Identität

 

 

 

 

 

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Peter Thiel - Systemischer Berater und Therapeut (DGSF

12.12.2012

 

 

 

 

Schlüsselwörter:

Amazone, Androgene, Angst, Anorexia nervosa, Bisexualität, Bulimie, Dominanz, double bind, Du, Es, Frau, Frauenversteher, Geschlechtsidentität, Geschlechtsumwandlung, halber Hahn, Heterosexualität,  Hierarchie, Homosexualität, Hypothek, Ich, Identität, Initiation, James Bond - Agent 007, Komplexe, Körperselbst, lesbisch, Loyalität, Macho, Magersucht, Mann, männliche Sozialisation, Minderwertigkeitsgefühl, Mutterlosigkeit, Muttersohn, Pantoffelheld, Perspektive, Perspektivlosigkeit, Rambo, Rolle, Schlappschwanz, Schuld, schwul, Selbst, Selbstwert, Selbstwertgefühl, Softie, Standpunkt, Testosteron, Transe, Transsexualität, Transvestit, Travestie, Treue, Vaterlosigkeit, Verschmelzung, Warmduscher, Wertschätzung, Zicke

 

 

 

 

 

 

Identität

Als Identität kann man die Summe aller Identifizierungen auffassen, die ein Mensch hat. Identifizierungen kann kann man in einer energetischen Betrachtungsweise in Anlehnung an die Physik als Bindungen auffassen, also Kräften zwischen mindestens zwei Objekten. Die Kräfte können  anziehend (positive Bindung) oder abstoßend (negative Bindung) sein. Entsprechend der Aussage, man kann nicht nicht miteinander kommunizieren (Watzlawick), kann man auch nicht nicht Bindungen haben. Die jeweiligen Bindungskräfte unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihrer Stärke, physikalisch bezeichnet man dies als Ladung. 

Da das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile (so auch die Gestaltpsychologie) ist die Identität eines Menschen keine bloße Summation seiner Teilidentifikationen. Überdies ist die Identität wie alles im Leben nicht stabil, sondern unterliegt einem ständigen Entwicklungs- und Wandlungsprozess.

 

Identität kann einem Menschen Gewissheit darüber geben, wer er sein will. Sie dient der Herstellung von Sicherheit über die Schaffung von Zugehörigkeit. So z.B. die Identität: männlich, weiß, deutsch oder die Identität weiblich, unterdrückt, Opfer.

Identitäten sind Wirklichkeitskonstruktionen, die sich auch auf reale Gegebenheiten beziehen, so z.B. das Geschlecht, die Hautfarbe oder die erworbene Sprache. Allerdings ist es auch mit den Gegebenheiten nicht immer ganz so klar wie man z.B. an den vielen deutschen Staatsbürgern sehen kann, die Namen slawischen Ursprungs tragen, wie etwa Kowalski, Krischkowsky oder Przyrembel.

Lebensbiografisch erworbene Rollenmuster sind Teil der Identität. So z.B. die Rollenmuster Opfer, Beamter, Vegetarier, Fleischesser, Erfinder, Kämpfer, Widerstandkämpfer, Krieger, Verteidiger, Masochist, Held, Sadist, Diener, Herrscher, Choleriker, Arschkriecher, Opportunist, Verlierer, Sieger, Prinz, Bettler, Mann, Frau usw. usf.

Identität kann Sicherheit verschaffen, Sicherheit verringert Angst. Da Angst eines der zentralen Phänomene im Leben eines Menschen ist, spielt die Angstreduktion durch die Schaffung einer Identität eine große Rolle. Durch die Zugehörigkeit zu einer Gruppe vermindern wir unsere bestehende Angst.

Eine erworbene Identität kann aber auch Unsicherheit hervorrufen. So etwa die Identität eines Staatsdiener, wenn diesem, wie 1989 in der DDR geschehen, der Staat abhanden kommt. Aber auch in der postkapitalistischen BRD des Jahres 2008 finden ständig kollektive Identitätskrisen statt, so etwa bei der Schließung des Nokia-Werkes in Bochum oder dem Versuch der Verschlankung des hyperthropierten staatlichen Verwaltungsapparates.

Identität kann auch Entwicklung und Glück verhindern, so wie in der obigen Geschichte von dem hungrigen Mann, der sich an einen reich gedeckten Tisch setzen durfte und mit dem Angebot einer Identität des Reichtums nicht zurecht kam. Ähnliches wird von Lotto-Millionären berichtet, die meist aus der Unterschicht kommen und mit ihrem plötzlichen Reichtum nicht zurecht kommen, da er nicht zu ihrer Unterschichtidentität passt.

 

 

Das Wiedersehen

Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: 

"Sie haben Sich gar nicht verändert."

- "Oh!" sagte Herr K. und erbleichte.

 

Bertolt Brecht: Geschichten vom Herrn Keuner

 

 

Entwicklung findet ständig statt, ob wir wollen oder nicht. Wir entwickeln und allein dadurch das wir älter werden und auch die Umwelt verändert sich ständig. Das älter werden konfrontiert uns auch mit dem Wandel unserer Identität, auch wenn wir vieles tun können, um so zu tun als ob es den biologischen Wandel nicht gäbe. Ein Vierzigjähriger, der sich wie ein Baby benimmt und an der Flasche hängt, hat das Erwachsenwerden verschlafen, ein Fünfzigjähriger, der sich wie ein Pubertierender benimmt, wirkt peinlich, ein Siebzigjähriger der eine dreißigjährige Frau heiratet, scheint in Gedanken in seiner mittleren Lebensphase stecken geblieben.

 

 

Da war mal einer, der war hungrig, und dann durfte er sich an einen reich gedeckten Tisch setzen. Doch er sagte: `Das kann doch nicht wahr sein!`, und hat weiter gehungert.

aus Bert Hellinger: "Ordnungen der Liebe", Knaur 2001, S. 56 

 

Wenn wir nicht auf der Stelle treten wollen, müssen wir bereit sein, unsere Identität in Frage zu stellen. Hierbei besteht die Kunst in der Balance von Veränderung und notwendiger Rückversicherung, denn nur so können wir uns überfordernde Frustrationen, Ängste und Krisen vermeiden. 

Warum tun wir uns oft so schwer, uns zu verändern und halten uns statt dessen an unserer früher erworbenen Identität fest? Dies liegt zum einem an der Angst, die durch die Möglichkeit, wer wir sein könnten, entsteht. Der Hungrige hat Angst davor satt zu sein, der Arme hat Angst davor reich zu sein, der Erfolglose hat Angst davor erfolgreich zu sein, der Geizige hat Angst davor großzügig zu sein, der Ängstliche hat Angst davor mutig zu sein, der Mürrische hat Angst davor glücklich zu sein und der Zynische hat Angst davor freundlich zu sein. Die mögliche neue Identität ist nicht erprobt und nicht gewohnt und das macht Angst. Wollen wir uns verändern, müssen wir bereit sein, uns mit unserer Angst zu konfrontieren. 

Doch die Bereitschaft Neuland zu betreten reicht für eine neue Identität allein nicht aus, wir müssen auch bereit sein, altes und unnützes loszulassen, denn dieses bindet undsan die Vergangenheit, die längst tot ist (Jeru Kabal). Die alte Identität loszulassen, bedeutet Trauer zuzulassen. Trauer bedeutet, "das alte Selbst fahren zu lassen." (Perls, 153). Die Unfähigkeit zum Trauern ist ein Grund, warum so viele Menschen an der Vergangenheit festhalten, die längst tot ist, uns nicht mehr nährt und die uns keine Impulse mehr gibt. 

 

 

 

 

 

Geschlechtsidentität

 

 

 

Hier bin ich Mann, hier darf ich sein 

unbekannter männlicher Problemträger - Berlin Wollankstraße 2007

 

 

 

Die Identitätsangebote Mann und Frau gehören zu den wichtigsten Identifizierungen des Menschen. Sie wurzeln zudem in unmittelbar physisch wahrnehmbaren Gegebenheiten (Wirklichkeit 1. Ordnung), wie Penis, tiefe Stimme und Bartwuchs oder Vagina, hohe Stimme und Busen. Aber auch hier sind die biologischen Gegebenheiten nicht ganz fest, so gibt es Übergänge und Ausnahmen, so etwa beim Zwitter.

 

Zuerst die schlechte Nachricht: 

Es gibt keine feststehende männliche Identität.

 

Und nun die gute Nachricht: 

Es gibt viele männliche Identitäten. Nämlich genau so viele, wie es männliche Menschen (welch seltsame Wortkombination) gibt.

Da gibt es so unterschiedlich wirkende männliche Identitäten wie die von Helmut Kohl, Nelson Mandela, Arnold Schwarzenegger, Klaus Wowereit, Volker Beck, Udo Jürgens, Saddam Hussein, Adolf Hitler, Herrn Müller von der nahegelegenen Aldifiliale, Gregor Gysi, Edmund Stoiber, Leonardo di Caprio, Siegmund Jähn, Ulrich Wickert, Osama bin Laden von der Selbsthilfegruppe für  Suizidgefährdete, Prof. Dr. jur. habil. Dr. h.c. Hans-Jürgen Papier vom örtlichen Bundesverfassungsgericht und frauenbewegter Oberrichter von Deutschland, Michael Gorbatschow den Mitanstifter des Internationalen Männertages, Joschka Fischer vom mobilen Einsatzkommando Frankfurt am Main, Loriot oder auch Fritz Hempel von der Feuerwehr Buxtehude.

