Beziehung

 

 

 

 

 

 

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Peter Thiel - Systemischer Berater und Therapeut / Familientherapeut (DGSF

29.06.2016

 

 

 

 

Schlüsselwörter

Abhängigkeit, Abstand, Abweisung, Akzeptanz, Angst, Angst vor Nähe, Arbeitsbeziehung, Arrangement, Autismus, Autonomie, Abhängigkeit, Ärger, Asymmetrie, Balance, Beherrschung, Berührung, Betrug, Beziehung, Beziehungsabbruch, Beziehungsclinch, Beziehungskampf, Beziehungsstörung, Bindung, Blickkontakt, Demütigung, Desillusion, Destruktivität, Dilemma, Dissonanz, Distanz, Doppelbindung, Dominanz, Double-Bind, Dynamik, Ehe, Ehekrach, Ehescheidung, Eheversprechen, Ehevertrag, Eifersucht, Einladung, Einsamkeit, emotional, emotionale Abhängigkeit, emotionale Erpressung, Ent-Bindung, Enttäuschung, Erstarrung, Erwartung, Exklusivität, Flexibilität, Flirten, Folie à deux, Fremdbestimmung, führen, Führung, Gefährte, Gefährtin, geführt werden, Gegenseitigkeit, Geschäftsbeziehung, Gleichgewicht, Grabenkampf, Grenzen, Harmonie, Heirat, Heiratsschwindler, Hierarchie, Homöostase, Illusion, Instabilität, Interpunktion, Kampf, Kastrationsangst,  kognitive Dissonanz, Kommunikation, Kompromiss, Konflikt, Konfliktvermeidung, Konfluenz, Konfrontation, Kontakt, Kontaktvermeidung, Kontrakt, Kontrollbedürfnis, Kontrolle, Langeweile, Leiden, Liebe, Liebesbeziehung, Lösung,  Langeweile, Lüge, Macht, Machtkampf, Misstrauen, Muttersohn, Muttertochter, Nähe, offene Beziehung, Offenheit, Ohnmacht, Partnerschaft, Priorität, proaktiv, rational, reaktiv, Relation, Resonanz, Respekt, Respektlosigkeit, Schnittmenge, Selbstbestimmung, Selbstbetrug, Selbstwert, Selbstwertgefühl, Sicherheit, Spannung, spontan, Stabilität, Stalking, Starrheit, Stellungskampf, Streit, Streit ohne Ende, Streitsucht, Subdominanz, Sucht, Symbiose, Symmetrie, symmetrische Eskalation, Täuschung, Teufelskreis, Trennung, Treue, Triangulierung, Unabhängigkeit, Unsicherheit, Unterordnung, Unterwerfung, Untreue, Vatersohn, Vatertochter, Verführung, Verlassen, Verlassen werden, Verliebtheit, Verstrickung, Vertrag, Vertrauen, Waffenstillstand, Wahrheit, Wertschätzung, Wiederannäherung, Würde, Zweisamkeit, Zirkularität

 

 

 

 

 

Ein Mann kam an die Tür der Geliebten

Ein Mann kam an die Tür der Geliebten und klopfte. Eine Stimme fragte: "Wer ist da?" - "Ich bin es", antwortete er. Da sagte die Stimme: "Hier ist nicht genug Platz für mich und dich." Und die Tür blieb geschlossen. 

Nach einem Jahr der Einsamkeit und Entbehrung kam der Mann wieder und klopfte. Von drinnen fragte eine Stimme: "Wer ist da?" - "Du bist es", sagte der Mann. Und die Tür wurde ihm geöffnet.

 

Rumi, islamischer Mystiker, zititiert nach Thorwald Dethlefsen; Rüdiger Dahlke: "Krankheit als Weg. Deutung und Be-Deutung der Krankheitsbilder"; Goldmann Verlag, 1990

 

 

 

 

 

 

Beziehung als Grundelement des Lebens

Alles Leben ist Beziehung. Jeder Atemzug verbindet uns mit der Welt außerhalb und innerhalb unseres Körpers. Der Körper nimmt Sauerstoff auf und scheidet Kohlendioxid und Wasser aus. 

Neben den biologisch determinierten Beziehungen, wie der Atmung, dem Essen und Trinken, der Ausscheidung, dem Sehen und Hören und sogar dem Gleichgewichtssinn, der sich an der Schwerkraft orientiert, leben wir in sozial determinierten Beziehungen, zu unserem Nachbarn, dem Lärm von der Straße, unserer Partner und Kinder. Selbst der Schizophrene und der Autist leben in sozialen Beziehungen, der Schizophrene versucht seine Beziehung zur Außenwelt über seine schizophrene Kommunikationstechnik zu regulieren, der Autist versucht sich der Außenwelt zu entziehen, was ihm natürlich nur ansatzweise gelingt, in dem er sich partiell desensibilisiert oder tot stellt.

Wollen wir also etwas über uns erfahren, dann müssen wir etwas über unsere Beziehungen erfahren, wie wir atmen, wie wir lieben, wie wir hassen, wie wir zerstören und wie wir aufbauen und uns dabei ständig in Beziehung setzen.

 

 

Beziehung versus Partnerschaft

 

 

Mann setzt Ehefrau an der Autobahn aus

Nach einem Streit hat ein Mann seine 33-jährige Ehefrau an der Autobahn 27 ausgesetzt. Wie die Polizei gestern mitteilte, hatten Beamte die Frau aus Rotenburg am Donnerstagnachmittag an der Autobahnauffahrt Horn im Gras sitzend entdeckt. Die Frau gab an, sich während einer Autofahrt derart mit ihrem Gatten gestritten zu haben, dass sie darauf bestanden habe, den Wagen sofort zu verlassen. Ungeachtet der Örtlichkeit kam der erboste Ehemann dem Wunsch nach. In Erwartung, ihr Gatte würde sie wieder abholen, setzte sie sich daraufhin ins Gras. «Durch die Erfahrungen des Alltagslebens geprägt», brachten die Polizisten die Frau "sehr behutsam in die Realität zurück». Die Frau wurde zum Bahnhof gebracht, um nicht vergeblich auf die Rückkehr des Ehemannes warten zu müssen.

05.05.2007

http://www.e110.de/artikel/detail.cfm?pageid=67&id=81517

 

 

Wir verwenden nachfolgend den Begriff Beziehung teilweise synonym zu dem hier nicht definierten Begriff Partnerschaft. Allerdings geht der Begriff der Beziehung über den Begriff Partnerschaft hinaus, ist Partnerschaft mengentheoretisch eine Teilmenge von Beziehung. Beziehung oder Partnerschaft sind erst einmal weder gut noch schlecht, erst der Sinn und die Wertung die wir diesen geben, entscheidet über deren Qualität.

Alles Leben ist Beziehung, könnte man sagen. Oder wie es in einem alten Witz heißt, Beziehungen schaden nur dem, der keine hat. Allerdings muss man ehrlicherweise auch dazu fügen, dass Beziehungen mitunter auch denen schaden, die sie haben. Darum beschließen vielleicht auch manche Menschen gar keine Beziehungen mehr zu haben, was allerdings faktisch ein Ding der Unmöglichkeit ist.

Beziehungen haben, wie Beziehungen nicht haben, verursachen nicht selten Leid. Wer eine Beziehung hat leidet womöglich, weil die Beziehung mit Wünschen verbunden sind , die oft nicht erfüllt werden oder erfüllt werden können. Wer keine Beziehung hat leidet, weil das Leben als Steppenwolf nur den wenigsten Freude bereitet. Ist man dann doch der Einsamkeit glücklich entronnen und meint den Traumprinzen oder die Traumprinzessin gewonnen zu haben, meint man nicht selten etwas später aus dem Regen in die Traufe gekommen zu sein.

Was da letztlich helfen kann, ist sicher eine gute Portion Ausdauer und die Fähigkeiten Geben und Nehmen, Angreifen und Loslassen zu entwickeln und immer wieder dem Praxistest auszusetzen.

 

 

Herr K. fährt Auto

Herr K. hatte gelernt, Auto zu fahren, fuhr aber zunächst noch nicht sehr gut. "Ich habe erst gelernt, ein Auto zu fahren", entschuldigte er sich. "Man muss aber zweie fahren können, nämlich auch noch das Auto vor dem eigenen. Nur wenn man beobachtet, welches die Fahrverhältnisse für das Auto sind, das vor einem fährt, und seine Hindernisse beurteilt, weiß man, wie man in bezug auf dieses Auto verfahren muss.

Bertold Brecht: Geschichten vom Herrn Keuner

 

 

Wer sich zu diesem Thema einen Spielfilm ansehen will, dem sei der Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" empfohlen. 

 

Und täglich grüßt das Murmeltier ist eine Filmkomödie aus dem Jahr 1993, in der Bill Murray als Phil Connors einen egozentrischen, zynischen TV-Wetteransager spielt, dem es davor graut, seiner alljährlichen Verpflichtung nachzugehen, von einem Wetter-Ritual in der Kleinstadt Punxsutawney zu berichten. Andie MacDowell spielt Rita, seine neue Aufnahmeleiterin. Regie führte Harold Ramis, der auch eine kleine Nebenrolle übernommen hat.

 

 

Die Möglichkeiten der Gestaltung der Beziehung zwischen Mann und Frau sind so vielfältig wie die Interaktion von Hoch- und Tiefdruckgebieten, die wir auf der Wetterkarte modellieren oder in ihren Auswirkungen erleben können. Vom politisch korrekten paritätischen Beziehungsmodell über das Modell weiblicher Dominanz wie im Märchen vom "Vom Fischer und seiner Frau" bis hin zu Nietzsches "Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!“ - oft falsch zitiert als "Wenn du zum Weibe gehst, vergiss die Peitsche nicht." alles ist möglich.

 

 

Also sprach Zarathustra (Untertitel Ein Buch für Alle und Keinen, 1883–1885) ist ein dichterisch-philosophisches Werk des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche, das von vielen als sein Hauptwerk angesehen wird.

 

Von alten und jungen Weiblein

Von alten und jungen Weiblein ist eine weitere Rede Zarathustras aus dem ersten Teil des Buches.

Beim abendlichen Spaziergang trifft Zarathustra ein altes Weiblein, welches von ihm verlangt vom Weibe zu erzählen. Also sprach Zarathustra:

„Alles am Weibe ist ein Rätsel, und Alles am Weibe hat Eine Lösung: sie heißt Schwangerschaft. Der Mann ist für das Weib ein Mittel: der Zweck ist immer das Kind. [1]“

„Ein Spielzeug sei das Weib, rein und fein, dem Edelsteine gleich, bestrahlt von den Tugenden einer Welt, welche noch nicht da ist. Der Strahl eines Sternes glänze in eurer Liebe! Eure Hoffnung heiße: ‚möge ich den Übermenschen gebären!‘ [1]“

Zum Dank bekommt er vom alten Weiblein eine „kleine“, aber oft missverstandene „Wahrheit“ geschenkt:

„Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht! [1]“

Um die „kleine Wahrheit“ zu verstehen, muss man zunächst einmal interpretativ annehmen, was Zarathustra in seiner Rede über das Weib zum Ausdruck bringen wollte. Einen möglichen Schlüssel dazu liefert Nietzsche in Menschliches Allzumenschliches:

„Aus der Zukunft der Ehe. – Jene edlen, freigesinnten Frauen, welche die Erziehung und Erhebung des weiblichen Geschlechtes sich zur Aufgabe stellen, sollen einen Gesichtspunkt nicht übersehen: die Ehe in ihrer höheren Auffassung gedacht, als Seelenfreundschaft zweier Menschen verschiedenen Geschlechts, also so, wie sie von der Zukunft erhofft wird, zum Zweck der Erzeugung und Erziehung einer neuen Generation geschlossen, – eine solche Ehe, welche das Sinnliche gleichsam nur als ein seltenes, gelegentliches Mittel für einen größeren Zweck gebraucht, bedarf wahrscheinlich, wie man besorgen muss, einer natürlichen Beihilfe, des Konkubinats; denn wenn aus Gründen der Gesundheit des Mannes das Eheweib auch zur alleinigen Befriedigung des geschlechtlichen Bedürfnisses dienen soll, so wird bei der Wahl einer Gattin schon ein falscher, den angedeuteten Zielen entgegengesetzter Gesichtspunkt maßgebend sein: die Erzielung der Nachkommenschaft wird zufällig, die glückliche Erziehung höchst unwahrscheinlich. Eine gute Gattin, welche Freundin, Gehilfin, Gebärerin, Mutter, Familienhaupt, Verwalterin sein soll, ja vielleicht abgesondert von dem Manne ihrem eigenen Geschäft und Amte vorzustehen hat, kann nicht zugleich Konkubine sein: es hieße im Allgemeinen zu viel von ihr verlangen. … [2]“

Nachdem man nun weiß, was die Zukunft von Ehe und Gattin sein soll, versteht man auch, was die „kleine Wahrheit“ des „alten Weibleins“ bedeutet. „Die Peitsche dient anscheinend dazu, die eigenen sinnlichen Begierden bei der Wahl und im Umgang mit einer Gattin im Zaume zu halten, damit sie nicht als entscheidender Gesichtspunkt vorherrschen, sondern dass die Hervorbringung des Übermenschen dabei im Mittelpunkt steht.“ [3]

Es bleibt die Frage zu klären, wer denn eigentlich das alte Weiblein ist, das Zarathustra rät, die „kleine Wahrheit“ einzuwickeln und „ihr den Mund“ zu halten, damit sie nicht „überlaut“ [1] schreit und von allen missverstanden wird. Eine Antwort auf diese Frage findet sich in Die fröhliche Wissenschaft:

http://de.wikipedia.org/wiki/Also_sprach_Zarathustra

 

 

 

 

Partnerschaft

Die meisten Menschen sehnen sich nach einer stabilen, glücklichen und "von Liebe getragenen", zumeist heterosexuellen Partnerschaft (wem dafür das Wort Beziehung lieber ist, mag ruhig das verwenden. In den Märchen der Brüder Grimm finden wir die schöne Königstochter und den Prinzen, die sich am Schluss finden - und, wenn sie nicht gestorben sind, noch heute zusammen leben sollen. 

Trotz August Bebel (Die Frau und der Sozialismus) oder Alice Schwarzer (Der kleine Unterschied) sind für unsere heutigen Auffassungen über das Zusammenleben oder die Partnerschaft von Mann und Frau aus der christlichen kirchlichen Tradition übernommene Vorstellungen.

Der Apostel Paulus fordert dort die Frauen auf, ihren Ehemann als Herrn und Haupt anzuerkennen, während er die Männer ermahnt, in der Weise Herr der Familie zu sein, wie Christus Herr der Gemeinde ist.

 

Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter! Dadurch zeigt ihr, dass ihr euch dem Herrn unterordnet. Denn der Mann steht über der Frau, so wie Christus über der Gemeinde steht. Christus als dem Haupt verdankt die Gemeinde, die sein Leben ist, ihre Rettung. Wenn nun die Gemeinde Christus untergeordnet ist, so müssen auch die Frauen sich ihren Männern in allem unterordnen.

Ihr Männer, liebt eure Frauen, so wie Christus seine Gemeinde geliebt hat. Er hat sein Leben für sie gegeben, um sie zu seinem Volk zu machen. Er hat sie durch das Wasser der Taufe und das die Taufe begleitende Wort gereinigt. Denn er wollte sie als seine Braut in makelloser Schönheit vor sich stellen, ohne Flecken und Falten oder einen anderen Fehler. Sie sollte heilig und vollkommen sein. So müssen auch die Männer ihre Frauen lieben wie ihren eigenen Körper. Denn ein Mann, der seine Frau liebt, liebt sich selbst.

Der Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Ephesus, Epheser 5, 22

 

 

Das Christentum hat im Laufe der Zeit als einzig legitime Form einer - auch intimen - Partnerschaft die heterosexuelle Ehe propagiert und bestimmt. Im Konzil zu Trient (1563) bestimmte die Katholische Kirche, dass die Ehe "vor dem Priester" geschlossen werden müsste, um gültig zu sein. Allerdings führte dass dann dazu, dass heiratswillige Männer und Frauen, die schon verheiratetet waren und eine parallele zweite Ehe eingehen wollten, dem Priester einen Sack über den Kopf zogen, so dass dieser wohl nicht sehen konnte, wen er da traute, aber dennoch - wie vorgeschrieben anwesend war. Diese offenbar weit verbreitete Praxis führte dazu, dass die Kirche später verfügte, dass eine Ehe nur dann wirksam zustande kommt, wenn die Einigung vor einem Priester abgegeben wird, der "zur Entgegennahme der Erklärung bereit ist." - also keinen Sack über dem Kopf hat.

 

Bis in das 19. Jahrhundert hinein konnten jedoch nur rund ein Viertel der Bevölkerung heiraten, weil eine Heirat nach kirchlicher Bestimmung eine "Nahrung" voraussetzte - also einen Hof, einen Handwerksbetrieb etc. Knechte und Gesellen konnten im allgemeinen nicht heiraten.

 

vergleiche hierzu:

Hans-Martin Pawlowski: "Abschied von der ´bürgerlichen Ehe´? Ist der Schutz der Ehe durch den Staat noch zeitgemäß?"; In: "Deutsches und Europäisches Familienrecht" 2000, Heft 2, S.21/22

 

 

 

Inzwischen haben sich die Verhältnisse in Bezug auf die Ehe scheinbar ungedreht. Ein Großteil der Männer und Frauen heiratet irgendwann einmal in ihrem Leben, manche, so wie Gerhard Schröder und Joschka Fischer nehmen gleich mehrmals die preisgünstigen Konditionen der staatlich subventionierten Standesbeamten in Anspruch.

Andererseits versucht der Staat und die ihn im Bundestag stützenden Parteien, unfähig mit den finanziellen Einnahmen der Bürgerinnen und Bürger vernünftig umzugehen, ständig, möglichst allen Bürgerinnen und Bürgern, die irgendwie in einer Beziehung oder Partnerschaft leben, in eine Art von Zwangsehe hineinzupressen, man denke hier nur an die ständige Ausweitung sogenannter Bedarfsgemeinschaften oder an die angedachten und vom Bundesverfassungsgericht bereits abgesegneten Erweiterungen beim Betreuungsunterhalt für nichtverheiratete Mütter und Väter, gegenüber dem anderen Elternteil des gemeinsamen Kindes.

 

Der Alltag vieler Männer und Frauen sieht heute recht unromantisch aus. Viele gehen erst gar keine Bindung ein, oder bleiben nach einer gescheiterten Beziehung Single. Und die, die zusammenleben, haben sich häufig kaum noch was zu sagen, oder streiten sich in unendlich scheinender Abfolge herum. Jede dritte Ehe, in Großstädten jede zweite, wird geschieden. Da sind natürlich auch Mehrfachscheidungen dabei wie z.B. bei Bundeskanzler Gerhard Schröder (verheiratet in vierter Ehe), so dass der Bundesdurchschnitt nicht ganz so krass wie beim Bundeskanzler ausfällt.

Die Probleme sind nicht neu, wie schon das Märchen der Gebrüder Grimm "Vom Fischer und seiner Frau" zeigt.

 

 

Von dem Fischer und seiner Frau

Es war einmal ein Fischer und seine Frau, die wohnten zusammen in einem alten Pott dicht an der See, und der Fischer ging alle Tage hin und angelte, und er angelte und angelte. So saß er auch einmal mit seiner Angel und schaute immer in das klare Wasser hinein, und er saß und saß.

Da ging die Angel auf den Grund, tief, tief hinab, und wie er sie heraufholte, da zog er einen großen Butt heraus. Da sagte der Butt zu ihm: »Höre, Fischer, ich bitte dich, laß mich leben, ich bin kein richtiger Butt, ich bin ein verwünschter Prinz. Was hilft es dir, wenn du mich tötest? Ich würde dir doch nicht recht schmecken. Setz mich wieder ins Wasser und laß mich schwimmen!«

»Nun«, sagte der Mann, »du brauchst nicht so viele Worte zu machen, einen Butt, der sprechen kann, werde ich doch wohl schwimmen lassen.« Damit setzte er ihn wieder in das klare Wasser hinein, und der Butt schwamm zum Grund hinab und ließ einen langen Streifen Blut hinter sich. Der Fischer aber stand auf und ging zu seiner Frau in den alten Pott.

»Mann«, sagte die Frau, »hast du heute nichts gefangen?«

»Nein«, sagte der Mann, »ich habe einen Butt gefangen, der sagte, er sei ein verwünschter Prinz, da habe ich ihn wieder schwimmen lassen.«

»Hast du dir denn nichts gewünscht?« sagte die Frau.

»Nein«, sagte der Mann, »was sollte ich mir denn wünschen?«

»Ach«, sagte die Frau, »es ist doch übel, hier immer in dem alten Pott zu wohnen, der stinkt und ist so eklig; du hättest uns doch eine kleine Hütte wünschen können. Geh noch einmal hin und rufe den Butt und sage ihm, wir wollen eine kleine Hütte haben. Er tut das gewiß.«

»Ach«, sagte der Mann, »was soll ich da noch mal hingehen?«

»I«, sagte die Frau, »du hast ihn doch gefangen gehabt und hast ihn wieder schwimmen lassen, er tut das gewiß. Geh nur gleich hin!« Der Mann wollte noch nicht so recht; aber er wollte auch seiner Frau nicht zuwiderhandeln, und so ging er denn hin an die See. Als er da nun hinkam, war die See ganz grün und gelb und gar nicht mehr so klar. Da stellte er sich denn hin und rief:

»Manntje, Manntje, Timpe Te,

Buttje, Buttje in der See,

myne Fru, de Ilsebill,

will nich so, as ik wol will.«

Da kam der Butt angeschwommen und sagte: »Na, was will sie denn?«

»Ach«, sagte der Mann, »ich hatte dich doch gefangen, nun sagt meine Frau, ich hätte mir etwas wünschen sollen. Sie mag nicht mehr in dem alten Pott wohnen, sie wollte gerne eine Hütte.«

»Geh nur hin«, sagte der Butt, »sie hat sie schon.«

Da ging der Mann hin, und seine Frau saß nicht mehr in dem alten Pott, aber es stand nun eine kleine Hütte da, und seine Frau saß vor der Tür auf einer Bank. Da nahm ihn seine Frau bei der Hand und sagte zu ihm: »Komm nur herein, siehst du, nun ist das doch viel besser.«

Da gingen sie hinein, und in der Hütte war ein kleiner Vorplatz und eine kleine hübsche Stube und eine Kammer, wo für jeden ein Bett stand, und Küche und Speisekammer und ein Geräteschuppen waren auch da, und alles war auf das schönste und beste eingerichtet mit Zinnzeug und Messingzeug, wie sich das so gehört. Und hinter der Hütte, da war auch ein kleiner Hof mit Hühnern und Enten und ein kleiner Garten mit Gemüse und Obst.

»Siehst du«, sagte die Frau, »ist das nicht nett?«

»Ja«, sagte der Mann, »so soll es bleiben; nun wollen wir recht vergnügt leben.«

»Das wollen wir uns bedenken«, sagte die Frau. Und dann aßen sie etwas und gingen zu Bett.

So ging das wohl acht oder vierzehn Tage, da sagte die Frau: »Hör, Mann, die Hütte ist auch gar zu eng, und der Hof und der Garten sind so klein. Der Butt hätte uns wohl auch ein größeres Haus schenken können. Ich möchte wohl in einem großen steinernen Schloß wohnen. Geh hin zum Butt, er soll uns ein Schloß schenken!«

»Ach, Frau«, sagte der Mann, »die Hütte ist ja gut genug, was sollen wir in einem Schloß wohnen?"

»I was«, sagte die Frau, »geh du nur hin, der Butt kann das wohl tun.«

»Nein, Frau«, sagte der Mann, »der Butt hat uns erst die Hütte gegeben, ich mag nun nicht schon wieder kommen, das könnte den Butt verdrießen.«

»Geh doch!« sagte die Frau. »Er kann das recht gut und tut das gern, geh du nur hin!« Dem Manne war das Herz so schwer, und er wollte nicht. Er sagte bei sich selbst: Das ist nicht recht, er ging aber doch hin.

Als er an die See kam, war das Wasser ganz violett und dunkelblau und grau und dick und gar nicht mehr so grün und gelb, doch war es noch still. Da stellte er sich hin und rief:

»Manntje, Manntje, Timpe Te,

Buttje, Buttje in der See,

myne Fru, de Ilsebill,

will nich so, as ik wol will.«

»Na, was will sie denn?« sagte der Butt.

»Ach«, sagte der Mann halb bekümmert, »sie will in einem großen Schlosse wohnen.«

»Geh nur hin, sie steht schon vor der Tür«, sagte der Butt.

Da ging der Mann fort und dachte, er wollte nach Hause gehen, aber als er da ankam, stand da nun ein großer, steinerner Palast, und seine Frau stand eben auf der Treppe und wollte hineingehen. Da nahm sie ihn bei der Hand und sagte: »Komm nur herein!« Darauf ging er mit ihr hinein, und in dem Schlosse war eine große Diele mit marmelsteinernem Boden, und da waren so viele Bediente, die rissen die großen Türen auf, und die Wände glänzten von schönen Tapeten, und in den Zimmern waren lauter goldene Stühle und Tische, und kristallene Kronleuchter hingen an der Decke, und in allen Stuben und Kammern lagen Teppiche. Und das Essen und der allerbeste Wein standen auf den Tischen, als wenn sie brechen sollten. Und hinter dem Hause war auch ein großer Hof mit Pferd- und Kuhstall und mit Kutschwagen auf das allerbeste, und da war auch noch ein großer, prächtiger Garten mit den schönsten Blumen und feinen Obstbäumen und ein Lustwäldchen, wohl eine halbe Meile lang, darin waren Hirsche und Rehe und Hasen, alles, was man sich nur immer wünschen mag.

»Na«, sagte die Frau, »ist das nun nicht schön?«

»Ach ja«, sagte der Mann, »so soll es auch bleiben, nun wollen wir in dem schönen Schlosse wohnen und wollen zufrieden sein.«

»Das wollen wir uns bedenken«, sagte die Frau, »und wollen es beschlafen.« Und damit gingen sie zu Bett.

Am andern Morgen wachte die Frau zuerst auf, es wollte gerade Tag werden, und sie sah aus ihrem Bette das herrliche Land vor sich liegen. Der Mann reckte sich noch, da stieß sie ihn mit dem Ellenbogen in die Seite und sagte: »Mann, steh auf und guck mal aus dem Fenster! Sieh, könnten wir nicht König werden über all das Land? Geh hin zum Butt, wir wollen König sein!«

»Ach, Frau«, sagte der Mann, »was sollen wir König sein! Ich mag nicht König sein!«

»Na«, sagte die Frau, »willst du nicht König sein, so will ich König sein. Geh hin zum Butt, ich will König sein.«

»Ach, Frau«, sagte der Mann, »was willst du König sein? Das mag ich ihm nicht sagen.«

»Warum nicht?« sagte die Frau. »Geh stracks hin, ich muß König sein.«

Da ging der Mann hin und war ganz bekümmert, daß seine Frau König werden wollte. Das ist nicht recht und ist nicht recht, dachte der Mann. Er wollte gar nicht hingehen, ging aber doch hin.

Und als er an die See kam, da war die See ganz schwarzgrau, und das Wasser gärte so von unten herauf und roch ganz faul. Da stellte er sich hin und rief:

»Manntje, Manntje, Timpe Te,

Buttje, Buttje in der See,

myne Fru, de Ilsebill,

will nich so, as ik wol will.«

»Na, was will sie denn?« sagte der Butt.

»Ach«, sagte der Mann, »sie will König werden.«

»Geh nur hin, sie ist es schon«, sagte der Butt.

Da ging der Mann hin, und als er zum Palast kam, da war das Schloß viel größer geworden und hatte einen großen Turm und herrlichen Zierat daran, und die Schildwachen standen vor dem Tor, und da waren so viele Soldaten und Pauken und Trompeten.

Und als er in das Haus kam, da war alles von purem Marmelstein mit Gold und samtenen Decken und großen goldenen Quasten. Da gingen die Türen vom Saal auf, in dem der ganze Hofstaat war, und seine Frau saß auf einem hohen Thron von Gold und Diamant und hatte eine große goldene Krone auf und das Zepter in der Hand von purem Gold und Edelstein, und auf jeder Seite von ihr standen sechs Jungfrauen in einer Reihe, eine immer einen Kopf kleiner als die andere.

Da stellte er sich hin und sagte: »Ach, Frau, bist du nun König?«

»Ja«, sagte die Frau, »nun bin ich König.«

Da stand er da und sah sie an, und als er sie so eine Zeitlang angesehen hatte, da sagte er: »Ach, Frau, was steht dir das schön, wenn du König bist! Nun wollen wir auch nichts mehr wünschen.«

»Nein, Mann«, sagte die Frau und war ganz unruhig, »mir wird schon die Zeit und Weile lang, ich kann das nicht mehr aushalten. Geh hin zum Butt, König bin ich, nun muß ich Kaiser auch werden.«

»Ach, Frau«, sagte der Mann, »was willst du Kaiser werden!«

»Mann«, sagte sie, »geh hin zum Butt, ich will Kaiser sein.«

»Ach, Frau«, sagte der Mann, »Kaiser kann er nicht machen, ich mag dem Butt das nicht sagen; Kaiser ist nur einer im Reich. Kaiser kann der Butt ja nicht machen, das kann und kann er nicht.«

»Was«, sagte die Frau, »ich bin König, und du bist bloß mein Mann, willst du gleich hingehen? Sofort gehst du hin. Kann er König machen, kann er auch Kaiser machen. Ich will und will Kaiser sein, gleich geh hin!« Da mußte er hingehen.

Als der Mann aber hinging, da war ihm ganz bang, und als er so ging, dachte er bei sich: Das geht und geht nicht gut. Kaiser ist zu unverschämt. Der Butt wird das am Ende doch müde. Und da kam er nun an die See, da war die See ganz schwarz und dick und fing schon an so von unten herauf zu gären, daß es Blasen gab, und da ging ein Windstoß darüber hin, daß es nur so schäumte, und dem Manne graute. Da stellte er sich hin und rief:

»Manntje, Manntje, Timpe Te,

Buttje, Buttje in der See,

myne Fru, de Ilsebill,

will nich so, as ik wol will.«

»Na, was will sie denn?« sagte der Butt.

»Ach, Butt«, sagte er, »meine Frau will Kaiser werden.«

»Geh nur hin«, sagte der Butt, »sie ist es schon.«

Da ging der Mann fort, und als er ankam, da war das ganze Schloß von poliertem Marmelstein mit alabasternen Figuren und goldenem Zierat. Vor dem Tor marschierten die Soldaten, und sie bliesen Trompeten und schlugen Pauken und Trommeln.

Aber im Hause, da gingen die Barone und Grafen und Herzöge nur so als Bediente herum. Da machten sie ihm die Türen auf, die waren von lauter Gold. Und als er hereinkam, da saß seine Frau auf einem Thron, der war von einem Stück Gold und war wohl zwei Meilen hoch. Und sie hatte eine große goldene Krone auf, die war drei Ellen hoch und mit Brillanten und Karfunkelsteinen besetzt. In der einen Hand hatte sie das Zepter und in der anderen Hand den Reichsapfel, und auf beiden Seiten neben ihr, da standen die Trabanten so in zwei Reihen, einer immer kleiner als der andere, von dem allergrößten Riesen, der war zwei Meilen hoch, bis zu dem allerkleinsten Zwerg, der war nur so groß wie mein kleiner Finger. Und vor ihr standen viele Fürsten und Herzöge.

Da stellte sich der Mann dazwischen und sagte: »Frau, bist du nun Kaiser?«

»Ja«, sagte sie, »ich bin Kaiser.«

Da stand er da und sah sie so recht an, und als er sie eine Zeitlang angesehen hatte, da sagte er: »Ach, Frau, was steht dir das schön, wenn du Kaiser bist.«

»Mann«, sagte sie, »was stehst du da herum? Ich bin nun Kaiser, nun will ich aber auch Papst werden, geh hin zum Butt!«

»Ach, Frau«, sagte der Mann, »was willst du denn noch? Papst kannst du nicht werden, Papst ist nur einer in der Christenheit, das kann er doch nicht machen.«

»Mann«, sagte sie, »ich will Papst werden, geh gleich hin, ich muß heute noch Papst werden.«

»Nein, Frau«, sagte der Mann, »das mag ich ihm nicht sagen! Das geht nicht gut, das ist zu grob, zum Papst kann dich der Butt nicht machen.«

»Mann, was für ein Geschwätz«, sagte die Frau, »kann er Kaiser machen, kann er auch Papst machen. Geh sofort hin! Ich bin Kaiser, und du bist bloß mein Mann, willst du wohl hingehen?«

Da kriegte er Angst und ging hin, ihm war aber ganz flau, und er zitterte und bebte, und die Knie und die Waden bibberten ihm. Da fuhr ein Wind über das Land, und die Wolken flogen, daß es dunkel wurde wie am Abend, die Blätter wehten von den Bäumen, und das Wasser ging und brauste, als ob es kochte, und schlug an das Ufer, und weit draußen sah er die Schiffe, die gaben Notschüsse ab und tanzten und sprangen auf den Wellen. Der Himmel war in der Mitte noch so ein bißchen blau, aber an den Seiten, da zog es herauf wie ein schweres Gewitter. Da stellte er sich ganz verzagt in seiner Angst hin und sagte:

»Manntje, Manntje, Timpe Te,

Buttje, Buttje in der See,

meine Frau, die Ilsebill,

will nicht so, wie ich wohl will.«

»Na, was will sie denn?« sagte der Butt.

»Ach«, sagte der Mann, »sie will Papst werden.«

»Geh nur hin, sie ist es schon«, sagte der Butt.

Da ging er fort, und als er ankam, war da eine große Kirche von lauter Palästen umgeben. Da drängte er sich durch das Volk. Innen war aber alles mit tausend und tausend Lichtern erleuchtet, und seine Frau war in lauter Gold gekleidet und saß auf einem noch viel höheren Thron und hatte drei große goldene Kronen auf, und rings um sie herum standen viele vom geistlichen Stand, und auf beiden Seiten neben ihr, da standen zwei Reihen Lichter, das größte so dick und so groß wie der allergrößte Turm bis hinunter zum allerkleinsten Küchenlicht, und alle die Kaiser und die Könige, die lagen vor ihr auf den Knien und küßten ihr den Pantoffel.

»Frau«, sagte der Mann und sah sie so recht an, »bist du nun Papst?«

»Ja«, sagte sie, »ich bin Papst.«

Da stand er da und sah sie recht an, und das war, als ob er in die helle Sonne sähe. Als er sie nun eine Zeitlang angesehen hatte, da sagte er: »Ach, Frau, was steht dir das schön, daß du Papst bist!« Sie saß aber da so steif wie ein Baum und rüttelte und rührte sich nicht.

Da sagte er: »Frau, nun sei auch zufrieden, jetzt wo du Papst bist, jetzt kannst du doch nichts anderes mehr werden.«

»Das will ich mir bedenken«, sagte die Frau. Damit gingen sie beide zu Bett, aber sie war nicht zufrieden, und die Gier ließ sie nicht schlafen, sie dachte immer, was sie noch mehr werden könnte.

Der Mann schlief recht gut und fest, er war den Tag viel gelaufen, die Frau aber konnte gar nicht einschlafen und warf sich von einer Seite auf die andere, die ganze Nacht hindurch, und dachte nur immer, was sie wohl noch werden könnte, und konnte sich doch auf nichts mehr besinnen. Schließlich wollte die Sonne aufgehen, und als die Frau das Morgenrot sah, da richtete sie sich in ihrem Bett auf und sah sich das an, und als sie nun im Fenster die Sonne heraufkommen sah, da dachte sie: Ha, könnte ich nicht auch die Sonne und den Mond aufgehen lassen?

»Mann«, sagte sie und stieß ihn mit dem Ellenbogen in die Rippen, »wach auf, geh hin zum Butt, ich will werden wie der liebe Gott.« Der Mann war noch halb im Schlaf, aber er erschrak so, daß er aus dem Bette fiel. Er meinte, er hätte sich verhört, rieb sich die Augen aus und fragte: »Ach, Frau, was hast du gesagt?«

»Mann«, sagte sie, »wenn ich nicht die Sonne und den Mond kann aufgehen lassen und muß das so mit ansehen, wie Sonne und Mond aufgehen - ich kann das nicht aushalten und habe keine ruhige Stunde mehr, daß ich sie nicht selber kann aufgehen lassen.« Da sah sie ihn so recht grausig an, daß ihn ein Schauder überlief. »Sofort gehst du hin, ich will werden wie der liebe Gott.«

»Ach, Frau«, sagte der Mann und fiel vor ihr auf die Knie, »das kann der Butt nicht. Kaiser und Papst kann er machen, ich bitte dich, sei vernünftig und bleib Papst!«

Da kam sie in Wut, die Haare flogen ihr wild um den Kopf, sie riß sich das Leibchen auf und trat nach ihm mit dem Fuß und schrie: »Ich halte und halte das nicht länger aus. Willst du wohl gleich hingehen!« Da zog er sich die Hosen an und rannte los wie ein Verrückter.

Draußen aber ging der Sturm und brauste, daß er kaum noch auf seinen Füßen stehen konnte. Die Häuser und die Bäume wurden umgeweht, und die Berge bebten, und die Felsbrocken rollten in die See, und der Himmel war pechschwarz, und es donnerte und blitzte, und die See rollte daher in hohen schwarzen Wogen, so hoch wie Kirchtürme und Berge, und sie hatten alle darauf eine weiße Krone von Schaum. Da schrie er und konnte sein eigenes Wort nicht hören:

»Manntje, Manntje, Timpe Te,

Buttje, Buttje in der See,

meine Frau, die Ilsebill,

will nicht so, wie ich wohl will.«

»Na, was will sie denn?« fragte der Butt.

»Ach«, sagte er, »sie will wie der liebe Gott werden.

»Geh nur hin, sie sitzt schon wieder in dem alten Pott.«

Und da sitzen sie noch bis heute und auf diesen Tag.

 

http://gutenberg.spiegel.de/grimm/maerchen/fischer.htm

 

 

 

 

Dieses schöne Märchen zeigt uns eine wichtige Ursache sogenannter Partnerschaftsprobleme - unsere Unzufriedenheit. Dies betrifft Frauen wie Männer gleichermaßen, auch wenn das Märchen nur eine unzufriedene Frau zeigt. Ein Großteil unserer Probleme rührt weniger aus einem Mangel her, sondern aus unserem oft nur gering entwickelten Vermögen zufrieden zu sein. So geht es uns wie in der kurzen von Bert Hellinger erzählten Geschichte:

 

Da war mal einer, der war hungrig, und dann durfte er sich an einen reich gedeckten Tisch setzen. Doch er sagte: `Das kann doch nicht wahr sein!`, und hat weiter gehungert.

 

 

Statt sitzen zu bleiben, springen wir auf - und kommen niemals an. 

Zufriedenheit und Unzufriedenheit sind zwei zusammengehörende Gegensätze. Erst die Einseitigkeit macht uns leiden. Wer nur zufrieden ist, wird sich langweilen, wer nur unzufrieden ist, wird dauernd auf dem Weg sein und niemals ankommen.

 

 

 

Der Radwechsel




Ich sitze am Straßenrand

Der Fahrer wechselt das Rad.

Ich bin nicht gerne, wo ich herkomme.

Ich bin nicht gerne, wo ich hinfahre.

Warum sehe ich den Radwechsel 

Mit Ungeduld? 

 

Bertolt Brecht

 

 

Wenn wir unsere Fähigkeit mehr entwickeln, in unseren Beziehungen nicht immer alles ändern zu wollen, und im besonderen, den anderen oder die andere nicht immer ändern zu wollen, und statt dessen dass zu genießen, was schon da ist, so erledigen sich auf einen Schlag ein Großteil unserer selbstgemachten Probleme. In der Komödie "Alles auf Zucker" von Dani Levy (Deutschland 2004) geht es um den "spielsüchtigen" Jaecki Zucker, der mit richtigen Namen Zuckermann heißt und jüdischer Abstammung ist, von der er aber nichts wissen will. Seine Frau leidet unter der "Spielsucht" ihres Mannes, will sich deswegen von ihm trennen und nur durch den unverhofften Tod der Mutter von Zucker, nehmen die Dinge einen anderen Lauf. Der bisher faktisch unbekannte Bruder von Zucker, ein eher orthodoxer Jude, kommt mit seiner ganzen Mischpoke aus Westdeutschland nach Ostdeutschland, um gemeinsam mit seinem ungeliebten Bruder sieben Tage Totenwache zu halten. Der Film endet damit, dass Zuckers Frau, die gemeinsame Tochter, aber auch der bisher mit ihm auf Kriegsfuß stehende Westbruder und seine Familie, Zucker bei seiner Spielleidenschaft unterstützen. Zum Schluss ist die Geldknappheit zwar nicht behoben, aber "das Problem", um das sich vorher alles zwanghaft drehte, hat sich nun in Luft aufgelöst. 

Wenn sich Probleme auflösen, heißt dies nicht, dass wir keine Schwierigkeiten mehr hätten, diese sind Bestandteil des Lebens. Probleme, so könnte man sagen, sind aber diejenigen Schwierigkeiten, die wir uns "zu Recht oder Unrecht" selber erfinden. 

 

 

 

Dogmen und Mythen

Partnerschaft wird durch eine Reihe von Dogmen und Mythen erschwert, so z.B. das Dogma man müsse um eine gefährdete Partnerschaft kämpfen. Das Kämpfen scheint den Deutschen sehr zu liegen. Erster Weltkrieg und Zweiter Weltkrieg, "Mein Kampf" von Adolf Hitler, die deutsche Kampfmentalität geht bis in die privaten Bereiche und die Beziehungen und dementsprechend frustriert schauen viele Männer und Frauen aus, denen man auf der Straße begegnet. Die Kampfmentalität führt in Partnerschaften und Beziehungen zu allerlei Verrenkungen bis hin zur Selbstverleugnung. Anstatt die Realität anzuerkennen, wird bis zum Umfallen um die Partnerschaft "gekämpft", und um so mehr "gekämpft" wird um so schneller und nachhaltiger gehen die Partner auf Distanz und der "Kampf um die Partnerschaft" beschleunigt selbst das Ende der Partnerschaft.

Nicht zu kämpfen, ist nicht gleichzusetzen mit kein Interesse an dem anderen zu zeigen. Partnerschaft lebt vom gegenseitigen Interesse aneinander. Deshalb ist Stalking auch keine Partnerschaft, sondern eine einseitige Form von Beziehung, in der nur der Stalker oder die Stalkerin Interesse an der Beziehung hat, nicht aber in umgekehrter Richtung das Objekt seines Interesses an ihm oder ihr. 

Partnerschaft ohne gegenseitiges Interesse ist tot. Deshalb sind nicht wenige sogenannter Partnerschaften lediglich halbtote Hüllen oder bestenfalls Zweckgemeinschaften. Ein Rest von Interesse ist wohl immer noch da und sei es nur, dass man Angst vor der endgültigen auch räumlichen Trennung hat. So lebt man nebeneinander, aber man könnte auch genau so gut getrennt voneinander leben, wenn man nicht so viel Angst vor dem Alleinsein und einem Neubeginn hätte. 

 

 

Bis dass der Tod Euch scheidet

Eines der ältesten Dogmen ist wohl die christliche Eheformel bei einer Heirat: Bis dass der Tod Euch scheidet.

Wer einen solchen Anspruch verinnerlicht hat, der kann jedes Ende einer Partnerschaft nicht akzeptieren. Der kämpft um eine Partnerschaft, die nicht mehr gewonnen werden kann. Der meint, seine Ehe wäre "gescheitert", anstatt den Fluss des Lebens anzuschauen und schließlich anzunehmen.

Doch die Menschen wollen offenbar betrogen werden, um sich in Sicherheit zu wiegen, wo keine ist, aber auch keine nicht ist, wie Watzlawick in seinem Vortrag "Vom Sinn des Unsinns" sagt.

 

 

 

Liebe

Ein gängiges Dogma scheint auch zu sein, man müsse "verliebt" sein, sonst wäre die Beziehung keine wirkliche Beziehung. Nun ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Menschen Gefühle der Verliebtheit erleben und diese als positiv wahrnehmen, im Gegenteil kann man sich für Menschen freuen, die solche Gefühle erleben.

Beziehungen können jedoch für die Betreffenden ebenso wertvoll sein, wenn ein solches Gefühl nicht wahrgenommen wird. Das Gefühl der Verliebtheit ist ohnehin oft ein schnell vergängliches und es wäre unsinnig zu verlangen, alle Paare müssten sich trennen, sobald das Gefühl der Verliebtheit verflogen ist.

 

 

Treue

Ein anderes Dogma lautet, man müsse seinem Partner treu sein. Seitensprünge oder parallele Beziehungen sind daher per se partnerschaftsgefährdend.

Beliebt ist auch die Redewendung von der "wirklichen" Partnerschaft. Mit "wirklich" ist dabei eine mehr oder weniger konkrete Phantasie des Betreffenden über das gemeint, was für ihn oder sie denn Partnerschaft wäre und was nicht. Mit der Realität von Partnerschaft oder Beziehungen hat das oft nur so viel zu tun, dass mit den hohen und idealisierten Maßstäbe die Qualitäten einer bestehenden Beziehung abgewertet werden. Oft wird geschaut, was man nicht hat, statt sich an dem zu erfreuen, was man hat. Die Weltanschauung "Das Glas ist halb leer", statt "das Glas ist halb voll" dient hier als ideologische Vorlage.

 

 

Wahrheit

Ein weiteres gängiges Dogma lautet, in Beziehungen müsse die Wahrheit ausgesprochen werden. Seltsamer Weise lügen die Menschen, wenn sie nicht allein sind, mehrmals am Tag. Das fängt schon bei der Mimik an. Statt die Augen nach oben zu rollen (aus dem Kontakt) zu gehen, überwindet man sich und schaut sein gegenüber an, obwohl man am liebsten sagen würde, ach du schon wieder oder: mit dir will ich nichts zu tun haben. Statt dessen verhält man sich sozial, schon dass Sie wieder da sind, schön, Sie zu treffen (nice to meet you), während man den anderen am liebsten auf den Mond schießen würde.

Wenn die Menschen lügen, haben sie ihre guten Gründe dafür, sonst würden sie es nicht tun. Der Partner, der sich darüber beklagt, dass seine Frau / ihr Mann sie belogen hat, könnte sich daher fragen, was habe ich dafür getan, dass mein Partner mich belügt.

Die Lüge dient oft auch dem Zweck, dem anderen nicht weh zu tun. Der andere, daraufhin angesprochen, sagt, ich will aber die Wahrheit wissen, auch wenn es weh tut, das gehört zu einer guten Beziehung. Wenn der andere diesen Vortrag nun ernst nimmt und ab nun nur noch die volle Wahrheit erzählt, wird dies über kurz oder lang bereuen, dann die Absichtserklärung des anderen, er wolle die volle Wahrheit hören, besteht den Praxistest nicht. Statt dessen Vorwürfe, Gekränktsein, etc. pp. Und da jegliches Verhalten das Ergebnis von Lernvorgängen ist, verzichtet man das nächste Mal auf die volle Wahrheit und begnügt sich mit Halbwahrheiten, Unwahrheiten oder gar Lügen. 

 

 

 

 

Die eierlegende Wollmilchsau

Wer wollte es uns verdenken, eigentlich möchten wir einen Partner / Partnerin  haben, die einer eierlegenden Wollmilchsau ähnelt. Die  eierlegenden Wollmilchsau versorgt uns immer auf das beste, ein warmer Wollpullover für den Winter, ein gutes Glas Milch, Butter und Schlagsahne, ein deftiges Schnitzel mit Spiegelei. Wenn nötig, nutzen wir die eierlegenden Wollmilchsau für einen Ausritt in die nähere Umgebung oder zeigen die Wundersau unseren ungeliebten Nachbarn, damit er vor Neid platzt.

Doch das Leben ist manchmal kein Wunschkonzert und weit und breit ist keine die eierlegenden Wollmilchsau da. Manchmal kommt es vor, dass wir zwar einen schönen Pullover haben, doch es ist gerade Sommer, wo man ihn nicht braucht. Wenn es aber gerade Winter ist, dann fehlt uns just zu dieser Zeit ein Pullover und Geld haben wir auch gerade keins, um uns einen zu kaufen. 

So kommt alles gute nur selten zusammen und wenn es schon mal da ist, ist es auch schon schnell vorbei.

Oder wir haben scheinbar Glück und alles fließt uns zu, so wie die Milch dem Frosch, der ins Milchfass gefallen ist. Der Frosch hat Milch im Überfluss und strampelt dennoch um sein Leben. Glück gehabt, nach einer Weile bildet sich wie bei einem zufrierenden See oben Butter und der Frosch hopst erschöpft auf die feste Butterschicht hopsen und schwört sich, in seinem Leben nie wieder Mich im Überfluss haben zu wollen.

Nicht viel anders ging es dem Fischer und seiner Frau. Des guten war es nie genug und dann war schließlich gar nichts mehr da.

 

 

 

 

Kontrakt

In der populären Auffassung wird Partnerschaft oft als von selbstloser Liebe getragen angesehen. Wenn die Seifenblase dann platzt und dies geschieht in Deutschland jedes Jahr einige hunderttausend Mal, sind das Geschrei und die Schuldvorwürfe groß.

Dass Partnerschaft wesentlich auch auf persönlichen Interessen beruht, wurde unter der Sichtweise, es ginge nur um Liebe, verdrängt. Persönliche Interessen in Partnerschaften werden in einem offenen oder heimlichen Kontrakt (Vertrag) verabredet oder stillschweigend vorausgesetzt. Ist der Kontrakt offen, dann weiß jeder der beiden Partner woran er oder sie ist. So etwa beim bürgerlichen Eheideal. Der Mann sorgt für Geld, Status und materiellen Wohlstand, mithin also für materielle Sicherheit, die Frau sorgt für Haus und Kinder und für die emotionale Sicherheit. Nach Jürg Willi könnte man das auch eine Kollusion nennen, doch wer mit diesem Modell glücklich ist, der ist eben glücklich und bedarf keiner sich fortschrittlichen gebenden Agitation wie das Leben denn viel besser wäre. 

Es könnte also ganz einfach sein. Doch dummerweise sind viele Menschen mit dem bürgerlichen Partnerschaftsideal in der Praxis dann doch nicht zufrieden, sei es wie bei Partnerschaften nach dem Märchen von des Fischers Frau, wo der Mann rackert und schafft und seine Frau dennoch nicht zufrieden ist, weil ihr etwas wesentliches fehlt, was durch das größte Haus nicht zu ersetzen ist. 

Hier ist es dann in der Regel so, dass der eine unzufriedenere Partner unbewusst oder bewusst nach Abhilfe sucht. Dies kommt aber meist nicht in offener Aussprache mit dem anderen Partner zustande, sei es, dass dieser oder diese nichts verändern will - was hast Du nur, es ist doch alles gut. Oder sei es, dass sich der unzufriedene Partner nicht getraut die Störung anzusprechen.

Wären aber beide Partner bereit, über die Beziehungsstörung zu sprechen - für eine Beziehungsstörung reicht es im übrigen völlig aus, wenn nur einer der beiden eine solche sieht - dann wäre auch die Zeit gekommen, über den bisherigen Kontrakt zu sprechen, der offenbar aktuell nicht mehr passt. 

Man könnte dann einen neuen Kontrakt schließen, der den neuen Bedingungen besser entspricht. Man könnte sich in Bezug auf den anderen selber verändern, um so den veränderten Bedürfnis des anderen besser zu entsprechen. Hierbei ist ein Abgleich mit den eigenen Werten notwendig, die wenn nötig auch zu verändern wären. Vielfach ist hier eine solche Veränderung möglich, die der Partnerschaft neue Vitalität verleiht. 

Manchmal ist dies aber auch nicht der Fall. Sei es, dass sich einer der beiden - warum auch immer - dagegen sperrt - oder sei es, dass es irrationale Faktoren gibt, die einen wesentlichen Einfluss auf die Einstellung eines oder beider Partner hat. So ist dies beispielsweise mit dem bedeutsamen irrationalen Faktor, der Liebe.

Liebe lässt sich nicht verordnen und per Kontrakt sichern. Sie ist da, kommt und geht, ohne dass wir dies wesentlich beeinflussen können.

Lernt beispielsweise eine Frau einen anderen Mann kennen, in den sie sich verliebt und ist diese Liebe von Dauer und wird erwidert wird sich die Frage stellen, wie es mit dem ursprünglichen Beziehung der Frau mit ihrem Ehemann weitergehen soll. Kann diese transformiert werden oder ist eine Trennung für beide der ehrlichere Weg?

 

 

 

 

Die Illusion der Ehe

Die Illusion der Ehe kann man als eine Krankheit betrachten, die viele Menschen, darunter auch Familientherapeuten haben. Das Institut der Ehe verspricht Sicherheit. Die bei kirchlichen Trauungen früher übliche Formel "In guten wie in schlechten Zeiten" und "Bis dass der Tod Euch scheidet", war durchaus ernst gemeint und wurde unter früheren rigiden christlichen Systemen auch auf Biegen und Brechen durchgesetzt, selbst wenn durch die Sicherungsmaßnahmen einer der beiden Ehepartner starb oder in der Irrenanstalt landete.

Heute könnte eigentlich jeder halbwegs Gebildete wissen, dass das Eheversprechen, das vom Standesbeamten bei der standesamtlichen Trauung so zwar nicht mehr vorgetragen wird, aber dennoch unausgesprochen unterstellt wird, das Papier kaum wert ist, auf dem es in unsichtbarer Schrift steht.

Die Menschen hängen aber an ihren Wunschbildern fest und dementsprechend groß ist der Schock, wenn einer der beiden Ehepartner Trennungsabsichten äußert oder sie sogar vollzieht. Für den anderen bricht eine Welt zusammen, denn er oder sie hatte sich ganz der Illusion der lebenslänglichen Ehe verschrieben, dies trifft auch für Akademiker zu, die zwar im Gespräch behaupten würden, sie wüssten darum, dass jede 3. Ehe geschieden wird und das wäre ja von einem modernen Menschen auch zu akzeptieren, nur für sich selber wollen sie eine solche Akzeptanz nicht gelten lassen.

Der trennungswillige Partner / Partnerin muss da bleiben, koste es was es wolle. Im Extremfall geht das bis zur Tötung des trennungswilligen Partners / Partnerin, wobei es mehr Ehemänner als Ehefrauen sind, die ihren Partner töten.

Eine andere Variante, eine Trennung nicht zu akzeptieren ist die Selbsttötung. Hier sind auch Frauen sehr erfolgreich. Während Männer mit dem Auto gegen Bäume fahren oder sich eine Kugel mit dem Jagdgewehr in den Kopf schießen, bevorzugen Frauen anscheinend Sprünge aus Hochhäusern oder die Selbstvergiftung mit einer Überdosis von Medikamenten.

Eine dritte Variante, eine Trennung nicht zu akzeptieren, ist die Aufgabe des eigenen Ich. Der ehemalige psychopathisch strukturierte Manager von Siemens, mutiert nach dem Auszug seiner Ehegattin innerhalb weniger Monate zum Erwerblosen und nach einigen weiteren Monaten auch zum Obdachlosen. Die einzige Tätigkeit, die er als sinnvoll betrachtet, ist das Trinken von Alkohol. Seine heimliche Botschaft dabei lautet: Wenn Du mich verlässt, dann verlass ich mich. So zeigt er einen Rest von Handlungsmöglichkeit, denn alle anderen Handlungsoptionen, wie etwa der erwachsen zu werden, scheiden für ihn aus. 

 

 

 

 

Sinkende "Ehebereitschaft"

Die Illusion der Ehe erkennen inzwischen immer mehr Menschen, die, wenn sie denn schon heiraten, dies in dem Bewusstsein tun, damit steuerrechtliche Vorteile zu genießen oder dies deshalb tun, um ihrem Partner zu demonstrieren, wie wichtig er oder sie für einen ist. 

Andererseits führt die "sinkende Ehebereitschaft" - so die verkopfte Juristensprache - insbesondere unter den als eher konservativ einzuschätzenden Juristen zu Angst und Panik, die Gesellschaft könnte aus den Fugen geraten und vielleicht sogar Rechtsanwälte, Familienrichter und Professoren an Juristischen Fakultäten mehr oder weniger überflüssig machen. Denn wenn Männer und Frauen immer mehr dazu übergehen, ihre Verhältnisse weniger dogmatisch zu gestalten, bei Beziehungsproblemen gemeinsam nach Lösungen zu suchen oder sich bei Bedarf an einen Paarberater wenden, dann werden auf Ehesachen spezialisierte Rechtsanwalte und Familienrichter logischerweise immer mehr entbehrlich.  Das rührt verständlicherweise an Existenzängste der Juristen, die sich daher schon vorausschauend darum kümmern, dass der Streitkuchen auch zukünftig auf einen den eigenen Lebensstandard sichernden Level bleibt. So geraten denn auch nichtverheiratete Paare immer mehr in das Visier der Juristen. Und da die meisten Menschen das sich anbahnende Unheil nicht sehen können oder wollen und die Anwaltslobby im Deutschen Bundestag mit Argusaugen darüber wacht, dass die Pfründe der Juristen nicht kleiner, sondern eher größer wird, kann es leicht dazu kommen, dass den Menschen, die für sich das Korsett der Ehe ablehnen, per Gesetz die Zwangsehe übergeholfen wird.  

 

 

 

Beispiel

 

Sehr geehrte ... ,

die Juristische Fakultät der Universität Regensburg veranstaltet in Verbindung mit der Bundesnotarkammer vom 9. bis 11.10.2008 in Regensburg zum neunten Mal das Symposium für Europäisches Familienrecht, diesmal zu dem Thema „Rechtsregeln für nichteheliches Zusammenleben“. Die sinkende Heiratsbereitschaft und die Zunahme ehelosen Zusammenlebens stellen die europäischen Gesetzgeber gegenwärtig vor die Frage, ob es an der Zeit ist, über das Eherecht hinaus auch für nichteheliche Lebensgemeinschaften spezifische Regelungen zu schaffen. Eine Reihe von Staaten ist diesen Weg schon gegangen, in anderen liegen einschlägige Reformprojekte vor. Eine mögliche Gesetzgebung auf diesem Feld hat auf der anderen Seite die freie Entscheidung der betroffenen Personen zu achten, sich nicht in eine rechtliche Bindung nach Art des Eherechts zu begeben. Zugleich stellt sich die Frage, ob und wie einem möglichen Regelungsbedarf durch Partnerverträge Rechnung getragen werden kann. Auch die kautelarjuristische Seite wird daher auf der Tagung nicht zu kurz kommen.

Die Veranstalter (Prof. Dres. Henrich, Gottwald, Kroppenberg, Spickhoff und Schwab) hoffen, Sie für die Tagung interessieren zu können und würden sich sehr freuen, Sie im Oktober in Regensburg begrüßen zu dürfen. 

Das Tagungsprogramm kann angefordert werden bei Prof. Dr. Inge Kroppenberg, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Römische Rechtsgeschichte und Privatrechtsgeschichte der Neuzeit, Universitätsstraße 31, 93053 Regensburg,

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Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Inge Kroppenberg

 

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Prof. Dr. Inge Kroppenberg

Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Römische Rechtsgeschichte und Privatrechtsgeschichte der Neuzeit Juristische Fakultät der Universität Regensburg 93040 Regensburg ...

 

 

 

Die Menschen hetzten wie der Hase im Märchen vom Hasen und dem Igel der Gebrüder Grimm, von A nach B, ohne dabei zu verstehen, dass die Juristen längst am Ziel sind, während sie selbst schon halbtot sind.

