Strafe stellt, hat er die Verstümmelung männlicher Genitalien legalisiert. Eine schizophrene Doppelmoral oder die absichtliche Freigabe von Jungen zur Verstümmlung aus globalpolitischen Erwägungen, bei der es jedem verantwortungsvollem Menschen nur übel werden kann.

Der Schutz von Jungen und Männer vor Gewalt, stand leider noch nie auf der politischen Agenda in Deutschland. Daran hat sich bis heute im Grundsatz nichts geändert. Hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder, flink wie ein Windhund, diese in Kaiserzeit und der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur hochgelobten Ideale, sie gelten auch noch heute in einem Staat der sich gerne Rechtsstaat nennt. 

Die körperliche Unversehrtheit von Jungen und Männern, kein Thema für SPD und CDU und auch die männerfeindliche Partei Die GrünInnen. Diese Parteien sind sich nicht zu schade, die körperliche Unverletzlichkeit von Jungen zugunsten eines moralisch verwerflichen Schulterschlusses mit Vertretern muslimischer und jüdischer Religionsgemeinschaften zu opfern.

Wer, wie ein Teil der Bundesregierung und der Bundestagsabgeordneten die genitale Verstümmelung von Jungen durch "religiöse" Beschneidung straffrei stellen lassen will, sollte selbst zwangsweise beschnitten werden, um aus eigener Erfahrung ein reales Bild über das Leben nach einer genitalen Verstümmelung zu gewinnen.

 

Deutscher Bundestag

Gesetzentwurf der Bundesregierung

Entwurf eines Gesetzes über den Umfang der Personensorge bei einer Beschneidung des männlichen Kindes (gemeint ist die genitale Verstümmelung von Jungen - Anm. Peter Thiel)

Drs.: 17/11295, 17/11800 und 17/11814

Endgültiges Ergebnis der Namentlichen Abstimmung Nr. 5

Abgegebene Stimmen insgesamt: 580

Nicht abgegebene Stimmen: 40

Ja-Stimmen: 434

Nein-Stimmen: 100

Enthaltungen: 46

Ungültige: 0

 

 

Insbesondere die Abgeordneten der CDU/CSU haben mit wenigen Ausnahmen für die Straffreiheit der genitalen Verstümmelung von Jungen gestimmt. Der prozentual größte Widerstand gegen die Straffreiheit der genitalen Verstümmelung von Jungen kam aus den Reihen Fraktion "Die Linke". Sehr unrühmlich allerdings Fraktionsvorsitzender Gregor Gysi und Petra Pau, die das Amt einer Vizepräsidentin des Bundestages bekleidet und die beide Seite an Seite mit Angela Merkel und der amtierenden Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Kristina Schröder für den Antrag der CDU/CSU - FDP geführten Bundesregierung für Straffreiheit der genitalen Verstümmelung von Jungen gestimmt haben.

Für die Straffreiheit der genitalen Verstümmelung von Jungen stimmten u.a. auch Dr. Karl Lauterbach (SPD), Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), Volker Beck (Grüne), Renate Künast (Grüne), Fritz Kuhn (Grüne), Claudia Roth (Grüne), Wolfgang Wieland (Grüne).

Die Bundestagsabgeordneten, die für die Straffreiheit der genitalen Verstümmelung von Jungen gestimmt und die Bundestagsabgeordneten, die ihre Zustimmung zur Straffreiheit der genitalen Verstümmelung von Jungen verweigert haben, können Sie namentlich hier aufrufen.

Während die Bundesregierung bei politisch unliebsamen Entscheidungen nicht unterlässt, teure wissenschaftliche Studien in Auftrag zu geben, vergleiche hierzu die Geldverschwendungsaktion der Bundesregierung hinsichtlich der juristischen Ausgrenzung nichtverheirateter Väter von der gemeinsamen elterlichen Sorge, hat die Bundesregierung hinsichtlich der Beschneidung keinerlei wissenschaftliche Studien in Auftrag gegeben, hier gilt offenbar das Motto, der Zweck heiligt die Mitte. Verstümmelungen von Jungen aus religiösen Gründen sind gut, weil damit der globalpolitisch wichtige Schulterschluss von Deutschland mit Juden und Moslems abgesichert wird.

 

Gewalt und Körperverletzungen an Jungen aus religiösen Gründen wird aber keinen Bestand in Deutschland haben, da mögen sich die befürwortenden Parteien im Bundestag noch so zieren und sträuben. Erste Anzeichen für einen Politikwechsel sind zu erkennen.

 

 

Parlamentarische Versammlung des Europarates diskutiert über Beschneidung

Mitglieder aller Fraktionen des Deutschen Bundestages nehmen an der vierten Teilsitzung der Parlamentarischen Versammlung des Europarates in diesem Jahr teil, die bis Freitag (4. Oktober) in Straßburg tagt. Die deutsche Delegation wird vom Abg. Joachim Hörster (CDU/CSU) geleitet.

Auf der heutigen Tagesordnung steht der Bericht der Abgeordneten Marlene Rupprecht (SPD) zum Recht der Kinder auf körperliche Unversehrtheit. Der Bericht behandelt Verletzungen der Unversehrtheit wie die Beschneidung von Jungen und Mädchen, medizinische Eingriffe bei intersexuellen Kindern sowie Tätowierungen und das Stechen von Piercings. Er enthält aktuelle Erkenntnisse zu den Vor- und Nachteilen dieser Eingriffe und stellt alternative Rituale vor. Abg. Rupprecht fordert die Mitgliedstaaten auf, ein stärkeres gesellschaftliches Bewusstsein für die Risiken und lebenslangen Folgen dieser Eingriffe zu schaffen und gesetzgeberische und politische Maßnahmen zum Schutz der Kinder zu verstärken. Abg. Rupprecht war bis April dieses Jahres Generalberichterstatterin der Versammlung für Belange der Kinder.

Die Versammlung hat ihre Tagesordnung um zwei aktuelle Debatten ergänzt: zur Lage in Syrien und zur Frage der Zusammenarbeit des Europarates mit der EU in Menschenrechtsfragen. Weitere Themen der Sitzungswoche sind Die nationale Sicherheit und der Zugang zu Informationen“, die Diskriminierung von älteren Menschen auf dem Arbeitsmarkt sowie Berichte zur demokratischen Entwicklung in Bosnien und Herzegowina, Moldau und Monaco.

Weitere Informationen befinden sich auf der Webseite www.assembly.coe.int.

 

 

 

 

 

Die Folgen

Eine Beschneidung stellt immer eine massive seelische und körperliche Belastung des betroffenen männlichen Kindes dar. Im Einzelfall führt eine Beschneidung zu einer Traumatisierung des betroffenen männlichen Kindes.

 

Franz Maciejewski: "Zu einer `dichten Beschreibung` des Kleinen Hans. Über das vergessene Trauma der Beschneidung";  in "Psyche - Zeitschrift für Psychoanalyse", 57, 2003, S. 523-550

 

 

Durch die Beschneidung tritt eine irreversible Beeinträchtigung der sexuellen Empfindsamkeit des betroffenen männlichen Kindes und späteren männlichen Erwachsenen ein.

Durch die Beschneidung tritt eine Stigmatisierung des Jungen und späteren Mannes ein. Wird dieser doch unabhängig von seinem Willen dazu gezwungen, zeitlebens als Beschnittener zu leben. Lebt er in Deutschland, so kann dies dazu führen, dass der Junge von anderen männlichen Mitschülern beim Besuch des Schwimmunterrichtes mit obligatorischen gemeinsamen Duschen in eine Außenseiterposition gebracht wird. 

 

 

 

 

 

Literatur

Dierk Helmen: "Einfach einstellen - Straflosigkeit der Beschneidung durch Änderung der Verfolungsrichtlinien zu § 153 StPO - ein Leserbrief in Auseinandersetzung mit den Aufsätzen von Yalcin (BJ Nr. 112, S. 380) und Schütz (BJ Nr. 112, S. 390)"; In: "Betrifft Justiz"; März 2013, S. 41-44 (Dierk Helmen,  Richter am Amtsgericht Heidelberg a.D.)