 Man kann sich die Mühe machen und sich verschiedene mehr oder weniger brauchbare Schubladen ausdenken, nach denen man meint, männliche Identitäten katalogisieren zu können. So z.B. Patriarch, Idol, Kampfmaschine, sympathischer Schwuler, unsympathischer Schwuler, Extrovertierter, Sadist, Massenmörder, farbloser Mann, Frauenversteher, Machtmensch, Filmstar, Bescheidener, Muttersohn, väterfeindlicher Sexist, charismatischer Reformer, Sponti, Augenzwinkerer oder Retter. 

Für den einen mag die aufgezogene Schublade passen, der andere mag sich völlig falsch gesehen meinen. Will sagen, wahrgenommene männliche Identität ist nicht unabhängig vom Betrachter oder der Betrachterin. Was der einen als Macho (Joschka Fischer) erscheint, törnt die andere (Bündnis90/die Grünen) an. Was dem einen als unsympathisch wirkender schwuler Frauenversteher (Volker Beck) erscheinen mag, mag dem anderen als sympathischer und reformorientierter grüner Homosexueller daherkommen.

Hinzu kommt, dass Identität ständig im Wandel ist. Ein Junge der vaterlos aufwächst, kann sich an anderen Jungen und zunehmend auch an Männern orientieren. Ist die Mutter des Jungen männerdistanziert oder gar männerfeindlich, hat dies zwangsläufig Auswirkungen auf die Identitätsentwicklung des Jungen.

 

vergleiche hierzu:

Cierpka, Astrid; Frevert, Gabriele; Cierpka, Manfred: "Männer schmutzen nur! Eine Untersuchung über alleinerziehende Mütter in einem Mutter-Kind-Programm"; In: "Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie", 41, 1992, S. 168-175

 

 

 

Die Identität eines Menschen entwickelt sich im Laufe seines Lebens. vom Baby zum Kleinkind, vom Kleinkind zum Kind und Jugendlichen, jungen Erwachsenen, Erwachsenen, bis hin zum Mensch in der Lebensmitte, im frühen Alter, im späten Alter und im Sterben.

Die Identität eines Menschen ist somit nicht statisch, sondern dynamisch. Es können auch "Rückentwicklungen", sogenannte Regressionen auftreten, wobei es sich nicht im echten Sinne um Rückentwicklungen handelt, denn man kann nicht zwei mal in den gleichen Fluss steigen, wie schon die alten Griechen wussten. Regressionen treten in für den Menschen schwierigen Lebenssituationen auf, in denen er meint, mit den ihm zur Verfügung stehenden Kompetenzen den vermuteten Anforderungen nicht gewachsen zu sein. Die Regression ist eine Art Flucht, um sich einer als bedrohlich empfundenen Situation zu entziehen. Regressionen können beim Kleinkind eintreten, so z.B. in dem es wieder in die Hosen macht oder nach dem Nuckel verlangt. 

Regressionen können im Berufsleben oder bei Beziehungskonflikten auftreten und sich z.B. durch  Weinerlichkeit ausdrücken. Männer verfallen bei nicht gewollten Trennungen ihrer Frau gerne in regressive Verhaltensweisen. So fangen sie an Alkohol zu trinken und sich gehen zu lassen, grad so als ob sie ein Baby wären, das nach der Mutterbrust verlangt und sich nicht selber versorgen kann.

 

Männliche Identitätsbildung beginnt vielleicht schon beim ungeborenen männlichen Säugling. Spätestens mit der Geburt entwickelt sich dessen Identität, wenn der Säugling über nonverbale und verbale Kommunikation seine Männlichkeit erfährt oder gespiegelt bekommt. Sei es im "Begreifen" seines eigenen Körpers oder im erotisch oder ärgerlich gefärbten Blick der Mutter. Mit zunehmenden Alter kommt für den heranwachsenden Jungen neben der nonverbal-körperlichen Erfahrung die symbolhaft verbal-sprachliche Erfahrung dazu. Im Laufe der Zeit gewinnt möglicherweise die symbolhaft verbal-sprachliche Erfahrung die Oberhand gegenüber der unmittelbar sinnlichen nonverbal-körperlichen. Daher werden z.B. Statussymbole wie Auto, berufliche Position oder eine attraktive Partnerin für Männer so wichtig, Symbole die bekanntermaßen für einen männlichen Säugling überhaupt keine Bedeutung spielen, weil dem Säugling schlicht deren Bedeutung im gesellschaftlichen Kontext unbekannt ist. 

Seitdem die Frauenbewegung in den 70-er Jahren des vorigen Jahrhunderts den Sprung aus der Exotenecke in den gesellschaftlichen Mainstream geschafft hat, übernimmt die Gesellschaft und unkritisch auch viele Männer Definitionen der Frauenbewegung wie die geschlechterpolitische Realität "wirklich" sei. Man(n) "weiß" nun, dass wir seit mehreren tausend Jahren im Patriarchat leben, also unter Väterherrschaft, bzw. Männerherrschaft, Früher habe es einmal ein glücklich machendes Matriarchat gegeben, in der die Mütter, bzw. Frauen geherrscht, bzw. politisch korrekt gesprochen gedamt (von "Dame") haben. So simpel und unbewiesen solche Wirklichkeitskonstruktionen auch sind, so haben sie doch mittlerweile bis in das letzte Dorf in der Oberpfalz - wenn auch bei anhaltenden, meist unbewussten Widerstand - Einzug gehalten. 

Heute lesen wir beispielsweise in einer Programmankündigung für ein "4. bis 8. Juli 2007: Wohlfühlseminar für Frauen mit Yoga, Mediation, Massage und Tanz am schönen Strand von Sylt":

 

 

Die Seele baumeln lassen,

im Meer baden,

am Strand entspannen,

neue Kraft sammeln,

auftanken im Kreise der Frauen.

In einer männlich dominierten Welt

ist dieses Wochenende eine Oase,

in der Frau unter Frauen in einem

geschützten Rahmen die Wurzeln

der Weiblichkeit wieder entdecken kann.

 

 

Dass die beiden Kursleiterinnen nebenbei auch noch suggerieren, sie könnten Frauen ermöglichen, "die Wurzeln der Weiblichkeit wieder" zu entdecken, ist da wahrlich noch der kleinste Fauxpas

 

Da für viele Jungen nicht selten der eigene Vater als geeignete Identifikationsfigur zur Verfügung steht, sei es, dass er verschwunden ist, sei es, dass ihn die Mutter weggebissen und mit staatlicher Hilfe entsorgt hat, wie dies bis heute noch immer jedes Jahr tausendfach und mit ausdrücklicher Billigung des Bundesverfassungsgerichtes und des dortigen Oberrichters, des Profeministen Hans-Jürgen Papier und der Verantwortlichen beiderlei Geschlechts in der Bundesregierung geschieht, versucht der heranwachsende Junge, sein Vaterdefizit auszugleichen. Da er dies nicht über seine Mutter als Frau tun kann, sucht der Junge nach Ersatzobjekten. Doch auch hier fehlt es oft an guten Ersatzvätern, wie etwa Stiefväter, Fußballtrainer, Lehrer etc. So greift der Junge schließlich auf reine Kunstprodukte wie Superman oder Rambo zurück. Irgend wann ist der Junge volljährig aber im Grunde seiner Seele weniger ganz, als er es während der Schwangerschaft im Bauch seiner Mutter war, als er noch in einer ozeanischen Einheit mit der Mutter lebte und von gelegentlichen sexuellen Kontakten seiner Mutter mit einem Mann von diesem weit und breit nichts zu sehen war.

 

Vergleiche hierzu: 

Hanebutt, Otto Felix: "Die vaterlosen 68er und ihr Erbe"; Carl Auer-Systeme Verlag, 2003

Rauh, Bernhard / Wildenhues, Claudia: "Problemjugendliche auf der Suche nach dem verlo-renen Vater. Zur Notwendigkeit differenzierter theoretischer Beschreibungen in der Erlebnispädagogik und deren Konkretisierung am Beispiel eines delinquenten Adoleszenten"; In: "Neue Praxis", 6/2005, S. 611-624

 

 

Viele Männer, die über sich selbst als Mann nachdenken, meinen sie müssten wissen, was denn die richtige männliche Identität sei, die sie sich zulegen müssten. Daher auch die große Bedeutung von Filmstars, Spitzenpolitikern, Leistungs- und Extremsportlern, religiösen Führern, Rebellen u.a. für die männliche Identitätsbildung. Männer die gut sichtbar an exponierter Stelle stehen, dienen auch der Identitätsbildung für andere Männer. Dies macht aber auch deutlich, dass es keine feststehende männliche Identität gibt, sondern diese von der Geburt bis zum Tod einem ständigen Wandel unterliegt. Bei dem einen ist der Wandel größer, bis hin zu dem Extrem sich ständig einen Identitätswechsel zulegen zu müssen, beidem anderen eher gering, so dass man schon meint, der Mann würde sich seit seinem 18. Lebensjahr überhaupt nicht verändert haben. 

 

Wo Suchende sind, da finden sich auch Heilsverkünder und ähnliche Leute schnell ein, die vorgeben sie wüssten, was die "richtige" männliche Identität sei, die man haben müsste. 

Das gemeinsame Zusammenwirken von Suchenden und Heilsbringern kann man  auch Symbiose oder auch Co-Abhängigkeit nennen, der eine meint ohne den anderen nicht lebensfähig zu sein. 

So z.B. der Heilsbringer Steve Biddulph, der unter dem ultimativen Titel "Männer auf der Suche (Sieben Schritte zur Befreiung).", München 1996, meint Männern sagen zu können, wo es lang gehen soll. Paul Watzlawicks Bestseller "Anleitung zum Unglücklichsein" ist da jedoch wesentlich unterhaltsamer und lehrreicher, auch wenn dieser nicht explizit für Männer geschrieben ist.  

