Homosexualität

 

 

 

 

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Peter Thiel - Systemischer Berater und Therapeut (DGSF)

16.12.2016

 

 

 

 

 

Schlüsselwörter: 

Coming Out, Homoerotik, homoerotisch, Homophobie, Homosexualität, homosexuelle Veranlagung, latente Homosexualität, Lesbe, lesbisch, männliche Homosexualität, weibliche Homosexualität, schwul, Schwuler 

 

 

 

 

 

Zwischen Männern

"...

Goodman war ein aktiver Verfechter der Bisexualität jedes Menschen. Er erklärte: `Die Methode kann nicht sein, die Orientierung Homosexueller anzugreifen, denn diese ist das Ergebnis der Integrationskraft des Selbst, ist erlebter Kontakt und Identifizierung.

Die Methode muss vielmehr sein, das Objekt der Abspaltung aufzugreifen und dem Individuum wieder erlebbar zu machen, nämlich sein Interesse am anderen Geschlecht, der Hälfte der Menschheit`"

aus: Daniel Rosenblatt:  "Zwischen Männern. Gestalttherapie und Homosexualität"; S. 67; 1998

 

 

 

 

 

 

Homosexualität, sexuelle Bevorzugung von Angehörigen des eigenen Geschlechts, im Gegensatz zur Heterosexualität (Bevorzugung des anderen Geschlechts) und Bisexualität (sexuelles Interesse an beiden Geschlechtern). Weibliche Homosexuelle werden häufig als Lesbierinnen (in Anlehnung an den Namen der griechischen Insel Lesbos, wo im 7.Jahrhundert v.Chr. die Dichterin Sappho lebte) und Männer als Schwule bezeichnet. Die Einstellungen gegenüber Homosexualität waren von Epoche zu Epoche und von Kultur zu Kultur sowie in den einzelnen subkulturellen Gruppen verschieden, wobei die Bandbreite von Akzeptanz (wie im antiken Griechenland) über gemäßigte Toleranz (im antiken Rom) zu jener gnadenlosen Verdammung reicht, die in westlichen Gesellschaften noch bis vor wenigen Jahrzehnten herrschte.

 

 

 

 

Entstehung

Die Behauptung, es für die Entstehung von Homosexualität gäbe es genetische Gründe, ist eine unbewiesene Spekulation. Diese dient möglicherweise dazu, um gesellschaftliche Akzeptanz herzustellen. 

Ausgeprägte männliche Homosexualität, so scheint es, findet man oft bei Männern, die zu wenig bevatert wurden, d.h. die keinen oder nur sehr wenig Kontakt zu ihrem Vater hatten oder die einen Vater hatten, der dem heranwachsenden Jungen übermäßig distanziert oder feindselig gegenüber stand. Aus beiden Fallkonstellationen - verbunden oft mit einer dominanten oder sexuell übergriffigen Mutter resultiert letztlich ein emotionaler Vaterhunger, der gestillt werden will. Im Gegensatz zu einem noch nicht geschlechtsreifen Jungen, der für gewöhnlich mit seinem Vater keine sexuellen Kontakte haben will, bezieht ein erwachsener und geschlechtsreifer Mann bei seinem Nähebedürfnis zu einem anderen Mann auch die sexuelle Ebene ein, denn hier kann die erhoffte Nähe zum anderen Mann und imaginierten Vater "total" werden.

Letztlich ist es aber so, dass auch Jungen mit einer positiven Vatererfahrung homosexuelle Neigungen haben. Das heißt, alle Männer, sowohl die mit negativer Vatererfahrung als auch die mit positiver Vatererfahrung haben, wenn auch in unterschiedlichen Maße homosexuelle Neigungen. Bei den schlecht bevaterten Männern ist diese Neigung allerdings vergleichsweise sehr stark ausgeprägt und wird bei sich zeigenden und akzeptablen Möglichkeiten einer Umsetzung auch gelebt. 

In unserer heutigen vergleichsweise liberalen Zeit ist dies für viele Männer möglich, ohne dass sie deswegen gesellschaftliche Stigmatisierung, Ächtung oder gar Strafverfolgung befürchten müssen.

 

 

 

 

 

Akzeptanz in der modernen Gesellschaft

In manchen Gesellschaften, wie bei den Aranda (Arunta) Mittelaustraliens, gehört die Homosexualität fast zum Alltag. In manchen Ländern, wie in Großbritannien und Deutschland, sind homosexuelle Beziehungen legal, wenn beide Partner mit der Beziehung einverstanden sind. In vielen Ländern kann jedoch allein die Tatsache der Homosexualität oder das Ausleben dieser Neigung zum Verlust des Arbeitsplatzes, zur Diskriminierung bei der Wohnungssuche, Eintragung in staatliche schwarze Listen, gesellschaftlichen Ächtung und sogar zu Inhaftierung führen. In den letzten Jahren haben sich Gruppen von Homosexuellen dafür eingesetzt, eine Akzeptanz in der Öffentlichkeit und in der Gesetzgebung zu erreichen. Das Maß an Akzeptanz, das in den späten Siebzigern erreicht worden war, hat sich infolge der negativen Reaktion der Öffentlichkeit auf AIDS (Aquired Immune Deficiency Syndrome: erworbene Immunschwäche) etwas verringert, da die männliche homosexuelle Bevölkerung proportional häufiger davon betroffen ist. Dies hat zu wachsenden Vorurteilen gegenüber Homosexuellen und ihrer gesellschaftlichen Ächtung geführt.

 

 

 

Berlin

Homosexuellen-Denkmal eingeweiht

Im Berliner Tiergarten wurde das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen der Öffentlichkeit übergeben. Klaus Wowereit erinnerte daran, dass Diskriminierungen von Schwulen und Lesben auch heute noch an der Tagesordnung seien.

Von Karoline von Graevenitz

Berlin - Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hat am Dienstag in Berlin das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen der Öffentlichkeit übergeben. Die Erinnerung an die während der NS-Diktatur verfolgten Homosexuellen erfolge "in der Tat sehr spät", räumte Neumann ein. Die Einweihung des Denkmals sei vor allem Ausdruck der Überzeugung, dass in Deutschland die Diskriminierung von Homosexuellen, von Andersdenkenden und Anderslebenden keinen Platz mehr haben dürfe. Die Errichtung des Denkmals im Bezirk Tiergarten hatte der Bundestag am 12. Dezember 2003 beschlossen. Bei der Einweihung waren unter anderen Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) sowie die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlins, Lala Süsskind, anwesend.

...

28.05.2008

www.tagesspiegel.de/berlin/Homosexuelle;art270,2538943

 

 

 

Warum eigentlich nur ein Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen und nicht auch für die 100.000 Männer, die in der ehemaligen Bundesrepublik strafrechtlich verfolgt wurden? 

Zwischen 1953 und 1965 wurden in der ehemaligen Bundesrepublik Deutschland (nicht zu verwechseln mit der Deutschen Demokratischen Republik, die gemeinhin als Unrechtsstaat vorgeführt wird), fast 100.000 Männer auf Grund von §175 Strafgesetzbuch angeklagt, davon fast jeder zweite rechtskräftig verurteilt. 

In der 12-jährigen NS Zeit wurden 54.000 Homosexuelle (es werden wohl fast nur Männer gewesen sein) verurteilt, eine fast gleich große Zahl wie in 12 Jahren Bundesrepublik Deutschland, etwa 7000 Homosexuelle wurden in der NS-Zeit in Konzentrationslagern ermordet. Man kann somit sagen, der Verfolgungswahn war in der BRD ähnlich dem wie im nationalsozialistischen Deutschland. Der Fortschritt bestand wohl darin, dass in der BRD Homosexuelle nicht mehr in Konzentrationslager kamen und dort ermordet wurden.

Das Bundesverfassungsgericht der Bundesrepublik Deutschland setzte, wie auch in anderen Rechtsgebieten, der Kriminalisierung und Diskriminierung von Männern keine Grenze und kann daher als Komplize der langjährigen Verfolgung von Männern bezeichnet werden.

Der Straftatbestand sei "ordnungsgemäß erlassen und von den Mitgliedern der Rechtsgemeinschaft hingenommen" worden und habe "seither jahrelang unangefochten bestanden."

Auf die Verfassungsbeschwerde zweier Männer im Jahr 1955 erwiderte das BVerfG: 

 

"Von 1945 bis zum Zusammentritt des Bundestages herrschte in den westlichen Besatzungszonen so gut wie einhellig die Meinung, die Paragraphen 175 und 175a seien nicht in dem Maße ‚nationalsozialistisch geprägtes Recht', dass ihnen in einem freiheitlich-demokratischen Staate die Geltung versagt werden müsse."

 

Dass dem Bundesverfassungsgericht und seinen Richtern dennoch unverdienter Maßen der Mythos anhaftet, dem verletzten Recht zum Durchbruch zu verhelfen, kann da nur verwundern. Auch aktuell (2003) muss man sich nur die verfassungswidrige Rechtsprechung des Bundesverfassungsrecht zur sorgerechtlichen Diskriminierung nichtverheirateter Väter anschauen, um zu wissen, dass mit diesem Bundesverfassungsgericht kein Staat zu machen ist.

Erst am 23.11.1973 wurde in der ehemaligen BRD der §175 StGB soweit verändert, dass die die meisten bisherigen Kriminalisierungen männlicher Homosexualität aufgehoben wurden (vergleiche hierzu: Steinke, Ron: "Ein Mann mit einem anderen ... Eine kurze Geschichte des §175 in der BRD."; In: "Forum Recht", 02/2005). In der DDR, die im Westen der heutigen Bundesrepublik Deutschland bis heute gerne als der schlechtere deutsche Staat vorgeführt wird, wurde der §175 bereits wesentlich früher abgeschafft, seit 1957 war dort niemand mehr wegen "einfacher" Homosexualität verurteilt worden, so dass davon sprechen kann, dass in dieser Hinsicht nicht die DDR ein Unrechtsstaat war, sondern die ehemalige BRD. Erst am 11. Juni 1994 glich sich die inzwischen um die ehemalige DDR erweiterte BRD an die bestehende liberalere DDR-Gesetzgebung an, der §175 wurde aus dem Gesetz gestrichen.

 

vergleiche hierzu:

http://de.wikipedia.org/wiki/Paragraph_175

http://www.forum-recht-online.de/2005/205/205steinke.htm

 

 

 

 

 

 

Akzeptanz in der Wissenschaft

Viele der heutigen Missverständnisse und Vorurteile gegenüber Homosexualität rühren von der Tatsache her, dass diese Neigung im 19.Jahrhundert als Krankheit betrachtet wurde. Der deutsche Neuropsychologe Richard von Krafft-Ebing hielt Homosexualität für eine erbliche neuropathische Degeneration, die sich angeblich durch häufiges Masturbieren noch verschlimmerte. Der österreichische Psychiater Sigmund Freud vermutete die Existenz einer konstitutionellen Prädisposition, obwohl er ebenfalls eine Theorie aufstellte, in der er die prägenden Auswirkungen von Kindheitserlebnissen (z.B. das Fehlen des Elternteiles desselben Geschlechts, mit dem sich das Kind hätte identifizieren können) und die Häufigkeit von männlicher Homosexualität während der Pubertät beschrieb. Einige Vertreter juristischer und medizinischer Berufe halten Homosexualität noch immer für eine destruktive Perversion, die zu kriminellem Verhalten und zum Verfall allgemein akzeptierter sozialer Verhaltensmuster (Sittenverfall) führt. Solche Überlegungen resultieren möglicherweise aus jenen Fällen homosexueller Aktivitäten, mit denen Juristen beruflich zu tun haben, z.B. die Vergewaltigung Minderjähriger durch Homosexuelle. Es muss jedoch betont werden, dass dieses Verbrechen durch das Bedürfnis nach Kontrolle über andere motiviert ist, wobei das Medium dafür Sex ist. 