Franz Maciejewski: "Zu einer `dichten Beschreibung` des Kleinen Hans. Über das vergessene Trauma der Beschneidung";  in "Psyche - Zeitschrift für Psychoanalyse", 57, 2003, S. 523-550

Holm Putzke: Die Strafbarkeit der Zirkumzision von Jungen, Medizinrechtliche Aspekte eines umstrittenen ärztlichen Eingriffs; in: Monatsschrift für Kinderheilkunde 2008 (gemeinsam mit Maximilian Stehr und Hans-Georg Dietz), zur Veröffentlichung angenommen. 

Holm Putzke: Rechtliche Grenzen der Zirkumzision bei Minderjährigen, Zur Frage der Strafbarkeit des Operateurs nach § 223 des Strafgesetzbuches; in: Medizinrecht 2008, S. 268-272 

Holm Putzke: Juristische Positionen zur religiösen Beschneidung, Besprechung von OLG Frankfurt a.M., Beschl. v. 21.8.2007 (4 W 12/07); in: Neue Juristische Wochenschrift (NJW) 2007, 3580; in: Neue Juristische Wochenschrift 2008, S. 1568-1570 

Holm Putzke: Die strafrechtliche Relevanz der Beschneidung von Knaben. Zugleich ein Beitrag über die Grenzen der Einwilligung in Fällen der Personensorge; in: Festschrift für Rolf Dietrich Herzberg zum siebzigsten Geburtstag am 14. Februar 2008, hrsg. v. Holm Putzke, Bernhard Hardtung, Tatjana Hörnle, Reinhard Merkel, Jörg Scheinfeld, Horst Schlehofer und Jürgen Seier, Mohr

 

 

 

 

Rechtsprechung:

 

Urteil des Landgerichts Köln

Religiöse Beschneidungen sind strafbar

Die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen ist nach Auffassung des Kölner Landgericht grundsätzlich strafbar. Sie müssten als "rechtswidrige Körperverletzung" betrachtet werden, urteilte das Gericht.

Das Landgericht Köln hat entschieden: Eine Beschneidung gilt als Körperverletzung. In der Entscheidung verwiesen die Richter unter anderem darauf, dass "der Körper des Kindes durch die Beschneidung dauerhaft und irreparabel verändert" werde. "Diese Veränderung läuft dem Interesse des Kindes, später selbst über seine Religionszugehörigkeit entscheiden, zuwider."

...

Az. 151 Ns 169/11 

http://www.tagesschau.de/inland/beschneidung100.html

 

Urteil hier aufrufen

Landgericht Köln - 151 Ns 16911 - vom 07.05.2012

 

 

 

 

 

 

BUNDESFORUM MÄNNER Interessenverband für Jungen, Männer und Väter e.V.

Zirkumzision in Deutschland

Impulse für eine öffentliche Diskussion

Das Bundesforum Männer nimmt die in die aktuelle Beschneidungsdebatte eingebrachten kontroversen Positionen mit hohem Respekt zur Kenntnis. Als Interessenverband für Jungen, Männer und Väter ist es uns allerdings wichtig, einige spezifische Perspektiven in die öffentliche Diskussion mit Nachdruck einzubringen und gezielte Fragen an die beteiligten Akteure zu stellen:

Bei der Zirkumzision, also der Beschneidung der Vorhaut, handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff am männlichen Genital, der zumeist medizinisch weder akut noch präventiv indiziert ist. Diesen Sachverhalt juristisch zu bewerten, ist Aufgabe des Gesetzgebers und der Gerichte. Als Interessenverband weisen wir jedoch darauf hin, dass es sich hier in den meisten Fällen um minderjährige Jungen handelt, an denen dieser Eingriff vorgenommen wird und die vielfach aufgrund ihres Alters in keiner Weise in der Lage sind, ihr Einverständnis dazu zu geben.

Die geschlechtliche Identität der Betroffenen wird in der Diskussion erstaunlich selten thematisiert und die Motivation dieser körperlichen Manipulation auf dem Hintergrund bestimmter Männlichkeitskonstruktionen so gut wie nicht hinterfragt. Daher sei noch einmal hervorgehoben: Jungen werden bei der Beschneidung Objekte eines irreversiblen medizinischen Eingriffs, weil sie Jungen sind und zukünftige Männer werden. Der religiöse Ritus der Beschneidung gar rückt den Eingriff am männlichen Körper ins Zentrum und macht ihn zum Garanten für die Konsistenz von Glaubensgemeinschaften, wobei er auf diese Weise kulturelle Zuschreibungen transportiert, die öffentliche Bilder von Männlichkeiten und das Selbstverständnis von Männern beeinflusst.

Das Bundesforum Männer tritt in seiner inhaltlichen Plattform dafür ein, dass Jungen Handlungsoptionen und Zukunftsperspektiven jenseits patriarchaler und einengender Rollenvorstellungen ermöglicht werden. Sie sollen bei der Entwicklung von Lebensentwürfen gefördert werden, die ihnen Perspektiven auf eine mündige, verantwortliche und geschlechtergerechte Teilhabe an gesellschaftlichen Gestaltungsprozessen eröffnen. Dieses Recht auf Selbstbestimmung der Mitglieder unserer Gesellschaft, setzt allerdings ihren Schutz vor Eingriffen in ihre körperliche Unversehrtheit voraus und erfordert besondere Achtsamkeit gegenüber der Persönlichkeitsentwicklung und Ausbildung der sexuellen Identität gerade junger Menschen.

Das Bundesforum Männer begrüßt den wachsenden Konsens über die Bedeutung aktiver Väter in der Versorgung und Erziehung von Kindern. Aktive Vaterschaft setzt aber auch Übernahme von Verantwortung für das Kindeswohl voraus. Letzteres bildet aus unserer Perspektive das entscheidende Kriterium und die konstitutive Bedingung für jegliche Aspekte des Elternrechtes. Handlungsleitend für elterliche Sorge muss die individuelle Entwicklung des Kindes vor allen kollektiven Normierungen sein.

Die Beschneidung der Vorhaut ist keine chirurgische Lappalie. Die Auswirkung auf die psychosoziale Entwicklung von jungen Männern ist bis heute nicht ausreichend erforscht, obwohl Fälle von Traumatisierungen und Beeinträchtigungen der Sexualität bekannt sind. Ebenso wenig hat diese Fragestellung bis heute Einzug in die Gesundheitsberichterstattung der Bundesregierung gehalten. Hier sind geschlechtsspezifische Desiderata der Gesundheitsforschung und -politik festzustellen, die von der Regierung gemeinsam mit den Fachverbänden für Männergesundheit zu bearbeiten sind.

Es fällt auf, mit welcher Schärfe der aktuelle Diskurs um die Beschneidung geführt wird. Vor allem vor dem Hintergrund der Frage nach der Gewährung der freien Religionsausübung in diesem Zusammenhang ist hohe Sensibilität gegenüber den Gefühlen der betroffenen Glaubensgemeinschaften angebracht. Das Bundesforum Männer möchte mit den folgenden Fragen zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen

An die Abgeordneten des Deutschen Bundestages:

Welchen Stellenwert haben Sie in Ihrer Entscheidungsfindung zur Resolution für die grundsätzliche Legalisierung von Beschneidungen der Unversehrtheit des Körpers der Jungen eingeräumt? Ist die Empathie unserer Gesellschaft für das leibliche Wohl unserer Jungen aus Ihrer Sicht ausreichend?

An die medizinischen Standesverbände in Deutschland:

Steht die medizinisch nicht indizierte Beschneidung eines nicht zur Einwilligung fähigen Kindes mit dem ethischen Selbstverständnis Ihrer Organisationen in Einklang? Welche psychosozialen Auswirkungen der Beschneidung auf die Entwicklung von Jungen sind wissenschaftlich evident?