 

 

Abenteuerliches

Etwas abenteuerlich zum Thema männliche Identität äußert sich Jörg Reichert, nach eigenen Angaben Diplom-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut, tätig am Institut für Rehabilitationswissenschaften der Humboldt-Universität in einer Kommentierung eines familiengerichtlichen Beschlusses des Oberlandesgericht Frankfurts, wo es um die Frage ging, ob zwei Geschwisterkinder (Zwillinge), ein Junge und ein Mädchen, von ihrer Mutter getrennt werden sollten, da diese seit Jahren den Kontakt der Kinder zum getrenntlebenden Vater boykottierte:

 

"In der seriösen (nicht unbedingt sexualwissenschaftlichen) Forschung dürfte kaum noch jemand zu finden sein, der die Auffassung vertritt, für die Entwicklung männlicher Identität bräuchte es des Vorbildes durch eine stabile erwachsene, möglichst männliche Bezugsperson."

 In: "Kind-Prax", 2005, Heft 5, S. 188

 

 

Man könnte meinen Diplom-Psychologe Reichert wäre ein übriggebliebener Alt-68-er, der seine eigene brüchige Identität durch den Aufbau männlicher Feindbilder zu stabilisieren versucht. 

Was "seriös" ist und was nicht, bestimmt Herr Reichert wahrscheinlich selbst. Nicht seriös sind vielleicht alle, die nicht der Meinung von Herr Reichert sind.  Nach Reichert entwickelt sich eine männliche Identität auch dann, wenn der Junge keine "stabile erwachsene Bezugsperson" hat. Da hat Herr Reichert sicher recht, nur fragt sich, was für eine Identität der Junge entwickelt, wenn er z.B. bei einer psychotischen Mutter aufwächst und die im selben Haushalt lebende Oma manisch-depressiv ist.

Man fühlt sich bei den Überlegungen von Reichert an den historisch berichtete Fall eines deutschen Kurfürsten erinnert, der aufgetragen haben soll, Kinder aufzuziehen, ohne mit ihnen zu sprechen, um so feststellen zu können, welche Sprache der Mensch "an sich" sprechen würde. Die Kinder sollen allesamt gestorben sein.

Vergleiche hierzu auch "Kaspar-Hauser-Versuche". Oder auch die Überlieferung vom Stauferkaiser Friedrich II.:

 

Eine besonders brutale Probe aufs Exempel ließ der Stauferkaiser Friedrich II. im Jahr 1211 durchführen. Er wollte herausfinden, welche Sprache die Ursprache der Menschheit sei. Deshalb veranlasste er, dass sieben Säuglinge ausschließlich von Ammen genährt wurden, die den Kindern keinerlei Zuneigung entgegenbringen und kein Wort mit ihnen sprechen durften. Ergebnis des Experiments: Nach ungefähr drei Monaten starben die Kinder. Die Ursprache hatte der Herrscher mit seiner grausamen Anordnung also nicht gefunden, dafür den Beweis, dass Zuwendung für Kinder lebensnotwendig ist.

http://www.weltderwunder.de/wdw/Mensch/Mythos/WildeKinder/2_VersucheamlebendenMenschen/

 

 

 

Nach Reichert kann sich bei einem Jungen eine männliche Identität offenbar auch dann entwickeln, wenn es keine männlichen Bezugspersonen für ihn gibt. Dies ist richtig, denn auch der praktisch nur hypothetisch denkbare Junge, der völlig ohne Kontakte zu Männern oder anderen Jungen aufgewachsen ist, dies ginge allerdings in unserer heutigen Gesellschaft nur über ein verbotenes menschenfeindliches Experiment, bei der der Junge von männlichen Einflüssen abgeschirmt würde, würde irgend eine männliche Identität entwickeln. Es ist allerdings die Frage ob das eine Identität wäre, die dem Jungen gut tun würde. 

Solche Experimente sind in Deutschland zwar offiziell nicht erlaubt, gleichwohl kann man in manchen familiengerichtlichen Verfahren, bei denen die leiblichen Väter juristisch ausgesperrt werden, eine solche Experimentierlust des entscheidenden weiblichen oder männlichen Familienrichters vermuten. Vermutlich aus Gründen, die in der Identitätsbildung des betreffenden Familienrichters begründet liegen. 

 

Man kann schließlich auch fragen, was das denn für eine männliche Identität ist, die sich, so wie z.B. unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg, fast ausschließlich aus der Lernerfahrung eines Jungen mit Frauen speist. Eine solche weiblich fokussierte Lernerfahrung ist ja in unserer Mutter-Sohn Gesellschaft ein häufig anzutreffendes Phänomen. Man kann eine solche Identität, in der der Einfluss des väterlich-männlichen Elements verkümmert ist, etwas verkürzt als Muttersohn-Identität bezeichnen. Dabei kann völlig dahin gestellt sein, ob die den Jungen umgebenden Frauen relativ kompetent oder inkompetent waren. Dies würde nur den Unterschied zwischen einem kompetenten Muttersohn und einem inkompetenten Muttersohn bewirken. 

Der Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich hat sich schon 1963 mit seinem Buch "Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft" auf die auch heute noch aktuellen Fragen der Identitätsentwicklung in einer Gesellschaft, die von Vatermangel gekennzeichnet ist, aufmerksam gemacht.

 

Ähnliches gilt sicher auch für die weibliche Identitätsbildung. Wenn Mädchen weitestgehend abgeschirmt von realen Erfahrungen im Kontakt mit Jungen oder Männer, hier insbesondere mit ihren Väter aufwachsen, hat dies natürlich auch einen erheblichen Einfluss auf ihre Identitätsentwicklung. Je nach politischen Standpunkt den man dabei einnimmt, wird man dies gutheißen (vulgärfeministischer Ansatz, so z.B. bei Anita Heiliger) oder sehr problematisch finden.

 

 

 

Wie weit flog die Tomate - Männliche Identität und Politik

Wenn wir von den Spätfolgen der westdeutschen 68-er Generation sprechen, auf das Geschlechterverhältnis und das Thema männlicher Identität, dann kommen wir an der Entstehungsgeschichte der Partei die Grünen nicht vorbei. Die Grünen entstanden in der Bundesrepublik Deutschland Mitte bis Ende der 1970er Jahre als Zusammenschluss von Gruppierungen vor allem aus Bürgerinitiativen, den Neuen sozialen Bewegungen, teilweise aber auch aus dem konservativen politischen Spektrum. Die sogenannten "Neuen sozialen Bewegungen" entwickelten sich in Deutschland mit dem Abflauen der Studentenbewegung und der APO ab Ende der 1960er-Jahre. 

Zu den "Neuen sozialen Bewegungen" lässt sich auch die sogenannte "Neue Frauenbewegung" zählen. Diese entstand seit den 1960er Jahren im Rahmen der Neuen Linken. Die Kritik der "Neue Frauenbewegung" galt nicht nur den herrschenden als frauenfeindlich wahrgenommenen Verhältnissen, sondern auch den Männer oder männlichen Verhaltensweisen in der "Neuen Linken". 

 

In der Küche von Marianne Herzog und Peter Schneider gründete sich im Dezember 1967 die erste (west)deutsche Frauengruppe Mütter aus dem Berliner Sozialistischen Deutschen Studentenbund SDS. Am 15. Januar 1968 brachte diese Gruppe ein erstes Papier im Umlauf, indem es u.a. heißt: Wir sind neidisch gewesen, weil uns die Gleichberechtigung etwas schwerer fiel als unseren männlichen Kommilitonen ... und wir sind traurig gewesen, weil wir bei unseren individuellen Versuchen, Studium, Liebe, Kinder zusammenzubringen, uns verzettelten oder einfach verkrusteten. Zum 26. Januar 1968 rief diese Gruppe zu einer Frauenvollversammlung im Henry-Ford-Bau der Freien Universität FU in Berlin auf. Viele Frauen folgten dem Aufruf, und sie gründeten auf dieser Versammlung den Aktionsrat zur Befreiung der Frauen.

...

Ende Juni 1968 wurde beschlossen, daß sich die Mittwochsgruppe als ein Delegiertenrat der jeweiligen Arbeitskreise und Aktionsgruppen verstehen und sich vierzehntägig treffen sollte. Helke Sander fuhr als Delegierte des Landesverbandes Berlin des SDS zur 23. ordentlichen Delegiertenkonferenz des SDS in Frankfurt/Main und sprach dort für den Aktionsrat zur Befreiung der Frauen. Sie schilderte dessen Arbeit und Anliegen und forderte den SDS auf, Konsequenzen für seine Politik daraus zu ziehen. Als die Genossen auf diese Rede überhaupt nicht reagierten und zur Tagesordnung übergehen wollten, warf Sigrid Damm-Rüger, eine Germanistikstudentin der Freien Universität FU, Tomaten auf Hans-Jürgen Krahl im Präsidium. Der entstehende Tumult hatte den Abbruch der Sitzung zur Folge.

www.ffbiz.de/htdocs/inventar/smdk3.htm

 

 

Die weibliche Kritik an den eigenen männlichen "Parteigenossen" - für die die geworfene Tomate - egal wie weit sie nun flog - seitdem symbolisch stand - führte zu einem männlichen Reflex, den man auch aus Paarbeziehungen kennt - Verteidigung oder Flucht. Um sich selbst aus der der weiblichen Schusslinie zu entziehen, griffen die Männer in der "Neuen Linken" zu einem nicht ganz unbekannten Trick.  Zum einen bekundeten sie  gegenüber den angreifenden Frauen - nach dem Motto zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus - verbale Aufgeschlossenheit, zum anderen - wie immer - wenn eine Botschaft nicht das Herz erreicht - machten sie so weiter wie bisher, was den Soziologen Ulrich Beck wohl später motiviert hat, dieses in eine gleichlautende Formel von der "Verbalen Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre" zu bringen (Ulrich Beck, 1990, S. 31). 