 

 

 

Gebrüder Grimm

Der Hase und der Igel

Diese Geschichte ist eigentlich gelogen, Kinder, aber wahr ist sie doch, denn mein Großvater, von dem ich sie habe, pflegte immer, wenn er sie erzählte, zu sagen: »Wahr muß sie sein, mein Sohn, sonst könnte man sie ja nicht erzählen.« Die Geschichte aber hat sich so zugetragen.

Es war an einem Sonntagmorgen im Herbst, gerade als der Buchweizen blühte; die Sonne war am Himmel aufgegangen, und der Wind strich warm über die Stoppeln, die Lerchen sangen hoch in der Luft, und die Bienen summten im Buchweizen. Die Leute gingen in ihrem Sonntagsstaat zur Kirche, und alle Geschöpfe waren vergnügt, auch der Igel.

Er stand vor seiner Tür, hatte die Arme verschränkt, er guckte in den Morgenwind hinaus und trällerte ein kleines Liedchen vor sich hin, so gut und so schlecht wie am Sonntagmorgen ein Igel eben zu singen pflegt. Während er nun so vor sich hinsang, fiel ihm plötzlich ein, er könnte doch, während seine Frau die Kinder wusch und ankleidete, ein bißchen im Feld spazierengehen und nachsehen, wie die Steckrüben standen. Die Steckrüben waren ganz nah bei seinem Haus, und er pflegte sie mit seiner Familie zu essen, darum sah er sie auch als die seinigen an.

Gedacht, getan. Er schloß die Haustür hinter sich und schlug den Weg zum Feld ein. Er war noch nicht sehr weit und wollte gerade um den Schlehenbusch herum, der vor dem Feld stand, als er den Hasen erblickte, der in ähnlichen Geschäften ausgegangen war, nämlich um seinen Kohl zu besehen. Als der Igel den Hasen sah, wünschte er ihm freundlich einen guten Morgen. Der Hase aber, der auf seine Weise ein vornehmer Herr war und grausam hochfahrend noch dazu, antwortete gar nicht auf des Igels Gruß, sondern sagte mit höhnischer Miene: »Wie kommt es, daß du hier schon so am frühen Morgen im Feld herumläufst?«

»Ich gehe spazieren«, sagte der Igel.

»Spazieren?« lachte der Hase. »Du könntest deine Beine schon zu besseren Dingen gebrauchen.«

Diese Antwort verdroß den Igel sehr. Alles kann er vertragen, aber auf seine Beine läßt er nichts kommen, gerade weil sie von Natur aus krumm sind.

»Du bildest dir wohl ein, du könntest mit deinen Beinen mehr ausrichten?« sagte er.

»Das will ich meinen«, sagte der Hase.

»Nun, das kommt auf einen Versuch an«, meinte der Igel. »Ich wette, wenn wir um die Wette laufen, ich lauf schneller als du.«

»Du – mit deinen krummen Beinen?« sagte der Hase. »Das ist ja zum Lachen. Aber wenn du so große Lust hast – was gilt die Wette?«

»Einen Golddukaten und eine Flasche Branntwein«, sagte der Igel.

»Angenommen«, sagte der Hase, »schlag ein, und dann kann es gleich losgehen.«

»Nein, so große Eile hat es nicht«, meinte der Igel, »ich hab' noch gar nichts gegessen; erst will ich nach Hause gehen und ein bißchen was frühstücken. In einer Stunde bin ich wieder hier.«

Damit ging er, und der Hase war es zufrieden. Unterwegs aber dachte der Igel bei sich: »Der Hase verläßt sich auf seine langen Beine, aber ich will ihn schon kriegen. Er ist zwar ein vornehmer Herr, aber doch ein dummer Kerl, und das soll er bezahlen.«

Als er nun nach Hause kam, sagte er zu seiner Frau: »Frau, zieh dich rasch an, du mußt mit mir ins Feld hinaus.«

»Was gibt es denn?« fragte die Frau.

»Ich habe mit dem Hasen um einen Golddukaten und eine Flasche Branntwein gewettet, daß ich mit ihm um die Wette laufen will. Und da sollst du dabei sein.«

»O mein Gott, Mann«, begann die Frau loszuschreien, »hast du denn ganz den Verstand verloren? Wie willst du mit dem Hasen um die Wette laufen?«

»Halt das Maul, Weib«, sagte der Igel, »das ist meine Sache. Misch dich nicht in Männergeschäfte! Marsch, zieh dich an und komm mit!« Was sollte also die Frau des Igels tun? Sie mußte gehorchen, ob sie wollte oder nicht.

Als sie miteinander unterwegs waren, sprach der Igel zu seiner Frau: »Nun paß auf, was ich dir sage. Dort auf dem langen Acker will ich unseren Wettlauf machen. Der Hase läuft in einer Furche, und ich in der anderen, und dort oben fangen wir an. Du hast nun weiter nichts zu tun, als daß du dich hier unten in die Furche stellst, und wenn der Hase in seiner Furche daherkommt, so rufst du ihm entgegen: »Ich bin schon da!«

So kamen sie zu dem Acker, der Igel wies seiner Frau ihren Platz an und ging den Acker hinauf. Als er oben ankam, war der Hase schon da. »Kann es losgehen?« fragte er.

»Jawohl«, erwiderte der Igel.

»Dann nur zu.« Damit stellte sich jeder in seine Furche. Der Hase zählte: »Eins, zwei, drei«, und los ging er wie ein Sturmwind den Acker hinunter. Der Igel aber lief nur etwa drei Schritte, dann duckte er sich in die Furche hinein und blieb ruhig sitzen. Und als der Hase im vollen Lauf am Ziel unten am Acker ankam, rief ihm die Frau des Igels entgegen: »Ich bin schon da!«

Der Hase war nicht wenig erstaunt, glaubte er doch nichts anderes, als daß er den Igel selbst vor sich hatte. Bekanntlich sieht die Frau Igel genauso aus wie ihr Mann. »Das geht nicht mit rechten Dingen zu«, rief er. »Noch einmal gelaufen, in die andere Richtung!« Und fort ging es wieder wie der Sturmwind, daß ihm die Ohren am Kopf flogen. Die Frau des Igels aber blieb ruhig an ihrem Platz sitzen, und als der Hase oben ankam, rief ihm der Herr Igel entgegen: »Ich bin schon da!«

Der Hase war ganz außer sich vor Ärger und schrie: »Noch einmal gelaufen, noch einmal herum!«

»Meinetwegen«, gab der Igel zurück. »Sooft du Lust hast.«

So lief der Hase dreiundsiebzigmal, und der Igel hielt immer mit. Und jedesmal, wenn der Hase oben oder unten am Ziel ankam, sagten der Igel oder seine Frau: »Ich bin schon da.«

Beim vierundsiebzigsten Male aber kam der Hase nicht mehr ans Ziel. Mitten auf dem Acker fiel er zu Boden, das Blut floß ihm aus der Nase, und er blieb tot liegen. Der Igel aber nahm seinen gewonnenen Golddukaten und die Flasche Branntwein, rief seine Frau von ihrem Platz am Ende der Furche, und vergnügt gingen beide nach Hause. Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie heute noch.

So geschah es, daß auf der Buxtehuder Heide der Igel den Hasen zu Tode gelaufen hatte, und seit jener Zeit hat kein Hase mehr gewagt, mit dem Buxtehuder Igel um die Wette zu laufen.

Die Lehre aus dieser Geschichte aber ist erstens, daß sich keiner, und wenn er sich auch noch so vornehm dünkt, einfallen lassen soll, sich über einen kleinen Mann lustig zu machen, und wäre es auch nur ein Igel. Und zweitens, daß es gut ist, wenn einer heiratet, daß er sich eine Frau von seinem Stand nimmt, die geradeso aussieht wie er. Wer also ein Igel ist, der muß darauf sehen, daß auch seine Frau ein Igel ist.

http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=969&kapitel=149&cHash=b2042df08bhaseigel#gb_found

 

 

 

 

Schöne neue Welt, kann man da mit Aldous Huxley sagen. Zum Glück gibt es auch andere Tendenzen, sonst könnte man an diesem Land verzweifeln:

 

 

Ministerium der Justiz - Pressemitteilung Nr.: 041/08

Magdeburg, den 24. Juni 2008

Scheidungen auf Kosten des Landes

Magdeburg (MJ). In Sachsen-Anhalt zahlt das Land Anwaltskosten und regelmäßig Gerichtsgebühren für zwei von drei Scheidungen. In 67 Prozent aller Fälle wird für Familienrechtsverfahren Prozesskostenhilfe gewährt. „Da treibt ein wichtiges Gesetz Blüten“, so Justiz-Staatssekretär Burkhard Lischka. „Ich vermag keinen sachlichen Grund zu erkennen, warum in Deutschland mehr als die Hälfte aller Scheidungen auf Steuerzahlerkosten subventioniert werden müssen.“

Die Regelungen zur Prozesskostenhilfe (PKH) garantieren, dass jeder Bürger Zugang zum Recht hat. Wer die Anwaltskosten und die Gerichtsgebühren nicht aufbringen kann, erhält staatliche Hilfen, die er gegebenenfalls in Raten zurückzahlen muss. Bei 14.126 familiengerichtlichen Verfahren in Sachsen-Anhalt im Jahr 2007 ist in 13.957 Fällen PKH bewilligt worden (dabei zum Teil an beide Parteien eines Verfahrens, also z.B. den Noch-Ehemann sowie die Noch-Ehefrau). Lediglich in 1.256 Fällen wurde eine Rückzahlung in Raten vorgesehen.

Lischka forderte, das Prinzip „Wer Raten zahlen kann, erhält Prozesskostenhilfe als Darlehen“, endlich durchzusetzen. „Wer auf Grund seiner Einkommensverhältnisse seinen Anwalt nicht bezahlen kann, soll auch weiterhin Prozesskostenhilfe erhalten“, sagte er. „Wer aber über ein Nettoeinkommen von über 2.000 Euro verfügt, von dem wird man sicherlich verlangen können, dass er zumindest einen Teil der gewährten Hilfe zurückzahlt und seine Prozesse nicht ausschließlich auf Kosten der Steuerzahler führt.“

Lischka: „Wenn Gutverdiener mit einem Monats-Nettoeinkommen von 3.000 oder 4.000 Euro Prozesskostenhilfe in familiengerichtlichen Verfahren ohne Rückzahlungs-Verpflichtung erhalten können, weil sie z.B. die Kreditkosten für das nicht mehr bewohnte Haus, die Miete für zwei Wohnungen und sonstige Darlehen gegen rechnen können, ist das unnötig. Das muss der Gesetzgeber korrigieren.“ Wenn bei verschiedenen Sozialleistungen extrem unterschiedliche Messlatten angelegt würden, sei das sozial ungerecht. „Es kann nicht sein, dass Hartz-IV-Empfänger beispielsweise nahezu ihr gesamtes Privatvermögen aufbrauchen müssen, bevor sie staatliche Leistungen beziehen, während wesentlich besser gestellten Gut- und Normalverdienern Prozesse ohne jegliche Rückzahlungsverpflichtung durch den Steuerzahler bezahlt werden“, so Lischka.

Ein von den Ländern in den Bundestag eingebrachter Gesetzentwurf sieht vor, die Eigenbeteiligung gut- und normal verdienender Parteien an den Prozesskosten angemessen zu erhöhen. Diejenigen, deren Einkommen und Vermögen über das im Sozialhilferecht definierte Existenzminimum hinausgeht, sollen Prozesskostenhilfe künftig im Regelfall nur noch als Darlehen erhalten, das zumindest teilweise zurückzuzahlen ist. „Ich bin optimistisch, dass wir mit der Bundesebene eine vernünftige Lösung finden“, sagte Lischka.

Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum Thema Prozesskostenhilfe, in der Lischka für die Länder mitarbeitet, hatte sich heute in Berlin getroffen und eine weitere Zusammenarbeit vereinbart.

Hintergrund:

Die Prozesskostenhilfe gewährleistet in allen Gerichtsbarkeiten den Zugang der Bürger zum Recht. Die Kosten dafür trägt die Landeskasse. Sie sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. In Sachsen-Anhalt stiegen die sogenannten Verfahrensauslagen (Prozesskostenhilfe, Beratungshilfe, Betreuungskosten) von 29,3 Millionen Euro im Jahr 1996 auf 84,2 Millionen Euro im Jahr 2007.

 

Impressum:

Ministerium der Justiz des Landes Sachsen-Anhalt

Pressestelle

Domplatz 2 - 4

39104 Magdeburg

Tel: (0391) 567-6235

Fax: (0391) 567-6187

Mail: presse@mj.sachsen-anhalt.de

 

 

 

Den gut gemeinten Sparvorschlag aus dem Ministerium der Justiz des Landes Sachsen-Anhalt zu Gunsten der steuerzahlenden Bevölkerung könnte man aber auch wesentlich leichter haben, wenn man den Vorschlag der ehemaligen CSU-Landrätin Gabriele Pauli, die ihrer Zeit weit voraus war, umsetzen und eine Ehe auf Zeit einführen würde.

Die erste Zeitetappe könnte man auf 3 Jahre festlegen. Nach drei Jahren können beide Ehepartner beim Standesbeamten für eine Gebühr von je 30 € die Verlängerung ihrer Ehe um weitere vier Jahre beurkunden. 

Im verflixten siebenten Jahr können die Eheleute eine weitere Verlängerung um vier Jahre beurkunden lassen. So kann das alles drei Jahre geschehen, man kennt das von Berufsoldaten bei der NVA oder der Bundeswehr. Aufstocken ist immer möglich.

Lässt einer der beiden Ehepartner keine Unterschrift beurkunden, gilt die Ehe automatisch als beendet.

 

 

 

 

Partnerschaftsprobleme

Partnerschaftsprobleme resultieren zum einen aus echten Interessensunterschieden und zum anderen aber oft auch aus "Übertragungen" und "Projektionen". Mit Übertragung ist gemeint, dass jemand den anderen in einer Rolle wahrnimmt, die dieser objektiv gar nicht hat. Männer sehen in ihren Partnerinnen häufig die eigene Mutter. Dies kann in verschiedene Konstellationen geschehen sein. Zum einen, dass sich der kleine Junge vor der als übermächtig und übergriffig erlebten Mutter verteidigen oder verschließen musste, vielleicht deswegen sogar Asthma bekam und nun als erwachsener Mann in der Übertragung auf seine Frau den Kampf mit seiner eigenen Mutter fortführt. 

Die andere Variante ist die, dass der Junge von seiner Mutter übermäßig verwöhnt und bewundert wurde (Muttersohn). Der Sohn wurde hier von der Mutter als Partnerersatz missbraucht. Dies weckt beim Sohn und späteren Mann Omnipotenzgefühle, die naturgemäß in der rauhen Umwelt keinen Bestand haben kann. Man kann vermuten, dass Männer die manisch-depressiv Charakterzüge haben, eine solche Mutter gehabt haben. Als historisches Beispiel dafür kann man Adolf Hitler ansehen. 

 

vergleiche hierzu: 

Erich Schaake: "Hitlers Frauen", List-Verlag, 2000  

 

Der Vater und andere wichtige Bezugspersonen des Kindes, wie auch die gesellschaftlichen Umstände, spielen natürlich auch eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des jeweiligen Charakters. Bei Adolf Hitler war es offenbar neben einer verwöhnenden Mutter ein rigider Vater (von dem gestritten wird, ob er überhaupt der leibliche Vater gewesen wäre). Bei der Entstehung bestimmter Charakterzüge gibt es allerdings keinen Automatismus. 

 

Umgekehrt erlebt die Frau ihren Mann als gefühlsmäßig oder real abwesend. Die gleiche Erfahrung hat sie häufig bezüglich ihres eigenen Vaters gemacht, der nur selten erreichbar  oder sogar völlig abwesend war. Die Vatersehnsucht ist dementsprechend groß, auch wenn diese verdrängt sein kann und möglicherweise durch eine unbewusste Männerfeindlichkeit ausgefüllt ist. Der Mann wird also in der Übertragung als der unerreichbare Vater erlebt und um so mehr die Frau klammer und ihn zu erreichen sucht, um so mehr zieht sich der Mann, der seine Frau als Mutter erlebt, zurück. Der Teufelskreis ist geschlossen.

Bei der Projektion projiziert der Mann oder die Frau auf den Partner, Dinge und Verhaltensweisen, die eigentlich seine eigenen sind. Ein schönes Beispiel ist die gehemmte und rigid und mürrisch blickende Ehefrau, die sich ewig beklagt, ihr Mann wolle ihr dauernd an die Wäsche. Dabei ist klar, so abweisend wie diese Frau in die Welt und speziell ihren Mann anschaut, wird ihr Mann einen Teufel tun, sich ihr zu nähern. Lieber fängt er eine Affäre mit der Arbeitskollegin an. Die Ehefrau hat also ihre eigenen sexuellen Impulse abgespalten und, da sie letztlich ihre Impulse nicht auslöschen kann, projiziert sie auf ihren Mann.

 

Partnerschaft heißt auch Konflikt. Bloß keinen Konflikt mit Frauen ist offenbar ein Leitspruch vieler Männer. Als Alternativen bieten sich in diesem Fall Herrschaft oder Unterordnung an. Im Fall der Herrschaft bestimmte ich, was auf die Tagesordnung kommen darf und was nicht. Im Fall der Unterordnung stelle ich meine eigenen Bedürfnisse zu Gunsten der des anderen Partners zurück. Das Glück dürfte in beiden Fällen nur von kurzer Dauer sein. Im ersten Fall bin ich dauernd damit beschäftigt meine Herrschaft zu sichern, im zweiten Fall muss ich mich ständig selbst verleugnen, das Mittel dazu ist Selbstvergewaltigung und Autoaggression. Beides bindet ständig Energien, die mir für die eigene Entwicklung daher nicht zur Verfügung stehen. Da Physis (Körper) und Psyche (Emotion) eine untrennbare Einheit bilden, sind psychosomatische Symptome (Krankheiten) eine zwangsläufige Folge.

Die Alternative zu Herrschaft und Unterordnung heißt, den Konflikt wagen. Viele Männer haben Angst davor, mitunter auch in der irrigen Annahme Konflikte könnten nur destruktiv ausgetragen werden. Richtig ist indes, dass Konflikte auch so ausgetragen werden können, dass man daran wachsen und reifen kann und die Partnerschaft davon profitiert.

 

 

 

 

Kontrolle

Man kann vermuten, dass das Kontrollbedürfnis von Frauen in heterosexuellen Beziehungen wesentlich höher ist als das von Männer. Dies könnte man erklären aus der entwicklungsgeschichtlich verständlichen Abhängigkeit der Frau und ihrer Kinder durch den versorgenden und beschützenden Mann. Nun leben wir aber nicht mehr in der Steinzeit oder im Mittelalter, so dass dass damals bestehende sinnvolle Verhältnis sich immer mehr in ein unsinniges verwandelt. Der Mann beantwortet das Kontrollbedürfnis der Frauen mit Rückzug oder Aggression. Die Frau wirft dann dem Mann vor, er würde sich zurückziehen oder aggressiv sein und sieht in keiner Weise den gewichtigen Anteil, den sie zu dem von ihr beklagten Verhalten des Mannes beigetragen hat.

 

 

 

Hierarchie

Viele Beziehungen und damit sind hier auch Beziehungen zu Freunden, Bekannten oder Arbeitskollegen gemeint, scheitern, weil die Hierarchie nicht beachtet und respektiert wird. Kinder, die ihren Eltern auf der Nase herumtanzen, Ehefrauen, die das von ihrem erwerbstätigen Man schwer verdiente Geld wie selbstverständlich entgegen nehmen und mit vollen Händen zum Fenster hinaus werfen, Ehemänner, die spät abends nach Hause kommen und nichts besseres zu tun haben, als ihre Ehefrau vor den Augen und Ohren der Kinder zu schelten, warum sie ihm noch kein Abendbrot hingestellt hat, führungsschwache Chefs, denen die Angestellten auf der Nase rumtanzen, und und und.

 

Gleichheit ist gut, Hierarchie ist schlecht.

Dieser Glaubenssatz ist im derzeitigen sozial-kapitalistischen System in Deutschland eigenartiger Weise sehr beliebt, obwohl  man dieser These seit der Implosion der staatssozialistischen Systeme Ende der Achtziger Jahre doch kritisch gegenüber stehen müsste. Hat doch der Zusammenbruch der staatsozialistischen Systeme gezeigt, dass eine offizielle Negierung oder Nivellierung von Hierarchien, nicht zu weniger Hierarchie, sondern zu mehr Hierarchie führt, an der die staatssozialistischen Systeme in einer Art Selbstmordschaltung schließlich erstickt sind. So bildete sich in der DDR die Funktionärskaste der SED ein sie wüsste besser als jeder andere, was gut für das Volk, die Bildung, die Wissenschaft, die Landwirtschaft, kurz und gut - für das ganze Land sei. Bataillone von SED Besserwissern beherrschten das Land und machten denen gründlich das Leben schwer, die wirklich was von den Dingen verstanden.

Die Geringschätzung von Hierarchie bei gleichzeitiger Anmaßung ist aber keine Erfindung des Staatssozialismus, sondern schon sehr alt. Berichte darüber findet man z.B. in den Überlieferungen zu Diogenes, der vor lauter Bedürfnislosigkeit angeblich in einer Tonne gelebt haben soll.

 

 

Diogenes von Sinope

Der kynische Philosoph Diogenes (griech.: Διογένης ὁ Σινωπεύς Diogenēs ho Sinōpeus; * ca. 400/390 v. Chr. in Sinope; † 328/323 v. Chr. in Korinth) lebte in Athen und war Schüler des Antisthenes (und dieser wiederum ein Schüler des Sokrates).

http://de.wikipedia.org/wiki/Diogenes_von_Sinope

 

Alexander der Große suchte den Philosophen Diogenes auf und stellte ihm einen Wunsch frei.

 

Diogenes antwortete: 

"Geh mir nur ein wenig aus der Sonne".

 

Alexander entgegnete: 

"Wäre ich nicht Alexander, wollte ich Diogenes sein".

 

Diese bekannte Anekdote über Alexander dem Großen und Diogenes ist ein schönes Beispiel von Beziehungsgestaltung und Aushandlung von Hierarchie. Alexander der Gr0ße, der Herrscher der Welt, stellt dem kauzigen Diogenes, über den skurrile Anekdoten wie diese überliefert sind:

 

Diogenes wird nachgesagt, auf dem Marktplatz masturbiert zu haben. Darauf angesprochen, sagte er: „Wie schön wäre es doch, wenn man auch durch das Reiben des Bauches das Hungergefühl vertreiben könnte!“

 

 

einen Wunsch frei. Der mächtige Alexander kann jeden irdisch denkbaren Wunsch erfüllen. Diogenes wichtigster Wunsch ist es aber in diesem Moment offenbar nur, dass Alexander ihm aus der Sonne geht. Dies kann man als Zeichen von Stärke deuten, Diogenes, der nichts besitzt, desavouiert den Herrscher der Welt, krasser geht es wohl nicht.

Man kann es aber auch als Zeichen von Schwäche deuten, Diogenes hat kein Gefühl für Anstand und Respekt.

Es hätte in der Macht Alexander des Großen gestanden, Diogenes für die gezeigte Respektlosigkeit hart zu bestrafen und so deutlich zu machen, welche Hierarchie hier Gesetz ist.  Alexander wählt aber einen eleganteren und auch  gewaltfreien Weg, die gültige Hierarchie zu bestätigen. Er entgegnet: 

 

"Wäre ich nicht Alexander, wollte ich Diogenes sein". 

 

 

Auf diese Weise stellt Alexander die von Diogenes umgedeutete Hierarchie wider vom Kopf auf die Füße. Gleichzeitig macht er seinem Kontrahenten klar, dass er ihn als zweiten hinter sich ansieht, ein großes Kompliment, das Diogenes Respektlosigkeit und seinen Versuch die geltende Hierarchie umzudrehen, zurückweist und gleichzeitig die Würde von Diogenes nicht beschädigt. Diogenes selbst ist dagegen ein ausgesprochener Trampel, der nicht nur hier versucht, Alexanders Person zu beschädigen, sondern sich auch gegenüber einfachen Menschen ausgesprochen respektlos, unanständig und die Würde der Menschen mit den Füßen tretend verhält:

 

 

Einmal auf einem Marktplatz rief Diogenes laut: 

„Kommt herbei, Menschen!“ 

Die Leute aber, die auf seinen Ausruf hinkamen, verscheuchte er mit den Worten:

„Menschen habe ich zu mir gerufen, nicht Abschaum!“

 

 

 


 

 

Filme:

 

Alles auf Zucker (Komödie), Dani Levy, 2004

Jakob Zuckermann (Henry Hübchen) ein Jude? "Mit dem Club habe ich nichts zu tun", verkündet Jaeckie Zucker voller Inbrunst. Doch da irrt er sich. Denn dem zu DDR-Zeiten beliebten Sportreporter und Lebemann steht das Wasser bis zum Hals: Der Gerichtsvollzieher droht mit Knast und seine Frau Marlene (Hannelore Elsner) mit Scheidung. Für den gewitzten Billardspieler gibt es nur noch eine Hoffnung: Das mit 100.000 Euro dotierte European Pool Turnier.

Doch unmittelbar vor Turnierbeginn stirbt Jaeckies Mutter. Und Mammes Testament hält eine besondere Überraschung parat: Das Erbe fällt ihnen nur dann zu, wenn sich die seit über 40 Jahren verfeindeten Söhne Samuel (Udo Samel) und Jakob versöhnen - und wenn sie samt ihrer Familien das jüdische Gesetz einhalten und sieben Tage strengste Totenwache halten. Während Marlene einen Crashkurs in Sachen jüdischer Tradition absolviert und die orthodoxe Verwandtschaft mit koscheren Häppchen versorgt, gibt es für Jaeckie ein ganz anderes Problem - das Billardturnier wurde soeben eröffnet...

http://www.zucker-derfilm.de/mehrinhalt.php

 

 

French Kiss

USA 1995 

Regie: Lawrence Kasdan

Drehbuch: Adam Brooks

Besetzung

* Meg Ryan: Kate

* Kevin Kline: Luc Teyssier

 

 

 

Pretty Woman

USA 1990

Regie: Garry Marshall

Drehbuch: J. F. Lawton

Produktion: Roger Joseph Pugliese

Besetzung

* Richard Gere als Edward Lewis,

* Julia Roberts als Vivian „Viv“ Ward,

 

 

Und täglich grüßt das Murmeltier

USA 1993

Regie: Harold Ramis

Drehbuch: Danny Rubin

Produktion: Trevor Albert

Besetzung

* Bill Murray

* Andie MacDowell

 

 

 

Literatur

Butzmann, Erika: "Geschlechtsspezifisches Streitverhalten aufgrund unterschiedlicher Denkstrukturen bei Männern und Frauen als zusätzliches Konfliktpotenzial in der Partnerschaft", In: "Familiendynamik", 2003, Heft 3, S. 513-523

Jean-Claude Kaufmann: "Singlefrau und Märchenprinz. Warum viele Frauen lieber allein leben"; Wilhelm Goldmann Verlag, München, 2006; Originaltitel: La femme seule et le prince charmant. Enquête sur la vie en solo.

Jean-Claude Kaufmann: "Singlefrau und Märchenprinz. Über die Einsamkeit moderner Frauen"; UVK 2002

Michel Mary: "5 Wege die Liebe zu leben"; Bastei Lübbe, 2002

Robin Norwood: "Wenn Frauen zu sehr lieben. Die heimliche Sucht, gebraucht zu werden.", Rowohlt: 1986, Reinbek bei Hamburg

Peter Steck: Tödlich endende Beziehungskonflikte - Ein empirischer Vergleich zwischen Männern und Frauen als Tätern. In: Recht und Psychiatrie; Heft 4, 2002, S. 211-214

Helm Stierlin: "Verrechnungsnotstände: Über Gerechtigkeit in sich wandelnden Beziehungen"; In: "Familiendynamik", 1997, Heft 2, S. 136-155

Paul Watzlawick: "Anleitung zum Unglücklichsein";  Piper, München, 1983

Paul Watzlawick: "Wenn du mich wirklich liebtest, würdest Du gern Knoblauch essen. Über das Glück und die Konstruktion der Wirklichkeit"; Piper, München, 2006

 

 

 


 

 

Anfragen und Mitteilungen zum Thema

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-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Donnerstag, 25. Juni 2015 01:20
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Chronisches Fremdgehen bei ihm behandelbar?

 

Hallo Herr Thiel,  

Ich (24) bin nun vier Jahre mit meinem Freund (29, ...) zusammen und er hat mich in dieser Zeit geschätzte 15-20 mal betrogen und abermals in der Disco rumgeknutscht. Ich weiß momentan von 10 one-night-stands im Suff (bin vor 4 Wochen auf das erste gestoßen, als er mit mir Schluss gemacht hat und habe dann angefangen nachzuforschen), glaube aber es sind mehr. Davon waren 4 in den ersten drei Jahren und 6 (und ich glaube mehr!) während meines 8-monatigen ... aufenthalts. In ... bin ich vergewaltigt worden (KO-Tropfen, in der Disko, von einem Typ den ich ein paar Wochen vorher als Kumpel kennen gelernt hatte), ich habs erst gar nicht geblickt was mit mir passiert ist und habe ihm direkt beim nächsten Skypen gesagt, ich hatte Sex mit einem anderen Mann. Für mich brach eine Welt zusammen. Und er konnte mir die Wochen danach nicht mehr zuhören und bis heute nicht mit mir über meine Vergewaltigung reden. Wie ich aus seinen whattsapp Nachrichten rauslesen konnte, hat er sofort als ich geflogen bin mit mehreren Frauen sex gehabt, noch bevor das mit meiner Vergewaltigung passiert ist. Dieses "Fremdgehen" hat er dann genutzt um auch öffentlich in unserem Heimatort bei ... rumzubumsen und es vor seinen Kumpels so legitimiert.

Die ganze Fremdgeherei ist vorrangig während seines nicht sehr anspruchsvollen Studiums ... (Langeweile!) in ... passiert, wo die meisten auf dem Campus wohnen, zu viel Geld verdienen und nur ... € Miete zahlen, es sehr viele testosteronüberladene Kumpels gibt und eine Beziehung nach der anderen wegen zu viel Parties und Fremdgehen zerbricht.

Er ist ziemlich heimatlos (im Osten geboren, dann in die Nähe von ... gezogen, seit 9 Jahren nun beim ... und deutschlandweit auf Lehrgängen, wird nach vier Jahren gerade mit dem ... studium fertig) und verlogen! Seine Mutter, von der sich sein Vater als er 4 Jahre alt war getrennt hat, hat ihn heftigst belogen und ihn ... durch übertragene Schulden um viel Geld gebracht. Sein Vater denke ich ebenfalls, denn er hatte damit auch zu tun, mein Freund wollte nie genauer darüber reden und seinen Vater nicht anschuldigen, schließlich hat er ihn alleine großgezogen.

Ich glaube er liebt mich sehr, doch er "wollte mir nie wehtun" und kann mir bis heute nichts gestehen. Von den 10 mal weiß ich, weil ich es selbst rausgefunden habe und er es immer nur auf heftiges nachbohren zugibt. Er meinte, er hat damals entschieden es nie zu sagen, weil er dachte, ich mache entweder sofort Schluss oder gehe ja selber auch fremd "da ich kein Kind der Traurigkeit sei"... Ich weiß nun auch, dass er schon seinen beiden ex-Freundinnen untreu war.

Er sieht gut aus, ist durchtrainiert, hat viele soziale Kontakte, ich habe ihn auch immer bestätigt und unser Sex-Leben lief gut, wobei es für mich manchmal etwas wenig war, aber wir haben uns auch nur 1-2 mal pro Woche gesehen. Im Großen und Ganzen war ich immer sehr glücklich, habe blind vertraut und immer geglaubt, er wäre der treueste Hund der Welt. (Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!) Sein bester Kumpel von zu Hause, bei dem er als es mit dem Vater nicht geklappt hat auch schonmal übergangsweise 6-Wochen mit 16 Jahren gewohnt hat, wusste nichts von der vielen Fremdgeherei und ist total geschockt, sein Vater auch nicht, nur die halbe Uni in ... wusste es und viele davon feuern sich gegenseitig an. Ich finde, dass er auch im allgemeinen in seinen Taten recht beeinflussbar ist und er gerne den Clown für die "Kumpels" spielt...

Meine Frage: Wenn die Liebe da ist, kann sich ein Mensch wie er verändern der von klein auf so geprägt ist? Wird er ein chronischer Fremdgeher bleiben oder wird er jemals ehrlich zu mir sein können? Sind Treue und Ehrlichkeit erlernbar? Hat er ein Selbstwertproblem? Muss ich noch mehr kompromissbereit sein und mich auf weiteres Fremdgehen einstellen? ...

Ich unterstütze seine ... Karriere und bin zu sehr vielem bereit, doch ich glaube er will meine Hilfe nicht annehmen und ist mit so viel Liebe und Vertrauen überfordert. Und ich habe Angst, dass er irgendwann an seinem Gewissen und seinen Taten zu Grunde geht. Ich glaube er braucht dringend psychologische Hilfe, ... . Nur wie bringe ich ihn dazu, wenigstens professionelle Hilfe anzunehmen?

Ich weiß dass ich Ihn theoretisch in den Wind schießen müsste, nach den letzten vier betrügerischen Jahren, aber ich kann nicht, ich liebe ihn und fühle mich für ihn verantwortlich. (Hab ich das Mama-Syndrom und versuche seine Mutter zu ersetzen?? Fällt mir gerade so ein...)

 

Über Ihre Nachricht freue ich mich sehr Grüße

...

 

 

 

Hallo Frau ...,  

der Krug geht so lange zu Wasser bis er bricht.  

Diese Perspektive scheint mir hier wahrscheinlich, da ich denke, dass Ihr Freund von der Art ist, dass er nichts von dem ganzen Psychokram und Beratungsschnulli hält, grad wie ein "richtiger" Mann eben so ist.  

Ein "richtiger" Mann braucht erst einen Totalabsturz, bis eine Chance besteht, dass er seinen Rigidität in Frage stellt und erkennt, dass es sich mit einer Scheuklappe und einer eingeschränkten Programmierung nicht gut lebt.  

Davon kenne ich einige, der eine hat 15 Jahre im Knast gesessen, der andere hat sich mit seinem Auto überschlagen und der andere - von dem haben Sie sicher in den Medien gehört - hat sich vor die Eisenbahn geworfen.  

Die Eisenbahn - das darf man wohl so sagen - ist eines der meistgenutzten Problemlösungsmittel von Männern mit rigiden Ansichten.  

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 31. März 2015 19:30

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Mein Mann wurde am Arbeitsplatz sexuell genötigt und erpresst

 

Nach fast 20 Jahren Ehe, die wie wir erst jetzt erlesen haben mit bindungsängsten und Verlustängsten beiderseits behaftet war, informierte mich eine Arbeitskollegin meines Mannes über eine dreijährige Affäre mit meinem Mann. Nach einem einjährigen lügendilemma, wobei mein Mann je nach Beweislage oder Laune mal alles leugnete oder alles zugab, bleibt er jetzt bei folgender Aussage. Diese Frau habe ihn ständig bedrängt, angefasst, belästigt, obwohl er ihr immer wieder sagte, sie solle das lassen, er will das nicht. Irgendwann habe sie ihn einfach geküsst und er habe kurz mitgeküsst, um sie endlich los zu werden. Bereits nach ein Paar Wiederholungen habe sie ihm gedroht ihren Mund nicht zu halten und dann käme alles heraus... Mein Mann habe nur aus Angst mich zu verlieren nicht immer diese Übergriffe abgewiesen. Aber oft das Küssen nur über sich ergehen lassen bzw. hinter sich gebracht. Außer Küssen und das sie ihn am Penis streichelte sei aber nichts gewesen. Das ging so 1-2 Jahre bis sie entlassen wurde. Trotzdem wurde sein penis dabei bis zuletzt oft steif. Auch wenn die Gefahr am Arbeitsplatz erwischt zu werden doch größere Angst ausgelöst haben muss. Dazu muss ich noch sagen, dass ich sein große Liebe bin und immer war und er auch mit mir geschlafen hat zu der Zeit. Ich weiß einfach nicht mehr was ich glauben soll.

...

 

 

Sehr geehrte Frau ...,  

neulich hat mir jemand hundert Euro geschenkt. Das Geld wollte ich aber gar nicht haben, daher haben ich dieser Person auch hundert Euro geschenkt, in der Hoffnung diese Person damit loszuwerden. Schließlich haben wir uns ein ganzes Jahr lang gegenseitig mit 100 € Scheinen beschenkt, es war immer der selbe Schein, der den Besitzer wechselte.

 

Aber mal im Ernst.

Wenn Sie in die Zukunft schauen, müssen Sie nicht wissen wie die Vergangenheit "wirklich" war.  

Wenn gestern ein Flugzeug abgestürzt ist, warum sollten Sie nicht morgen mit einem Flugzeug fliegen?  

Außer Sie haben Angst, es könnte abstürzen, weil schon wieder der gleiche Co-Pilot drin sitzt.  

Ob das Flugzeug abstürzen wird, können Sie nicht ermitteln, in dem Sie die Vergangenheit erforschen, dazu müssten Sie den Blick in die Gegenwart richten.  

 

Mit freundlichen Grüßen  

 

Peter Thiel

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Mittwoch, 1. April 2015 20:28
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Re: AW: Mein Mann wurde am Arbeitsplatz sexuell genötigt und erpresst

 

Hallo Herr Thiel,  

Ich muss wohl noch was ergänzen. Auch die Metapher ob das Flugzeug abstürzt oder nicht, wird sich in der Gegenwart zeigen, ist ja so treffend.

Ich danke Ihnen von Herzen. Nach einer Psychotherapie und einer abgebrochenen Ehetherapie muss ich feststellen, nichts hat geholfen. Doch Sie verleihen mir Flügel!

 

Ganz liebe Grüße 

 

 

Hallo Frau ...,  

Danke für das freundliche Feedback.    

Fliegen Sie aber immer achtsam, nicht zu hoch und nicht zu tief.  

Oder auch mal laufen, das ist ungefährlicher.  

 

Mit freundlichen Grüßen  

 

Peter Thiel

 

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Montag, 3. März 2014 15:30

An: info@maennerberatung.de

Betreff: nicht miteinander/nicht ohneeinander

 

Hallo Herr Thiel,

auf Ihre Seite bin ich aufmerksam geworden als ich im Internet nach "unerwiderter Liebe" suchte. Mir gefällt die Seite, die Gedichte und die Art im der sie schreiben.

Ich habe vor 10 Monaten einen Mann kennengelernt. Gespürt, dass er "nicht einfach" ist, habe ich sehr schnell - aber ich hab auch mein "Säcklein" zu tragen - warum nicht auch er.

Die ersten Wochen waren beflügelnd. Wir waren verliebt. Haben uns oft gesehen und ich habe, ebenso wie er, das Gefühl "geliebt zu werden" sehr genossen. Wir haben uns besuhlt und gewälzt in diesem Gefühl. Ich selbst habe dieses Gefühl zuvor noch nie (leider) so intensiv erlebt.

Die ersten Schwierigkeiten tauchten auf, als er glaubte mir sexuell nicht zu genügen (resultierend daraus, dass ich über sexuelle Fantasien sprach die er GANZ GENAU wissen wollte) Er verdächtigte mich noch andere Beziehungen zu führen. Er schrieb er sei nichts wert. Er sei wohl beziehungsunfähig. Es sei besser, er würde seinem Leben ein Ende setzen.

Ich habe immer öfter und immer intensiver eine Wut (einen Hass?) zu spüren bekommen und die Beziehung war dann nicht mehr liebevoll (auch nicht im Bett) sondern wir sind in einen Machtkampf (um was auch immer/weswegen auch immer) geraten der mich stark belastet aber auch hat wachsen lassen.

Ich glaube, meine Wut in dieser Beziehung galt nicht ihm, sie galt meinem Vater. Ebenfalls dominant, macht-aber nicht liebevoll.

Ich habe mich (wieder) in einen Mann verliebt der meine Liebe nicht erwidert. Dieser Mann nun hat eine SEHR ähnliche Kindheit und sehr ähnliche Beziehungserfahrungen erlebt. Ich weiß wie sich das anfühlt und ich glaubte, dass er durch meine Liebe lernen kann das es auch anders geht.

Leider ist das nicht so.

Dennoch kriege ich es nicht hin mich ganz von ihm abzuwenden. Ich möchte das eigentlich auch gar nicht - aber es artet immer wieder aus und das Gefühl das er mich nicht wiederlieben kann ist für mich unerträglich. Es ist also eine Verstand-Entscheidung...leider kommt mein Herz da nicht hinterher. Ich schicke ihm also immer noch SMS das ich ihn vermisse, er fragt, ob ich ihn liebe, ich bejahe das (ob es so ist??? Ich weiß es nicht) und dann ist bei ihm Funkstille.

Ich habe noch Klamotten in seiner Wohnung. Die wollte ich gestern holen. Den Termin hat er per SMS abgesagt. Wir haben uns auf heute geeinigt. Ich habe ihn gebeten mir eine Uhrzeit zu nennen. Er antwortet nicht. Ich WEISS das das wieder eines seiner Machtspielchen ist und es kostet mich irre viel Disziplin nicht darauf einzugehen. Mich macht es wütend das er sich nicht meldet und ich hier sitze wie "klein Doof". Ich sage mir "Sabine...die Sachen brauchst du heute gar nicht...lass ihn"

Es ist so schade Herr Thiel. Es ist so unendlich schade. Ich habe ja erlebt, dass er liebt...vielleicht, so denke ich heute, ist er auch nur zeitlich begrenzt in der Lage das "zu spielen".

Wie komme ich raus aus der "Nummer"? Ich empfinde etwas für ihn...er vielleicht auch für mich - er kann es nur nicht zeigen.

Herzliche Grüsse

...

 

 

 

 

Hallo Frau ...,

Die Diagnose scheint mir einfach. Das Problem ist nicht der Mann und auch nicht Sie, sondern die unterschiedlichen Distanz-Nähe Wünsche, die zu dem führen, was Sie an Abläufen schildern.

Der Kommunikationsforscher Paul Watzlawick erzählt eine amüsante Geschichte:

 

"In einem Reitklub von São Paulo passiert es, dass von einer dort befindlichen Terrasse, die nur über ein niedriges Geländer verfügt, immer wieder Personen hinunterfallen und sich dabei schwer verletzen. Ein Anthropologe soll der Sache nachgegangen sein und kam zu einem Resultat, dass es in verschiedenen Kulturen verschiedene Regeln gibt, wie der Abstand zu sein hätte, wenn zwei Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Der "richtige" Abstand bei einem Gespräch in Nordamerika ist die Armlänge. In Südamerika (und Mitteleuropa) ist der "richtige" Abstand geringer als eine Armlänge. Ein Nordamerikaner und ein Brasilianer kommen auf der Terrasse ins Gespräch. Der Nordamerikaner stellt den "richtigen" Abstand her, eine Armlänge, der Südamerikaner stellt darauf hin den "richtigen" Abstand her, er rückt auf. Der Nordamerikaner rückt zurück und stellt damit wieder den "richtigen" Abstand her, der Südamerikaner rückt auf und stellt damit wieder den "richtigen" Abstand her. Der Nordamerikaner rückt zurück und stellt damit wieder den "richtigen" Abstand her, der Südamerikaner rückt auf und stellt damit wieder den "richtigen" Abstand her. ... , der Nordamerikaner rückt zurück, um den "richtigen" Abstand herzustellen und fällt schließlich rücklings über das zu niedrige Geländer. 

Tiefenpsychologisch betrachtet würde die Diagnose gestellt, der Nordamerikaner folge seinem Todestrieb. Wir sehen jedoch, dass es das Beharren und Insistieren auf den "richtigen" Abstand in der Interaktion der beiden Gesprächspartner ist, dass schließlich dazu führt, dass der Nordamerikaner die Terrasse herunter fällt." 

wiedergegeben nach Paul Watzlawick: "Vom vermeintlichen Sinn des Unsinns", Baseler Psychotherapietage 1998, Video

http://auditorium-netzwerk.de/

 

 

Viel schwieriger als die Diagnose scheint die Lösung.

Gut möglich, dass es keine Lösung gibt, bei der das Paar glücklich wird. Dann bliebe nur die Trennung, was Sie offenbar schon versuchen. Da Sie aber an Ihren Wünschen festhalten, müssen Sie leiden.

 

"Wer in einen Konflikt verwickelt ist, kann den Schmerz aber nicht vermeiden, denn ihn jetzt zu unterdrücken, würde nicht Lust, sondern Unlust bereiten, Langeweile, Unbehagen und nagenden Zweifel. Außerdem wirkt der Konflikt selbst im Schmerz noch erregend. Wie wird nun der Schmerz tatsächlich am Ende doch noch verringert?

Indem man schließlich »aus dem Weg geht«, um die große Regel des Tao zu zitieren. Man löst sich von seiner vorgefaßten Idee, wie es ausgehen »müßte«. Und in die so entstandene »fruchtbare Leere« strömt die Lösung ein. Das heißt, man wird handgemein, spielt die eigenen Interessen und Fertigkeiten aus, läßt sie aufeinanderprallen, um den Konflikt zuzuspitzen und um sie zerstört und verändert in die heraufdämmernde Idee eingehen zu lassen; und schließlich klammert man sich an seine Interessen nicht mehr als an die »eigenen« Interessen ..."

Frederick S. Perls; Paul Goodman; Ralph F. Hefferline: "Gestalttherapie. Grundlagen", dtv, 1979

 

 

Die Lösung heißt also "Loslassen". 

Stellen Sie sich vor, Sie tragen einen 50 Kilogramm schweren Rucksack, auf die Dauer bereit das keine Freude und Sie leiden darunter. Die Lösung ist denkbar einfach, Sie lassen den Rucksack einfach los und kümmern sich nicht mehr weiter um ihn.

Falls Sie das nicht können oder wollen, dann ist es offenbar sehr bedeutsam, dass Sie diesen Rucksack weiter tragen. Und dann tragen Sie ihn eben weiter. Das macht zwar nicht glücklich, ist aber auch nicht verboten. Es steht ja auch nirgendwo geschrieben, dass der Mensch glücklich sein muss.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von:

Gesendet: Dienstag, 7. Januar 2014 19:38

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Verhalten unseres Vaters

Hallo Herr Herr Thiel,

 

seit 28 Jahren führen unsere Eltern eine (bisher) glückliche Ehe.

Unser Vater (59) geht seit mehreren Monaten fremd. Seit Juli 2013 weiß es auch unsere Mutter (56), und wir als Kinder (25, 27) haben es mit der Zeit, trotz dass wir beide schon außer Haus leben, auch relativ einfach mitbekommen. Er hat wohl direkt über Dating-Portale nach Sexbekanntschaften gesucht, zusätzlich zu einem relativ aktiven Eheleben. Das geht einher mit einem übersteigerten Sexwahn (z.B. heimliches Tagebuch über die Anzahl der sexuellen Erfolge), der nicht zuletzt noch durch Testosteronpräparate angetrieben wird. Als unsere Mutter ihn mit der Affäre konfrontierte, gab er alles zu, wollte aber gleichsam nichts ändern, da ihm die "andere" mittlerweile ebenso wichtig wäre. Unsere Mutter solle dies akzeptieren, da er sich das nach all den Jahren "verdient habe" und sie ja selber schuld ist, die Affäre herausgefunden zu haben. Mit "verdient haben" meint er auch, dass es bei der anderen Frau wie Urlaub ist, während "zu Hause" immer die Pflicht wartet, noch viele Projekte am Haus zu tun sind, viel Arbeit am Haus seit Jahren aufgeschoben wurde etc.

Dadurch ergibt sich jetzt die absurde Situation, dass er teilweise unterwegs ist, die ganze Familie weiß, dass er bei "der anderen" ist, da er sich auch nicht viel Mühe gibt das zu verbergen, und er hinterher heile Welt spielt. Für ihn könnte es immer so weiter gehen, da er auf jeden Fall seine Familie halten will, die andere aber eben auch. Für unsere Mutter (und mittlerweile auch uns als Kinder) ist das natürlich Demütigung pur. Unserer Mutter geht es sehr schlecht. Wie können wir diese unsägliche, untragbare Situation konstruktiv angehen?

 

Über einen Rat Ihrerseits sind wir sehr dankbar.

...

 

 

Hallo ...,

ich würde her erst einmal fragen, was Sie hier als Demütigung empfinden.

Ich selber konnte aus Ihrer Schilderung nicht entnehmen, dass hier jemand gedemütigt wird, noch dass es die Absicht seitens Ihres Vaters gäbe, die anderen zu demütigen.

Es wäre aber denkbar, dass dies die Absicht ihres Vaters wäre, nur erschließt sich mir diese nicht aus Ihrer Schilderung.

Wenn es so wäre, dass Ihr Vater seine Frau und seine Kinder demütigen will, dann wäre systemisch zu fragen, warum er dies tun will. Möglicherweise hat er das Gefühl, es gäbe offene Rechnungen und er wäre das Opfer, dass sich nun zur späten Rache erhebt.

Gleichwohl kann man das Verhalten eines anderen als Demütigung erleben, ohne dass dies vom anderen so beabsichtigt ist. Mir geht das manchmal so, dass ich mich bei Menschen, die einen scheinbar höheren Status haben als ich, klein fühle. Diesen nun zu unterstellen, sie würden darauf abzielen, mich klein zu machen, wäre etwas kurz gegriffen. Vielmehr wäre es meine Aufgabe, auf mich zu schauen, wo ich mich klein und unbedeutend fühle und diesen Anteilen mehr Aufmerksamkeit und Förderung zu schenken.

Größe ist letztlich auch eine Frage der eigenen Haltung, grad so wie es uns in der Geschichte von Diogenes und Alexander dem Großen erzählt wird.

 

"Geh mir aus der Sonne":

Alexander der Große suchte den bekannten Philosophen auf.

Auf die Frage nach seinem größten Wunsch antwortete dieser: "Geh mir aus der Sonne".

Daraufhin Alexander: "Wäre ich nicht Alexander, wollte ich Diogenes sein".

 

 

 

Letztlich gibt es hier wohl drei Lösungswege.

 

1. Akzeptanz dessen was ist

 

2. Gemeinsame Transformation (Unterstützung durch Paarberatung, Familienberatung, etc.)

 

3. Trennung

 

 

 

Wenn Akzeptanz nicht erreichbar ist, dann könnte eine Paarberatung sinnvoll sein.

Wenn auch dies nicht möglich ist und anderes nicht als Lösungsweg erscheint, bleibt womöglich nur der Weg einer Trennung.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Dienstag, 27. August 2013 11:34

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Beratung

Guten Tag

 

Gerne möchte ich Ihre Meinung oder Lösungsvorschlag betreffend meines Eheproblems mit meinem Ehemann(20 Jahre verheiratet/2 Töchter 14 & 9 jährig). Er hat sich in eine andere Frau aus dem Arbeitsumfeld verliebt, hat aber auch Gefühle für mich. Er kann sich weder für eine Trennung von seiner Familie entscheiden noch seine Liebe zur anderen Frau aufgeben. Wir sind alle verzweifelt. Er lehnt eine Paartherapie ab. Ich halte es nicht mehr aus. Danke für Ihre HILFE!

Freundliche Grüsse, ...

 

 

 

 

Hallo Frau ...,

wenn Sie es nicht mehr aushalten, sollten Sie die Situation verändern, so dass Sie es wieder aushalten oder besser noch, dass es Ihnen wieder gut geht. Welche Ideen haben Sie dazu?

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 30. Juli 2013 21:32

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Ehemann mit Minderwertigkeitskomplex

Hallo,

ich weiß nicht ob diese Email noch funktioniert - was tue ich wenn ich genau mit so einem Mann verheiratet bin wie Sie ihn beschreiben. Mein Mann hat vor 6 Wochen unsere Ehe beendet (nach 14 Monaten Ehe) mit der Begründung er würde mich nicht glücklich mache und wir würden zu oft streiten.

Mein Mann ist ein Workaholic der zudem eine Privatinsolvenz mit sich schleppt. Ein kleiner Narzisst und irgendwo auch Egoist der ständigen Körperkult betreibt und überall der tolle Mann ist mit Charisma. Was "Andere" sagen und denken ist enorm wichtig. Zu Hause neigt er zum cholerischen manchmal und divahaften und braucht wahnsinnige Anerkennung und Lob.

Trotz der negativen Dinge liebe ich ihn von Herzen. Ob wir noch einmal zusammen kommen ist fraglich - aber wie gehe ich mit diesen Minderwertigkeitskomplexen um? Muss aus der Kindheit stammen - der Bruder ist 8 Jahre jünger und bei seiner Mutter der Held.

 

 

 

Hallo Frau ...,

ich würde mal meinen, Ihr Mann wird sich nie ändern. Schöpfen Sie mal mit einem Sieb Wasser aus dem Brunnen. Irgendwann sind Sie es leid und kaufen sich eine ordentliche Kelle und plötzlich merken Sie wie leicht das geht und wundern sich, warum Sie so lange versucht haben, mit einem Sieb Wasser zu schöpfen. Vielleicht war das Sieb aus Gold und Sie dachten, weil es doch aus Gold ist, müsste man damit auch gut Wasser schöpfen können.

Nun aber, da sie eine ordentliche Kelle haben, lassen Sie das Sieb einfach auf der Straße liegen. Da kommt dann schon die nächste Frau und denkt sich, ach was habe ich doch heute für ein Glück, grad will ich Wasser schöpfen gehen und was find ich da schönes, eine Sieb aus purem Gold, da habe ich aber echt Glück gehabt ... . Und wenn sie nicht gestorben ist, dann schöpft sie auch noch heute.

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Montag, 15. Juli 2013 23:34

An: info@maennerberatung.de

Betreff: mein sex

Lieber Herr Thiel,

ich würde mich gerne mal mit Ihnen über meine Sexualität unterhalten. Mir ist es jetzt zum zweiten Mal passiert, dass eine Frau zu mir gesagt hat, "also so etwas habe ich noch nie erlebt". Bezogen hat es sich darauf, dass ich beiden sexuell offensichtlich nicht offensiv genug war/bin. Ich habe eigentlich immer nur abgewartet, obwohl ich heiß war, und war unsicher, was ich eigentlich tun soll. Mir war bis vor kurzem z.B. gar nicht bewusst, dass eine Frau ohne Stimulation der Klitoris nur schwer einen Orgasmus bekommen kann.

Mit einer der Frauen war ich 6 Monate lang zusammen und ich glaube, dass die sexuelle Frustration einer der Hauptgründe für ihre Trennung von mir war (die anderen Gründe leuchten mir jedenfalls als Trennungsgründe nicht wirklich ein). Obwohl wir oft miteinander geschlafen haben, war sie nie wirklich befriedigt. Das lag wohl auch daran, dass ich mich immer unter Druck gefühlt habe und froh war, wenn ich gekommen bin. Dabei habe ich sie und ihre Lust vernachlässigt. Es war ihr auch nicht oft genug, vor allem wenn wir mal ein Wochenende im Bett verbracht haben. Ich habe sie zwar gebeten, mir zu sagen, was sie sich denn wünscht, aber daraufhin sagte sie mir, dass ich das selbst erforschen müsse und dass es für sie komisch sei, mir sagen zu müssen, was ich tun soll. Für diese Erforschungen war ich nur leider zu schüchtern, auch eingeschüchtert durch ihre eher aggressive Art, mir ihre Frustration mitzuteilen. Die Trennung hat sehr weh getan, da ich sehr verliebt war. Und ich mache mir Vorwürfe und bin von mir selbst enttäuscht.

Mit der nun darauf folgenden Frau habe ich eher ein erotisches Abenteuer gesucht, als eine Beziehung. Sie auch, aber wir haben festgestellt, dass wir uns mögen. Aber im Bett klappt es einfach nicht. Wir hatten schon viel "Trocken-Sex", aber wenn wir nackt sind, dann klappt es bei mir einfach nicht. Ich bekomme zwar eine Latte, aber wenn es dann zur Sache geht, ist sie leider wieder weg.

Ich denke darüber nach, woran es liegt. Ich war in meiner Jugend oft unglücklich verliebt und bis zum ersten Mal hat es lange gedauert (22 Jahre). Außerdem höre ich Lustschreie von Frauen nicht sehr gerne, sie kommen mir immer leidend dabei vor. Wenn ich selber Sex habe, stören sie mich allerdings nicht. In meiner Familie wurde Sex nie thematisiert und meine Eltern schlafen seitdem ich denken kann in getrennten Zimmern. Noch nie habe ich sie beim Sex erwischt. Die Anbahnung der Kondomnutzung turnt mich tierisch ab und in der Regel ist mein Penis nicht mehr steif, wenn das Kondom dann drüber ist. Andererseits habe ich immer Sorge, dass eine Frau schwanger werden könnte, obwohl ich nicht weiß, ob ich eine Familie mit ihr gründen will.

Mir ist das sehr unangenehm, denn ich würde gerne eine Frau mal sexuell wirklich glücklich machen und befriedigen. Nur einmal hatte ich eine Freundin, die ständig kam, wenn ich mit ihr geschlafen habe. Insgesamt bin ich aber ratlos und sehr verunsichert und ich habe das Gefühl, dass sich gerade etwas in mir, das sowieso schon sehr verkrampft ist, noch weiter verkrampft. Ich würde das gerne lösen. Können Sie mir dabei vielleicht helfen?

Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen!

Vielen Dank und beste Grüße,

...

 

 

 

 

Hallo Herr ...,

ob ich Ihnen in der Sachlage helfen kann, da bin ich mir unsicher. Ich kann mich ja Ihnen nicht als Sparringpartner zur Verfügung stellen, das ginge dann, wenn Sie die Absicht hätten, Angriff und Verteidigung zu üben.

Ich geh mal davon aus, dass mit den beiden Frauen die Sie zuletzt hatten, die Chemie etwas problematisch war. Das ist so als ob Sie mit 60 oder 80 Grad heißen Wasser Nudeln kochen wollen. Sie können sich zwar mit dem heißen Wasser verbrühen, aber appetitliche Nudeln werden ganz sicher nicht daraus.

So käme es wohl darauf an, dass Sie sich die passende Frau suchen. Gehen Sie mal in einen Schlüsselladen. Unter den Hundert Schlüsseln die da hängen, passt nur ein einziger in das Schloss, das der Verkäufer Ihnen gerade auf den Ladentisch gelegt hat.

Der eine hat Glück und findet zufällig gleich den richtigen Schlüssel, der andere braucht dafür 30 Jahre.

Also Gelassenheit üben.

 

Gelassenheit üben ist hier sicher das erste Mittel der Wahl. Gelassenheit heißt aber nicht Taubheit und Verdrängung, sondern kann - buddhistisch verstanden werden, als die Bereitschaft Ängste anzuerkennen - und loszulassen, Verstrickung anzuerkennen - und loszulassen. Aggression anzuerkennen, anzunehmen und konstruktiv zu leben.

 

Oder wie Fritz Perls meint:

 

"Wer in einen Konflikt verwickelt ist, kann den Schmerz aber nicht vermeiden, denn ihn jetzt zu unterdrücken, würde nicht Lust, sondern Unlust bereiten, Langeweile, Unbehagen und nagenden Zweifel. Außerdem wirkt der Konflikt selbst im Schmerz noch erregend. Wie wird nun der Schmerz tatsächlich am Ende doch noch verringert?