An die religiösen Glaubensgemeinschaften in Deutschland:

Welche Rolle spielt die bewusste Erziehung zu Leidenserfahrung und Opferbereitschaft von Jungen auf ihrem Weg zum Mannsein in Ihrer Glaubenstradition? In welchem theologischen Verhältnis stehen Gottesbeziehung, Initiation in die Gemeinschaft und Beschneidung?

An die Väter in Deutschland:

Unter welchen Bedingungen und aus welchen Beweggründen sind Sie bereit, einen medizinisch nicht notwendigen chirurgischen Eingriff am Genital Ihres Jungen zuzulassen? Wie gehen Sie emotional mit dem Schmerz Ihres Jungen und seiner Angst vor dem Schmerz um?

Wir hoffen, mit unseren Feststellungen und Fragen eine sachliche Weiterführung der Diskussion zu initiieren und laden zu weiterem fachlichen Austausch ein.

Berlin, 20. August 2012

Der Vorstand

 

Kontakt:

BUNDESFORUM MÄNNER Interessenverband für Jungen, Männer und Väter e.V. | Am Köllnischen Park 1 | 10179 Berlin

Der Vorstand

Telefon: 030 – 275 811 22 | Fax: 030 – 275 811 23 | schoelper@bundesforum-maenner.de | www.bundesforum-maenner.de

 

 

 

Vorhautbeschneidung als Elternrecht?

Mittwoch, 21.11.2012

Morgen wird der Bundestag das von der Bundesregierung vorgeschlagene Beschneidungsgesetz beraten, mit dem die Vorhautbeschneidung als allgemeines Elternrecht normiert werden soll. Diese Lösung lehnt das BUNDESFORUM MÄNNER, der Interessenverband für Jungen, Männer und Väter in Deutschland, ab. Mit Unverständnis nimmt das BUNDESFORUM MÄNNER wahr, wie eilig die Regierung das strittige Thema Vorhautbeschneidung von der Agenda haben möchte. Dazu erklärt der Vorsitzende des Bundesforums, Martin Rosowski:

“Die Terminierung der ersten Beratung des Gesetzes noch vor der Sachverständigenanhörung im Rechtsausschuss am 26.11.2012 und umrahmt von Haushaltsberatungen ist für uns nicht nachvollziehbar. Der Regierungsentwurf ist zumindest unausgewogen. Im Kern soll ein Recht der Eltern normiert werden, der Vorhautbeschneidung bei ihren Jungen zuzustimmen. Unser Hauptanliegen ist der Schutz der körperlichen Unversehrtheit von Jungen. In Hinblick darauf ist der Gesetzesentwurf wenig kreativ. Offenkundig zählt die Schaffung von Rechtssicherheit für die Bundesregierung mehr als der Schutz von Neugeborenen, Säuglingen und Kindern.”

Absatz 1 des vorgesehenen § 1631d stellt eine Beschneidung grundsätzlich der freien Entscheidung der Eltern anheim, und zwar ausdrücklich ohne die Voraussetzung einer medizinischen Indikation oder religiösen Begründung. Das eröffnet großen Spielraum für völlig unzureichende Beweggründe wie Ästhetik oder Hygiene, um das Genital eines Jungen ohne seine Einwilligung operativ zu manipulieren.

Noch schwerer wiegt Absatz 2. Hierin wird für Jungen unter 7 Monaten die Voraussetzung aufgehoben, dass der Eingriff nach den Regeln ärztlicher Kunst ausgeführt werden muss. Der Hintergrund ist: Eine Narkose für Neugeborene, um ohne medizinische Gründe eine Beschneidung durchführen zu können, wird von Kinderanästhesisten aufgrund der Risiken abgelehnt. Die Bundesregierung will aber die Vorhautbeschneidung bei Neugeborenen und Säuglingen legalisieren und professionellen religiösen Beschneidern Rechtssicherheit geben. Die Konsequenz für das Kind ist, dass es ohne eine Narkotisierung dem Beschneidungsschmerz ausgesetzt wird. Die Traumatisierung des Körpers wird völlig außer Acht gelassen bzw. offenbar als Notwendigkeit erachtet.

Das Kindeswohl, die betroffenen Jungen und ihre Interessen werden in diesem von vermeintlichen Zwängen geprägten Gesetzgebungsverfahren in skandalöser Weise ignoriert. Die Tatsache, dass auch Männer und Jungen verletzlich sind, wird gesellschaftlich verkannt und durch überkommene Rollenzuschreibungen verdeckt.

Selbstverständlich nehmen wir mit Respekt zur Kenntnis, dass es sich bei einem Teil der Beschneidungs­praxis um sehr alte religiöse Traditionen handelt. Dennoch sind wir überzeugt, dass es gerade deswegen notwendig ist, eine gesetzliche Regelung erst dann vorzunehmen, wenn eine breite und konstruktive gesellschaftliche Auseinandersetzung stattgefunden hat. Auch die betroffenen Religionsgemeinschaften sind unserer Ansicht nach in der Pflicht, sich dieser Auseinandersetzung zu stellen. Die bisher vorgetra­genen Bedenken von Ärzteverbänden und Psychologen, Strafrechtlern, Religionswissenschaftlern und anderen Fachleuten sowie auch von Teilen der jüdischen und muslimischen Gemeinschaften sind ernst zu nehmen.

http://www.bundesforum-maenner.de/2012/11/vorhautbeschneidung-als-elternrecht/

 

 

 

 

Die Rechte der Kinder haben heute im Deutschen Bundestag verloren

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: Juliana Schiwarov - Büro Katja Dörner [mailto:katja.doerner.ma02@bundestag.de]

Gesendet: Mittwoch, 12. Dezember 2012 15:21

An: undisclosed-recipients:

Betreff: PM Beschneidung

Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei erhalten Sie im Auftrag von Katja Dörner (MdB) die gemeinsame Pressemitteilung von Katja Dörner (Bündnis 90/ Die Grünen), Marlene Rupprecht (SPD) und Diana Golze (LINKE) zur Abstimmung über die Gesetzentwürfe zur Beschneidung von Jungen.

Falls Sie Fragen oder Anregungen haben, können Sie sich gern an uns wenden.

 

Beschneidung: Debatte muss weitergehen

Zur heutigen Abstimmung über die Gesetzentwürfe zur Beschneidung minderjähriger Jungen erklären Marlene Rupprecht (SPD, Kinderbeauftragte), Diana Golze (Linke, kinderpolitische Sprecherin) und Katja Dörner (Bündnis 90/Die Grünen, kinderpolitische Sprecherin):

"Die Rechte der Kinder haben heute im Deutschen Bundestag verloren, Der Bundestagsbeschluss stellt die Religionsfreiheit über das Recht der Jungen auf körperliche Unversehrtheit und über ihr Selbstbestimmungsrecht. Unser Gesetzentwurf kam in der Abwägung zu einem anderen Ergebnis. Obwohl er heute mehrheitlich abgelehnt wurde, war es wichtig, die Perspektive der Kinderrechte, vor allem das Recht der Jungen auf körperliche Unversehrtheit in der Debatte hervorzuheben und damit auch die öffentliche Diskussion zu befördern. Das Thema Beschneidung minderjähriger Jungen darf mit dem heutigen Beschluss nicht beendet sein. Gemeinsam mit Religionsgemeinschaften, Kinderschutz- und Kinderrechtsverbänden werden wir weiter den Dialog suchen. Dass die Regierungsfraktion die Abstimmung nicht frei gegeben haben, war angesichts der ethischen Dimension des Themas völlig unangemessen."

 

Mit freundlichen Grüßen

Juliana Schiwarov

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Juliana Schiwarov

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Katja Dörner, MdB

Obfrau im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Kinder- und Familienpolitische Sprecherin Mitglied des Haushaltsausschusses Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN Platz der Republik

11011 Berlin

Tel: 030 227-72318

Fax: 030 227-76315

www.katja-doerner.de

 

 

 

 

Anfragen und Mitteilungen zum Thema

Unsere E-Mail Beratung ist kostenfrei für die erste von Ihnen an uns gesendete E-Mail und unsere darauffolgende Rückmeldung, bzw. unsere Antwort auf Ihre Fragen. Für eventuelle weitere Korrespondenz, in der wir ausführlicher als in unserer ersten Rückmeldung auf Ihre Fragen eingehen können, kostet je E-Mail 20 €.