 Während einige Forschungsergebnisse (aus Studien mit eineiigen und zweieiigen Zwillingen) dafür sprechen, dass die sexuelle Orientierung möglicherweise genetisch festgelegt ist, besagen andere Theorien, dass die entscheidenden Faktoren wahrscheinlich eher Erlebnisse im Kindesalter sind. Moderne Auffassungen gehen davon aus, dass die Homosexualität eine Variante normaler Sexualität ist, deren eventuell notwendige Therapie in einer Hilfe zur Selbstakzeptierung des Homosexuellen besteht und nicht in einem therapeutischen Umpolungsversuch zu heterosexuellen Verhaltensweisen.

 

 

 

 

Die Bedeutung der Geschlechterrolle

Die geschlechtliche Identität und die Geschlechterrolle gelten gemeinhin als erlernt und nicht genetisch festgelegt oder durch die Konstitution bedingt. Chromosomenzählungen und endokrinologische Untersuchungen bei Homosexuellen haben nicht mehr Abweichungen von der Norm ergeben als beim Durchschnitt. Weitaus die meisten Homosexuellen weisen keine besonderen körperlichen Merkmale auf. Die Anatomie der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane wird bereits in der Zeugungsphase festgelegt, aber die spätere Akzeptanz der gesellschaftlichen Rolle des eigenen Geschlechts wird durch Umweltfaktoren beeinflusst.

 

Wir gehen davon aus, dass es keinen Mann und keine Frau gibt, die nur homosexuell empfinden können,  sondern, dass jeder Mann und jede Frau die prinzipielle Fähigkeit zur gegengeschlechtlichen Liebe und Sexualität hat. dies schliesst für uns ein, dass auch jeder Mensch zu gleichgeschlechtlicher Liebe und Sexualität befähigt ist, also auch der typische Macho oder sich wild gebärdende Rechtsradikale. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Männer und Frauen nicht das Recht hätten ausschließlich ihre homosexuellen (oder auch heterosexuellen) Neigungen zu leben. 

Es könnte aber für diese Männer und Frauen ein spannendes, vielleicht auch schmerzhaftes Thema sein, warum ihr geschlechtliche Interesse an der jeweils anderen Hälfte der Menschheit, nicht vorhanden ist oder nicht vorhanden zu sein scheint.

 

 

 

 

 

Homophobie

 

Homophobie - krankhafte Angst vor und Abneigung gegen Homosexualität

Duden, Fremdwörterbuch 1997

 

Im weiteren Sinne auch die Angst vor körperlicher Nähe und Kontakt zu Personen des selben Geschlechts. 

Wie immer, wenn die Psychiatrie sich zu Wort meldet, geht es um "krankheitswertiges" und was krankheitswertig sei, bestimmen die Hohepriester der Psychiatrie und schaffen sich so zum eigenen Nutzen ihre eigenen Patienten.

 

Während die meisten Menschen problemlos eine Katze oder ein Kaninchen streicheln und sich dabei keine Gedanken über dessen Geschlecht machen oder gar auf den Gedanken kommen Sodomie zu betreiben, ist das Streicheln einer Person des gleichen Geschlechts zumeist homophob besetzt. Die Gründe für die weit verbreitete Homophobie sind wahrscheinlich sozialisationsbedingt.

Die Homophobie unter Männer, bzw. Jungen scheint wesentlich stärker zu sein als als unter Frauen, bzw. Mädchen. Während niemand auf den Gedanken kommt, dass zwei junge Frauen, die sich bei den Händen fassen lesbisch wären, führt das selbe bei zwei Männern sofort zur Ansicht, die beiden wären schwul.

Oder wenn zwei ältere Damen, die Arme untergehakt spazieren gehen, kommt keiner auf den Gedanken, die beiden wären lesbisch. Bei zwei alten Männern ist das überhaupt nicht denkbar.

Die Homophobie unter Jungen und Männern, verhindert tiefe Freundschaft und Zuwendung untereinander. Eines der großen, auch gesellschaftlich relevanten Probleme ist die große Einsamkeit von Männern und ihre emotionale Abhängigkeit von Frauen, da Männer häufig ihre emotionalen Kontaktbedürfnisse nur gegenüber der gegengeschlechtlichen Frau emotional und körperlich zeigen können, wobei auch dies - aus anderen Gründen - häufig nicht gelingt.

Die hohe Suizidalität von Männern und die im Vergleich zu Frauen niedriger Lebenserwartung kann auch hierin mitbegründet sein.

Übrigens, es gibt nicht nur einen Muttertag, einen Vatertag, den Frauentag und den Männertag, sondern auch den "Tag gegen Homophobie". Dieser ist am 17. Mai statt (siehe hierzu: "Der Tagesspiegel", 16.07.2006, S. 10).

 

Während man bei einigen Menschen feststellen kann, dass sie recht große Abneigungen gegen die körperliche oder auch nur psychische Nähe zu Angehörigen des eigenen Geschlechts zu haben scheinen, haben es sich andere zur Aufgabe gemacht Homophobie zu bekämpfen, grad so wie der Schädlingsbekämpfer auszieht, um das "Ungeziefer2 zu vernichten, 

So plakatiert in Berlin (05.09.2006) eine "Kampagne gegen Homophobie und Hassgewalt" - www.maneo.de. Eigenartiger weise hat noch nie jemand eine "Kampagne gegen Heterophobie, Agoraphobie und Bulimie" plakatiert, aber was nicht ist kann ja vielleicht noch werden.

 

 

 

 

Literatur: 

Ron Steinke: "Ein Mann mit einem anderen ... Eine kurze Geschichte des §175 in der BRD."; In: "Forum Recht", 02/2005

Peter Schellenbaum: Homosexualität im Mann. Eine tiefenpsychologische Studie; Kösel-Verlag, 1991, München 

 

Dokumente lesbisch-schwuler Emanzipation

Nr.29: Expertise "Strafrechtliche Verfolgung homosexueller Handlungen in Deutschland nach 1945" laden »

(Prof. Dr.Dr. H.-J. Mengel: verfassungsrechtliche, verfassungspolitische und völkerrechtliche Erwägungen, 859880 Bytes)

Nr.28: § 175 StGB. Rehabilitierung der nach 1945 verurteilten homosexuellen Männer_

(Dokumentation des Fachsymposiums vom 17.5.2011, 2778053 Bytes)

http://www.berlin.de/lb/ads/gglw/publikationen/

 

 

Links: 

Berlins schwules Info- und Beratungszentrum - www.mann-o-meter.de

 

 

 

 

 

 

Anfragen und Mitteilungen zum Thema

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-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Dienstag, 25. Oktober 2016 13:49
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Masochistische Beziehungen zu Männern

Hallo Herr Thiel,

ich habe mit Freude einige Ihrer Beiträge gelesen und finde es auch gut, dass speziell Männer bei Ihnen Probleme schildern können.

Ich bin homosexuell und immer Beziehungen zu Männern eingegangen, die eigentlich unterreichbar für mich waren. Das erste mal verliebte ich mich in einen heterosexuellen Klassenkameraden. Für mich waren immer dominante, hetero wirkende Männer attraktiv. Meine letzte "Beziehung" dauerte drei Jahre und war mit einem Mann, der sich seine Dienste bezahlen ließ, wenn auch für einen Obolus. Er war nach außen hin hetero und im Stillen führten wir eine Sexbeziehung. Aus seinem Freundeskreis, geschweige denn der Familie, durfte niemand etwas davon erfahren. Wir trafen uns vor Kurzem wieder und er erteilte mir eine Abfuhr, als ich ihm sagte, das mit dem Bezahlen nicht mehr aufrechterhalten zu wollen. Ich merkte, dass es außer Sex keine Freundschaft war und das tat mir weh.

Es tut mir aber genauso weh, ihn gehen zu sehen, obwohl ich weiß, dass ich ihm nichts wert war. Ich hatte ihm immer wieder verziehen-die optische und erotische Anziehung war einfach enorm. Dennoch beginne ich, darunter zu leiden auf Männer zu stehen, die verachtend und berechnend sind. Sie haben für mich oft eine unheimliche Ausstrahlung.

Zuhause lebte ich in einer Familie, die oft zerstritten war. Auch wenn meine Eltern fast 25 Jahre verheiratet waren, kann ich mich nicht an längere Phasen der Ruhe erinnern. Mein Vater war sehr jähzornig und war gegenüber meiner Mutter verbal aggressiv. Er konnte sich da richtig reinsteigern. Sie fand am Ende genug Kraft, ihn vor die Tür zu setzen und konsequent zu bleiben.

Ich habe einige Male versucht, eine Selbsthilfegruppe "Freier" in Berlin zu finden, hätten Sie vielleicht auch hierfür einen Tipp?

Mit freundlichem Gruß

...

 

Hallo Herr ...,

was für einen Tipp suchen Sie?



Mit freundlichen Grüßen


Peter Thiel



 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Montag, 31. August 2015 12:07
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Neue Beziehung und kein Orgasmus

 

Hallo Herr Thiel,

ich (m, 39) bin seit drei Monaten mit einem 27-jährigen Mann zusammen. Es ist meine erste richtige Beziehung zu einem Mann, zuvor hatte ich 3 längere Beziehungen zu Frauen, habe aber jetzt mir eingestanden, dass ich wohl mehr auf Männer stehe. Wir haben Spaß im Bett, aber ich kann machen, was ich will, ich kann nicht kommen, auch wenn er mich oral oder mit der Hand "bearbeitet", ich bin erregt und bereit, aber im letzten Moment vor dem Orgasmus fällt "alles" in sich zusammen. Der altersunterschied ist kein Problem und er hat auch keine Probleme damit,d ass ich nicht kommen, aber mir gehr es langsam aber sicher an die Psyche.

Ich weiß nicht mehr weiter.

Mit freundlichen Grüßen und der großen Bitte um Rat.

 

 

 

 

Hallo Herr ... ,  

offenbar haben Sie ein Problem, sich "hinzugeben". Sie wollen also die Kontrolle behalten.  

Dafür wird es gute Gründe geben, Scham könnte es sein oder einfach eine Art Verweigerungshaltung.  

Das läuft parallel zu Ihrem sicher vorhandenen ehrlichen Wunsch, dass es doch klappen sollte.

 

Es käme hier also wohl darauf an, sich mit den bestehenden Ambivalenzen auseinanderzusetzen und für diese eine Lösung zu finden.  

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Samstag, 1. August 2015 15:37
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Homoneigung
 

 

Guten Tag,

ich hätte gerne eine Beratung zu folgendem Thema:  

Ich bin eigentlich heterosexuell; habe jedoch seit einiger Zeit homoerotische Fantasien. So hätte ich gerne aktiven Oralverkehr mit einem Mann.  

Ist dies ein zeitweise natürliches Verlangen? Ich möchte nicht homosexuell werden. Sollte ich jedoch dem Verlangen nachgeben? Ist Oralverkehr mit einem mann ungewöhnlich?

 

Vielen Dank vorab. 

 

Mit freundlichem Gruß

...

 

 

 

 

 

Sehr geehrter Herr ...,  

ob etwas ungewöhnlich ist, ist eine Frage der Anschauung.  

Vor hundert Jahren war es ungewöhnlich mit einem Flugzeug zu fliegen, heute ist es ungewöhnlich mit einer Rakete zu fliegen.

 

Gerne können Sie einen Beratungstermin vereinbaren.

...  

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ....