Indem man schließlich »aus dem Weg geht«, um die große Regel des Tao zu zitieren. Man löst sich von seiner vorgefaßten Idee, wie es ausgehen »müßte«. Und in die so entstandene »fruchtbare Leere« strömt die Lösung ein. Das heißt, man wird handgemein, spielt die eigenen Interessen und Fertigkeiten aus, läßt sie aufeinanderprallen, um den Konflikt zuzuspitzen und um sie zerstört und verändert in die heraufdämmernde Idee eingehen zu lassen; und schließlich klammert man sich an seine Interessen nicht mehr als an die »eigenen« Interessen. In der Erregung des Schöpfungsvorgangs findet man zu einer schöpferischen Unparteilichkeit zwischen den sich befehdenden Kontrahenten, und dann, in einem ganz unverantwortlichen, fröhlichen Gemetzel, tobt nun wahrscheinlich jeder der Kontrahenten alle seine Aggressionen für und wider die eigene Seite aus. Aber das Selbst wird nun nicht länger zerstört, denn es findet jetzt erst heraus, was es ist.

Die Frage ist nun wieder, ob dieselbe Interpretation der Bedeutung von Schmerz und Leiden und der Mittel, sie zu lindern, für somatische wie für emotionale Schmerzen und Leiden gilt. Wir wollen uns für einen Augenblick vergegenwärtigen, welches die Funktion von Schmerz ist.

Schmerz ist in erster Linie ein Signal; er lenkt Aufmerksamkeit auf eine unmittelbar drohende Gefahr, zum Beispiel für ein Körperorgan. Die spontane Reaktion ist, aus dem Weg zu gehen, oder, wenn das nicht möglich ist, den Gefahrenherd zu vernichten. Kreatürliches Leben bleibt beim Schmerz oder Leiden nicht lange stehen; wenn der Schaden fortwirkt und nichts sinnvoll getan werden kann, um ihm abzuhelfen, wird das Lebewesen für den Schmerz taub oder sogar ohnmächtig. (Die neurotische Reaktion, den verletzten Körperteil zu berühren, um den Schmerz hervorzulocken, ist ein Wunsch nach Empfindung an der unempfindlichen Stelle; auch dies ist wahrscheinlich ein nützliches Signal, wenn auch schwer zu interpretieren.)

Welches ist nun die Funktion langwierigen Leidens, wie es unter Menschen häufig ist? Wir wollen die Vermutung wagen, daß es uns dazu bewegen soll, uns des unmittelbar gegenwärtigen Problems anzunehmen und dann aus dem Weg zu gehen, alle Kräfte gegen die Gefahr aufzubieten und dann aus dem Weg zu gehen, nutzloses Befangensein zu lockern, den Konflikt toben und zerstören zu lassen, was zerstört werden muß.

Frederick S. Perls; Paul Goodman; Ralph F. Hefferline: “Gestalttherapie. Grundlagen“, dtv, 1979

 

 

Beste Grüße

 

 

Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 28. Mai 2013 22:18

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Beratung

Sehr geehrter Herr Thiel,

mein Name ist ..., bin 45 Jahre, habe nach einem Unfall eine leichte Behinderung, fahre aber seit 8 Jahren wieder ganz normal Auto. In ... fuhr meine neue Freundin (seit einem Jahr) auch öfter mit mir als Fahrer mit und es gab niemals Probleme. Sie gehört allerdings zu dem Genre von Leuten, die auch als Beifahrer immer fahren und ständig Befehle wie ROT, GRÜN, FUSSGÄNGER BEACHTEN … erteilen (nicht nur bei mir). Beim Urlaub mit ihr und Ihrem Kind (m, 9 Jahre) in ihrem Wohnmobil nach Italien sollte ich dann aber immer auf der Rückbank sitzen und durfte auch nicht fahren. Als sich diese Krise abzeichnete, fuhr ich nach der ersten Nacht mit dem Zug nach Hause. Dort angekommen, rief Sie mich an und sagte sie vermisse mich, naja und dann kam ich wieder zurück. Obwohl es alle Länder verbieten, saß ihr Sohn immer auf dem Beifahrersitz. Sie hatte total Angst um ihr Auto, was für mich schon krankhafte Züge hatte. Als sie mich dann aus Loyalität doch mal ein Stück Autobahn fahren ließ, schwitzte sie absolut grundlos Blut und Wasser ähnlich der Leute die Flugangst haben und ließ mich ab da nicht mehr ans Steuer. Jeder noch so kleine Handgriff meinerseits war falsch und auch beim Routenfestlegen wurde mein Vorschlag nie von ihr als Fahrerin angenommen. Wir hatten uns vorher nicht sehr detailliert über den Ablauf unterhalten und da ich dachte, dass es eh verboten ist, das Kinder von 9 Jahren vorne sitzen dürfen und es einfach nur unvernünftig ist, dass eine Person 10 Stunden am Stück fährt obwohl der Andere ebenso fahren kann und sah ich nicht, daß das ein Problem sein würde. Nun wirft sie mir vor ihr und ihrem Sohn den Urlaub durch meine schlechte Laune verdorben zu haben. Einerseits ging es mir zwar in dieser Situation nicht gut, aber ich war ja nicht der Agitator sondern sie. Zur Mitte des Urlaubs wurde ich dann auch noch von ihr in das Bett ihres Kinds im Womo verwiesen, damit sie mit ihm zusammen schlafen kann. Insgesamt waren wir ca. 3 Wochen unterwegs, stritten uns aber nicht heftig (auch wegen ihres Sohnes), litten beide aber extrem. Sie war stets die alleinige Anführerin wobei ich mir einen gemeinsamen Urlaub vorgestellt hatte, bei dem alle gleichberechtigt sind (wobei ich die Sonderposition ihres Sohnes natürlich auch berücksichtigen muss).

Das ist der Tatbestand mit dem ich / wir jetzt leben müssen. ihr ist das Autofahren eine Herzensangelegenheit, sie fährt sehr viel und redet auch oft darüber, was bei mir eher nicht so ist. Was kann ich am Besten tun? Wie beurteilen sie die Sachlage?

Ich danke ihnen für eine Antwort.

Viele Grüsse,

...

 

 

 

 

Hallo Herr ...,

ich würde Ihnen vorschlagen, dass Sie zukünftig mit der Bahn oder dem Flugzeug reisen. Ihre Freundin mag dann mit dem Auto separat fahren, falls ihr die Bahn oder das Flugzeug nicht so liegt. Alles andere führt nur zu dem von Ihnen beklagten Resultat.

Die Gleichberechtigung dürfen Sie getrost in die Tonne werfen, Anführerin ist Ihre Freundin, Kronprinz der Sohn, da bleibt für Sie nur der Platz hinten im Auto. Gleichberechtigung können Sie sich zwar wünschen aber nicht bekommen. Wäre es anders, hätte sich Ihre Freundin einen anderen Freund ausgesucht.

Struktur verändernde Interventionen sollten Sie besser im Rahmen einer Paarberatung ausprobieren. Vermutlich wird Ihre Freundin dafür aber keine Motivation entfalten. Im Fall einer Trennung hat sie ja noch ihren Sohn, mit dem sie sich trösten kann.

Wie ist eigentlich der Kontakt des Sohnes zu seinem Vater? Wäre ja auch denkbar, dass der Sohn bei der nächsten Reise nicht mitkommt, sondern zu seinem Vater geht. Aber das wird die Mutter sicher nicht wollen, denn sie braucht den Sohn als Verbündeten im Kampf gegen das Böse, genannt Mann.

Nebenbei können Sie natürlich noch überlegen, welchen Anteil Sie möglicherweise dazu leisten, dass jene Situation eintritt, die Sie beklagen.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 31. Mai 2013 13:32

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Re: Beratung

Vielen Dank Herr Thiel für Ihr Antwort.

Sie hat zwar keine wirklich neuen Erkenntnisse für mich beinhaltet, aber allein die Formulierung meines Textes an Sie war in gewisser Weise aufschlussreich für mich.

Vielen Dank und schöne Grüsse,

 

 

 

Hallo Herr ...,

freut mich, wenn Ihnen allein das Formulieren schon Aufschluss gebracht hat.

Wenn Sie aber schon die Erkenntnis hatten, die ich Ihnen geschrieben habe, warum setzen Sie diese nicht einfach um? Sie würden doch auch nicht mit einem Pyromanen in einem Haus übernachten, in dem es nicht einmal einen Feuerlöscher gibt.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 5. April 2013 14:02

An: info@maennerberatung.de

Betreff:

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

ich bin im Moment sehr verzweifelt und sehe keinen Ausweg aus meiner Lage.

Ich bin 37 Jahre alt und seit 18 Jahren mit meinem Mann zusammen, wir haben zwei Kinder. Wir verstehen und recht gut und haben miteinander ein gutes Leben, jedoch habe ich mich oft als die Kinder noch kleiner waren, vernachlässigt gefühlt, weil immer alles wichtiger war, als wir, nämlich Arbeit, Vereine usw.

Ich habe vor 2 Jahren sehr viel abgenommen und mein Aussehen und somit auch mein Wesen komplett verändert. Aus dem schüchteren jungen Mädchen ist eine selbstbewusste Frau geworden, die weiß was sie will. In dieser Lebensphase habe ich einen Mann kennengelernt und wir haben nach langen Wochen des Zögers meinerseits eine Affäre miteinander begonnen. Der Geliebte ist auch verheiratet, hat 2 Kinder. Er lebt in einer Ehe, die "vor sich hindümpelt", keiner bricht aus, es finden aber auch keine sexuellen Kontakte statt, seine Frau ahnt die Affäre, nimmt sie aber in Kauf.

Die Affäre dauert nun schon über ein Jahr und es ist deutlich mehr als nur Sex. Wir haben ineinander die Liebe gefunden und sind doch beide unfähig unsere jetzigen Leben aufzugeben und die Kinder den Trennungen zum Opfer zu geben, wohl wissend, dass ein miteinander leben aus verschiedenen Gründen nicht möglich wäre.

Mein Mann hat vor ca. 4 Monaten die Affäre entdeckt (er geht aber davon aus, dass sie sich nur über einige Wochen erstreckt hat). Es kam zu einer völligen Eskalation seinerseits, die damit endete, ...

Ich habe immer wieder versucht, nach diesem grossen Schock den Geliebten aufzugeben und doch sind wir immer wieder einander zugetan und können den Kontakt nicht abreissen lassen. Es muss nicht einmal der körperliche sein, es ist auch das voneinander hören usw. Ich komme nicht von ihm los. Ich bin eine an sich starke Frau, die schon viele Schicksalsschläge gemeistert hat, und zerbreche und scheitere daran, den Geliebten aufzugeben.

Mein Mann kann den Gedanken nicht ertragen, dass es diesen anderen Mann in meinem Leben noch gibt. Er verlangt, dass ich keinerlei Kontakt mit ihm pflege, weil er mich angeblich soooooo sehr liebt und weil er an einer Dreiecksbeziehung zerbrechen würde. Wenn ich ihm sage, dass ich mich von ihm trennen will, bricht er völlig zusammen, ist ein Wrack. Ich fürchte, dass er sich etwas antut. Oder aber dem Geliebten. Das hat er in seiner ersten Wut beim entdecken nämlich auch angekündigt. Deshalb denke ich auch, würde ich, selbst wenn ich eine Trennung durchziehen würde, auch über die Sorge um meine Kinder hinweg, nicht glücklich werden dürfen, weil ich nicht einschätzen könnte, wie er reagiert, was er tut. Er hat auch angedeutet, mir die Kinder nicht zugestehen zu wollen. Mein Mann kontrolliert mein Handy, den Verlauf im Computer usw. Ich habe das Gefühl ohne den Geliebten nie mehr glücklich sein zu können, schaffe es aber nicht, von daheim wegzugehen. Wenn ich den Geliebten in meinem Leben haben darf, kann ich auch die Nähe zu meinem Mann besser zulassen. Er jedoch sieht nur, dass der Geliebte etwas wegnimmt. Ich bin total verzweifelt, ob dieser aussichtslosen Lage.

Traurige Grüße

...

 

 

 

Hallo Frau ...,

Ihr Mann ist offenbar ein Kontrollfreak, wenn ihm die Kontrolle entgleitet rastet er aus oder implodiert. Beides dient dazu, die verloren geglaubte Kontrolle herzustellen. 

Offenbar wenig Ich-Stärke bei Ihrem Mann. Entwicklungspsychologisch womöglich in einer frühen kindlichen Entwicklungsphase steckengeblieben.

Ich würde mal probieren einen guten Coach für Sie zu finden, mit dem Sie sich auseinander setzen können. Möglicherweise kann dieser auch Ihren Mann mit einbeziehen, wenngleich meine Prognose da nicht so hoffnungsvoll ist.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Sonntag, 7. April 2013 00:06

An: info

Betreff: Probleme mit Frauen?

Hallo lieber Herr Thiel,

 

ich habe eine Frage und weiß nicht ob ich Ihnen diese stellen kann. Will nicht ihre Zeit rauben und auch wohne ich nicht in Ihrer Nähe, weshalb ein persönlicher therapeutischer Kontakt nicht in Frage kommt. Ich bin mittlerweile seit 5 Jahren "in Therapie". Ich weiß, das ganze Leben ist eine Therapie, eine Veränderung, Entwicklung, man lernt. Erst war ich bei einer Therapeutin, die mir ab irgendwann nur noch schlecht tat. Mittlerweile habe ich eine gute Hausärztin kennen gelernt, zu der ich ein gutes Vertrauen aufbauen konnte und mich bei dieser sehr schnell sehr gut weiterentwickeln konnte. Aber über ein Thema fällt es mir schwer mit meiner Hausärztin zu reden. Das Thema Frauen.

Ich weiß, dass ich eine schlimme Kindheit hatte und trotz allem vieles gemeistert habe und mich bisher gut entwickelt habe. Ich arbeite viel jetzt mit mir selbst, versuche den Draht zu mir selbst zu finden. Bin oft viel allein aber es stört mich meistens nicht. Ich reise viel, gehe meinem Hobby fotografieren nach, ich lebe einfach für mich. Das konnte ich vorher nie.

Früher war es, dass ich dachte wenn man eine Partnerin findet, dass dann sich alles im Leben ergibt. Zusammen ist man stärker und die Liebe war es, die mir immer Kraft gab. Als die erste und nächste und nächste und nächste Frau mich wie Dreck behandelt hatte, endete das nur noch in Wut, Frust und im Nichts. Mittlerweile geht es mir ganz gut, ich halte mich von Frauen auf der Straße fern. Ich sehne mich trotzdem nach Sexualität, Liebe, Geborgenheit. Das bekomme ich im Puff. Da gibt es echt tolle Frauen. Ist meine Erfahrung. Sagen Sie, sind Frauen wirklich solche großen Arschlochwesen, die rumzicken, man als Mann mannhaft sein muss und wissen muss wie man denen Respekt beibringt, oder unterdrückt? Ich bin verwirrt. Ich verstehe das alles nicht. Ich treffe keine die normal nett ist. Entweder sind diese arrogant, ... ja ich weiß nicht. Ich meine das Beste für mich ist für mich selbst da zu sein und weiter Frauen wenn dann nur im Bordell anzutreffen. Da fühle ich mich wohl mittlerweile. Damit komme ich klar. Ich verstehe das alles letztens nicht. Ist es so, dass man als Mann nur in Frage kommt, wenn man nach Außen den Selbstsicheren darstellt? Davor braucht man sich bei einer Frauen nicht blicken lassen? Frauen sind so kaltherzig, stimmts!? Das ist was mir letztens ständig durch den Kopf geht. Ich blocke jede ab. Weißnet. Vielleicht kriege ich eine Antwort von Ihnen. Würde mich freuen.

...

 

 

 

Hallo Herr ...,

ich glaube Sie suchen sich unbewusst immer die Frauen aus, von denen Sie dann das bekommen, was Sie beklagen.

Zu stellen wäre auch die Frage, was tun Sie dafür, dass Sie das bekommen, worüber Sie sich beklagen.

Allerdings ist ein grundlegender Musterwechsel zugegebener Maßen eine der schwierigsten Angelegenheiten im Leben, weil dafür eine Neuorganisation der neuronalen Vernetzung im Gehirn sowie des Denkens und Fühlens geschehen muss.

http://de.wikipedia.org/wiki/Netzwerkforschung

 

Dies zu unterstützen, ist Anliegen von Therapie. Im besten Fall stellen sich die gewünschten Veränderungen ein. Im schlechteren Fall hat man Zeit und womöglich auch Geld verschwendet. Die Krankenkassen werfen jedes Jahr Millionen aus den Fenster für nichts und wieder nicht - immerhin werden damit wenigstens die approbierten Psychotherapeuten bei Laune gehalten, sonst müssten die auch noch in Therapie.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: Markus G...

Gesendet: Donnerstag, 25. Oktober 2012 07:40

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Dreiecksbeziehung

Hallo!

 

Ich bin sehr stark am kämpfen mit mir, ich komme aus dem problem nicht allein heraus, obwohl ich bereits einen therapeuten habe, der aber kein psychologe ist und in der konstellation wenig erfahrung zeigt.

ich bin seit über 7 jahren in einer zumindest emotional glücklichen beziehung gewesen.

problem: meine partnerin hatte schon nach sehr kurzer zeit probleme mit dem sex, sie hatte am anfang schmerzen, und seither hat sie am sex wenig bis gar keinen spass, für sie es es in weiten teilen eher ein hinhalten als genuss.

dennoch, bis diesen sommer ist bis auf ein paar seitensprüngen nichts ernstes passiert, und ich wägte mich darum auf der sicheren seite was das alles angeht.

im mai traf ich eine junge frau, die ich schon mal vor einem jahr traf, allerdings auf rein geschäftlicher basis.

sie ist etwas größer als ich, sehr hübsch, körperlich etwas für mich zu schlaksig, aber hat ein ungemein liebes aber bewusstes wesen, sie ist hochspirituell, was ich auch schon seit jahren als meinen weg sehe.

sie hat große begabungen, geht extrem mutig und aufrecht durchs leben.

über einen zufall kamen wir auf facebook ins chatten, und sie lud mich ein daß wir uns auf ein glas treffen, was einen sehr schönen abend zur folge hatte, bei dem ich etwas verwirrt war ob ihrer anziehungskraft, ohne das jedoch zu merken bzw. dachte ich wohl es wäre sexueller natur.

beim zweiten mal kam es durch meine annäherungsversuche, die ich einfach nicht unterdrücken konnte, zum sex.

wir trafen uns darauf hin weiter, und ganz klammheimlich entstand eine wunderbar zärtliche form der beziehung, und viel zu spät bemerkte ich, daß das so nicht weiter gehen kann, ich liebe ja doch meine partnerin!

in einem mutigen akt schrieb ich der affäre, wie die dinge sind, in der hoffnung, daß sie es beendet, daß es keinen weg zurück für mich gäbe, da ich sehr schwach in solchen dingen bin. sie versuchte es zu beenden, doch dann ließ ICH es nicht zu.

die weiteren treffen warwen geprägt von wunderbaren stunden zu zweit, wir haben einen schönen sommer verbracht, doch jedes mal wenn es in richtung der abendzeit (lebensgefährtin aus der arbeit, daheim) ging, und ich bei ihr übernachten sollte, dann überkam mich eine riesen angst, eine panik, die ich lediglich durch chatten mit meiner lebensgefährtin oder anrufe, die ich mir unter den abstrusesten ausreden erschlich, lindern konnte.

bald lud mich die neue zu einem ein wöchigen urlaub ein, den ich unter einer art panikattacke in letzter minute abesagt habe, ich habe reinen wein eingeschenkt daß mir meine jetzige beziehung wohl doch nicht so egal ist, daß es mir sehr schwer fällt hier damals noch hinter dem rücken meiner lebensgefährtin einen liebesurlaub zu absolvieren.

doch genau in dieser zeit war es, da sich meine lebensgefährtin aufgrund meines seltsamen verhaltens und redens, des versuch des rumdokterns an unserer beziehung... was ihr sehr schmerzte, auf einmal sehr stark distanzierte - es schmerzte so stark, und eine art todesangst überfiel mich dabei, und ich hatte ja den urlaub angekündigt, (allerdings allein), und sie war geradezu enttäuscht daß ich nicht fuhr, sie wollte wissen ob sie mich vermisst wenn ich weg bin.

ich entschied mich für einen 3 tage urlaub alleine, nach dessen ende ich mich endgültig entschieden haben wollte.

es war schrecklich, von einem zum andern, alle stunde war es anders, ich kam nicht zur ruhe, chattete mit der einen und der anderen, ich weinte die ganze zeit, mir ging es sehr sehr schlecht.

am ende des dritten tags ging ich abends zur neuen, da alibi, und verbrachte dort eine nacht.

doch egal wie schön die stunden mit der neuen auch waren, es überkam mich regelmässig, ich sacke ein, ich muss sie anrufen, es zieht mich wie ein gummiband zurück, ich kann nicht.

dabei ist es der neuen nicht entgangen, daß ich immer auf mein handy schiele - bzw. kontakt habe, es ist ihr sehr zuwider und darauf hin hat sie schon oft versucht, sich endgültig von mir zu trennen - was ich immer wieder untergrub.

wir waren auch schon über wochenenden weg, und sobald mal zwei tage vergehen, geht es mir besser, und ich kam dann in eine tolle stimmung, nicht jedoch ohne dieses gummibandgefühl.

beim schreiben dieser zeilen überkommt mich doch der verdacht, dass es nachlassen könnte, aber nach 7 jahren beziehung...

seither verfolgt mich eine extreme unruhe, die sich von der abendlichen panik wenn ich unter was auch immer für einem vorwand bei der neuen schlafen soll, immer weiter in den tag geht - ein druck der mich vollkommen fertig macht und ich nicht mal mehr esse, bzw. fast nicht.

meiner alten lebensgefährtin habe ich stück um stück von der neuen erzählt, gerade die lüge hat mich fertig gemacht, und ich erhoffte mir mit der wahrheit beiden gegenüber eine baldige klärung und dass es mir besser geht, leider weit gefehlt.

die vorletzte ansage war, daß ich mit der neuen nurmehr spirituell arbeite, und nichts läuft - -und eine gute zeit kam ich damit durch, jedoch nicht vor mir selbst.

meine alte lebensgefährtin hat mich auch ermuntert, zeigte sich oft wenig beeindruckt, meinte mach was dir gut tut, und erlaubte mir durch diesen freiraum auch all das - nicht jedoch wohl ohne zu wissen was wirklich abgeht.

das problem an der alten beziehung ist, daß meine lebensgefährtin sehr früh aufsteht, hobbies hat und wir kaum mehr zeit miteinander verbracht haben, was sich mit meinem invest in die neue beziehung sehr verstärkt hat.

sie kam dann auf den dreh auch selbst aktiv zu werden, fing an mit weggehen, ..., was mir alpträume bescherte, jedes mal wenn ich sie nur eine stunde nicht telefonisch erreichte dann fuhr ich hin, um sie zu sehen, und fing mir eine starke abfuhr ein, unter alkohol zeigte sie sich sehr feindlich... und wenig amüsiert über mein (klar befremdliches, gewissenszerbissenes verhalten).

diese phase dauerte eine weile an, wir gingen dann einmal essen, und sprachen uns aus, am ende dieses gesprächs stellte sich eine sofortige ruhe ein bei mir, eine stille die ich sehr sehr lang vermisste.

seither ist meine lebensgefährtin sehr nett zu mir, sexuell hat sich nichts geändert, und ich traf mich weiterhin mit der neuen, wobei ich mir immer weitere ausreden, warum ich noch immer nicht ausgezogen bin, oder klarheit zuhause verschafft habe im sinne einer vollständigen trennung, denn das ist die voraussetzung für die neue.

 

ich muss dazu sagen, daß sich meine wirtschaftlichen bzw. beruflichen verhältnisse schon seit geraumer zeit sehr verschlechtert haben, und ich auch finanziell der alten lebensgefährtin weil sie für mich in die bresche gesprungen ist verpflichtet bin, also schon allein aus den mitteln heraus kann ich mich nicht wirklich bewegen, und eine änderung zeichnet sich noch nicht ab, wir haben einmal eine zwei wohnungslösung diskutiert, die wir beide eingehen würden, doch ohne geld tut sich da nicht wirklich etwas.

obwohl ich weiss, daß ich die neue liebe, kann ich mich nicht dazu durchringen, es der alten zu sagen, sie so zu enttäuschen, und mir die möglichkeit zu nehmen zurück zu gehen, ich meine im wahn der verliebtheit übersieht man schon so einiges... F...

vielleicht aber die lösung um noch das rettbare zuretten, falls bzw. sobald das mit der neuen schief geht.

etliche male nach tosendem grübeln, um den status quo der dauernden unruhe zu entkommen, schlug ich mich innerlich zu der entscheidung durch, mich von der neuen zu trennen, was ich aber immer wieder nicht durchsetzen konnte, ich vermochte es nicht, und spielte mein spiel weiter, doch sie ist sehr sehr feinfühlig und entsprach mir kürzlich, in dem sie einen grund aufgriff, nämlich als sie mich (beim xten mal) beim chatten mit meiner gefährtin erwischte und sagte, sie muss schluss machen, es geht so nicht für sie.

ich kämpfte zwar eine weile, doch um diese unruhe endlich weg zu bekommen, gab ich nach und wir verbrachten den rest des tages noch einmal vollkommen intensiv miteinander, mit tränen in den augen, bis ich ging, aber ich konnte einen kompromiss erreichen.

aber auch daran mag ich mich nicht halten, nicht mal einen ganzen tag hielt ich aus, bevor ich anrief, gestern besuchte ich sie bereits.

ich und meine lebensgefährtin, wir leben in einem dauernden kompromiss, und seit sie bescheid weiss einen ganz besonderen seither, wobei wir beide unwohlsein verspühren, unruhe, zumal ich nicht mal in den ruhigen abendstunden mal ruhe geben kann und auf mein handy schiele bzw. auch noch rausgehe, um mit der neuen zu telefonieren.

es ist zum haare raufen, den ganzen tag verbringe ich damit, beiden telefonisch oder elektronisch nahe zu sein, ganz aktuell ist die stimmung so, daß ich meine zu der bisherigen lebensgefährtin immer weniger bezug zu haben, da ich aber irgendwie weiss, daß das der liebe zur neuen geschuldet ist und da noch potential drin steckt, zumal mir meine bisherige alles alles nachgesehen hat, mir allen freiraum gibt, und ich all das nur habe wegen der neuen kaputt gehen lassen bzw. übersehe ich es zu retten.

ganz aktuell steht es um die zukunft sehr schlecht, finanziell und überhaupt, und wenn es keine änderung gibt, dann dürfte bald die gesundheit auch noch dran sein. die perfekte jahreszeit für so etwas, der graue oktober - seelisch am ende, ich esse nicht, kann mich kaum konzentrieren, und weiss immer noch nicht in welche richtung ich konkret gehen soll.

seit einigen tagen bzw. seit der trennung von der neuen, habe ich nicht nur diesen dauerdruck der unruhe, sondern richtige schübe, die gerne auch schon morgens anfangen, es ist fürchterlich.

...

 

 

 

Hallo Herr G...,

die Stelle an der Sie stehen, scheint mir nicht unbekannt. Zerrissen in einem als unlösbar empfundenen Konflikt. Perls schreibt dazu:

 

e) Ist das Selbstgewahrsein träg, dann ist auch das Leiden des Patienten ohne Sinn und kann genausogut mit Aspirin beseitigt werden, während der Arzt ihn weiter in seiner Passivität bestätigt. Und tatsächlich werden, teilweise aufgrund dieser Theorie, Widerstände rasch aufgelöst, um nämlich den Schmerz des realen Konfliktes zu umgehen, damit der Patient sich nicht in Stücke reißt. Leiden aber und Konflikt sind weder bedeutungslos noch unnötig: Sie zeigen die Zerstörung an, die in jeder Figur/Hintergrund-Struktur eintritt, damit die neue Figur auftauchen kann. Dies bedeutet nicht das Verschwinden des alten Problems, sondern seine Lösung; gerade die mit dem Problem verbundenen Schwierigkeiten bereichern die Lösung, und neues Material wird mit eingebaut - genau wie ein großer Forscher vor den seiner Theorie unangenehm zuwiderlaufenden Tatsachen nicht die Augen verschließt, sondern sie vielmehr aufsucht, um seine Theorie zu erweitern und zu vertiefen. Der Patient wird nicht dadurch geschützt, daß seine Schwierigkeiten verringert werden, sondern dadurch, daß sie für ihn in einer Umgebung fühlbar werden, in der seine Fähigkeiten und der kreative Elan ebenso fühlbar sind.

Frederick S. Perls; Paul Goodman; Ralph F. Hefferline: “Gestalttherapie. Grundlagen“, dtv, 1979

 

Offenbar wollen Sie es beiden Frauen recht machen und laden sich dazu als vermeintlich Schuldiger sämtliche Verantwortung auf. Kein Wunder, wenn Sie sich da so zerrissen fühlen.

Wo liegt da nun die Lösung? Perls schreibt weiter:

 

Indem man schließlich »aus dem Weg geht«, um die große Regel des Tao zu zitieren. Man löst sich von seiner vorgefaßten Idee, wie es ausgehen »müßte«. Und in die so entstandene »fruchtbare Leere« strömt die Lösung ein. Das heißt, man wird handgemein, spielt die eigenen Interessen und Fertigkeiten aus, läßt sie aufeinanderprallen, um den Konflikt zuzuspitzen und um sie zerstört und verändert in die heraufdämmernde Idee eingehen zu lassen; und schließlich klammert man sich an seine Interessen nicht mehr als an die »eigenen« Interessen.

 

Konkret könnte das für Sie heißen, beide Frauen nicht aus der Verantwortung zu entlassen. Jede der beiden kann für sich entscheiden, ob und wenn ja wie lange sie in einer Dreiecksbeziehung leben kann oder auch nicht. 

So sind Sie denn auch nicht für das Glück oder Unglück beider Frauen verantwortlich, denn beide sind keine Kinder, die auf die Führung und Verantwortlichkeit eines sorgenden Elternteils angewiesen sind.

Zum Schluss noch eine vielleicht merkwürdig anmutende Frage. Welchen Vorteil hat die Situation so wie sie gerade ist für Sie? Sie mögen einwenden, überhaupt keinen, ich leide, fühl mich zerrissen und weiß nicht mehr aus noch ein. Gleichwohl will ich die Vermutung wagen, dass diese Situation für Sie auch einen Gewinn erzeugt, den sie aufgeben müssten, sobald Sie die Situation aktiv verändern. In einer Systemaufstellung würde ich einen Mitspieler als "Gewinn" in die Aufstellung einführen. Dieser könnte uns dann aus seiner Perspektive berichten, was er für einen Gewinn empfindet. Das würde uns dabei helfen, warum die Situation so unlösbar erscheint, weil es nämlich gute Gründe gibt, dass sie unlösbar bleibt.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: Markus R. G...

Gesendet: Dienstag, 30. Oktober 2012 07:42

An: info@maennerberatung.de

Betreff: AW: Dreiecksbeziehung

Hallo Herr Thiele,

Nun soweit bin ich auch schon lange.

Mein besonderes Thema ist die Erkenntnis meiner Speziellen Empfindsamkeit, die ans Licht getreten ist, Und das Thema der Liebe, wohl der bedingungslosen Liebe.

Die Erkenntnis darüber, daß es für mich darum geht, Was ich wirklich will, und dann verbindlich zu handeln, Und nur noch in diese Richtung zu denken und nicht Mehr zurück.

Ich habe während des letzten halben Jahres so extrem viel Über mich heraus gefunden, aber auch über den Menschen An sich, und welche Kraft die Herzenergie hat, wenn Sie fließt, und wie dramatisch schlecht es dem Menschen Geht wenn nicht.

Ich hatte eigentlich eine Art Landkarte im Sinn, einen Wegweiser, Woran ich erkennen kann welche Frau die richtige ist für mich, Was sind gute Anzeichen, und was sind nur Einblidungen, Fakeerscheinungen, Also Licht und Irrlicht, welchen Mechanismen bin ich hier Unterworfen, diese zu durchschauen so dachte ich könnte Mir ein Psychologe aufzeigen, und damit mein Leid beenden.

Gerade habe ich eine kuschelige Nacht mit Iris verbracht, Wie immer ohne Sex, aber besonders beim morgendlichen Kuscheln, wenn wir zusammen sind (Sie hat heute mal Den Vormittag frei und haut nicht schon um halb sieben ab), Gerade genieße ich diese so selten gewordene Zweisamkeit, Die Vertrautheit... Und möchte mich so gerne nur dafür Entscheiden.

... 

VG

MRG

 

 

 

Hallo Herr G....,

ich würde Ihnen einfach mal empfehlen, erwachsen zu werden. Dazu gehört auch, zugesagte Verbindlichkeiten einzuhalten und sein Leben nicht als Zechpreller und Betrüger zu verbringen. 

 

Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 25. Oktober 2012 17:47

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Beratung

Sehr geehrter Hr.Thiel,

ich wende mich an sie, weil meine Paetnerin und ich seit ca. 6 Monaten ein Problem in unserer Beziehung haben. Eine Trennung von meiner Seite besteht zur Zeit nicht. Sie ist seit einiger Zeit am überlegen, kann sich aber nicht entscheiden. Eigentlich möchte sie keine Trennung, weiß aber nicht, was sie will. Das belastet unsere Beziehung sehr. Ich weiß nicht mehr, was ich machen bzw. wie ich mich verhalten soll. Hintergrund unserer Probleme ist, ich habe ihr gebeichtet, dass ich vor 6 Jahren in einem Bordell gewesen war. Da waren wir aber schon 8 Jahre ein Paar. Nun kann sie es wohl nicht verarbeiten. Sex ist im Moment kein Thema für, obwohl wir davor sehr tollen Sex hatten. Weiterhin haben wir viel geredet, und tun es immer noch, über andere störende Sachen, die mich vornämlich betrafen. Ich habe die Kritik angenommen und habe die Problem abgestellt und mich verändert. Dies führt nun dazu, dass sie misstrauisch ist und mir nicht vertraut, dass ich diese Veränderungen durchhalte und es zum Rückfall kommt. Ich will aber selber diese Veränderung, da mir selber aufgefallen ist, dass das Verhalten nicht richtig ist. Wir haben zwei Kinder (4 und 7).

Was soll ich tun???

 

Mit freundlichen Grüßen

...

 

 

 

Hallo Herr ... ,

offenbar liegt es nun an Ihrer Frau auch etwas zu tun, nämlich Vertrauen zu entwickeln und sich mit Ihnen auf eine Beziehung einzulassen, die diesen Namen verdient.

An einer guten Beziehung sind selbstredend beide beteiligt. Sozusagen ein Gemeinschaftswerk. Jede/r kann dass seinige tun, damit es gelingt.

Eine Paar- oder auch Einzelberatung kann dabei im Einzelfall nützlich sein.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Montag, 13. August 2012 14:51

An: 'info@maennerberatung.de'

Betreff: Wurde mein Mann als Kind missbraucht?

Sehr geehrter Herr Thiel,

 

ich wende mich als (noch) Ehefrau an Sie, weil mir in letzter Zeit viele Gedanken durch den Kopf gehen.

 

Ich (34 J.) habe meinem Mann (37 J) letzte Woche mitgeteilt, dass ich ihn (nach 10 Jahren Beziehung, 3 davon verheiratet, keine Kinder) verlassen muss. Wir haben uns immer sehr gut verstanden, es gab nie Streit o.Ä. Allerdings hatte er schon immer ein sehr ausgeprägtes sexuelles Verlangen. Er definiert „Liebe“ mit der Häufigkeit von Sex, oder wie er es nennt „körperliche Liebe“. Je häufiger der Sex, desto größer die Liebe. Also hatten wir beinah jeden Tag Geschlechtsverkehr, all die Jahre lang. Wobei von meiner Seite nicht viel Einsatz kam, denn hauptsächlich ging es darum, dass er zum Ziel kommt. Zweifel an dieser Form der Liebe kamen mir recht bald, aber wahrhaben wollte ich es nicht. Wenn ich nicht bereit war, reagierte er mit Schmollen und Schuldzuweisungen „du liebst mich nicht“, „ich will doch nur dass du glücklich bist“. Ich konnte nicht ins Bett gehen wann ich wollte, selbst wenn ich vor dem Fernseher eingeschlafen bin. Wir mussten immer zusammen Schlafen gehen.

Im letzten Jahr hatte ich mich (nach 12 Jahren) gesträubt, mich vor seinem Nachtdienst noch zur Verfügung zu stellen, da meinte er dann, was denn plötzlich mit mir los sei und ging zur Arbeit. Am Tag darauf schildere ich ihm mein Problem; ich kann eben nicht mehr jeden Tag. Er reagierte mit Unverständnis („Wie kannst du so was sagen. Ich könnte mehrmals am Tag. Nur dir zuliebe frage ich nur einmal“). Er schlug vor, einen „X-freien“ Tag pro Woche einzuführen. Meistens durch ihn vorbestimmt. Meinen Vorschlag, gemeinsam eine Therapie in Anspruch zu nehmen, schlug er aus. Selbstbefriedigung kam für ihn auch nicht in Frage. Da wusste ich, dass wir nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen werden. Ich hatte immer gehofft es würde besser/anders werden, aber leider änderte sich nichts.

Nachdem ich den Trennungswunsch geäußert hatte, begab er sich sofort auf „aktive Partnersuche“, wie er es nennt. „Um sich abzulenken“. Nach nur wenigen Tagen scheint sich was Neues zu ergeben, obwohl er all die Jahre seine Liebe mir gegenüber ausgesprochen hat. Ich gab ihm den Rat, seine Vorlieben vorab zu klären, denn nicht jede Frau will jeden Tag Sex haben. Antwort: „Das glaubst du“. Wenig später kam er auf das Thema zurück und sagte, es hätte ihn schon getroffen. Ob ich ihn denn für unnormal halten wolle. Es sei doch nichts dabei, jeden Tag Lust auf Sex zu haben. Ich solle mir von meiner Freundin keine Flöhe ins Ohr setzen lassen. Erwidern wollte ich darauf nichts.

Er gibt die Schuld am Scheitern der Ehe unseren Tierkreiszeichen und meinem fehlenden Vermögen, Gefühle zu zeigen.

Meiner Schwägerin und mir kam schon oft der Gedanke, dass in der Kindheit unserer Männer etwas nicht ganz rund gelaufen sein muss. Der Bruder meines Mannes (40 J) hat ähnliche Anwandlungen, nur anders eben. Mit seiner Frau hat er sehr selten Geschlechtsverkehr. Er hält sich in Internetforen auf, die auf Master/Servant Praktiken spezialisiert sind und bot sich im Netz als Sexsklave an. Sie liebt ihn sehr. Jetzt haben sie zwei Kinder. Würde man ihn treffen, traute man ihm das nicht zu. Er ist sehr ruhig und kriegt bei Fremden keinen Satz heraus. Verdingt sich als ... arbeiter, weil er sich selber kaum etwas zutraut. Wohl auch, weil ihm das so schon seit Kindheit eingebläut wurde. Auch mein Mann ist sehr hilfsbereit und freundlich. Er ist ... und hat in einem Fernstudium einen Bachelorabschluss gemacht. Keiner würde ihm jemals so was von ihm denken.

 

Meine Schwiegermutter ist sehr Besitz ergreifend. Ihr Charakter, durch Hervorrufen eines schlechten Gewissens doch noch zum Ziel zu kommen, macht sich auch bei meinem Mann mehr und mehr bemerkbar. „Ich tue alles für euch“ „so dankt ihr es mir“ „Von dir hätte ich so was nie erwartet“ sind einige ihrer Reaktionen, wenn etwas nicht läuft. Alle geben klein bei, um monatelanges Schweigen zu vermeiden. Häufig erzählt sie vor allen, dass mein Schwager Bettnässer war, weil er beschnitten werden musste. Oder sie sagt in die Runde, dass ihr Mann impotent ist, weil er zu viele Medikamente nehmen muss. Alle drei Männer (Schwiegervater, mein Schwager, mein Mann) scheinen Angst vor ihr zu haben. Keiner traut sich, Vertrautes zu ändern. Ihre Tochter aus erster Ehe wohnt jetzt weit weg. Sie hat wohl nie gearbeitet. Ist ihrer Mutter sehr ähnlich und hat beide Kinder (Tochter und Sohn) zu diversen Auftritten (Mini Playback Show) und Vorführungen gedrängt.

Alle drei sagen, dass sie von meiner Schwiegermutter in der Kindheit geschlagen wurden, was sie vehement abstreitet. Sie ist die jüngste von drei Kindern und hat noch zwei Brüder. Sie wuchs mit ihrem mittleren Bruder bei den Großeltern auf, während ihr ältester Bruder bei den Eltern blieb. Das setzt ihr zu. Ihre Mutter hat ihren Vater geschlagen, als dieser dement wurde und nicht mehr das tat, was sie wollte. Davor hat auch mein Schwiegervater Angst; das hat er schon ausgesprochen („Die schlägt mich tot, wenn ich nicht mehr so kann wie sie will“). Auszuziehen traut er sich aber auch nicht.

Auch wenn es nur ein sehr kleiner Einblick ist – meinen Sie, dass es einen Missbrauch in der Kindheit, insbesondere bei den Söhnen, gegeben haben könnte? Wie kann ich meinem Mann schonend mitteilen, dass er sich (sofern meine Vermutung richtig ist) professionelle Hilfe suchen soll, damit ihm nicht die nächste Frau nach langer oder kurzer Zeit davon läuft?

 

 

Mit freundlichen Grüßen,

...

 

 

 

Hallo Frau ...,

egal was da in der Kindheit gelaufen ist oder nicht, wenn Ihr Mann keine Motivation hat, sich professionelle Unterstützung zu suchen, dann hat er eben diese Motivation nicht und muss man das notgedrungen respektieren auch wenn man es gerne anders hätte.

Gut möglich, dass Ihr Mann in der Kindheit missbraucht wurde oder sonst wie ungünstige Entwicklungsbedingungen hatte. Dies ist im Nachhinein nicht mehr zu ändern. Ändern kann man nur im Hier und Jetzt und da muss man schauen, was geht und was möglicherweise nicht geht.

Ich habe Freunde, die noch die im Bioladen einkaufen waren, weil das für sie einfach nicht wichtig ist. Würde ich da nun agitieren, käme nichts vernünftiges bei raus, außer, das die Bekannten mich dann meiden würden.

Lassen Sie also Ihren Mann einfach die Erfahrung machen, die noch auf ihn zukommt. Manche Männer haben 4, 5, 6 oder mehr Beziehungen hintereinander und alles wiederholt sich und nichts wird dazu gelernt. So ist das dann eben.

 

Das einzig sinnvolle was Sie tun können, gut auf sich selber achten, selber eine gute Haltung entwickeln und in neuen Beziehungen konstruktiv zu handeln. 

"Fehler" dürfen Sie machen, das gehört zum Leben.

 

Beste Grüße

 

Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 11. Mai 2012 18:21

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Seitensprünge trotzdem Verzeihen lernen

Hallo H. Thiel,

Ich habe im letzten Jahr knallhart erfahren, daß mein Mann mehrere Affären hatte. Bei einer wurde angeblich ein Kind gezeugt, aber er wurde nicht als Vater angegeben. Der Kontakt blieb und das Kind(6J. mittlerweile) kennt ihn als Papa. Zwei der Affären erhofften sich mehr und mein Mann gab ihnen diese Hoffnung. Bevor wir heirateten waren wir 6 Jahre zusammen und sind jetzt fast 11 Jahre verheiratet. Schon im 1. Jahr nach unserer Hochzeit verloren wir unser 1.Kind und mein Mann ging gleichzeitig in die Selbstandigkeit in den Außendienst. Ich erkrankte an einer Krankheit, die jahrelang unerkannt blieb. (... ). Jetzt habe ich erfahren, daß der 1. Seitensprung schon knapp ein 3/4 nach dem Tod unseres Kindes war. Danach immer mal andere, alles Kolleginnen, mit denen er unterwegs war. Ich selbst erlebte einen Marathon durch die Krankheit bis ich endlich eine Diagnose und Therapie erhielt, die mich in mein Leben zurückbrachte und uns sogar ein 2. Kind erlaubte. Da gab es aber schon das andere Kind und die Affären neben unserer Ehe. Ich bezeichne das immer als seine 2.Welt. Von selbst hat er es nicht klar geschafft, Schluß zu machen. Erst wo alles aufflog, hat er nach und nach aufgehört. Es ging ihm nur um Sex. Es war einfach und bequem. Es bestand nie Zweifel daran, daß er uns liebe und nicht verlieren will. Er selbst verharmlost alles und ist auch sehr passiv, selbst Entscheidungen zu treffen, was der Umgang bzw. die Klärung mit dem angeblichen Sohn angeht. Er will einerseits keine schlafenden Hunde wecken, aber dieses Kind weiterhin als Papa treffen ohne Amt. Seine Affären lösten sich mehr von ihm, als das er den Abschluß zieht.

Für mich ist er immer da gewesen, vor allem, wenn es mir schlecht ging. Doch ich dachte, daß unser 2. Kind ein Zeichen unserer Liebe und Kraft und Treue für all die harten Jahre sei. Er hingegen fühlte sich von mir oft abgestoßen, unzufrieden mit seinen später Mißerfolg im Job... Ich wurde nicht schlecht von ihm behandelt. Deswegen steh ich im Zwiespalt. Jeden Tag versucht er auf seine Art und Weise zu ziegen, daß er es jetzt ehrlich meint und für ihn die Grundlagen sich komplett geändert hätten. Es ist so, daß wir jetzt so viel Zeit zusammen verbringen, wie wir es vorher nicht kannten. Er bemüht sich bei unserer Tochter, mir und der restlichen Familie. Beide haben wir unsern Job verloren und er macht einen Minijob. ABER Klarheit mit dem anderen Kind bringen oder auch sonst alles soweit wie möglich, was mit seinen Affären zu tun hat, macht er nicht von selbst. Ich brauch aber Klarheit und von ihm ,diese eigene Initiative, endlich Ordnung in unser Leben zu bringen, wenn wir den Neuanfang wirklich schaffen wollen. Mir reicht da nicht, wenn er Therapien mitmacht und alles tut, was man ihm sagt. Er selbst muß in meinen Augen was tun. Ich fühl mich hilflos und unentschlossen. Hoffe immer, daß mein Mann das, was ich für richtig halte, tut. Ich dachte ich kenne ihn, dann ist er mir völlig fremd. Ich möchte, daß er endlich richtig aufräumt, und nicht wieder versucht, diplomatisch (sein Ausdruck) in alle Richtungen zu sein. Ich bin verletzt und kann schlecht Vertrauen aufbauen.

Gruß ...

 

 

 

--- Ursprüngliche Nachricht ---

Von: "maennerberatung" <info@maennerberatung.de>

Datum: 11.05.2012 21:41:48

An: ...

Betreff: AW: Seitensprünge trotzdem Verzeihen lernen

Hallo Frau D.,

 

Danke für Ihre Nachricht.

Ich habe aber Ihr Anliegen noch nicht so recht verstanden. Vielleicht können Sie mir dabei helfen.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Samstag, 12. Mai 2012 11:05

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Re: AW: Seitensprünge trotzdem Verzeihen lernen

Hallo H. Thiel,

wir haben uns entschlossen, alles zu verarbeiten und aus den Fehlern zu lernen. Doch leider komme ich mir vor, als würden wir auf der Stelle stehen.

Mein Mann macht alles mit und da wo es ankommt, die Frage mit dem Kind zu klären, ob es seins ist und wie überhaupt für ihn gesorgt wird (Unterhalt). Das alles läßt er schleifen und reagiert nur, wenn ich wieder mal Druck mache. Er will alles haben, uns als Familie und dieses Kind regelmäßig besuchen. Eben ohne Verpflichtungen. Wir sind beide arbeitslos und er macht einen Minijob. Genaue Jobvorstellungen hat er nicht, auf seine Bewerbungen, Absagen, aber er hakt nicht nach. Ich selbst muß abwarten, wie der Rententräger auf meinen Antrag auf Teilhabe am berufl Arbeitsl. entscheidet. Wir haben viele Schulden noch neben der Insolvenz meines Mannes. Und ich möchte mich einen Mann an der Seite, der klar und deutliche Schritte geht. Mir ist nur nicht klar, ob wir das zusammen schaffen ode ich einen anderen Weg gehen sollte. Denn er will anscheinend alles wieder richtig machen, wartet aber darauf, daß was geschieht oder man ihm sagt, : Wie. Ich will ihn nicht alles vorsagen und wünsche mir von ihm selbst wirklich auch Lösungsvorschläge, die mal ehrlich und nichts mit Heimlichkeiten oder Vertuschen zu tun haben. Ich erwarte reife Vorschläge, die auch Zukunft tragen nicht im Moment gut sind. Trennung ist für mich irgendwie schwer... Ich habe wenig Vertrauen und zweifel an mein Urteilsvermögen. Weiß nicht, wie ich herausfinden kann, wie mein Mann nun wirklich denkt und ob er es ehrlich meint?

Gruß ...

 

 

 

 

Hallo Frau ...,

ich glaub, Ihr Mann strengt sich echt an, nur will er nicht über seinen eigenen Schatten springen, d.h. sich nicht wirklich verändern.

Viele Paare leben so viele Jahrzehnte zusammen, denn eine Trennung wollen die beiden meist auch nicht.

So bleibt denn manchmal wohl nur, die Hinnahme des Gegebenen. Grau ist der Tag und grau wird er bleiben.

Die Zukunft liegt hinter dem Schmerz, wer dort nicht hindurch will, dem bleibt noch das Grau.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

-----Original Message-----

From: ...

Sent: Tuesday, February 21, 2012 11:18 PM

To: info@maennerberatung.de

Subject: Anfrage

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

 

ich bin seit 6 Jahren verheiratet (beide 28 Jahre alt) und habe Eheprobleme.

Meine Frau und ich kennen uns seit der Mittelstufe auf der Schule. Um ehrlich zu sein, meine Frau und ich waren damals gute Schüler und eher Mauerblümchen ohne großen Kontakt zu anderen. Sie war damals noch zurückhaltender als ich und war auch was Kleidung zum Beispiel anlangte, sehr konservativ.

Auch unsere Ehe verlief bis vor 4 Wochen ganz normal mit einem normalen Bekanntenkreis.

Vor einem Monat haben wir mal wieder 2 Wochen Urlaub auf ... gemacht und nebenan wohnte ein so richtiger Machotyp, ich weiß noch, wie sie anfangs sagte, so ein bescheuerter Kerl, wie kann man als Frau nur mit so jemanden was anfangen. Ich bekam auch wegen zu lauter Musik mal Streit mit ihm, worauf er mich einmal am Strand auch mal vor meiner Frau umgestossen hat.

In den Tagen darauf hat sich meine Frau die Finger- und Zehnägel lackiert (hat sie bis dahin nie gemacht) und ging auch im Rock zum Strand (sonst trug sie nur Hosen).

In der 2 Woche kam ich zu früh auf unser Zimmer wieder (ich wollte auf einen Schiffsausflug, der abgesagt wurde, sie wollte nicht mit wegen Seekrank) und hörte dann nebenan, wie dieser Typ mit einer Frau geschlafen hat. Das ging über mehrer Stunden und beide waren auch sehr laut (was meine Frau bei mir nie war). Ich bekam immer mehr ein ungutes Gefühl, verließ das Zimmer und beobachtete dann, wie sie aus seinem Appartement kam. Ich war so verstört und habe an dem Tag nichts gesagt.

Am nächsten Tag habe ich magenkrank gespielt, mir ging es aber auch wirklich nicht gut. Sie wollte dann abends alleine ausgehen, ich habe zugestimmt, weil ich nicht wußte, was ich sagen sollte. Spätabends bin ich dann sie doch suchen gegangen, habe in der Hoteldisco nachgefragt und irgendjemand meinte, sie wäre mit einem anderen an den Strand gegangen. Ich bin hin und nach einiger Zeit hatte ich beide gefunden, wie sie ihn gerade mit dem Mund befriedigt hatte (hat sie bei mir nie gemacht). Es gab Streit, der Machotyp hatte mich noch beleidigt und wir sind danach am nächsten Tag wieder abgeflogen.

Seitdem herrscht Funkstille zwischen uns, sie versucht immer wieder mit mir zu diskutieren, aber es hat mich so gekränkt, ausgerechnet mit diesem Typen, der mich heruntergemacht hat.

Ich liebe meine Frau, möchte sie nicht verlieren, aber ich weiß nicht, wie ich die Kurve wieder kriegen soll.

Können Sie mir etwas raten

Mit freundlichen Grüßen

...

 

 

 

 

Hallo ...,

die Kränkung ist das eine. Die kann man auch loslassen, wenn man will. Das dauert in der Regel ein paar Wochen. So lange müssen beide Partner leiden.

Preiswerter ist das ganze leider nicht zu bekommen.

Tabletten einwerfen, Alkohol saufen oder sich mit dem Beil in die eigene Hand hauen, bringt die Sache nicht voran, im Gegenteil, der Kopf brummt dann noch mehr und mit nur einer Hand ist es auch nicht grad schön.

Vielleicht besuchen Sie mal einen Kampfsportkurs, damit Sie beim nächsten Mal den Machotyp Paroli bieten können.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 


 

 

 

-----Original Message-----

From: ...

Sent: Sunday, January 22, 2012 5:29 PM

To: info@maennerberatung.de

Subject: ihre webseite, ihr angebot - auch in ...?

 

Hallo, bei einer Recherche im Internet, wo ich eigentlich eine Beratungsstelle für meinen Geliebten gesucht habe, der in einer "Höllenehe", einen schlechtlaufendem Job, Geldproblemen, scheinbar festgefahren gefangen ist, bin ich auf Ihre Seite gestoßen.

Ich finde Sie sehr gut und denke genau das richtige für meinen Bekannten.

FRAGE:

Daher, haben Sie Kollegen, die einen ähnlichen Ansatz im ... Raum verfolgen, dann bin ich für einen Kontakt dankbar.

Er wohnt im ... Raum (..., PLZ ...).

HINTERGRUND:

Er bräuchte eine Anlaufstelle, die Männern in Beziehungsproblemen hilft (Erniedrigung, Intrigen, Verleumdung, mehrstündige Streite über Tage und Wochen in den Nachtstunden, systematischer Schlafentzug, Missachtung selbst bei akuter Krankheit, Beleidigung wegen ausbleibender sexueller und beruflicher Leistung...). Der Mann ist fertig mit den Nerven und sein Körper rebelliert seit Wochen. Sein Hausarzt plädiert für eine stationäre Behandlung, doch als Handwerker und aus finanziellen Gründen lehnt er das ab. Er braucht dringend Hilfe, hat Suizidgedanken und ist stark depressiv.

Da ich sehe, dass er wenig Selbstantrieb hat, das Heft für eine eigenständige selbstbestimmte Lebensgestaltung in die Hand zu nehmen, vermute ich auch, dass ein persönlicher direkter Kontakt zu einem Therapeuten das beste ist, so dass eine Dynamik ins Rollen kommt und er wieder hingeht und so eine "erleichternde" und neutrale Anlaufstelle gewinnt.

Freue mich sehr über Tipps für das ... Gebiet.

Freundliche Grüße

...

 

 

 

 

Hallo Frau ...,

gute Berater finden Sie unter

 

www.dgsf.org

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Original Message-----

From: ...

Sent: Thursday, January 12, 2012 10:59 PM

To: info@maennerberatung.de

Subject: Hass, Wut, Afrika

 

Hallo Herr Thiel, Ihre Seite ist super, Ihr treffsicherer Humor genial...

Ich lebe in einer Beziehung mit einem Afrikaner, seit einigen Jahren, der oft sehr wütend ist. Zum Teil verständlich, zum Teil nicht mehr nachvollziehbar, weil es eigentlich immer dieselben Sachen sind, über die er sich maßlos ärgert. Es ist z.B. die Tatsache, dass das Ausländeramt ihm seit 12 Jahren keine Aufenthaltserlaubnis gibt und er immer eine neue Auflage bekommt, die er/wir erfüllen sollen und auch tun, doch ändert sich nichts daran, kein permanenter Aufenthaltstitel. Ich hab mich damit mittlerweile abgefunden und lache nur noch über deren Spielchen mit uns – sie gehen jetzt auch an mich und unterstellen mir, unser Kind sei nicht das von ihm und wollen einen DNA-Test...

Die Anwälte sind ratlos, wir warten auf ein Wunder. Die Wut geht soweit, dass er bei geringen Ärgernissen lieber Leute schlägt, als die ihm rechtlichen Mittel gegen diese zu benutzen. Er ginge wohl wirklich soweit, jemandem lieber ein Ohr abzubeißen, auf der Stelle, als sich über das Verhalten desjenigen bei seinem Vorgesetzten zu beschweren ... das macht mir Angst. Denn diese Ausbrüche häufen sich dramatisch in letzter Zeit. Auch die Dramatik mit der er sich emotional jedes Mal in diese Situationen reinschmeißt, sind für mich nicht mehr nachvollziehbar. Ich dachte mir durch zureden, beruhigen und so würde sich was ändern im Laufe der Jahre, aber er wird weder gelassener, noch entwickelt er den nötigen Galgenhumor, den man einfach wirklich braucht, wenn die Scheiße über Kragenweite geht, wie dies bei uns seit Jahren und in letzter Zeit oft der Fall ist. Überhaupt scheint er ein Händchen zu haben und Scheiße magisch anzuziehen ... Er leidet auch so gern hat es den Anschein ... Oft hat er den Ärger mit Leuten, weil er versäumt Dinge zu tun, die nötig wären, um größeres Unheil abzuwenden, er schätzt Dinge/Menschen/Situationen nicht recht ein, regelt es lieber auf seine Art, provoziert meistens unbewusst und das heißt erst mal noch mehr Ärger + Chaos --- und dann langsam, langsam kommt wieder was in Ordnung ... und wenn ich aber was sage, bin ich die Böse. Ist das Elend groß, dann bin ich aber recht, um hinter ihm zu stehen und ihm vor allem finanziell zu helfen, ihn aus seiner Höhle zu holen.

Meine Hilfe mildert die Wut nicht mal, sondern ist die gleiche wie auf die Leute vom Ausländeramt, die ihn ja wirklich schikanieren. Wir kommen alle in denselben Topf. Ich schwanke bei seinen Wutanfällen und dem dramatischen Leiden das darauf folgt zwischen Erbe der afrikanischen Kultur, mit dem ich mich wohl abfinden muss oder mich von ihm trennen sollte. In Afrika wird bei Beerdigungen geschrieen vor Trauer und man schmeißt sich auf den Boden vor Kummer und Schmerz, so geht das hier zur Zeit auch ab. Er kann schon fast nicht mehr sprechen vor lauter Heiserkeit, hat kaum mehr Kraft, sein Herz steht wohl kurz vor dem Herzinfarkt. Bei ihm weiß ich ehrlich gesagt nicht wo anfangen. Er ist Workaholic (in seinem ..., sein Leben, seine mögliche Existenz – er hat Sozialhilfe, ich Hartz IV) mit extrem hohem Blutdruck, geht nicht zum Arzt, lernt nur wenn er mit dem Kopf gegen die Mauer rennt und hört auf niemanden, vertraut niemandem ( sagt er selber), hasst Deutschland. Wäre lieber in Afrika, weil er dort im Dorf der König wäre nach seinem Vater.

 

...

Seit Jahren befinden wir uns in dieser Spirale der Gewalt, die auch ich jetzt nicht mehr gelassen händeln kann. Er meinte seit Anfang an der Beziehung, ich hätte keinen Respekt vor ihm ... Ich kann seine Probleme, die er zu meinen macht noch ertragen und z.T. lösen oder verstehen. ...

Er wollte nach einem erneuten Wutanfall neulich nach Afrika für immer, war bereits auf dem Ausländeramt und hat einen Antrag für ein Flugticket angefordert. Ich war mir sicher, dass er geht. Ich weiß nicht mehr, ob ich noch für ihn weiterkämpfen soll, an seiner Seite bleiben soll oder ob es besser ist, mich zu trennen. Ich kann die Gefahr, die von ihm ausgeht nicht einschätzen. Ich weiß nicht, zu was er gerade oder allgemein fähig ist und wie zerstörerisch seine Wut, seine Trauer gegen ihn oder andere geht. Haben Sie einen Rat für mich, wie ich mich verhalten soll?