Bitte beschränken Sie sich bei Ihren Anfragen auf maximal 40 Zeilen. Wird die Zeilenzahl von 40 Zeilen überschritten, beantworten wir Ihre Mail in der Regel nur nach Vorabüberweisung von 20 €.

Kontakt: info@maennerberatung.de

 

Die auf Ihre Anfragen gegebenen Antworten stellen nicht "die Wahrheit" darüber dar, "wie es wirklich ist", sondern sind eine subjektive Ansicht oder Meinung zu diesem Thema. 

Wegen der Vielzahl der uns per Mail erreichenden Anfragen bitten wir Sie um Verständnis, falls Sie nicht sofort eine Antwort von uns erhalten. 

In dringenden Fällen empfehlen wir Ihnen eine zeitnahe telefonische oder persönliche Beratung. Geeignete Beratungsstellen und Berater finden Sie in Wohnortnähe oder auch über das Internet.

Bei Interesse können Sie bei uns eine Einzelberatung, Paarberatung oder telefonische Beratung vereinbaren. Zeitdauer und Kosten nach vorheriger Absprache.

Falls Sie eine persönliche oder telefonische Beratung wünschen, finden Sie nähere Informationen hier.

 

Nachfolgend können Sie ausgewählte Anfragen an uns und unsere Antworten darauf einsehen. Die persönlichen Angaben (Namen, Alter, Orte, etc.) der Absender und anderer beschriebener Personen wurden teilweise verfremdet, um die Anonymität der betreffenden Personen zu wahren.

 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Mittwoch, 9. Juli 2014 13:34
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Beschneidung

 

Hallo Herr Thiel, 

ich brauche nicht wirklich eine Antwort, vielleicht ist meine Erfahrung aber einfach interessant für andere Leidensgenossen. 

Auch ich bin seit meiner Geburt beschnitten, inzwischen 43 Jahre alt. In meinen Jugendjahren war ein stark verzögerter Orgasmus noch eine coole Sache, und hat auch vielen Partnerinnen Freude bereitet. Allerdings ging ab 30+ immer mehr Empfindsamkeit flöten, und mit der Zeit wurde das langsam zum Frustthema. Man(n) will sich natürlich nicht so direkt damit auseinander setzen, lange kam ich auch überhaupt nicht auf die Idee, dass das mit meiner Beschneidung zu tun haben könnte und schob Mitschuld auf meinen Lebensstil - viel Stress, gerne mal Alkohol, Parties und zum Feierabend einen Joint... Mein erster Quantensprung war, dass ich mir ein Rezept für Cialis ("the weekender") besorgt habe. So eine pralle Erektion gibt nicht nur Selbstbewusstsein, sondern (zumindest in meinem Fall) auch erhöhte Sensibilität.

Mein nächster Quantensprung war dieses Jahr an der Reihe, als ich über einige amerikanische Seiten stolperte, wo u.a. Techniken zur Wiederherstellung einer Vorhaut und Resensibilisierung der Eichel diskutiert werden (ja, das geht wirklich!):

 ...

 

Auf diesen Seiten sind auch viele Links zu finden, man kann sich einfach nur die selbst benötigten Infos ziehen, oder man kann mit Mitbetroffenen sabbeln, bis der Arzt kommt...

Ich selbst bin guter Hoffnung, dass ich in etwa 2 Jahren eine hautbedeckte Eichel haben werde...  Was ich für schlicht unmöglich gehalten hätte, nach etwa der 3. Woche des Bedeckens der Eichel ("retaining"), begann bei mir schon der Dekeratinisierungsprozess einhergehend mit einer spürbaren Sensibilisierung der gesamten Eicheloberfläche :-)

 

Auf Anfrage bin ich gern mit der Weitergabe meiner Mailadresse einverstanden.

 

Meiner Vorrednerin, die so fundierte und intensive Forenrecherche betrieben hat, wünsche ich einen ganz lieben und zärtlichen Mann - der auch checkt, was er da für einen Hauptgewinn gezogen hat...

 

Viele Grüße aus Hamburg

...

 

 

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Mittwoch, 17. April 2013 03:34

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Orgasmus und Beschneidung

Guten Tag Herr Thiel,

Auf der weiteren Suche im Netz zum Thema Bescheidung und Orgasmusstörungen stiess ich auch auf ihren Beitrag "Orgasmus" http://www.maennerberatung.de/orgasmus.htm und las darin die veröffentlichte E-Mail des homosexuellen Mannes vom 10.12.2012 um 17:14, der Infolge der Frenulektomie unfähig ist Orgasmen zu erleben und ich muss diesem Mann zustimmen.

Ich war eine mitbetroffene Frau (40) eines in der Kindheit beschnittenen Mannes (Deutscher 41) mit welchem ich nur eine einzige Liebesnacht verbracht hatte. Was mich erwarten würde, hatte ich nicht im Voraus gewusst, ausser das ich von ihm informiert wurde, dass er härteren, dominanten Sex braucht, weil er ansonsten den Orgasmus mit "Blümchensex" erreichen würde.

Während des Liebesaktes in einer bestimmten Stellung (wir benutzen selbstverständlich ein Kondom) bekam ich tiefe, messerscharfe Unterleibsschmerzen auf der rechten Seite, welche 2 Tage andauerten als ziehende Schmerzen, so dass er den Akt abgebrochen hatte und er nie wieder mit mir schlafen wollte. Schon in der Nacht verplapperte er sich und erzählte mir, dass er in eine Frau auch beim 3. Versuch nicht eindringen konnte und meinte, die Frau sei sehr verkrampft und wie ein Fisch gewesen, eine andere Frau alles abgebrochen hätte, er eine Freundin hatte, welcher er auf dem Boden eines Campingplatzes während des Aktes den Rücken blutig gescheuert hatte.

Während des Kennenlernens (in ca. 4 Wochen vor der Liebesnacht) erfuhr ich, dass er mit 23 und 25 Vater wurde und mit 26 bereits eine Sterilisation machen liess, weil die Familienplanung abgeschlossen war und was ein Beweis dafür ist, dass er orgasmusfähig war! Nach dieser ersten 10-jährigen Beziehung/Ehe, war er erneut mit einer Frau zusammen (8 Jahre, davon 2 verheiratet). Seine 2. Frau fand zunächst seine leicht dominantere Art toll doch später hatte sie keine Lust mehr mit ihm zu schlafen. Ihre Gründe, welche er selber kannte, wollte er mir nicht nennen.

Einige Tagen vor der Liebesnacht, meinte er: "Danach (nach dem Sex) war mit einer Frau keine Freundschaft mehr möglich" und er sagte noch: "Es kann sein, dass du frustriert wirst und ich auch und dann wirst du enttäuscht sein. Du hattest schon so viele Enttäuschungen und brauchst du noch eine?". Meine Gedanken waren: "Warum sollte ich frustriert sein, Sex ist doch ein Kinderspiel und es läuft von alleine und es klappte alles mit den anderen Männern" und ich war völlig ahnungslos und unbekümmert. Ferner dachte er laut: "Ich kann nicht denken, teste sie doch mal, wie die anderen und dann kannst du sie fallen lassen". Er meinte damit mich und er wollte sich menschlich und moralisch zeigen, weil ich ...!

Als wir uns 4 Tage später in der Stadt trafen und ich ihn zu mir mitnehmen wollte, wollte er nicht mehr kommen, weil er auch mit meinem Handicap und mit der gesamten Situation überfordert war. Er meinte, es war für ihn sehr ungewohnt und komisch gewesen. Dass er mit meinem Handicap nicht umgehen und mich lieben und akzeptieren konnte, wie ich bin spürte ich schon in der Kennenlernphase, dass er damit Mühe hatte. Wir lernten uns bei einer Online-Single-Börse kennen und er wusste schon dort, dass ich ... sei, aber er meinte, am Anfang würde es sicherlich für ihn ungewohnt sein.