Gesendet: Dienstag, 9. Juli 2013 14:10

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Sexualberatung Bisexualität

Sehr geehrte Maennerberatung,

ich wende mich anonym an Sie um einen ehrlichen, offenen Ratschlag hinsichlich des Themas Sexualität zu bekommen. Ich versuche mich so kurz es geht zu fassen. Meine Situation: Ich bin ein junger Mann, der überlegt, ob er Bisexualität ausprobieren soll oder nicht. Da ich bisher nicht in Männer verliebt gewesen bin, würde mich daher nur das rein Sexuelle überhaupt daran interessieren. Ich würde soetwas also zum "ersten" Mal machen (mit einem Mann) und bin unerfahren. Ich frage mich aber rein moralisch gesehen, ob man soetwas rein um der Sexualität willen ausprobieren soll oder nicht ( weil sonst keine Liebe weiter in Spiel ist/sein soll zu diesem Mann). Also ob man mit jemanden eine nur rein sexuelle Beziehung führen soll oder nicht (ohne weitere Gefühle). Ich kenne aber in meiner sozialen Umgebung auch keinen bisexuellen Mann, wo ich sowas in Ruhe "einfachmalso" ausprobieren kann. So käme eigentlich nur das (Sex) "Dating" im Internet für mich in Frage (auf den entsprechenden Kontakt Seiten). Das Problem für mich ist hierbei, dass ich die Männer, die dort verkehren nicht kenne und ich nicht weiß, ob ich mich mit "wildfremden" Männern einfach intim verkehren kann bzw. möchte (auch aus gesundheitlicher Perspektive gesehen natürlich, obwohl alles nur mit "Schutz" ablaufen würde; ich hätte aber auch Angst vor möglichen Kriminellen, die sowas vielleicht ausnutzen wollen, wobei ich schon da aufpassen würde mich nicht mit zwielichtigen Personen zu treffen) . Andererseits gibt es einen gewissen Reiz auch für mich dabei, der das gern ausprobieren möchte (gewisse bisexuelle Praktiken). Es ist vielleicht eine "double- bind" Situation: Einerseits bereue ich es vielleicht später, es nicht ausprobiert zu haben, anderseits weiß ich nicht, ob ich es später bereuen würde, wenn ich wirklich mit mit einem fremden Mann sexuell verkehrt habe und dabei evtl. eine negative Erfahrung gemacht hätte (nach dem Motto, es war nicht so toll beim (ersten Mall), wie ich es mir vorgestellt habe). Für mich ist daher die "zentrale" Frage einfach, ob ich es machen soll oder ob ich darauf lieber verzichten sollte ( dann aber nicht weiß, ob ich nicht vielleicht eine positive sexuelle Erfahrung verpasst habe). Mich reizt das Ganze auch deshalb, weil ich es zuvor zum Testen mit Sexspielzeug erstmal ausprobiert habe und dabei auch mal eine sehr intenstive, positive Erfahrung gemacht habe... Deshalb frage ich mich, ob es "real" dann genauso gut wäre. Ich würde zudem keinen Menschen hierbei verletzen, da ich (zur Zeit) in keiner (heterosexuellen) Beziehung lebe. Da meine Familie jetzt erstmal verreist ist und ich noch zuhause wohne, böte sich natürlich die Möglichkeit an, es jetzt in Ruhe auszuprobieren (was wenn meine Familie zuhause ist, sich als schwieriger gestaltet). Nur weiß ich nicht, welche Auswirkungen für die Zukunft so etwas hätte. Über eine baldige Rückmeldung und einen offenen, ehrlichen Ratschlag wäre ich dankbar.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

lovelyboy (mein Nickname aus Gründen der Anonymität)

 

P.S: Ich hoffe, dass die Mail noch kurz genug ist. Aus Gründen der Komplexität konnte ich mich nicht kürzer fassen und hoffe deshalb auf Verständnis. Falls die E-Mail dennoch zu lang ist, hätte ich vielleicht auch Verständnis, wenn Sie diese Mail auf Grund der Länge nicht beantworten können oder wollen (oder nur mit einem Honorar).

 

 

 

Hallo Herr ... ,

ich würde sagen: es gibt nichts gutes, außer man tut es.

Wenn Ihnen homosexuelle Erfahrungen wichtig sind, warum nicht.

Kontaktaufbau über Internet dürfte ist nicht sonderlich schwierig sein. Seriöse Plattformen wird es sicher geben.

Ansonsten gilt sicher alles, was auch bei heterosexuellen Kontakten zu beachten ist. Also im richtigen Tempo mit den richtigen Menschen in Kontakt treten.

Einladungen nach Hause Ihrer Familie würde ich nur aussprechen, wenn ich hinreichendes Vertrauen zu der anderen Person habe. Schließlich haben die Familienmitglieder Anspruch darauf, dass nicht Hinz und Kunz in ihrer Wohnung sind.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Sonntag, 14. April 2013 22:58

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Frage

Hallo,

ich bin ein heterosexueller Mann, habe einmal vor 10 Jahren einen kurze Bekanntheit mit einem Freund gehabt, ohne zu intim zu werden. Nun ist mein verlangen nachhaltig in den letzten Jahren stärker geworden, es mit einem Mann zu versuchen, mich mit Ihm zu treffen, ich will es, ich stehe sehr auf softe Mann zu mann Geschichten, und was dazu gehört, nur traue ich mich nicht, wie kann ich meine Angst überwinden.?

Vielen Dank ....

 

 

 

 

 

Hallo ...,

Welcher Weg da der beste ist, weiß ich nicht. Vielleicht nehmen Sie mal an einer Gesprächsgruppe teil, die sich diesem Thema widmet. Erfahrungen und Ängste teilen, das kann ein guter Weg sein, Blockaden aufzulösen.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 18. März 2008 13:51

An: info@maennerberatung.de

Betreff: sex nach dem Seitensprung !!!

 

Hallo, ich wurde von meiner Freundin ( Sie 33 J. und ich 39 J.) nach 6 Monaten intensiver innigster Liebe , wie man es sich schöner (von beiden Seiten) nicht vorstellen könnte betrogen. Und zwar beim ersten mal als Sie alleine auf eine große Party mit Ihrer Freundin ging und dort eine Affäre aus der Zeit vor uns traf...als Sie am Morgen danach hein kam , hatte Sie dann auch Sex mit mir ohne sich vorher geduscht zu haben!

 Gebeichtet hat Sie mir Ihren Seitensprung dann 4 Wochen später , weil sich Ihre Freundin bei mir versprochen hat und die Freundin Ihr das geraten hat! Meine Frage...wie kann man nach einem Seitensprung mit mir , mit der Liebe Ihres Lebens gleich wieder Sex haben , wenn Sie quasi noch den Schwanz des "Anderen in Sich hat" ??

Sie sagte es hatte für Sie keine Bedeutung und Sie weis auch nicht wieso das passiert ist und das es nicht länger als 5 Minuten gedauert hat und das es Ihr danach so schlecht ging...bis zum Zusammenbruch !?

Meine Freundin liebt mich wirklich und sagt Sie hätte das zum Abschliessen irgendwie...gemacht...gebraucht...und versprach mir so was nie wieder zu tun ! Kann ich das glauben...???

 Danke für Ihre Antwort und viele Grüße ! Stefan PS:ich machte in dieser nacht auch noch Babysitting für Ihr Kind !

...

 

 

 

 

 

 

Hallo Herr ...,

eine sehr interessante Frage, die auch viele andere Männer interessieren dürfte.

Zum einen kann man man das ganz technisch betrachten und sagen, o.k. was ist passiert:

Eine Frau, die ich sehr mag, war bei einer Party und hat dort einen früheren Freund getroffen, mit dem sie aus unerfindlichen oder nachvollziehbaren Gründen Sex haben wollte. Vielleicht war sie - so wie eine läufige Hündin - in diesem Moment ganz heiß und wollte einfach den Schwanz diesen Mannes in sich spüren. Dabei mag sie auch an ihren festen Freund gedacht haben, von dem sie annehmen könnte, dass dieser das nicht gutheißen würde.

 

Man kann man dann, ganz technisch meinen. O.k. in dieser Vagina war vor kurzem noch der Schwanz eines fremden Mannes. Möglicherweise hat er in ihr ejakuliert oder auch nicht. Wenn der Mann kein Kondom benutzt hat, kann man vermuten, das noch eine gewisse Körperflüssigkeit des anderen Mannes in der Vagina der Frau ist oder zumindest einmal in ihr war. Vor dieser Tatsache stehen ja bekanntlich alle Männer, die mit einer Frau intim sind, die mal mit ein anderen Mann zusammen war. Das dürften heutzutage über die Hälfte aller Männer betreffen, denn welche Frau ist noch mit dem Mann zusammen, mit dem sie das erste Mal intim war.

Diese "serielle Monogamie" wird nun von den meisten Männern nicht weiter problematisiert. Die Tatsache, dass in der Vagina ihrer Partnerin vor einem halben Jahr oder noch länger der Schwanz eines anderen Mannes war, scheint die Männer im allgemeinen nicht zu beunruhigen, vielleicht weil sie in einer Art Spaltung eine Vergangenheit und eine Gegenwart annehmen, die nicht miteinander zusammenhängen, mithin der Schwanz des anderen Mannes eigentlich gar nicht in der Vagina der Frau gewesen sei.

Diese Fiktion wird nun meist um so schwieriger, um so kürzer der Zeitabstand zwischen einem sexuellen Kontakt der Frau mit dem einen und dem anderen Mann wird. Beträgt der Zeitabstand ein Jahr, so werden die meisten deutschen Männer das für ausreichend halten, beträgt der Abstand einen Monat, vielleicht nur noch ein drittel der deutschen Männer, beträgt der Abstand eine Woche, vielleicht noch 10 Prozent der deutschen Männer, beträgt der Abstand einen Tag, vielleicht nur noch ein Prozent der Männer. Und in einer Art Infinitesimalrechnung (eine Methode, eine Funktion auf beliebig kleinen, d. h. infinitesimalen Abschnitten widerspruchsfrei zu beschreiben) könnten wir den zeitlichen Abstand immer mehr verkleinern, bis wir bei einem Abstand von einer Minute wären, mithin die Vagina der Frau noch ganz warm vom Schwanz des anderen Manne wäre. Dies dürfte für die meisten Männer eine grauenhafte Vorstellung  sein. Ausnahmen gibt es allerdings nachweisbar, so etwa bei bisexuell orientieren Männer für die es geradezu ein Kick sein kann, wenn sie ihren Schwanz in eine Vagina stecken können in der soeben ein anderer Mann abgespritzt hat.

Entsprechende wissenschaftliche Befragungen, die das genauer belegen können, sind leider nicht bekannt. Die Bundesregierung gibt bekanntlich lieber Hunderte von Millionen Euro für die Raumfahrt aus, um auf dem Mars nach Leben zu suchen, als für die weit lebensbezogener Erforschung sexueller Einstellungen der Männer in Deutschland.

 

Sie fragen: "wie kann man nach einem Seitensprung mit mir , mit der Liebe Ihres Lebens gleich wieder Sex haben , wenn Sie quasi noch den Schwanz des "Anderen in Sich hat"

 

Nun, dass scheint für Ihre Freundin bei weitem nicht so ein großes Problem zu sein, wie es sich vielleicht für Sie darstellt. Die Vorstellung, dass in der Vagina in der Sie gerade Ihren Schwanz steckten, kurz vorher noch ein anderer war, man seinen Schwanz mithin vielleicht noch mit dem Sperma eines anderen Mannes in Berührung bringt, wird sicher die meisten Männer stark beunruhigen. Gleichzeitig hätten umgekehrt viele Männer wohl kein Problem damit, kurz nacheinander mit zwei Frauen zu vögeln, was nun wiederum den meisten Frauen nicht gefallen dürfte.