 

Die Männer der "Neuen Linken" und später auch der Partei "Die Grünen" entschärften die gegen sie gerichtete weibliche Kritik durch folgende Manöver: 

1. Projektion der weiblicher Kritik auf einen äußeren männlichen Feind (antisexistisch, antipatriarchalisch)

2. verbale Aufgeschlossenheit bei weitestgehender Verhaltensstarre

3. Todstellreflex (Kaninchen vor der Schlange)

4. Anpassung und Überidentifizierung mit dem linken weiblichen Mainstream, bis hin zur Selbstaufgabe männlicher Identitäten (Sterilisation, Homosexualität, Kastration, Profeminismus, Transsexualität)

 

 

In dem die Männer der "Neuen Linken" den auf sie selbst gerichteten weibliche Angriff auf einen projizierten Feind, den patriarchalen Mann, umlenkten und sich dabei den linken Frauen als devote Kampfgenossen gegen den selbst erfundenen Feind vorstellten, erkannten sie die Bestimmungsmacht der Frauen in Geschlechterfragen ausdrücklich an, was diese - wie in auch in Ehen beobachtbar - zwar nicht glücklich machte, aber doch wenigstens für Jahrzehnte etwas ruhiger stellte.

Der neue erfundene Feind, der patriarchalen Mann, konnte natürlich nur dem feindlichen politischen Lager angehören. Dort war er aber nur schwer zu bekämpfen, denn die alten Herren von der CDU und CSU lasen die kursierenden Pamphlete der Neuen Linken nicht. So blieb - bei der Paranoia der "Neuen Linken" nicht verwunderlich - nur der patriarchale Feind in den eigenen Reihen und in sich als willfähriges Angriffsobjekt, das von nun an aufgespürt und unschädlich gemacht werden musste. Und wie kann man dem Feind in den eigenen Reihen besser begegnen als durch rücksichtslose Selbstkritik und Selbstzerfleischung, die Pogrome Stalins gegen die eigenen Parteigenossen waren noch in bester Erinnerung.

Fritz Perls hätte dies wohl als "wohlerzogenen Masochismus" bezeichnet.

 

Vergleiche: 

Frederick S. Perls; Paul Goodman; Ralph F. Hefferline: “Gestalttherapie. Grundlagen“, dtv, 1979, S. 137

 

So entwickelte sich  innerhalb der linken Bewegung, linkssektiererisches männliches Flagellantentum, eine "Männerbewegung der Selbstbestrafung", die sich parteipolitisch später vor allem bei der 1980 gegründeten Partei "Die Grünen" manifestierte und ritualisierte und dort bis heute, wenn auch in einer inzwischen gemilderten Form, anzutreffen ist.

 

 

 

 

 

Flagellanten (Holzschnitt aus dem 15. Jahrhundert)

http://de.wikipedia.org/wiki/Flagellanten

 

 

 

So gilt es bei den Grünen bis heute als ausgemacht, dass bei innerparteilichen Wahlen Männer nicht für den ersten Listenplatz kandidieren dürfen. Ausnahmen werden aus parteitaktischen Kalkül gemacht, so etwa bei Joschka Fischer.

Männer müssen in der grünen Partei generell mit weniger als der Hälfte aller Listenplätze vorlieb nehmen. 

 

 

 

 

 

Männliche Identität jenseits patriarchaler Fixierung und Selbstkastration

Wenn so viele Männer (und  Frauen) nach "ihrer" Identität suchen, woran können sie sich orientieren? Sicher auch an anderen erwachsenen Menschen, Männern und Frauen. 

Orientierung geschieht an dem was ist. Was ist, sind auch Bedürfnisse, Empfindungen, Wünsche usw. Was ist, ist das wozu man geworden ist und ob man mit dem Herzen und dem Verstand Ja oder Nein dazu sagt. 

Frederick Perls, der Begründer der Gestalttherapie hat hierzu schon 1951 interessante Überlegungen getroffen.

 

Stichworte:

Spüren, was gegenwärtig ist

Von der Verstrickung zum Kontakt

Umwandlung von Angst in Spannung

Introjektion

Ausstoßen und Verdauen von Introjekten

 

Perls, Frederick S., Goodman, Paul; Hefferline, Ralph F.: "Gestalttherapie. Wiederbelebung des Selbst", Klett-Cotta, 1979

 

 

 

Für jeden Mann und jede Frau ist das Thema der Geschlechtsidentität relevant. Da wir nicht als Eremiten in der Wüste leben, bekommen wir jeden Tag Bilder von Geschlecht angeboten, sei es in der Werbung, auf der Straße, im Gespräch oder der Interaktion mit dem Partner, wo die Frage unseres Geschlechts gestellt wird. Neben der eher geschlechtsneutralen Frage, wer bin ich als Mensch, heißt es auch immer, wer bin ich als Frau oder als Mann oder als weitere Identität für die ich mich halte.

Viele Männer (und Frauen) haben eine instabile oder unsichere Geschlechtsidentität, weil sie zuviel unverdaute Introjekte, also Einflussnahmen durch andere Menschen oder gesellschaftliche Leitbilder geschluckt haben, ohne sie durchzuarbeiten, verwertbares zu assimilieren und unverwertbares zurückzuweisen. 

Ein typisches Beispiel dürfte der Bodybuilder oder die Bodybuilderin sein. Aber auch der "normale" Mann ist sich oft in weiten Bereichen seiner geschlechtlichen Identität unsicher. Dies versucht er zu kaschieren, z.B. durch betont forsches Auftreten, machohaftes Gehabe oder auch provokativen Verhalten, wie man es bei Rechtsradikalen beobachten kann. Daneben gibt es auch die Introvertierten, die nach dem Motto handeln, hoffentlich sieht mich keiner/keine. 

Einzelne Frauen oder Männer haben auch eine zu ihrem geschlechtlichen Körper inverse Geschlechtsidentität. Sie fühlen sich im falschen Körper, wollen also keine Frau oder kein Mann sein und streben stattdessen die körperliche Umwandlung in das andere Geschlecht an. Was dann bei einer "Umwandlung" folgen kann, wollen wir hier als Selbstverstümmelung und Selbstvergewaltigung zu Gunsten einer vorgefassten Idee nennen. Möglicherweise ist der emotionale Gewinn dafür höher, als das Verbleiben in der als unerträglich empfundenen vorgefundenen biologischen Realität. In so fern könnte aus Sicht der Betroffenen durch eine "Geschlechtsumwandlung", die letztlich aber immer noch eine imaginierte und keine reale ist, ein Gewinn zu verzeichnen sein. 

Unterhalb der Schwelle von transsexuellen Wünschen finden wir die sogenannten Muttersöhne. Diese sind leider zahlreich in allen gesellschaftlichen Bereichen zu finden, in der Politik, in der Wirtschaft in der Juristerei, an Hochschulen und in der Bundeswehr.  So z.B. einen, in der einschlägigen Familienrechtsszene leider nicht unbekannten Juraprofessor aus Frankfurt am Main, mit dem Themenschwerpunkt Familienrecht, der kaum eine Gelegenheit auslässt, sich öffentlich bei Frauen, bzw. Müttern anzubiedern. Wenn es nach diesem Professor ginge, würden Väter in Deutschland den Rechtsstatus von Wirtschaftflüchtlingen erhalten und in speziellen Arbeitslagern für den finanziellen Unterhalt der Frauen und Kinder zu sorgen haben. Müttern würde in jeder Kreisstadt ein Denkmal der Unbekannten Mutter errichtet werden. Der einzige Mann, den besagter Professor gerade noch so gelten lassen würde, wäre er selber. Dies aber nur deswegen, weil ja sonst keiner da wäre, auf die anderen Männer aufzupassen. Denn so weit soll das Matriarchat denn doch nicht errichtet werden, dass es ohne die Hilfe des Herrn Professors auskäme.

 

 

 

 

 

Ablehnung des eigenen Geschlechts

Wenn wir uns selbst als Individuum ablehnen, dann lehnen wir uns gleichzeitig auch als geschlechtliches Wesen Mann oder Frau ab, die wir ja bis auf wenige Ausnahmen (Intersexuelle) immer auch recht eindeutig sind sind.

Die individuellen und gesellschaftlichen Folgen sind oft fatal. Auf der individuellen Ebene führt die Ablehnung der eigenen Geschlechtsidentität bei Männern zu Kastrationswünschen, Wunsch nach Sterilisation, Impotenz und bösartigen Erkrankungen wie etwa Peniskarzinom. 

Bei Frauen macht sich die Ablehnung der eigenen Geschlechtlichkeit durch sadomasochistische Beziehungswünsche, Magersucht und Bulimie, Wünsche nach Amputation der eigenen Brüste, und bösartige Erkrankungen wie Brustkrebs (20,5 % aller Krebserkrankungen der Frau), Eierstock-, Eileiterkrebs (3,6%) und Gebärmutterhaltskrebs (2,8%) bemerkbar.