Nun an diesem Tag schrieb er mir SMS im Zug sitzend und meinte: "Ich denke zw. uns wird es in Zukunft genauso bleiben, dass wir nicht zum Orgasmus kommen, zumindest ich nicht." Er meinte auch er fühle sich als Versager, weil er mich nicht zum Höhepunkt bringen konnte und dass es nicht schön sei, weil auch er nicht zum Höhepunkt gekommen sei. Nun ich fragte ihn, wie er das nur von 1. Mal beurteilen könne und ich versuchte ihn zu überreden, dass wir es wieder versuchten. Auch fragte ich ihn an demselben Tag, ob es an der Beschneidung liegen könnte, doch er reagierte nicht darauf.

Was danach folgte, würde ich heute als seelische Selbstfolter oder seelischer Sadismus seinerseits nennen. Obwohl ich darum bat schon im Oktober, sich für eine 2. Chance ODER ein Ende zu entscheiden, tat er nicht und vertröstete mich, er würde sich nach seiner Rücken OP im Dezember bei mir melden! Ich begann mein Schicksal zu verfluchen, zu weinen und fiel zuweilen in Verzweiflung und mich als unfähige Liebhaberin zu halten; mich minderwertig und schlecht zu fühlen und auch als Monster, weil er sich zurückzog und nie wieder von alleine anrief. Nun ca. 3 Wochen nach dieser Nacht, fragte ich ihn (wieder per SMS), weil er noch nicht bereit war mit mir zu sprechen, ob er dieses Problem mit einer Frau in der ersten Nacht hatte, worauf er schrieb: "Nein ich hatte noch nie dieses Problem", womit er mich indirekt beschuldigen wollte, als wollte er sagen: "Es lag an dir, ...!".

Welch ein Glück für mich, dass er sich in der Nacht verplapperte, was für ein Glück, dass andere Männer mit mir bereits in der ersten Nacht den Höhepunkt erreichten, was für ein Glück zu wissen, dass Frauen mit meiner ... glücklich verheiratet sind und Kinder haben.

So wurde ich extrem wütend und fragte ihn, warum er denn Single sei, wenn keine Frau vor mir irgendeine Einschränkungen hatte und somit mit diesen Frauen alles möglich wäre - sogar Sex im Kopfstand! Auch darauf hat er natürlich nicht reagiert.

Im Zuge meiner Recherche über die Beschneidung, entdeckte ich unzählige Informationen über die negativen körperlichen, psychischen und sexuellen Folgen der Beschneidung - welche sich auch indirekt auf die Partnerinnen dieser Männer auswirken können. So erfuhr ich - genau wie Ihnen der homosexuelle Mann schrieb - dass beim Amputieren der Vorhaut, die Eichel durch das ständige Reiben an der Unterwäsche langsam aber sicher verhornt (Keratiniesierung), trocken wird und ihre Empfindlichkeit grösstenteils verliert. Die Eichel als ein inneres Organ mit Schleimhaut überzogen (wie die Scheide der Frau), verwandelt sich nach der Beschneidung in eine normale Schafthaut.

Dass dadurch beim GV intensivere und aggressivere aber auch längere Stösse nötig sind, um die Erregung bis zum Orgasmus zu steigern, liegt ja auf der Hand. Und genau diese harte, langdauernde Stösse beim GV empfinden Frauen als sehr unangenehm: als Brennen, Wundscheuern, bis zu richtigen Schmerzen. (Frauen, denen die Klitoris amputiert wurde, erleben vermut. schwächere oder gar keine Orgasmen). Es ist gleich wie bei verhornten Fusssohlen. Die Füsse eines Mannes ohne Hornhaut können Sie mit leichteren, sanfteren Berührungen kitzeln und er beginnt früher zu kichern; beginnen Sie verhornte Fusssohlen eines Mannes zu kitzeln so brauchen Sie dafür nicht nur länger, sondern auch viel stärkeren Druck.

Auf dieser - meines Erachtens - besten deutschsprachigen Website über Beschneidung, können Sie sich fundierter und umfassender über die negativen Folgen einer Beschneidung informieren und natürlich auch über die Funktionen der Vorhaut - der mechanischen, immunologischen, sensorischen, schützenden und sexuellen! Ein Zitat aus dem nachfolgenden Link: "Die Nerven der Eichel sind im Eichelkranz konzentriert [19 <http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/argumente-gegen-beschneidung/home/argumente-gegen-beschneidung/fakten-gegen-die-beschneidung.html#n19> ]. Die Vorhaut gleitet vor und zurück über die Eichel während des Geschlechtsverkehrs [6 <http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/argumente-gegen-beschneidung/home/argumente-gegen-beschneidung/fakten-gegen-die-beschneidung.html#n6> , 15 <http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/argumente-gegen-beschneidung/home/argumente-gegen-beschneidung/fakten-gegen-die-beschneidung.html#n15> ]. Die Vorhaut folglich schützt den Eichelkranz vor direkter Stimulation. Beim beschnittenen Jungen und Mann, entfernt diese anatomische Veränderung den Schutz der Nerven des Eichelkranzes vor direkter Stimulation. Die Nerven des Eichelkranzes können während des Geschlechtsverkehrs hyper-stimuliert werden und eine Ejakulation vor dem gewünschten Zeitpunkt auslösen-zur Unzufriedenheit beider Partner [18 <http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/argumente-gegen-beschneidung/home/argumente-gegen-beschneidung/fakten-gegen-die-beschneidung.html#n18> , 19 <http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/argumente-gegen-beschneidung/home/argumente-gegen-beschneidung/fakten-gegen-die-beschneidung.html#n19> ]. Diese Hyper-Stimulation kann von der Einzelperson jedoch nicht kontrolliert werden. Einige beschnittene Männer leiden an vorzeitigen Samenergüssen wegen dem fehlenden Schutz der Vorhaut, und das trotz eines allgemeinen Sensitivitätsverlust des Penis [20 <http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/argumente-gegen-beschneidung/home/argumente-gegen-beschneidung/fakten-gegen-die-beschneidung.html#n20> ].

http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/argumente-gegen-beschneidung/fakten-gegen-die-beschneidung.html

Deshalb erreichen manche Männer einen vorzeitigen Samenerguss, was ich bereits mit einem anderen beschnittenen Mann erlebt habe.

Eine dänische Studie von 2011 über die Beschneidung förderte zu Tage, dass die männliche Beschneidung die Sexualität verschlechtert. Beschnittene Männer erreichen den Höhepunkt 3x schlechter als Unbeschnittene. Frauen erreichen ebenfalls den Höhepunkt schlechter, haben Penetrationschwierigkeiten und klagen 8x häufiger über Schmerzen beim GV, wenn ihr Partner beschnitten ist. http://flexikon.doccheck.com/de/Sexuelle_Auswirkungen_der_Zirkumzision

Über Schmerzen beim GV erinnerte sich auch eine Freundin von mir, welche vor 23 Jahren einen beschnittenen Freund hatte und begann dem Sexualkontakt besser gesagt den Schmerzen aus dem Weg zu gehen.

Sehr viele Berichte von betroffenen Männern und Frauen können Sie auch hier nachlesen: http://www.beschneidungsforum.de/index.php?page=Index

Sie haben damit Recht, dass Sexualität sehr komplex ist, dass die "Chemie" zw. den Partnern stimmen, dass sich ein Paar aufeinander einstellen muss, damit sie beide den Höhepunkt erreichen. Wenn - wie der Grundtenor ist - es nur ein psychisches Problem sei, wenn der Mann den Höhepunkt nur während der Masturbation erreicht aber nicht während des Liebesaktes, dann muss ich Sie fragen, was ist passiert, dass ein beschnittener Mann, der orgasmusfähig war um Kinder zu zeugen, später keine Orgasmen mehr erlebt? Ich frage Sie ja deshalb, weil ich in einem Forum die Frage eines jungen nicht beschnittenen Studenten las, der unfähig ist beim GV Orgasmen zu erleben. Hier kann man tatsächlich von einer psychischen Blockade ausgehen, den er kann auch mit der Vorhaut beim GV keine Orgasmen erreichen.