 

Herzliche Grüße

...

 

 

 

Hallo Frau ...,

Danke für Ihr Lob. Kann ich gut gebrauchen bei all dem Irrsinn, den auch ich im Alltag tagtäglich erlebe.

 

Ich würde Ihnen dringend empfehlen, sich eine persönliche Beratung bei Ihnen vor Ort suchen.

Adressen unter:

www.dajeb.de

 

 

Ihr Mann könnte sicher auch gut Beratung vertragen, aber vermutlich ist er zu stolz dafür. Ein König der in die Beratung geht, wo gibt’s denn so was. Ein König ist der Chef, selbst wenn ihm alle Untertanen längst davongelaufen sind.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_II._%28Deutsches_Reich%29

 

 

Aber wir wollen die Hoffnung nicht aufgeben. Wenn die Einzelberatung gut anläuft, kann man auch eine gemeinsame Beratung wahrnehmen, um auszuloten, was geht und was nicht.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

-----Original Message-----

From: ...

Sent: Friday, January 13, 2012 10:48 AM

To: info@maennerberatung.de

Subject: AW: Hass, Wut, Afrika

 

Danke, danke, danke Herr Thiel, ich hab so gelacht mit dem König ohne Untertanen. Der Link über Wilhelm II hat mich geschockt. Das trifft wie die Faust aufs Auge. Wenn der nach Afrika geht, zettelt der todsicher einen Krieg an, denn er wäre dort kein kleiner König... das ist kein Witz!

Ich würde ja am liebsten weiter mit Ihnen chatten, aber Geld hab ich gerade keines, musste dem König ohne Untertanen seine Steuern beim Finanzamt zahlen .... - wieder so ein Fall ... ich könnte Ihnen für Ihre treffsichere Weisheit, die in so geniale Sprüche gepackt ist + historische Links :) - sie arbeiten fast wie Jesus..., dass man sofort die Ursache des Problems erkennt, ...

 

 

 

 

Hallo Frau ...,

...

Will mal hoffen, dass sich bei ihnen mit der Zeit alles gut einpendelt.

Gute Berater sind da manchmal Gold wert.

 

 

Beste Grüße

 

Peter Thiel

 

 


 

 

 

-----Original Message-----

From: ...

Sent: Friday, January 13, 2012 7:27 PM

To: info@maennerberatung.de

Subject:

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

ich (46) finde Ihre Antworten sehr hilfreich und möchte mich nun gerne an Sie wenden: Bin seit 3 Jahren mit einem Mann (52, Akademiker) zusammen, der anfangs der ideale Partner zu sein schien: wir habe uns kennen gelernt, nach 4 Monaten ist er zu mir und meinem Sohn (damals 14) gezogen, alles wurde in Superlative verpackt und schien perfekt. Nach einem Jahr gab es eine Diskussion über seine noch nicht geschiedene Ehe (er hatte seine Frau nach fast 30 Jahren mit einem anderen in seinem eigenen Haus erwischt), in dem ich irgendwann den Satz gesagt habe: Mach den gleichen Fehler nicht nochmal. Da ist er ausgezogen, war 2 Tage später wieder da. Im Urlaub sind wir früher nach Hause gefahren, weil ich zu einem Paar, das wir kennen gelernt hatten und das wir beide sehr nett fanden, gesagt habe: "Ich fände es schön, wenn wir noch 2 Tage zusammen irgendwohin fahren würden." - Ich hatte ihn nicht vorher gefragt und über ihn bestimmt und somit kein "Wir-Gefühl". Er war ein paar Tage weg und kam zurück mit der Bemerkung, wir hätten nur Irritationen und es wäre sein Heimathafen bei mir und er wäre noch nie so glücklich gewesen.

6 Wochen später sagte er mir abends noch, wie schön es mit uns sei und dass mein Sohn auf einem guten Weg sei und sich gut entwickeln würde. 2 Stunden später gab es zwischen den beiden eine Diskussion, in der er meinem Sohn (mittlerweile 16; er würde ihn immer behandeln wie seinen eigenen) Besserwisserei und Überheblichkeit vorwarf, ihn als Arschloch ohne Freunde, jeder denkt es nur ich sage es, als Nichts und Niemand, als zukünftigen Hartz-IV-Empfänger bezeichnete - er ist auf dem Gymnasium und ein guter Schüler mit Freunden -, die Klamotten packte und weg war er. "Ich gehe wegen dir und nicht wegen deiner Mutter!", am nächsten Tag kam er sein Fahrrad noch abholen und sagte: "Ich hab dich sehr lieb gehabt." 10 Tage Funkstille, dann Annäherung mit dem Wunsch, mit mir und meinem Sohn eine harmonisches Leben führen zu wollen. Dass ginge nur, wenn mein Sohn sich entschuldigen würde, denn er habe ihn provoziert - normalerweise wäre er "zutiefst unaggressiv". Natürlich hatte sich dieser irgendwann gewehrt und hat ihm gesagt, er solle sich "verp.. und nie wieder kommen". Er sei der Erwachsene und habe mehr Rechte und es sei sein gutes Recht, zu gehen, wenn er sich nicht mehr wohl fühlt. Das kann ich von meinem Sohn nicht verlangen und mein Partner wird sich nicht entschuldigen. Das belastet mich sehr und es gibt deswegen immer wieder Streit.

 

Er hat eine sehr egoistische Tochter (23), die ich aber niemals so beleidigen würde. Wir wohnen nicht mehr zusammen und letzte Woche habe ich ihm gesagt, dass es wohl nur nach seinen Regeln gehen kann und dass selbst seine Tochter sagt, "Mein Vater hatte IMMER Recht!" und er doch mal darüber nachdenken soll. Ich war wirklich sauer über soviel Selbstgerechtigkeit - habe mich am nächsten Tag entschuldigt, dass ich ihn verletzt habe und er mir sehr wichtig sei, aber da ist ja auch mein Kind und es tut halt weh. Nun meldet er sich nicht und sagt mir nur, ich könne ja wohl verstehen, dass er mich im Moment nicht sehen will. 1Tag bevor ich wieder mit dem Thema anfing, sagte er noch, er habe noch nie für jemanden soviel empfunden wie für mich. Muss zugeben, dass ich zu oft davon anfange, aber es belastet mich und ich komme nicht klar, dass er NUR seine Sicht sieht, aber behauptet, Rechthaberei sei tödlich. Ich möchte das Thema vom Tisch, er will es ausklammern und mit der Zeit wird alles gut. 

Wie denn, wenn man es nicht angeht und er sich für seine Worte entschuldigt....er ist der Meinung, dass es richtig war und meinem Sohn vielleicht ja auch gut getan hat. Da bin ich geplatzt! Bei der kleinsten Kritik sagt er, es seien Vorwürfe und zieht sich zurück- bestraft mich wie ein kleines Mädchen, so kommt es mir vor. Hat es überhaupt noch einen Sinn? Er ist in vielen Bereichen ein toller Mann, aber beharrt stur auf seiner Sicht der Dinge und seine Reaktionen sind immer die anderen Schuld. Er hat seine Ex-Frau schon mit "Verpiss dich, du Nu..."auf offener Straße benannt.

Vielen Dank für Ihren Rat und bitte entschuldigen Sie meine verwirrte Darstellung, aber ich bin sehr verzweifelt... ich hänge sehr an diesem Mann. Nur kann ich seinen Liebesschwüren trauen? Der Alltag spricht eine andere Sprache und Liebe beweist sich doch im Alltag, oder?

 

Herzlich Grüße und noch einen schönen Tag

...

 

 

 

Hallo Frau ...,

da ist ja ordentlich was los bei ihnen. Grad wie im Film L.A Crash - http://de.wikipedia.org/wiki/L.A._Crash

Die Grundstimmung ist gereizt, da reichen schon kleine Auslöser für einen Zusammenstoß aus.

Man muss aber einräumen, eine Patchworkfamilie wie die ihre, birgt ohnehin einige Risiken, die man kaum umgehen kann.

Was hilft da nun? Sicher nicht auf Liebesschwüre bauen, die haben noch nie länger als eine Wahlperiode Gültigkeit gehabt. Ich kannte mal einen, der hatte schon am nächsten Tag seinen Liebesschwur vergessen.

Was hier hilft ist die Besinnung auf die Gegenwart und die Bereitschaft, kleine Veränderungen zuzulassen, Gelassenheit und Aussprache ohne Anklage.

Man darf gereizt und ärgerlich sein, aber man sollte sich nicht damit identifizieren. Man ist der, der man wird. Jeden Tag neugeboren und ein bisschen klüger. Manch eine/r lernt es in diesem Leben nicht mehr, macht nichts, es gibt noch eine zweite, dritte oder zehnte Chance.

Buddha musste einhundert Mal wiedergeboren werden, ehe er zu dem wurde, als den wir heute von ihm wissen.

 

Und täglich grüßt das Murmeltier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Und_t%C3%A4glich_gr%C3%BC%C3%9Ft_das_Murmeltier

 

 

 

Lieber Gruß

 

Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Original Message-----

From: ...

Sent: Thursday, December 08, 2011 5:12 PM

To: info@maennerberatung.de

Subject: wie bekomme ich einen Liebhaber

 

Hallo Herr Thiel,

Ich lebe seit 22 Jahren verheiratet, wir haben 2 tolle Kinder, die noch im Hause leben.

Sex hat mir mit meinem Mann nie viel Freude gemacht, da ich schwanger war habe ich ihn nach 6 Monaten geheiratet und das ging bis jetzt mehr recht als schlecht gut.

Wir haben wenig Gemeinsamkeiten jeder hat seine Hobbys, die er ohne den anderen lebt, das Zusammenbleiben ist das Ziel meines Mannes, war meines auch bis jetzt.

Ich habe nie gearbeitet und bin finanziell abhängig, eine Trennung wäre unpraktisch.

Nun habe ich mehrmals erlebt, durch meinen Tanzsport dass ich Männer attraktiv fand, ich habe versucht diese zu verführen aber das klappt nicht!

Ich lese sehr erstaunt wie einfach es wohl ist einen Liebhaber sich zu besorgen mir gelingt das nicht besonders gut, das Argument der Männer ist dann ich sei verheiratet und wegen meines Mannes ginge das nicht.

Ich bin nicht hässlich, 48 Jahre, sehe noch gut aus und jünger als ich bin, trage Größe 40 (ok manchmal 42 ) bin charmant lache gerne und habe sehr viel Ausstrahlung.

Neulich saß ich in der Sauna meinem Tanzpartner auf dem Schoss wir waren alleine, er konnte sich beherrschen weil er meinem Mann, den er flüchtig kennt in die Augen schauen wolle!!

Wie machen das andere Menschen, die eine Affäre haben, einen SexualPartner ins Bett zu kriegen?

Ich hätte gerne eine Affäre um Dampf abzulassen um die mangelnde Zuwendung und Zärtlichkeiten, zu ertragen, die nur stattfinden um Sex zu fordern, kuscheln um zu kuscheln gibt es bei uns nicht.

Mein Mann kennt meine Wünsche ist aber nicht in der Lage diese umzusetzen

Danke für die Antwort und viele Grüße

...

 

 

 

Hallo Frau ...,

nun ich denke, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass Sie keinen passenden Liebhaber auf Zeit finden.

Doch vielleicht leben Sie in einer konservativen Gegend, wo die Männer noch recht hausbacken sind, Lederhosen tragen und ein Flirt oder eine Affäre mit einer verheirateten Frau nicht vorstellbar erscheint.

Dann müssten Sie vielleicht im Internet einen Liebhaber suchen. Es gibt ja einige seriöse Internetplattformen, bei denen Sie sich einloggen könnten.

Fragt sich dann nur noch, ob Sie Ihr Aktivitäten mit Ihrem Mann kommunizieren wollen oder ob das versteckt passieren soll. Beides kann seine Tücken haben und wenn Ihr Mann wenig tolerant ist, kann so oder so sehr schnell die Familie gefährdet sein. Also lässt man es lieber und dümpelt weiter in der Ehe vor sich hin.

Natürlich könnten Sie auch mit Ihrem Mann mal eine Liebesschule besuchen oder ein Paarcoaching in Anspruch nehmen. Nur sind die meisten Ehemänner recht verschlafene Gesellen, die man zu so was nicht bewegt kriegt. So bleibt dann nur die große Langeweile und irgendwann das Seniorenheim, wo am Sonnabend Nachmittag eine Blaskapelle Wanderlieder spielt und die alten Damen und die wenigen überlebenden alten Herrn müde mit dem Kopf wackeln.

Gruß Peter Thiel

 

 

 

-----Original Message-----

From: ...

Sent: Thursday, December 08, 2011 10:25 PM

To: info@maennerberatung.de

Subject: Betreff: RE: wie bekomme ich einen Liebhaber

 

Hallo Herr Thiel,

danke für die pfiffige Antwort, nein ich lebe in ..., vielleicht lag es ja auch daran dass ich nicht wirklich will, aber egal ob ich meinen Gelüsten nachgebe, bleibt mir deshalb das Altersheim erspart, wohl kaum.

Trotzdem ihre Antwort hat es auf das Wesentliche gebracht, es kommt auf die Perspektive an von der man es betrachtet, versprochen wenn ich Hilfe brauche komme ich zu ihnen.

eine schöne Adventszeit

...

 

 

 

Hallo Frau ...,

habe ich mir fast gedacht, dass Sie nicht wirklich wollen. Eigentlich wollen Sie, dass Ihr Mann endlich in die Puschen kommt und seinen müden Hintern in Bewegung bringt. Würde ich jedenfalls mal annehmen.

So kriegt man als Frau natürlich keinen Liebhaber, weil jeder externe Mann von Verstand gleich merkt, dass Sie ihn gar nicht meinen.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Original Message-----

From: ...

Sent: Tuesday, December 06, 2011 4:24 PM

To: info@maennerberatung.de

Subject: Wie soll ich mit so einem Mann umgehen?

 

Hallo,

ich bin eine Frau, die beruflich selbständig ist und einen "schwierigen" aber sehr "ehrgeizigen und lukrativen" Kunden hat. Es hat sich eine gute Zusammenarbeit angebahnt und ich brauchte alleine zum entstehen der Zusammenarbeit satte 3 Monate und viele Gratis-Arbeitsproben. In der Zeit der Zusammenarbeit mit meinem männlichen Geschäftspartner habe ich allerdings immer wieder "Marotten" an ihm festgestellt, wo ich erstmal tief durchatmen musste: nichts ist diesem Unternehmer gut genug. Für all meine Arbeiten musste ich erstmal Qualifikationen vorlegen - diese waren durchweg im 1er und 2er-Bereich. Glück gehabt! In diesem Punkte hat er eingesehen, dass er mit seiner Kritik an mir auf Granit stößt. Ob im persönlichen Umgang, am Telefon oder per EMail. Er lässt keine Gelegenheit aus, um mich "fertig" machen zu wollen. Nun steht in der Bibel, dass man sich nicht provozieren lassen soll - und ich halte mich daran. Bislang mit Erfolg bleibe ich ruhig und gebe ihm die "rhetorischen Streicheleinheiten" die er nötig hat. Andererseits lobt er meine Arbeit auch ausdrücklich - wenn auch nur sehr selten. ER provoziert gerne mit Wahrheiten und "Fakten" und lässt mich dann wieder spüren, dass ich "nur eine Frau und kleine Dienstleisterin" bin. 

Seine Stimmung schlägt oft um. Das macht mir jetzt nichts aus an für sich - aber es ist für mich immer eine Unsicherheit, wie ich damit umgehen soll.

Was mir immer wieder aufgefallen ist: Wenn ich - gemäß biblischen Grundsätzen - ganz "demutsvoll" auf alle seine Wünsche eingegangen bin, war er stets friedlich und hat immer positiv reagiert.

Da ich eine christliche Einstellung habe und biblische Grundsätze lebe, ist es für mich nicht weiter schwierig mich unterzuordnen und mit "Langmut, Güte und heilenden Worten" auf seine Wünsche einzugehen. Allerdings ist es für mich schwierig, seine Launen und Marotten gewinnbringend für ihn und mich "unter zu bringen", denn auf der anderen Seite will ich ihm auch nicht das Gefühl geben, dass ich mich von ihm "abhängig mache" (als Auftraggeber) und trete dann auch mal bewußt recht dominant und selbstbewußt (für eine Frau und "kleine" Dienstleisterin) auf. Ein sanfter Umgang scheint bei hm wichtig zu sein. Er brezelt sich gerne auf, zeigt sich gern als "ganzer Mann", ist oft mit "verschränkten Armen" auf Bildern zu sehen, ist Autofreak (...) und irgendwie immer unterwegs.

Als Unternehmer und Firmenchef ist er ein Genie, unglaublich fleissig, sehr kreativ denkend obwohl er "Logiker" und ... ist. 

ER scheint sehr feinfühlig zu sein. Wenn ich eine Nachricht auf Handy hinterlasse - mit bewußt distanzierter aber sanfter Stimme und einem "unverbindlichen Ton" - kann ich darauf gehen, dass er schnell reagiert und antwortet. Er scheint auch einer der Menschen zu sein, die sehr fest an traditionelle Werte glauben. Gerechtigkeit ist bei ihm nicht nur ein Wort, es scheint seine Lebenseinstellung zu sein, ohne dass er oft genau weiss, wie er diese ausfüllen soll. Bei näherer Recherche über seine Person habe ich festgestellt, dass er in seiner Branche (... ) als "Exot" gilt.

Tatsächlich sticht er als .... und Unternehmer in vielen Dingen hervor:

Man merkt seiner Arbeit an, dass er unkonventionelle Wege geht. Er ist alles nur nicht "üblich". Er ist ca. 45 Jahre, seit knapp 8 Jahren als selbständiger ... tätig, besitzt ... und ist AG-Vorstand ... . Er hat Kunden in ganz Deutschland und im Ausland, spricht fließend ... und ist ein begabter ... . Er hat eine sehr menschliche Einstellung - aber schier unmenschlich hohe Ansprüche an sich selbst, was es mir schwer macht kommunikativ "an ihn heran zu kommen". Mir gefällt vor allem seine feste Werteeinstellung die heute selten ist, die auch mit dem harmoniert, was ich als Christin aus der Bibel kenne.

Die Bibel spricht sich dafür aus, Menschen zu loben, zuerst die Vorzüge eines Menschen zu sehen - und mit Kritik sparsam und vorsichtig zu sein. Das mache ich, doch wil ich mich natürlich nicht als "Sklavin" oder "Freiwild" zur Ausbeutung anbiedern.

Was mich interessiert: Er ist für mich ein wichtiger Kunde - was er auch wohl inzwischen weiss, weil wir sehr viel zusammen erarbeitet haben. Was macht einen solchen Mann eher "sanft" und etwas "berechenbarer"? Welche Themen sollte ich gegenüber ihm meiden? Soll ich mich eher unbeschwert, unverbindlich und fröhlich mit Lachen geben - oder mit viel Sanftheit und Güte ganz demutsvoll auf alle seine Wünsche eingehen? Soll ich mal etwas das "Opferlamm" spielen, damit sein Blickwinkel von sich auf mich abgelenkt wird? Soll ich überhaupt viel lachen und Emotion zeigen - oder mich da eher zurückhalten, weil er sich sonst "Ausgelacht" fühlen könnte? Mit was kann man einen Mann, der - außer Selbstbewußtsein - eigentlich alles hat, wirklich "gewinnen"? Wie soll ich vorgehen? Was raten Sie mir - was meinen

Sie dazu?

Gruß ...

 

 

 

 

Hallo Frau ...,

da haben Sie sich ja ganz schön was vorgenommen. Einen Mozart mit excellenter ...Ausbildung und Aufstellung.

Aber möglicherweise reizt Sie so eine Herausforderung. Die Niagarafälle auf einem Drahtseil zu überqueren, dabei Spaß zu haben und auch noch christliche Grundsätze zu behalten und zu leben.

Halten Sie sich den Mann als Kunden warm, aber als Liebhaber fern. Denn beides zur selben Zeit, dürfte doch sehr schwierig werden.

Ansonsten seien Sie dem Mann im Denken immer drei Schritte voraus, was er wohl als nächstes will. Dann sind Sie schon da und präsentieren es ihm, woran er vor drei Sekunden noch gar nicht dachte. Grad so wie im Film "Täglich grüßt das Murmeltier", wo der Hauptheld durch ständiges Wiederholen der selben Szene auch schon weiß, was der Frau gefallen wird.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

-----Original Message-----

From: ...

Sent: Tuesday, November 08, 2011 11:31 AM

To: info@maennerberatung.de

Subject:

 

S.g Herr Thiel (oder wer auch immer dies liest),

meine Frau (44) und ich (47) sind seit 20 Jahren zusammen, 17 J. verheiratet, 2 Kinder (...). So gut unsere Beziehung sonst ist (Interessen, Geschmack, Bildung, Aktivitäten etc. passen wunderbar), so sehr hapert es beim Sex.

Nicht nur dass meine Frau immer schon seltener wollte (1-2 x/Woche wäre ihr genug), sie hat keinerlei (hatte nie viel) Interesse, bei unserem Sex irgendwie mehr Abwechslung, mehr Reiz, Spannung etc. reinzubringen. Keinerlei Fantasie (erotische Fantasien !), Wünsche höchstens bezüglich einer angenehmen Massage (die ihr ihr natürlich erfülle), aber sonst beschränkt sich alles auf 0815.

Was mich besonders frustriert: sie mag nicht oral verwöhnt werden, dreht sich meist rasch weg etc. - sie hats auch lieber bei Dunkelheit, d.h. optische Reize gehen mir ab - und sie hat auch nie in der Jugend onaniert - und tuts auch jetzt nicht (und ich bin selten länger weg, würde ich mitkriegen).

Was hab ich nicht alles seit unserer Hochzeit versucht: Bücher/Sexratgeber gekauft, erotische Magazine (auch von Männern), Pornos soft und hart (will sie nicht sehen, findet sie schmutzig), Reizwäsche (1x verschämt angezogen, seitdem Ladenhüter), mehrere Vibratoren und Dildos (mag sie nicht, "deiner" ist mir lieber) und andere Spielzeuge (vergammelt alles), Einladungen zu Erotikmessen, Gutscheine gebastelt für "erotische Massagen", von "romantische Stimmung" bis zu "härter rangehen" (schreckt sie ab) hab ich alles ausprobiert ...

Außer 2-3 Stellungen, kurz bei mir oral als Vorspiel, bei ihr etwas Fingern, dann Penetration, nach 2-3 Minuten ist sie fertig - aus .... läuft quasi nichts. Es kann ihr auch meist nicht rasch genug gehen, ausgedehnte Vorspiele mag sie nicht. Anale Berührungen, die mich sehr erregen, lehnt sie strikt ab .... ( du bist ja pervers!)

Sie hat so gut wie immer einen Orgasmus (nein, nicht gespielt, ich merke es, wenns ihr einmal nicht gefällt) - und ist dann zufrieden für mehrere Tage. Klar habe ich das immer wieder angesprochen, aber von ihrer Seite geändert hat sich null.

Leider habe ich in den letzten 2 Jahren gemerkt, dass sich das auch auf meine Potenz und Libido auswirkt, ich werde manchmal gar nicht mehr richtig steif, komme auch nach den paar Minuten oft nicht mehr ... und ich finde, solche Probleme sind mit (48) ein bißchen früh (nein, körperlich bin ich gesund).

Vor ein paar Wochen, als ich wieder Probleme hatte und sie gefragt hat, was los sei, als ich nicht steif wurde, hab ich gesagt, sie müsse sich eben etwas bemühen ... Anregungen und Vorschläge, alles etwa reizvoller zu gestalten, hätte ich ja lange und genug gemacht.

Reaktion: "Du mit deinen perversen Gelüsten, das ist ja alles schmutzig, das interessiert mich nicht - und du setzt mich seit Jahren damit unter Druck. Wenn ich so einen Druck spüre, mach ichs erst recht nicht. Es ist geradezu eine Beleidigung, mir solche Bücher zu schenken, sagt es doch, dass ich dir nicht genüge!" etc.

Ok, ich würde gerne unseren Sex verbessern, hab es jahrelang versucht, ohne Erfolg, und darf es jetzt auch nicht mal versuchen, sonst setze ich sie unter Druck.

Ist das das Ende meines Sexlebens?

Gibt es noch irgendeine Chance?

Ich habe weder vor mich zu trennen noch fremdzugehen.

Danke für hilfreiche Antworten.

MfG

...

 

 

 

 

Hallo Herr ...,

da kann ich Ihnen nur eine Paarberatung bei einem guten Berater empfehlen, denn solche Probleme lassen sich über schriftliche Anweisungen und Ratgeberliteratur in der Regel nicht lösen.

 

Adressen von Beratern und Therapeuten finden Sie z.B. hier:

www.familientherapie.org

 

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 26. August 2011 13:35

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Gesprächskreis für Männer im Raum Stuttgart

 

 

...

Guten Tag,

ich suche einen therapeutisch begleitete Gesprächsgruppe zu Beziehungsproblemen im Raum Stuttgart. Selbst wohne ich in ... . Eigentlich bin ich für ein Paartherapeuten, doch meine Freundin möchte sich nicht daran beteiligen. Vielleicht haben Sie mir eine Empfehlung für einen erfahrenen Therapeuten in der Nähe. Es geht mir darum, mich zu vergewissern, wie ich diese langandauernden Beziehungsprobleme lösen kann.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

...

 

 

 

Hallo Herr ... ,

 

schauen Sie doch mal hier nach:

 

www.familientherapie.org

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Montag, 8. August 2011 21:55

An: info@maennerberatung.de

Betreff: wie können wir gute Eltern sein?

 

Hallo,

 

zuerst einmal vielen Dank für die weckenden und erleichternden Aussagen auf ihrer Homepage, die ich mir seit einigen Monaten immer wieder ansehe, um meinen roten Faden wieder zu finden.

Vor ziemlich genau fünf Jahren, kurz vor meinem 26. Geburtstag, begann ich eine Beziehung mit einem dieser grandiosen Hochstapler. Heute weiß ich, dass ich ziemlich geblendet war von dieser idealisierten Liebe, eine meiner der emotionalsten Erlebnisse bisher. Doch die Realität holte mich zum Glück ganz schnell ein: nach einem halben Jahr wurde ich schwanger und stand bald mit allem allein da…Hausarbeit scheint wohl nicht sehr anerkennungswürdig zu sein…

Mit meinem 8 Monate alten Baby zog ich wieder bei ihm aus, völlig überlastet und am Ende meiner Kräfte. Ein dreiviertel Jahr später begannen wir wieder eine Beziehung, doch sein Verantwortungsgefühl ließ wieder schnell nach. Ein Jahr nach unserem zweiten Versuch schnappte er sich die erst Beste und begann mit ihr eine Beziehung. Ich war wirklich am Ende, konnte die Welt nicht mehr verstehen. Wie kann man so sein – seine Familie so behandeln, die Menschen, die einen so brauchen im Stich lassen? Erst dann fand ich eine Antwort: Narzissmus. Es waren so viele Gedanken, die ich hatte, die u.a. auf ihrer Homepage in Worte gefasst waren. Ich war so erleichtert. Mittlerweile, reichlich 2 Jahre nach der Trennung geht es mir wieder gut, auch wenn die Erinnerungen noch sehr weh tun.

 

Es wäre einfacher, einen Schlussstrich zu ziehen, das geht aber nicht, denn wir sind Eltern.

Also müssen wir miteinander auskommen.

Das Problem stellte sich eigentlich schon seit meinem ersten Auszug: der Umgang. Er meinte, er komme vorbei, wenn er Zeit habe. Da seine Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit oft genug Grund zum Streit waren, bestand ich auf eine feste Regelung: Seit dem besucht der nun fünfjährige Florian jeden Dienstag nach dem Kindergarten bis Mittwoch früh und jedes zweite Wochenende von Samstag 11.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr seinen Papa. Ich achte sehr konsequent auf diese Zeiten und lasse mich nur selten auf Ausnahmen ein (Geburtstage, Urlaub etc.)

Den äußeren Rahmen konnte ich bisher ganz gut regeln, auf die Gestaltung des Umgangs hatte ich natürlich keinen Einfluss. Nach den Besuchen beim Papa und seiner neuen Freundin bekam ich ein Kind wieder, dass ich so nicht kannte: Ansprüche („Los Mama, mach mir Pfannkuchen!), trotziges Widersetzen gegen Regeln, unselbständig, launisch und traurig. Immer wieder kostet es mich viel Geduld, Florian die Entbehrung der idealisierten Kind-Welt, die er beim Papa findet, zu verkraften. Mittlerweile kann ich offen mit Florian über die „zwei Welten“ reden. Doch auch hier wird es noch viel Kraft und Geduld kosten, ihm die „Realitäten“ nahe zu bringen.

 

Die Beziehung zwischen Florians Papa und mir gestaltet sich sehr oberflächlich, es werden organisatorische Dinge besprochen. Und ich mache mir sehr wenig Hoffnung, dass wir uns in erzieherischen Fragen einigen können. Zudem fehlt mir die Kraft zur Auseinandersetzung mit ihm.

Bisher hat es mich beruhigt, dass Florian nur wenig Zeit mit seinem Papa verbringt, aber ich weiß, dass es komplizierter wird.

 

Welche Stichworte können mir helfen, einen gemeinsamen Weg zu finden?

Welche Literatur kann ich zu Rate ziehen? Das Buch „Der Feind an deiner Seite“ hat mir bisher viele Antwortengeben können.

 

Der Anlass, welcher mich zurzeit gerade wieder dazu bringt, mich intensiv mit diesem Thema auseinander zu setzen, ist die Trennung von Florians Papa und seiner Freundin. Eigentlich war es ja nur eine Frage der Zeit, ich weiß ja, dass ihm eine Frau nicht lange genügen kann.

Seit dem merke ich jedoch, dass er wieder öfter den Kontakt zu Florian sucht und ich fast täglich SMS bekomme. Er möchte Florian öfter sehen, mehr Zeit mit ihm verbringen. Hier hilft mir natürlich mein roter Faden der regelmäßigen Besuche, denn ich kann und möchte es nicht verantworten, dass sich die Situation in 3 Monaten wieder anders gestaltet und er sich wieder abwendet.

Dennoch möchte ich Florian die durchaus schönen Momente mit seinem Papa nicht vorenthalten. Nächste Woche plant er mit ihm zwei Tage mit dem Wohnmobil weg zu fahren.

Und dann geht mir der rote Faden verloren.

 

Vielleicht haben Sie einige Gedanken für mich, die mir helfen den Zwiespalt zwischen den Erfahrungen, die ich meinem Kind ersparen möchte und den Erfahrungen, die ich ihm nicht vorenthalten möchte, gelassener entgegen zu sehen.

 

Vielen Dank

...

 

 

 

Hallo Frau ...,

das ist ja echt ein weites Feld, einen roten Faden gibt’s da wohl nicht. Wenn wir denn nur der liebe Gott wären, könnten wir den rechten Weg wohl sehen. Doch da wir gewöhnliche Sterbliche sind, nehmen wir auch mit dem rechten Augenmaß vorlieb.

Das rechte Augenmaß besteht darin, die Dinge nicht so zu sehen, "wie sie wirklich sind" - das wäre Gott. Das rechte Augenmaß besteht darin, die Dinge so zu sehen, dass wir gut im Leben mit ihnen zu recht kommen und womöglich auch noch den anderen Menschen, denen wir begegnen, zu guten Momenten verhelfen.

Doch braucht es hier keinen Ehrgeiz Mutter Theresa oder der Dalai Lama persönlich zu werden, Augenmaß, Kraft, Anmut, Klarheit und Gelassenheit und ein bisschen Glück - damit sollte es gut klappen.

Vielleicht auch mal ein Input von außen holen - www.familientherapie.org - das hat schon bei manchen Wunder bewirkt.

 

 

Viel Spaß beim Ausprobieren.

 

Peter Thiel

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 17. Juni 2011 17:02

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Beratungs-Frage

 

Hallo Herr Thiel,

 

ich (39) bin seit 11 Monaten in einer eigentlich sehr schönen neuen Beziehung. Nur wäre alles gut, würde ich Ihnen nicht schreiben. Ich möchte gerne gemeinsam mit meinem Freund (43) an unserer Sexualität arbeiten, ohne ihn aber dabei unter Druck zu setzen (ich weiß aus eigener Erfahrung wie kontraproduktiv das ist) oder sein Ego anzukratzen.

Meine Sexualität empfinde ich als gesund und natürlich, seine hingegen ist eher "brav". Ich fühle mich im Alltag unterfordert. Ein wichtiges Problem ist, dass mein Freund entweder sehr schnell kommt (z.T. direkt beim Eindringen, anfassen kann ich ihn vorher auch kaum) oder Erektionsprobleme hat. Ich übe mich sehr in Geduld, trage aber immer wieder Ideen, Tips, Literatur heran zur Lösungsfindung. Ich merke, wie sehr das Thema an ihm nagt, wir haben kleine Erfolge, aber trotzdem grundsätzlichen Defizit auf meiner Seite.

Ich bin verzweifelt und wünsche mir "professionelle Beratung" zur Lösungsfindung. Ist es schon "unter Druck setzen", wenn ich ihm vorschlage, eine Beratung (bei ihnen) zu machen (allein oder gemeinsam?)? Die Literatur, die ich im zuspielte, hat er bisher nicht gelesen. Oder ist es vielleicht sinnvoll, wenn ich mich erstmal alleine beraten lasse?

 

Über Antwort freue ich mich sehr!

...

 

 

 

Hallo ...,

viele Wege führen nach Rom.

Ich kannte mal eine Ehefrau, die ging 12 Monate nach Indien in einen Ashram. Als sie wieder zurückkam war sie erleuchtet. Ihr Ehemann war in der Zwischenzeit völlig versumpft und aufgedunsen. Da die Frau aber inzwischen erleuchtet war, hat ihr das nichts ausgemacht, denn sie wusste jede/r geht seinen ganz eigenen Weg und man kann das Glück nicht zwingen.

Manchmal begegnen sich die Wege zweier Menschen und manchmal entfernen sie sich voneinander. So packte sie denn ihre noch im Haus verbliebenen Sachen, wünschte ihrem Ehemann alles gute und ging ihres Weges.

 

Vielleicht kommen Sie erst mal allein zu mir in die Beratung und geben aber Ihrem Mann Bescheid, wenn Sie einen Termin bei mir vereinbart haben.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Sonntag, 23. Januar 2011 15:53

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Frage

 

Hallo Herr Thiel,

zum Verhalten meines Freundes und meinem Verhalten habe ich Fragen und erhoffe mir klare Antworten von einem Berater.

Wir kennen uns seit 6 Jahren. Am Anfang war er sehr eifersüchtig und hat mir oft misstraut, obwohl ich ihm keinen Anlass dazu gab. Er begründete dies mit seinen vorherigen Beziehungen, in denen er einmal betrogen wurde, er selbst aber vermehrt betrog.

Er wollte viel Zeit mit mir verbringen und beschwerte sich, dass ich zu viel um die Ohren hätte.

Mit der Zeit wurde er beruflich erfolgreicher und bekam Anerkennung, was ihm sehr wichtig ist, von seinen Auftraggebern.

So wandelte sich das Verhalten: Ich erschloss mehr Freiräume für gemeinsame Zeit, er ging in die andere Richtung, bis er am Ende die meiste Zeit abends vor dem Computer verbrachte, mittlerweile mit einem guten neuen Freund auch oft und lange in der Kneipe.

In der Kommunikation verlief es genau so: Anfangs wollte er alles wissen, am Ende redete nur noch er über seine Arbeit und verbot mir fast den Mund, stand auf oder redete dazwischen, wenn ich erzählte.

Ich fühlte mich immer weniger akzeptiert und auch herabgesetzt.

Vor 10 Monaten haben wir ein Kind bekommen. Ich habe in der Schwangerschaft an der Beziehung festgehalten, obwohl er gefühlsmäßig - so mein Empfinden - gar nicht da war. In der Zeit nach der Geburt begann die große Krise. Die Kleine weinte viel und er hat sich nur noch rausgezogen. Ich musste schnell wieder arbeiten und hatte viel zu organisieren: Kind, Stillen, Arbeit. Das alles war gut, aber ich versuchte, einzufordern, dass er genauso einsteht. Er zog sich mehr zurück, behauptete eine Depression zu haben, die ich verursacht hätte. Ich war am Ende meiner Kräfte und habe mich verschlossen.

Nach außen erzählt er von seiner tollen Tochter und dass es doch anstregend sei. Ich stehe mit offenem Mund daneben.

Dass ich mich verschlossen habe, nahm er zum Anlass, eine Affäre zu beginnen und behauptete, dass ich ihn dahin getrieben hätte.

Mittlerweile habe wir uns räumlich getrennt. Wenn ich nicht auf ihn zugehe, kommt nichts von ihm. Er brauche seine Freiheiten und müsse erstmal gucken. Auf der anderen Seite will er mit uns aufs Land ziehen - später.

Wenn ich mit ihm reden möchte, verweigert er dies mit dem Hinweis, dass man mit mir nicht reden könne. Auf der anderen Seite macht er dann, wenn er Lust hat, liebe Dinge und kümmert sich, informiert sich z.B. über Kanus, die man zu dritt fahren kann etc.

Bleibt zu sagen, dass er ein ambivalentes Verhältnis zu seiner Mutter hat. Nach der Trennung von ihrem Mann (er war 11), nahm er die Rolle des Ehemannes ein. Die beiden sind entweder sehr verbunden oder er stößt sie weg. Ich habe das Gefühl, in eine Beziehung eingedrungen zu sein. Letzte Aspekte sind, dass er sehr gut aussieht und das auch weiß. Sein mangelndes Wissen kompensiert er oft mit "daherreden" und Phrasen, so dass der Gegenüber es kaum merkt.

Können sie Dinge beim Namen nennen und "heilende" Worte für meine Seele finden?

Herzlichen Dank!

 

 

 

 

Hallo Frau ...,

die Heilung beginnt mit der Erkenntnis wo man sich befindet, wohin man will und wie man sich daran hindert oder auch gehindert wird, dem Ziel zu folgen.

Die Dinge beim Namen genannt, das haben Sie bereits getan. Ihr Mann sucht nach Kanus, die man zu dritt fahren kann. Der dritte Platz ist für seine Mutter, die ja offenbar schon die ganze Zeit mit ihm Boot sitzt.

Im Moment so scheint mir, wollen Sie seine Mutter aus dem Boot werfen. Das fände ich sinnvoll, nur Ihr Mann und sicher auch seine Mutter finden das sicher gar nicht schön.

So bleibt mir nur der Vorschlag, dass Sie Ihren Mann vorschlagen, gemeinsam einen Termin bei einem Paarberater wahrzunehmen, denn außerhalb eines solchen professionellen Settings, haben Sie es offenbar schon vergeblich versucht, mit Ihrem Mann in ein konstruktives Gespräch zu kommen. Ob das nun an Ihrem Mann oder an Ihnen lag oder an beiden - was ich als am wahrscheinlichsten vermuten würde - dass es bisher nicht so recht voranging, sei dahin gestellt.

Wenn sich Ihr Mann aber einer professionell begleiteten Beratung verweigert und auch sonst keine Anstalten macht, etwas zu verändern, bleibt es recht sicher bei der jetzigen Misere. Diese endet dann irgendwann durch Krankheit oder Tod oder oft auch mit einer Trennung. Die Trennung ist der schweren Krankheit und dem Tod aber sicher vorzuziehen, denn es gibt im Leben ja auch lebenswerte Plätze, auch wenn sie nicht immer leicht und gleich zu finden sind.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Mittwoch, 17. November 2010 08:00

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Gehen oder bleiben?

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

vor 3 Jahren habe ich meinen Freund kennengelernt und es war "wie ein Blitz", sodass ich mit meinen Kindern zu ihm in sein Haus gezogen bin. Er war so einfühlsam und ich habe mich so verstanden gefühlt. Nach 2 Jahren begannen die Probleme, er ist sehr kränkbar und gereizt geworden, wir können nicht mehr entspannt miteinander sprechen. Im letzten Jahr hatte er auch einen Seitensprung, bei Problemen stellt er jede Kommunikation ein. Ich denke immer, das liegt an mir und habe schon viele Bücher gelesen, wie man es besser macht. Mittlerweile habe ich schon mehrfach erwogen auszuziehen, wegen seiner Wut und weil er nur mich allein als die "Schuldige" sieht. Er findet mich wechselhaft und mittlerweile bin ich es wirklich. Zu einer Paarberatung ist er nicht bereit, er brauche das nicht. Vielleicht habe ich ihn auch mit meinen hilflosen Trennungsversuchen zu einer positiven Reaktion bewegen wollen, das kann gut sein. Ich komme auch damit nicht klar, dass ich an allem schuld sein soll und er das auch so nach außen transportiert. Bisher habe immer ich wieder eingelenkt, mich entschuldigt (obwohl ich denke, dass wir beide was damit zu tun haben), aber es ist auch so wenig Vertrauen mehr da und ich hänge irgendwie noch an ihm. Was kann ich bloß tun?

Vielen Dank

 

 

 

Hallo ...,

Ich würde Ihnen vorschlagen, dass Sie Ihren Freund fragen, was er sich für die Zukunft in bezug auf die Beziehung zwischen Ihnen beiden wünscht. Wenn er da keine Beziehungswünsche mehr hat, dann kann man das Projekt sicher beerdigen. Falls aber doch, dann können sie beide daran gehen, Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Gegebenenfalls mit fachkundiger Unterstützung. Aber an der hat Ihr Freund offenbar kein Interesse, Er will sich wahrscheinlich von Außenstehenden nicht in die Karten gucken lassen, was ja zwangsläufig passieren würde, wenn man externe Personen hinzuzieht. Dann wird eben weitergewurschtelt, bis es irgendwann mächtig knallt oder die Verbitterung so groß wird, dass einer oder beide Beteiligte ernsthaft krank werden.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 18. November 2010 14:34

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Weiterführende Literatur, Internet

 

Hallo Herr Thiel,

ich habe Ihr Buch zu Hause, deshalb wende ich mich auch an Sie mit meiner Bitte... Ich habe das Problem, dass ich immer wieder an Männer gerate, die mir ihr Herz ausschütten, zumindest einen Teil davon... und sich dann typisch männlich verhalten, sich auch zurückziehen etc pp...

Zum Beispiel habe ich gerade einen ganz lieben Freund, der mir sagt, schreibt, dass er gerade am Limit läuft, da weiß ich auch einiges, und für sein Gefühlsleben ist das auch so. Er macht sich viel zu viele Gedanken, kreist ständig darum, kommt aber nicht weiter. Seine Probleme, die ihn belasten, waren für ihn geballt im letzten und diesem Jahr. Seit etwa 3 Wochen, als er sich mir in diesen Dingen offenbarte, meidet er mich. Kontakt per sms ja, immer wieder mal, persönliche Treffen nein. Er sei gerade nicht gut drauf... Ich weiß nun nicht, ob ich ihn lassen soll, ihn von selbst kommen lassen soll, oder ob ich da hartnäckiger dran bleiben soll. Beim Abwarten habe ich eine gewisse Angst um ihn, beim Nachhaken habe ich das Gefühl, aufdringlich zu sein... und weiß nicht, was richtiger bzw falscher ist....

Mein Anliegen, mit dem ich an Sie herantrete, ist folgendes: Gibt es weiterführende Adressen im Internet?

Ich wohne in der Nähe von ... . Vielleicht gibt es da ja auch entsprechende Treffen, wo ich mich "weiterbilden" kann? Oder Gruppen, die in der "Männerproblematik" agieren? Oder auch die Frage nach guter Literatur, die im Umgang mit diesen Männern weiterhelfen können? Es dürfen auch gerne Fachbücher sein... Beschäftige mich immer wieder in den letzten 20 Jahren mit der "Männerthematik", da sie immer und immer wieder auf mich zukommen. Würde hier gern mehr bewegen, nur wie?

Über jede Antwort, jede Hilfestellung, jeden Gedanken, der mich hier weiterbringt, Hilfestellung geben zu können, wäre ich Ihnen dankbar.

Wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

...

 

 

 

Hallo Frau ... ,

wie machen Sie das nur, genau an die Männer zu geraten, die sich dann zurückziehen. Das wäre doch eine genaue Beobachtung wert.

Vielleicht ist es aber auch einfach so, dass am Anfang noch alles offen ist. Dann kommen sie beide miteinander in die Interaktion und hier ergibt eins das andere. Sie unterschreiten die Distanz er zieht sich zurück, um die für ihn "richtige" Distanz herzustellen. Sie merken, dass Ihnen die Distanz nun zu groß ist und rücken auf um die Distanz zu verringern. Er merkt, dass die Distanz zu gering ist und rückt weg, um die Distanz zu vergrößern. So geht das bis in alle Ewigkeit und drei Tage, es sei denn der Mann steht dann irgendwann mit dem Rücken an der Wand und kann nicht mehr wegrücken. Dann wird er bewusstlos, um wenigstens innerlich eine Distanz herzustellen oder er greift Sie an, um "die richtige" Distanz herzustellen. Das nennt man dann auch häusliche Gewalt von der die meisten viel reden aber wenig wissen.

In dem allgemeinen Hin und Her ist es völlig egal, wer zuerst agiert hat, was zuerst da war, die Henne oder das Ei. Hier hilft nur genaues Hinspüren, was die richtige Distanz für den anderen ist, die dann aber womöglich nicht meine eigene Distanz ist. Es gilt daher, an der eigenen Distanz/Nähe zu arbeiten. Braucht mein Partner mehr Distanz, dann kann ich ihm diese geben. Braucht er mehr Nähe, dann eben umgekehrt. Das dumme ist nur, wenn dies einseitig geschieht, dann wird derjenige schnell erschöpft, der sich immer auf den anderen einstellt, während der andere gar nichts tun braucht.

Ideal wäre es daher, wenn beide über das Distanz/Nähe-Bedürfnis kommunizieren, besser gesagt metakommunizieren. Und hier kommt gleich die passende Buchempfehlung zu diesem Thema:

 

 

Paul Watzlawick; Janet H. Beavin; Don D. Jackson: "Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien", Verlag Hans Huber, Bern; 1969/2000/2003

Paul Watzlawick; John H. Weakland; Richard Fisch: "Lösungen. Zur Theorie und Praxis menschlichen Wandels", Verlag Hans Huber, Bern; 1974/1992/1997/2001/2003

 

 

Neben dieser interessanten Lektüre können Sie sich natürlich auch anderweitig weiterbilden. So etwa in einer "Selbsterfahrungsgruppe" - scheußlicher Name, aber mir fällt kein besserer ein.

Und da ich Systemischer Therapeut bin, will ich Ihnen natürlich eine systemische "Selbsterfahrungsgruppe" empfehlen.

Schauen Sie mal hier und fragen sich durch:

www.familientherapie.org

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 23. November 2010 13:46

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Re: Weiterführende Literatur, Internet

 

Wow.... Hallo Herr Thiel,

erst einmal ein ganz liebes Dankeschön für Ihre ausführliche Antwort.

Na ja, die Männer, an die ich gerate, damit meinte ich eher Freundschaften.

In meiner Ehe kann ich es ja besser steuern, da ich meinen Mann ja abends sehe und dann entscheiden kann, was ich tue oder lasse...

Außerdem habe ich selbst jetzt eine 1 jährige Therapie hinter mir, die mir sehr viel über mich gezeigt hat und mich im Grunde meines Herzens sehr verändert hat.

Auch in bezug auf Ehe und Freundschaften, den anderen versuchen so sein zu lassen, wie er ist...

Ich entwickle mich da schon, aber ich stoße halt noch an die ein oder andere Grenze... bei mir...

Darf ich Ihnen nochmals kurz diesen einen Freund von mir ans Herz legen?

In meiner letzten mail habe ich folgendes dazu niedergeschrieben:

"Zum Beispiel habe ich gerade einen ganz lieben Freund, der mir sagt, schreibt, dass er gerade am Limit läuft, da weiß ich auch einiges, und für sein Gefühlsleben ist das auch so. Er macht sich viel zu viele Gedanken, kreist ständig darum, kommt aber nicht weiter. Seine Probleme, die ihn belasten, waren für ihn geballt im letzten und diesem Jahr. Seit etwa 3 Wochen, als er sich mir in diesen Dingen offenbarte, meidet er mich. Kontakt per sms ja, immer wieder mal, persönliche Treffen nein. Er sei gerade nicht gut drauf... Ich weiß nun nicht, ob ich ihn lassen soll, ihn von selbst kommen lassen soll, oder ob ich da hartnäckiger dran bleiben soll. Beim Abwarten habe ich eine gewisse Angst um ihn, beim Nachhaken habe ich das Gefühl, aufdringlich zu sein... und weiß nicht, was richtiger bzw falscher ist...."

Es handelt sich um einen männlichen Freund, diese Freundschaft hat sich in den letzten drei Jahren entwickelt. Speziell in den letzten 2 Jahren...

Er kommt aus ... , hat eher dort sein soziales Netz.

Ich weiß von ihm, dass er aber in seiner Herkunftsfamilie einiges erlebt hat, auch was das Thema Unterstützung, Nähe, Geliebt werden etc angeht bzw es halt nicht in diesem für ihn richtigen .... "Zustand?" (mir fehlt jetzt das richtige Wort dafür) erhalten hat, z. T. in Notsituationen "fallengelassen" wurde.

Immer wieder Schwierigkeiten mit seiner langjährigen Freundin.

Tod eines langjährigen guten Freundes im Herbst 2009.

Dies hat er auch schon versucht mit Alkohol zu "verarbeiten", auszuhalten, oder eben aus der Realität zu flüchten.

Es gäbe noch einiges zum Anführen, vieles von seinem Gesagten lebt in mir eher als "Gefühl", schwer in konkrete Worte zu fassen, um ein gesamtes Bild zu zeichnen...

Er ist sehr angespannt, sehr nervös. Grundsätzlich schon...

Wenn er mir gegenüber sitzt, dann wird mit den Fingern gespielt, die Füße wippen ständig....

Erst beim Hand auf den Arm legen kehrt Ruhe ein, entspannt er, wird ruhiger.

Die Themen kamen in entspannter Atmosphäre zur Sprache.

Er machte auch nicht den Eindruck, als ob er dies als so unangenehm empfände, es auszusprechen...

Wie oben bereits angesprochen, mache ich mir auch gewisse Gedanken, Sorgen, inwieweit er, ja wer weiß, vielleicht auch... selbstmordgefährdet ist?

Was ich gerade versuche, mich bei ihm nicht zu melden, ... .

Um ihm die Möglichkeit zu geben, sich von selbst bei mir zu melden, ihm eben nicht auf die Pelle zu rücken.

Aber ob das das Richtige ist?

Ist das sein "Bedürfnis" nach Nähe / Distanz?

Ich kann es auch nicht wirklich einordnen, dass er zuerst darüber sprach, auch dazu einen sehr offenen Blick zuließ,

und sich nun so komplett zurückzieht.

Nicht sehr hilfreich für meinereiner, dass sich vor einer Woche ein Arbeitskollege ... das Leben nahm mit Mitte/Ende 30...

Ich hatte eine andere Problematik mit einem anderen Freund vor 3 Jahren, meine Schwierigkeiten damit, aber bei diesem Freund wusste ich, dass wir es über die Zeit hinweg im Rahmen der Kommunikation lösen können, die Dinge ansprechen, denn das hat sich eben in 10 Jahren Freundschaft immer und immer wieder bewährt.

Da konnte ich mir eher einen Reim darauf machen, wie ich damit umgehen könnte, weil wir uns vom Naturell her ähnlicher sind wie jetzt hier...

Werde mir die von Ihnen empfohlenen Bücher bei den nächsten Besuchen in einer Buchhandlung mal ansehen, und wahrscheinlich auch zulegen...

Vielen lieben Dank für Ihre Mühe. Vielleicht möchten Sie ja noch einmal kurz dazu Stellung nehmen.

Gerade was das Verhalten des Freundes anbelangt, damit ich für mich versuchen kann, einen Weg zu finden, mit dem wir beide können...

Liebe Grüße aus dem trüben ... 

 

 

 

Hallo Frau ...,

Sie sind nicht für das Seelenheil Ihres Bekannten / Freundes verantwortlich.

Wenn er nicht weiß, wo er sich professionelle Hilfe holen kann, dann geben Sie ihm eine Liste mit Adressen in die Hand. Da kann er sich dann kümmern oder auch nicht.

 

Ich habe einen Freund, der hatte über ein Jahr eine schwere Depression. Ich habe es gelassen, mich um ihn zu kümmern, weil ich a) nicht die Kraft dazu hatte und b) es auch gar nichts genützt hätte.

 

Das reicht sicher als Antwort.

 

Beste Grüße

 

 

Peter Thiel

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Sonntag, 26. September 2010 20:35

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Anfrage

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

 

schön, dass es eine solche Beratungsmöglichkeit gibt, vielen Dank dafür!

 

Ich habe mich vor ca. vier Monaten in einen sehr dynamischen Mann verliebt, der beruflich äußerst erfolgreich und als Geschäftsmann stadtbekannt ist, jede Menge um die Ohren hat und eigentlich als Workaholic zu bezeichnen ist. Unsere Begegnung glich der Erkenntnis einer Seelenverwandtschaft, himmelhochjauchzend, und er behauptete, endlich im Leben angekommen zu sein und nun seine Erfüllung gefunden zu haben. So verliefen die ersten Wochen mit tausenden von Schmeicheleien und Liebesbekundungen – ich sei ob meiner Wärme, Schönheit, Sensibilität, Intelligenz usw. einfach die Frau, die er über alles lieben würde – überhaupt sei er das erste Mal im Leben verliebt, alle anderen habe er gleich wieder vergessen und seine Frau wohl nur wegen der Kinder oder wegen finanzieller oder materieller Werte geheiratet….

 

Es gab und gibt zwischen uns ein großes Problem: Er hat nie Zeit, allerhöchstens mal auf eine halbe Stunde, in der natürlich keine Nähe entstehen kann (die ihm aber angeblich so wichtig ist), und so ist noch nie ein Intimkontakt zustande gekommen, denn es heißt dann immer: „Schatz, wir müssen aufhören, ich muss los…“ Er ist noch verheiratet, lebt mit seiner Frau und den beiden 14 und 9jährigen Kindern zusammen, hat aber mit ihr angeblich kein Verhältnis mehr, viel Streit und Ärger und ein sog. „Gentlemen Agreement“, habe sie oft betrogen, aber auch aus solchen Begegnungen sei nie Liebe hervorgegangen. Ich allerdings sei ihm äußerst wichtig, er wolle „alles“ von mir, aber erst, wenn er seine vielen Probleme beruflicher und sonstige Art gelöst hätte. Er liebe mich und ich gehöre ihm! An Scheidung denkt er allerdings nicht, da er befürchtet, seine Frau könne ihm die Kinder entwenden ... .

Immer wieder kommt es zu versuchten Verabredungen zwischen uns, denn er leide wahnsinnig unter der Sehnsucht nach mir und vermisse mich immer, aber sie werden meist allesamt abgesagt, verschoben oder einfach vergessen. Wir telefonieren, schreiben sms, und von meiner Seite kommt halt auch Unzufriedenheit mit der Situation und Verärgerung über solches Verhalten. Das wiederum „verletzt“ ihn dann ungewöhnlich hart, dass er für einige Tage Funkstille hält. Bezeichnend ist, dass er meinen „Problemen“ keine Aufmerksamkeit widmet, sie entweder aus Zeitgründen nicht anhört oder sich einfach nicht darum kümmert, obwohl er es zuvor versprochen hat…. Ich könnte da noch einiges hinzufügen, aber das Bild wird dadurch nicht anders. Wenn ich andeute, die Beziehung zu beenden, klingt von der anderen Seite wieder Verärgerung, großes Leid und die Beschuldigung, ich schreibe verletzende sms, weil nicht alles so liefe, wie ich es mir vorstelle….

In der Tat hat er natürlich auch eine andere und sehr liebebedürftige und auch liebevolle Seele und ist von so vielen Eigenschaften her ein ganz toller Mann – darin habe ich mich verliebt. Aber mit solch einem Verhalten möchte ich nicht leben und ziehe mich zurück – auch wenn es mir sehr weh tut.

 

Ich wüsste gerne, ob eine solche Persönlichkeit zu den narzisstisch gestörten Persönlichkeiten gehört, und ob diese auch ein gestörtes Sexualverhalten haben können, beispielsweise, dass sie im Zuge ihrer Neigung zur Sucht (Workerholic, 60 Zigaretten, 30 Tassen Kaffee, seit fünf Jahren zum Glück ohne Alkohol) einfach impotent werden (er ist 47, hatte aber bereits ein ... problem und eine damit im Zusammenhang stehende schwere ...-OP) und ob es für solche Menschen Hoffnung gibt, vorausgesetzt, sie wollen sich helfen lassen. Wie gesagt, im Grunde ist er ein wirklich wertvoller Mensch, hat enorm viel erreicht, gibt wahnsinnig viel Kraft in Beruf und Projekte und bekommt im Grunde nichts heraus – er nimmt auch nichts, allerdings den Ruhm, das Ansehen und das Gebraucht-werden, was ihn dann wieder nervt…

 

Über eine Antwort würde ich mich freuen und bedanke mich im Voraus!

 

Mit freundlichen Grüßen

...

 

 

 

Hallo Frau ... ,

ich würde nicht von "narzisstisch gestörter Persönlichkeit" reden, aber sicher nennt der Mann, in den Sie sich verliebt haben, eine gehörige Portion Narzissmus sein eigen.

Narzissmus ist aber in meiner Wirklichkeitskonstruktion ebenso wenig eine Krankheit wie Phlegmatismus oder Manie, aber zweifelsohne im Einzelfall schwer zu ertragen. Allerdings sind viele Politiker/innen auch schwer zu ertragen, vom Honecker will ich da gar nicht reden, dennoch würde ich nicht meinen, diese wären krank.

 

Aber in ihrer beider Fall scheint mir weniger der Narzissmuss das eigentliche Problem zu sein, das einer guten Beziehung im Wege steht, sondern eher die Angst des von Ihnen geliebten Mannes vor Nähe, und sein Unvermögen mal Pause zu machen und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen.

Die Gründe dafür würde man in einer Therapie schnell rausbekommen können, doch damit wäre es nicht getan, es käme vielmehr darauf an, das Verhalten zu ändern.

Doch warum sollte der von Ihnen geliebte Mann das tun? Es ging doch all die Jahre so la la und es kann doch auch so weitergehen, bis eines Tages der Körper kollabiert oder wie es Udo Lindenberg einmal gesungen hat: Bis der Arsch im Sarge liegt.

Männer wie der von Ihnen geliebte, sind mit Sicherheit nur durch schwere Erschütterungen und Katastrophen von Ihrer vorgezeichneten Bahn abzubringen, aber auch das ist nicht garantiert. So gibt es Hyperaktive, die nach einem schweren Unfall mit einem Rennrad querschnittsgelähmt im Rollstuhl sitzen und als nächstes nichts besseres zu tun haben, als an der Paralympics teilzunehmen.

Das Beharren auf der Fortführung alter Lebensmuster ist mitunter schwer autoaggressiv, bis hin zum Tod, wie es Bertolt Brecht halb ärgerlich, halb resignierend in dem Gedicht "Gleichnis des Buddha vom brennenden Haus" beschrieben hat.

 

 

Neulich sah ich ein Haus. Es brannte. Am Dache

Leckte die Flamme. Ich ging hinein und bemerkte

Daß noch Menschen drin waren. Ich trat in die Tür

und rief ihnen zu, daß Feuer im Dach sei, sie also

auffordernd schnell hinauszugehen. Aber die Leute

Schienen nicht eilig. Einer fragte mich

Während ihm schon die Hitze die Braue versengte

Wie es draußen denn sei, ob es auch nicht regne,

Ob nicht Wind gehe, ob da ein anderes Haus sei

Und so noch einiges. Ohne zu antworten,

Ging ich wieder hinaus. Diese, dachte ich,

Müssen verbrennen, bevor sie aufhören zu fragen.