 

 

 

 

Literatur:

Frank Pittmann: "Warum Söhne ihre Väter brauchen. Der schwierige Weg zur Männlichkeit"; 1996, Deutscher Taschenbuch Verlag München

Thomas Scheskat:  "Der innenverbundene Mann. Männliche Selbstwahrnehmung und körperorientierte Therapie", Männerbüroverlag Göttingen, 1994, ISBN 3-930205-00-9

Mark Twain: Der Prinz und der Bettelknabe

Wilfried Wieck:  "Söhne wollen Väter - Wider die weibliche Umklammerung",  Hoffmann und Campe 1992

 

 

 

Filme:

 

"Denn sie wissen nicht was sie tun"

Darsteller: James Dean, Natalie Wood

Regie: Nicholas Ray

Musik: Leonard Rosenman

Produktion: 1955

 

Rezension

Aus der Amazon.de-Redaktion

Mit nur drei Filmen ist James Dean zur Legende geworden. Dabei ist das Bild von ihm in roter Jacke und Jeans eines der ersten, das einem in den Sinn kommt -- als Jim Stark in Rebel without a cause. Ein sensibler verschüchterter, aber auch trotziger und rebellischer Junge, der versuchen muss, in einer neuen Stadt Anschluss zu finden und sich gleichzeitig in einer Welt zurechtzufinden, die ihn nicht versteht. Mit der schönen Judy (Natalie Wood) und dem Außenseiter Plato (Sal Mineo) muss er es mit der Gang des aggressiven Buzz (Corey Allen) aufnehmen, sich aber auch mit den Zwängen der spießigen Welt seiner Eltern im Mief des Amerika der Fünfziger Jahre arrangieren. Das neue an diesem Film war, dass er aus Sicht der Jugendlichen erzählt wurde, im Versuch sie zu verstehen -- ähnlich wie später in Die Halbstarken in Deutschland. James Dean erlebte den Erfolg des Filmes nicht mehr, einen Monat vor der Premiere starb er am 30. September 1955 bei einem Autounfall.

 --Peter Grosser -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

www.amazon.de

 

 

 

 

Walk The Line, USA 2005

Start: 02.02.2006 

Regie: James Mangold

Drehbuch: Gill Dennis, James Mangold

Schauspieler: Joaquin Phoenix, Reese Witherspoon, Ginnifer Goodwin, Robert Patrick, Shelby Lynne, Dan Beene, Larry Bagby, Lucas Till, Ridge Canipe, Hailey Anne Nelson, Brad Birkedahl, John Carter Cash, Brian Deas, Kerris Dorsey, Jeff Droke, Tyler Hilton, Johnny Holiday, Dan John Miller, Dallas Roberts, Brittany Shaw, Jim Wright

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Kritik: Am 12. September 2003 verstarb mit Johnny Cash eines der letzten musikalischen Schwergewichte unserer Zeit. Er prägte die Musik seiner Zeit, wie kaum ein Zweiter. Sein Tod versetzte eine ganze Nation in Trauer. Selbst die junge Generation, die mit der Musik der Country-Legende eigentlich so gar nichts anzufangen wusste, war bestürzt. Knapp zwei Jahre später versucht nun James Mangold mit seinem biographischen Drama „Walk The Line“ der legendären Karriere des Man in Black ein filmisches Denkmal zu setzen.

 

"Walk The Line"

Im Jahr 1968 wurde das Folsom State Prison in Kalifornien Schauplatz eines bis dato einmaligen Ereignisses. Der wegen Drogeneskapaden und familiärer Probleme ins Straucheln geratene Country-Star Johnny Cash (jung: Ridge Canipe, alt: Joaquin Phoenix) versucht mit einem Konzert vor Hunderten verurteilter Straftäter seine angekratzte Karriere in eine neue Richtung zu lenken. Das aus diesem kühnen Vorhaben hervorgegangene Album Johnny Cash At Folsom Prison ist noch heute legendär und wurde im selben Jahr mit dem Grammy als bestes Album ausgezeichnet. Mit diesem Ereignis beginnt und endet „Walk The Line“. Dazwischen erzählt James Mangold („Durchgeknallt“, „Copland“, Identität, Kate und Leopold) in teils fast schon episodenhafter Struktur die wichtigsten Ereignisse in der jungen Karriere von Johnny Cash. Auf die Geschehnisse nach 1968 wird lediglich in äußerst komprimierter Form am Ende des Films eingegangen.

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http://www.filmstarts.de/kritiken/Walk%20The%20Line.html

 

 

 

 

 

Befragung zum Thema Männliche Identität

 

Sehr geehrtes Team,

im Rahmen einer Konzeption für das Institut für Systemische Theorie und Praxis würde ich gerne die Meinung von Männern zum Thema "Männliche Identität(en?) im 21. Jahrhundert" hören. Uns interessiert, inwieweit Männer wirklich das Bedürfnis haben, über Ihre Rollen und die damit verbundenen Anforderungen laut nachzudenken und in wieweit sie sich überfordert fühlen oder ob dieses Thema von den Medien dazu gemacht wird.

Vielen Dank vorab

Annette Hoepfner

 

INSTITUT FÜR SYSTEMISCHE THEORIE UND PRAXIS Annette Hoepfner Zeißelstraße 11

60318 Frankfurt

Tel.: 069-955137-12

Fax: 069-955137-22

office@istup-ffm.de

www.istup-ffm.de

 

13.07.2006

 

 

 

 

 

ANTWORT AN FAX: 069 / 955 137-22

Fragebogen zum Thema „Männliche Identität im 21. Jahrhundert“

Annette Hoepfner

Sehr geehrte Männer,

 

für die Konzeption einer Veranstaltungsreihe bitten wir Sie um Ihre Meinung.

Bitte füllen Sie diesen Fragebogen ganz spontan aus und teilen Sie uns Ihre Meinung auf der angegebenen Skala mit. Ihre Daten werden absolut anonym behandelt. Zu Auswertungszwecken werden lediglich ihre biografischen Angaben benötigt.

Bitte kreuzen Sie ihre Antwort im jeweiligen Kästchen an und füllen Sie danach die anonymen Fragen zur Person aus.

Vielen Dank!

Frage      1               2                  3                     4

 

              nein         kaum          etwas             ja

 

 

1. Ich finde es gibt Entwicklungsbedarf hinsichtlich der Rolle des Mannes in der heutigen Gesellschaft.

2. Ich habe das Bedürfnis, mit anderen Männern über meine Identität als Mann zu sprechen.

3. Mich interessiert, wie andere Männer ihre Rolle verstehen.

4. Ich bin in einem geschützten Rahmen (Seminar) bereit, von mir selbst etwas preis zu geben.

5. Mich würde ein solches Angebot interessieren.

6. Ein regelmäßiges Treffen, z.B. einmal im Monat, zu einer Männer-Runde interessiert mich.

7. Ich bin bereit, Zeit und Geld dafür zu investieren.

Alter: ___________________________________________________________

Bildung: _________________________________________________________

Ausgeübter Beruf: _________________________________________________

Familienstand: ____________________________________________________

Anzahl Kinder: ____________________________________________________

Ich interessiere mich für die Ergebnisse. Meine (Email-)Adresse lautet:

 

 

 

 

 


 

 

Anfragen und Mitteilungen zum Thema

Unsere E-Mail Beratung ist kostenfrei für die erste von Ihnen an uns gesendete E-Mail und unsere darauffolgende Rückmeldung, bzw. unsere Antwort auf Ihre Fragen. Für eventuelle weitere Korrespondenz, in der wir ausführlicher als in unserer ersten Rückmeldung auf Ihre Fragen eingehen können, kostet je E-Mail 20 €.

Bitte beschränken Sie sich bei Ihren Anfragen auf maximal 40 Zeilen. Wird die Zeilenzahl von 40 Zeilen überschritten, beantworten wir Ihre Mail in der Regel nur nach Vorabüberweisung von 20 €.

Kontakt: info@maennerberatung.de

 

Die auf Ihre Anfragen gegebenen Antworten stellen nicht "die Wahrheit" darüber dar, "wie es wirklich ist", sondern sind eine subjektive Ansicht oder Meinung zu diesem Thema. 

Wegen der Vielzahl der uns per Mail erreichenden Anfragen bitten wir Sie um Verständnis, falls Sie nicht sofort eine Antwort von uns erhalten. 

In dringenden Fällen empfehlen wir Ihnen eine zeitnahe telefonische oder persönliche Beratung. Geeignete Beratungsstellen und Berater finden Sie in Wohnortnähe oder auch über das Internet.

Bei Interesse können Sie bei uns eine Einzelberatung, Paarberatung oder telefonische Beratung vereinbaren. Zeitdauer und Kosten nach vorheriger Absprache.

Falls Sie eine persönliche oder telefonische Beratung wünschen, finden Sie nähere Informationen hier.

 

Nachfolgend können Sie ausgewählte Anfragen an uns und unsere Antworten darauf einsehen. Die persönlichen Angaben (Namen, Alter, Orte, etc.) der Absender und anderer beschriebener Personen wurden teilweise verfremdet, um die Anonymität der betreffenden Personen zu wahren.

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Samstag, 13. August 2011 15:19

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Minderwertigkeitsgefühle bei Männern

 

Hallo liebes Männerberatungsteam, ich bin zwar kein Mann, aber ich hoffe das Sie mir trotzdem weiter helfen können. 

Ich habe einen Freund den ich als Kind hatte nach 20 Jahren wieder gesehen, er ist das mittlere Kind und hat noch eine 3 Jahre ältere Schwester und einen 2 Jahre jüngeren Bruder. Sein Vater war sehr dominant und ich habe häufig mitbekommen das der Vater sehr hohe Ansprüche an ihn gestellt hat zudem wurde er des öfteren mit seiner älteren Schwester verglichen. Als ich ihn nach 20 Jahren wieder getroffen habe bin ich sehr erschrocken, er betreibt extrem viel Sport hat sehr hohe Anforderungen an sich selbst. Er versucht mich zu beeindrucken mit meiner Meinung nach Oberflächlichkeiten wie z.B. das er gut verdient, er feiert jetzt Geburtstag und lädt seine 10 besten Freunde ein in ein VIP Lokal wo die Flasche 300€ kostet. 

Ich habe das Gefühl er muss sich immer beweisen ob in Beruf, Sport (Bodybuilding, Rennrad fahren, Fußball) oder bei Frauen. Er sieht sehr gut aus und definiert sich meiner Meinung nach durch diese Oberflächlichkeiten. Er hat mehrere Freunde die er auch schon ca. 20 Jahre hat. Einen besten Freund hat er schon seit er 11 Jahre ist, wenn er mir über diesen erzählt habe ich das Gefühl das er bei ihm endlich als Mensch akzeptiert wird, mit diesem trifft er sich heute noch mehrmals die Woche. 