Dass beschnittene Männer im Laufe der Jahre unempfindlicher werden und den Höhepunkt nicht mehr erreichen, schrieb Ihnen nicht nur dieser homosexuelle Mann, sondern davon berichtet u.a. der Männerarzt und Sexualmediziner Dr. Georg Pfau aus Linz:

http://www.maennerarzt-linz.at/startseite_maennerarzt/beschneidung--warum/beschneidung-beschneidet-die-sexuelle-lust/

Und schreibt über die Orgasmuslosigkeit beschnittener Männer aus seiner Erfahrung mit betroffenen Patienten: http://www.maennerarzt-linz.at/startseite_maennerarzt/sexuelle-stoerungen-der-maenner-2/der-verzoegerte-oder-fehlende-orgasmus-des-mannes/

Um zu diesem Mann zurückzukommen, so wollte er nicht mit mir darüber reden, obwohl ich ihm unzählige Links über das Thema sandte. Meine Vermutung war, dass er viell. schon seit Jahren unter verzögertem oder fehlendem Orgasmus leidet, die ich bestätigt haben wollte. So meldete ich mich mit ... bei dieser Plattform an, verwickelte ihn 3 Wochen lang in sporadische und manchmal zeitgleiche Chat-Kommunikation. So erfuhr ich, dass er mit einer Ex-Freundin mehrmals in Swingerclubs ging. Ihre Phantasie mit 2 Männern zu schlafen nutze er als Vorwand (es war sein Vorschlag hinzugehen) aus, um dort mit anderen Frauen vor ihren Augen Sex zu haben. Ich - bei dieser Plattform als vergebene Frau gemeldet - reagierte zutiefst geschockt über diese Erkenntnis, was ich ihm nie zugetraut hätte! Daraufhin meinte er, ihm ginge es nur um die Befriedigung und als ich daraufhin reagierte, dass wäre für mich wie wenn Tiere sich gegenseitig in einem Rudel begatten, meinte er sich rechtfertigend in etwa: "Wenn du es genau wissen möchtest, so hatte ich dort grosse Mühe einen Ständer zu gekommen und ich hatte dort auch nie einen Orgasmus". Auch erfuhr ich, dass er einige ONS hatte aber danach nie glücklich war.

Mit diesem ... hatte ich die Bestätigung, dass er tatsächlich seit Jahren entweder keine oder äusserst selten Orgasmen bei GV erreicht!

Tja, Herr Thiel, ausser Spesen nichts gewesen ;-). Ich jedenfalls, wollte nur indirekt erfahren, ob er mich nur testen wollte, ob er mit mir den Orgasmus erreicht, wie er die anderen Frauen getestet hatte, ohne sich danach bei ihnen zu melden. Das weiss ich, weil er bereits in der Nacht sagte: "Wie lange wird es wohl dauern, bis ich von dir eine böse SMS kriege". "Warum haben dir das andere Frauen geschrieben." "Ja spätestens 2 Wochen danach" - sagte er. Er schrieb mich in der Nacht schon ab auch mit der Aussage: "Vielleicht hört deine Ex-Freund auf für dich zu trinken".

Er leugnete sonst das immer (mich getestet haben zu wollen), seine Absichten hat er sehr geschickt und ziemlich perfide versteckt und sich mein Vertrauen erschlichen. Dieser Mann kennt keine Skrupel, wenn es darum geht endlich wieder Mal einen Orgasmus zu erreichen. Bis heute glaubt er, die Frauen seien wohl unfähige Liebhaberinnen, keine würde für einen Orgasmus taugen. Obwohl er wusste, dass ich sogar seelische Krisen hatte, 2010 in einer Therapie bei einem Psychiater war, weil ich verzweifelte, mich einsam fühlte und sogar an Suizid dachte, schrak er nicht davor zurück mit mir zu schlafen. Auch meinte er sogar vorher selber: "Was mir Angst macht, ist deine Verletzlichkeit!" und sagte auch: "Es wäre ja nicht fair, wenn ich deinen Körper benutze, weil du dir eine Beziehung wünscht und ich weiss nicht, ob ich das kann!".

 

Von Empathie und Verständnis keine Spur, kann auch an den Prügelattacken seines Stiefvaters liegen, auch dass seine Mutter (alkoholabhängig nach dem Tod seines Vaters als er 2 war), ihm nie Liebe und Schutz gab. Zu erwähnen ist noch ein anderes Trauma. Kurz nach seiner Ausbildung ...

Dieser Mann täuschte mich und ich fühle mich reingelegt, denn er hat sogar damit gerechnet, dass es nicht klappen würde - was sich auch bestätigt hat! Und ich fühle mich benutzt und weggeworfen, wie ein gebrauchtes Gegenstand. Wenn er dazu fähig war, andere Frauen vor den Augen seiner Partnerin zu vö....n, so war er auch fähig eine ... flachzulegen. Dass dieser Mann, wie besessen von den unerreichbaren Orgasmen ist, zeigte sich noch daran, dass er mich als die gebundene Frau (das Fake) treffen wollte und mich sogar fragte, ob ich ihm - einem fremden Mann - mein Po zeigen würde. (Er steht drauf).

 

Liebe Grüsse

....

Übrigens: ich las auch, dass manche beschnittene Männer viel häufiger OV praktizieren und manche sogar auf AV ausweichen, wenn ihre Partnerinnen das wollen. Wenn Sie sich selber im Internet besser über die Orgasmusprobleme informieren wollen, dann geben Sie bei Google "Beschneidung und Orgasmusprobleme". So können Sie in vielen Foren die Einträge lesen.

Zum Schluss möchte ich sagen: es ist evident, dass kein Körperteil überflüssig ist, denn ansonsten würde kein Junge und kein männliches Säugetier mit Vorhaut geboren. Seit Jahrmillionen gibt es sie und wäre sie nutzlos, ja gar schädlich, so hätte sie sich von alleine schon längstens zurückgebildet, so wie die "Reisszähne" beim Menschen. Dass es manchmal med. Indikationen gibt, sie abzuschneiden, ist traurig genug, doch viele Ärzte und Urologen greifen zu schnell nach der Schere, selbst dann, wenn man heute die Phimose mit Salben behandeln kann.

 

 

 

Hallo Frau ...

vielen Dank für Ihre ausführlichen und persönlichen Gedanken.

Leider hat sich die Bundesregierung und der Deutsche Bundestag bei der Legalisierung der genitalen Verstümmelung von Jungen ausschließlich von globalpolitischen Interessen leiten lassen. Diese Fehlentscheidung wird aber ganz sicher keinen Bestand haben, denn wir leben ja nicht in einem totalitären Folterstaat, wo das Recht der körperlichen Unversehrtheit von Jungen je nach politischer Großwetterlage beliebig mit Füßen getreten werden darf.

 

Beste Grüße

 

Peter Thiel

 

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Montag, 10. Dezember 2012 17:14

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Verlust der Eichelempfindlichkeit, Ausbleibender Orgasmus beim GV

 

Hallo Herr Thiel,

als ich mich heute zu der Problematik oben im Betreff im Internet sachkundig machte, stieß ich auf eine Reihe von mehr oder weniger sinnigen Forumeinträgen etc. Zuletzt auch auf Ihre Seite, u.a. auch auf eine Mitteilung eines ebenfalls Betroffenen.

Sie meinten, dass wenn im Rahmen der Masturbation ein Orgasmus erfolge, dann ein Ausbleiben beim GV ein psychisches Problem wäre.

Diese Auffassung trifft man im Internet eher regelmäßig an. Vermutlich ist es sogar die offizielle Lesart der einschlägigen med. Fachliteratur. Überprüft habe ich das bisher noch nicht.