Wirklich, Freunde, wem der Boden noch nicht

So heiß ist, daß er ihn lieber mit jedem andern

Vertauschte, als daß er dabliebe,

Dem habe ich nichts zu sagen. ...

 

 

 

Korrekterweise muss man sagen, dass auch Brecht ein Workaholic und Getriebener war, wie er selbstreflektierend eingeräumt hat:

 



Ich sitze am Straßenrand

Der Fahrer wechselt das Rad.

Ich bin nicht gerne, wo ich herkomme.

Ich bin nicht gerne, wo ich hinfahre.

Warum sehe ich den Radwechsel 

Mit Ungeduld? 


Bertolt Brecht

 

 

 

Kein Wunder, dass es Brecht mit 57 Jahren dahingerafft hat, kein Mensch hält ein solches Tempo auf Dauer durch.

 

Was bleibt da noch zu sagen? Vielleicht mit Udo & Jenny Jürgens - Ich wünsch dir Liebe ohne Leiden 1984

http://www.youtube.com/watch?v=zytpHl7Q5cA

 

 

 

Halten Sie nicht fest, was nicht festzuhalten ist und halten Sie fest, was gehalten werden will.

Oder wie es auch heißt:

 

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,

den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

 

 

 

Lieber Gruß

 

 

Peter Thiel

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 1. Oktober 2010 10:48

An: info@maennerberatung.de

Betreff: AW: Anfrage

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort - das Näheproblem trifft den Kern. Den ersten Zusammenbruch hatte er Anfang des Jahres: Fettleber, Darmstörungen, OP an Magen und Darm... aber er macht weiter - autoaggressiv, 60 Zigaretten, 30 Tassen Kaffee, Tabletten gegen Schmerzen und Sodbrennen.... Eigentlich bedauernswert.

Ihre Gleichnisse tun gut, auch die Haltung, nicht festzuhalten an jemandem, der nicht festgehalten werden will... So bleibt zu ergründen, warum ich glaube, mit Liebe heilen zu können - was sicher geht, aber vor dem Können kommt das Wollen - von beiden Seiten.

Vielen Dank noch einmal und herzliche Grüße

...

 

 

Hallo Frau ... ,

 

vor der Liebe kommt oft die Wut oder der Hass. Dies muss man als Gegenüber dann auch aushalten können.

Erst wenn Wut oder Hass sich zeigen dürfen, kann die Liebe in ihrem reinen Gewand erscheinen. Gut möglich, dass dies den Rahmen ihrer Beziehungen sprengen würde. Von daher könnte man auch verstehen, wenn sich Ihr Gegenüber einer solchen existenziellen Begegnung nicht stellen will. Vielleicht auch aus der nicht ganz unbegründeten Angst, dass es dann zu einer nicht mehr zu regulierenden Eskalation der Gefühle käme

 

Von daher, anschauen was ist, verändern, was zu verändern ist und akzeptieren, was sich einer Veränderung hartnäckig widersetzt. Retten müssen Sie niemanden gegen dessen Willen.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von:

Gesendet: Donnerstag, 7. Oktober 2010 19:21

An: info@maennerberatung.de

Betreff: AW: Anfrage

 

Hallo Herr Thiel,

danke, Sie haben ein großes Feingefühl und können zwischen den Zeilen lesen. Nein, retten muss ich niemanden, ich will aber mich retten, falls das nötig ist, da ich nicht die Therapeutin oder die Mutter Courage spielen möchte. Dennoch, der Mann mit seinen Ängsten vor Nähe, mit seinen Verletzlichkeiten und seinen teilweise manischen und teilweise auch depressiven Phasen hat in seinen guten Zeiten genau das, was mich anspricht. So werde ich sehen, wie ich Ihren letzten Abschnitt realisieren kann - immerhin akzeptiert er meine Wut über seine Art oft genug. Wir werden sehen.

Tausend Dank für Ihre Einlassung - es tut sehr gut, und Sie verstehen Ihr Handwerk! Beste Grüße!

...

 

 

 

 

Hallo Frau ... ,

 

Danke für das Kompliment.

Beste Grüße

 

Peter Thiel

 

 

 

 

Am 11.11.2011 um 18:31 schrieb "maennerberatung" <info@maennerberatung.de>:

 

Hallo Frau ...,

sicher hat sich inzwischen schon einiges zum Guten verändert.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

-----Original Message-----

From: ...

Sent: Friday, November 11, 2011 11:49 PM

To: <info@maennerberatung.de>

Subject: Re: Anfrage

 

Hallo Herr Thiel,

Sie müssen ein außergewöhnlicher Mensch sein, dass Sie nach langer Zeit noch einmal eine Nachricht schicken.

Und in der Tat war und ist das Thema vom letzten Jahr auch in diesem Jahr Thema. Ich habe Ihre Ausführungen vom letzten Jahr sehr genossen - Sie haben sich wirklich sehr bemüht, mir, einer Fremden, eine männlich / menschliche Art näher zu bringen, und das Loslassen, was nicht zu halten war, schien mir auch die einzige Möglichkeit.

Ihre Zeilen hatten mich beeindruckt, ja berührt, und jetzt, da ich Sie wieder lese, fällt der Groschen erneut. Wir hatten zu Sommerbeginn ein Revival miteinander, der von mir so geliebte Mann und ich. Doch verlief es genauso -er und es hat sich nicht(s) geändert. Aber auch ich hatte noch einmal die Hoffnung.....doch das Loslassen fällt nun leichter. Die Liebe ist da, auf beiden Seiten, sie ist Energie, die nicht vergeht. Aber das Ertragen fällt schwer - die Nähe, die mir nicht reicht, scheint ihm schon zu viel...

Nun, es ist, wie es ist, scheint miteinander schwierig, ohne einander aber auch - ebenfalls viel besungen und beschrieben. Schaun wir, wie oft vor allem ich das noch brauche, bevor es mir gelingt, mein Muster zu löschen....

Herzlichst

...

 

 

 

Hallo Frau ...,

Mitunter ist es mein 7. Sinn, noch mal nachzufragen.

Vielleicht müssen Sie Ihr Muster gar nicht löschen, sondern sich nur damit versöhnen?

 

 

Beste Grüße

 

 

Peter Thiel

 

 

 

 

-----Original Message-----

From: ...

Sent: Saturday, November 12, 2011 7:16 PM

To: <info@maennerberatung.de>

Subject: Re: Anfrage

 

Hallo Herr Thiel,

danke für den Rat - Sie haben wirklich einen 7. Sinn, super. Wie macht man das, sich mit seinem Muster versöhnen? Bisher ist es mir jedenfalls so regelmäßig begegnet - wir kennen uns ganz gut - dass ich fast schon drüber falle. Trotzdem falle ich auch drauf rein, und es geht mir dann nicht so gut.....

Liebe Grüße

...

 

 

 

Hallo Frau ...,

 

Vielleicht so:

 

 

4. Leiden

Wir wollen nun auch die Bedeutung des Leidens untersuchen. Die schöpferische Lösung, so haben wir gesagt, ist den kriegführenden Parteien nicht bekannt; sie ergibt sich erst aus dem Konflikt. In diesem Konflikt werden die Parteien, ihre Gewohnheiten und Interessen, teilweise zerstört; sie erleiden Niederlagen und Schmerzen, In sozialer Kooperation streiten sich die Partner also und machen sich kaputt, sie hassen den Konflikt. Der Dichter, der ein Gedicht macht, ärgert sich über ein störendes Bild, das sich eindrängt, oder über einen Gedanken, der ihn vom Thema wegführt; er zerbricht sich den Kopf, klammert sich an seinen Vorwurf, kommt durcheinander und ins Schwitzen. Wer in einen Konflikt verwickelt ist, kann den Schmerz aber nicht vermeiden, denn ihn jetzt zu unterdrücken, würde nicht Lust, sondern Unlust bereiten, Langeweile, Unbehagen und nagenden Zweifel. Außerdem wirkt der Konflikt selbst im Schmerz noch erregend. Wie wird nun der Schmerz tatsächlich am Ende doch noch verringert?

Indem man schließlich »aus dem Weg geht«, um die große Regel des Tao zu zitieren. Man löst sich von seiner vorgefaßten Idee, wie es ausgehen »müßte«. Und in die so entstandene »fruchtbare Leere« strömt die Lösung ein. Das heißt, man wird handgemein, spielt die eigenen Interessen und Fertigkeiten aus, läßt sie aufeinanderprallen, um den Konflikt zuzuspitzen und um sie zerstört und verändert in die heraufdämmernde Idee eingehen zu lassen; und schließlich klammert man sich an seine Interessen nicht mehr als an die »eigenen Interessen. In der Erregung des Schöpfungsvorgangs findet man zu einer schöpferischen Unparteilichkeit zwischen den sich befehdenden Kontrahenten, und dann, in einem ganz unverantwortlichen, fröhlichen Gemetzel, tobt nun wahrscheinlich jeder der Kontrahenten alle seine Aggressionen für und wider die eigene Seite aus. Aber das Selbst wird nun nicht länger zerstört, denn es findet jetzt erst heraus, was es ist.

Die Frage ist nun wieder, ob dieselbe Interpretation der Bedeutung von Schmerz und Leiden und der Mittel, sie zu lindern, für somatische wie für emotionale Schmerzen und Leiden gilt. Wir wollen uns für einen Augenblick vergegenwärtigen, welches die Funktion von Schmerz ist.

Schmerz ist in erster Linie ein Signal; er lenkt Aufmerksamkeit auf eine unmittelbar drohende Gefahr, zum Beispiel für ein Körperorgan. Die spontane Reaktion ist, aus dem Weg zu gehen, oder, wenn das nicht möglich ist, den Gefahrenherd zu vernichten. Kreatürliches Leben bleibt beim Schmerz oder Leiden nicht lange stehen; wenn der Schaden fortwirkt und nichts sinnvoll getan werden kann, um ihm abzuhelfen, wird das Lebewesen für den Schmerz taub oder sogar ohnmächtig. (Die neurotische Reaktion, den verletzten Körperteil zu berühren, um den Schmerz hervorzulocken, ist ein Wunsch nach Empfindung an der unempfindlichen Stelle; auch dies ist wahrscheinlich ein nützliches Signal, wenn auch schwer zu interpretieren.)

Welches ist nun die Funktion langwierigen Leidens, wie es unter Menschen häufig ist? Wir wollen die Vermutung wagen, daß es uns dazu bewegen soll, uns des unmittelbar gegenwärtigen Problems anzunehmen und dann aus dem Weg zu gehen, alle Kräfte gegen die Gefahr aufzubieten und dann aus dem Weg zu gehen, nutzloses Befangensein zu lockern, den Konflikt toben und zerstören zu lassen, was zerstört werden muß.

Frederick S. Perls; Paul Goodman; Ralph F. Hefferline: “Gestalttherapie. Grundlagen“, dtv, 1979, S. 15-152

 

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Sonntag, 19. September 2010 00:37

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Frage

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

ich habe zwar keine direkte Frage zum Narzißmus, aber vielleicht können sie mir trotzdem helfen.

Wenn man einen bestimmten Konflikt immer wieder in anderen sozialen Beziehungen wiederholt um dort die positive Auflösung zu erfahren, sind dann diese Beziehungen generell zum Scheitern verurteilt? Bzw. müssen sie generell abgebrochen werden?

(der Grundkonflikt ist ja mit der Ursprungsperson (bei mir mit dem Vater) zu klären. Allerdings kann man ja auch durch Veränderung des eigenen Verhaltens die Interaktion beeinflussen...*ratlos*)

Wie geht man mit diesen "Stellvertreterbeziehungen bzw. -personen" um?

Das grundsätzliche Problem ist, daß ich immer nur die Wahl habe zwischen dem Verbleiben in einer Beziehung mit schlechter Behandlung (Unterordnung in Bezug auf die Regeln des anderen und Ertragen der Verletzungen...) oder aber dem schmerzlichen Abbruch dieser ....(berechtigterweise eine angemessene Behandlung und Einstellung des verletzenden Verhaltens einfordern. Was aber eine Veränderung des Verhaltens meines Gegenübers bedeuten würde...)

Die Krux: es handelt sich natürlich um etwas/jemanden, das/der mir etwas bedeutet. So habe ich die Wahl zwischen Leiden und Leiden. Denn auch die Trennung fällt schwer, wenn man dabei etwas Bedeutungsvolles, emotional Großes aufgeben muß ...

Die Möglichkeit, daß die Person ihr Fehlverhalten Anerkennen und ändern würde besteht anscheinend nicht ...(die für mich "positive Auflösung" des Konfliktes, nach der ich mich sehne...)

Aktuell besteht das Problem innerhalb meiner ..., wo ich befürchte, daß mir außer dem Ausstieg nichts übrig bleibt ...

Das Projekt erfüllt mich und ist auch nicht einfach austauschbar. So wäre es schmerzlich. So wie es ist, geht es allerdings auch nicht weiter.

Ist da noch irgendwas zu retten? Wie löse ich das auf?

Vielen Dank.

 

Mit freundlichen Grüßen

...

 

 

 

 

Hallo Frau ...,

wenn Sie immer wieder die selbe Situation kreiieren, die zum Scheitern führt, dann bekommen Sie das, was Sie hinterher beklagen.

Wenn ich immer wieder nachts allein durch bestimmte Straßen im Wedding laufe, muss ich mich nicht wundern, wenn ich jedes mal ausgeraubt werde.

Es kommt also darauf an, eine neue Wirklichkeit zu kreiieren, die ich besser finde als die bisher gelebte.

Sie sind nicht mehr die Tochter, die mit ihrem Vater im Machtkampf steht, sondern eine erwachsene Frau, die nicht in der Vergangenheit leben muss. Daher geht es nicht darum, den alten Machtkampf mit dem Vater zu gewinnen, auch nicht über Stellvertreter, die man sich aussucht, sondern sich von dieser alten Kampfsituation zu verabschieden, um sich der Gegenwart öffnen zu können.

Möglichkeiten dies zu tun gibt es in der Regel viele, nur muss ich eben meine bisher gewohnten Verhaltensweisen verändern, mich also - ähnlich wie beim "Neun-Punkte-Problem" über meinen eigenen Tellerrand hinausbewegen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Neun-Punkte-Problem

 

 

Gutes Gelingen

 

 

Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 27. August 2010 11:24

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Affäre gehabt, Freund Schluss gemacht, brauche Rat!!!!!!!!!!!!!!

 

Hallo, liebes Beraterteam,

Steve, mein jetziger Ex- Partner und ich waren 2 Jahre zusammen. Seit Februar 2010 wohnte ich nicht mehr bei ihm, weil er nach Sms im Handy glaubte, ich hätte eine Affäre gehabt. Ich sagte ihm aber, dass wir (der Typ und ich) nur normal unterhalten haben und halt einige gemeinsame Interessen hätten, weshalb ich dem Typ dann meine Handynummer gab.

Gelaufen ist da aber niemals etwas und ich habe kurze Zeit später dann auch den Kontakt abgebrochen, als ich merkte, dass dieser Typ was von mir will. Nachdem ich auszog, sahen Steve und ich uns 3 Wochen danach das erste Mal wieder. Er war bis zuletzt sehr misstrauisch und daher lief es sexuell auch nur noch ganz vereinzelt mal hier und da von seiner Seite aus. Dennoch hätten wir uns beide nie aufgegeben und wir beide haben gekämpft, dass dieses Misstrauen verschwindet und wir wieder eine funktionierende, harmonische Beziehung führen können. Hinzu kommt, dass er sich in der ganzen Zeit seit meinem Auszug nicht ein einziges Mal von sich aus gemeldet hatte, um mich mal zu fragen, wie es mir geht, was ich mache, ihn vermisse etc. Das hat mir sehr wehgetan und ich redete auch immer wieder mit ihm darüber. Doch er meinte nur, ich würde ihn mit den vielen Diskussionen nerven, unter Druck setzen und es gäbe wichtigere Dinge noch (seine Arbeit: er ist selbstständig, da muss man bisweilen ab und an um Aufträge kämpfen). 

Jetzt ist es so, dass die ganze verfahrene Situation und sein Verhalten mir gegenüber dafür gesorgt haben, dass ich seit ... bis ... eine Affäre hatte. Steve hat es von IHM erfahren, weil der Typ seine Nummer raus fand und es ihm dann alles brühwarm sagte. Und warum? Weil auch dieser Typ mehr von mir wollte (wusste ja, dass es zwischen Steve und mir schlecht läuft und erhoffte sich dadurch, dass ich mich nun für ihn entscheide). Doch ich habe dem immer wieder klar gemacht, wie sehr ich Steve liebe und das er derjenige ist, mit dem ich mein Leben verbringen will, meine Zukunft. Das hielt mich jedoch nicht ab, Steve, den ich noch immer über alles liebe, ins schlechte Licht zu rücken (habe ihn schlecht gemacht und Details ausgeplaudert). Das hat er dann auch noch von diesem Typen erfahren (die beiden hatten anschließend ein 2. Mal telefoniert und Steve wollte alles wissen). Jetzt ist es aus zwischen uns und Steve sagte, er könne mir das nie verzeihen und keine Beziehung mehr mit mir eingehen. Er würde Ekel verspüren und könne mich nie wieder anfassen. Allein bei dem Gedanken, was ich mit dem anderen alles sexuell gemacht hätte, käme es ihm die Galle hoch. Ich kann es nachvollziehen und verstehe auch die Gefühle von ihm. 

Steve sagte mir aber auch, er wolle zwar den Kontakt nicht für immer abbrechen, aber er hätte keine andere Wahl. Er liebt mich noch immer und es tut ihm verdammt weh, das zu tun, aber er würde sich selbst belügen, wenn er mir verzeihen würde. Denn er könnte mir nie wieder vertrauen.

Doch ich glaube immer noch, dass wir das wieder hin kriegen und lernen können, wieder aufeinander zu zu gehen. Wie sehen sie das????? Bitte um Hilfe!!!!!!!!!!!!!!

 

 

 

Hallo Frau ...,

hier steckt natürlich noch jede Menge Entwicklungspotential drin. Allerdings muss Ihr Ex-Freund das auch wollen.

Wenn er aber nicht will oder sein Kopfkino auf den Film "Ekelgefühle - ich kann dir nicht verzeihen" einschaltet, statt auf "Täglich grüßt das Murmeltier. Von der Kunst sich das Leben schön zu machen", dann wird’s wohl doch nichts.

Dann also einfach mal ausprobieren, welchen Film sie beide gemeinsam zum laufen kriegen.

 

Film A "Ekelgefühle - ich kann dir nicht verzeihen"

 

der Film B "Täglich grüßt das Murmeltier. Von der Kunst sich das Leben schön zu machen"

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Sonntag, 11. Juli 2010 08:18

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Danke für Ihre Mail. meine v.2.7.

 

...

Sehr geehrter Herr Thiel,

danke für Ihre Antwort auf meine Anfrage.

Meine erste Mail war wohl nicht angekommen. Deshalb noch einmal in Kürze meine Frage.

Gibt es zum Beispiel Psychologiestudenten die Personen suchen/benötigen um an und mit ihnen Erfahrungen zu sammeln und zu lernen. Ich bin mir sicher, in meinem Leben ist so viel geschehen, was ich "verarbeiten" musste, gedanklich und körperlich, dass ein Studierender es sicherlich nutzen könnte. Ich wäre auch bereit einige ärztliche Aufzeichnungen dafür zur Verfügung zu stellen, wenn es nötig ist?

Ich mache es nicht ganz uneigennützig, ich versuche dadurch dann auch mehr über mich selber zu erfahren.

Wenn Sie mir diese Frage beantworten könnten, dann wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Viele liebe Grüße

...

PS Bemerkung nur am Rande: Gerade lese ich, "Der bewegte Mann" sehr interessant. Als junger Mensch habe ich auch Gefühle gezeigt, da hat man es in einer Männerwelt nicht unbedingt leichter.

 

 

 

Hallo ...,

mehr über sich, können Sie ja auch woanders als bei Studenten erfahren, die womöglich mehr Schaden als Nutzen bei Ihnen anrichten.

Vielleicht nehmen Sie mal an einem Selbsterfahrungsseminar oder einer Männergruppe teil, da können Sie sicherlich einiges über sich und Ihre Art sich in Beziehung zu setzen lernen.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

Gesendet: Montag, 19. April 2010 09:29

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Angst vor Nähe- narzisstische Strukturen

 

 

Sehr geehrter Herr Thiel, liebes Team der Männerberatung!

 

Ich bin seit über 2 Jahren mit einem Mann befreundet, der Angst vor Nähe hat. Ich habe viel über dieses Thema in der Fachliteratur nachgelesen und kann deshalb auch ganz gut mit dem Mann und seiner Angst umgehen.

Aber er hat noch andere Eigenschaften, die ich mal "gegoogelt" habe und bin dann u. a. auch auf dieser Narzissmus- Seite gelandet. Diese anderen Eigenschaften sind: das er jede Kritik als tiefe Kränkung empfindet und es mir dann immer "heimzahlen" muss.

Seine mächtigste Waffe mir gegenüber ist dann immer das Beenden der Beziehung. Er weiß genau, dass er mich damit am meisten bestrafen kann, weil er weiß, dass ich ihn sehr gern habe. Meistens wirkt es sich so aus, dass er für ein paar Wochen den Kontakt zu mir dann völlig abbricht. Also auch keine SMS, Mails oder Anrufe beantworten/entgegennehmen. Ich muss dann immer bitten und betteln und fast auf allen Vieren angekrochen kommen, dann lenkt er wieder ein. Dann läuft alles wieder gut bis zum nächsten "Schub".

Er ist sich seiner Ängste bewusst, gibt mir aber immer zu verstehen, dass er für eine feste potentielle Bindung nicht geeignet ist, ist aber dann gleichzeitig eifersüchtig und wirft mir vor, ich würde anderen Männern hinterher schauen ( wir hatten mal eine Verabredung für ein Konzert. Ich sollte vor dem Eingang warten, habe ihn nicht gesehen und bin dann schon ohne ihn in den Saal, da kam dann auch diese Eifersucht, dass ich das nur tue, um anderen Männern hinterher zuschauen).

Vor 6 Wochen hat er sich bei mir gemeldet und sich mit mir zu einem Date verabredet. Ich habe mich riesig gefreut, weil es sehr selten ist, dass  die Treffen von ihm ausgehen, sondern eigentlich ich immer den Anfang für ein Treffen mache. Kaum waren wir zusammen, war er wieder komisch: eigentlich hätte er gar keine Zeit, er müsste mal seine Wohnung putzen und noch mehrere solche Ausflüchte kamen da. Mein erster Gedanke war, dass er plötzlich wieder Angst vor Erwartungen hat, die ich an ihn stellen könne. Trotz allem kam es dann zum Sex mit ihn, den ich auch sehr wollte. Aber da ich mich so unter Zeitdruck gesetzt fühlte, fand ich den Sex weder schön noch befriedigend. Ich habe ihm dann später geschrieben, dass das uns beiden doch nicht wirklich gefallen haben kann. Wir hatten wohl beide nicht so richtig Lust und jeder hatte die Erwartung vom anderen, er wolle Sex.

Er hat nicht geantwortet und da war mir eigentlich klar, dass er sich jetzt als "Mann" wieder gekränkt fühlt. Die Folge war wieder dieser Kontaktabbruch zu mir. Als ich dann nach zwei Wochen ein Treffen vorschlug, hat er die ganze Beziehung mit mir beendet mit den Worten: sorry, ich muss dich enttäuschen, aber ich habe jetzt eine neue Freundin und mit ihr ist komischerweise alles anders. Das hat mich dann doch getroffen, obwohl ich mich auch schon so oft gefragt habe, was will ich mit so einem Mann? Ich habe ihm daraufhin geantwortet, dass ich jetzt meine Basis zum Loslassen von ihm habe und keinen Kontakt mehr mit ihm möchte.

Seitdem hat er sich auch nicht mehr gemeldet. Das Komische ist, dass ich das Gefühl habe, dass das Ganze mit der neuen Freundin gar nicht stimmt, sondern wieder so ein Fake ist, um es mir heimzuzahlen. Und gut geht es mir seitdem überhaupt nicht. Ich habe, Wut, Trauer, Ängste in mir, die im ständigen Wechsel sind. 

Dieses ganze ambivalente Verhalten macht mir sehr zu schaffen im Moment.

Wie muss man so einen Mann verstehen?

Danke, dass Sie/Ihr euch die Zeit genommen habt, meinen Text zu lesen und eine Antwort aus der Sicht eines Fachmannes wäre für mich natürlich im Moment sehr wichtig.

 

Liebe Grüße

...

 

 

 

Hallo ...,

das ist doch ganz einfach zu verstehen. Sie spielen beide ein Spiel. Der eine hat die Aufgabe den anderen zu fangen (Frau) und der andere die Aufgabe, sich nicht fangen zu lassen (Mann).

Es gibt auch andere Spiele, z.B. Schachspiel und Fußballspiel. Da geht es nicht um sich fangen und verstecken, sondern um Sieg und Niederlage.

Erst wenn eine gesiegt hat und der andere verloren, ist das Spiel zu Ende. Im Schach gibt es auch ein Patt, also eine Art Unentschieden. Im Fußball 11-Meter-Schießen, irgendwann ist einer raus aus dem Spiel.

Die Frage ist, warum spielen Sie mit? Warum steigen Sie nicht aus, aus dem Spiel?

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Sonntag, 31. Juli 2011 10:25

An: info@maennerberatung.de

Betreff: AW: Angst vor Nähe- narzisstische Strukturen

Hallo Herr Thiel,

Danke für ihre geschätzte Antwort. Das mit dem Spiel kam mir auch schon mal in den Sinn und ich habe ihn vor längerer Zeit mal gefragt: "Was ist das eigentlich für ein Spiel, das wir da spielen: komm her, geh weg! Locken und blocken? Er tat völlig überrascht und meinte nur: "Das ist doch kein Spiel!"

Tja, was dann? Mittlerweile habe ich die Spiel-Arena von ihm verlassen. Aber ich musste wohl noch eine "Ehrenrunde" drehen. Neben meiner Arbeitsstätte ist ca. 150 m entfernt ein Einkaufsmarkt. Dort kaufe ich öfters in meiner Mittagspause ein. Da ist er vor ein paar Wochen genau zu der Zeit aufgetaucht. Danach bin ich wieder rückfällig geworden. Habe ihm gesagt, dass es immer noch Tage gibt, an dem ich ihn sehr vermisse. Die Antwort von

ihm: er würde auch öfters noch an unser Zusammensein denken.

Ich: Wieso du, du hast doch ein Freundin, oder gibt es die nicht mehr?

Er: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, Gedanken und Gefühle kann man nicht einfach beiseite schieben.

Ich: Gedanken ja, aber Gefühle sollten da eigentlich keine mehr für die Ex sein, wenn es eine andere Frau gibt, mit der ja alles so toll und super ist, wie er sich damals beim Beenden ausgedrückt hat.

Ich habe für mich endgültig beschlossen, dass ich die Sache mit ihm lasse.

Warum man mitspielt: Solche Beziehungen, bei der man Liebe und Zuneigung auf Raten bekommt, wirken sehr hypnotisierend. Man hat das Gefühl, man ist immer noch in der Verliebtheitsphase und wartet auf den Beginn der sicheren Phase.

Ich bin der Junkie und er das Heroin!! Und mit so einem Drogenentzug dauert es, Rückfälle eingeschlossen.

Aber ich bin davon überzeugt, dass ich es jetzt endgültig schaffe.

Danke.

 

 

 

Hallo Eva,

jegliches hat seine Zeit. So auch hier.

Ich wünsch Ihnen gutes Gelingen.

 

Gruß Peter Thiel

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 12. März 2010 23:08

An: info@maennerberatung.de

Betreff: weibliches Hinterfragen

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

soeben bin ich auf Ihre Webseite gestossen. Obwohl ich eine Frau bin (oder vielleicht gerade deshalb?),40, möchte ich mich mit einer Frage an sie richten. Die lautet: Ist der hierunter beschriebene Mann "krank"?

Seit ca.8 Wochen gehe ich ca.2-3 mal die Woche mit einem mir bis dahin noch unbekannten Mann, 49, fremd. Er kam mir charmant, ja sogar jungenhaft schüchtern vor. Gleich am Abend unseres Kennenlernens kam es zu Sex (in seinem Ehebett, seine Familie lebt aus beruflichen Gründen im Ausland). Er sagte dann auch sofort, dass es ihm nicht an einer Beziehung liege, dass er nur Sex wolle, verheiratet sei, seine Frau und Familie liebe und ihnen nicht weh tun wolle. Dass er diskret sei und dies auch von seinen "Bekanntschaften" erwarte. Nach dem Sex fragt er jedesmal, wie ich es fand, ob ich zufrieden bin. Dann erzählt er - was ich auf Dauer nicht mag - auch detailliert von seinen -zig (Hunderten?) ehemaligen "Freundinnen" (er nennt sie nicht Geliebte), von seinem Dasein als ...  und wie leicht es doch sei, Frauen zu "haben". Zudem erzählte er auch von seinen Eltern, dass sein Vater seine Mutter pausenlos betrog, nachts betrunken heimkam, sie vor den Kindern erniedrigte und sich jetzt um seine ... kranke Mutter kümmere, sein Vater es mit 85 Jahren immer noch "treibe" usw. usf.

 Dieser Mann ist auch panisch auf Ordnung bedacht. Alles muss so ablaufen, wie er es sich vorstellt. Zuerst ganz brav auf die Couch setzen und eine Weile über Gott und die Welt diskutieren ("wir wollen es doch richtig machen"), dann gehen wir ins Bett, wobei er seine Kleidung ordentlich zusammen- und auf einen Stuhl legt. Hinterher lässt er mich stets recht bald spüren, dass ich doch jetzt eigentlich gehen sollte, dass es spät sei, er am Morgen wieder früh raus müsse - als ob er im Hirn einen Schalter umgestellt hätte, eine Veränderung, die sich in sekundenschnelle vollzieht. Auch ich möchte keine richtige "Beziehung", da ich ebenfalls verheiratet bin, mein Mann keinen Sex will, ich aber nicht bereit bin, ihn zu verlassen. Mir ist jedoch noch NIE jemand begegnet, der so bar JEDEN Gefühls zu sein scheint. Neulich stellte er mir nach dem Sex sogar die Frage "Würde es dich stören, wenn ich ausser dir noch andere Frauen sehe?". Ich hatte den Eindruck, er mache dies absichtlich, um evtl sich anbahnende Gefühle zu unterbinden. Er sagte auch, dass er seine Frau ja nicht ...  km entfernt hat ziehen lassen, um nun von anderen Frauen in seiner Freiheit eingeschränkt zu werden (da ich ihm zuvor auf seine Frage geantwortet hatte: "Wer bin ich denn, um dir irgendetwas zu verbieten?"). Solcherlei "Gefühlsduschen" kommen immer dann, wenn es auch nur ansatzweise um Gefühle geht, wenn ich Lust auf Zärtlichkeit nach dem Sex habe o.ä.

Was mich jedoch wirklich schockierte und noch immer schockiert: Er schlief vor ca. einem Jahr auch mit meiner besten Freundin (er wusste nicht, dass es meine beste Freundin ist), welche es mir erzählte und wir nun feststellten, dass wir mit demselben Mann geschlafen haben. Das Schockierendste: Er erzählte ihr haargenau dieselben Geschichten, verhielt sich auf den Punkt genau so wie mit mir- in Allem! Dieselben Anekdoten, dieselben Geschichten über Ex-"Geliebte" (das Wort Geliebte finde ich nicht passend, da er nicht liebt, keinerlei Emotionen zeigt, nur Sex will, was er ja auch sofort klar stellt), dasselbe Prozedere, dieselben Sätze beim Sex! Ein Mann, der allen Frauen dieselben Geschichten auftischt, sich bis ins Detail identisch verhält, Sex will und sich beim Sex auch noch kontrolliert, bis hin zu dem ,was er sagt. Tut er dies, um sich in seiner konstruierten Welt nicht zu verheddern? Er sagt auch, dass er zu allen seinen "Freundinnen" noch gute Kontakte pflegt. Dies kann ich mir durchaus vorstellen, da es ja nie um Gefühle geht, da er ja allen gleich sagt, was Sache ist. Ich bin überzeugt, dass wir Frauen, nachdem klar ist, dass er keine Gefühle will, ihn mehr oder weniger nur für den Sex "benutzen", bis wir einen "Besseren" finden, als Übergang sozusagen.

Nun habe ich Angst, auch irgendwann einmal als Anekdote erzählt zu werden. Es tut mir weh, nur als Stück Fleisch betrachtet zu werden. Ich mag z.Bsp. auch schicke Dessous. Er findet das ganz nett, es ist ihm jedoch grundsätzlich egal, in welcher "Uniform" eine Frau vor ihm erscheint. Hauptsache Fleisch. Wütend bin ich nicht, nur sehr enttäuscht. Ich fühle mich nicht betrogen, da er ja anderen genau so wenig Gefühle entgegenbringt. Er ist sehr distanziert, auch in seinen Berührungen - geht sogar körperlich auf Gefühlsdistanz (mag z.Bsp. keine Umarmungen oder Küssen). Trotz des Schmerzes, dass es diesem Mann wirklich an Gefühlen zu fehlen scheint, finde ich ihn faszinierend. Zudem ist er der festen Überzeugung, ein grosser Frauenkenner zu sein. Was müssen ihn die Frauen bloss haben glauben lassen? Es ist das erste Mal, dass mir so ein Mann begegnet. Nein, ich bilde mir nicht ein, ihn "ändern" zu können. Ich finde ihn trotz all seines dargestellten Selbstbewusstseins traurig und verletzlich. Vielleicht werde ich ihn noch einmal wiedersehen, vielleicht auch nicht. Vielleicht ist er ja auch schon zur Nächsten weiter gezogen.

Mich interessiert, aus welchen Gründen ein Mann so ist? Glauben Sie, dass er zu tiefen Gefühlen imstande ist? Was sind seine Beweggründe?

Ich würde mich wirklich über Ihre Meinung zu diesem Verhalten freuen. Denn trotz angekündigter "Nicht-Beziehung" tut es weh, nicht mal ansatzweise als Ich, sondern einfach nur als Sexobjekt behandelt zu werden.

Mit dankbaren Grüssen

...

 

 

 

 

Hallo ...,

 

wenn wir uns einigen könnten, was "krank" ist, dann könnten wir auch definieren, ob der Mann "krank" ist oder "nicht krank" ist.

Früher galten ja auch Homosexuelle als krank. Und nicht nur das, sie galten als Straftäter.

Zwischen 1953 und 1965 wurden deshalb in der ehemaligen Bundesrepublik Deutschland fast 100.000 Männer nach §175 Strafgesetzbuch angeklagt, davon fast jeder zweite rechtskräftig verurteilt.

So viel zum Thema Krankheit und Unrechtsstaat.

Aber das ist ja sicher nicht der Kern Ihrer Frage.

 

Die Gründe weswegen der Mann, von dem Sie erzählen, so ist, kann ich natürlich nur mutmaßen. Zum einen scheint es in seiner Herkunftsfamilie eine bestimmte Tradition der Interaktion seines Vaters und seiner Mutter gegeben zu haben, die der Sohn jetzt mehr oder weniger unbewusst als verinnerlichtes Handlungsmuster weiterlebt. Dabei scheint es auf männlicher Seite nicht um Begegnung zu gehen, sondern um das Sammeln von Trophäen, als Bestätigung der eigenen Person. Das hat natürlich nichts mit dem Gegenüber zu tun, diese/r ist Objekt und von daher nur so lange interessant, wie noch nicht erobert. Ist die Eroberung gelungen, wird dem Mann die Frau uninteressant, denn das was der Mann als einziges kann, die Eroberung, ist schon vollzogen.

Zu tiefen Gefühlen ist natürlich auch dieser Mann, so wie jeder Mensch fähig, nur wird er dies durch Aktionismus immer wieder verhindern, weil es nicht seinem Muster entspricht und weil ihn ein Einlassen auf sein Gegenüber in einen Bereich führen würde, den er nicht kennt, in dem er unsicher oder sogar ängstlich ist und seine ganze Aufgeblasenheit in sich zusammensacken würde.

Aber das muss nun nicht Ihr Problem sein. Der Mann wird morgen und übermorgen andere Frauen finden, die sich von ihm angezogen fühlen, so wie die Motten, fasziniert vom Licht der Lampe, diese umkreisen und so sie ihr zu nahe kommen, verbrennen. Entschuldigen Sie den drastischen Vergleich.

 

Nach Ron Kurz: "Körperzentrierte Psychotherapie", Synthesis-Verlag", Essen 1985

 

populär dargestellt in:

 

Roland Bäurle: "Körpertypen. Vom Typentrauma zum Traumtypen", Simon & Leutner, 1993, 4. Auflage

 

 

könnte man den Mann von dem Sie berichten, als eine Mischung der beiden Körpertypen "Schizoider" und "Psychopath" klassifizieren.

Wo die kleinen Schizos und Psychopathen herkommen, kann man in letzteren Buch auf unterhaltsame Weise nachlesen.

 

Retten muss man den Schizoiden - Psychopathen freilich nicht, aber man (frau) kann versuchen, ihnen zu begegnen. Dies muss freilich in einer Weise erfolgen, die der Schizoide - Psychopath noch aushalten kann und frau muss wissen, dass es keine Garantie des Gelingens gibt und die Sache schnell kippen und so die eigene Frustrationsfähigkeit maximal gefordert werden kann.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 25. März 2010 09:55

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Frage an Peter Thiel persönlich

 

 

 

Lieber Peter Thiel,

Ich habe ein paar Ihrer Texte im Internet gelesen und weil mir Ihre Haltung zum Thema Sexualität sehr gut gefällt und ich in Wien momentan keinen Therapeuten weiß (das ist hiermit übrigens mein Startversuch, dieses Problem zu lösen), schreibe ich Ihnen ein paar Zeilen dazu, vielleicht können Sie sich damit kurz auseinandersetzen, mir Literatur empfehlen, wissen einen Kollegen in Wien zu empfehlen, oder können mir Tipps geben, wie ich dieses Problem angehen kann oder woraus es resultiert. Ich schicke Ihnen ein Word Dokument, weil ich ja nur die allgemeine mail-Adresse habe und hoffe sehr, daß es an Sie persönlich weitergeleitet wird. Falls Ihre Tätigkeit mit Kosten verbunden ist, lassen Sie es mich bitte wissen.

 

Vielen Dank,

liebe Grüße

...

 

 

 

Lieber Peter Thiel,

Da ich in Wien lebe, ein paar Ihrer Texte gelesen habe und mir diese von der Herangehensweise sehr gefallen haben, würde ich Ihnen gerne mein Problem erläutern, vielleicht reichen diese paar Infos um dieses anzugehen oder zu lösen, was mir sehr wichtig wäre- ev. können Sie mir Literatur zu diesem Thema empfehlen (anima/animus ?) oder mir jemanden in Wien empfehlen.

 

Ich bin seit 8 Monaten mit einer Frau zusammen, für uns beide ist es die ganz große Liebe, wir haben den besten Sex den ich jemals hatte (auch für sie ist es so), eine sehr weite Spielwiese, sehr offen. Ich bin jetzt 49 Jahre und entdecke gerade meine Sexualität neu durch und mit dieser Frau. 

Wir sind uns beide treu, wollen zusammenziehen, heiraten also alles ganz toll. Die Erlebnisse, um die es hier geht, sind für sie abgeschlossen. Aber es gibt ein Problem mit dem ich herumkämpfe:

Sie hat sich im Alter von ca. 32 Jahren (jetzt 37) nach einigen seltsamen Beziehungen wie sie es nennt, sexuell emanzipiert:

Sie hatte damals einen "jugendlichen Liebhaber ...", der sie in die SM Szene eingeführt hat. Sie hat einen Hang zum Exhibitonismus und auch zum Sub. Außerdem ein ganz gut in den Griff bekommenes Helfersyndrom. 

Sie hat also damals mit diesem ...  einige ihrer sexuellen Wünsche tatsächlich ausprobiert, nicht nur davon geträumt, wie es wohl viele Frauen und natürlich auch Männer tun. Also zum Beispiel sich in einem Swinger Club 1x von 2 fremden Männer durchvögeln lassen (in Gegenwart ihres ... der auf sie "aufgepasst" hat), sich im SM Cafe mehrmals vor Publikum von ... anketten und verprügeln zu lassen und einiges mehr, das meiste war in einem Zeitrahmen von einem halben Jahr. Dann hat sie diese Dinge sozusagen erlebt gehabt und mehr oder weniger abgeschlossen. Später hatte sie 3 Jahre einen Freund, ein ...Musiker, der sie an einen Schloßherrn „verborgt“ hat, eine Spielart (2x)- Er selbst hat dadurch beide Male anschließend eine Psychose aufgerissen.

Nun bekomme ich mit diesen Erlebnissen, von denen sie mir gleich zu Beginn unserer Beziehung erzählt hat (damit ich es nicht von jemand anderem erfahre, wie sie sagt, was mir auch einleuchtet, ich will sie ja kennen und nicht mit einer mir Fremden zusammen sein), immer wieder emotionalen Stress.

Also habe ich offenbar ein Problem mit mit meinem Frauenbild "Heilige und Hure", die katholische Kirche ist da sicher ganz ordentlich mitschuldig, mit ihrem jahrhundertelang propagierten Frauenbild, das ich nat. auch in mir trage. So vermute ich jedenfalls.

Wir reden offen darüber, sie hilft mir, wo sie kann, meine emotionale Krise schwächt dann immer schnell wieder ab. Trotzdem bekomme ich alle 1-2 Wochen immer wieder mal so für einen Tag die Krise. Mir kommen diese Bilder hoch und ich bekomme sehr starke Emotionen darob, welche sich nicht angenehm anfühlen.

Zwischenzeitlich ist es mir wieder völlig egal und ich denke: Sie ist eine tolle Frau und hat halt auch schon einiges erlebt, was ich gut finde. Ich selbst war ja auch nie ein Kind von Traurigkeit, aber „Frauen müssen ja anständig sein und solche Dinge“. Natürlich haben auch Frauen eine vielschichtige Sexualität und auch Geilheit, alles klar. Wenn es sich zwischen uns beiden um eine Affäre handeln würde wäre mir das sicherlich egal (es erregt mich ja übrigens auch, dass sie diese Erlebnisse hatte, keine Frage), da ich sie aber sehr liebe, kann ich dieses "Treiben" manchmal nicht gut mit ihrer Person und unserer Liebe in Einklang bringen. Haben Sie einen Rat? Können Sie mir jemanden in  Wien empfehlen?

Vielen Dank, daß Sie mir ihr Ohr leihen,

mit lieben Grüßen,

...

 

 

 

 

Hallo Herr ...,

sehen Sie doch mal das gute an dieser Krise, die Sie aller 1 bis 2 Wochen erleben. Dies dient nämlich ihrer inneren Regulierung von Distanz und Nähe. Wenn Ihnen die Nähe zu groß wird, gehen Sie in die Krise und vergrößern damit die Distanz.

Die Krise funktiniert also so ähnlich wie ein Thermostat, der die Heizung reguliert. Ohne Thermostat wäre es im Zimmer 40 bis 50 Grad warm, weil die Heizung ständig auf volle Pulle läuft.

Der Thermostat verhindert aber auch ein Auskühlen des Raumes, in dem er bei Unterschreiten einer vorgegebenen Temperatur dafür sorgt, dass wieder heißes Wasser durch die Heizung läuft.

 

Aufgabe ist also nicht Entfernung des Thermostates, sondern eine ausgeglichenere Regulierung der Nähe-Distanz.

 

Unterstützung in Wien können Sie erhalten unter

www.maenner.at

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Mittwoch, 3. Februar 2010 20:04

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Hilfe !

 

 

Sehr geehrter Herr Thiel !

Vor etwas über 4 Jahren habe ich meine Jugendliebe wiedergefunden , es war damals zunächst Brieffreundschaft, dann für beide die erste Liebe, jedoch ohne intimen Kontakt.

Die Beziehung zerbrach an Missverständnissen, denn SMS und Mails und teure Telefonate ins Ausland gab es damals für uns (16 und 18 J.) damals nicht und wir waren auf den langen Briefweg angewiesen.

Ich habe zweimal geheiratet, 3 Kinder bekommen, hatte emotional keine Heimat und habe ihn immer weitergeliebt.

Als wir uns nach 40 Jahren wiederfanden, erfuhr ich, dass auch er mich mehrmals gesucht hat und in meiner ehemaligen Heimatstadt war.

Wir haben nun seit 5 Jahren eine intime Beziehung und es ist von beiden Seiten Liebe. Ich habe meinem Mann das auch gebeichtet und er zeigte keine Gefühle. Habe mir dann eine Wohnung für mich allein gesucht.

Frustriert von unserer Fernbeziehung und den Hotelaufenthalten beschlossen mein Freund und ich im letzten Jahr, dass ich nach ...in seine Stadt ziehe. Ich solle es "als ersten Schritt" sehen, sagte er.

Da ich keine Mittel hatte, bezahlte er mir den Umzug , die Kaution, eine Mietvorauszahlung und trägt auch jetzt einen Großteil meiner Kosten. Noch nie war ein Mensch so gut zu mir !

Ich bin inzwischen 61J. und er 63. Unsere Beziehung ist sehr liebevoll und leidenschaftlich.

Seine Frau weiß weiterhin nichts und ich habe nie auf eine Entscheidung seinerseits gedrängt, obwohl mir natürlich manches sehr weh tut, aber ich wußte ja schließlich um die Umstände.

Mein Problem ist nun, dass er seit zwei Wochen erstmals eine tiefe Krise hat und mir davon berichtete.

Es wurde durch den Bericht seiner Frau über eine aufgedeckte Untreue eines Mannes aus dem Bekanntenkreis ausgelöst und ihre Emotionen darüber. Passend dazu kamen auch noch einige Fernsehfilme, die sich mit dem Thema beschäftigten.

Mein Freund, der bisher immer sagte, er leiste sich kein schlechtes Gewissen und das Zusammensein mit mir sei etwas ganz Selbstverständliches für ihn, ist jetzt in einer schlechten Verfassung und er schläft auch seitdem nicht mehr mit mir, ist aber sehr zärtlich und sagt mir ,dass er mich liebt.

Er erwägt, sich in Klausur zu begeben, um sich klar zu werden, betont aber, dass er die Liebesbeziehung zu mir auf keinen Fall aufgeben will.

Er sagt, er hat auch seine Frau noch lieb , aber unsere Beziehung sei die Umfassendere und es bedeute ihm viel, dass ich ihn soll will, wie er ist.

Ich ertrage nicht, dass es ihm schlecht geht und habe ihm angeboten, aus Liebe aus seinem Leben zu gehen, damit er wieder Ruhe findet, aber das möchte er nicht ! Und ich möchte es natürlich auch nicht, aber ich wäre aus Liebe bereit dazu.

Wie kann ich ihm helfen - und wie komme ich - mit 61 J. ... ansonsten ziemlich einsam 4 Monate nach dem Umzug selbst wieder auf die Reihe?

Die schon beanspruchte Telefonseelsorge und Tranquilizer möchte ich nicht als ständige Begleiter behalten !

Mit lieben Grüßen ...

 

 

 

Hallo ...,

Nichts gegen eine Klausur, ich würde Ihrem Freund dafür 7 Tage Zeit geben. Länger dauern Klausuren für gewöhnlich nicht, alles was länger dauert ist verschenkte Zeit oder Täuschung.

Ihr Freund sollte Sie nach den 7 Tagen Klausur darüber aufklären, was er will, Sie als Geliebte neben seiner Frau (heimlich oder offen) oder Sie als seine Partnerin und das dann natürlich auch mit seiner Ehefrau kommunizieren, ob diese damit als Zweitfrau leben kann oder nicht.

Wenn Ihr Freund das nicht klärt, hängen Sie auf ewig und drei Tage in der Luft. Oder Sie akzeptieren den Status der dauerhaft heimlichen Geliebten und irgendwann springen Sie dann aus dem Fenster oder von der Siegessäule. Nicht gerade zu empfehlen.

Wenn Ihr Freund nichts klären will und sie nicht in der Rolle der heimlichen Geliebten bleiben wollen, dann wäre es wohl besser, wenn Sie einen Schnitt zu machen und den Ort verlassen, wo das große Glück nicht Wirklichkeit werden wollte.

 

Gruß Peter Thiel

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Mittwoch, 30. Dezember 2009 22:47

An: info@maennerberatung.de

Betreff: marktwert testen in singlebörsen

 

hallo,

habe gestern zufällig mitbekommen, daß mein partner, mit dem ich seit 8 monaten zusammen bin, in singlebörsen, mit frauen flirtet. er wollte sich mit 3 frauen treffen. für mich ist eine welt zusammen gebrochen. ich stellte ihn zur rede. es war ihm peinlich, er sagte, ja, ich habe scheiß gemacht u. er hat keine richtige erklärung dafür. er macht das nur um seinen marktwert zu testen. ich weiß nicht mehr weiter, das ganze vertrauen ist weg. woher weiß ich, ob er sich nicht wirklich treffen würde? ich versteh die welt nicht mehr, angeblich, sagt er, ist in unserer beziehung alles in ordnung. warum schreibt, bzw. flirtet er dann dort andere frauen an? ich bin übrigens 40 j., er 45j. bitte gebt mir einen rat, ich bin total verzweifelt, alles ist kaputt!

l.g. ...

 

 

 

Hallo ...,

Ihr Freund hat offenbar ein anderes Wertesystem als Sie und da scheint es dazu zu gehören, dass er mit drei oder mehr Frauen parallel flirten will. Vielleicht findet er das toll oder aufregend, so wäre sein Verhalten schnell erklärt. Ob ihnen diese oder jene Erklärung letztlich weiterhilft, da bin ich skeptisch, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass sie dies mit dem Gedanken versöhnt, eine unter mehreren Frauen ihres Freundes zu sein.

Ansonsten ist das Verhalten an sich genau so in Ordnung, wie wenn man Fleisch ist oder auch vegetarisch lebt, am Ironman Lauf auf Hawai teilnimmt oder mit der Bierflasche in der Hand vor dem Fernseher sitzt. Problematisch wird es meistens erst, wenn der nicht eingeweihte Partner, in diesem Fall Sie, davon Kenntnis erlangt. Denn dieser Partner hat in der Regel ein ganz anderes Wertesystem und möchte so wie Sie nicht eine von mehreren Haremsdamen des Paschas sein.

Zum Glück muss das nicht so bleiben, es sei denn Ihr Freund ist ein notorischer Rückfalltäter, die gibt es ja auch, wie man bei bestimmten Gefängnisinsassen sehen kann.

Bei notorischen Rückfalltätern wie auch bei Suchtkranken, hilft in der Regel nur eine konsequente Therapie. Ansonsten bleibt es in der Regel beim alten Muster und dann kann man sich auch trennen, wenn man die ständigen Rückfälle nicht immer wieder und wieder erleben will.

Ich hoffe, nun verstehen Sie die Welt und sind nicht mehr ganz so verzweifelt. Geben Sie Ihrer Beziehung noch einmal eine Chance, einmal ist kein Mal und drei Fehltritte hat jede/r im Leben frei, bevor man sich von ihm oder ihr dann ganz abwendet.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 4. Dezember 2009 20:17

An: 'info@maennerberatung.de'

Betreff:

 

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

ich bin am Rande der Verzweiflung und Hilflosigkeit. Es geht um die Ehe zu meiner Frau bzw. um das wie ich mit meiner Frau wieder eine gemeinsame Beziehung aufbauen kann. Meine Frau wurde in ihrer Kindheit von ihrem Vater über mehrere Jahre sexuell missbraucht. Ich finde keinen Zugang zu diesem Missbrauch und tue mich schwer dieses zu verstehen was meine Frau fühlt. Ich glaube Ihr und glaube das es wirklich passiert ist, nur bin ich total hilflos. Auch wenn ich ihr meine Hilflosigkeit sage, hilft es nicht ... nun bin ich auch noch sehr oft in der Woche beruflich unterwegs und das kotzt meine Frau an, obwohl das in der Vergangenheit (bevor der Missbrauch an den Tag kam) kein Problem war. Soll ich meinen Job kündigen, soll ich meine Frau im Stich lassen? Ich bin die einzige Person im Haushalt die Geld verdient. Ich bin verzweifelt und weiss nicht vor, nicht zurück. ich bin auch schon bei einem Psychiater, aber komme nicht voran. ich greife nach jedem Strohhalm, nur ist das aus Sicht meiner Frau nicht genug....HILFE - HILFE - HILFE - HILFE - HILFE - HILFE - HILFE -

--

Mit freundlichen Grüßen

 

...

 

 

 

Hallo Herr ...,

Sie sollten eine Ausbildung als Psychotherapeut beginnen, damit Sie Ihre Frau besser verstehen und ihr gut helfen können. Da diese Ausbildung aber sicher drei oder mehr Jahr dauern wird, sollte Ihre Frau nicht so lange warten, bis Sie mit der Ausbildung fertig sind und schon mal dieser Tage einen Termin bei einem guten Psychotherapeuten vereinbaren.

Zweitens: Wenn Sie am Wochenende nicht beruflich unterwegs sind, so etwa am Sonnabend Vormittag, gehen Sie gemeinsam mit Ihrer Frau zu einer Paarberatung bei einem guten Paar- und Familientherapeuten, der sie beide dabei unterstützt die Probleme in ihrer Paarbeziehung zu lösen.

Adressen finden sie hier

 

www.familientherapie.org

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 16. Oktober 2009 00:14

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Kein Vertrauen zur neuen Freundin

 

Liebes Team,

vor wenigen Wochen lernte ich eine Frau kennen, Anfang 30, ich selbst bin Mitte 20. Von Anfang fand ich sie sehr reizvoll und wollte sie näher kennen lernen. Sie ging darauf ein, sagte aber, dass sie wegen des Altersunterschieds nicht sicher sei, ob sie eine Beziehung wollte oder nicht. Ich wollte ihr die Zeit geben, das zu entscheiden. So trafen wir uns einige Male und es war dabei schon fast so, als wären wir zusammen. Ich hatte bei ihr das Gefühl, endlich glücklich werden zu können.

Bis auf ein befreundetes Pärchen wollte sie die Beziehung jedoch noch nicht bekannt machen, es war ja auch noch nicht fest. Nach 3 Wochen ungefähr bohrte ich dann nochmal näher nach und da meinte sie plötzlich, dass es gar nicht der Altersunterschied war sondern sie eigentlich nicht verliebt in mich war wie ich in sie. Das war ein harter Schlag, aber ich zeigte ihr nicht, wie gekränkt ich war. In den folgenden Tagen erzählte sie mir auch, dass sie vorher schon Beziehungen zu Männern hatte, die gebunden waren. Auch das war nicht das, was ich gerne hörte. Als sie mir Fotos ihrer Familie vom Handy zeigte, war plötzlich ein Foto eines Mannes dabei, das sie aber schnell wegdrückte. Erst als ich sie darauf ansprach erzählte sie, dass sie mal mit diesem verkuppelt werden sollte. Es gab auch andere "Kleinigkeiten", z.B. als wir das erste Mal miteinander intim wurden und ich sie am nächsten Tag fragte, warum sie mitgemacht habe, obwohl sie doch gar nicht verliebt sei, sagte sie nur, dass es wohl nur die Hormone waren. Bei einem anderen Gespräch redete ich mit ihr darüber, dass es schön wäre, ein Haus mit Garten, Kindern und Hund zu haben. Auf meine Nachfrage hin meinte sie dann aber nur, sie würde jetzt nur "rumspinnen" und das gar nicht ernst meinen.

Ich habe mich dann zurückgezogen, weil ich mit alldem nicht klar komme. Erst jetzt plötzlich fällt ihr ein, dass sie wohl doch etwas von mir wollte. Aber ich denke, ich kann mit dieser Frau keine ernsthafte Beziehung führen. Ich möchte eine Beziehung mit einer Frau, der ich vertrauen kann und auch schon an Zukunft denken kann.

Ich bin mir unsicher. Reagiere ich zu heftig und stelle ich mich an? Oder scheint diese Frau tatsächlich jemand zu sein, der ich besser aus dem Weg gehen sollte? Wie soll ich mich verhalten?

Viele Grüße

...

 

 

 

Hallo ...,

Sie sollten, nicht gleich bei der erst besten Schwierigkeit nach ein paar Wochen die Flinte ins Korn werfen. Wenn das die Menschen immer so gemacht hätten, würden wir heute noch in der Höhle sitzen und draußen die wilden Tiere.

Ein wenig Ausdauer und Frustrationsbereitschaft kann sicher nicht schaden, wenn mehr entstehen soll, als nur eine flüchtige Bekanntschaft.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 4. September 2009 22:10

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Muttersohn

 

Hallo,

ich bin etwas verzweifelt.

Seit einem Jahr bin ich mit einem Man zusammen, der 48 Jahre alt ist und bis heute bei seinen Eltern lebt. Er lebt nicht nur in einem gemeinsamen Haus mit ihnen, sondern alle Lebensbereiche sind vermischt und er hat die Partnerrolle gegenüber seiner Mutter inne, während sein Vater eine passive Rolle hat.

An unsere Beziehung hat er enorme Ansprüche und konkrete Vorstellungen, obwohl er noch nie in einer Beziehung gelebt hat (außer der zu seiner Mutter).

Anstatt sich nun angesichts der neuen Beziehung zu mir eine eigene Wohnung zu suchen, bleibt er in dem Elternhaus, bezieht zwar ein eigenes Zimmer, wird aber weiter Küche und Bad teilen.

Ich selbst wünsche mir als Voraussetzung für unsere Beziehung Privatsphäre, die bei mir gegeben ist, bei ihm aber nicht. Er möchte nicht allein leben und hofft darauf, aus dem Hotel Mama direkt mit mir zusammen ziehen zu können.

Inzwischen denke ich, das beste ist, sich zu trennen, weil ich eine sehr undankbare Rolle in dem ganzen Stück habe. Ich kann und möchte seine übersteigerten Erwartungen nicht erfüllen, auf der anderen Seite darf ich aber keine eigenen Ansprüche stellen.

Zudem denke ich, dass eine Loslösung von der Mutter, die Voraussetzung für eine Beziehung ist und dass mit dem Weiterwohnen dort dieser Schritt nicht vollzogen wird.

Ich habe nun beschlossen mich mehr um meine Bedürfnisse zu kümmern und eigene Vorhaben zu verfolgen, da ich bei ihm nur gegen eine Wand rede.

Wenn ein Mann sich nicht von der Mutter lösen will, habe ich als Frau keine Chance, oder?

Gruß ...

 

 

 

 

Hallo Frau ...,

 

Sie schreiben.

"Wenn ein Mann sich nicht von der Mutter lösen will, habe ich als Frau keine Chance, oder?"

 

Nun, eine Chance haben Sie schon, denn irgendwann stirbt die Mutter eine natürlichen Todes und dann steigen die Chancen, dass der Sohn sich Ihnen stärker zuwendet. Sie werden dann seine Ersatzmutter sein.

Aber auf gleicher Augenhöhe werden sie sich wohl nie begegnen, denn so gut wie seine Mutter, werden Sie es wohl nie schaffen und der Mann wird den Teufel tun, sich von seiner Mutter zu lösen.