Letztendlich geht es wohl auch darum, dass beim Geschlechtsverkehr mit mehreren Teilnehmern in der Regel kein vorheriges Einvernehmen darüber erzielt wurde, wer hier mitmachen soll und wer nicht. Die Vorstellung oder Tatsache, man käme auf diese Weise als Mann ungefragt mit einem anderen Mann in eine indirekte Art sexuellen Kontakts (Kontakt des eigenen Schwanzes mit dem Sperma eines anderen Mannes), löst bei den meisten Männern sicher großes Unbehaben aus, denn man möchte selbst entscheiden mit wem man wie in körperlichen Kontakt tritt.

Die Problem wäre etwas minimiert, wenn der der vorherige Mann ein Kondom benutzt hätte, was ja eine relative starke körperliche Barriere zwischen seinem Schwanz und der Vagina der Frau schafft. Doch auch dies reicht vielen Männern nicht aus, zumal dann immer noch im Raume steht, dass der Mann und die Frau sich geküsst haben könnten oder sexuelle orale Kontakte gehabt hätten.

Die Gefahr einer Ansteckung mit dem HI-Virus oder diversen Geschlechtskrankheiten kommt noch hinzu, wenngleich sie auf der psychischen Ebene sicher nicht die Hauptgründe für die weit verbreitete Abneigung polygamer sexueller Kontakte sind.

 

Sie fragen mich nun, ob Sie Ihrer Freundin glauben können, dass sie "so was nie wieder" tun würde. Sie können ihr glauben oder auch nicht glauben. Wofür Sie sich entscheiden hat wahrscheinlich keinen Einfluss darauf, ob es wieder passieren wird oder nicht.

Glauben Sie ihr daher besser nicht, dann werden Sie wenigstens nicht enttäuscht werden, wenn sie es dennoch wieder tun sollte.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 3. August 2007 17:28

An: info@maennerberatung.de

Betreff: homosexualität

 

Liebe Männerberater,

ich bin jetzt 47 Jahre alt und werde seit drei Jahren mit Psychopharmaka wg. einer schweren Depression behandelt. Ich habe auch bereits seit mehr als 10 Jahren eine Therapeutenodyssee hinter mir... Ich bin völlig isoliert, habe keine Freunde, kann meine freiberufliche Tätigkeit nicht mehr ausüben, hatte noch nie eine Beziehung. Alle Beziehungsversuche scheiterten nach Monaten der Anbetung kläglich; meine sexuellen Kontakte kann ich an einer Hand abzählen.

Seit meiner Kindergartenzeit hat meine Mutter befürchtet, daß ich homosexuell würde und das dann auch mit Härte bekämpft. Ich wurde totalüberwacht (so wurden z.B. in meiner Pubertätszeit Toilettenschlüssel konfisziert, damit sie unversehens hereinplatzen konnte); meine Sachen wurden regelmäßig durchsucht, ich durfte meinen Vater nicht mehr umarmen etc.! Meine Mutter hat mir vorgeworfen wegen mir/meiner Homosexualität, einen Selbstmordversuch unternommen zu haben. Mein Vater warf mir die völlige Zerrüttung der Familie vor wg. meiner Homosexualität; zu Zeiten sprach er über Monate nicht mit mir usw. usf. - Ich kann die Widerwärtigkeiten nicht alle aufzählen! Mit 25 habe ich mich zum ersten Mal in einen Mann verliebt - anderthalb Jahre lang habe ich ihn bewundert, umsorgt etc. - aber ich durfte ihn noch nicht einmal anfassen, so sehr ich mich auch danach gesehnt habe. Das ganze endete mit zwei Selbstmordversuchen. Vor zehn Jahren verliebte ich mich zum letzten Mal in einen Arbeitskollegen.

n, der mich aber wieder ein Jahr auf Distanz hielt, bis ich erneut seelisch am Ende war. Seitdem habe ich mich immer weiter zurückgezogen, konnte berufliche Chancen nicht ergreifen - das endete schließlich in der aktuellen Depression. Obwohl meine Mutter seit 1997 tot ist, sie starb völlig unvermutet, kippte einfach um (es war wohl ihre Verzweifelung darüber, daß ich mich damals bereits zwei Jahre von ihr zurückgezogen hatte und in eine andere Stadt gezogen war), ist sie ständig präsent. Die Scham und Schuldgefühle überwältigen mich. Inzwischen weiß ich, daß mein noch lebender Vater wohl homosexuell ist, es aber unter ihrer Fuchtel nie ausgelebt hat. Ich war der Schauplatz und die Kampfarena ihrer Ängste. Ich sehe überhaupt keine Zukunft mehr für mich - ich bin beruflich und privat am Ende. In meinem ganzen Leben bin ich noch nie umarmt worden - und habe auch keine Hoffnung mehr...

Gibt es überhaupt noch eine Wendung?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen 

...

 

 

 

 

 

Hallo Herr ... ,

 

eine Wende gibt es immer - wenn Sie diese wollen.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Samstag, 24. März 2007 10:09

An: info@maennerberatung.de

Betreff: (Kein Thema)

 

Hallo,

ich bin 34 Jahre und hatte noch nie Geschlechtsverkehr mit einer Frau. Ansonsten habe ich von Pubertät auf nur Interesse an Frauen gezeigt, habe mich in Sie verliebt, sexuelle Phantasien immer nur auf Frauen betreffend und dementsprechende Erektionen gehabt. Die Sehnsucht nach einer Beziehung mit einer Frau ist immer dementsprechend gross gewesen. Irgendwann habe ich vor 5 Jahren meine "grosse" Liebe (Frau) kennengelernt, die jedoch nichts von mir wissen wollte. Seit 3-4 Jahren habe ich mich dann von Frauen aus vielleicht Resignation abgekapselt, vielleicht auch aus Angst, "nie etwas abzubekommen". Gleichzeitig hatte ich immer mehr Angst oder Druck verspürt vorm ersten Mal mit einer Frau (auch aufgrund des Alters) und ich hatte auch Angst, da keine evtl. ausreichende Erektion zu bekommen. Hatte mit 30 einen Masturbationsunfall mit großer Angst, nicht mehr ausreichend zu können, aber dann eher wahrscheinlich unbegründet, doch die erste Angst, keine Erektionen bei Frauen zu bekommen war dann da. Tägliche Masturbation in den letzten Jahren auf heterosexuelle Phantasien haben mich zuletzt dann irgendwann auch nicht mehr befriedigt und Erektionen wurden immer schwieriger.

Vor 2 Monaten gefiel mir mal wieder so richtig keine Frau und mir fielen aber auch attraktive Männer auf, vielleicht aus Langeweile oder aus was auch immer. Von dem Moment fragte ich mich: "Bin ich evtl. homosexuell?". Eigentlich habe ich auf den Gedanken an Männern bis dahin und auch die darauffolgenden 4 Wochen keinerlei sexuelle Phantasien oder Erektionen gehabt. Doch danach fragte ich mich dann zwanghaft rund um die Uhr: "Findest Du Männer attraktiv? Bin ich homosexuell?". Dies hat sich dann aus Angst davor zu einem dauerhaften Zwangsgedanken eingestellt. Da ich es mir selbst beweisen wollte, dass das eigentlich aus meiner Lebensgeschichte nicht sein konnte, ging ich 4 Wochen später zu einem für mich attraktiven Mann, um zu testen, wie ich reagiere. In diesem sekundenbruchhaften Moment der Konfrontation (ich lief nur an ihm vorbei) bekam ich auf einmal einen unheimlichen Schreck bzw. extreme Panik, nicht mehr und nicht weniger. In dem Moment des Schreckens oder des Panikgefühls war für mich klar: "Ich bin homosexuell". Im Grunde genommen eigentlich auch noch kein Beweis für, aber für mich war es in diesem Moment klar. Diese Panik hatte ich danach im übrigen bei allen für mich attrativen Männern (Herzrasen, Beklemmung, Unwohlsein, kein Hungergefühl, etc).

Seitdem habe ich den Zwangsgedanken rund um die Uhr: "Ich bin homosexuell geworden". Aus Angst körperlich mit Erektionen zu reagieren, reagierte ich natürlich kurz nach der Aufwachphase an den Gedanken (eigentlich nur die Worte) an Sex mit Männern oder auf das Wort homosexuell, teilweise auch tagsüber mit ganz leichten Erektionsanflügen. Auf homoerotische, sexuelle Praktiken oder Ähnliches reagiere ich ansonsten überhaupt nicht und kann Sie mir mit mir als Person einfach auch nicht vorstellen. Das finde ich halt unerotisch.

Ich finde selbst keinen Ausweg mehr und kann mir das alles nicht erklären, weil ich im Grunde genommen sexuelle Beziehungen mit Männern nicht wirklich erotisch finde. Ich kann mir auch dabei nichts abgewinnen, Sex mit einem Mann zu haben, teilweise finde ich´s halt extrem unerotisch/widerlich (Entschuldigung). Dies käme für mich nie in Frage, da ich mich hier einfach bei dem Gedanken nicht wohl fühle. Ich hätte eher das Gefühl, was machen zu müssen, was ich nie wollte und auch nie will.

Mein grösster Wunsch bleibt immer noch eine sexuelle Beziehung mit einer Frau, nur da reagiere ich derzeit (wie auch in den letzten Jahren der Zurückgezogenheit) überhaupt nicht mehr (Frust?), jedoch auf den Gedanken bzw. nur auf die Schlüsselwörter Sex mit Männern/Homosexualität (aber halt ohne die Praktiken) schon. Beim Masturbieren denke ich dann bei einer abgeschlossenen Erektion dann auch eher an Sex mit Frauen, weil es genau das ist, was ich wünsche und auch immer wollte und will!

Ich habe nun einfach Angst, dass ich auf der einen Seite nur auf die Worte "Sex mit Männern" reagiere, dies aber auf keinen Fall praktisch umsetzen möchte, weil ich nicht wirklich bzw. keinerlei Interessen dazu habe. Und auf der anderen Seite blockiert mich dies geistig und körperlich bei den Gedanken an Sex mit Frauen total.

Was soll ich tun? Ich kann mir eine erotische Beziehung zu einem Mann einfach nicht vorstellen und möchte auch mein Leben mit einem Mann auf gar keinen Fall teilen. Ebenso kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, mich in einen Mann zu verlieben! Ich habe seitdem keine ruhige Nacht mehr und schlafe nur noch bedingt gut.

Hat sich dies aufgrund der entstandenen Angst und der Befürchtugnen jetzt einfach manifestiert und ich reagiere körperlich darauf? Bin ich einfach zu frustriert/resigniert in Bezug auf Frauen? Man wird doch nicht so einfach homosexuell von einem Tag zum Anderen, weil vorher war ja nie was da! Ich komme mir hier vor wie die Jungfrau zum Kinde gekommen ist, keinerlei Wünsche ob sexuell oder was auch immer in Bezug auf Männer und doch diese Reaktionen des Körpers darauf. Das macht mich total fertig.

Was sagen Sie dazu? Was ist nur los mit mir? Ich bin ziemlich verzweifelt!

Vielen Dank im Voraus und freundliche Grüße und bitte sagen Sie nicht: "Probieren Sie´s einfach mit Männern aus", weil das genau das ist, wovon ich davonlaufen könnte...! Ich war ansonsten immer eine lebensfrohe Person, davon ist nichts mehr übrig geblieben. Abgenommen habe ich seitdem 10 Kilo.

 

 

 

Hallo Herr ...,

ich meine, Sie sind nun schon 34 Jahre, sie sollten einfach aufhören in Ihrem Alter überhaupt an Sex zu denken, egal ob mir Frauen oder Männern.

Es gibt auch noch andere wichtige Dinge im Leben, Erfolg im Beruf, Reisen, gute Freunde und Freundinnen, Spiritualität, gute Literatur und vieles andere mehr.

 

Das Grübeln bringt Sie jedenfalls nicht weiter, auch wenn Sie es sich vielleicht inzwischen zum Lebenssinn gemacht haben.