Ich mache mir große Sorgen um ihn, da ich merke das dieser ständige Kampf um Annerkennung ihn teilweise echt zermürbt, er gerät auch häufig an die falschen Frauen da er oberflächlich und teilweise sogar Arrogant wirkt. Ich bemerke das er sehr leidet das macht sich dadurch bemerkbar das er sich immer häufig zurück zieht und Ruhepausen braucht! Oft sieht er sehr traurig aus, dies streitet er völlig ab er blockiert ich komm nicht an ihn ran. Ich weiß wie sehr das Verhalten von seinem Vater in ihm kaputt gemacht hat, er weiß aber nicht das ich mich noch daran erinnern kann und betont immer wieder was er für ein tolles Zuhause hatte. Ich habe Angst ihn darauf anzusprechen denn ich glaube wenn ich ihn zu nahe komme bricht er den Kontakt vielleicht völlig ab. Können sie mir einen Tipp geben wie ich ihn behutsam darauf ansprechen kann oder was ich tun kann um ihm zu helfen? Es wäre sehr schön wenn sie mir bald eine Antwort schreiben könnten.

Vielen Dank und ganz Liebe Grüße 

...

 

 

 

 

Hallo Frau ... ,

schenken Sie Ihrem Freund einfach eine DVD.

 

"Walk the Line"

Walk the Line ist eine Filmbiografie aus dem Jahr 2005. Regie führte James Mangold, der zusammen mit Gill Dennis auch das Drehbuch schrieb, das auf den Biografien Man in Black sowie Cash: The Autobiography des Country-Sängers Johnny Cash basiert. Die Hauptrollen spielten Joaquín Phoenix und Reese Witherspoon.

http://de.wikipedia.org/wiki/Walk_the_Line

 

 

Wenn er diese Botschaft nicht versteht, ist ihm vielleicht nicht zu helfen.

 

 

Beste Grüße

 

 

Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 2. Dezember 2010 00:39

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Anfrage zur Beratung

 

Guten Tag,

ich bin 25 Jahre alt und leide unter Minderwertigkeitskomplexen. Ich werde meinen Fall so genau wie möglich beschreiben, weil ich auf einen guten Rat hoffe.

In meiner Kindheit habe ich selten gefühlt, geliebt oder akzeptiert zu werden. Meine Mutter war sehr streng und ich kann mich heute noch erinnern wie leicht es ihr fiel mich mit Schlägen zu bestrafen oder mich stundenlang in der Ecke ausharren zu lassen. Ich habe sehr selten Aufmerksamkeit und Liebe von meinen Eltern genossen. Meinen Vater war alles gleichgültig. Er begegnete mir selten mit Interesse. Wenn meine beiden, älteren Geschwister nicht wären, dann wäre ich wohl ein Wrack. Trotz der unliebsamen Behandlung meiner Eltern, hat es mich in meinen Gemüt nicht beeinträchtigt. Ich mein, ich war ganz sicher schon als Kind psychisch nicht normal, so ein Umgang nimmt einen mit. Aber es war mir egal! Ich war im Großen und Ganzen glücklich! Ich war weder schüchtern oder ängstlich gegenüber Jungs oder Mädchen meines Alters und war auch sonst sehr aufgeweckt und habe mich an meiner Umfeld beteiligt. Wenn ich das heute analysiere, dann bin ich mir sicher das ich Kraft und Hoffnung aus 2 wesentlichen Dingen geschöpft habe. Den Glauben an wahre Liebe (die ich von meiner Schwester und dem Fernseher erfahren habe) und den Glauben an einen liebevollen Gott. Ich hatte eine wirklich blauäugige Vorstellung von Liebe und mein Glaube war unerschütterbar.

Mit 16 Jahren habe ich mich das erste Mal verliebt. Und da ich eine naive Vorstellung von Liebe hatte und diese ständig bekundete, löste das eher eine Abwehrhaltung bei dem Mädchen aus. Sie verließ mich und ab da war nichts mehr so wie es war. Ich hatte schon früher Erfahrung mit Drogen, aber ab da bin ich in die komplett, falsche Bahn abgerutscht.

Davor war ich beliebt, hatte viele Freunde, war sicher und auch erfolgreich bei den Mädchen (wenn es ums Flirten und Intimität geht). Ich war ein glücklicher Glückspilz! Als mich das Mädchen verließ wurde ich von Zeit zu Zeit depressiver. Mein Glaube an die Liebe war verloren und wandelte sich irgendwann in Hass. Ich habe irgendwann Gott dafür verantwortlich gemacht. Und so war auch der Eckpfeiler weg. Ich verlor meine Fähigkeit Menschen zu begeistern. Meine ganze soziale Kompetenz hat sich wie zurückentwickelt. Ich wurde unsicher und war irgendwann ein Aussenseiter geworden. Mir fällt es schwer heute Freundschaften zu schließen und mich auf Beziehungen einzulassen. Ich habe Probleme zu vertauen und bin seit dem nicht mehr der, der ich bin.

 

 

Hallo Herr ... ,

wenn man in eine Sackgasse hineingekommen ist, dann kann man auch wieder herauskommen.

Entweder mit viel Glück oder mit viel Arbeit. Das Glück kommt von allein, da brauchen Sie nichts tun.

Also bleibt noch die Arbeit, die neuen besseren Verhältnisse zu gestalten.

Sie können sich dazu professionelle Hilfe suchen. Schauen Sie vielleicht mal hier:

 

www.familientherapie.org

www.dajeb.de

http://maennerzeitung.de/erste_hilfe/index.php

 

 

 

Gutes Gelingen

 

 

Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 26. Februar 2010 01:08

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Ein Minderwertigkeitskomplex?

 

Hallo!

Mein Name ist Frank, ich bin achtzehn Jahre alt und wohne in ... . Ich schreibe ihnen, weil ich bereits seit geraumer Zeit mit Minderwertigkeitsgefühlen zu kämpfen habe, die mich nach und nach immer mehr vereinnahmen. Diese sind nicht unbedingt auf spezielle Lebensbereiche beschränkt, auch wenn oft Äußerlichkeiten eine Rolle spielen. Es ist vielmehr so, dass meine Laune zuweilen äußerst labil ist und bereits durch kleine Widerstände im täglichen Leben ins Negative kippen kann. Besonders schwer tue ich mir in Beziehungen, da ich oft das Gefühl habe, die in mich gestellten Erwartungen zu enttäuschen. Daher verlaufen meine Partnerschaften immer sehr oberflächlich, sind schnell wieder vorbei oder kommen überhaupt gar nicht erst zustande. Besonderes Problem dabei ist, dass ich mich durch meine soziale Rolle in meinem Freundes- und Bekanntenkreis nicht dazu in der Lage sehe, mit jemandem über meine Gefühle zu reden (weshalb ich mich letztendlich nach langem Zaudern dazu entschlossen habe, sie zu kontaktieren): 

In meinem sozialen Umfeld mime ich die Rolle eines „Parade-Intellektuellen“, meine Meinung zu politischen und gesellschaftlichen Fragestellungen wird unter Kollegen sehr ernst genommen. Aber gerade weil ich „Das Geistige“, „das Denken“ als meine hervorstechendste Eigenschaft sehe, fällt es mir schwer, auf diesem Gebiet (zu dem ja auch die psychologische Ebene zählt) Schwächen einzugestehen. Des Weiteren bin ich seit inzwischen politisch tätig, was mich ebenfalls bis jetzt daran gehindert hat, jemanden auf meine Gefühle anzusprechen, schließlich wollte ich verhindern, dass dadurch meine politische Kompetenz in Frage gestellt wird. Kurz Zusammengefasst: Ich habe die Vermutung an einem Minderwertigkeitskomplex zu leiden, der es mir verunmöglicht, normale Beziehungen zu führen und den ich durch Intellektualität zu kompensieren versuche.

 

Wie ist es dazu gekommen?

Natürlich habe ich mich schon reichlich mit dieser Frage beschäftigt, habe insbesondere meine Kindheit des Öfteren „Revue-passieren“ lassen und im Nachhinein finde ich die Entwicklung der Dinge durchaus logisch, auch wenn ich selbstverständlich kein ausgebildeter Psychologe oder Psychiater bin: Ich nehme an, die problematische Beziehung zu meinen Eltern, insbesondere zu meinem Vater, ist daran schuld.  ... . Er lehnte das bürgerlich-ruhige Familienleben ab, dass meine Mutter mit ihm und mir führen wollte, betrog sie mehrmals und wurde schließlich von ihr vor die Wahl gestellt: Familie oder Beruf. Er entschied sich für Letzteres und verlies meine Mutter und mich als ich zwei Jahre alt war. Zwar durfte er mich nach wie vor jederzeit besuchen, allerdings tat er dies aufgrund ...  nur etwa alle drei bis sechs Monate. Ich wuchs also größtenteils ohne Vater auf.

Auch die Beziehung zu meiner Mutter war seither nicht mehr die beste, da diese, schwer enttäuscht von meinem Vater, bis heute keine neue Partnerschaft einging und mich zu ihrem Lebensmittelpunkt machte. Das mag auf den ersten Blick schmeichelnd klingen, allerdings führte dieser Fokus zu sehr vielen Problemen: Meine Mutter erwartete von mir stets, bestmögliche Leistungen zu vollbringen, weil sie immer der Meinung war ein „außergewöhnlich begabtes Kind“ zu haben. Daher war für sie stets die Note Eins Norm und Messlatte. Als meine schulische Leistung mit etwa 14 abzunehmen begann und ich des Öfteren Zweier und Dreier in Zeugnissen schrieb, war sie davon schwer enttäuscht und sagte mir einen Satz, der mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist: „Ich muss mich eben daran gewöhnen, dass du nichts besonderes bist, eben nur wie der Durchschnitt“ Ab diesem Zeitpunkt verschlechterte sich unser Verhältnis zusehends, da sie mehr und mehr das Gefühl entwickelte, durch ihre Aufopferung mir gegenüber hätte sie ihr eigenes Leben nicht leben können. Diese Einstellung machte sie mir auch mehrmals klar.