 

Wenn Sie von dieser Zukunftsperspektive nicht begeistert sein sollten, lassen Sie doch einfach den Mann weiter mit seiner Mutter verheiratet sein und gehen Ihren eigenen Weg.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Montag, 13. Juli 2009 11:49

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Problem des Umgangs mit "Heilige und Hure"

 

Hallo. Ich habe wohl den "Heilige" und "Hure"-Komplex. Evtl. bin ich auch sexsüchtig. Ich bin seit knapp 7 Jahren mit einer wundervollen Mädchenfrau zusammen – und habe seit knapp 3 Jahren eine Affäre mit einer „Plastikfrau“. Seit ungefähr der selben zeit habe ich auch keinen Sex mehr mit meiner Partnerin- außer das ich sie ab und an per Hand befriedige. Die Affäre und meine Freundin wissen jeweils nichts voneinander und die Affäre sieht sich selbst als meine Partnerin. Wenn ich am Wochenende nicht bei dieser sein kann „arbeite“ ich, was mir als freier Projektentwickler (das bin ich für sie) auch gelingt. Ich bin aber nur ein halbtags Angestellter und leiste Bürodienste u.ä. . Also eher etwas unspannendes.. Im Kern aber ist die Plastikfrau an sich nicht mein Typ von Frau, doch erfüllt sie mir meine sexuellen Phantasien, die sich durch den regelmäßigen Konsum von Sexfilmen in mir angestaut haben. (Sehe ich immer noch regelmäßig und komme nicht davon weg.)

Kennengelernt habe ich meine Freundin als Brieffreundin vor gut 14 Jahren. Sie hat mich durch viele Tiefen meines Lebens bereits begleitet und hilft mir immer wieder auf. Ich bin auch sehr gerne für sie da und lebe gerne mit ihr. Sie hält zu mir und ist einfach da. Sie ist einfach etwas ganz Besonderes.

...

... Ich hatte mit 21 den ersten Sex und meine erste Freundin. Jetzt bin ich 31 und habe mit knapp 8 Frauen geschlafen. Früher als Teenager war ich wohl wenig attraktiv, mach erst seit gut 10 Jahren Sport und achte mehr auf mich. Dadurch haben sich wohl dann mehr Frauen für mich interessiert. Kann sein, dass ich nun immer noch innerlich daran glaube, etwas verpasst zu haben bzw. es immer noch zu tun…Meine erste Freundin hat mich wohl auch in der Schlussphase betrogen; weiß nicht ob das einen „Gegenknacks“ ausgelöst hat. .

Ich will mich schon seit Langem aus der Affäre lösen, doch gelingt es mir nicht.

Gehe mit meiner Partnerin selten weg und dann auch meist nur im Freundeskreis, da das Zusammentreffen mit aufgestylten Frauen mich erregt und mich traurig macht, da sich fast sofort mein gewissen meldet. Wenn ich bei der Affäre bin ich wie im rausch, der kurz nach dem Orgasmus abrupt versiegt und mich traurig werden und von der Frau flüchten lässt. Ich vermisse meine Freundin tagsüber und auch, wenn ich länger als einen Tag von ihr räumlich getrennt bin. Ich liebe sie. Dem bin ich mir sicher – nur begehre ich sie wohl nicht mehr, da anfangs alles schön zwischen uns lief. Bis auf ihre Haarfarbe ist sie eher mein Typ. Die andere ist sehr kurvig, sehr aufreizend gestylt,.

Es belastet mich sehr, sehr stark und ich komme wohl da allein auch nicht raus, da ich mit meinen Freunden nicht darüber sprechen kann. Was ich weiß ist auch, dass ich mit meiner Freundin zusammen bleiben möchte ...

.

Herzlichen Dank und Grüße!

...

 

 

 

Hallo Herr ... ,

 

ich habe Ihre Nachricht gelesen.

Und wie soll es nun weiter gehen? Oder wollten Sie mich zu dem Thema etwas fragen?

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 14. August 2009 21:20

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Anfrage

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

ich sitze hier vor einem Scherbenhaufen und denke darüber nach, wie und ob ich die Beziehung zu meinem Freund (Ex-Freund?) noch retten kann oder sollte. Wir haben uns vor 8 Jahren kennen gelernt, das erste Kind war 1 Jahr danach da, das zweite 2 Jahre später. 

Ich habe sein Interesse zu mir anfangs angezweifelt und war mir unsicher aufgrund meines eigenen schwachen Selbstvertrauens. Vor unserer Zeit war er lange als ... in Indien, etc. unterwegs und hat seinen Freiheitsdrang ausgelebt. Jahrelang habe ich an ihn geglaubt, auch daran, dass er mit seinem Studium doch irgendwas anfangen kann, weil er nicht dumm sondern charmant und redegewandt ist. Ja ich habe ihn angehimmelt wie ein Groupie! Aber schon früh ist mir aufgefallen, dass er extrem auf Kritik reagiert, so als würde ich ihn komplett infrage stellen. Dabei waren es nur Kleinigkeiten, nicht abgeräumte Teller, liegen gelassene Klamotten etc. - Dinge, die er allerdings, je größer unsere Kinder wurden, an diesen oft auf extreme Weise kritisiert hat. Vor allem unsere große Tochter hatte es bei ihm schwer. Im Dezember 08 hatte ich nach 9 Monaten harter Diplomarbeitsphase meinen Abschluss als ... in der Tasche. Anschließend, so hatten wir ausgemacht, halte ich ihm den Rücken frei, sodass er sein Studium beenden kann. Im Februar habe ich einen 20-Stunden Hiwi-Job angenommen, habe mich um Kinder und Haushalt gekümmert. Doch bald habe ich gemerkt, dass er nicht vorwärts kommt und in eine Prokrastination verfällt. Letztendlich hat er dann von früh bis spät vor dem Computer gehangen, für seine Arbeit nichts und kaum etwas für den Haushalt getan. Er war gereizt und fahrig und in meinen Augen, war er fast schon in einer Depression. Ich habe ihm meine Hilfe angeboten, ihm vorgeschlagen, er solle sich eine Beratung suchen, er hat aber nichts davon in Anspruch genommen. 

Im Juni habe ich mich dazu entschlossen, es mit einem Lehramtsstudium nochmal zu versuchen, da meine Berufsaussichten als ... mit Familie nicht so toll sind. Da ich kein Bafög mehr bekomme und 500 Euro Zweitstudiengebühren hätte zahlen müssen, habe ich einen Job als ... angenommen. Insgesamt war ich für das Studium nur 3 Tage weg. Dass mein Vorhaben unrealistisch war, habe ich schnell gemerkt und mich nach einem Semester wieder exen lassen. Für ihn, sagt er im Nachhinein, war die Entscheidung für dieses Studium ein Zeichen, dass er mir egal ist und ich ihn nicht mehr unterstütze. Aber ich hatte und habe so die Nase voll, von diesem ewigen Sparzwang. Seit Mai bekommt er nun kein Bafög mehr und geht in der ... arbeiten, womit er auf maximal 400 Euro kommt und dafür auch am Wochenende oft nicht da ist. Sein Studium hat er für sich im November abgebrochen, hat sich aber noch nicht exmatrikuliert. Aufgrund dessen hat er kein Anspruch auf HartzIV, was er auch nicht beantragen wollte, um keine Bewerbungen schreiben zu müssen. Er hat sich immer um die Beantragung von Wohngeld, Kinderzuschlag etc. gekümmert und das Geld auf sein Konto überweisen lassen. Ich habe die Augen zugemacht vor der Erkenntnis (die ich schon länger hatte), dass er dieses Geld als sein Einkommen und den Akt des Beantragens als seine Arbeit definiert. Es hat mich extrem unglücklich gemacht, dass ich in einem Job gefangen war, der mir überhaupt keinen Spaß macht, für den ich überqualifiziert bin und wo ich extrem gestresst war. Hinzu kam die immer noch große Belastung durch Kinder, Haushalt und unsere finanzielle Situation. 

Er hat Pläne. ... , Reiseleiter, was weiß ich. Einen besser bezahlten Job mit regelmäßigen Arbeitszeiten hat er nicht angenommen. Er ist 33 Jahre alt und hat nur ein Abitur. All das hat mich, auch in Hinblick auf unsere Zukunft stellenweise so runtergezogen, dass ich manchmal dachte, wenn ich jetzt über die Straße gehe und ein Auto kommt, ist das auch o.k. Irgendwann habe ich kein Verständnis mehr dafür aufbringen können. Ich habe immer wieder versucht, mit ihm zu reden, habe ihn ignoriert, wollte ihn rausschmeißen und hatte auch nach Wohnungen geschaut. Alles Versuche, ihn zum Nachdenken und Ändern zu bewegen. Aber meine Gefühle zu ihm, sind und waren einfach stärker als der Verstand. Er hat meine Ablehnung und meine Unzufriedenheit gespürt und gibt mir daher die Schuld für das was jetzt passiert ist. In seinen Augen habe ich mich illoyal verhalten, da ich ihn nicht mehr vor anderen Leuten (z.B. seinen Eltern) schütze und sie anlüge, sondern auch vor ihnen meine Meinung zu seinem Verhalten sage. Er hat sich immer mehr von uns entfernt, ich konnte dabei richtig zusehen. Und vor einigen Wochen habe ich dann gespürt, dass da noch was anderes ist. Kurz vor der Schuleinführung unserer kleinen Tochter, habe ich ihn darauf angesprochen und er hat mir meinen Verdacht bestätigt. Er sagte, er sei sich nicht über seine Gefühle sicher, aber es fühlt sich an, als sei er verliebt und er weiß nicht, ob sich seine Gefühle mir gegenüber wieder ändern werden. Er sagt, er hat keine Kraft mehr, mich ständig aus meinen Depries zu ziehen, er kann meine Erwartungen nicht erfüllen, ich wäre zu ungeduldig und würde alles auf einmal wollen, ich würde nicht erkennen, wie sehr er sich um mich und die Kinder gekümmert hat. Er ist früh´s aufgestanden, dass ist mir aufgefallen und er sagt, er habe dokumentiert, dass er das ein halbes Jahr lang gemacht hat. Für mich waren es vielleicht 4 Wochen. Er erkennt nicht, dass das nicht das Hauptproblem ist.

Nachdem ich jetzt eine Woche durch die Hölle gegangen bin, habe ich ihn vor einer Woche rausgeschmissen und ihm gesagt, er soll für 3 Wochen komplett von der Bildfläche verschwinden. Ich will nicht, dass er Kontakt zu den Kindern aufnimmt aber die Kinder können dies jederzeit tun, wenn sie das möchten. Er hat als Retourkutsche das Auto mitgenommen (Führerschein seit 3 Wochen, von Papi bezahlt). Er weigert sich, mir das Wohngeld (Nachzahlung der letzten 4 Monate) zu überweisen, redet von Machtspielchen und Schikane. Ich habe ihm gesagt, dass ich Unterhaltsvorschuss beantragen werde, um ihm klar zu machen, dass das für ihn Schulden machen bedeutet. Er denkt, das macht mir Spaß und dass ich ihn damit fertig machen will, dabei weiß ich nicht mal, wovon ich diesen Monat die Miete bezahlen soll! Dabei will ich doch nur, dass er aufwacht und seinen eigenen Fehlern mal ins Auge blickt! 

Ich bin mir sicher, dass ich auch ohne ihn klar komme, schließlich war er während unserer Beziehung längere Zeit in ... , aber das will ich gar nicht! Wir waren mal so ein tolles Team und er ein liebender Partner und aufopfernder Vater. Ich denke mittlerweile, er ist ein Narzisst. Ich aber bin im Laufe unserer Beziehung selbstbewusster geworden und meine Illoyalität ist für ihn kein Antrieb etwas zu ändern, sondern mich zu "hassen?". Er schreibt die Schuld für sein eigenes Versagen mir zu, genauso wie sein Fremdgehen. Die einzige Chance sehe ich daher erstmal in einer kompletten Kontaktsperre (wie gesagt, nicht von Seiten der Kinder her und ich ermutige sie sogar, sich mit ihrem Vater in Verbindung zu setzen), sodass er wieder zu Verstand kommt und erkennt, dass er ein Problem hat. Ich weiß nur nicht, ob das was bringt, überhaupt noch zu hoffen! Dieser Gedanke macht mich einfach wahnsinnig. Obwohl ich finde, dass ich schon so etwas, wie einen kleinen Sieg errungen habe, als er mir aufgrund meiner Ablehnung ihm gegenüber vorwarf, ich könnte doch die schöne Zeit der vergangenen 8 Jahre nicht komplett verleugnen.

Also wenn Sie noch irgendwelche Tipps und "Tricks" haben, mit dem ich ihn dazu bringen kann über sich nachzudenken, dann her damit. Ich habe Angst davor, wenn ich genauso eiskalt zu ihm bin, wie er zu mir, dass ich ihn damit nur mehr wegtreibe. Ich habe Angst davor, ihm entgegenzukommen, weil ich denke, dass er den Druck braucht. Eigentlich weiß ich gar nicht, wie ich mich verhalten soll, ob mein bisheriges Tun und Handeln richtig war und ob ich überhaupt noch darauf hoffen soll, dass er wieder Teil dieser Familie wird.

Vielen Dank für Ihre Antwort

...

 

 

 

 

Hallo Frau ... ,

schlagen Sie Ihrem Ex-Freund einfach vor, dass er gerne mal zu mir in die Beratung kommen kann. Da sind bei dem einen und bei dem anderen schon wahre Wunder passiert, an die man vorher im Traum nicht geglaubt hätte.

 

Doch manche lieben, so wie Odysseus, große Umwege und absolvieren in zehn Jahren das, was sie bei mir in 3 Monaten schaffen könnten. Frei nach dam Motto, das Wandern ist des Müllers Lust oder der Weg ist das Ziel.

Manche kommen vor lauter Umwegen sogar niemals an oder fahren mit dem Auto gegen einen Baum, springen vor dem Zug oder trinken sich um den letzten Verstand, nur um zu beweisen, dass ja doch alles keinen Zweck hat und der andere im Unrecht ist.

 

So oder so, er geht seinen Weg und Sie den Ihren. Da ist es dann sicher auch nicht schlecht, wenn Sie sich auf Ihrem Weg die eine oder andere Unterstützung suchen. Das tut dann nicht nur Ihnen, sondern auch den Kindern gut, wenn diese eine lebensfrohe Mutter haben. 

 

Beste Grüße

 

 

Peter Thiel

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Mittwoch, 20. Mai 2009 11:01

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Blicke

 

Hallo,

 

Ich (37) habe im Internet recherchiert und bin auf diese Seite gestoßen.

Meine Frage bezieht sich darauf, dass es passiert, dass mein Blick auf anderen Frauen hängen bleibt und meine Freundin (27) das mitkriegt. Sie ist davon sehr enttäuscht und verletzt und vor allem die Tatsache, dass ich nicht darüber sprechen kann sondern völlig blockiert bin, lässt es sie sehr ernst nehmen. Für sie ist das keine Liebe, wenn ein Mann das nötig hat und dann nicht mal offen darüber sprechen kann. Sie hat mich schon oft darauf hingewiesen und immer hat es unsere Beziehung sehr belastet, dass ich einfach sprachlos und verkrampft war und ihre Frage, warum ich das tue, obwohl ich es angeblich nicht brauche, nicht beantworten konnte. Jetzt ist es wieder passiert und es ist ganz kurz vor dem Ende, wenn nicht sogar zu spät. Sie ist schon so weit und ist sehr, sehr verletzt. Es ist etwas in ihr gestorben, sagt sie. Sie sagt, mit mir auszugehen ist eine Qual und das Verhalten ist so erniedrigend und respektlos für sie.

Ich kann mir das selber nicht erklären. Ich brauche das nicht, denn ich bin so überglücklich an Ihrer Seite und mit ihr erlebte ich die mit Abstand schönsten und erhabensten Momente meines Lebens. Und diese schönen Momente bestätigt sie auch. Wir haben immer wieder über Kinder nachgedacht, auch nicht mehr verhütet. Und trotzdem begleitet mich das Thema auch von Schritt auf Schritt und lässt mich verkrampfen und so oft unlocker sein.

Mir tut es sehr leid und selber sehr weh. Mangelnde Liebe kann nicht der Grund sein, denn was ich für sie empfinde ist so erhaben und war mir bis dahin unbekannt.

Aber ich kann sie so verstehen, für sie ist es fremd gehen.

 

Wir sind seit 2 Jahre zusammen. Vorher war ich in einer 10 jährigen Beziehung, wovon die letzten 5 Jahre Ehe waren. Die Scheidung und mein Umgang damit, der ähnlich verkrampft und ungeradlinig und teilweise lügnerisch war, waren ein zweiter Grund für ihre Verletztheit.

Ich würde mir und ihr so gerne antworten, warum das passiert, obwohl ich es gar nicht will und auch nicht brauche, denn im Gegensatz zur Ehe bin ich so glücklich mit meiner Freundin was alles betrifft, Interessen, Humor, Sexualität usw..

Es wäre eine Katastrophe, wenn diese Liebe an diesen beiden Themen scheitern würde. Ich fühle mich in einem Dilemma. Sie sagt, sie hat jeglichen Respekt vor mir verloren.

 

Können sie mir helfen und einen Ansatz geben? Warum tue ich das, obwohl ich das doch gar nicht will?

Sind vielleicht folgende Tatsachen von Wichtigkeit?

 

- Dass ich vor dieser Beziehung noch nie ein wirkliches Sexualleben hatte? Mit meiner Ex-Frau klappte es schon von Anfang an nicht richtig und die letzten 4 Jahre passierte rein gar nichts mehr. Jetzt allerdings ist es wundervoll und auch meine Freundin bestätigt das. Wäre das nicht so, könnte ich mir ja vorstellen, dass das der Grund wäre.

- Meine Mutter starb als ich 28 war. Das war auch der Anlass meiner Hochzeit. Sie sollte es noch erleben.

- Ich war schon immer sehr schüchtern und erste Erfahrungen mit Frauen gab es erst ab 17/18.

 

Ich freue mich auf eine Antwort, jedes Mittel, dieses Problem zu lösen, ist willkommen. Aber ich weiß auch, dass nur ich es ändern kann. Ich glaube, dass die Lösung dieses Problems eine erfolgreiche Zukunft der Beziehung verwirklichen kann. Es sei denn, die Wunden sind schon zu tief.

 

Mit freundlichen Grüßen

...

 

 

 

 

Hallo Herr ... ,

es scheint mir erst einmal nicht ungewöhnlich, wenn Ihr Blick in Gegenwart Ihrer Freundin bei anderen Frauen hängen bleibt. Offenbar ist in diesem Moment Ihr Blick zu einer anderen fremden Frau mit mehr Energie besetzt, als der mögliche Blick zu Ihrer Freundin. Womöglich ist Ihnen Ihre Freundin zu nah, so dass Sie mit Ihrem Blick auf weiter entfernt liegende und damit ungefährlicher erscheinende Objekte ausweichen.

Stellen Sie sich vor, Sie würden mit Ihrem Hund spazieren gehen, einem Hund den Sie sehr lieben. Warum sollten Sie bei diesem Spaziergang nicht auch Frauen anblicken? Der Hund nimmt Ihnen das allerdings im Gegensatz zu Ihrer Freundin nicht übel. Da kann es nicht verwundern, dass viele Menschen ihren Hund mehr lieben als ihren Partner, der immer so kompliziert und anspruchsvoll ist.

Dass Sie mit ihrer Freundin über Ihr Verhalten nicht sprechen, wundert mich nicht, denn wenn Sie es täten, würde dies wohl in einer mittleren Katastrophe enden, weil Ihre Freundin mit Sicherheit keine neutrale oder wohlwollende Zuhörerin wäre, sondern Ihnen statt dessen vermutlich gleich die Augen auskratzen würde. Warum sollten Sie also Ihr Augenlicht riskieren, nur damit Sie dann hinter hersagen können, Sie hätten sich ausgesprochen? Ebenso gut könnten Sie sich auch mit dem Hammer auf den Daumen hauen und dann meinen, Sie hätten damit etwas für den Weltfrieden getan.

 

 

Sie schreiben:

"Warum ich das tue, obwohl ich es angeblich nicht brauche"

1. Warum Sie das tun, obwohl Sie es angeblich nicht brauchen, können Sie sicher selbst beantworten. Vielleicht gefallen Ihnen andere Frauen, vielleicht wollen Sie von den anderen Frauen in Gegenwart Ihrer Partnerin gesehen werden, vielleicht ist Ihnen Ihre Freundin zu nah, oder oder oder. Irgend einen oder mehrere Gründe wird es geben, warum Sie in Gegenwart Ihrer Freundin zu anderen Frauen intensive Blicke zuwerfen. Selbst der Schizophrene hat seine Gründe, dies oder jenes zu tun. Er ist nur zu verwirrt um sich seiner Motivationen bewusst zu werden oder über seine Motivationen mit anderen zu sprechen.

Auch das Verhalten sogenannter Verrückter kann ist bei näherem Hinsehen, verständlich werden.

Watzlawick erzählt in seinem Buch "Anleitung zum Unglücklichsein" die Geschichte vom verscheuchten Elefanten: 

 

Ein Mann klatscht aller 10 Sekunden in die Hände. Nach dem Grunde für dieses merkwürdige Verhalten gefragt, erklärt er: 

Um die Elefanten zu verscheuchen. 

Elefanten? Aber es sind doch hier gar keine Elefanten.

Darauf der Mann. Na also, sehen sie.

 

 

2. Brauchen tun wir vieles nicht, denken wir und sind trotzdem oft damit beschäftigt, noch dieses oder jenes zu bekommen. Noch eine Lebensversicherung, noch eine Fernsehsendung mit Dieter Bohlen, noch eine Flasche Bier, noch ein Stück Torte, noch mehr Geld, noch eine Schmeichelei. Manche sammeln Briefmarken, bedruckte Bilder mit Zacken, die zu nichts mehr nütze sind also sie zu haben oder zu tauschen. Manche sammeln Schläge oder Niederlagen und können sich auf diese Weise immer wieder bestätigen, dass die Welt böse ist und man selbst ein armes Opfer. 

Der Messie sammelt alte Gegenstände, die kein anderer mehr haben will. Für den Messie ist der alte Plunder ein Schatz, der ihm dabei helfen soll, seine Angst vor menschlichem Kontakt, vor Einsamkeit und vor Verlust in den Griff zu bekommen. Möglicherweise sind Sie auch so eine Art Messie, ein Blickemessie. Sie sammeln Blicke, wie andere Leute Briefmarken oder Urlaubserinnerungen. Das zu tun oder nicht zu tun steht ihnen frei, in dem sie sich mit ihrem Impuls gerade dies oder jenes zu tun, identifizieren oder nicht identifizieren. 

 

Sie können sich aber auch verändern, jeden Tag ein kleines oder großes Stück. Finden Sie Ihre Mitte, finden Sie Ihre Kraft, finden Sie Ihr Ja zum Wandel. Halten Sie sich fest und lassen Sie sich los.

Sagen Sie ja und sagen Sie nein.

Versuchen Sie nicht fest zu halten, was sich nicht festgehalten werden kann, die Luft, das Wasser, die Zeit und die Liebe.

Nehmen Sie den Wind wahr, das Rauschen der Blätter, das Lachen des Kindes, das bremsende Auto, den schimpfenden Nachbarn, den wippenden Busen einer vorübergehenden Frau - ohne sich damit zu identifizieren, ohne sich damit zu verbinden. Nehmen Sie wahr und lassen Sie los, atmen Sie ein und atmen Sie aus. So wie das Meer sich im Rhythmus von Ebbe und Flut bewegt, so wie der Frühling auf den Winter, der Sommer auf den Frühling, der Herbst auf den Sommer und der Winter auf den Herbst folgt, so wandeln Sie sich, lassen Nähe zu und entfernen sich, wenn die Zeit gekommen ist.

Zur möglichen Lösung ihres Problems empfehle ich Ihnen, die buddhistische Kunst der Mediation kennen zu lernen. Vielleicht dass Sie an einem Mediationskurs teilnehmen, vielleicht dass Sie einen  Qi Gong Wochenendworkshop besuchen.

Der Atem kommt, der Atem geht, der Asthmatiker hält fest, der Mann in der Mitte lässt es fließen und folgt dem Strom des Lebens.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 7. April 2009 09:53

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Zuviel Pornos schlecht für Beziehung?

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

mein Freund (36) und ich (40) sind seit 2 Jahren zusammen. Nachdem wir anfangs häufig und leidenschaftlich Lust aufeinender hatten, habe ich gemerkt, dass sich mein Partner nach einigen Wochen sexuell stark zurückzieht (Sex-Frequenz 2x / Monat). Nun sind wir seit 6 Monaten in Paartherapie (wegen diverser Themen) und vor einem halben Jahr hab ich dann gesagt "was brauchst, um mit mir über Sex zu sprechen?". 

Er hat dann gesagt er möchte auch mit anderen Frauen Sex haben und er schaue

sehr regelmäßig, teils 3-4x am Tag Pornos im Internet. Er sei ein Mensch, der sehr viel Abwechslung brauche. Er plant mit mir (und meinem Sohn, 6 J.) unsere Zukunft, er möchte mit niemand anderem zusammen sein, aber "es gäbe kein Prickeln". 

Ich habe relativ zu Anfang patzig auf sein "schau - schöne Wäsche" reagiert, weil er sich zu diesem Zeitpunkt bereits sexuell zurückgezogen hatte und ich dachte "keine 2 Monate und der braucht schon Zusatzreize". Er sagt er glaube er hätte mehr Lust auf mich, wenn er auch mit anderen Frauen ins Bett gehen "dürfte" - und er denkt die Pornos tun unserem Sexleben nicht gut. Er kenne das Thema "keine Lust auf die eigene Frau" seit mehreren Beziehungen (die max. 2 Jahre dauerten) und er schaue seit gut 8 Jahren Pornos. 

Nun hatte ich ihm die letzen 5 Monate einen "Freibrief" für Sex mit anderen erteilt - den ich nun wieder zurückgenommen habe, da ich es (im Kopf) nicht aushalte. Anscheinend hatte er aber gar keinen Sex mit anderen Frauen.

Seinen Pornokonsum hat er m.W. nicht eingeschränkt. Er muss das wegen mir auch nicht aufgeben, aber wenn es etwas mit unserem Sexleben zu tun hat, hätte ich gerne, dass er es mal eine Zeit "ohne" versucht - ist das zuviel verlangt?

Ich fühle mich seit 2 Jahren immer unattraktiver und unglücklicher.

Für mich fühlt es sich an, als stelle ich das heimelige, kuschelige Nest - Lust lebt er mit sich oder ? Gleichzeitig wollte ich all das Schöne, das wir miteinander haben, lange nicht hergeben. Nun habe ich momentan das Gefühl, ich muss aufgeben.

Denken Sie, wir haben noch eine Chance oder muss ich gehen?

Mit herzlichem Dank!

 

 

 

 

Hallo Frau ... ,

eine Chance gibt es immer. Aber gehen kann man auch. Die Entscheidung so oder so kann Ihnen jedoch keiner abnehmen.

Was hier hilft, ist Gelassenheit und Authentizität. Gelassenheit, um mich sich selbst einverstanden zu sein. Authentizität, um dem anderen Entwicklung zu ermöglichen.

 

Ich denke, Sie können beides.

 

 

Beste Grüße

 

 

Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Montag, 9. März 2009 16:00

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Beziehungsprobleme wegen Aktbildern

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

ich wende mich in folgender Angelegenheit an Sie. Über eine baldige Antwort würde ich mich sehr freuen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Martha Riedel

 

 

 

Ich (Anfang 30) bin seit 5 Jahren mit einem 11 Jahre älteren Mann zusammen, der zuvor 10 Jahre lang in einer anderen Beziehung war. Diese Frau trennte sich von ihm, warum weiß ich nicht genau. Ich weiß nur aus seinen Schilderungen, daß für ihn eine Welt zusammen brach und daß die Beziehung zu bröckeln begann, als seine Exfrau herausfand, daß er sich heimlich Pornos anschaute, nachdem sie mehrfach versucht hatte, solche Filme mit ihm anzusehen und er sich wohl immer mit den Worten weigerte "Das gehört nicht in eine intime Beziehung zwischen Mann und Frau". 

In solchen Dingen war ich sonst nie prüde. In meiner vorherigen Beziehung habe ich mit meinem Partner auch ab und zu unproblematisch solche Filme angesehen. Meinen jetzigen Partner fragte ich, ob er so etwas gern mit mir angucken möchte. Er sagte, es gehöre nicht in die Beziehung, er mache das nicht mehr und brauche das auch nicht mehr, da könne ich ihm vertrauen. Vor 1,5 Jahren entdeckte ich per Zufall an seinem Computer 100e Internet-Bilder mit nackten Frauen, vornehmlich dunkelhaarig mit großen Brüsten, das totale Gegenteil von mir (blond, sportlich, 75 B). Die Bilder schaut er sich immer heimlich an, wenn ich nicht da bin. Ich stellte ihn zur Rede, zum einen, weil ich diese Bilder viel intimer fand als einen Porno und mich in meiner Persönlichkeit angegriffen fühlte, weil ich nun das Gefühl hatte "nicht zu genügen", auch, weil ich ein sehr eifersüchtig bin, zum anderen, weil er in den Gesprächen zuvor an mein Vertrauen appelliert hatte und ich ihm nun nichts mehr glaubte.

Es kam zu einem Eklat, er versuchte erst abzustreiten und sagte irgendwann, wir werden das Problem nie lösen. Wir nahmen zunächst eine Auszeit, fanden dann wieder zusammen. Wir versuchten ein paarmal über die Sache zu reden. Entweder sagte mein Freund dann, er mache es nicht mehr oder wir stritten wieder. Das Problem blieb aber. Ich fing an, regelmäßig in seinem Computer zu gucken, ob er wieder an den Bildern war. Er tat es regelmäßig, ca. 2-3x pro Woche. Meine Verletzungen, die ich jedes Mal empfand, ließ ich ihn immer spüren. Er hatte zwar ein schlechtes Gewissen, und erklärte, er verstehe, was die Bilder in mir auslösen, änderte jedoch nichts. Zu einer Lösung kamen wir auch nicht. In letzter Zeit wird es bei mir immer schlimmer. Ich ertrage es nicht mehr, wenn er auch nur in die Nähe des Computers geht, versuche, ihn in dieser Hinsicht zu kontrollieren und Gelegenheiten, bei denen er zu Hause allein ist und Bilder ansehen und mich dadurch wieder zu verletzen könnte, zu vermeiden. Ich ekele mich vor ihm, wenn ich weiß, daß er an den Bildern war, und kann nicht liebevoll zu ihm sein. Ich habe ihm gesagt, daß die Sache für mich sogar ein Trennungsgrund ist. Er sagt, das wäre mein gutes Recht, macht aber ansonsten immer nur dicht. Nun hat er sich wieder mehr dem Glauben (er ist Katholik) zugewendet und die Abstände, in denen er die Bilder anschaut, werden größer. Ich weiß trotzdem nicht mehr weiter. Zu seiner Verteidigung bringt er hervor, er mache das, seit er 14 Jahre alt war. Es habe nichts mit seiner Zuneigung zu mir zu tun. Häufig schaue er sich die Bilder an, wenn er "überschüssige" oder auch "negative Energie" habe. Ich thematisiere fast täglich die Bilder. Er hat gesagt, ich solle ihn damit in Ruhe lassen und er werde eine Lösung finden. Er öffnet sich aber nicht soweit, daß er mit mir zusammen nach einem Weg sucht. Mir reicht das nicht, ich will bzw. kann aus Eigenschutz nicht mehr warten, weil seit 1 1/2 Jahren nichts passiert und es mir dabei schlecht geht. Wie kann ich mit diesem Thema besser umgehen? Ist es normal, daß mein Freund sich diese Bilder in seinem Alter noch (so häufig) anschaut? Wie kann ich ihn davon losbekommen?

 

 

 

Hallo Frau ... ,

vermutlich können Sie Ihren Freund gar nicht "davon losbekommen", solange Sie probieren, ihn "davon losbekommen", denn er reagiert darauf allergisch und gräbt sich nur noch mehr ein, was Sie dann wiederum veranlasst, ihn doch noch erreichen zu wollen, worauf hin er sich noch mehr eingräbt, usw. usf. Das nennt man auch Stellungskampf.

Wahrscheinlich hat an Ihrem Freund - als er noch ein Junge war - schon seine Mutter ohne dauerhaften Erfolg an ihm rumgezerrt war und nun führt er mit Ihnen als Ersatzmama den Kampf des Jungen mit der Mutter weiter und kann sich bei der Gelegenheit bei Ihnen im nachhinein an seiner Mutter rächen. Das scheint ihm gut zu gelingen, er braucht sich nur Aktbilder aus dem Internet zu laden, die Sie dann zufällig entdecken und schon springen Sie auf auf seine unbewusste Provokation an, anstatt ihm das billige Vergnügen zu lassen, grad so wie man es anderen Menschen nachsieht, wenn sie Hunderte Bilder von Eisbär Knud auf ihrem Computer speichern, Sammeltassen oder Briefmarken sammeln - also kurz gesagt ein wenig zwanghaft sind - um sich so von den sie bedrängenden Konflikten abzulenken oder zu beruhigen.

 

Sie könnten sich natürlich von Ihrem Freund trennen, was Sie aber wohl nicht wollen und so ist der Vorschlag einer Trennung wohl nicht sehr hilfreich.

 

Bleibt noch übrig, dass Sie aufhören mit Ihrem Freund um des Kaisers Bart zu kämpfen, dass Sie loslassen von Ihrer fixen Idee, ihn verändern zu müssen und dass Sie das Gute annehmen lernen, dass sich zwischen Ihnen beiden finden lässt.

 

Ich tu, was ich tu; und du tust, was du tust

Ich bin nicht auf dieser Welt, um nach deiner Erwartung zu leben,

Und du bist nicht auf dieser Welt, um nach den meinen zu leben.

Du bist du, und ich bin ich,

und wenn wir uns zufällig finden, - wunderbar.

Wenn nicht, kann man auch nichts machen.

 

Frederick S. Perls, "Gestalttherapie in Aktion"

 

 

 

Gutes Gelingen

 

Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von:

Gesendet: Freitag, 26. Dezember 2008 18:40

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Sex

 

Hallo.

ich bin 14 Jahre alt und habe eine penislänge von ca. 7,5 cm im erregten zustand und eine dicke von 2,5 cm. Ich wurde beschnitten und meine vorhaut ist ein bisschen an der eichel festgewachsen. Ich schäme mich für meinen kleinen penis. Trotzdem möchte ich bald mit meiner Freundin schlafen und wollte fragen ob ich sie überhaupt mit meinem kleinen und dünnen Penis befriedigen kann und ob es mir wehtut weil meine vorhaut angewachsen ist. Liebe grüße

 

 

 

Hallo ...,

erst einmal zur Beruhigung, es ist für keinen Jungen leicht, dass seine Partnerin bei den ersten Malen des Geschlechtsverkehrs auch befriedigt ist. Lustvolle gemeinsame Sexualität, das Zusammenspiel von männlich und weiblich, Junge und Mädchen, Mann und Frau, will gelernt werden, das ist nicht viel anders, als beim Standardtanz. Da geht auch niemand zum ersten Mal auf die Tanzfläche und schon klappt es. Mit der einen Tanzpartnerin klappt es vielleicht überhaupt nicht, weil die Chemie nicht stimmt oder man sich noch nicht gut genug kennen gelernt hat. Genau so ist es auch beim Sex oder in einer festen Beziehung.

Wenn die Chemie stimmt, dann ist das wichtigste vorhanden und bestimmte Einschränkungen. Behinderungen oder körperliche Merkmale werden dann weniger wichtig. So z.B. ein relativ kleiner Penis. Natürlich hat jeder Mann und jede Frau auch Vorstellungen und Erwartungen darüber, wies dies oder das sein müsste. Wenn diese Vorstellung oder Erwartung sich nicht erfüllt, so ist das zwar enttäuschend, aber nicht das Ende des gegenseitigen Interesses und damit der Beziehung.

Rein technisch kann man auch mit einem kleinen Penis eine Frau befriedigen, denn zum einen ist für eine Befriedigung viel mehr als ein Penis von Nöten, die Chemie, das Zusammenspiel, die Lustfähigkeit der Frau, etc. und zum anderen wird ein Orgasmus bei der Frau nicht allein dadurch ausgelöst, dass ein dicker und langer Penis in ihrer Vagina hin- und her gleitet. Wenn das so einfach wäre, gäbe es keine unbefriedigten Frauen, deren Männer zwar mit einem großen Penis ausgestattet sind, aber das was wirklich wichtig ist, bei beiden fehlt oder nicht behindert wird.

Ob die angewachsene vorhaut ein Problem bereiten könnte, können Sie leicht ausprobieren, in dem Sie mit der Hand eine künstliche Vagina formen und sich durch Rein und Rausschieben des mit Speichel angefeuchteten steifen Penis selbst befriedigen. Wenn das dabei weh tut, dann würde ich Ihnen empfehlen, mal einen Männerarzt oder Urologen aufzusuchen, damit der das genauer untersucht. Wenn es nicht weh tut, dann dürfte es auch beim Geschlechtsverkehr nicht weh tun. Wenn ausnahmsweise doch, dann ebenfalls einen Termin beim Männerarzt vereinbaren.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 14. Oktober 2008 14:55

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Loyalität

 

Hallo Sie,

ich bin von Ihrer Seite sehr beeindruckt und möchte die Gelegenheit nutzen, Ihnen von meiner Not zu erzählen. Vielleicht haben Sie eine Idee oder eine Inspiration für mich...

Von Oktober 07 bis Mai 08 hatte ich -45, seit 8 Jahren in fester Beziehung- eine heftige Affäre mit einer 25-jährigen ungebundenen Studentin. Diese Frau verkörperte im wahrsten Sinne meine großen Sehnsüchte in Richtung Weiblichkeit, Erotik und auch Spontaneität. Bedauerlicherweise konnte ich diese Liaison kaum genießen, weil mich mein schlechtes Gewissen unglaublich beschissen fühlen lies. Ich habe immer wieder versucht, das zu überwinden; ohne Erfolg.

Als ich erkannte, dass diese Affäre so nur destruktiv wirken kann, habe ich sie im Mai beendet. Anfang Juni hat mich die junge Frau dann bei meiner Freundin angeschwärzt; möglicherweise in der Hoffnung, mich auf diese Weise "zu befreien". Meine Freundin hat natürlich sehr verletzt und wütend reagiert, mich aber nicht verlassen. Wir wollten versuchen, diese Eruption für ein Aufräumen innerhalb unserer verkrusteten Strukturen zu nutzen und haben die schwere Krise meiner Ansicht nach auch einigermaßen bewältigt.

Was mich zur Zeit enorm belastet, ist eine Spaltung - so nehme ich es wahr- zwischen Liebe und Sexualität, die ich immer deutlicher wahrnehme. Ich liebe meine Freundin, aber mein sexuelles Interesse ist häufig bei der besagten jungen Frau, zu der ich seit Mai keinen Kontakt mehr hatte. Ich möchte hinzufügen, dass diese Affäre für mich auch Ausdruck der schon zuvor bemerkten Trennung zwischen Liebe und Sex war, aber keinesfalls der Grund. Allerdings wurde die Kluft dadurch verstärkt, dass ich real erfahren habe, was an Gefühlsintensität bei mir möglich ist. Ich bin auch keineswegs sicher, ob es sich ausschließlich um eine erotisch bedingte Spannung handelte, oder ob da nicht auch "viel mehr" war. Auf jeden Fall - gerade mit Blick auf Ihr ganz wundervolles Eingangsgedicht - habe ich derzeit das Gefühl, ich mache - egal was ich tue - einen Riesenfehler.

Ich will meine Freundin nicht verlassen, aber ich weiß auch nicht, wie ich mit ihr zusammen bleiben kann und dabei zufrieden bin....

irgendeine Idee?

Herzliche grüße aus ... nach Berlin

 

 

 

 

Hallo Herr ... ,

 

 

Danke für Ihr Lob.

 

 

Ich will Ihnen so antworten:

 

Die Quadratur des Kreises ist ein klassisches Problem der Geometrie. Die Aufgabe besteht darin, aus einem gegebenen Kreis ein Quadrat mit demselben Flächeninhalt zu konstruieren. Sie ist äquivalent zur so genannten Rektifikation des Kreises, also der Konstruktion einer geraden Strecke, die dem Kreisumfang entspricht. Beschränkt man die Konstruktionsmittel auf Lineal und Zirkel, ist die Aufgabe unlösbar. Dies konnte jedoch erst im Jahr 1882 vom deutschen Mathematiker Ferdinand von Lindemann bewiesen werden.

 

 

Die Quadratur des Kreises ist nur dann unlösbar, wenn man sich auf die Konstruktionsmittel Lineal und Zirkel beschränkt.

Ähnlich dürfte es auch bei Ihnen sein. Zufriedenheit bedarf des Einverständnissein mit dem was ist oder was noch werden kann. Wenn Sie das Licht am Ende des vermeintlichen Tunnel sehen könnten, dann wären Sie einverstanden und dies wäre eine notwendige, wenn auch nicht hinreichende Bedingung für Zufriedenheit, wie es der Mathematiker ausdrücken würde. Zufriedenheit in der Beziehung können Sie und Ihre Freundin sich erarbeiten, wenn der beiderseitige Wunsch besteht, Zufriedenheit herzustellen. Dies vorausgesetzt, werden sich Wege zur Zufriedenheit finden. Wenn es schwierig wird, nehmen sie sich für eine gute Begleitung einen geeigneten Bergführer, von dem sie sich zu gegebener Zeit dann wieder verabschieden können.

 

 

Beste Grüße

 

 

Peter Thiel

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 14. Oktober 2008 20:58

An: info@maennerberatung.de

Betreff: AW: Loyalität

 

Wow, was ne genial anmutende Antwort, Herr Thiel, ich werde länger brauchen, um das zu begreifen..

Ich danke Ihnen herzlich für die Mühe und die schnelle Reaktion. Einen "Bergführer" haben wir bereits; sogar einen Matterhorn-erfahrenen, aber mein Eindruck ist auch, dass der gute Mann eher etwas ratlos ist.. In seinen Augen sind wir ein "tolles Paar".

Ich wünsch´ Ihnen was.

... 

NS.: Ich bin fast froh, dass ich keine so supertrockene Antwort bekommen habe, obwohl ich mich -als Außenstehender, wohlgemerkt - natürlich prächtig darüber amüsieren kann.

 

 

 

Hallo Herr ... ,

 

Eine gewisse Ratlosigkeit ist hier vielleicht auch angemessen. Man muss es sich womöglich nur trauen diese auch zuzulassen.

 

Aber irgendwie löst sich der Stau erfahrungsgemäß auch irgendwann wieder auf. Bis dahin kann die Geduld aber ganz schön auf die Probe gestellt werden. Ein passabler Gesprächspartner kann in dieser Zeit ganz hilfreich sein, um nicht verrückt zu werden.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Mittwoch, 15. Oktober 2008 14:56

An: info@maennerberatung.de

Betreff: AW: Loyalität

 

Hallo Herr Thiel,

ich möchte meine Fragestellung gern erweitern 

Meine Mail hatte nicht umsonst die Titel "Loyalität". Ich laboriere seit vielen Jahren an einer agoraphobischen Störung und habe so einiges an Therapien hinter mir; keine war von wirklich nachhaltigem Erfolg.

(Insofern fand ich Ihre Mail in Sachen "Kiefern an der Ostsee" ganz große Klasse!)

Also habe ich mich in meinem Leben "so einigermaßen" eingerichtet; bin aber im Kern oft unzufrieden. Es ist wie ein Gefängnis, was mir ein gewisses Maß an Sicherheit aber auch Unfreiheit bietet. Nach meinem Gefühl vergehen die Jahre, ohne dass ich einen probaten Weg aus diesem Knast heraus finde. (Ich bin für 47 zwar gut erhalten, dennoch welke ich wie jeder andere Mensch auch)

Nun meine vermutete Verbindung zu dem u.g. Paarproblem.

Man kann ja von Analytikern halten, was man will, aber deren These, dass einer Agoraphobie oft ein Loyalitätskonflikt bzw. eine Angst vor der eigenen Triebhaftigkeit zugrunde liegt, finde ich mehr als spannend.

Dann wäre Agoraphobie nichts anderes als Angst vor dem Leben; der eigenen Vitalität. Kann gut sein, wenn wir dann nicht mehr zwangsläufig partnerkonform drauf sind.

Während ich meine innere Sicherheit/Vertrauen abgespalten habe, liegt bei meiner Partnerin - wie wir auf dem Wege von jüngst angefertigten Collagen deutlich sehen konnten - eine Abspaltung der Wildheit/Sexualität/Aggressivität vor. Es sieht so aus, als lebten wir diese wichtigen Charakterzüge sozusagen überkreuz in Symbiose.

Das brachte mich auf den Gedanken, dass hier ein unbewusster - jetzt bewusster werdender - Deal vorliegen könnte. Wenn sich der eine oder die andere separat weiter entwickeln würde, müsset es fast zwangsläufig zur Trennung kommen. Meine Freundin würde keinen Angsthasen wollen und ich würde wohl eine wildere Frau suchen, wenn ich (selbst)sicherer wäre.

Dieser Deal lässt uns auch erstarren und ich vermute, dass meine Affäre - ich bin KEIN notorischer Fremdgänger, sondern durchaus verantwortungsbewusst und offen- ein Versuch meinerseits war, diese Verkrustung zu durchbrechen. Also verharren wir in dieser Situation und entwickeln uns nicht weiter:

Ich frage mich und Sie: Wie kann man so einen Deal bloß lösen? Wie können wir einzeln und auch zusammen freier, heiler und autonomer werden. Tja, und da fallen wir wieder die Ostsee-Kiefern ein.

 

Herzliche Grüße aus ...

 

 

 

 

 

Hallo Herr ... ,

 

Sie schreiben:

 

Meine Freundin würde keinen Angsthasen wollen und ich würde wohl eine wildere Frau suchen, wenn ich (selbst)sicherer wäre.

Dieser Deal lässt uns auch erstarren und ich vermute, dass meine Affäre - ich bin KEIN notorischer Fremdgänger, sondern durchaus verantwortungsbewusst und offen- ein Versuch meinerseits war, diese Verkrustung zu durchbrechen. Also verharren wir in dieser Situation und entwickeln uns nicht weiter:

 

 

Genau so sehe ich es auch, die vermeintliche Störung / Regelverstoß "Fremdgehen" kann man als einen Lösungsversuch, bzw. einen Versuch ansehen, in die eigene Vitalität zu kommen. In so fern sehr begrüßenswert.

 

 

Sie schreiben weiter:

 

Ich frage mich und Sie: Wie kann man so einen Deal bloß lösen? Wie können wir einzeln und auch zusammen freier, heiler und autonomer werden. Tja, und da fallen wir wieder die Ostsee-Kiefern ein.

 

 

Ich habe noch mal rausgesucht, was ich mit der Metapher der Ostsee-Kiefern beschrieben habe:

 

 

Sie kennen sicher die Kiefern, die direkt hinter den Dünen an der Ostsee stehen. Durch den jahrlangen vom Meer kommenden recht starken Wind haben diese sich ganz anders, als die Kiefern weiter im Hinterland entwickelt. Die Krone der am Meer stehenden Kiefer hat sich meerabgewandt entwickelt, der vom Meer kommende Wind hat gewissermaßen das Antlitz der Kiefer geprägt. Ganz neben bei bietet die meerabgewandte Krone dem Wind die wenigste Angriffsfläche. Es kann sein, dass andere Kiefern, die sich nicht vom Wind formen lassen wollten, bei einem Herbststurm entwurzelt wurden.Kann man die an das Leben hinter der Düne gut angepasste Kiefer heilen? Kann man erreichen, dass die Krone sich aus ihrer Neigung aufrichtet und in die Höhe bewegt? Ich glaube nicht. Von daher ist die Idee und der Begriff der Psychotherapie also der Heilung der Psyche, irreführend und anmaßend. Doch leider hat sich der Begriff im gesellschaftlichen Bewusstsein so stark etabliert, dass die Leute glauben, sie könnten bei einem "Psychotherapeuten" geheilt werden - d.h. die Leute glauben, es könnte sich ein Zustand ideal gedachter psychischer Gesundheit einstellen, wenn man nur ausreichend lange, intensiv und wirksam "therapiert". Das ist aber ein übler Schmarren - geschürt auch vom medizinisch-industriellen Komplex mit seinen Eigeninteressen. Der Glaube weckt Illusionen, die notwendigerweise vom Leben enttäuscht werden müssen. Jede/r, der eine jahrelange Psychoanalyse auf sich genommen hat, die die anderen Beitragszahler Zehntausende von Euros kostet, kann sich in dem Glauben wiegen, nur noch ein Jahr auf der Couch und dann bin ich geheilt und es wird mir gut gehen. Die Desillusionierung kommt schneller als man denkt.

Zutreffend erscheint mir, dass wir immer mal mehr und mal weniger Möglichkeiten haben, in der einen oder anderen Form unser Leben zu verändern, so dass wir zufriedener und glücklicher leben.

 

 

 

Ein Deal mit einer überholten Geschäftsgrundlage, kann nicht Grundlage einer neuen Entwicklung sein. Entwicklung verlangt Abschiednehmen von alten wohlvertrauten, sonst wäre es keine Entwicklung, sondern Wiederholung von Bekanntem.

Wie aber kann Entwicklung gelingen? In dem man ins Offene geht, die Angst wahrnimmt und akzeptiert, kleine Schritte macht, wenn große zu groß sind.

Oder, um mit Hölderlin zusprechen:

 

 

Der Gang aufs Land

 

An Landauer

 

Komm! ins Offene, Freund! zwar glänzt ein Weniges heute

Nur herunter und eng schließet der Himmel uns ein.

Weder die Berge sind noch aufgegangen des Waldes

Gipfel nach Wunsch und leer ruht von Gesange die Luft.

Trüb ists heut, es schlummern die Gäng' und die Gassen und fast will

Mir es scheinen, es sei, als in der bleiernen Zeit.

Dennoch gelinget der Wunsch, Rechtglaubige zweifeln an Einer

Stunde nicht und der Lust bleibe geweihet der Tag.

Denn nicht wenig erfreut, was wir vom Himmel gewonnen,

Wenn ers weigert und doch gönnet den Kindern zuletzt.

Nur daß solcher Reden und auch der Schritt’ und der Mühe

Wert der Gewinn und ganz wahr das Ergötzliche sei.

Darum hoff ich sogar, es werde, wenn das Gewünschte

Wir beginnen und erst unsere Zunge gelöst,

Und gefunden das Wort, und aufgegangen das Herz ist,

Und von trunkener Stirn' höher Besinnen entspringt,

Mit der unsern zugleich des Himmels Blüte beginnen,

Und dem offenen Blick offen der Leuchtende sein.

 

Denn nicht Mächtiges ists, zum Leben aber gehört es,

Was wir wollen, und scheint schicklich und freudig zugleich.

Aber kommen doch auch der segenbringenden Schwalben

Immer einige noch, ehe der Sommer, ins Land.

Nämlich droben zu weihn bei guter Rede den Boden,

Wo den Gästen das Haus baut der verständige Wirt;

Daß sie kosten und schaun das Schönste, die Fülle des Landes

Daß, wie das Herz es wünscht, offen, dem Geiste gemäß

Mahl und Tanz und Gesang und Stutgards Freude gekrönt sei,

Deshalb wollen wir heut wünschend den Hügel hinauf.

Mög' ein Besseres noch das menschenfreundliche Mailicht

Drüber sprechen, von selbst bildsamen Gästen erklärt,

Oder, wie sonst, wenns andern gefällt, denn alt ist die Sitte,

Und es schauen so oft lächelnd die Götter auf uns,

Möge der Zimmermann vom Gipfel des Daches den Spruch tun,

Wir, so gut es gelang, haben das Unsre getan.

 

Aber schön ist der Ort, wenn in Feiertagen des Frühlings

Aufgegangen das Tal, wenn mit dem Neckar herab

Weiden grünend und Wald und all die grünenden Bäume

Zahllos, blühend weiß, wallen in wiegender Luft,

Aber mit Wölkchen bedeckt an Bergen herunter der Weinstock

Dämmert und wächst und erwarmt unter dem sonnigen Duft.

 

24. Woche 48. Woche Titelseite Kalender Gedichte A-Z

 

Friedrich Hölderlin

 

 

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 18. September 2008 17:32

An: info@maennerberatung.de

Betreff: qualität

 

Hallo Herr Thiel,

seit längerem haben mein Freund und ich eine Diskussion in der wir nicht weiter wissen und erfragen deshalb Ihren Rat.

Er behauptete vor ein paar Monaten sein Sperma habe 'Top-Qualität'.

Ich fragte ihn wie er sich denn da so sicher sein könne ohne Spermatest. Sein Erklärungsversuch: 1. das Sperma sei relativ dickflüssig -> seiner Meinung nach gut wenn die 'Spermien' aneinander kleben (???!!!)

2. die Farbe weisslich/geblich sei ein Indikator für hohe Qualität (???!!!)

3. er treibe Sport, esse gesund und trinke selten.

4. Er 'spüre' und 'wisse' einfach dass es gute Qualität habe.

In Punkt 3 hat er vermutlich recht, doch Punkt 1 und 2, dass Konsistenz und Farbe Rückschluss auf Qualität zulassen... da bin ich skeptisch. Was sagen Sie dazu?

Meiner Einschätzung nach kann das schon gut sein, dass dein Sperma gute Qualität hat, denn tatsächlich bin ich schwanger (von ihm), obwohl ich eine Indikation habe die eine Befruchtung theoretisch stark erschwert.

Sie werden jetzt vermutlich fragen wozu ich dann das noch wissen will wenn ich eh schwanger bin: einfach um unsere seit Monaten diesbezüglich anhaltenden Diskussionen zu beenden. :-)

herzliche Grüsse und Dank im vorraus

...

 

 

 

 

Hallo Frau ... ,

sie streiten sich beide um des Kaisers Bart, da ist egal ob es um Sperma geht oder darum wie man "richtig" kocht.

 

Redensarten (12)

Um des Kaisers Bart streiten

Als endlich auch in Lübeck das geflügelte Wort "Um des Kaisers Bart streiten" Einzug hielt, war dessen Verursacher bereits vier Jahrhunderte bei seinen Ahnen: Karl der Große (747-814). Einen Kaiser im Mittelalter kannten wenige der Untertanen von Angesicht. Da es in Karls langer Herrschaftszeit diverse Amtssiegel gab, die ihn einmal mit und einmal ohne Bart zeigten, konnte man schon darüber streiten, ob nun der Kaiser wirklich einen Bart hatte. Die Leute verloren allerdings irgendwann das Interesse an der Frage. Weshalb auch sollte man sich um des Kaisers Bart streiten - sich also bei einer Lappalie aufhalten, darüber zu diskutieren müßig ist.

 

http://stadtzeitung.luebeck.de/artikelarchiv/2001/170/1700503.html

 

 

Die Redewendung „Um des Kaisers Bart streiten“ wird gebraucht, um auszudrücken, dass ein Streit um belanglose Dinge geht, die sich womöglich gar nicht entscheiden lassen. Vermutlich geht es auf die lateinische Wendung „de lana caprina rixari“ („um Ziegenwolle streiten“, „um den Geißenbart streiten“). Die Ziegenwolle wurde im Deutschen erst zum Geißenbart, dann zum Kaiserbart.

Die Wendung wurde später auf die Streitereien bezogen, in denen es darum ging, ob bestimmte deutsche Kaiser einen Bart getragen hätten. In Emanuel Geibels Gedicht „Von des Kaisers Bart“ streiten drei junge Männer im Wirtshaus darüber, welche Farbe der Bart des Kaisers Friedrich I. hatte. Schließlich gehen sie im Zorn auseinander und das Gedicht endet mit der Ermahnung:

Zankt, wenn ihr sitzt beim Weine

Nicht um des Kaisers Bart!

In anderen Quellen ging es darum, ob Kaiser Karl der Große einen Bart trug, oder nicht.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_gefl%C3%BCgelter_Worte/U

 

 

 

 

Wenn Sie die Diskussion beenden wollen, nichts einfacher als das, beenden Sie einfach die Diskussion. Der eine meint so und der andere meint so. Davon geht die Welt nicht unter.

Womöglich liegt ihr beider Problem aber ganz woanders und sie tragen es nur auf einen Nebenschauplatz auf. In diesem Fall würde es sich lohnen, mal genauer hinzuleuchten, worum es ihnen beiden eigentlich geht und wie sie beide das Schiff wieder in ein gutes Fahrwasser bekommen.

Viel Erfolg dabei.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von:

Gesendet: Freitag, 1. August 2008 14:47

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Erbitte Hilfe!

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

durch Ihre Internetseite bin ich auf Ihre Männeberatung aufmerksam geworden. Ich benötige Hilfe. Immer wieder kommt es vor, dass ich mich bei Gesprächen mit meiner Frau aggresiv ausdrücke oder/und sehr laut werde. Leitragende sind dann schon mal neben meiner Frau auch unsere drei Kinder ....

Meine Frau fordert von mir, dass ich mich um ein Anti-Aggressions-Training bemühe. Ich selbst bin eher der Meinung, dass wir an den Ursachen (Kommunikationsform und Regeln) arbeiteten sollten, damit die Gespräche wieder ruhiger laufen.

Welchen Weg (Beratung/Therapie) können Sie empfehlen, um zu einem gepflegten Miteinander zurück zu kommen?

Mit freundlichen Grüßen

...

 

 

 

 

Hallo Herr ... ,

welchen Weg man geht, hängt von den persönlichen Vorlieben, von der Zeit oder auch vom Geld ab.

Odysseus ist bekanntlich einen sehr langen Weg gegangen, wie man dem Epos "Die Odyssee" entnehmen kann.

 

 

 

Die Odyssee (griechisch Oδύσσεια, Odýsseia) ist neben der Ilias das zweite dem griechischen Dichter Homer zugeschriebene Epos. Im späten 8. Jahrhundert v. Chr. niedergeschrieben, gehört die Odyssee zu den ältesten und einflussreichsten Werken der abendländischen Literatur. Sie schildert die Abenteuer des Königs Odysseus von Ithaka und seiner Gefährten auf der Heimkehr aus dem Trojanischen Krieg. In vielen Sprachen ist der Begriff „Odyssee“ zu einem Synonym für lange Irrfahrten geworden.

 

In der Übersetzung von Johann Heinrich Voss aus dem Jahr 1781 lauten die Eingangsverse der Odyssee so:

Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes,

Welcher so weit geirrt, nach der heiligen Troja Zerstörung,

Vieler Menschen Städte gesehn und Sitte gelernt hat,

Und auf dem Meere so viel unnennbare Leiden erduldet,

Seine Seele zu retten und seiner Freunde Zurückkunft.

Aber die Freunde rettet' er nicht, wie eifrig er strebte;

Denn sie bereiteten selbst durch Missetat ihr Verderben:

Toren! welche die Rinder des hohen Sonnenbeherrschers

Schlachteten; siehe, der Gott nahm ihnen den Tag der Zurückkunft.

Sage hievon auch uns ein weniges, Tochter Kronions.

In 12.200 solcher Hexameterverse, die in 24 Gesänge unterteilt sind, erzählt die Odyssee, wie der König der kleinen Insel Ithaka nach zehn Jahren Krieg weitere zehn Jahre umherirrt. Nach vielen Abenteuern kehrt er schließlich als Bettler unerkannt heim und findet sein Haus voller Fremder, die sein Eigentum aufzehren. Sie reden seiner Frau Penelope ein, er sei tot, und wollen sie zwingen, einen von ihnen zu heiraten. In einem letzten Abenteuer muss Odysseus den Kampf gegen diese Freier bestehen. Eine Parallelhandlung, die „Telemachie“, erzählt, wie sich Telemachos, der Sohn von Odysseus und Penelope, auf die Suche nach dem vermissten Vater macht.