 

Vielleicht nehmen Sie einfach mal Kontakt mit einem Mönchsorden auf und beschäftigen sich dort mehr mit Gott als mit den Versuchungen weiblichen oder männlichen Fleisches.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ....

Gesendet: Samstag, 24. März 2007 18:55

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Re: AW: (Kein Thema)

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

natürlich dreht sich im Leben nicht alles um Sex. Nur belastet das Problem mich zusehens. Man hat natürlich Wünsche und Hoffnungen in Bezug auf Frau, Familie usw. Das ist doch im Leben auch wichtig. Nur wenn man das für mich große Ziel aus welchen Gründen auch immer, nicht erreicht hat, dann kommen einem halt Zweifel.

Vielleicht konkreter gefragt: Ist es möglich, dass aus der beschriebenen Angst-/Panik-situation und der daraus von mir selbst geschlussfolgerten, eventuellen grossen Einbildung der Homosexualität die auch beschriebenen Körperreaktionen (Erektionen, Angstzustände) eintreten können, obwohl man eigentlich nicht homosexuell veranlagt ist? Man kann doch nicht 20 Jahre heterosexuell veranlagt sein, sich in Frauen verlieben und begehren und dann quasi von einem Tag zum Nächsten homosexuell sein? Da hätte ich doch schon weit früher was merken müssen. Ich bitte um eine ehrliche Meinung.

Vielen Dank im Voraus.

 

Freundliche Grüße

 

 

 

 

 

 

Hallo Herr ...,

 

Sie sollten vielleicht Ihre Ziele etwas tiefer hängen, sonst setzen Sie sich zu sehr unter Leistungsdruck.

Versuchen Sie es einfach mal ohne die hehren Ziele Frau und Familie. Jedes Jahr werden über 100.000 Ehen geschieden, hinzu kommen Hundertausende Trennungen nicht verheirateter Paare. Seien Sie froh, dass Sie da auf Grund ihres Singlelebens nicht dazu gehören können.

 

 

Sie sind weder homosexuell noch heterosexuell veranlagt. Die fixe Idee einer Veranlagung haben sich Leute ausgedacht, die keine Verantwortung für ihr Leben übernehmen wollen, so etwa:

Ich bin kriminell veranlagt.

Ich habe eine Suchtveranlagung.

Ich bin homosexuell veranlagt.

Ich bin heterosexuell veranlagt.

 

 

 

Wenn Sie solche Ausreden brauchen, um in Ihrem Leben nichts zu verändern, suchen Sie sich einfach die passende aus.

 

Oder um mit Brecht zu sprechen:

 

Neulich sah ich ein Haus. Es brannte. Am Dache

Leckte die Flamme. Ich ging hinein und bemerkte

Daß noch Menschen drin waren. Ich trat in die Tür

und rief ihnen zu, daß Feuer im Dach sei, sie also

auffordernd schnell hinauszugehen. Aber die Leute

Schienen nicht eilig. Einer fragte mich

Während ihm schon die Hitze die Braue versengte

Wie es draußen denn sei, ob es auch nicht regne,

Ob nicht Wind gehe, ob da ein anderes Haus sei

Und so noch einiges. Ohne zu antworten,

Ging ich wieder hinaus. Diese, dachte ich,

Müssen verbrennen, bevor sie aufhören zu fragen.

Wirklich, Freunde, wem der Boden noch nicht

So heiß ist, daß er ihn lieber mit jedem andern

Vertauschte, als daß er dabliebe,

Dem habe ich nichts zu sagen. ...

 

 

Bert Brecht; Gleichnis des Buddha vom brennenden Haus

 

 

 

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Sonntag, 25. März 2007 20:34

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Re: AW: AW: (Kein Thema)

 

Hallo Herr Thiel,

ich glaube, dass ich einigermassen verstanden habe, was Sie damit sagen wollen....

 

Vielen Dank und freundliche Grüße

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 16. März 2007 23:39

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Problem mit Homosexualität

 

Hallo,

ich habe eine Frage und hoffe, dass Sie mir entgegenkommen können. Ich habe auf Ihrer Website http://www.maennerberatung.de/homosexualitaet.htm einige Mails von Beratungsuchenden gelesen, darunter eine von einem 19-jährigen jungen Mann (Gesendet: Mittwoch, 7. Juni 2006 22:22, fängt an mit: "Hallo, Ich bin 19 Jahre alt und vermutlich homosexuell.(...)" und hört auf mit "(...)Wäre es hilfreich eine Person meines Vertrauens in mein Problem einzuweihen? Danke im Voraus. mfg"). Ich identifiziere mich sehr stark mit ihm und möchte fragen, ob es rein theoretisch möglich wäre, einen Kontakt zu ihm herzustellen - natürlich in seinem Einverständnis.

Sollte dies nicht möglich sein, würde ich das sehr bedauern, und möchte Sie daher noch fragen: An wen soll ich mich wenden, wenn ich mit meinen homosexuellen Gefühlen nicht klarkomme und absolut keine Chance mehr auf ein glückliches Leben sehe, wenn meine homosexuellen Gefühle immer mehr überwiegen sollten? Ich habe so viel aus Ihren Antworten rausgelesen, dass Sie kein Verfechter von Therapien sind und eher befürworten, homosexuelles Interesse so zu lassen, wie es eben ist. Dennoch würde ich mich über eine Antwort von Ihnen freuen, in Bezug darauf, wo ich selbst ansetzen könnte, wenn ich es nicht dabei belassen will.

Mit freundlichen Grüßen,

 

 

 

 

 

Hallo ... .

 

möglich wäre eine Weiterleitung Ihrer Mail an den Betreffenden schon, doch wir machen das nicht, weil wir darin keinen großen Sinn sehen.

 

Ich empfehle Ihnen statt dessen, ein ergebnisoffenes Gespräch mit einem kompetenten Berater oder Therapeut, wo Sie sich mit dem Thema auseinandersetzen und schließlich eine gute Lösung finden können.

 

..

 

 

 

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 15. Februar 2007 16:51

An: info@maennerberatung.de

Betreff:

 

Hallo,

Ich bin 41 Jahr, seit 17 Jahren verheiratet und habe 2 Kinder.

Ich habe festgestellt, das ich in den letzten Jahren mich immer häufiger selbst befriedige. Seit langer Zeit verspüre ich dabei immer wieder den Wunschgedanken mit einem Mann zu schlafen. Zeitweise wird dieser Wunschgedanke mit vielen Phantasien und Träume sehr intensiv.

Dabei stelle ich mir immer wieder selbst die Frage ob man mit der Zeit schwul werden kann. Ich dachte immer diese Neigung sei gentechnisch bedingt.

Ich mache mir in letzter Zeit viele Gedanken darüber, kann mir diese Frage nicht selbst beantworten und bin sehr beunruhigt.

In früheren Jahren währe ich niemals auf den Gedanken gekommen mit einem Mann schlafen zu wollen.

Vielleicht können Sie mir diese Frage beantworten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hallo Herr ...,

Sie können nicht "schwul" werden, weil es "schwul sein" gar nicht gibt. Sie können aber Interesse an sexuellen Kontakten mit einem Mann entwickeln und möglicherweise auch umsetzen. Daran wäre nichts schlimmes, es sei denn, Sie wohnen auf dem Lande in Oberbayern oder der andere Mann hätte Aids. Aber Aids kann heutzutage auch eine Frau haben, von daher sind heterosexuelle Kontakte nicht automatisch sicherer.

Der Vorteil bei einem homosexuellen Kontakt ist, dass der männliche Partner im Gegensatz zu einer Frau mit Sicherheit nicht schwanger werden kann. Das spart im Einzelfall ca. 50.000 Euro Unterhaltszahlungen an ein ungewolltes Kind. Tausende von Männern in Deutschland, die unfreiwillig Vater geworden sind, würden sich wahrscheinlich freuen, wenn sie sich homosexuell statt heterosexuell betätigt hätten.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 6. Februar 2007 14:57

An: info@maennerberatung.de

Betreff: H

 

Hallo!

Ich würde gerne meine homosexuelle Veranlagung überwinden. Können Sie mir eine Anlaufstelle aus meiner Umgebung (Psychiater o.ä.) nennen? Danke vorab.

...

 

 

 

 

 

Hallo ... ,

 

1. Woher wollen Sie wissen, ob Sie eine "homosexuelle Veranlagung" haben? Was verstehen Sie überhaupt unter "homosexuelle Veranlagung".

Nach meiner Überzeugung gibt es keine "homosexuelle Veranlagung", sondern nur ein homosexuelles Interesse. Wobei ich mich allerdings frage, warum dass überwunden werden sollte. Homosexualität ist weder strafbar noch gefährlich, warum also ein Interesse an einer "Überwindung". Und wenn man es "überwunden" hätte, was wäre dann? Ist mann dann asexuell oder heterosexuell oder gar pädosexuell?

Was von den zur Verfügung stehenden Sexualitäten hätten Sie denn gerne?

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von:

Gesendet: Donnerstag, 8. Februar 2007 12:16

An: Männerberatung

Betreff: Re: H

 

 

Hallo und einen schönen guten Tag Herr Thiel!

Danke für die rasche Antwort.

Wenn ich es mir aussuchen könnte, wäre ich gerne hetero!

Ich habe drei Jahre mit einer Frau zusammengelebt, wobei mir Sex nicht viel Spaß gemacht hat.

Ab und zu gehe ich in Pornokinos und habe Sex mit Männern. Das würde ich gerne abstellen können. Sex mir einem Menschen den man liebt und mit dem man zusammen leben möchte wäre für mich erstrebenswert.

Im übrigen bin ich .. und 40 Jahre alt. Auch mir einem heterosexuellen Hintergrund wäre es für mich einfacher.

Falls es überhaupt eine Änderung der sexuellen Orientierung gibt, gibt es Hilfe bei einem Psychiater oder Psychologen?

Danke vorab

...

 

 

 

 

 

Hallo ... ,

 

Sie schreiben: "Sex mir einem Menschen den man liebt und mit dem man zusammen leben möchte wäre für mich erstrebenswert."

 

Wenn es so ist, wie Sie schreiben, dann geht es also erst einmal darum, dass Sie einen Menschen finden, den Sie lieben können. Ob das eine Frau oder ein Mann ist, scheint mir da zweitrangig. Wenn Sie den Menschen lieben, dann lieben Sie ihn eben so wie er oder sie ist.

Die Frau mit der Sie zusammengelebt haben, haben Sie nicht geliebt und umgekehrt vielleicht auch, da ist es dann auch kein Wunder, wenn sie beide keinen schönen Sex miteinander hatten.

 

Sie brauchen Ihre Zeit nicht damit verschwenden, krampfhaft zu versuchen, bestehende homosexuelle Interessen zu bekämpfen, sondern könnten sich statt dessen darum kümmern, einen Menschen lieben zu lernen, dass kann auch eine Frau sein.

 

Ändern können Sie sich jeden Tag, Sie müssen es nur wollen und dann auch richtig anpacken. Dies trifft auch auf die Sexualität zu. Das Gerede von der festgelegten Sexualität ist bloße Behauptung oder Aberglauben und dient lediglich der Verhinderung von Veränderungen, da diese Angst hervorrufen.

 

Ein Änderungswunsch, der aber nicht aus dem eigenen Herzen kommt, sondern lediglich die Erwartungen anderen Menschen bedienen soll, ist allerdings zum Scheitern verurteilt, denn Liebe ist nichts was man erzwingen kann, sondern etwas was man nur aus sich heraus wachsen lassen kann.

 

Wer sich im Einklang mit seinen eigenen noch latenten Interessen ändern will, findet dafür auch Unterstützung. Ob da allerdings ein durchschnittlicher Psychiater oder Psychologe der geeignete Ansprechpartner ist, wage ich zu bezweifeln. Sie würden ja sicherlich auch nicht zum Bäcker gehen, wenn Sie Schrauben kaufen wollen.