Ich bin da aufgrund eigener Erfahrung doch sehr anderer Auffassung:

Vor ca. 20 Jahren riss bei mir das Fremulum an der Eichel oben ab. Der Urologe, den ich damit aufsuchte, versorgte zunächst die Wunde, und bestellte mich sodann am übernächsten Tag zur OP ein. Hier wurde sodann das Fremulum komplett entfernt. Im Nachhinein wundere ich mich heute über die Länge des Schnitts. Er reicht von der Eichelspitze, wo das Fremulum abriss, wobei er gut die Hälfte der seither offenen Eichelunterseite nicht vernähte, sodass die Harnröhre hier offen liegt, was immer wieder auch Anlass zu Infektionen bietet, bis gut über einen Zentimeter hinaus in der Innenseite der Vorhaut vom unteren Eichelrand.

Bis heute sieht man übrigens die Naht. Namentlich wo und wie die Fäden gesetzt worden sind.

Schon recht bald nach der OP registrierte ich einen deutlichen Empfindlichkeitsverlust. Zuvor war die Eichel im fraglichen Bereich neben der Eichelspitze der empfindlichste Teil überhaupt. Danach und bis heute – heute eher mehr als damals – war die Fläche im Bereich der Naht eher taub. Im Vergleich zur Berührungsempfindlichkeit der Hautoberfläche meines Handrückens konstatiere ich heute, dass meine Handinnenfläche und der Handrücken bei weitem für leichte Berührungen empfindlicher sind, als die fraglichen Stellen meiner Eichel, und im übrigen die Eichel insgesamt.

Im Vergleich: Zuvor war es exakt umgekehrt, und eine unsanfte Berührung hätte entsprechend Schmerz ausgelöst. Eigentlich ist damit schon alles gesagt.

Nachdem das Fremulum so entfernt, und die Innenseite der Vorhaut und die Eichel derart vernäht war, habe und hatte ich überwiegend das selbe Problem, das beschnittene Männer haben.

Die Vorhaut deckt überwiegend die Eichel nicht mehr ab. Das lässt sich auch nicht wirklich verhindern, nachdem das Fremulum nicht erhalten wurde. Grund: Überwiegend in der Nacht reicht eben der Umstand hier stattfindender Erektionen im Schlaf, die dazu führen, dass die Vorhaut hinter den Eichelrand sich zurückzieht, im Anschluss nicht mehr über die Eichel zurückkehrt, sondern in der Eichelfurche verharrt.

Wie im Internet nachzulesen, hat sich auch bei mir hierdurch die überall beschriebene Veränderung ergeben.

Die Oberfläche der Eichel ist verhornt. Von Schleimhaut, wie eigentlich üblich, keine Spur mehr.

Die Haut gleicht im nicht erigiertem Zustand eher normaler Haut. Nicht einmal der Oberfläche der Lippen.

Ebenso zeigt sich der Effekt der Austrocknung. Also feine Furchen.

Insgesamt hat die Empfindlichkeit über die Jahre nochmals drastisch abgenommen, ich habe dazu ja den unmittelbaren Vorher-Nachher-Vergleich.

Bereits bei der Selbstbefriedigung bedarf ich einer deutlich stärkeren Reizung. Mit höchst seltenen Ausnahmen gelingt es einen Sexualpartnern – ich bin Homosexuell –, mich durch Masturbation zum Höhepunkt zu bringen. Und namentlich ist im Rahmen des GV, also vorliegend Analverkehr, mir ein Orgasmus nicht mehr wirklich möglich. Will heißen: Seit dem Eingriff zeigte sich dies zunehmend schwierig. Zuletzt hatte ich einen regelmäßigen Partner mit dem ich GV hatte, und mit dem ich zum Orgasmus zu kommen in der Lage war, in 2007/2008. Und auch dies erst nach 4 oder 5 Treffen. Erst dann fanden wir eine Form. bei der ich zuletzt auch beim tatsächlichen GV zum Orgasmus gelangen konnte.

Dabei, das wäre auch noch anzumerken, ist das dann aber gegenüber den Orgasmen bei Masturbation allenfalls ein „laues Lüftchen“.

Mit meinem derzeitigen Sexualpartner (er ist an einer Partnerschaft nicht interessiert), ist es mir bislang nicht gelungen, zum Orgasmus zu kommen. Ganz offenkundig, und obwohl wir uns sicher ausreichend Zeit lassen - 2 teils auch 3 Stunden Zeit sind sicher „ausreichend“ Zeit -, liegt es an der mechanischen Reizung, die zuletzt eben doch die entscheidende Rolle spielt.

Da Klaus (Name geändert - P. Thiel) ein vernünftiger Kerl ist, selbst beschnitten, hat das bisher nicht zu Problemen geführt. Dennoch ist das natürlich auf Dauer höchst unbefriedigend.

Zum Thema: Wenn Masturbation funktioniert, liegt das Nichtfunktionieren beim GV an etwas Anderem, namentlich psychischem, komme ich daher zu der Ansicht, dass das wohl i.d.R. eher falsch ist. Das zeigt sich für mich daran, dass es Klaus eben auch nicht gelingt, mich so zu Masturbieren, dass ich sodann zum Orgasmus käme. Und der Grund liegt hier wieder darin, dass durch die deutliche Berührungsunempfindlichkeit, Druck und Rhythmus wiederum zuletzt sehr genau stimmen müssen, damit ich zum Orgasmus komme.

Übrigens: Es ist doch ganz offenkundig, dass und warum bei einem selbst die Masturbation zum Effekt zu führen trotzdem in der Lage ist. Man selbst kann bei Masturbation eben exakt Druck und Rhythmus unmittelbar abstimmen. Dem Partner ist das schon nicht möglich, und, im Rahmen des Analverkehrs ist bekanntlich der Druck und die Reizung deutlich kräftiger als beim Genitalverkehr Heterosexueller.

Und genau hier liegt wohl offenkundig eben nicht nur mein Problem.

Weicht unter den gezeichneten Bedingungen von Beschnittenen/Teilbeschnittenen bzw. Fremulumoperierten im Zweifel schon Druck und Rhythmus vergleichsweise minimal ab, bringt auch bereits noch so lange Masturbation nicht den Effekt. Im Gegenteil:

Da ich – wie übrigens nach diversen Forumeinträgen eine Reihe Betroffener – ohnehin bereits eher sehr Berührungsunempfindlich geworden bin, führt eine zu lange und „falsche“ mechanische Reizung im übrigen auch noch zusätzlich zu Berührungsunempfindlichkeit. Im Zweifel bis zu dem Punkt, dass selbst ich dann nur noch mit sehr intensiver mechanischer Reizung und hohem Rhythmus „noch“ einen Orgasmus ggf. hinbekomme.

Ich schreibe Ihnen dies, weil ich denke, dass die Problematik, die sich doch bei nicht Wenigen einstellt, gern und viel zu schnell auf die „Psyche“ abgeschoben wird. Dabei denke ich, dass das mit „Psyche“ tatsächlich eben in den meisten Fällen gar nichts zu tun hat. Zumal m.W. hinreichende Langzeitstudien zu den schon auch optisch klar ersichtlich negativen Effekten entsprechender Eingriffe gar nicht tatsächlich vorliegen. Mithin frage ich mich, wie man dann dazu kommen kann, diese Probleme kurzerhand auf die „Psyche“ abzuschieben.

Beachtlicher Weise findet man dann auch kaum etwas im Internet zur Thematik, wie denn die jedenfalls auch bei mir sehr klaren und deutlichen Veränderungen wieder „korrigiert“ werden könnten. Offenkundig findet hierzu keine wirkliche Auseinandersetzung statt.

Ich meine: Auch das erklärt sich gut damit, dass die durchaus beobachteten Effekte nur zu gern auf die „Psyche“ geschoben werden. Das entbindet natürlich sodann davon, sich auf der physischen Ebene einmal fundiert forschend mit der Thematik auseinander zu setzen. Ferner bin ich zur Auffassung gelangt, nämlich entlang der nun nicht sehr lange zurückliegenden Debatte um das Beschneidungsurteil und seine Folgen, dass es da auch sehr mächtige Interessen gibt, die Folgeprobleme entsprechender Eingriffe eher herunter zu spielen und sich gerade mit den Langfristfolgen erst gar nicht wirklich zu befassen. Das könnte nämlich Anlass setzen, entsprechende Eingriffspraktiken grundsätzlich zu unterbinden. Religion hin oder her.