 

Seeungeheuer, Helios' Rinder, Kalypso [Bearbeiten]

Nach dem Besuch in der Schattenwelt segelt er an der Insel der Sirenen vorüber, die mit ihrem Gesang Seefahrer auf die Klippen und damit in den Tod locken. Um ihnen gefahrlos lauschen zu können, lässt sich Odysseus auf Kirkes Rat hin an den Mastbaum fesseln, seinen Gefährten aber die Ohren mit Wachs verschließen. Anschließend passieren sie eine Meerenge, deren Ufer von zwei Seeungeheuern beherrscht werden, nämlich von der sechsköpfigen, menschenverschlingenden Skylla und von Charybdis, die einen Strudel verursacht, in dem ganze Schiffe versinken. Odysseus lässt seine Gefährten in möglichst großer Entfernung von Charybdis und damit nahe an Skylla vorbeirudern, die sechs von ihnen verschlingt.

Die Gefährten des Odysseus rauben die Rinder des Helios (Pellegrino Tibaldi)

Die Gefährten des Odysseus rauben die Rinder des Helios (Pellegrino Tibaldi)

Ermattet und ausgehungert erreichen sie schließlich die Insel des Sonnengottes Helios. Trotz Odysseus' Warnung schlachten die Gefährten dessen heilige Rinder. Zur Strafe kommen sie nach ihrer Abreise allesamt in einem Sturm um. Nur Odysseus kann sich auf die Insel Ogygia der Nymphe Kalypso retten. Diese hält Odysseus sieben Jahre auf ihrer Insel fest und lässt ihn erst auf Geheiß der Götter wieder ziehen. Er baut ein Floß und gelangt trotz eines Sturms, den Poseidon entfacht, nach Scheria, der Insel der Phaiaken, wo die Königstochter Nausikaa ihn nackt am Strand findet. An zwei aufeinanderfolgenden Abenden erzählt Odysseus den Phaiaken und ihrem König Alkinoos seine Geschichte. Anschließend beschenken sie ihn reich und bringen ihn heim nach Ithaka.

 

 

 

Letztlich ist es egal was sie machen, Hauptsache es wirkt. Praktisch heißt das, sie können sowohl das eine als auch das andere machen. Vielleicht fangen Sie erst mal eine Paarberatung an und wenn die keine Verbesserung bringen sollte, falls das Problem ausschließlich bei Ihnen liegen sollte, was mich aber sehr verwundern würde, dann nehmen Sie einfach noch eine ausreichende Anzahl von Einzelstunden in Anspruch.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 15. Juli 2008 14:56

An: info@maennerberatung.de

Betreff:

 

hallo,

ich habe ein mittlerweile recht ernstzunehmendes problem mit meiner sexualität. ich bin 43 jahre alt, seit 15 jahren mit meiner frau zusammen. wir haben 2 kinder (9 und 10)

seit die kinder da sind hat das sexuelle bedürfnis meiner frau stetig abgenommen und mit der zeit auf gelegentlichen missionars-kuschel-sex reduziert.

 

all meinen bemühungen, wieder etwas schwung in unser sexualleben zu bringen, ist meine frau nicht wirklich abgeneigt oder verweigert sich gar. leider ist sie aber auch nicht geneigt, sich selbst mehr zu engagieren.

 

wenn ich sie frage, warum sie dieses oder jenes nicht mehr mit mir macht kommt die antwort: damals waren wir ja auch frisch verliebt.

 

nun ist der ablauf immer derselbe: ich befriedige sie mit der hand, danach wird vorzugsweise missionarisch - gerammelt. meine fragen, ob sie sexuelle bedürfnisse oder fantasien hätte, verneint sie. meinen bitten, dessous zu tragen, mich anal zu stimulieren oder ähnlichem kommt sie nach. aber eben auch nur auf aufforderung.

 

nun zu meinem problem: ich fühle mich mit meinen unbefriedigten bedürfnissen in meiner sexualität abgelehnt. ich empfinde die fehlende erotik und ihr desinteresse an meinen bedürfnissen bzw. ihr nicht-vorhandensein eigener bedürfnisse nahezu als körperlichen schmerz.

 

Lösungsansätze:

1. Paartherapie: geht nicht, weil sie über sex nicht reden kann oder will

 

2. fremdgehen: indiskutabel. ich würde meine familie verlieren

 

3. trennung: indiskutabel. ich würde meine familie verlieren

 

4. mit ihr reden, ihr meine bedürfnisse und sehnsüchte schildern: indiskutabel. habe ich seit ungefähr 5-10 jahren immer wieder erfolglos versucht. es stellt sich dann eine nur kurze verbesserung ein.

 

solange sie kein eigenes bedürfnis nach erotik, lust verspürt, kann ich mich auf den kopf stellen. ich weiß keinen rat!

 

gruß,

 

...

 

 

 

 

Hallo ... ,

 

Sie zählen vier Lösungsansätze auf.

 

1. Paartherapie: geht nicht, weil sie über sex nicht reden kann oder will

2. fremdgehen: indiskutabel. ich würde meine familie verlieren

3. trennung: indiskutabel. ich würde meine familie verlieren

4. mit ihr reden, ihr meine bedürfnisse und sehnsüchte schildern: indiskutabel. habe ich seit ungefähr 5-10 jahren immer wieder erfolglos versucht. es stellt sich dann eine nur kurze verbesserung ein.

 

 

 

Ihre Beschreibung erinnert mich

 

1. an den Mathematiker Leonhard Euler und das sogenannte Königsberger Brückenproblem.

 

 

Das Königsberger Brückenproblem

Das Königsberger Brückenproblem ist ein 1736 von Leonhard Euler gelöstes mathematisches Problem. Am konkreten Beispiel bezieht es sich auf die Brücken der Stadt Königsberg – heute Kaliningrad – und die Frage, ob es einen Rundweg gibt, bei dem man alle sieben Brücken der Stadt über den Pregel genau einmal überquert und wieder zum Ausgangspunkt gelangt. Die Grundaufgabe lautete, „nur“ einen wie oben beschriebenen Weg zu finden, ohne aber zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Euler bewies, dass es keinen solchen Rundweg, nach ihm deshalb auch als „Eulerscher Weg“ bezeichnet, geben kann.

Das Brückenproblem ist kein klassisches geometrisches Problem, da es nicht auf die genaue Lage der Brücken ankommt, sondern nur darauf, welche Brücke welche Inseln miteinander verbindet. Es handelt sich deshalb um ein topologisches Problem, das Euler mit Methoden löste, die wir heute der Graphentheorie zurechnen.

Um die Nichtexistenz einer Lösung zu zeigen, benutzte Euler ein heute als klassisch geltendes Paritäts-Argument: Er zeigte, dass ein Rundweg der gesuchten Art nur dann möglich ist, wenn sich an keinem der Ufer (Knoten) eine ungerade Zahl von Brücken (Kanten) befindet. Da nämlich jede Brücke genau einmal überquert werden soll, muss jedes Ufer, das über eine Brücke erreicht wird, über eine andere Brücke wieder verlassen werden. Da aber zu allen vier Gebieten von Königsberg eine ungerade Zahl von Brücken führte, war der gesuchte Rundweg nicht möglich.

 

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

freigegeben am 7. Juli 2008.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigsberger_Br%C3%BCckenproblem

 

 

 

 

2. an den Fall von Buidans Esel

 

 

Buridans Esel

Das Gleichnis von Buridans Esel zeigt die Unmöglichkeit einer logischen Entscheidung zwischen zwei gleichwertigen Lösungen (Dilemma).

Ein Esel steht zwischen zwei gleichgroßen und gleich weit entfernten Heuhaufen. Er verhungert schließlich, weil er sich nicht entscheiden kann, welchen er zuerst fressen solle.

Das Gleichnis wird irrtümlich Johannes Buridan zugeschrieben. Das Argument selbst stammt aus Aristoteles' De caelo (Über den Himmel). Bei Aristoteles ist es ein Hund, der sich zwischen zwei Mahlzeiten entscheiden muss. Buridan erweiterte das Dilemma, indem er den Hunden die Möglichkeit gab, sich nicht sofort zu entscheiden. Das Gleichnis vom Esel wurde von seinen Gegnern geprägt. Buridan nutzt das Gleichnis um seine Ansicht von der Unmöglichkeit der Willensfreiheit zu erläutern.

Lösungen für das Problem gibt es zum Beispiel, indem man die Bewertung verändert, sodass die beiden Heuhaufen nicht mehr gleichwertig sind. So kann man durch Würfeln (Monte-Carlo-Methode) eine Entscheidung treffen.

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

http://de.wikipedia.org/wiki/Buridans_Esel

 

 

Da Sie keine realistischen Handlungsoptionen sehen, kann man offenbar nichts machen. Sie werden anscheinend weiterhin mit der unschönen Situation leben müssen. Ich hätte Ihnen gerne eine angenehmere Antwort gegeben, aber niemand kann Probleme lösen, für die es keine Lösung gibt.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Donnerstag, 10. Juli 2008 07:31

An: info@maennerberatung.de

Betreff: hilfe

 

Hallo

Ich suche auf diesem weg ihre hilfe,weil ich langsam verzweifelt bin.

ich bin jetzt seit 3 jahren mit meinem freund zusammen und zu ihm gezogen.er hat aus erster ehe eine tochter13 und ich habe einen sohn5 mitgebracht. jetzt erwarten wir unseren gemeinsamen sohn im august.

 

mein problem ist,dass wenn mein kleiner irgendwann nachts oder morgens ins bett kommt,steht er auf und geht woanders schlafen.er soll ja schließlich nicht mit 16 noch in unseren bett schlafen.

 

es war damals schon komisch mit seiner tochter.ich kam einmal rein ins zimmer und sie lag auf dem bett. er saß auf ihr und hat sie massiert.nachdem ich ihn darauf angesprochen hatte und sagte ich finde das nicht normal,hat er es auch gelasen.

 

als wir in ... im urlaub waren,hat er sich fast jede nacht unter irgendeinen vorwand zu ihr ins bett gelegt und bei ihr geschlafen.war auch heftig.als wir wieder hier waren ging es eigentlich gut. sie schlief in ihrem bett und gut war.

 

jetzt waren wir wieder im urlaub in ... .natürlich hat sie,bei uns geschlafen.die anderen alle nicht.mein freund sagte ständig zu mir,ich könne ja bei meiner familie schlafen usw.

mich beachtet er garnicht und nimmt schon garkeine rücksicht auf meine schwangerschaft(vielleicht weil es ein junge wird) und seinen tochter weckt er sogar wenn sie hustet um sie zu fragen ob alles okay ist.?

 

auf jeden fall ist er mit ihr alleine nach hause gefahren um mir angeblich mehr zeit mit meiner familie zu geben.allerdings mußte ich deshalb alleine mit dem auto ...km fahren(im 9 monat schwanger)was ich ihm auch sagte,dass es nicht okay ist.

ich hatte aber gleich das gefühl,dass er lieber mit ihr alleine sein wollte,denn er wollte schon die ganze zeit,dass ich weg fahre oder sonstiges wenn er sie im urlaub hat.normal ist sie ja bei der mutter und er hat seinen sohn hier.

 

als ich hier ankam traf mich der schlag. sie haben zusammen in unserem bett geschlafen,die ganze zeit.ich war so geschockt,dass ich mich da nicht mehr rein legen konnte,also bleibt sie jetzt bei ihm im bett.mit 13..er macht ihr auch ständig komplimente wie hübsch sie doch ist und wenn sie sich bei ihm auf den schoß setzt kommen solche sprüche von ihm wie ,nicht so doll wackeln usw.

 

in frankreich sagte er mal zu mir,sie weiß ja auch wie man kuschelt.

sexuell erregt ist er bei mir nur,wenn ich an seinen brustwarzen rum mache.kann mir vorstellen,wenn sie bei ihm im arm liegt,und sie ihn streichelt,wie ihn das anmacht.er schläft natürlich immer nackt.

 

jetzt meine frage.mache ich mir umsonst gedanken?ist das normal,dass er lieber mit ihr im bett liegt als mit mir,wo er doch sagt er liebt mich?oder behandelt er mich nur scheiße?möchte nicht,dass es irgendwann heißt,warum hast du nichts gesagt?

 

lieben gruß..

...

 

völlig hilflos und verzweifelt

 

 

 

 

Hallo ... ,

was ist normal, was ist nicht normal.

Wichtig ist, dass Sie spüren, was für Sie gut und was für sie nicht gut ist.

Und da haben Sie ja eine große Klarheit, wie Ihre Gedanken zeigen.

Nun steht sicher die Frage, was Sie mit dem anfangen, was Sie spüren.

Offenbar wünschen Sie sich eine Veränderung.

 

Im Moment würde ich Ihnen im 9. Schwangerschaftsmonat erst mal empfehlen, nicht alles jetzt verändern zu wollen.

Aber Sie könnten sich mal für sich einen Termin in einer geeigneten Beratungsstelle suchen und schauen, dass Sie einen guten Kontakt zu einer Beraterin entwickeln.

Wenn Ihr Mann mitkommen mag, kann das ganz sinnvoll sein. Wenn nicht, dann lassen Sie ihn wie er ist und nehmen einen Beratungstermin alleine wahr. Das kann auch sehr hilfreich sein.

 

Adressen im Internet:

www.dajeb.de

www.familientherapie.org

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Sonntag, 6. Juli 2008 04:02

An: info@maennerberatung.de

Betreff: held oder trottel

 

Hallo!

bei der einleitung eurer seite musste ich lachen, ich bin wirklich fast 100% der ideale mann, nett, kinderumsorgend(3 Kinder), arzt, ... , schönes haus. sicherheit, aufmerksam, humor, intelligent, sportlich bla bla bla. das problem ist, dass ich keine katastrophen aufweisen kann,ich bin nicht zum mitleiden, nicht hilfsbedürftig, keine ahnung, ob es das war ,was meine frau veranlasste, sich vor mehreren jahren einen anderen zu suchen, mit dem sie das lebt, was so das herz einer ehe/beziehung/großen liebe ausmacht, nämlich körperliche nähe, sex, urlaub,essen gehen usw. für mich bleibt die rolle des big daddy, der sich gerne für die familie verausgabt, dabei aber doch seit jahren in die innere einsamkeit abdriftet. trennen würde heißen, familie kaputt, die so sehr gut funktioniert. da bleiben heißt, eigene wünsche nach nähe, gefühlter liebe zur seite legen, mit shaolin, meditation, bewegung, musik und herzensarbeit immer wieder am inneren frieden arbeiten. das funktioniert sogar schon mehrere jahre, nur habe ich dabei das gefühl, mich immer um so ein großes schwarzes loch in mir herum zu bewegen, wenn ich dann z.b. zum hundersten mal nachts zuhause mit den kindern bin, während sie bei ihrem freund schläft. na ja, vielleicht fällt euch ja was dazu ein . 

lieben gruß ...

 

 

 

Hallo ... ,

 

erst mal meinen Glückwunsch, dass Sie ein fast perfekter Mann sind.

 

Sie müssen sich ja nicht von Ihrer Frau trennen. Um glücklich zu werden haben sie schon fast alles, fehlt offenbar nur noch die Frau, der sie Nähe und gefühlte Liebe leben können.

 

Werden Sie aktiv und schauen sich einfach um, dann werden Sie eine solche Frau sicher finden.

Auf diese Weise haben Sie dann schließlich zwei Frauen, eine für die Familie und eine für die Nähe. Wenn sich dann beide auch noch mögen, ist das Ideal erreicht.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von:

Gesendet: Donnerstag, 3. Juli 2008 11:20

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Kein Sex in der Ehe seit gut 8 Jahren

 

Guten Morgen Herr Thiel,

ich bin seit längeren Jahren sehr unglücklich in meiner Ehe. Seit geraumen 7 Jahren habe ich mit meinem Mann kaum noch Sex. Wenn 1x im Jahr ist das wirklich viel.

Zu Anfang unserer Beziehung vor 9 Jahren war das erste Jahr wirklich sehr schön. Ich hatte zwar mit der Familie meines Mannes zu kämpfen, da diese mich nicht akzeptierten und auch kein gutes Haar an mir gelassen haben. Ich konnte seinen Eltern (vorallem seiner Mutter) nichts recht machen. Vergebene Liebesmüh.

Da mein Mann sehr lange bei seinen Eltern zu Hause gelebt hat (zog mit 30 Jahren aus) nahm ich zu Anfang Rücksicht, da ich dachte, daß es die Lage mit seinen Eltern nur noch schlimmer machen würde. Einen richtigen Freundschaftskreis hatte mein Mann nur bedingt und die wenigen Freunde die er hat unternahmen nicht sehr viel mit ihm. Ließen ihn einfach zu Hause ohne ihm Bescheid zu sagen, daß sie etwas zusammen unternehmen.

Nachdem seine Eltern sehr oft Streit zwischen uns verursachten wurde mir das ganze nach 2 Jahren einfach zu viel und ich bin nicht mehr mitgegangen. Das hat meinem Mann gar nicht gefallen und der Ärger mit ihm war vorprogrammiert. Das schlimmste in dieser Familie ist auch, daß das Geld im Vordergrund steht und man keinerlei Gesprächsstoff hat.

Mein Mann versteht sich auch nicht recht mit seiner Schwester und Bruder. Zu seiner Schwester hat er kaum Bezug, da diese auch eine extreme Lebenshaltung sich und seiner Familie aufzwingt. Nur noch Bio, nur fleischlos und ja nichts an Süßem. Mir waren die Gespräche ständig über das Essen oder diese wirklich dummen Weisheiten irgendwann zuviel. Mit seinem Bruder verhält es sich genauso. Der Bruder schnauzt meinen Mann bei jeder Möglichkeit an, versetzt ihn oder ist mürrisch wenn er einmal mithelfen mußte beim Umzug.

Es ist wirklich keine Beziehung in dieser Familie vorhanden. Seine Eltern führen seit Jahren Krieg in ihrer Ehe und die drei Kinder haben das über all die Jahre bewußt miterleben müssen. Der Vater ist ein Patriach der nichts und niemanden zulässt. Seinen Sohn Ulli hebt er mit allem in den Himmel und meinen Mann Jürgen läßt er links liegen. Nicht einmal zur Abschlußfeier ist er gekommen.

Ich denke oft, daß mein Mann auch eine starke Wut und vorallem Enttäuschung in sich trägt. Oft habe ich auch das Gefühl, daß er sich nicht verstanden fühlt und deswegen auch vieles in sich behält.

Es ist sehr schwierig in den ersten Jahren gewesen mit meinem Mann überhaupt ein Gespräch zu führen, da dies für ihn neu und ganz ungewohnt ist über Gefühle zu sprechen.

Wir haben im Jahr 2002 geheiratet und hielten uns eine geraume Zeit aus den Familienstreitigkeiten heraus. Das war leider nicht von langer Dauer. Im Mai 2003 habe ich dann unseren Sohn Felix bekommen und dann fingen die Probleme erst richtig an. Unser Sohn wurde zu früh geboren und war lange im künstlichen Koma und auf der Frühchenstation. Da ich selbst keinen Rückhalt von meinen Eltern je bekommen habe und von meinen Schwiegereltern gleich mit dem Satz "Da mußt Du alleine durch, das mußten wir auch", war mir sehr schnell klar das ich keine Hilfe bekommen werde.

Mein Mann ist gleich nach der Entbindung zu seinen Eltern gefahren und hat mich und Felix allein in der Klinik zurückgelassen. Nach mehr als 6 Stunden kam er dann endlich, nachdem er bei seinen Eltern gefrühstückt hatte und einen Blumenstrauß für mich gekauft hatte. Unser Sohn kam genau am Muttertag zur Welt.

Ich war innerlich damals bereits so enttäuscht, daß er uns beide einfach so alleine gelassen hatte. Ich wußte nicht wie es meinem Kind geht und selbst durfte ich auch nicht aufstehen, da ich an einer versteckten Schwagerschaftsdiabetis gelitten hatte, was aber die Ärzte erst im Krankenhaus kurz vor der Geburt erkannt haben.

Urlaub hatte mein Mann auch nicht bekommen, da er mit seinem Vorgesetzten nur Schwierigkeiten hat und auch noch bis heute hat. Das geschäftliche ist mit das größte Problem was unsere Ehe belastet, da mein Mann sich ständig verändern möchte aber keiner in der Firma dies zuläßt. Auf der anderen Seite zeigt mein Mann aber auch nie richtig einen Ansporn, dass er mehr leisten möchte. Wichtig ist für ihn das pünktliche heimgehen und das seine Stundenzahl erfüllt ist. Er mäkelt zwar sehr oft, daß ihn keiner weiterkommen lassen will aber so recht etwas selbst dafür tun macht er auch nicht.

Die Geburt, die Schwierigkeiten in der Arbeit als auch mit seinen Eltern haben bei meinem Mann 2004 eine tiefe Depression verfallen lassen, die vorallem mit massiven Schlafproblemen daher ging. Er konnte über 9 Monate nicht mehr richtig schlafen und hat mich dann auch immer wieder mit aufgeweckt, da er Angstausbrüche hatte. Er hat sich für mich auch in dieser Zeit sehr stark verändert. Teilweise richtig gehend gewalttätig und aufbrausend. Es hat eine Kleinigkeit genügt, damit er in die Luft gegangen ist. Dazu kam noch, daß unser Sohn ebenfalls nie mehr als eine Stunde am Tag und eine Stunde in der Nacht geschlafen hat. Die ganze Situation war mehr als nur anstrengend.

Mein Mann hat nach gutem Zureden die Möglichkeit bekommen sich in einer Kurklinik behandeln zu lassen und blieb dort auch 8 Wochen lang. In dieser Zeit habe ich mich alleine um unseren gemeinsamen Sohn gekümmert und bin regelmässig mit einem Sohn zu meinem Mann nach ... gefahren, damit Felix nicht den Bezug zu seinem Vater verliert. Das war mir sehr wichtig. Mein Mann hat in dieser Zeit sehr stark abgenommen und war teilweise mir gegenüber sehr unverschämt. So richtig recht machen konnte ich ihm nie etwas und er hat mich auch stets aufgefordert alles richtig zu machen. Haushalt, Kind, Hund und natürlich sollte ich nach seinem dafürhalten auch noch super aussehen.

Das ist aber alles nicht mehr möglich. Ich habe mich komplett zurück gestellt, damit ich allem gegenüber gerecht werden konnte. Felix mußte 3x wöchentlich zur Krankengymnastik. Mein Mann hat es kein einziges Mal übernommen oder gar die Übungen zu Hause mit unserem Sohn gemacht. Er sagte immer, daß er das nicht schaffe. Zumal Felix ein ausgeprägtes Schreikind war. Ich habe das nie verstanden, warum er sich hierfür nicht die Zeit nehmen wollte. Genauso wenig ist er im ersten Jahr nachts aufgestanden um das Kind zu versorgen. Er könnte das nicht, er schaffe das nicht. Ich selbst war sehr müde und mußte immer weiter machen obwohl ich selbst längst am Ende meiner Kräfte war. Zum anderen hatte ich Angst, daß er wieder an Schlaflosigkeit leiden könnte und habe es auf sich belassen. Die Angst war größer. Er sagte auch immer zu mir, daß ich daran schuld sei. Er bekäme Beklemmungen neben wir und ich sollte doch bitte auf dem Sofa schlafen. Dem kam ich nach. Die Enttäuschung und Demütigung in mir drinne war riesig.

Seitdem schlafe ich auch nacht für nacht auf dem Sofa. Eine Rückweisung wollte ich nicht nochmals erfahren.

Ich hatte oft das Gefühl, daß Felix ihm zuviel ist und er auch gar keine große Lust auf Familie hat. Zeit zum Nachdenken hatte ich aber keine, da Felix bis zum 3. Lebensjahr kaum geschlafen hatte. Meinen alten Beruf konnte ich auch nicht mehr ausüben, da mein Mann weder in seinem Beruf noch in seinen Hobbys kürzer treten wollte. Er hatte die Zeit zum Joggen, Radfahren und vorallem auf Feste der Firma zu gehen.

Ich durfte das gar nicht. Kinobesuch den ich mit meiner Freundin vereinbart hatte, hat er damit kaputt gemacht, daß er einfach später kam. Das war sehr oft so. Ob es Eifersucht war oder gar einfach keine Lust auf das Kind aufzupassen weiß ich nicht.

Schon zu dieser Zeit hatten wir keinen geregelten Sex mehr. Weder in der Schwangerschaft noch danach. Ich wollte gerne wissen warum es so sei, aber gab mir immer nur ausweichende Antworten. Erst im Streit meinte er stets, daß er mich nicht begehrt und es ein Fehler gewesen sei, zu heiraten.

Das hat mich mehr als einmal verletzt. Zumal es für mich auch so schwer ist zu verstehen warum er mich nicht mehr begehrt. Auf der anderen Seite erzählt er mir aber permanent wie schön er eine Frau findet und es nichts schöneres für ihn gäbe.

Nachdem wir soviele Probleme gelöst hatte, dachte ich wir würden auch wieder sexuell zueinander finden aber dem ist leider nicht so. Ich habe oft versucht meinen Mann zu ermutigen aber ich werde jedes Mal zurück gewiesen. Ich dachte mir, daß er noch Zeit braucht.

Vor 8 Wochen habe ich für unseren Sohn und Mann eine Reise nach .... gebucht. Es sollte die Geburtstagsreise für unseren Sohn sein. Ich selbst konnte nicht mehr mit, da daß finanziell nicht mehr möglich war. Zum anderen hatte ich auch niemanden für ... gefunden.

Ich habe mich gefreut, daß mein Mann mit Felix etwas alleine unternehmen möchte. Leider ist der Schuß aber nach hinten los gegangen. Auf dieser Urlaubsreise hat mein Mann eine Frau kennen gelernt die ihn recht nett behandelt hatte. Brachte ihm ein Bier, setzte sich für ihn um und war einfach nett wohl. Sie gab ihm am Abreisetag auch Ihre Handynummer mit.

Zu Anfang habe ich mir nichts dabei gedacht. Mein Mann zeigte mir auch die Urlaubsfotos und auch die kennen gelernte ... auf einen der Bilder. Mein Mann meinte auch, daß er sehr gerne die einmal nach München fahren möchte um sich dort mit der Urlaubsbekanntschaft zu treffen. Zum Reden und austauschen. München kennenlernen.

Per Zufall hat mir aber mein Sohn erzählt, daß die gezeigte ... nicht ... war sondern der recht weibliche Reiseleiter vor Ort. ... war blond und sah sehr gut auf dem Foto aus. Ich habe meinen Mann daraufhin auch angesprochen und er meinte ich hätte ihn mißverstanden. Ich hatte ihn aber nicht mißverstanden. Er hat mir absichtlich ein falsches Bild vermittelt.

Auf jeden Fall habe ich dann mitbekommen, daß er heimlich vom Geschäft aus bei dieser ... sich des öfteren gemeldet hat und auch ein Wochenende bei ihr verbringen wollte. Nur um zu feiern wie er mir versicherte. Das hat mich richtig gehend wütend gemacht und ich habe ihn auch zur Rede gestellt, warum er das tut. Zum anderen verletzt es mich zutiefst und ich möchte das nicht. Er meinte nur, er möchte einmal mit einem anderen Menschen sprechen. In seiner Wut ist es ihm dann auch heraus gerutscht, daß er Gefühle für diese Frau empfindet. Er hat Gefühle für Sie.

Er wollte mir keine Rufnummer noch die Adresse von dieser Frau dalassen. Das möchte er nicht Das wäre seiner Meinung nach auch nicht nötig.

Ich bekam dann doch die Rufnummer und rief auch bei dieser ... an. Sie war schnippisch und meinte, daß wir das untereinander lösen müssten. Adresse habe ich auch keine von ihr bekommen.

Mein Mann ist dann doch nicht gefahren, da diese ... so sauer gewesen war, daß ich bei ihr direkt angerufen hatte. Mein Mann war sauer darüber, daß ich es gemacht habe. Es kann sein, daß mein Mann nicht mehr wollte als reden aber das glaube ich nicht mehr so recht.

Was mich sehr verwundert hat, daß er dieser ... keine private Rufnummer gegeben hat. Er rief sie frühmorgens an und da war es auch so gewesen, daß es ... wohl nicht so recht passte wenn er sich bei ihr an der Arbeitsstelle meldete.

Es gab Streit bei uns und er warf mir vor, wie sehr ihm der Sex fehlte und er es nicht mehr aushält. Warum er aber nicht mir intim sein möchte wollte er nicht sagen. Er wolle mich nicht verletzten. Nur bringt mich das auch nicht weiter.

Ein Zeit lang hatte ich das Gefühl das er trotzdem noch zu ihr sehr gerne hingefahren wäre aber diese ... wollte wohl nicht mehr. Es kam auch der Satz "Das hast Du mir ja verdorben.". Ist auch wieder eine Auslegungssache. Zum anderen meinte er, dass er mich in ihr betrogen hätte. Hat er aber nicht.

Auf der anderen Seite möchte er aber, daß ich neben ihm schlafe und er küßt mich auch. Mehr aber auch nicht. Er empfindet einfach kein Verlagen nach mir und ich weiß nicht woran das liegt. Es ist vieles ruhiger geworden, mit Felix geht es jetzt auch sehr viel einfacher und der große Druck von früher ist ja auch nicht mehr da. Er sagt mir auch, daß er mich lieb und mich nicht verlieren möchte.

Ich habe auch angeboten, daß ich ausziehe und mir eine neue Existenz aufbaue. Das möchte er nicht. Er sagt immer wieder, daß er mich nicht verlieren möchte. Er liebt mich. Nur kann so eine Liebe funktionieren ? Darum verstehe ich auch das Verhalten meines Mannes zum Schluß nicht mehr.

Ich selbst hatte zuvor schon eine gescheiterte Beziehung hinter mit. In dieser Beziehung hatte sich mein damaliger Freund auch eine andere Frau gesucht, nachdem ich nicht bereit war innerhalb eines Jahres gleich zu Anfang ein Kind zu bekommen. Er hat mich damals richtig gehend hintergangen und ist noch während unserer gemeinsamen Zeit bereits fremd gegangen. Seine neue Freundin war dann auch sofort schwanger. Sie haben geheiratet und mittlerweile ist diese Ehe dann aber bereits wieder geschieden worden. Mein damaliger Freund hat nach mir bereits die 5 Freundin/Frau. Denke das es nicht an mir gelegen hatte. Ist aber durchaus möglich.

Mit meinem Ex hatte ich ein erfülltes Sexualleben. Er war sehr offen und hatte sich auch vor nichts geschämt.

Bei meinem jetzigen Mann ist das ganz anders. Er hatte vor mir nur eine Freundin und dies war auch seine erste richtige Freundin gewesen mit der er Sex hatte. Da war er bereits 28 Jahre alt. Er hing lange seiner alten Freundin nach und hat mich auch sehr häufig mit ihr verglichen. Das er mehr Lust bei ihr hatte als bei mir. Beim letzten Wutausbruch ist ihm aber herausgerutscht, daß er nur 3 Monate lang mir ihr geschlafen hatte und dann auch kein Interesse mehr an ihr hatte.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter und kann das ganze auch gar nicht mehr einschätzen. Bis jetzt habe ich es geschafft, alles zusammen zu halten aber es wird für mich von Tag zu Tag immer schwieriger und ich weiß nicht mehr so recht wie ich das alles schaffen soll.

Ich selbst hatte in den Jahren zuvor wenig Lust auf Sex. Dafür hatte ich keine Gedanken mehr und war auch viel zu müde. Jetzt hat sich meine Situation komplett verändert. Seit ca. einem 1/2 Jahr merke ich, daß ich mich wieder weiblicher fühle und auch sexuell ausleben möchte. Komme aber mit meinen Wünschen aber gar nicht mehr weiter bei meinem Mann. Er blockt von Anfang an ab.

Ich weiß mir einfach keinen Rat mehr. Ich empfinde noch sehr viel für meinen Mann trotz all dieser Widrigkeiten, aber auf Dauer kann ich mit dieser lieblosen Art einfach nicht mehr leben. Das alles verändert mich auch seelisch und ich möchte in keine Lethargie verfallen oder gar depressiv werden. In mir selbst bin ich mit mir im Reinen aber ich weiß einfach nicht was ich noch tun kann, damit sich das sexuelle zwischen mir und meinem Mann verändert.

Können Sie mir einen Rat hierzu geben ?

Herzlichen Dank und liebe Grüsse

...

 

 

 

Hallo Frau ...,

 

den ersten Schritt für eine positive Veränderung haben Sie schon mal getan, Sie haben ihren Ärger einfach mal aufgeschrieben. Viele Männer kommen gar nicht so weit und werden daher krank oder sterben auch.

Was ist aber nun der zweite Schritt. Sie haben ja dies und das probiert, aber so richtig was verändert hat das offenbar nicht. Wenn Sie ihren Mann noch einmal allein auf Urlaubsreise schicken, wird er sich wieder nach einer Frau umgucken, da es mit seiner eigenen nicht so gut läuft.

Damit es besser laufen kann, müssten Sie und ihr Mann miteinander ins Gespräch kommen, was sie voneinander wünschen und wie sie sich diese Wünsche erfüllen können oder gegebenenfalls auch nicht erfüllen wollen. Frustrationen gehören zum Leben dazu, sie dürfen nur nicht überhandnehmen.

Für eine solche Aussprache können sie auch die Unterstützung eines guten Paarberaters nutzen, Adressen finden sie im Internet z.B. unter www.dajeb.de oder www.familientherapie.org

Wenn ihr Mann keine guten Ideen hat, wie die Situation zum Guten hin verändert werden kann und auch kein Interesse an einer Paarberatung zeigt, werden sie sich entweder damit abfinden müssen, dass es in Zukunft so bleibt , wie es heute ist oder sich auch verschlechtert. Oder sie trennen sich von ihrem Mann in Frieden und bleiben dann beide hoffentlich ihrem gemeinsamen Sohn als Eltern erhalten.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Montag, 9. Juni 2008 16:37

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Frage

 

Guten Tag,

ich selbst (weiblich, 35 Jahre) bin wegen einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung in psychotherapeutischer Behandlung. Leider geht die Therapie nun nach 2 Jahren zu Ende. Mittlerweile bin ich seit 8 Monaten in einer Beziehung zu einem jüngeren Mann ( er ist 26 Jahre).

Ich weiß mittlerweile um meine übertriebenen Forderungen an meine Partner und dass ich jedes wort auf die Goldwaage lege und gegen mich verwende. Mein Partner kommt mir jedoch auch sehr narzisstisch vor. Er ist ganz selten in der Lage, Positives, z.B. Lob oder Komplimente auszusprechen. Er kommt mir vor, als enthalte er mir absichtlich etwas vor, um mich zu verunsichern. Ich versuche aufgrund meiner Zweifel, meine Wahrnehmung mit seiner Wahrheit in Einklang zu bringen. Dadurch entstehen lange Diskussionen, bei denen ich am Ende immer eingestehe, zu viel zu interpretieren. Er von seiner Seite gesteht hingegen meist keinen Fehler ein und auch zeigt er sehr wenig Gefühle, sondern er argumentiert rational. Wenn ich ihn frage, wie er mich findet, meint er, dass er mich natürlich toll/ begehrenswert o.ä. findet, sonst wäre er doch nicht mit mir zusammen. 

Wo hört mein Narzissmus auf und wo beginnt seiner? Ich habe auch das Gefühl, dass er sich gerne als mein Lustobjekt sehen würde. Er gibt mir oft zu verstehen, dass ich im Grunde zu viel Sex möchte. Er gibt mir immer wieder das Gefühl, nur er sei etwas besonderes und begehrenswert und macht sich rar mir gegenüber. Es kommt mir vor, als wolle er in der Frauenrolle sein, in der er erobert werden muss. Er möchte auch oft Bestätigung für die Größe seines Penis. Mir hingegen als Frau gibt er nur sehr dosiert positives Feedback. Er erkennt nicht an, was er mit mir hat. Jedenfalls kann er dies nicht verbal äußern. Auch zieht er sich sehr oft emotional vor mir zurück, wie aus heiterem Himmel. Ich frage mich ob das wirklich "verliebt sein" sein kann, oder ob ich zu viel erwarte.

Seine konstruktiv verpackte Kritik an mir kommt öfter vor, als Positives, was er mir gegenüber äußert. Das bringt mich immer wieder in Selbstzweifel, weswegen ich auch oft ausraste. Er hingegen ist mit nichts wirklich aus der Ruhe zu bringen. Hinterher entschuldige ich mich oft und gleichzeitig ärgere ich mich, weil ich doch nicht nur verkehrt sein kann. Kann es sein, dass sich hier zwei Narzissten gefunden haben? und wenn ja, macht eine solche Beziehung sinn?, hat sie Zukunft?

Viele Grüße

...

 

 

Hallo ...,

 

 

1. Dass die mehrjährige Therapie bald zu Ende geht ist nicht schlimm, denn Sie können das ganze Leben lang Therapie machen. Vielleicht nicht mehr bei diesem Krankenkassentherapeuten, aber dafür bei dem größten Therapeuten, den es überhaupt gibt, dem Leben.

 

2. Manche Völker leben schon seit Jahrhunderten in Erdbeben- oder Überschwemmungsgebieten. Macht das Sinn? Offenbar ja, sonst wären die Menschen dort schon weggezogen.

So ähnlich ist es bei Ihnen beiden vielleicht auch.

 

Selbstverständlich steht es jeden frei, "wegzuziehen" und woanders ein neues Leben zu beginnen. Doch woher soll man wissen, ob es an der Zeit ist und sich nicht doch weiteres Hoffen auszahlt?

 

Eine Alternative wäre es, wenn beide Partner ihre Beziehungsfähigkeit miteinander entwickeln, so dass das Zusammensein leichter und schöner wird.

Vielleicht laden Sie Ihren Freund dazu ein.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 1. Februar 2008 19:08

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Erstberatung - Fragen

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

ich bin gerade auf Ihre Website und Beratung aufmerksam geworden. Gern würde ich Ihnen einige Fragen stellen. Ich lebe ca. 5 Jahre in einer festen Partnerschaft und seit drei Jahren wohne ich mit meiner Partnerin zusammen. Das Zusammenleben ist in der Regel sehr harmonisch und wir verbringen jede freie Minute miteinander. Ab dem Frühjahr bis zum Herbst fahren wir fast jedes Wochenende ... bis ... . Doch leider kommt es in einigen Situationen zu großen Spannungen. An gewissen Tagen ist meine Partnerin sehr gereizt und ich kann mit dieser Art bzw. diesen Situationen nicht umgehen und finde in diesen Momenten nicht die nötige Distanz. Ich bin diesen Situationen verbal nicht gewachsen. In diesen Situationen kommt es dann leider zu großen Streitigkeiten und wir bekommen uns sehr stark in die Haare; sei es Daheim, auf der Straße oder wie kürzlich im Auto. Jeder macht dem Gegenüber ungerechte und sehr gemeine Vorwürfe. Wir werden dann gemeinsam so ungerecht und steigern uns weiter in diese Situation hinein. Ich werde dann so wütend, dass ich meine Gefühle nicht mehr unter Kontrolle habe. Ich habe meiner Freundin auch wehgetan. Auf der Straße habe ich vor Wut ... . In meinem ganzen Leben habe ich mich noch nie geprügelt - nicht einmal auf dem Schulhof. Nie würde ich mich so aufregen, wenn ich meine Partnerin nicht so sehr lieben würde und mich von ihren ungerechten Worten so verletzen fühlen würde.

Ich möchte diese Situationen vermeiden und zukünftig aus dem Weg gehen. Natürlich möchte ich meine Partnerin nicht wehtun psychisch wie physisch und nicht, dass unsere Beziehung daran zerbricht.

Was raten Sie mir für Maßnahmen um diesen Situationen aus dem Weg zu gehen bzw. erst gar nicht entstehen lassen?

Kurzer Hintergrund zu uns: wir sind beide Akademiker, arbeiten in leitenden Positionen. Ich persönlich habe einen typisch ?heilen? Familienhintergrund deutscher bürgerlicher Mittelschicht. Könnte ein Grund sein, dass meine Eltern mich häufig mit drei Jahren allein im Haus gelassen haben, ich Angst hatte und in den Garten der Nachbarn kletterte und am Wohnzimmerfenster klopfte und um Asyl bat bzw. meine Elter mich mit 17 Jahren allein in ... gelassen haben.

Ich freue mich auf Ihr Feedback.

Beste Grüße

..

 

 

 

 

 

Hallo Herr ... ,

Gründe aus der Vergangenheit kann es alle möglichen geben, nur ob Ihnen das weiterhilft, wenn Sie die Gründe kennen würden, bezweifle ich.

 

Allerdings lebt von der Erforschung der Gründe eine ganze Berufsgruppe, nämlich die Psychoanalytiker und in Deutschland werden jährlich einige hundert Millionen Euro aus dem Fenster geschossen, um "die Gründe" zu erfahren.

Das freut mich natürlich für die Psychoanalytiker, denn so mit der Mutterbrust des Sozialstaates gefüttert, laufen diese wenigstens nicht Amok und das ist doch schon mal viel wert, wo doch Deutschland ohnehin schon von allerlei Terroristen gefährdet ist.

Mein Rat an Sie:

 

Nehmen Sie sich bei Ausflügen mit Ihrer Freundin Papiertüten mit, die Sie, wenn Sie ärgerlich werden, aufblasen und dann mit beiden Händen zusammenknallen. So setzten Sie ihre aggressive Energie in Handlung um, ohne jemanden zu schaden, von etwaigen Knalltraumen mal abgesehen.

Wenn Sie mit diesem Vorschlag nicht zufrieden sind, kommen Sie in unsere angeleitete Männergruppe, da können Sie eine Menge interessanter neuer Verhaltensweisen lernen.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 2. November 2007 12:40

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Sexualität, Weg finden, Leben

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin 27 Jahre alt, Student ... . Leider war mir bisher keine sexuelle Erfahrung vergönnt, die über streicheln und küssen hinaus ging, zeitenweise bereitet mir das irgendwo Sorgen, lässt mich an meiner „Normalität“ zweifeln – gepaart ist das alles mit großem Interesse für Philosophie, kritischem an der Oberfläche kratzen des Menschseins und damit einhergehend depressiven Phasen. Ich gelte überall als liebenswerter, vertrauenswürdiger Mensch, offensichtlich habe ich ein sehr einnehmendes Wesen, denn überall wo ich hinkomme, ernte ich Anerkennung und Respekt – obwohl ich gemerkt habe, dass ich auf Frauen durchaus attraktiv wirke, bin ich nach kurzer Zeit eher der gute Freund als der mögliche Sexualpartner.

Immer mal wieder habe ich versucht, meine Sexualität ins Internet zu tragen, meistens kam dabei aber nichts weiter raus als Elend und Frustration. Genau das passierte mir auch vergangenes Wochenende, in einer schlaflosen Nacht hielt ich mich wieder einmal in einem Erotikchat auf. Jedenfalls durchforstete ich aus Langeweile die Profile der Chatteilnehmer, ...  Unter diesem Profil war ein Link hinterlegt, den ich aus Langeweile anklickte. Was dabei zum Vorschein kam war schier grauenhaft:

...

 

 

Alles in allem fand ich die Szene wirklich ekelhaft, ich empfand Mitleid mit dem Mädchen, ... .

Dennoch, irgendwie stelle ich eine beunruhigende Ambivalenz in meinen Gefühlen fest – das Mädchen fand ich süß und durchaus attraktiv (was mich auch schon wieder bedenklich stimmt)– aber was ihm widerfahren ist, finde ich grauenhaft. Andererseits übt diese Unausweichbarkeit der Situation eine gewisse Faszination auf mich aus: wobei ich mir eher vorstelle, Opfer denn Täter zu sein. Andererseits stelle ich mir vor, dem Mädchen eine Decke über die Schulter zu legen, ihr zu sagen: alles wird gut, sie vor der Situation zu bewahren.

Um es noch einmal klarzustellen: ich finde solche Filme widerlich, schließlich kommen bei der Produktion real Menschen zu Schaden. Ich persönlich bin überzeugt von der Richtigkeit der 10 Gebote und des kategorischen Imperativs, demnach richte ich auch mein Leben danach aus.

Gerade deshalb schäme ich mich, diese ins Internet verlagerte Sexualität mit all ihren destruktiven Seiten will nicht so recht zu meiner sonstigen Lebensauffassung und –ausrichtung passen. 

Für mein Leben wünsche ich mir die Geborgenheit einer Beziehung, eine Frau zu finden, die mich versteht. Eine Frau zu finden, der auch ich Geborgenheit geben kann, die auch ich verstehe.

Ich wünsche mir eine Beziehung, die beiderseits das Leben sinnvoller macht, bei der beide gewinnen, in der jeder weniger ohne den anderen ist.

Deshalb schäme ich mich für meine Ausflüge ins Internet, ich habe Angst, auf einen falschen Weg abzurutschen. Das Ganze führt in eine Achterbahn aus Schuldgefühlen, Zukunftsangst und Depression, was mich wiederum daran hindert, das positive im Leben zu sehen und zu erkennen.

Ich würde mich freuen, wenn sie mir ein kurzes Feedback geben könnten, leider weiß ich nicht, an wen ich mich mit den Problemen, die mich umtreiben, wenden könnte.

Mit freundlichen Grüßen,

...

 

 

 

 

Hallo Herr ...,

hier mein Feedback auf Ihre Mail:

 

Sie schreiben:

"Für mein Leben wünsche ich mir die Geborgenheit einer Beziehung, eine Frau zu finden, die mich versteht. Eine Frau zu finden, der auch ich Geborgenheit geben kann, die auch ich verstehe.

Ich wünsche mir eine Beziehung, die beiderseits das Leben sinnvoller macht, bei der beide gewinnen, in der jeder weniger ohne den anderen ist."

 

Ich finde es gut, dass Sie ein klares Ziel haben, damit kann man schon mal eine Menge anfangen, im Gegensatz zu Menschen, die überhaupt nicht wissen, wo Sie hin wollen, sind Sie schon ein großes Stück weiter.

Nun gilt es noch den Weg zu gehen, auf dem Sie an Ihr Ziel kommen. Und der heißt naturgemäß Kontakt aufzunehmen, mit den Menschen oder Frauen Ihres Interesses. Dies können Sie natürlich nicht schaffen, in dem Sie sich Pornovideos ausleihen oder im Internet virtuell kommunizieren. Bestenfalls finden Sie beim Chatten eine Frau mit der Sie dann eine persönliche Begegnung vereinbaren. Dann sind Sie schon ein gutes Stück weiter, doch womöglich wird ihnen bei einem solchen Treffen Angst und Bange, Sie fangen an zu stottern und zu schwitzen. Wenn dem so wäre, dann liegt wie beim Hochsprung die Latte einfach zu hoch und es gilt erst ein mal etwas tiefer anzufangen und hinüberzuspringen. Da heißt es Üben, üben üben, so wie im Film "Und täglich grüßt das Murmeltier", den ich Ihnen empfehle.

Üben können Sie überall und jeden Tag, in der Bahn, auf der Arbeit oder in der Uni. Es gibt auch geeignete angeleitete Übungsgruppen, so etwa eine therapeutisch angeleitete Männergruppe oder eine gemischtgeschlechtliche Selbsterfahrungsgruppe.

Wenn Sie das überfordern sollte, können Sie auch eine Einzeltherapie beginnen, vielleicht aber nicht mit einem Verhaltenstherapeuten oder Psychoanalytiker, denn da erscheint mir die Gefahr doch recht hoch, dass da nicht viel bei rauskommt.

 

Viel Glück auf Ihrem Weg

 

 

 

Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Dienstag, 23. Oktober 2007 14:04

An: info@maennerberatung.de

Betreff:

 

hallo,

ich bin 33, verheiratet und habe 2 kinder. meine frau war mit freundinnen in ... ) und hat einen mann kennengelernt. sie hat sich mit ihm geküsst und ist am nächsten tag nach hause gefahren. nach ein paar tagen hat sie dann die telefonnummer des anderen rausgefunden und mit ihm regen sms-kontakt gehabt, mit ihm telefoniert, mails geschrieben und sich 3 mal mit ihm kurz getroffen ("nur Küssen"). jetzt ist er im ausland. das ganze ging 4 wochen. nun hab ich es rausgefunden und klar, sie ist traurig, ich auch. sie sagt, sie liebt (hat sich auch nicht verknallt o.ä.) ihn nicht, mich ja und möchte die familie nicht gefährden etc. der kontakt ist nun eingestellt, wir reden drüber, ihr ist es peinlich, ihr tut es auch leid und sie ist froh, dass ich gut reagiere etc. sie sagt auch, dass sie mich liebt und ich glaube ihr das.

einige punkte sind aber für mich naja, ich sage mal, schwer nachvollziehbar:

- ich spreche manchmal (sie sagt: zu oft) darüber, was ich gerne hätte

- ich möchte eigentlich nur, dass sie mir sagt, dass es ihr leid tut, dass sie es bereut, das sie mich liebt, dass sie mir von mir aus mal ne sms schreibt etc. (nicht mal oft, aber von ihr aus)

sie sagt, dass ich sie nicht drängen soll... sonst kommt nichts. sie muss erst mal einen klaren kopf bekommen etc.

ist das ok oder darf ich auch verlangen? ich verstehe sie ja sogar, aber irgendwie kann ich doch auch nicht doppelt das opfer sein oder doch. ich versuche ihr die zeit zu geben, damit sie es mir dann erklärt. ich glaube ich auch, dass sie bereut und dass sie mich liebt (s.o. sie hat es mir gefühlsmäßig bewiesen, sag ich mal). ich möchte auch gefragt werden, wie ich mich fühle, oder ob sie mir helfen kann-ich kann ihr nciht helfen, sagt sie (oder kann ich?).

wie verhalte ich mich am besten weiter?

vielen dank im voraus!

 mfg

...

 

 

 

 

 

Hallo Herr ... ,

 

Sie schreiben:

- ich spreche manchmal (sie sagt: zu oft) darüber, was ich gerne hätte

 

Haben Sie schon einmal versucht, mit einem Briefmarkenautomat zu sprechen, was Sie gerne hätten? Sie wissen doch sicher, dass Briefmarkenautomaten darauf keine Antworten geben können.

 

 

 

- ich möchte eigentlich nur, dass sie mir sagt, dass es ihr leid tut, dass sie es bereut, das sie mich liebt, dass sie mir von mir aus mal ne sms schreibt etc. (nicht mal oft, aber von ihr aus)

 

 

Was Sie mir schreiben, erinnert mich an den Buchtitel ""Wenn du mich wirklich liebtest, würdest Du gern Knoblauch essen."

Paul Watzlawick: "Wenn du mich wirklich liebtest, würdest Du gern Knoblauch essen. Über das Glück und die Konstruktion der Wirklichkeit"; Piper, München, 2006

 

 

 

Warum sollte Ihre Frau bereuen, dass sie mal einen harmlosen Seitensprung getan hat, der ihr wahrscheinlich gefallen hat und bei es dem offenbar noch nicht einmal zu sexuellen Kontakten gekommen ist?

 

 

- sie sagt, dass ich sie nicht drängen soll... sonst kommt nichts. sie muss erst mal einen klaren kopf bekommen etc.

ist das ok oder darf ich auch verlangen?

 

 

Ihre Frau hat ganz recht. Das ist genau so als wenn Sie eine Verfassungsbeschwerde an das Bundesverfassungsgericht senden. Da bekommen Sie auch keine Antwort, weil die dortigen Richterinnen und Richter "erst mal einen klaren Kopf" bekommen müssen und das kein bei der Verfasstheit unserer Verfassungsrichter manchmal Jahrzehnte dauern. Schließlich sind das Juristen, bei denen dauert eben alles ein wenig lange.

Verlangen können Sie übrigens alles mögliche, solange es keine Nötigung ist. Eine Vergewaltigung oder eine Sitzblockade vor dem Bundesverfassungsgericht ist eine Nötigung. Bittbriefe dürfen Sie wie zur Zeit des Zaren selbstverständlich überall hinschreiben, solange es nicht zur Belästigung wird, dass kann dann schon wieder strafrechtlich zu Buche schlagen.

 

- aber irgendwie kann ich doch auch nicht doppelt das opfer sein

 

Wenn Sie sich zum Opfer machen, dann können Sie sich nicht hinterher nur bei sich selbst beschweren, dass Sie Opfer sind. Hören Sie einfach auf, sich zum Opfer zu machen.

 

- ich möchte auch gefragt werden, wie ich mich fühle,

Dann sollten Sie sich vielleicht mal mit einem Psychotherapeuten zusammen setzen, der danach fragt, aber nicht hundert Jahre warten, dass Ihre Frau das mal tut und bei der langen Warterei so ärgerlich werden, dass Sie schließlich Ihre Frau schlagen.

 

 

- wie verhalte ich mich am besten weiter?

In dem Sie einfach mal nicht gucken, wie Sie Ihre Bedürfnisse leben können, ohne sich selber in vorprogrammierter Weise frustrieren.

 

Eine Paarberatung, aber auch eine Einzelberatung - so wie hier per Mail angefangen - kann da ganz hilfreich sein.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 21. September 2007 09:47

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Hilfe

 

Guten Tag, Damen und Herren,

Wir sind 17 Jahre verheiratet und haben zwei Kinder. Ich merke unsere Ehe läuft nicht gut, oft streit über Haushalt, Geld, Auto, Kinder und Beruf. Mein Mann ist arbeitslos sitzt zu Hause. Aber er kümmert sich nicht um den Haushalt und Kinder auch nicht. Er telefoniert mit dem Handy den ganzen Tag. Ich habe oft mein Mann gesagt, er soll im Haushalt helfen in Ordnung bringen und sauber halten. Bin Berufstätig ganztags und oft abends spät nach Hause und kümmere mich noch um den Haushalt und die Kinder. Meine Mutter glaubt mir nicht, ich wäre schuld. Meine Mutter sagt mein Schwiegersohn macht alles so gut und glaubt ihm und mir nicht. Meine Mutter bedroht mich und ich wäre schuld. Das verstehe ich nicht. Bin zu zeit viel stress von Beruf und Haushalt. Ich habe immer Probleme meine Gesundheit wegen Eierstockzysten schon 6 cm groß vom stress. Ihn interessiert überhaupt nicht meine Gesundheit und der Haushalt. Mein Mann braucht immer Donnerstags das Auto, um seine Geliebte zu treffen. Ich habe immer Probleme wegen Auto muss zur Arbeit gehen. Können sie mir einen Rat geben?

Ich würde mich freuen per Mail antworten.

 

Mit freundlichen Grüssen

...

 

 

 

Hallo Frau ... ,

vielleicht überlegen Sie, ob Sie sich von ihrem Mann trennen. Dann haben Sie all den Ärger nicht mehr.

 

Oder haben Sie eine bessere Idee?

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 2. August 2007 14:37

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Komplexe bei meinem Freund

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

ich hab im internet ihre seite entdeckt u. dachte mir ich meld mich mal weil ich ein sehr großes problem mit meinem freund bzw. ex-freund hab.

es ist folgendes: er hat mit mir von heute auf morgen ganz plötzlich schluss gemacht obwohl alles perfekt gelaufen ist, wir lieben uns sehr u. ich versteh seine entscheidung einfach nicht. wenn wir rumgeschmust haben u. ich seinen penis berühren wollte hat er immer meine hand sofort weggezogen, seine erste freundin hat ihn deshalb verlassen, weil er nur 9cm hat, also weil sein penis nur 9cm groß ist. denken sie dass er deshalb immer meine hand weggezogen hat, weil er so starke komplexe hat u. angst hat, ich könnte ihn auch verlassen, weil das seine erste freundin auch gemacht hat. er hat wirklich jedesmal meine hand weggezogen und jedesmal gefragt ob mir das zu wenig ist die 9cm wenn ich seinen penis berühren wollte.

denken Sie er hat deshalb mit mir schluss gemacht weil diese ängste u. komplexe so stark sind, dass er die liebe zu mir verdrängt.

es ist komisch, weil er immer gesagt hat er will nicht dass das mit uns jemals aufhört u. ich bin die richtige für ihn.

können Sie mir bitte sagen wie ich ihm beweisen kann, dass ich ihn liebe so wie er ist? ich habs ihm schon so oft gesagt aber er glaubt mir einfach nicht denk ich!

wie kann ich ihm das denn begreiflich machen und was sagen sie dazu?

er hat auch 4 wochen gewartet bis er das erste mal mit mir geschlafen hat. ein zeichen, dass er komplexe hat?? ich will ihn wirklich zurück, nur wie beweis ich ihm dass ich ihn so liebe wie er ist?

vielen dank u. liebe Grüsse

...

 

 

 

Hallo ... ,

Sie brauchen Ihrem Freund gar nichts zu beweisen. Er hat ja auch nicht darum gebeten. Wenn Sie ihn mögen und umgekehrt er Sie, dann reicht das völlig aus. Und wenn sie sich dann beide noch Ihre Zuneigung zeigen können, um so besser.

Ansonsten teilen Sie ihm einfach mit, dass Sie ihn nach wie vor gern haben und sich freuen würden, wenn er wieder den Kontakt aufnimmt.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Montag, 11. Juni 2007 20:06

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Männerberatung

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

 

ich bin 28 Jahre alt und habe folgendes Problem:

Beim Anblick einer Frau richtet sich mein Blick automatisch und unterbewusst auf sie, verharrt dort und ich bin nun bewusst versucht einen unauffälligen Blick auf ihren Körper (insbesondere Busen und Hintern) zu erhaschen. Selbst in Gegenwart meiner Freundin kann ich dies nicht unterbinden.

Mich freut dabei der Anblick der Weiblichkeit, erregt mich sexuell jedoch normalerweise nicht. Vielmehr betrachte ich die weichen Kurven des weiblichen Körpers wie ein Kunstgemälde.

Ich halte die Blicke der Männer auf den Körper einer Frau im Rahmen der instinkthaften Auswahl einer Partnerin für die Fortpflanzung für legitim. In meinem Fall jedoch ist dieser Blick viel zu häufig und stellt fast keine Ansprüche an das Aussehen der Frau (obwohl ich überdurchschnittlich gut aussehe). Lediglich die Intensität meiner Blicke steigert sich mit der Attraktivität und einer freizügigeren Kleidung.

Überaus problematisch wird die Situation bei einem ganz bestimmten Typ Frau. Bei diesem Typ gerate ich regelrecht ins Starren, scanne die Frau und auch ihr Verhalten und ihre Gestik regelrecht ab. Häufig geschieht dies bei flüchtigen Bekannten, weniger bei Fremden auf der Straße.

Dieser Typ entspricht jedoch nicht meinem Schönheitsideal. Vielmehr ist er unkompliziert im Umgang, fröhlich, hat einen Bauchansatz (ich mag Schlanke), hat üppigen Busen (ich mag kleine) und leicht zum Sex zu überreden.

Dieses Starren geschieht vollkommen unterbewusst und total zwanghaft. Ich muss mich regelrecht davon losreißen.

Ich möchte mich von diesem zwanghaften Betrachten der Frauen befreien. Ich mache mich dadurch lächerlich. Zudem entwürdigt es die betrachtete Frau, da ich ihr Einverständnis nicht habe.

Können Sie mir einen Rat geben, wie ich am besten vorgehe?

 

Vielen Dank für Ihr Beratungsangebot

Mit freundlichen Grüßen

...

 

 

 

 

 

Hallo Herr ... ,

wie Sie sich helfen können - nichts leichter als das. Besorgen Sie sich in den nächsten Tagen eine Sonnenbrille und immer wenn Sie merken, dass Sie eine Frau anstarren, dann holen Sie einfach die Sonnenbrille raus und setzen Sie auf. Dann bemerkt niemand, dass Sie die Frau anstarren. Wenn es aber niemand bemerkt, dann stört es auch keinen. Sie wissen ja, was ich nicht weiß, macht mich nicht heißt.

Der Volkssänger Heino trägt ja schon seit Jahrzehnten eine Sonnenbrille und niemand nimmt ihm das übel.