 

 

...

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Montag, 12. Februar 2007 13:51

An: Männerberatung

Betreff: Re: H

 

 

Hallo Peter!

Sie sind schlimmer als ein Jurist! Hinterfragen jedes Wort des anderen und und stellen dabei die passende Verbindungen und Zusammenhänge her.

Gerne würde ich Ihre Meinung näher wissen. Berlin und Pfalz ist aber doch zu weit von einander entfernt.

Es macht mir Mut zu Wissen, dass Homosexualität nicht unabänderbar festgelegt ist.

Mein Änderungswunsch entspricht auch meinem Herzenswunsch, zumal ich wieder regelmäßig Kontakt zu meiner Ex-Lebensgefährtin habe. Obwohl ich Sie Liebe, ist der Wunsch nach Sex mit ihr eher klein, was ich gerne ändern würde. Sie gehen davon aus, dass Sex parallel mit der Liebe einher geht. Kann ich so noch nicht nachvollziehen.

Ich habe mich auf den von ihnen empfohlenen Seiten sachkundig gemacht. Könnten Sie mir vielleicht etwas gezielter helfen ... .

...

Danke vorab und bis dahin.

 

 

 

 

 

 

Hallo ... ,

Sie schreiben: Sie sind schlimmer als ein Jurist!

 

Das nehme ich als Kompliment, würde es aber umformulieren in:

Sie sind besser als ein Jurist!

 

 

Wenn Sie den Herzenswunsch haben, einer Frau sexuell zu begegnen, warum sollte das dann nicht auch passieren, so prüde und asexuell wie man nach dem regelmäßigem Lesen der Zeitschrift "Emma" oder des "Oberbayerischen Tageblattes" meinen könnte, sind Frauen ja häufig gar nicht.

Wenn Sie darüber hinaus auch noch homosexuelle Kontakte oder Interessen haben, so ist das ja nicht verboten und bedarf keiner Bekämpfung, denn warum sollten Sie etwas bekämpfen, was ihr Interesse findet? Schließlich sind ja homosexuelle Kontakte unter Männern nicht mehr strafrechtlich bedroht und durch den medizinisch-industriellen Komplex und die angelagerte psychiatrische Industrie werden homosexuelle Kontakte zwecks Erziehung hoher Profitraten nicht mehr wie früher pathologisiert.

 

Es kann nun allerdings so sein, dass Sie Ihre Frau zwar lieben, doch nicht mit jeden, den man liebt möchte man auch sexuelle Kontakte haben. Wenn das so wäre, dann würden alle Eltern mit ihren Kindern sexuelle Kontakte haben, doch wir wissen, dass dies nur bei relativ wenigen Eltern der Fall ist.

 

 

 

Sex kann man natürlich auch mit Menschen haben, die man nicht liebt. So z.B. bei einer Vergewaltigung einer Frau durch einen Mann oder auch umgekehrt.

Ich meine aber, Sex der beide Sexualpartner erfüllt und befriedigt, ist von Liebe getragen.

Von daher kann man sich aussuchen, welchen Sex man haben möchte, einstig oder beiderseitig getragenen. Anstrengenden Sex oder erfüllten und lustvollen Sex. Selbstbefriedigung oder beiderseitiges Liebesspiel.

 

...

 

 

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 24. November 2006 14:54

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Beratungsfrage

 

Hallo Herr Thiel,

mich beschäftigt schön länger eine Frage, über die ich noch mit niemandem geredet habe und die mir Energie raubt. ... 

Ich lebe in einer glücklichen Hetero Beziehung, an der ich auch nichts ändern möchte. Sexuell fühle ich mich aber auch stark zu Männern hin gezogen.

Nun gehe ich seit einigen Jahren ab und zu (im Durschschnitt 1 bis 2 mal pro Monat) in Sexkinos, wo sich auch selten eine erotische Begegnung mit einem Mann ergeben hat. Allerdings sind diese seltenen Begegnungen zwar lustvoll, aber auch sehr distanziert, weil ich große Angst vor Ansteckung habe, inbesonders in dieser Szene. So verzichte ich auf Küssen und jegliche intime Berührung geschieht nur mit Kondom. Neben dem unschönen Ambiente von solchen Kinos und meistens plumpen und aufdringlichen Anmachen von unattraktiven Typen entspricht dies aber so garnicht meinen Wünschen, die ich gerne mit einem Mann ausleben würde. Weil diese Besuche in Summe also immer frustrierend sind, nehme ich mir immer wieder vor, sie sein zu lassen. Allerdings siegt die Lust dann doch wieder über die Vorsätze.

Dieser nun schon einige Jahre andauernde Kreislauf nervt mich immer mehr. Es gab in letzter Zeit auch schon mehrmonatige Pausen, in denen ich gut verzichten konnte und ich dachte schon, dass das Thema erledigt wäre. Aber in den letzten Wochen habe ich mal wieder Kinos besucht, was wiederum einerseits frustrierende Erlebnisse waren aber andererseits auch meine Phantasie wieder stimuliert haben. So fällt es mir gerade schwer, das Thema los zu lassen. Andererseits möchte ich mich auf die wesentlichen Dinge in meinem Leben konzentrieren und diese momentan nicht umsetzbaren Phantasien zur Seite legen können. Ich würde sie gerne bis zu einem Zeitpunkt vergessen, wo sich eben "zufällig" eine erotische und lustvolle Begegnung mit einem Mann ergibt. Haben Sie einen Tipp für mich?

Vielen Dank und viele Grüße

...

 

 

 

 

Hallo Herr ... ,

 

ich würde meinen, dass Sie Ihr Interesse an sexuellen Kontakten mit Männern erstens, wenn möglich, mit Ihrer Frau besprechen sollten.

Zweitens würde ich Ihnen dann zu einer Kontaktanzeige in einer seriösen Zeitschrift, Internet, etc. raten. Mit Kontakt über Postfach oder einer eigens angelegten Mailadresse.

 

Da können Sie dann in aller Ruhe gucken, was das für ein Kontaktangebot ist, dass Sie da bekommen.

 

In größeren Städten gibt es auch seriöse Treffpunkte für homosexuell interessierte Männer, so in Berlin z.B.

 

Berlins schwules Info- und Beratungszentrum - www.mann-o-meter.de

Das könnte auch ein passender Rahmen sein, auf eine seriöse Art andere Männer kennen zu lernen.

 

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Mittwoch, 7. Juni 2006 22:22

An: info@maennerberatung.de

Betreff: <kein Betreff>

 

Hallo,

Ich bin 19 Jahre alt und vermutlich homosexuell. Will dies wegen meiner Religiosität, etc. nicht sein. mein Ziel war es immer eine eigene Familie zu gründen. Im Internet habe ich einige Artikel über Homosexualität gelesen, in denen behauptet wurde, dass Homosexualität therapiert werden kann. Meine Frage ist, ob dies wirklich möglich ist?

Der Psychologe Aardweg führt die Homosexualität auf die Erziehung zurück. Dieser Meinung bin ich persönlich auch. Im Grunde genommen wurde ich von meiner Mutter und meinen Schwestern erzogen. Eine männliche Bezugsperson hatte ich nie. Demnach war der größte Teil meiner Spielsachen für Mädchen gedacht. Hinzu kommt, dass meine Mutter einen Hang zur Diktatur hat und männliche Personen gerne unterdrückt. D.h. alles Anzeichen, die von Aardwegen Recht zu sprechen. So bin ich auch nicht grad eine Person mit großem Selbstbewusstsein. Aufgrund meiner Homosexualität habe ich auch starke Depressionen und Selbstmordgedanken. Da ich das Leben aber eigentlich leben möchte und eben durch die Internetbeiträge zum Thema Therapie wieder etwas Hoffnung geschöpft habe möchte ich sie zu einer Stellungsnahme bitten.

Gibt es in Deutschland, ... Psychiater bzw. Psychoanalytiker, die sich auf dieses Gebiet spezialisiert haben?

Wäre es hilfreich eine Person meines Vertrauens in mein Problem einzuweihen?

Danke im Voraus.

mfg

...

 

 

 

 

Hallo ... ,

ich würde Ihr homosexuelles Interesse nicht wegtherapieren wollen, sondern empfehlen, sich mit dem Thema Frauen auseinander zusetzen.

Gut möglich, dass sich dabei auch Ihr sexuelles Interesse an Frauen entwickelt. Möglicherweise wird dann Ihr homosexuelles Interesse geringer. Wenn nicht, ist es auch nicht schlimm, Sie können sich ja auch für beide Geschlechter interessieren.

Und wenn Sie nun gar kein sexuelles Interesse an Frauen entwickeln, geht die Welt auch nicht unter. Bekanntlich haben die katholischen Priester in der Regel auch keine sexuellen Kontakte zu Frauen, ohne dass es ihnen dabei ausgesprochen schlecht gehen soll.

Wenn Sie jemanden haben, dem Sie sich persönlich anvertrauen wollen, können Sie das sicher tun. Wenn Sie aber niemandem vertrauen, dann können Sie es auch bleiben lassen. Man muss ja den Leuten nicht alles erzählen, manche können mit solchen privaten Informationen nichts anfangen und reagieren ausgesprochen komisch, dass muss man sich ja nicht unbedingt antun.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ....

Gesendet: Freitag, 5. Mai 2006 17:55

An: info@maennerberatung.de

Betreff: 7 Fragen zur Sexualität

 

Hallo, Herr Thiel,

Ihre Antworten auf Ihrer Website haben Vertrauen in mir geweckt, auch wenn ich weiblich bin. Ich benötige Ihre Meinung, auch wenn sie nur in Stichpunkten ist, es geht um Ihre Gedanken.

Ich bin 27, meine Eltern hatten ihre Scheidung, als ich 4 war, ich habe früh meine Mutter verloren (Krebs), nie meinen Vater gehabt, da der später nur Augen für seine zweite Frau hatte. Durch meine Jugendamtskarriere hatte ich ständig therapeutische Betreuung (4 Jahre lang).

Das hilft alles nix, ich habe schwierige sexuelle Probleme und drehe mich im Kreis.

Ich habe seit 3 Jahren einen Freund (auch 27). Dieser war drogenabhängig, verkaufte auch Drogen und sitzt deshalb seit 4 Monaten in U-Haft.

Er hat mich wie seine Familie belogen, und zwar wegen des Drogenkonsums, nicht des Verkaufens. Das Vertrauen ist deswegen kaputt.

Vor 5 bis 6 Jahren war er zwei- oder dreimal im Bordell, einmal davon musste er sich über die hüpfenden Titten der Dame totlachen, so dass keine Erotisierung mehr da war, er die Hälfte bezahlen musste, und gehen musste.

Das fand ich damals nicht schlimm, doch seitdem die Lügen wegen der Drogen rauskamen, und das mehrfach, ist das Vertrauen kaputt.

Für ihn schrecklich, denn ich machte ihn bis zu seiner Festnahme immer krasser fertig, er gehe ins Bordell hinter meinem Rücken. Ich schreie ihn an, in dem Moment kommt mir die Vision, er würde mich auch belügen, ich stelle mir vor, wie er sich an anderen Frauen aufgeilt, und dann kriegt er es ab. Diese Vorstellungen begannen einfach so bei mir, und wurden immer schlimmer.

Er selbst ist von der Treue in einer Beziehung überzeugt, vertritt auch vehement, dass seine Eltern niemals fremdgehen würden, vor allem sein Vater nicht. Nachforschungen meinerseits haben ergeben, dass er auch hinter meinem Rücken mit Mädchen oder Frauen nix zu tun hat, kein sexuelles Hinterhergucken, keine Unterhaltungen in der Disko, etc. Die meisten Männer schauen hübschen Frauen auf der Straße hinterher. Er nicht. Sein Vater übrigens auch nicht.