Nachträglich bin ich der Meinung, dass auch bei mir es eher für den Urologen die wirtschaftlichere und am wenigsten aufwendige Lösung eben war, statt rekonstruktiv zu operieren, eben die „Schnipp-Schnapp-Weg-Methode“ zu wählen. Übrigens über die dann sich eingestellt habenden Folgen wurde ich seinerzeit mit knapp 30 nicht aufgeklärt. Wozu auch!

 

Liebe Grüße

...

 

 

 

Hallo Herr ...,

Danke für Ihre ausführliche Darlegung. Womöglich können Sie von dem damals operierenden Urologen noch Schadensersatz einfordern.

Ich sehe bezüglich Ihrer Darlegung keine wirklichen Widerspruch zu meiner Position.

"Psychisch" heißt bei mir auch, wenn die Interaktion zwischen zwei Partnern suboptimal ist, denn die Interaktion wird nun einmal psychisch (über das Gehirn) gesteuert. Wenn jemand ein Witz erzählt, muss er ihn auch so erzählen, dass der Zuhörer Lachen kann. Nur einen Witz erzählen ist noch nicht witzig.

Einen gute Komiker zeichnet ja gerade aus, dass er einen guten Kontakt mit der Psyche seines Zuhörers oder Zuschauer findet.

Letztendlich ist das Problem des ausbleibenden Orgasmus oft ein "ungenügendes" Zusammenspiel der Beteiligten (Interaktion). Das kennt man auch aus der Tanzstunde, wo man mitunter heil froh ist, wenn man sich nach einem Tanz von seinem Tanzpartner verabschieden darf. Hier spielt Chemie und Taktgefühl eine Rolle.

Zum Thema Beschneidung. Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat offenbar kein Problem damit, wenn Jungen Körperverletzungen aus "religiösen Gründen" zugefügt werden. Ich finde das sehr schlimm. Wie wenig muss Frau Merkel über die Gefühle und Verletzbarkeit von Jungen und Männern wissen, wenn sie so auftritt.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 12. Januar 2012 20:42

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Gefühllos nach Beschneidung

 

Hallo,

ich hätte da mal eine Frage an Sie. Bin mittlerweile 53 Jahre alt und habe mich mit 28 Jahren Beschneiden lassen. Es war zwar medizinisch nicht unbedingt notwendig, aber ich hatte eine extrem lange Vorhaut

und die wollte ich eben entfernt haben. Es war auch keine Phimose oder so.

Vor meiner Beschneidungsoperation hatte ich keinerlei sexuellen Probleme, das heißt, ich hatte immer ganz normale Samenergüße und auch sexuelle Höhepunkte.

Also vom optischen her ist die Operation gut gemacht worden.

Aber unmittelbar nach meiner Operation ( also nach ein paar Wochen als wieder alles verheilt war ) habe ich festgestellt, daß ich beim Sex ( egal ob Selbstbefriedigung oder Geschlechtsverkehr ) beim Samenerguß bzw. beim Höhepunkt kaum noch etwas gespürt habe. Und dieses Gefühl ist bis heute so geblieben.

Es ist so daß ich beim Sex ganz normal erregt bin und auch spüre wenn ich kurz vor dem Erguß bin, aber sobald der Erguß eben einsetzt sind alle Gefühle weg.

ich spüre zwar " daß etwas rausläuft " aber mit Befriedigung oder Höhepunkt hat das ganze überhaupt nichts mehr zu tun.

Es ist auch so daß ich schon gar keine lust mehr auf Sex habe -weil es eben immer unbefriedigend verläuft und ich nach dem Sex nur noch frustriert bin.

War dann nach der bei nem Arzt und der meinte dann : es kann schon sein daß bei der Durchtrennung des Frenulums Nerven durchtrennt worden sind, aber da kann man jetzt nichts mehr dagegen machen.

Das zweite das nach der Operation anders war, ist das abspritzen. Vor der Operation ist mein Samen beim Erguß immer herausgespritzt worden und unmittelbar danach nie wieder !!!

Wenn ich mich jetzt ergieße dann läuft der Samen nur noch aus dem Eichelschlitz heraus und am Penis runter. Auch wenn ich jetzt mal ein paar Wochen keinen Sex habe und wirklich viel Samen vorhanden ist.

Das ist etwas was mich wirklich total frustriert und ich habe schon lange keine Lust mehr auf sexuelle Aktivitäten, weil es gefühlsmäßig immer gegen Null geht.

Nachdem das ganze jetzt auch schon 25 Jahre her ist, habe ich eigentlich auch kaum noch Hoffnung daß sich da noch etwas verbessern wird, aber - wie sagt man so schön - die Hoffnung stirbt zuletzt.

Vielleicht haben ja Sie eine Idee woran das liegen kann, oder ob es vielleicht doch noch Hoffnung für mich gibt.

Vielen dank im voraus für Ihre Antwort bzw. Einschätzung.

 

...

 

 

 

Hallo Herr ...,

es lässt sich hier nicht mit Bestimmtheit sagen, was die Gründe für die von Ihnen beschriebene Situation sind. Durchaus denkbar, dass die Beschneidung ursächlich für die geschilderte Problematik ist.

Natürlich sind auch andere Gründe denkbar, dieses wäre gegebenenfalls in einem ausführlichen Gespräch mit einem kompetenten Therapeuten abzuklären.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Samstag, 4. April 2009 14:10

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Schönheits-OP

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

bitte teilen Sie mir mit, ob und wie ich eine Schönheitsoperation an den Genitalien durchführen lassen könnte. Die Sache ist mir sehr unangenehm, bitte entschuldigen Sie, wenn ich lieber anonym bleibe. Ich wohne in Niedersachsen. Vielen Dank für Ihre Mühe.

 

 

 

Hallo Herr oder Frau Unbekannt,

 

weibliche Genitalien oder männliche Genitalien? Eigene Genitalien oder fremde Genitalien?

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Sonntag, 30. November 2008 15:26

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Samenerguss

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

seit kurzem wird mir ein Problem bewusst mit welchen ich mich nun an Sie wenden möchte, in der Hoffnung, dass Sie mir einen Rat geben können.

Ich wurde im Alter von 20 Jahren wegen eines medizinischen Vorfalls (gerissenes Bändchen an der Vorhaut) beschnitten. Im allgemeinen finde ich das auch super schick und praktisch weil hygienisch. In letzter Zeit habe ich aber das Problem, dass ich beim Sex mit meiner Freundin keinen Samenerguss bekomme. Bei der Selbstbefriedigung ist es allerdings kein Problem. Nun habe ich gelesen, dass durch zuviel SB in einer Singlephase die Empfindsamkeit der Eichel so konditioniert werden kann dass man beim Sex mit einer Frau nicht mehr ausreichend erregt wird und es dadurch nicht zu einem Samenerguss kommen kann. Meine Freundin ist dadurch nun leider sehr irritiert und glaubt das sie mich nicht anmacht. Dies ist natürlich Unsinn ich liebe sie sehr und finde sie sexuell auch höchst attraktiv. (Natürlich nicht nur im sexuellen Sinne).

Nun meine Frage: Gibt es eine Möglichkeit die Sensibilität der Eichel zu erhöhen, den Erguss zu beschleunigen, die Konditionierung rückgängig zu machen oder hab ich einfach nur das Problem im Kopf nicht "frei" zu sein??

Über eine erschöpfende Antwort würde ich mich wirklich sehr freuen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

 

 

 

Hallo Herr ...,

wenn Sie beim masturbieren einen Orgasmus bekommen, dann ist die Empfindsamkeit der Eichel ausreichend. Ein ausbleibender Orgasmus beim intimen Kontakt mit ihrer Freundin hat dann andere Gründe. So - wie Sie schon andeuten - "psychische" - also beispielsweise Leistungsangst oder ähnliches.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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