Inzwischen hatte sich allerdings auch das Verhältnis zu meinem Vater geändert; Er war nach einigen Jahren des Herumstromerns „vernünftig“ geworden, hatte sich einen festen Arbeitsplatz gesucht und eine neue Familie gegründet, gleich in meiner Nachbarschaft. Von diesem Zeitpunkt an versuchte er, mit einem „zweiten Anlauf“ die Dinge auszubessern, die er bei seiner ersten Familie falsch gemacht hatte, er verbringt äußerst viel Zeit mit meinem Bruder, der 8 Jahre jünger ist als ich und ist ganz in seiner Vaterrolle aufgegangen. Dies behagt mir allerdings überhaupt nicht, da er auch nach seinem Wandel recht wenig Kontakt zu mir sucht (und das Selbe dann mir vorwirft). Außerdem ist es für mich äußerst unangenehm, zu sehen, wie mein Bruder in für mich paradiesischen Familienverhältnissen aufwächst, die mir nie gegeben waren, ich bin daher äußerst neidisch und kann ihn nicht recht leiden, auch wenn er mich im Gegenzug äußerst gern hat. Inzwischen habe ich meine eigene Wohnung, bin finanziell allerdings nach wie vor von meinen Eltern abhängig.

 

Da sich meine Situation nun, wenige Monate vor meiner Abitur auch schulisch zuspitzt und ich mich nur unter äußersten Mühen in der Lage bin, überhaupt noch halbwegs genügende Leistungen in für mich uninteressanten Gegenständen zu erbringen, habe ich mich dazu entschlossen, bei ihnen Rat zu suchen. Es mag seltsam sein, dass ich mich mit meinem geringen Alter ausgerechnet an eine deutsche Beratungsstelle für Männer wende und das nur über Email tue, doch habe ich recht wenig Ahnung bei wem ich mich hierzulande erkundigen kann. Auf ihren Link bin ich eher zufällig gestoßen und zu einer „persönlicheren“ Beratung als hier via Mail konnte ich mich noch nicht durchringen, da schon alleine die Kontaktaufnahme mit ihnen mir äußerste Überwindung abverlangt hat. Nur fürchte ich, dass sie mir, bis auf den Hinweis, dass eine persönliche Beratung notwendig ist, um meine Probleme wirklich zu lösen, keine große Hilfestellung bieten können.

 

Mit freundlichen Grüßen

...

 

 

 

Hallo ...

Sie vermuten richtig, eine richtig große Hilfestellung können wir sicher nicht leisten. Dazu ist Ihr Problem derzeit noch zu groß, als dass man es mit ein paar klugen Worten per E-Mail auflösen könnte.

Aber Sie haben schon mal den ersten Schritt getan, weitere werden folgen, Sie sind noch jung und alle Welt steht Ihnen offen, auch wenn Sie es im Moment vielleicht nicht sehen können.

Ich bin mir sicher, dass Sie sich von dem, was heute noch schwierig ist, zur rechten Zeit verabschieden werden.

Eine persönliche Beratung ist nicht notwendig, um den rechten Weg zu finden. Freilich hilft eine gute Beratung dabei, den einen oder anderen Irrweg nicht zu gehen, doch den Entwicklungsprozess und die persönlichen Auseinandersetzungen mit den eigenen Konflikten kann auch eine Beratung nicht ersetzen.

 

Odysseus hat es, trotz mancher Irrwege und ohne Beratung vorgemacht wie man ans Ziel kommt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Odysseus

 

 

Auch hier hat es einige Zeit gedauert, doch "Rechtgläubige zweifeln an Einer Stunde nicht":

 

 

Komm! ins Offene, Freund! zwar glänzt ein Weniges heute

Nur herunter und eng schließet der Himmel uns ein.

Weder die Berge sind noch aufgegangen des Waldes

Gipfel nach Wunsch und leer ruht von Gesange die Luft.

Trüb ists heut, es schlummern die Gäng' und die Gassen und fast will

Mir es scheinen, es sei, als in der bleiernen Zeit.

Dennoch gelinget der Wunsch, Rechtgläubige zweifeln an Einer

Stunde nicht und der Lust bleibe geweihet der Tag.

 

Hölderlin

Der Gang aufs Land

An Landauer

 

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 13. Mai 2008 15:04

An: info@maennerberatung.de

Betreff:

 

Hallo

 

Also. Gar nicht so einfach.

Mein Mann hatte vor einiger zeit immer mit damit zu tun, daß er tröpfchenweise auslief, wenn ich nur in seiner Nähe war. Wir gehen mal davon aus, das es daran liegt, daß er gerne öfter Geschlechtsverkehr hätte als ich.

Nun ist es wieder vorbei, nach unzähligen Diskussionen und Schmerzen seinerseits.

Aber unser jetziges Problem könnte eventuell auch damit zu tun haben.

Kurz danach fing es an, daß sein Glied für den Anfang zum mindest noch kurz steif wurde und dann aber von jetzt auf gleich schlaff war und nun hat sich evtl. im Samenleiter irgendwas angestaut oder was auch immer.

Auf jeden Fall, anschwellen tut das Glied die letzten Tage eigentlich gar nicht mehr, und mein Mann schwitzt innerhalb von 2 Min so extrem am ganzen Körper, das kennen wir gar nicht. Auch ist es so, das seid ca 2 Tagen im Nebenhoden, Samenleiter bereich auf der rechten Seite etwas angeschwollen (So fühlen wir es als Laien) und er sagt, daß das so eine Art Gefühl ist wie als wenn etwas eingeschlafen ist, es zieht sich allerdings bis an die Seite vom Oberschenkel. Und sobald wir die ?angeschwollene? Stelle leicht eindrücken ist das für ihn dieses Druckgefühl (schlafgefühl) besser.

 

Mit was haben wir es hier zu tun? Kriegen wir es alleine wieder in Griff.

...

 

 

 

 

Hallo ... ,

medizinisch kann ich Ihnen da sicher nicht weiterhelfen, aber den Mediziner geht es da trotz ihrer langjährigen Ausbildung oft nicht anders. Ihr Mann kann sich natürlich mal beim Urologen untersuchen lassen, vielleicht das der was organisches findet und dafür eine gute Therapie hat.

Ansonsten ist es natürlich wie oft in solchen Sachen auch möglich, dass die Symptome psychosomatisch bedingt sind. Das deuten Sie ja auch an.

Starkes Schwitzen ist, wenn es nicht an der äußeren Hitze liegt, etwa in der Sauna oder an einem heißen Sommertag, ein Vorgang, der entsteht, wenn wir vor Anforderungen stehen, die uns schwitzen lassen. So etwa bei Prüfungen. Vielleicht gibt es für Ihren Mann gerade eine Prüfungssituation, die es zu bewältigen gilt.

Das Gefühl, dass etwas angeschwollen ist, kann auch gut etwas mit Zorn zu tun haben. "Mir platzt gleich der Kragen", sagt man, wenn man kurz davor steht, die Beherrschung zu verlieren und Schläge auszuteilen. Wenn ein solches Gefühl in den männlichen Genitalien zu spüren ist, dann kann es um Fragen der männlichen Identität gehen, die sogenannte erektile Dysfunktion (Erektionsschwäche) ist ein originär männliches Thema.

Vielleicht nimmt Ihr Mann mal ein beraterisches Angebot wahr, in der es um diese Themen gehen kann.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 18. Januar 2008 01:11

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Sexuelle Orientierung

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

ich bin fast 22 Jahre alt und ich habe ein dringliches Anliegen bezüglich der Sicherheit meiner sexuellen Orientierung. Ich schildere Ihnen gerne den Bestand: Ich stand seit meiner Pubertät immer auf Frauen. Ich habe mich in Mädchen verliebt, zu hetero Pornos masturbiert und auch in meiner sexuellen Phantasie während der Masturbation dachte/denke ich fast ausschließlich nur an Frauen. Ich dachte ausschließlich nur an Frauen bis ich im Zuge meines 17ten Lebensjahres de merkwürdige Phantasie hatte von Männern missbraucht zu werden, die mich auch erregt hatte. Dazu muss ich sagen das ich bei Frauen schon immer eine sehr starke Analfixierung beobachtet hatte. Ich habe mr aber nie etwas dabei gedacht weil es nur ein sehr kleiner Anteil meiner Phantasie war. Irgendwann kam dann ein für mich traumatisches Erlebnis hinzu. Und zwar sagte dort ein junger Mann: "Ich dachte immer ich wäre hetero aber dann habe ich realisiert das schwulsein das einzigste Weg st für mich glücklich zu werden" - Das habe ich gesehen als ich knapp 19 war und von da an begann ich an meiner sexuellen Orientierung zu zweifeln. Als ich einige Monate später mit meinem besten Freund für 8 monate nach ... fuhr begann meine schlimmste Zeit des Lebens. In ... dem Schwulenparadies überhaupt begann ich nun wirklich an mir zu zweifeln, obwohl ich weiterhin immer wieder von Frauen erregt wurde und 0 von Männern. Obwohl es objektiv wirklich, bis auf den gewssen Anteil meiner Phantasie, keinen Hinweis darauf gab ob ich schwul oder bisexuell sei, hab ich mir immer eingeredet eines von beiden zu sein. Je nach Tagesform. Die Sache ist auch die, dass ich nie Männern hinterhergucke auch nicht unbewusst und das selbst gutaussehende bei mir keine erregung erzeugen. Das Problem ist das ich ein eher sensibler Typ bin und daher Parallelen zu vielen Schwulen zu mir ziehen kann, weshalb ch mr immer einrede das ich doch eine schwule Ader hab, sprich bisexuell bin. Ach ja während der Zeit in ... hab ich mich ca. 5 mal stark zu Frauen hingezogen gefühlt, körperlich und emotional und hatte dort auch eine Beziehung mit einem Mädel mit Sex, der auch gut war. Das war aber bisher der einzige n meinem Leben...