Trotzdem:

Seit den Lügen mit den Drogen unterstelle ich ihm auch, er würde in seinen Träumen an andere Frauen denken, und dann kommen. Ich mache ihn radikal fertig damit, schreie ihm das sogar auf offener Straße nach.

In Verhöre habe ich ihn gestellt, er blieb immer gleich, er würde sich immer auf meinen Körper in seinen Träumen beziehen. Von Pornos auch keine Spur, nach der Schule sehe ich sofort, er hatte immer nur unter Zeugen

Internetzugriff.

2) Jetzt kommt der Witz: ich als Frau stehe auf weiblich besonders große Brüste. Ich schaue sie mir ständig im Internet an. Mit meinem Freund kam ich nie, zu den Bildern sofort. Er weiß, dass ich bei ihm nie komme, da ich auf irgendetwas anderes stehe. Schließe ich von mir auf ihn (Heimlichkeit)?

3) Ich komme teilweise, wenn ich mir vorstelle, dass er sich an anderen Frauen aufgeilt. Wieso der Gegensatz, dass ich Schmerzen habe, wenn ich sonst daran denke? Wie komme ich davon weg?

4) Wir haben eine besondere Sexualität. Nur ist es selten, da ich ja nie komme, er möchte aber ständig. Ich onaniere immer heimlich zu weiblichen Brüsten. Er möchte, dass ich mit ihm komme, er denkt, er könne mich nicht befriedigen. Logisch, aber was mache ich nur?

5) Noch eine Frage, da ich ja so ein Pornografiefan bin: mein Freund sagte, er hätte bei Kollegen mal Pornos gesehen, allerdings ging es eher um Einzelszenen, über die hinterher in der Gruppe diskutiert wurden. Da ich ihm vorwerfe, er würde heimlich Pornos ausleihen (von Kollegen), äußerte er sich, dass wahrscheinlich jeder Mann geil wird, wenn er ein Pornobild vor sich hat mit einer Frau, die sich irgendetwas reinschiebt. Pornos seien aber nicht seine Art und Weise und Welt.

Frage an Sie: kann diese Antwort möglich und wahr sein? Kann es theoretisch sein, dass ein Mann lieber onaniert, wenn er sich seine Freundin intim vorstellt, statt mit Pornobildern anderer Frauen? So lautet seine Aussage.

6) Selbst beim Fernsehen mit ihm sterbe ich vor seelischem Schmerz: wissen Sie, mich erregen Brüste und Frauen, wenn ich ständig erregt bin, denke ich, dass er jetzt auch erregt sein muss, und bin eifersüchtig, schmeiße ihn dann plötzlich raus! Wie bekomme ich meine Emotionen unter Kontrolle?

7) Jetzt ist er im Gefängnis, ich habe Angst, dass er sich von den anderen Pornos ausleiht. Jetzt leide ich wieder. Gibt es auch Männer, die darauf verzichten?

 

Das erste Mal habe ich mich über meine sexuellen Begierden geäußert.

Ich würde mich sehr über gute Inspirationen Ihrerseits freuen.

...

 

 

 

 

 

Hallo ... ,

auf die vielen von Ihnen genannten Punkte kann ich in der Kürze nicht eingehen.

 

Vielleicht sollten Sie ihre sexuelles Interesse an weiblichen Brüsten auch einmal real befriedigen, anstatt nur immer Pornos zu konsumieren.

Es ist aber auch gut möglich, dass dahinter Ihr kindliches Verlangen nach der Mutter steckt, die Sie früh verloren haben.

 

Vielleicht beginnen Sie eine Psychotherapie bei einer weiblichen Therapeutin mit mütterlichen Zügen und Charakter, damit Sie Ihren eventuell bestehenden "Mutterhunger" stillen können.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 20. April 2006 19:30

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Kostenlose Online-Beratung

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

auf diesem Wege möchte ich gerne Ihre Online-Beratung in Anspruch nehmen.

Ich bin eine 34 Jahre alte Frau und seit 8 Jahren glücklich mit meinem Freund zusammen. Im letzter Zeit ist es jedoch mehrfach vorgekommen, dass ich homosexuelle Fotos, Videos und ähnliches bei ihm gefunden habe.

Nachdem er zunächst abgestritten hat, dass diese Dinge ihm gehören, hat er sich inzwischen dazu bekannt und zugegeben, dass er machmal nicht anders kann als auf den entsprechenden Internet-Seiten zu surfen usw. Gleichzeitig sagt er aber, dass das nichts mit unserer Beziehung zu tun hat und er weiterhin mit mir zusammen sein will.

Was kann hinter diesem Interesse für das gleiche Geschlecht stecken? Kann es vielleicht auch eines Tages mehr werden, so dass er das Bedürfnis hat, es aktiv auszuleben?

Sollten diese Fragestellungen zu komplex für eine kurze Antwort sein, bin ich auch gerne bereit, Ihnen einen Betrag zu überweisen. Oder wäre evtl. eine persönliche Beratung sinnvoll, zu der er alleine oder gemeinsam mit mir erscheint?

Ich danke Ihnen schon im Voraus für Ihre schnelle und diskrete Antwort.

Mit freundlichen Grüßen,

...

 

 

 

 

Hallo Frau ... ,

 

Sie fragen: 

"Was kann hinter diesem Interesse für das gleiche Geschlecht stecken? Kann es vielleicht auch eines Tages mehr werden, so dass er das Bedürfnis hat, es aktiv auszuleben?"

 

Hinter dem Interesse steckt das Interesse, das ist zwar eine Tautologie, aber vermutlich eine zutreffende Antwort.

Genau so gut könnten Sie fragen: Was kann hinter diesem Interesse für das andere Geschlecht stecken?

 

Gründe kann man dann im konkreten sehr viele finden. Letztlich ist es sicher oft die erotische Attraktivität, die ein gegengeschlechtlicher oder auch gleichgeschlechtlicher Mensch auf einen ausübt. 

 

Fakt ist offenbar, dass Ihr Freund ein gleichgeschlechtliches Interesse hat. Vielleicht setzt er auch irgendwann sein Interesse auch in einer realen sexuellen oder erotischen Begegnung mit einem anderen Mann um.

So lange sie beide aber dennoch eine befriedigende Partnerschaft und Sexualität teilen, dürfte das verkraftbar sein, wenn auch sicherlich mit Fragen sexuell übertragbarer Krankheiten und deren Verhütung verantwortungsvoll umgegangen werden sollte.

 

Hilft Ihnen meine Antwort weiter?

 

...

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ... 

Gesendet: Sonntag, 20. November 2005 16:20

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Analsex

 

Halllo ich habe eine Frage wenn ich mit meinem Freund analsex haben möchte wie gehe ich genau vor brauchen wir vorher eiein Einlauf muss ich meine Vorhaut zurüchschieben oder wie gehe ich genau vor?

Danke schon mal im voraus!

 

 

 

Hallo Herr ..., 

Machen Sie das einfach so, wie es Ihnen beiden gefällt.

Am besten aber ein Kondom benutzen oder vorher einen HIV-Test machen und die Auswertung abwarten.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Sonntag, 7. August 2005 12:10

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Die Frage nach der ...

 

Hallo!

Ich habe Ihre Seite im Internet gefunden und würde mich gerne mit einem Hilfegesuch an Sie wenden, sofern das möglich ist.

Ich habe noch nie jemandem von meinem Problem erzählt, dementsprechend fällt es mir auch schwer es einfach in einer Mail niederzuschreiben.

Ich bin 24 Jahre alt und mein Problem ist... dass ich wahrscheinlich schwul bin. Aber ich will es nicht sein! Wahrscheinlich ist das bei vielen Homosexuellen eine der ersten Reaktionen, aber auch nachdem ich lange darüber nachgedacht habe, "möchte" ich es nicht.

Ich kann mir eigentlich auch nicht wirklich ein Zusammenleben mit einem Mann vorstellen. Diese Anziehung ist eigentlich nur auf sexueller Ebene.

Diese "Fantasien" habe ich aber nie nach außen ausgelebt. Ich hatte bisher weder eine Freundin noch einen Freund.

Was mich, so glaube ich, davon abhält, "schwul sein" zu "wollen" oder zu akzeptieren (wie man es nimmt), ist (natürlich neben "es anderen sagen zu müssen"), dass ich auch relativ gläubig bin. Ich bin zwar kein frommer Kirchengänger, trotzdem glaube ich an Gott und die Bibel, bin konformiert und habe bis zum Abitur Religionsunterricht gehabt. Außerdem, ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, empfinde ich es so, dass Mann und Frau sozusagen füreinander geschaffen sind, ihr Zusammenspiel ist natürlich, dass Homosexueller "unnatürlich".

Ich habe schon viel im Internet über Homosexualität gelesen und die unterschiedlichen Theorien darüber, ob es genetisch veranlagt, eine Persönlichkeitsstörung oder "natürlich" ist. Und somit auch darüber, ob man "es" heilen kann oder nicht. Dabei habe ich auch erfahren, dass verschiedene Therapien angeboten bzw. Studien durchgeführt wurden. Ich möchte versuchen, meine "Fantasien" zu überwinden, mich zu ändern. Und wenn eine Therapie eine Möglichkeit dazu ist, dann möchte ich sie machen.

Das führt mich sozusagen endlich zu meiner Frage:

Wissen Sie, ob eine solche Therapie in Deutschland überhaupt angeboten wird?

 

Anonym

 

 

 

Hallo Herr ...,

wenn ich Sie richtig verstanden haben, suchen Sie eine Therapie durch die ihr homosexuelles Interesse an anderen Männern verschwindet. Doch was wäre dann, wenn dies passieren würde? Wollen Sie dann asexuell sein, oder wollen Sie ein sexuelles Interesse für Frauen entwickeln oder wie stellen Sie sich dann Ihre sexuellen Interessen vor?

Ein guter Therapeut kann Sie sicher dabei unterstützen, dass Sie Ihre sexuelle Identität entwickeln und ein befriedigendes Sexualleben haben. Ob dies dann mit Frauen oder Männern stattfinden wird, wird sich zeigen. Insoweit dürfen Sie sich sicher überraschen lassen. Vielleicht kommt es sogar dazu, dass Ihr sexuelles Interesse an Männern verschwindet, garantieren kann Ihnen das jedoch sicher niemand.

 

 

...

 

Mit freundlichem Gruß

 

Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Freitag, 9. September 2005 15:21

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Homosexuelle Experimente während der Jugend

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

Schon einige Male hörte ich von Männern, die ihre ersten sexuellen Erfahrungen mit gleichgeschlechtlichen Freunden gemacht haben. Dies empfand und empfinde ich immer noch als abstoßend, umso mehr erschüttert es mich, dass ich dieses "Phänomen" vor kurzem am eigenen Leibe erfahren musste...

Es begann an einem Abend, an dem wir uns zu viert beim Zelten in einem Waldstück befanden. Auf irgendeine Weise kamen zwei meiner Freunde und ich auf die Idee, in einiger Entfernung von den Zelten gemeinsam zu onanieren. Mit der Zeit wurden auch neue Vorschläge gemacht, bis schließlich - eigentlich nur des Spaßes halber - das Wort "Analverkehr" ins Spiel kam. Anfangs noch lachend, wagten wir uns, dessen tatsächliche Ausführung immer ernsthafter in Erwägung zu ziehen...

Schließlich zogen sich einer der Freunde und ich ins Zelt zurück, wo wir, immer noch lachend, Kondome überzogen und schließlich unsere Hemmschwelle überwanden und den Penis - wenn auch nur für kurze Zeit - abwechselnd in den After des jeweils anderen einführten. Aufgrund der enormen Schmerzen dabei gaben wir es schließlich auf. Doch schon entstand das nächste Hirngespinst: Wir verließen das Zelt wieder und entfernten uns nun weit von dem Zeltplatz, um uns gegenseitig oral zu befriedigen. Auch dies kostete uns einige Überwindung, aus den anfangs ausgemachten 5 Sekunden Dauer wurden schnell zehn und schließlich waren wir mindestens eine halbe Stunde miteinander beschäftigt, an deren Ende wir beide mit Genugtuung auf den nassen Waldboden ejakuliert hatten.