Heutzutage studiere ich in ... und habe kaum, bzw. fast keine homosexuellen Phantasien mehr. Körperlich fühle ich mich auch nicht zu Männern hingezogen. Schwulenpornos hab ich geguckt jedoch fand ich sie eher langweilig bis eklig, und auch eigentlich gar nicht erregend. Meine Phantasie revolviert um meine Mitstudentinnen also Mädls, mit denen ich in meiner Phantasie Anal- und Oralverkehr habe. Es törnt mich sehr an und bring mich zum Orgasmus. Auch auf offener Straße guck ch unbewusst Mädels hinterher und war hab mich schon gut 2mal verliebt. Trotzdem lebe ich in ständiger Angst plötzlch schwul zu werden oder von einem anderen Mann schwul gemacht zu werden. Obwohl ich keine schwulen Phantasien mehr habe und ich bei dm Gedanken an Sex mit Männern Ekel empfinde. Trotzdem taucht der Gedanke vielleicht doch schwul oder bi zu sein mmer wieder bei mir auf. Ich bn extrem homophob sozusagen, auch wenn ich nichts gegen Schwule habe! Das macht mich aber auch gegenüber den Mädls verklemmt bei denen ich mir eigentlich sicher bin das ich auf se stehe. Diese Zweifel machen mich fertig.... Es ist wie eine Paranoia die mr einredet sexuelles Bedürfnis nach Männern zu haben, obwohl mir immer wieder auffällt das ich wirklich auf Frauen stehe!

In meinen Gedanken ist das Wort "schwul" oder "bi" einfach so präsent das ich mich damit identifiziere - hört sich komisch an ich weiss. Auch wenn es in wirklichkeit nicht zutrifft. Ich halte mich an diesen Begrifflichkeiten auf obwohl kein Verlangen nach Männern besteht. Was raten Sie mir bei meinem Problem zu tun? Gibt es irgendwelche Beratungen die mir echte Abhilfe verschaffen können? Bitte um Hilfe!

Vielen Dank!

 

 

 

 

Hallo ... ,

ich glaube, Sie brauchen diese ganze Nachdenkerei über schwul oder nicht schwul, um sich daran festhalten zu können und den Kontakt zu Frauen zu vermeiden, weil Ihnen dieser zu viel Angst macht. Zu was anderem ist Ihre ganze Rumdenkerei sicher nicht gut.

In so fern ist es völlig egal, ob Sie nun über diese Thematik nachdenken oder über die Frage ob die Rente, die Sie vielleicht in vierzig Jahren bekommen, zum Leben ausreichen wird oder nicht.

 

Es geht daher in erster Linie sicher nicht um Fragen sexueller Orientierung, sondern um die Frage nach Ihre generellen Orientierung und Ihrem Halt im Leben und wie Sie einen guten Kontakt zu Frauen und auch zu Männern herstellen können.

Daran können Sie arbeiten. Bei Bedarf können Sie sich dafür kompetente fachliche Unterstützung suchen. In ... ist das vielleicht auf Grund der anderen Kultur und Sprache etwas schwieriger als in Deutschland. Aber Sie haben ja alle Zeit der Welt.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 29. März 2007 18:14

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Frauen

 

mein fetisch steigert sich immer mehr zuerst waren es bilder nackten frauen dann wurden es masturbations u. lesben filme nun schaue ich frauen hinter her u. mich erregt es wenn sie strumpfhosen anhaben auch strumpfhosen filme besitze ich aber nicht genug auch piss filme auch die menstruation einer frau bringt mich um den verstand nun ist es soweit das ich selbst damenunterwäsche anziehe auch röcke u. kleider meine freundin hat es akzeptiert bekomme auch die pille von ihr da ich den wunsch verspüre eine frau zu sein unser liebesleben bleibt auf der sträcke da ich mich nicht mehr als mann fühle u. sie keine lesbe mag achja: durch die pille habe ich schon einen sehr sehr kleinen busen. würde sehr mich gerne auf der straße als frau frei bewegen: bitte um ihren rat ob ich als frau auf die straße soll u. ob ich diese neigung mal loswerden kann!

 

 

 

 

Hallo ... ,

wenn Sie in Berlin am Nollendorfplatz als Frau verkleidet durch die Straßen laufen, würde das sicher keine Probleme bereiten. Wenn Sie das jedoch in einer Kleinstadt oder in einem Berliner Problemkiez tun, dann könnte das das eine oder andere Problem bereiten.

Die Neigung, in die Rolle einer Frau zuschlüpfen, können Sie sicher mal loswerden. Aber möglicherweise müssen Sie erst einmal mit dieser Rolle spielen, bevor es so weit sein wird, dass Sie von dieser Rolle auch wieder gut Abschied nehmen können.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Montag, 2. April 2007 09:14

An: info@maennerberatung.de

Betreff:

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

habe eine Frage, wie kann ich jemanden helfen der sich mir offenbart hat das er sich als Frau fühlt und aus seinem Körper heraus will.?

MFG

 

 

 

 

 

 

Hallo Frau ... ,

wie Sie dem Mann, der sich "als Frau fühlt und aus seinem Körper heraus will" helfen können, müssten Sie den Mann fragen. Vielleicht hat er ja eine Idee, wie Sie ihm helfen könnten. Vielleicht will er sich aber auch gar nicht helfen lassen. Bevor Sie also mit dem Helfen loslegen erkundigen Sie sich erst einmal ob und wenn ja, welcher Hilfe er gerne hätte. Wenn Sie wissen, welche Hilfe er konkret bei Ihnen sucht, dann überlegen Sie in Ruhe, ob Sie da auch helfen wollen oder ob Sie sich mit einer solchen "Hilfe" womöglich strafbar machen (Stichwort: Sterbehilfe).

 

Aus seinem biologischen Körper können Sie dem Mann jedenfalls nicht heraushelfen, weil die ein Faktum ist, das sich nicht verändern lässt. Möglicherweise kann der Mann sich auf diverse Weise verstümmeln (lassen). Da finden sich sicher einige skrupellose Ärzte die ihm dabei behilflich sind. Notfalls annonciert Ihr Bekannter im Internet, da finden sich genügend Sadisten, die nur darauf warten, dass sie einen Mann auf dessen Bitte verstümmeln können.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Mittwoch, 17. Mai 2006 00:43

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Anfrage

 

Können Sie mir Fachärzte nennen im Großraum Köln, die sich mit Menschen beschäftigen, die ihre gewünschte Identität als Mann oder Frau nicht genau kennen?

Mit freundlichen Grüßen

... 

 

 

 

 

Hallo ... ,

 

kenne ich keine. Aber ich würde auch keinen Arzt empfehlen, sondern gegebenenfalls einen kompetenten Therapeuten, da ich vermute, dass es Ihnen um eine Klärung Ihrer  geschlechtlichen Identität geht (oder die eines anderen, ihnen nahestehenden Menschen). Dabei ist ein Arzt nun wirklich nicht der geeignete Ansprechpartner. Ebenso gut könnten Sie auch einen Steuerberater oder einen Polizisten fragen, ob er bei der Entwicklung der geschlechtlichen Identität weiterhelfen kann.

 

... 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 24. Februar 2006 08:28

An: info@maennerberatung.de

Betreff: mein Bruder will eine Frau sein!

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

mein Bruder hat mir heute erzählt, dass er lieber eine Frau wäre… Komplett mit Geschlechtsumwandlung. Ich wollte mich im Internet informieren, damit ich besser bescheid weiß, wie er sich fühlt und wie andere Familienmitglieder mit dieser neuen Situation umgehen.

Stattdessen, stoße ich auf Sie. Ist es wirklich Ihr Ernst, dass Sie Ihre engstirnige Meinung übers Internet vertreten??? Sie sollten sich schämen! Sie haben noch nie gesehen, dass eine Geschlechtsumwandlung geklappt hätte?? Dann machen Sie doch einfach mal die Augen auf. Es gibt so viele Menschen, denen man es nicht ansieht, wenn man es nicht vorher weiß. Gerade wenn sich Frauen zu Männern operieren lassen. Sie wissen offensichtlich nicht welche Auswirkungen Testosteron auf den menschlichen Körper hat.

Informieren Sie sich doch erst einmal, bevor Sie Halbwissen verbreiten und dies dann auch noch als Tatsachen hinstellen!!

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ... 

Gesendet: Sonntag, 25. September 2005 18:13

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Geschlechtsumwandlung

 

hallo,

ich würde mich für eine Geschlechtsumwandlung interessieren. könnten sie mir einige Informationen per E-Mail zukommen lassen?

Vielleicht haben sie ein video- oder bildmatereal ein op.

danke

... 

 

 

 

 

Hallo Herr ... ,

 

Geschlechtsumwandlung gibt es nur im Märchen. Sie meinen daher sicherlich eine Operation und hormonelle Behandlung mit der Sie eine gewisse Ähnlichkeit mit dem anderen Geschlecht erreichen wollen. So etwas wird in Deutschland angeboten, wir versenden aber im allgemeinen keine Informationen darüber, weil wir solche Operationen und Behandlungen im allgemeinen nicht befürworten.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


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