Nun kann ich nicht aufhören, an dieses im Nachhinein fast traumatische Erlebnis zu denken, ich widere mich selbst an und bin enttäuscht, dass ich meine ersten sexuellen Erfahrungen auf diese Weise machen musste.

Trotz der oben erwähnten Erzählungen (in denen immer nur die Rede von z.B. gemeinsamen Masturbieren unter der Dusche war) frage ich mich doch, ob Anal- und

Oralverkehr noch als normales Kennenlernen der eigenen Sexualität betrachtet werden kann. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin absolut sicher, heterosexuell zu sein, doch ich wünsche mir sehnsüchtig, auf jenes "Angebot" nicht eingegangen zu sein... Kann ich meinem Freund je wieder ohne "negative Gefühle" unter die Augen treten? Auch möchte ich gar nicht erst daran denken, welche Gedanken den anderen beiden Camping-Teilnehmern durch den Kopf gehen, wenn sie irgendetwas von unserer Aktionen mitgekriegt haben...

 

 

Mit freundlichen Grüßen,

... 

 

 

 

 

Hallo ...,

 

"Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern unsere Meinung über die Dinge." 

Seneca (ca. 4 v.Chr. - 65 n.Chr.)

Römischer Schriftsteller und Dichter, Staatsmann, Philosoph und außerdem einer der zentralen Stoiker Roms

http://www.zitate-welt.de/zitate/autor.php?autor=Seneca

 

von daher empfehle ich Ihnen Gelassenheit. Sie und ihr Freund haben einfach mal etwas ausprobiert, was sie beide offenbar interessiert hat.

Nehmen Sie es als interessante Erfahrung mit, grad so als ob sie beide einen Tagesausflug von Berlin nach Mailand gemacht hätten, um dort abends zum Konzert in die Mailänder Scala zu gehen und danach wieder zurück nach Berlin zu fliegen. Das ist ja auch etwas ungewöhnlich. Und es heißt ja nicht, das sie das nun jede Woche machen müssen. Es sei denn, sie finden gefallen dran.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 9. Juni 2005 10:02

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Narzissmus?

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin im Internet auf Ihre Seite gestoßen und möchte Ihnen mein Problem schildern:

 

Ich (36) bin homosexuell und lebe seit fast drei Jahren mit einem jüngeren Mann (24) zusammen. In dieser Zeit ist er mir oft untreu geworden, also fremd gegangen. Nun stehen wir vor der Entscheidung, ob wir uns trennen oder nicht. Ich habe unsägliche Schmerzen daran, dass er seinen Körper anderen gibt, dass er ihn mit anderen teilt und nicht nur mit mir. Ich habe mit einem anderen Schwulen im Internet gechattet. Er schrieb mir, dass der Körper meines Freundes nicht mir gehört und dass es völlig normal sei - gerade unter Homosexuellen - dass man Sex mit anderen hat. Zwischen Liebe und Sex gebe es einen großen Unterschied.

Mein Freund sagt mir immer, er liebt mich über alles, aber er möchte auch diesen fremden Sex, der absolut nichts mit Liebe zu tun habe. Ich komme damit aber nicht klar. Ich habe Bauchschmerzen, Depressionen und mir ist schwindlig. Ich möchte ihn aber nicht verlieren und finde aus dieser Situation einfach keinen Ausweg. Ich könnte natürlich dasselbe tun wie er, aber ich weiß nicht, ob die Schmerzen dadurch geringer werden.

Was kann ich tun? Bitte bitte helfen Sie mir!

 

Mit freundlichen Grüßen

...

 

 

 

 

 

Hallo ..., 

was Sie tun können? Ich verstehe Ihre Frage nicht. Was meinen Sie denn mit "tun"? Tun können Sie eine ganze Menge, einkaufen, lesen, ihren Freund treffen, arbeiten, Gitarre spielen, meditieren, sich von ihrem Freund trennen, sich von ihrem Freund nicht trennen, leiden, nicht leiden, monogam sein, nicht monogam sein. 

Wieso ist Ihnen Ihr Freund "untreu" geworden? Hat er Ihnen vorher die Treue geschworen. Möglicherweise haben Sie sich bisher nicht ausreichend über ihrer beider Beziehungsdefinition ausgetauscht. Für Ihren Freund gehört es offenbar dazu, mit mehreren Männern Sex zu haben, für Sie dagegen nicht. Vielleicht gucken Sie, ob Sie Ihre bisherige Beziehungsdefinition verändern wollen oder nicht. Wenn nicht, dann können Sie sich trennen oder nicht trennen, leiden oder nicht leiden. 

Gibt es einen Zusammenhang zwischen ihrer Mail und dem von Ihnen im "Betreff" angegebenen Thema Narzissmus?

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Mittwoch, 3. November 2004 

An: info@maennerberatung.de

Betreff:

 

Hallo,

Ich weiß nicht ob und in wie fern sie mir bei meinem Problem weiterhelfen können, aber ein Versuch ist es wert. Ich bin seit ca. ... Monaten mit meinem Freund zusammen (wir sind beide ... Jahre alt). Vor ein paar Tagen habe ich durch Zufall erfahren, dass er phasenweise in regelmäßigen Abständen nachts bei Sex-Hotlines anruft, und zwar bei Männern. Als ich ihn darauf angesprochen habe, beteuerte er, nicht zu wissen, was ihn dazu getrieben hat. Er macht das ab und zu seit 2 Jahren. Er sagt, er fände diese Hotlines im Grunde völlig bescheuert, desweiteren telefoniere er nicht gezielt mit Männern, sondern höre sich lediglich Kontaktanzeigen an, ohne sich daraufhin zu melden. Auf meine Frage hin, ob er dabei onaniere verneinte er, was ich ihm sogar glaube, da wir ein sehr ehrliches Gespräch hatten. Er stellt sich dabei nicht vor, Sex mit Männern zu haben, vielmehr denkt er dabei wohl an nichts bestimmtes. Den Gedanken an Sex mit Männern fände er eher ziemlich eklig, er könne sich das niemals vorstellen, was auch der Grund gewesen sei, dass er dann wieder aufgelegt hat. Auf meine Frage hin, warum er dann nicht bei Frauen Hotlines anruft, meinte er: Bei der Tatsache, dass man da direkt mit den Frauen spricht finde ich, komme ich mir bescheuert vor. dieses Anzeigensystem kenne er wohl nur von solchen Gay-Hotlines. Er beteuert mir seit Tagen, keinerlei Drang zu Männern zu verspüren, er hat bei diesen Nummern seit 2 Monaten nicht mehr angerufen, da er gemerkt hat, dass es ihm einfach nichts bringt. Er sagt weiterhin, dass er mich über alles liebt (auch das glaube ich ihm, er ist förmlich verrückt nach mir), und dass ihm weder sexuell noch sonst irgendwas in unserer Beziehung fehlt, im Gegenteil, er sei sehr glücklich. Meine Frage ist nun, da ich die männliche sexuelle Psyche einfach nicht verstehen kann: Ist es nur eine Frage der Zeit, bis er merkt, dass er homosexuell ist oder sind solche Neigungen (er bestreitet sogar homosexuelle Neigungen/Phantasien zu verspüre,, aber wie kann das sein??) bei Männern "normal"? Ist es so, dass er auf jeden Fall eine bisexuelle Seite hat, oder kann es sein, dass einfach nur Neugierde auf etwas anderes dahintersteckt. Er sagte etwas: Ich schäme mich ja so dafür, da angerufen zu haben, die Tatsache das es Männer waren, gab mir ein Gefühl von Kollegialität. Ich muss sagen, dass mein Freund aus einem streng katholischen Elternhaus kommt und erst sehr spät das erste Mal Sex hatte. Auch hat er in seiner Pubertät niemals mit anderen Jungs onaniert. Kann es sein, dass das einfach eine Spätfolge war??

Kann es sein, dass er einfach unter irgendeinem Druck stand? Ich habe Angst, dass er jetzt etwas unterdrückt, er meinte er ist sich ganz sicher dass nicht, er habe keine Lust mehr dort anzurufen. Er hat sich oft gefragt, ob er schwul sei, ist aber jedes mal zu der Erkenntnis gekommen dass nicht!

Ich will einfach nur wissen, was ein Mann dazu sagt, ist das "normal"?

 

 

 

 

Hallo ... ,

 

vielleicht ist Ihr Freund bisexuell, das wäre kein Wunder, denn wahrscheinlich sind alle Männer bisexuell, die meisten wissen nur noch nichts von ihrem Glück oder Unglück.

Man überlege nur einmal, warum so viele Männer Pornofilme interessant finden, angeblich nur wegen der nackten Frauen darin und nicht wegen der erigierten Schwänze der nackten Männer. Wer´s glaubt wird selig.

Möglicherweise ruft Ihr Freund aber nicht aus diesem Grund bei diesen Nummern an, sondern es geht um ganz andere Bedürfnisse, so z.B. um das Thema Grenzüberschreitung. Bei dem katholischen Elternhaus aus dem er kommt, wäre dies kein Wunder. Andere nehmen illegale Drogen, doch bei Katholiken scheint das vielleicht wenig provokativ zu sein, weil in der Kirche ohnehin dauernd die Weihrauchlampe geschwenkt wird und die Katholiken so schon völlig legal in den Genuß von Drogen kommen.

 

 

ist das "normal"?

Wahrscheinlich ist das Verhalten Ihres Freundes genauso normal oder unnormal, wie das Verhalten von Männern, die mit Fallschirmen aus Flugzeugen springen oder sich mit einem Paragleiter von einem Berghang in die Luft stürzen. Alle drei Handlungsweisen kommen sicher bedeutend seltener vor, als das Männer Auto fahren.

Habe ich Ihre Fragen damit beantwortet?

 

Oder wollten Sie etwa ganz anderes und haben es sich nicht getraut zu fragen. Vielleicht wollten Sie ja auch fragen, wie Sie mit dem ungewöhnlichen Verhalten ihres Freundes umgehen wollen?

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Samstag, 14. August 2004 19:59

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Sexuelle Beratung

 

Hallo,

ich habe eine Frage was meiner Sexualität angeht. Ich habe vor ein paar Monaten gemerkt, dass ich schwul bin. Das Problem ist wie soll ich das meiner Freundin erzählen?

...

 

 

 

 

 

Hallo ... ,

für mich stellt sich erst einmal die Frage was Sie damit meinen, Sie hätten gemerkt, dass Sie schwul wären.

Heißt dass, das Sie sich ausschließlich zu Männern sexuell hingezogen fühlen? Das hieße natürlich, dass Sie Sexualität mit Ihrer Freundin nur noch eingeschränkt praktizieren könnten, da Sie ja der Freundin sexuell nichts abgewinnen können. Vielleicht werden Sie dann zukünftig nicht mehr sexuell verbunden sein, sondern eine freundschaftliche Beziehung haben, ohne eine gemeinsame Sexualität zu praktizieren.

Vielleicht interessieren Sie sich aber trotz Ihres sexuellen Interesses für Männer auch weiterhin für Frauen, dann wäre auch eine befriedigende Sexualität mit Ihrer Freundin weiterhin möglich, vorausgesetzt diese kann damit leben, dass Sie homosexuelle Interessen haben und vielleicht auch leben.

Wenn Sie sich darüber Klarheit verschafft haben, könnten Sie das Gespräch mit der Freundin suchen und dann schauen wohin ihrer beider Reise geht.

 

Viel Erfolg

 

 

Peter Thiel

 

 

 


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