Wenn keine Sonne scheint, sieht das zwar etwas ungewöhnlich aus, wenn man dennoch mit Sonnenbrille herumläuft. Aber es kann ja sein, dass man eine Lichtallergie wie Hannelore Kohl hat und dann haben die Leute dafür Verständnis, wenn man ihnen das so erklärt.

 

Im übrigen ist das Angucken von Menschen an sich nicht strafbar. Im Strafgesetzbuch steht auch nichts darüber, dass das Anstarren strafbar wäre. Problematisch wird es erst dann, wenn es von der angestarrten Frau als Belästigung empfunden wird. Spätestens dann sollte man aus Respekt vor der Frau weggucken. Aber wenn Sie eine Sonnenbrille tragen, wird sich diese Frage nicht stellen.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Sonntag, 13. Mai 2007 14:45

An: info@maennerberatung.de

Betreff: E-Mail Anfrage

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

auch wenn man ein bißchen viel scrollen muß, finde ich Ihre Website sehr ansprechend und da Sie ja schreiben, daß Sie auch Anfragen von Frauen beantworten (zumal es eine Männer-Frauenfrage ist) wende ich mich hiermit an Sie.

 

Vor zwei Jahren habe ich mich wegen Bernd von meinem damaligen Freund getrennt. Bernd hat sich damals "begonnen" von Uta zu trennen, Uta ist dann vor über einem Jahr bei ihm ausgezogen. Seitdem ist es immer wieder ein hin und her. Bernd will im Kopf mit der alten Beziehung abgeschlossen haben, bevor es mit uns "richtig" losgeht, "schafft" es aber nicht (er war auch beim Psych., der sagte, es handelte sich um eine ...störung, wovon ich dachte, das sei eher nach Zugunglücken etc.) und ich trenne mich immer mal wieder im Kopf oder auf dem Papier aber will eigentlich den Abschied nicht. Er ist unglücklich, aber ändert nichts an der Situation. Ich habe natürlich Probleme damit, mich darauf komplett einzulassen (ich stehe jetzt einfach vor Deiner Türe und wir versuchen das wirklich und wenn es nicht geht, dann wissen wir es wenigstens), da er immer wieder sagt, wie sehr er die alte Beziehung vermißt, aber zurück geht er halt auch nicht, obwohl wir darüber offen geredet haben. Dazu kommt, daß ich in X lebe und er in Y . Jetzt habe ich einen Job in Z (...  und kann eigentlich meinen Standort frei wählen.

Mir ist klar, und sie werden nicht der Erste sein, mir das zu sagen, daß die ganze Geschichte, so lange wie sie sich hinzieht, unerfreulich klingt und man sich fragt, ob der Mann nicht sein "ich kann nicht, weil ich psychisch so fertig bin" nicht ehrlicherweise mit einem "ich will nicht" ersetzten sollte. Mein Dilemma ist auch, daß er wirklich massive psychische Probleme durch die Trennung bekommen hat, ich aber nicht in rein altruistischer Weise dazu stehen kann, da ich ja auch mit ihm zusammensein will. Das resultiert dann in seinem Vorwurf, ich wolle ihn zum "funktionieren" bringen. Von Außen bekomme ich sinngemäß gesagt, häng den Typen doch endlich an den Nagel, der verarscht dich doch.

Dennoch denke ich darüber nach, selbst eine klare Haltung zu beziehen. Ich sage selbst oft zu ihm, nun, wenn Du nur der alten Beziehung hinterherhängst, dann können wir ja nicht zusammen anfangen. Die Präsenz dieser alten Beziehung, die ich mal mit ... , verglichen haben, schmerzt mich und kratzt an meinem Selbstbewußtsein. Nun, von der Situation mit Z ausgehend, möchte ich ihm sagen/vorschlagen, daß ich bei ihm einziehen will. Ich weiß, daß seine Gefühle diesbezüglich eine einzige Achterbahn sind. Er weiß nicht, was er will oder kann es vor sich nicht zugeben. Es wäre ein bißchen Willen aufzwingen, ein bißchen der Versuch, einfach die Entscheidung in die Hand zu nehmen, die er nicht trifft. Ist das zu krass? Was tue ich, wenn er sagt - was er sagen wird - ich weiß nicht, ob ich das schaffe? Kann man so verkorkste Situationen überhaupt noch umdrehen? Ich kenne das nicht: Ich weiß immer, wen oder was ich will.

Ich kann auch zwischen sentimentalem Rückblick und wirklich noch vorhandener Liebe für einen Exfreund unterscheiden. Mir fällt es schwer, ihn da zu verstehen. Er ist mit der Frau seit er 24 war zusammen gewesen ... , hat ein schwaches Selbstwertgefühl und ist hochintelligent. Sein Problem mit mir ist, daß er seine Rolle nicht findet, da ich eine eigenständige Persönlichkeit bin und er das Gefühl hat, ich bräuchte ihn nicht. Nun, zum Überleben nicht, aber als Mensch schon und ich schätze ihn sehr.

Damit will ich mal abschließen, danke schon mal fürs lesen und ich lasse mich gerne überraschen. Wenn Ihnen die Anfrage zu lang ist, überweise ich auch gerne 10 Eur oder mehr. Vielleicht ist es auch sinnvoll, basierend auf dieser Anfrage ein Telefonat zu führen?

Mit freundlichem Gruß,

 

 

 

 

 

Hallo Frau ...,

 

1. Danke für das kleine Lob hinsichtlich meiner Website. 

 

2. Die Psychologen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber drauf an sie zu verändern.

Psychologen wie der von Ihnen genannte, sind hochkreativ im Erfinden sogenannter psychischer Krankheiten, egal ob sie diese nun "Anpassungsstörung" oder "Soziale Phobie" nennen. Leider haben die meisten Psychologen keine Ahnung davon, wie man Menschen helfen kann. Darum werden Psychologen in unserer Gesellschaft auch hoch bezahlt, denn es geht ja in unserer Gesellschaft, wie auch schon in der DDR darum, möglichst nichts zu verändern, denn das könnte zu Unruhe und Verlust von Pfründen führen, das kann aber keiner wollen, der an den staatlichen Futtertöpfen naschen darf. 

So weit zur Gesellschaftskritik.

 

3. Ich schlage vor, Sie stellen beim Vormundschaftsgericht einen Antrag auf Entmündigung Ihres Freundes und schlagen sich gleich selbst als seine zukünftige Betreuerin vor. Wenn er erst einmal entmündigt worden ist, darf er von da an ganz offiziell sagen, dass er für nichts Verantwortung trägt und dass Sie als seine Betreuerin von nun an für ihn entscheiden. Sie sind dann in einer komfortablen Lage, denn Sie können ihm von da an sagen, wo es lang geht. Nur Sex und ähnliche menschliche Sauereien dürfen Sie dann nicht mit ihm haben, denn als Betreuerin dürfen Sie keine intimen Kontakte mit Ihrer Klientel unterhalten.

Wenn Sie es nun vorziehen, doch nicht Betreuerin Ihres Freundes zu werden, dann richten Sie sich bei Ihrem Freund auf ungefähr 5 Jahre, besser aber noch 10 Jahre Selbstfindung ein. So viel Zeit braucht er mindestens, um zu wissen, was er will. Manche brauchen noch länger und werden Mitglied bei der SPD, die schon seit über 100 Jahren auf der Suche nach sich selbst ist. 

Während dieser Zeit der Selbstfindung sollten Sie - ähnlich wie von einem Kranken - von Ihrem Freund nichts erwarten. Wenn Sie diese Last auf sich nehmen wollen, dann ist Ihr Freund genau der richtige für Sie. Ich würde Sie dann auch für eine Auszeichnung mit der Mutter Theresa Verdienstmedaille vorschlagen wollen.

 

4. Wenn Sie nach meinen hoffentlich wegweisenden Ausführungen die Idee haben, ich könnte Ihnen weiterhelfen, dann sollten wir mal telefonieren. Für diesen Fall bitte ich um Vorabüberweisung von 20 Euro für ein dreißigminütiges Telefonat.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Montag, 14. Mai 2007 18:53

An: mb

Betreff: E-Mail Anfrage

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

eine Antwort wie jene, die Sie mir haben zukommen lassen, erschiene mir als ungeeignet zur Veröffentlichung auf Ihrer Website. Ehrlich gesagt hat sie mich etwas überrascht und ich habe mich innerlich gefragt, auf wen Sie eigentlich so sauer sind. Da meine bisherigen Beziehungen ausschließlich mit Männern waren, die keinerlei Lebenshilfe bedurften, halte ich das Helfersyndrom bei mir für wenig ausgeprägt. Dennoch verbirgt sich zwischen den provokativen und mit Verlaub ruppigen Zeilen natürlich eine Wahrheit und die Provokation hat vermutlich System.

Diese Wahrheit ist aber keine neue für mich. Mir geht es darum, was ich für mich tun kann, unter der Voraussetzung daß ich diese Beziehung weiterführen will. Gibt es überhaupt Strategien, sich aus dem Helfer/Opfer - oder wie auch immer man das nennen soll - Kreis herauszuziehen? Habe ich andere Handlungsoptionen als mich endgültig zu trennen? Kann ich eine Grenze ziehen? Ich hatte direkt nach der Trennung einige Therapiesitzungen gemacht und der Therapeut hat eine ähnliche harte Haltung wie sie vertreten (minus Mutter Theresa). Das hat mir aber ehrlich gesagt nichts gebracht.

Wenn wir darüber reden können, freue ich mich, wenn Sie mir Ihre Kontoverbindung und einen Telefontermin nennen. Ich kann Ihnen dann das Geld gleich überweisen und einen Online-Beleg schicken. Am Donnerstag und Freitag habe ich ganztägig Zeit, sonst Abends ab 20:00, auch heute noch.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

 

 

 

 

 

Hallo Frau ... ,

 

ich habe um das Risiko gewusst. Aber sie haben ja geschrieben:

"Damit will ich mal abschließen, danke schon mal fürs lesen und ich lasse mich gerne überraschen."

Nun haben Sie die Überraschung.  

 

 

Mag sein, dass meine "Wahrheit" nicht neu ist, die Provokation hat aber offenbar gewirkt und das ist immerhin schon etwas.

 

Sie schreiben: "Mir geht es darum, was ich für mich tun kann, unter der Voraussetzung daß ich diese Beziehung weiterführen will. Gibt es überhaupt Strategien, sich aus dem Helfer/Opfer - oder wie auch immer man das nennen soll - Kreis herauszuziehen?"

Es gibt sie. Sie besteht z.B. darin, dass Sie sich loslösen von Ihrer Vorstellung, wie es sein sollte und sich damit anfreunden, was ist. Was Sie beeinflussen können, das tun sie, was sie nicht beeinflussen können, das lassen Sie und lernen dies auch mit Gelassenheit zu akzeptieren.

 

Oder mit Perls gesagt:

"Wir wollen nun auch die Bedeutung des Leidens untersuchen. Die schöpferische Lösung, so haben wir gesagt, ist den kriegführenden Parteien nicht bekannt; sie ergibt sich erst aus dem Konflikt. In diesem Konflikt werden die Parteien, ihre Gewohnheiten und Interessen, teilweise zerstört; sie erleiden Niederlagen und Schmerzen, In sozialer Kooperation streiten sich die Partner also und machen sich kaputt, sie hassen den Konflikt. Der Dichter, der ein Gedicht macht, ärgert sich über ein störendes Bild, das sich eindrängt, oder über einen Gedanken, der ihn vom Thema wegführt; er zerbricht sich den Kopf, klammert sich an seinen Vorwurf, kommt durcheinander und ins Schwitzen. Wer in einen Konflikt verwickelt ist, kann den Schmerz aber nicht vermeiden, denn ihn jetzt zu unterdrücken, würde nicht Lust, sondern Unlust bereiten, Langeweile, Unbehagen und nagenden Zweifel. Außerdem wirkt der Konflikt selbst im Schmerz noch erregend. Wie wird nun der Schmerz tatsächlich am Ende doch noch verringert?

Indem man schließlich »aus dem Weg geht«, um die große Regel des Tao zu zitieren. Man löst sich von seiner vorgefaßten Idee, wie es ausgehen »müßte«. Und in die so entstandene »fruchtbare Leere« strömt die Lösung ein. Das heißt, man wird handgemein, spielt die eigenen Interessen und Fertigkeiten aus, läßt sie aufeinanderprallen, um den Konflikt zuzuspitzen und um sie zerstört und verändert in die heraufdämmernde Idee eingehen zu lassen; und schließlich klammert man sich an seine Interessen nicht mehr als an die »eigenen Interessen. In der Erregung des Schöpfungsvorgangs findet man zu einer schöpferischen Unparteilichkeit zwischen den sich befehdenden Kontrahenten, und dann, in einem ganz unverantwortlichen, fröhlichen Gemetzel, tobt nun wahrscheinlich jeder der Kontrahenten alle seine Aggressionen für und wider die eigene Seite aus. Aber das Selbst wird nun nicht länger zerstört, denn es findet jetzt erst heraus, was es ist.

Die Frage ist nun wieder, ob dieselbe Interpretation der Bedeutung von Schmerz und Leiden und der Mittel, sie zu lindern, für somatische wie für emotionale Schmerzen und Leiden gilt. Wir wollen uns für einen Augenblick vergegenwärtigen, welches die Funktion von Schmerz ist.

Schmerz ist in erster Linie ein Signal; er lenkt Aufmerksamkeit auf eine unmittelbar drohende Gefahr, zum Beispiel für ein Körperorgan. Die spontane Reaktion ist, aus dem Weg zu gehen, oder, wenn das nicht möglich ist, den Gefahrenherd zu vernichten. Kreatürliches Leben bleibt beim Schmerz oder Leiden nicht lange stehen; wenn der Schaden fortwirkt und nichts sinnvoll getan werden kann, um ihm abzuhelfen, wird das Lebewesen für den Schmerz taub oder sogar ohnmächtig. (Die neurotische Reaktion, den verletzten Körperteil zu berühren, um den Schmerz hervorzulocken, ist ein Wunsch nach Empfindung an der unempfindlichen Stelle; auch dies ist wahrscheinlich ein nützliches Signal, wenn auch schwer zu interpretieren.)

Welches ist nun die Funktion langwierigen Leidens, wie es unter Menschen häufig ist? Wir wollen die Vermutung wagen, daß es uns dazu bewegen soll, uns des unmittelbar gegenwärtigen Problems anzunehmen und dann aus dem Weg zu gehen, alle Kräfte gegen die Gefahr aufzubieten und dann aus dem Weg zu gehen, nutzloses Befangensein zu lockern, den Konflikt toben und zerstören zu lassen, was zerstört werden muß."

 

Frederick S. Perls; Paul Goodman; Ralph F. Hefferline: “Gestalttherapie. Grundlagen“, dtv, 1979

 

 

Ich kann Ihnen leider erst für den nächsten Montag ein Gespräch anbieten. 

 

 

Möglicherweise werde Sie danach sagen, dass es nichts gebracht hätte und ich würde Ihnen dann antworten, dass das Ihre Programmierung ist, das es nichts bringt.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 22. März 2007 12:23

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Anfrage 

 

Hallo Herr Thiel!

Ich bin 40 Jahre alt. Ich habe eine mehr oder weniger starke Angst vor Frauen. Wenn ich mit einer Frau zusammenkomme, senke ich meinen Blick wie automatisch auf die weiblichen Intimbereiche, also Busen und den Genitalbereich. Das ist mir aber in der täglichen Begegnung mit Frauen nicht angenehm. 

Die letzten vier Jahre waren sehr anstrengend für mich, das hat sich offenbar auch in körperlichen Veränderungen meiner Hoden und meines Penis niedergeschlagen (Verkleinerung).  Zur Zeit bin ich sexuell völlig lustlos. 

Seit meiner Pubertät habe ich massive Auseinandersetzungen mit meiner Mutter. Durch ein Studium der Sozialwissenschaften habe ich versucht, Klarheit über diese Konflikte zu bekommen. Leider hat dies letztlich nicht dazu geführt, dass ich die inneren und äußeren Auseinandersetzungen mit meiner Mutter vernünftig abschließen konnte. 

Was mich aber aktuell beschäftigt, ist die Frage, wie ich meine zwanghafte Blickfixierung auf Busen- und Genitalbereich von Frauen auflösen kann. Haben Sie dazu eine Idee?

Danke.

... 

 

 

 

 

 

Hallo ... ,

das Problem ist sicher nicht, dass Sie Frauen auf Busen und den Genitalbereich gucken, sondern dass Sie Frauen nicht ins Gesicht gucken, denn dabei würden Sie sich vermutlich emotional mit Ihrer Mutter und mit Ihrem Selbstwertgefühl konfrontieren.

Wenn Sie hier, etwas ändern möchten, dann üben Sie jeden Tag, Frauen ins Gesicht zu gucken. Im Bäcker, im Jobcenter und wo auch immer. Wenn Ihnen das zu gefährlich erscheint, machen Sie einen Termin bei einer kompetenten weiblichen Therapeutin aus, mit der Sie sicher das "ins Gesicht schauen" erlernen können.

Im übrigen können Sie sich auch mal Ihrem Vater zuwenden und sich da ein paar männliche Energien abholen, die Ihnen vielleicht fehlen. Wenn Ihr Vater dafür nicht in Frage kommt, können Sie sich einen guten männlichen Therapeuten suchen oder auch an einer fachlich kompetent angeleiteten Männergruppe teilnehmen. 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 27. Februar 2007 11:46

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Beziehung

 

Hallo, ich schreibe eigentlich um objektiv eine Meinung zu bekommen. Ich denke ich bin den Themen gegenüber zu emotional und einen klaren Kopf zu bewahren. Ich bin 21 Jahre und mein Problem besteht seit 4-5 Jahren. Seit eben dieser Zeit bis heute ist es mir nicht gelungen eine Beziehung zu Frauen zu erhalten. Mein Verbrauch von Frauen macht mich stutzig.

Ich denke ich suche zu stark nach einer Beziehung und genau dass, verhindert diese. Am Anfang läuft es meist gut, aber nach 2-3 Wochen habe ich immer schon das Gefühl das es nicht hinhaut und werde dann der Frau gegenüber sehr fordernd bzw nervig. Ich glaube ich such zu intensiv die Nähe und das schreckt die Frauen wieder ab. Was dann zurückbleibt ist jedesmal ein Gefühl als hät ich meine große Liebe verloren, was wohl nicht jedesmal sein kann. 

Ich glaube für mich erkannt zu haben das ich mehr im Partner such als er mir geben kann. Genauer Halt im Leben, dieser fällt und steht mit dem Partner.

Aber ist es denn falsch auch vom anderen ein wenig abhängig zu sein? Wenn ich völlig mit mir zufrieden bin was kann mir ein Partner dann noch geben?

PS: Danke im Vorraus für eine Antwort

 

 

 

 

 

 

Hallo ...,

es ist nach meiner Ansicht völlig in Ordnung, wenn man sich vom Partner auch abhängig fühlt. Sie scheinen mir da völlig normal.

 

Sie haben nur noch nicht die richtige Frau gefunden, die gut zu Ihnen passt. Aber ich denke bei so vielen Frauen die es gibt, wird es früher oder später klappen.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Montag, 22. Januar 2007 22:04

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Was ist mit meinem Freund los?

 

Hallo,

ich habe seit ca. 6 Wochen eine "Krise" mit meinem Freund. Ich habe ihn auf der Arbeit kennengelernt und wir waren uns einig dieses nicht an die große Glocke in der Firma zu hängen. Wir sind seit 7 Monaten zusammen und er wirft mir auf einmal vor, nicht zu ihm zu stehen in der Firma, was natürlich quatsch ist. Zudem hat er große finanzielle Probleme und Schwierigkeiten eine neue Stelle zu bekommen. Seitdem geht er mir aus dem Weg und vermeidet es sich mit mir zu treffen. Wir telefonieren aber mehrmals die Woche doch recht lange miteinander. Nun meine Frage, Ist sein Verhalten normal? Ich kann damit nicht richtig umgehen und versuche ihn zu verstehen, weil ich ja auch unsere Beziehung retten will. Habt Ihr einen Rat für mich oder könnt ihr mir sagen warum er sich so verhält? Ich komme nicht an ihm ran.

Vielen lieben Dank,

es grüßt ... 

 

 

 

 

 

Hallo ... ,

versuchen Sie nicht Ihren Freund zu verstehen. Das ist das einfachste, was Sie tun können. Wahrscheinlich versteht er sich nicht einmal selber, warum sollten Sie das dann besser können als er.

Lassen Sie ihn einfach so, wie er ist und tun Sie die Sachen, die aktuell auch noch wichtig und interessant sein können. Dass er Ihnen wichtig ist, haben Sie ihm sicher schon gesagt, Sie brauchen das daher nicht jeden Tag erneut sagen. Wenn er Interesse an Ihnen hat, wird sich die Beziehung wieder einrenken, wenn er kein Interesse hat, dann ist es auch nicht Ihrer Mühe wert.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 17. November 2006 15:23

An: info@maennerberatung.de

Betreff: anfrage Männer?!?

 

Guten Tag miteinander

Ich habe ihren link im internet gefunden und möchte gerne ihre meinung zu meiner beziehung erfahren. Allora,

vor ... monaten lernte ich im parship meine jetzigen partner kenne, wir fühlten uns sofort sehr nahe und verbunden - nicht nur körperlich sondern auch von den interessen und im herzen. wir verbrachten viel zeit miteinander und 3 - 5 nächte die woche. nach 3 monaten fand sich eine haarnadel im bett und er beteuerte, dass dies nichts zu bedeuten habe, bestimmt aus einem Zierkissen gefallen sei (welche jedoch hermetisch mit einem reissverschluss verschlossen sind) und evtl. von einer ex stamme. ich war verliebt und liess die sache ruhen auch im wissen, dass er seit 6 jahren offenbar single war und evtl. auch nicht ganz treu. zudem verschickte er ständig zu den verschiedensten zeiten sms auch in meinem beisein

mich rief und ruft er auch heute noch täglich an und verschickt 2 sms pro tag.

anfangs oktober fuhr ich mit meinen kindern in urlaub, auch ins ausland resp. wenn er beruflich im ausland ist rief er täglich, v.a. nachts an und beteuerte wie sehr er mich vermisse. 1 woche davon war auch er im ausland, so kam es, dass ich ihn nach meinen Ferien direkt von Flughafen abholte und zu ihm nach hause fuhren (wir wohnen nicht zusammen). Seither verstehe ich die Welt nicht mehr, die ganze situation hat sich um 180° gedreht. begonnen hat es bereits nach seiner ankunft vom flughafen, als gegen 22.30 uhr das tel.

klingelte er abnahm, hoi sagte und er rufe zurück, eine dame am anderen ende fragte nur warum, dann wurde aufgelegt. im schlafzimmer fielen mir dann auch flecken im laken auf und eine flasche wasser "auf meiner seite".

Item, zwei tage später am sonntag klingelt wieder gegen 10 morgens das tel. und er meint nur, ich habe keine lust es abzunehmen und lässt es weiterklingeln. (3 tage später war seine Wohnung auf hochglanz gebracht und die dusche mitsamt der glastüre piekfein geputzt, wo er doch eher larsch ist). für dienstag haben wir abends abgemacht, er ist gegen 21 uhr noch nicht bei mir und ich versuche ihn anzurufen - er nimmt das handy nicht ab. 10 minuten später ein sms, er sei mit seiner assistentin, welche ich auch kenne beim nachtessen und käme nachher vorbei. ich kombiniere natürlich, wenn eine frau in seiner begleitung ist, nimmt er das tel.nicht ab. zudem war ich am gleichen tag bei einer freundin, welcher ich zeigte, wie man sich im ... einloggt und wer erscheint da mit foto bei den partnervorschlägen -mein partner. als er dann nach dem nachtessen gegen 22.30 bei mir ankommt, versuche ich mit ihm bezüglich tel. und parship zu reden. er sagte, nach einigen hin und her, dass da eine verehrerin angerufen habe, dies sei jedoch nicht von bedeutung, da er mich liebe, mich mit mir verbunden fühle.

zum ... meinte er, dass er zufälligerweise an diesem tag drin war,, weil er das abo überprüfen wollte, welches in 8 tagen ablaufe. o.k. ich liess es wieder ruhen, zeigte ihm jedoch, dass mir das ganze irgendwie zweifel auslöst. 3 tage später logge ich mich mit einverständnis einer anderen freundin mit deren daten im parship ein, er ist noch drin mit dem ganzen profil, so klicke ich ihn an, und was macht er, erklickt 2 mal zurück und schreibt mich am dritten tag an (im nachhinein sagte er, dass er gemerkt habe, dass da etwas nicht stimme), so schreiben wir uns etwa 8 tage lang hin unsd her, anhand meiner antworten war es klar, mit wem er schrieb, er dachte jedoch lange zeit, dass es eine freundin von mir war. also das ganze spiel dauerte mehr als eine woche, mir ging es nicht besonders (v.a. weil ja die abozeit hätte abgelaufen sein sollen und wir schrieben uns noch immer). wir trafen uns auch mehrmals, ohne dass einer von uns das mailen ansprach, mein partner bemerkte jedoch, dass ich mich nicht gut fühlte. Also nach 8 tagen platzte dann die bombe, er war sehr verärgert, schmollte und grollte und fand es ungeheuerlich, dass ich ihn kontrollieren würde - obschon, er hat mich angeschrieben nicht umgekehrt. ich fragte ihn auch bezüglich der flecken an, denn das bett war noch nicht neu bezogen (die flecken versuchte er jedoch zu entfernen), es ergab keine überzeugende antwort, irgendwann sagte er einmal ich bin wütend auf sie (was oder wer immer er auch meinte) und wir wechselten die laken. er musste wieder für ein paar tage ins ausland und ich bot ihm an, ihn vom flughafen abzuholen, er sagte jedoch, dass er zu müde und hässig sei, er gehe nach hause schlafen und würde morgen (sonntag) anrufen damit wir abmachen können. als ich ihm sonntag gegen 10 uhr anrief nahm er das handy nicht ab, so kaufte ich frische brötchen und machte mich auf den weg zu ihm. kurz davor rief er mich an, und ich signalisierte ihm dass ich unterwegs sei. er meinte, das sei o.k. es blieben ihm 20 minuten. als ich auf dem weg zu seinem haus war, kam mir eine frau entgegen, welche einen ziemlich bedrückten, frustrierten eindruck machte (vielleicht kam die nur zufälligerweise des weges). er öffnete mir bereits angezogen die türe und machte sogleich kaffee. die geöffnete Schlafzimmertüre zeigte eine hinauf-gezogene bettdecke, ich erwaretete eher ein ungeordnetes bett. nach dem fühstück las ich noch in der zeitung bis er seine sportsachen bereit gelegt hatte und was macht er noch, er ziegt das laken ab und gibt es sogleich in die waschmaschine startet das programm. als ich ihn deswegen frage sagte er nur, er wollte meine beobachtungsgabe testen (ich sagte ihm klar, dass dieses verhalten sehr verletzend sei). für dienstag haben wir abgemacht, dass er zu mir zum nachtessen und übernachten kommt. kurz zuvor rief er an, dass er zwar komme aber nicht bleiben könne er müsse früh auf (obschon er 2 tage später in den urlaub fährt blieb er wirklich nicht, was sonst jeweils üblich war, dass wir die nacht vor der abreise mieinander verbringen). am nächsten tag gingen wir gemeinsam ein möbelstück holen er war sehr müde und gähnte die ganze zeit. im spültrog waren eine tee- und eine kaffeetasse, das laken war wieder gewechsel und die flasche mit wasser auf "meiner seite" aus der ich nie trinke war leerer als am sonntag. zudem tauchen seit 1 woche neue, eher weibliche gegenstände auf welche er richtig zur schau stellt (neue tasse, neue nippes). es ist zu erwähnen, dass er ende september in eine neue wohnung umgezogen ist, und seither oft besuch hat. anhand des geschirrs scheinen es aber immer tete à tete-essen gewesen zu sein.

Item sein abschied am mittwoch empfand ich auch eher kühl und etwas lieblos und trotzdem ruft er mich jeden tag an und hat seit er gestern nach ... flog auch schon wieder 2 sms geschrieben.

was geht da vor sich und wie soll ich mich verhalten? lebte ich bis anhin in einer dreicksbeziehung und habe es erst jetzt gemerkt? wieso ruft er dennoch täglich an und möchte mich sehen? andererseits weiss er, wie sehr ich seine wärme in der nacht mag - dies verweigert er mir jedoch durch seine ausreden seit 1 woche. eigentlich habe ich genug von diesen spielchen, doch möchte ich das ganze zuerst versuchen zu verstehen. vielleicht können sie mir die

geschichte etwas erhellen.

vielen dank und liebe Grüsse

 

 

 

 

 

Hallo ... ,

 

 

Sie schreiben:

 

"eigentlich habe ich genug von diesen spielchen, doch möchte ich das ganze zuerst versuchen zu verstehen. vielleicht können sie mir die geschichte etwas erhellen."

 

 

Wenn Sie genug haben "von diesen spielchen", wozu ist es dann wichtig "das ganze zuerst versuchen zu verstehen"?

Genug ist, genug. Warum reicht ihnen das nicht.

 

Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich mit Ihrem Segelschiff in einem Wirbelsturm. Bevor Sie aber nun versuchen, dem Sturm zu entkommen, wollen Sie den Sturm erst verstehen. Warum er so doll ist, wo er her kommt, ob er noch lange dauern wird. so kann man das natürlich auch machen, mittlerweile kentert Ihr Segelboot und Sie können sich von da an mit den Fischen unterhalten, warum es im Wasser so nass ist und warum Sie keine Kraft mehr zum Schwimmen haben, warum so viel Wasser in Ihre Lunge läuft, warum Sie langsam auf den Meeresgrund sinken.

 

Ich kann Ihnen die Geschichte nicht erhellen. Genau so wenig wie der Hauptheld in Franz Kafkas Erzählung: "Der Prozess" die Geschichte erhellen kann, in denen er eine oder auch keine Rolle spielt, deren Bedeutung er nicht versteht.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Samstag, 18. November 2006 11:21

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Re: AW: anfrage Männer?!?

 

Lieber Peter Thiel

Danke für Ihre Antwort, sie haben ja recht, genug ist genug.

Wahrscheinlich macht Liebe blind; ich habe mich bei der ganzen Sache gefragt, ob ich die Situation vielleicht nur subjektiv einschätze oder einfach eifersüchtig bin und weisse Mäuse sehe, wie es mein Freund einmal sagte.

Hinzu kommt, dass sich mein Mann vor ... Jahren das Leben genommen hat. (er hatte ... und entschied sich wegen psychischer Belastung für den Freitod). Deshalb ist es mir wichtig etwas zu analysieren, damit ich es dann auch abschliessen kann und mir sicher bin, die "richtige" Entscheidung getroffen zuhaben.

Ich wünsche Ihnen ein wunderschönes Wochenende und danke ganz herzlich für die weise und sehr anschauliche Antwort, ich sollte meine Energie andersweitig einsetzen und sicher wieder einmal Kafka lesen.

...

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Samstag, 30. September 2006 00:50

An: info@maennerberatung.de

Betreff: ... + ... und ich

 

Hallo Männerberatung,

ich weiss jetzt gar nicht so recht, wo ich mit dem Schreiben anfangen soll....aber DAS wissen wahrscheinlich die Wenigstens, die Euch schreiben.

Also....ich heisse .. und ich war bis vor ca. 3 Jahren mit ... zusammen....ich aus ... , eraus ... ....ich ledig, ... verheiratet mit ... , verheiratet seit jetzt ungefähr 10 Jahren....ich 40 Jahre alt, er 50, sie 37 ....zusammen mit ihm war ich 3 Jahre lang, wir haben uns letztendlich getrennt, weil er sich von ihr trennen wollte, das aber nicht geschafft hat/gewollt hat/gemacht hat.

Kontakt habe ich immer noch zu ihm, allerdings nur über eMails.

So, das war schon mal der Überblick über die "Mitwirkenden an diesem Drama", wobei ich hier in ... sehr aussen vor bin und nur durch eMails von ... von den Vorgängen in ... erfahre, die dadurch natürlich nur sehr einseitig dargestellt werden können.

Ich habe hier mal einen Auszug aus zwei Mails von ... kopiert....

 

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Diese Mails haben mir echt Angst gemacht, weil ich auch von Szenen weiss (allerdings natürlich wieder nur von ihm ), während ich damals mit ihm zusammen war, wo er zweimal die Polizei gerufen hat, weil sie ausgerastet war, sich nicht wieder beruhigte, das Haus demolierte und die Polizei sie schon in eine Psychiatrie mitnehmen wollte.

Aufgrund dieser Mails von ihm , von Juli 2006, habe ich gegoogelt und ihm einige Ansprechpartner genannt, unter anderem auch Euch, an die er sich wenden soll/kann, um einmal die Sicht von Aussenstehenden zu erhalten, um einmal mit irgend jemandem ausser mir darüber zu sprechen, um sich einen Rat zu holen.

Und da er bis heute niemanden kontaktet hat, obwohl er diese Idee von mir sehr gut fand, schreibe ich Euch die Situation einfach mal....wobei ich ganz doll hoffe, dass Ihr nicht versuchen werdet, mir zu sagen, dass ich mich von ihm lösen sollte und ansonsten die ganze Sache vergessen sollte.

Ich habe einfach nur Angst um ihn , vielleicht auch sogar um sie, wenn eine Situation einmal sehr eskalieren sollte, seine Schilderungen erinnern mich total an Gewalt in der Ehe, und das kann ich mir für beide Partner einfach nur schrecklich und zerstörend vorstellen und vielleicht wisst Ihr ja einen Ausweg....oder den ersten Schritt zu diesem vielleicht langen Weg.

Schon mal ganz lieben Dank an Euch von der Männerberatung

...

 

 

 

 

 

Hallo... ,

die beiden haben sich offenbar gesucht und gefunden. Das Spiel kann noch jahrelang so weitergehen oder es eskaliert, wie Sie ja befürchten.

 

Von außen kann man da gar nicht viel tun, außer dem Betreffenden mitteilen, dass es fachliche Hilfe auch in ihrer Nähe gibt.

 

 

Wer aber keine Hilfe annehmen will, der braucht das auch nicht. In der Demokratie hat jede/ das Recht auf seine Neurose und dazugehörigen Beziehungsclinch.

 

Wenn es für einen der beiden Streitenden gefährlich werden sollte, könnte man als Außenstehender als Notbremse eine Betreuung für beide Streitpartner anregen. Da hat das Vormundschaftsgericht den Fall auf dem Tisch und damit auch ein Stück die Verantwortung. Meistens endet das mit einer Belehrung der Streitpartner durch den Richter und Hinweis auf die Inanspruchnahme von Hilfsangeboten und das kann bei vielen Menschen ja schon zu einer Veränderung führen.

Das ist sicher eine recht ungewöhnlicher Lösungsvorschlag, aber manchmal muss man eben ungewöhnliche Wege gehen, um die Kuh vom Eis zu bekommen.

 

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von:...

Gesendet: Montag, 14. August 2006 21:53

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Porno

 

Hallo!

Also ich bin 27 Jahre alt und mein Partner auch. Ich habe folgendes Problem, vielleicht auch mit mir selber...

Ich bin sexuelle eigentlich für alles offen, sprich kleine Filme und Bilder schaue ich auch gern mal an. Allerdings ist mein Freund da etwas schlimmer. Er schaut sich gern heimlich, wenn ich nicht zu Haus bin, viele kleine Clips und Bilder im Internet an. Teilweise ziemlich harte Sachen. Ab und zu hat er dies auch schon getan, während ich in der Küche war. Er geht dann ins Bad und erledigt " den Rest " dann selber, sprich er ornaniert. Er hängt sogar ein Handtuch vor das Schlüsselloch. Als ich ihn erwischt habe, hat er sauer reagiert und war eingeschnappt. Wenn er teilweise beruflich ins Ausland muss. Läd er sich einiges mehr auf seine tragbare Festplatte (Filme, Bilder etc.)

Es gab Zeiten, da hatten wir mehr Sex, dann mal wieder weniger. Er sagte es läge an der Hitze, das er Stress auf der Arbeit hätte und deswegen nicht wolle und nicht abschalten könne. Allerdings weiß ich, daß er trotz alle dem ornaniert. Ich seh es immer nur an seinen Slips, die ich wasche. Denke einfach mal es ist dann schon 4 Mal die Woche, wie gesagt nur wenn er weg ist und manchmal auch wenn er zu Haus ist, aber seltener. Er sagt auch das er beim Sex mehr damit beschäftigt ist, ob es mir gefällt (recht machen), als das er es einfach genießen kann. Es wäre Streß für ihn. Ich versteh nicht was sein Problem ist. Er hat eine Frau an seiner Seite, die alles mitmachen würde und eigentlich jederzeit Lust auf ihren Partner hätte. Aber er ist lieber mit sich selbst beschäftigt. Warum tut er das? Ist es Geilheit, oder hat er keinen Spaß mehr mit mir? Setzt er sich selbst unter Druck?

Vielleicht können Sie mir Tips geben, wie ich besser damit umgehen könnte. Ich werden dann gleich immer so aggresiv und sauer und fühle mich auch etwas betrogen und nicht mehr begehrenswert. Auch Traurigkeit kommt manchmal hoch. Weil ich einfach keine Antwort finde, warum er es heimlich macht und es bei ihm wie eine Sucht ist.

Ich will es einfach nur verstehen und damit klarkommen.

Ich bitte Sie um schnelle Antwort.

 

 

 

 

Hallo ...,

 

Ihr Freund hat offenbar kein all zu großes Interesse an gemeinsamen Sex. Er macht es lieber allein. Vielleicht ist er eher ein Einzelgänger, es gibt ja auch eine Reihe von Männer, die im Zölibat leben (katholische Kirche, etc.), die es auch lieber mit sich selbst oder mit dem lieben Gott treiben.

 

Für Ihren Freund scheint gemeinsamer Sex Stress zu bedeuten. Vielleicht hatte er früher eine strenge Mutter oder er hat den Eindruck, dass Sie nicht die geeignete Sexualpartnerin für ihn wären. Alles mögliche an Gründen ist da denkbar.

Ich würde vorschlagen, lassen Sie Ihren Freund masturbieren, so oft er will. Wenn er dauerhaft keine Lust auf gemeinsamen Sex hat, dann können Sie gucken, ob Sie sich nicht noch einen zweiten Freund zulegen, der daran mehr Spaß hat. Den jetzigen Freund können Sie dennoch behalten, vielleicht ist er ja ein guter Handwerker oder bringt Geld nach Hause, alles Dinge die auch wichtig sind und so mancher feurige Liebhaber hat zwei linke Hände und ist bettelarm, dass macht auf die Dauer auch nicht glücklich.

Wenn Sie diese praktische Lösung aber nicht so gut finden, dann bleibt immer noch der gemeinsame Weg zu einem guten Paartherapeuten.

 

Viel Spaß beim Ausprobieren.

 

Peter Thiel

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 11. August 2006 06:14

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Entscheidung treffen

 

Lieber Peter,

ich bin in einer verzwickten Situation und möchte wirklich gerne mal die Meinung eines Mannes dazu hören.

Ich studiere zurzeit im Ausland. Nach vier Monaten habe ich einen sehr netten Mann kennengelernt und mich in ihn verliebt. Er ist 26 Jahre alt, aus ... und ... , aber sehr westlich erzogen.

Zuhause hab ich (28) einen Freund, mit dem ich seit 7 Jahren zusammen bin. Allerdings kommt er mit der Situation, dass ich ihn für ein Jahr "verlassen" habe, nicht besonders gut zurecht. Wir telefonieren nur noch wenig miteinander und die Liebe von meiner Seite aus, ist ziemlich abgekühlt. Trotzdem haben wir bisher eine sehr harmonische und entspannte Beziehung gehabt.

"Mein" ... hat in den letzten Wochen mehr und mehr versucht, Kontakt zu mir aufzunehmen. Und vor 2 Wochen waren wir dann endlich zusammen, ganze 4 Tage und 3 Nächte, und es war einfach berauschend. Alles war ganz einfach und selbstverständlich mit ihm. Sowas habe ich noch nie erlebt. Er ist wie ein Seelenverwandter.

Diese paar Tage haben wir miteinander verbracht, obwohl er wusste, dass ich einen Freund zuhause habe. Ich habe das nie vor ihm verheimlicht. Und auch der Start der Beziehung - der erste Kuss - ging von ihm aus.

Nach den vier Tagen fing das Desaster aber dann an: Er hat versucht mich unter Druck zu setzten. Der Grund?

Er sagte, mein Freund in Deutschland sei der Grund. Er hätte ein Problem damit, dass ich nach dem ... aufenthalt zu ihm zurückkehren könnte. Ich habe ihm daraufhin gesagt, dass die Entscheidung, ihn so nahe an mich heranzulassen, auch in gewisser Hinsicht eine Entscheidung gegen meinen Freund gewesen ist, und dass ich durchaus die Möglichkeit sehe, dass wir danach zusammenbleiben.

Ich habe weiterhin gemeint, dass diese vier Monate, die uns jetzt noch zusammen bleiben, ein Test sein könnte, ob wir uns verstehen und ob das mit unseren unterschiedlichen Kulturen klappt. Und ich habe gemeint, dass wir mit oder ohne meinen Freund auf jeden Fall nach unserem Auslandsaufenthalt erstmal getrennt wären und damit Zeit hätten, festzustellen, ob der andere noch in das Leben hineinpasst, das man selbst sich dann vorstellt.

Seine Reaktion: Er hat mir eine Woche gegeben, um mich von meinem Freund zu trennen, worauf ich ihm geantwortet habe, dass ich das nicht so einfach tun werde und dass ich mich von ihm nicht unter Druck setzen lasse. Seitdem macht er einen auf Freundschaft mit mir, die aber Umarmungen und Küsse (keine Mundküsse) und Händchen halten beinhaltet soll. Das kann und will ich nicht.

Eine Vermutung, warum er so reagiert:

In den drei Nächten ist eigentlich nicht viel passiert, eben knutschen und ein wenig Petting. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass ich seine erste richtige Freundin war, und damit die erste Frau war, die er nackt gesehen hat, den ersten Zungenkuss und seinen ersten Orgasmus (als ich ihn hier auf Selbstbefriedung ansprach, sagte er nur, dass er sowas nicht tun würde) mit mir erlebt hat.

Ich denke, dass er im Moment das durchmacht, was ich selbst in der Pubertät durchgestanden habe. Er hat Angst vor Nähe, aber auch Angst vor Distanz. Wenn ich nicht auf ihn reagiere, spricht er mich an, ruft mich an, will etwas mit mir alleine machen... Auf der anderen Seite sagt er, dass er auf mich warten will bis ich mich, auch wenn es länger dauert, von meinem Freund getrennt habe. Und er sagt, dass er mich liebt und für immer für mich da ist, auch wenn ich mich gegen ihn entscheide.

Ich glaube auch, dass er das im Moment wirklich zu meint. Ich habe ihm aber auch gesagt, dass da bei ihm zurzeit eine Menge Hormone im Spiel sind, und dass wir vielleicht schon nach 2 der uns verbleibenden 4 Monate erkennen, dass es nicht funktioniert. Das sieht er anders. Er sagt: Ich habe mich für Dich entschieden, und ich bin mir ganz sicher mit Dir. Und er sagt, dass er eben ein Mensch sei, der seine Entscheidungen gründlich, dann aber dauerhaft trifft.

Da mich die Entscheidung, ihn in die Beziehung zwischen meinen Freund und mir zu lassen, sehr viel Kraft gekostet hat, leide ich sehr unter der Situation, versuche aber, einen klaren Kopf zu bewaren. Seit nunmehr 3 Tagen sind wir "nur noch" Freunde. Er hat nach einer Woche Bedenkzeit "Nein" gesagt zu den vier Monaten mit mir (ich habe ihm kein Ultimatum für die Entscheidung gesetzt). Berührungen lasse ich jetzt nicht mehr zu, irgendwelche Aktivitäten werden meinerseits nicht mehr vorgeschlagen, seine Vorschläge werden zumeist abgeblockt. Wir sehen uns kaum noch, auch wenn mir durch diese Situation alles wehtut.

 

Er hat mich gefragt, was mit mir los sei. Darauf meinte ich, dass ich jetzt Abstand zu ihm aufbauen muss und es ein paar Wochen dauern kann, bis ich wieder normal mit ihm umgehen kann. Er sagt daraufhin immer, wer weiß, was ich ein paar Wochen ist..., versucht also immer noch alles in der Schwebe zu halten. Ich antworte daraufhin immer nur: Du hast die Entscheidung gegen uns getroffen, und es gibt keinen Weg mehr zurück.

Ob es wirklich keinen Weg mehr zurückgibt, weiß ich nicht. Liebe ist schließlich eine Große Sache. :o) Und wie gesagt: Ich habe diese Leichtigkeit, die ich spüre, wenn ich mit ihm zusammen bin, bei noch keinem anderen Mann vorher gehabt.

Was ich aber weiß, ist, dass ich ihn im Moment sehr feige finde. Schließlich steht bei ihm nur Liebeskummer auf dem Spiel (wenn überhaupt), wenn ich mich gegen ihn entscheide. Wenn ich mich für ihn entscheide, habe ich Liebekummer wegen meines Dann-Ex-Freundes, ich muss meine Familie, Freunde und meinen Job aufgeben und ein neues Land kennenlernen.

Findest Du mich jetzt egoistisch? Was soll ich nun mit ihm tun, wenn ich überhaupt noch etwas tun soll?

Liebe Grüße

 

...

 

 

 

 

 

Hallo ... ,

 

Sie sehen Ihren Freund im Moment als "feige" an und sehen zwei Entscheidungsoptionen:

"Was ich aber weiß, ist, dass ich ihn im Moment sehr feige finde. Schließlich steht bei ihm nur Liebeskummer auf dem Spiel (wenn überhaupt), wenn ich mich gegen ihn entscheide. Wenn ich mich für ihn entscheide, habe ich Liebekummer wegen meines Dann-Ex-Freundes, ich muss meine Familie, Freunde und meinen Job aufgeben und ein neues Land kennenlernen."

 

Die Frage, ob er feige oder nicht feige ist, finde ich nicht hilfreich. Es ist wohl auch mehr ein Vorwurf gegen ihn, mit dem Sie Ihre Enttäuschung kompensieren, dass er sich anders verhält, als Sie es sich wünschen.

 

Letztlich geht es auch um Ihre Entscheidung, wo Sie gegebenenfalls erst einmal leben wollen und da müssen Sie einfach abwägen, was in der Summe den Ausschlag in welche Richtung gibt. Das ist nicht ganz so ultimativ wie bei den Auswanderern, die im 19. Jahrhundert Deutschland mit dem Schiff  in Richtung Amerika verlassen haben und ihre Familien und ihr Dorf in der Regel nie wieder gesehen haben.

 

"Tun sollen" Sie überhaupt nichts. Gucken Sie einfach, was Sie wollen und dann wägen Sie ab, was schwerer wiegt.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 27. Juli 2006 19:46

An: info@maennerberatung.de

Betreff:

 

Hallo!

Wir haben im Moment Stress in unserer Beziehung und ich hätte deshalb gerne einen Rat bzw. würde gerne mal eine Meinung von Außen hören.

Mein Freund (42) und ich (38) sind seit 2 Jahren ein Paar. Grundsätzlich sind wir charakterlich sehr verschieden, was aber nie ein Problem war. Wir haben sehr viele Dinge, die wir gemeinsam mit Freude tun und Genießen und es kam nur sehr selten zu Unstimmigkeiten. Wir hatten einfach eine superschöne Zeit miteinander.

Anfang des Jahres kam es dann aber immer wieder zu Problemen, mein Freund war geschäftlich sehr eingespannt (er ist selbständig) und ich spürte, wie er sich immer mehr von mir zurückzog. Er kam nicht mehr so oft zu mir (wir wohnen in verschiedenen Städten) und ich spürte, dass es ihm nicht gut ging, er sagte aber nichts. Mit der Sexualität lief es dann auch nur noch schleppend, wobei ich allerdings sagen muss, dass er relativ viel Erfahrung hat, ich dagegen eher zurückhaltend bin. Ich habe ihm allerdings auch gesagt, dass ich für neues offen bin. Nach einiger Zeit bat er um 4 Wochen Auszeit, um seine Arbeit und andere Dinge zu ordnen. Als die 4 Wochen vorbei waren, habe ich weiterhin nichts von ihm gehört und bin irgendwann hingefahren. Es kam zu einer Aussprache und er sagte, er könne meine Gefühle nicht mehr erwidern, obwohl er genau wisse, das er mich nicht verlieren möchte und dass ich das beste bin, was ihm in seinem Leben passiert ist, aber es wäre das beste, wenn wir uns trennen würden, weil er mich ja nicht ewig warten lassen könne. Für mich viel eine Welt zusammen, weil ich ihn über alles liebe und ich mit ihm die schönste und intensivste Zeit meines Lebens hatte. Er sagt das selbe, trotzdem hat er Schluss gemacht. Nach ein paar Wochen hat er sich dann wieder per Email bei mir gemeldet und schrieb, dass er zwar seit unserer Trennung manchmal schon das Gefühl hat, dass er mich vermisst, das aber wohl nicht reicht, um die Beziehung fortzuführen.

Vor der Auszeit hatten wir uns eigentlich vorgenommen, dass wir es mit einer Paarberatung versuchen wollen, falls wir die Probleme allein nicht lösen können. Er ist aber jetzt der Meinung, dass das Problem mit reden nicht zu lösen sei, da die Gefühle einfach fehlen. Ich kann mich nicht in ihn hineinversetzen und ich habe das Gefühl, als wisse er selber nicht was mit ihm los ist. Je mehr ich versucht habe, herauszubekommen was los ist, umso mehr blockte er ab. Eine andere Frau ist nicht im Spiel, da bin ich ziemlich sicher.

Ich fände es sehr schade, wenn die Beziehung tatsächlich nicht mehr zu retten wäre, denn irgendwie glaube ich nicht so recht, dass er mich wirklich nicht mehr liebt, ich habe eher das Gefühl, als sei er mit sich selber nicht im Reinen.

Haben Sie aus der Sicht eines Mannes eine Idee, wo unser Problem evtl. liegen könnte?

Viele Grüße

...

 

 

 

 

Hallo ... ,

augenblicklich scheint das Problem darin zu liegen, dass Sie auf eine Fortführung der Beziehung hoffen, aber Ihre Hoffnung bisher enttäuscht wurde, da Ihr Freund derzeit offenbar nicht bereit, die Beziehung fortzuführen und auch keine Paarberatung machen will, da er sich davon keinen Nutzen verspricht.

So bleibt Ihnen nur, zu warten - vielleicht mit Erfolg - oder das Warten aufzugeben und zu schauen, wohin Sie das Leben von da an führt.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Sonntag, 22. Juli 2007 21:07

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Eine Frage

 

 

 

Hallo,

ich bin eine Frau, trotzdem habe ich eine Männerfrage (oder gerade deswegen?). Vor einigen Wochen habe ich über ein befreundetes Pärchen einen Mann kennengelernt und ich will nicht sagen, dass es sofort gefunkt hat, aber die Chemie stimmte von Anfang an. Nach einigen Gesprächen stellte sich heraus, dass wir so ziemlich die selben Ziele, Wünsche und Vorstellungen im Leben haben. Da ich nur 50 Zeilen schreiben darf, fasse ich mich kurz. An einem Abend kamen wir uns näher, wir hatten auch Geschlechtsverkeher miteinander. Dieser ging von ihm aus (auch wenn ich wirklich nicht dagegen hatte). Am nächsten Tag merkte ich aber, dass etwas nicht stimmte und sprach ihn drauf an. Seine Antwort war sinngemäss: "Du bist ne tolle Frau mit der ich mir absolut eine gemeinsame Zukunft vorstellen könnte oder zumindest den Versuch davon. Das Problem ist, dass ich Angst vor einer Enttäuschung habe." Es ist einfach so, dass dieser Mann 11 Jahre mit einer Frau zusammen war und diese Beziehung sehr sehr böse auseinander gegangen ist, mit Rufmord und wirklich üblen Verleumdnungen. Ich habe mit mehreren Menschen gesprochen, die ihn sehr gut kennen und alle sagen, dass er wirklich sehr angetan ist von mir, aber dass er einfach nicht aus seinem Schneckenhaus rauskommt. Jetzt zu meiner eigenltichen Frage. Gibt es eine Möglichkeit, wie ich ihm "helfen" kann, aus diesem Teufelskreis rauszukommen? Er wünscht sich ja eigentlich ein anderes Leben, aber seine Angst überwiegt und immer wenn es "enger" wird, dann flüchtet er sich in seine Angst und arbeitet bis zum umfallen, wenn ich ihm dann zufällig irgendwo über den Weg laufe, dann strahlt er dennoch über das ganze Gesicht und wirkt wirklich glücklich. Oder muss ich einfach abwarten und hoffen, dass er selbst "auf den Trichter" kommt?

Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.

MfG

...

 

 

 

Hallo Frau ... ,

in dem Sie ihm Ihr Interesse zeigen und sich gleichzeitig nicht von ihm abhängig machen, ihn so nehmen wie er ist und ihn sanft mit Ihren Wünschen konfrontieren, können Sie für diesen Mann eine interessante Frau sein, mit der er sich gemeinsam entwickeln kann.

 

Wenn Sie aber merken, er ist ein härterer Brocken als Sie verkraften, dann lassen Sie ihn gehen. Dann können sich andere Frauen an ihm abarbeiten, bis er eines Tages dann vielleicht merkt, dass er etwas wesentliches in seinem Leben verändern muss, um glücklich und lebenszufrieden zu werden

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ... 

Gesendet: Sonntag, 25. Juni 2006 15:53

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Es soll einfach nicht mehr so weiter gehen!

 

(18 Jahre, Männlich)

Hallo...

Ich versuche in meinem leben alles richtig zu machen und deshalb ist die Angst, etwas falsch zu machen, so groß. Die Angst macht mich schüchtern, zurückhalten und wegen ihr hatte ich noch nie eine Freundin. Ja ich kann mir gar nicht vorstellen wie es ist eine Freundin haben. Ich habe so wenig mit dem Weiblich Geschlecht zu tun das ich fast Warnsinnig werde. Auch weil ich nicht Schlecht aussehe und hab nur einfach so sehr wenig Sozialen Kontakt im Algemeinen! Deshalb wirken sie vielleicht so unerreichbar wie ein Lotto Gewinn auf den man vielleicht sein ganzes Leben vergeblich wartet.

Ja meine Angst ist größer als mein Mut, Selbstbewusstsein, Zuversicht, Will.

Aber was ich immer wieder feststelle muss nicht größer als mein Trieb!

Ich glaube deshalb muss ich so oft daran denken für Geld Sex zu haben.

Ja ich bilde mir ein das es mir hälfen könnte endlich Sexuellenkontakt zu haben vielleicht stärkt es sogar mein Selbstbewüstsein und traue mich auf Mädchen an zu sprächen? Oder bilde mich mir es doch nicht ein und es ist wirklich der richtige Weg? Ich meine warum verspüre ich einen so großen Trieb wenn es doch falsch ist ihn auszuleben?

Ich frage mich was wohl schlimmer ist, seinen trieb zu verdrängen oder ihn für Geld auszuleben?

Klar würdet ihr glaube ihr niemanden raten für Geld Sex zu haben aber was ist mit meiner Situation? Es soll einfach nicht mehr so weiter gehen!

Danke...

 

 

 

 

Hallo... ,

wenn Sie Sex gegen Geld haben wollen, warum nicht. Es ist ja schließlich nicht verboten.

Wenn Sie Sex auf der Basis von Gegenseitigkeit haben wollen, weil die Frau auch Sex haben will, dann müssten Sie sich auch eine Frau suchen, die dazu bereit ist. Das kann dann logischerweise keine Prostituierte sein.

Vielleicht setzen Sie eine Kontaktanzeige auf mit dem Text:

18 Jahre, zurückhaltender gut aussehender junger Mann sucht Frau im Alter von ... bis ... Jahre mit Interesse am gegenseitigen kennen lernen, gegenseitige Sympathie nicht ausgeschlossen.

 

 

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 23. Mai 2006 13:56

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Aufarbeiten

 

 

Hallo Herr Thiel,

ich (48) habe mich als Kind/jugendlicher sexuell sehr stark zu meiner Mutter (68) hingezogen gefühlt. In einer bestimmten Phase ist das auch okay, allerdings habe ich den Absprung nie wirklich geschafft (Phantasien).

In diesen Phantasien geht es ausschließlich um die Zeit, in der ich mit meiner Mutter zusammengelebt habe (Alleinerziehend/Vater unbekannt-jedenfalls mir ;-) )

Zu intimen Kontakten ist es nie gekommen. Ich habe meine Mutter zwar z.B. beim Waschen beobachtet und wenn sie geschlafen hat, auch berührt, aber sonst war nichts.

Allerdings bin ich heute der Meinung bin, dass meine Mutter mit mir gespielt und mich auch provoziert hat. So sind Bilder in meinem Kopf geblieben:

- meine Mutter sitzt mir gegenüber und spreizt Ihre Beine und sieht mich prüfend an

- Beim Waschen (ich schaue durchs Schlüsselloch und Sie lässt sich extra Zeit mit dem Anziehen

- Ich (16) komme nachts nach Hause, habe keinen Schlüssel und sie begrüßt mich im dunkeln und mit offenen Bademantel und meint, wir können jetzt kein Licht anmachen (Ihre Begründung weiß ich nicht mehr) usw.

Ich denke, Sie hat genau gewusst, dass ich auf Sie fixiert war und irgendwie glaube ich, sie auch auf mich. Sie war nie verheiratet und kaum Partner.

Habe an Ihrem 60. Geburtstag mit ihr telefoniert und ihr alles erzählt.

Ihre Reaktionen war überschaubar. Sie verdrängt ihr ganzes Leben (z.T. verständlich) Sie wurde als Kind von Ihrem Onkel missbraucht. Und so weiter und so fort.

Was mich jetzt sehr interessiert, wie komme ich von meinen Kindheits- Jugendphantasien los. Ich glaube, dieses schwierige Verhältnis beeinflusst mein ganzes Leben . Bindungsängste, Versagensängste, die Angst vor dem ersten Eindruck. Sexuelle Kontakte waren immer schwierig und sind es auch jetzt noch (zum Teil setzte ich Viagra ein, um meine Angst zu versagen, zu besiegen).

Fallen lassen ist nicht meine Stärke. Allerdings mangelt es mir nicht an Frauen, da ich anscheinend ganz gut rüberkomme.

Zur Zeit bin ich mit einer tollen Frau(30) zusammen, die "natürlich" auch ein Kind will. Ich dachte, aus dem Stadium bin ich draußen (2 Kinder, 21/13 von 2 Frauen, mit einer verheiratet gewesen)

Nun bekomme ich die Krise und schlafe nicht mehr mit ihr. Darüber ist natürlich richtig begeistert :-(.

Ich habe ihr auch über meine etwas schwierige Kindheit und die Auswirkungen auf mein Leben erzählt. Ihr ist das alles aber fremd, logisch, und etwas abstrakt.

Ich weiß, es ist schwierig für Sie, aufgrund dieser Fragmente eine Ferndiagnose zu stellen. Aber das will ich und Sie sicherlich auch nicht und außerdem bin ich ja nicht krank, sondern habe '"nur" etwas Altlasten im Rucksack

Mir würde eine Tipp reichen, wo ich ansetzen kann.

Wäre nett, wenn Sie mir Ihre Meinung dazu schreiben würden. Irgendwann muss und will ich diese Dinge angehen. Warum nicht jetzt.

Ihnen wünsche ich einen tollen Tag und vielen Dank im Voraus,

...

 

 

 

 

 

Hallo ... ,

es geht darum, von der Vergangenheit und den dort gemachten Erfahrungen Abschied zu nehmen, wenn diese Erfahrungen in der Gegenwart nicht mehr hilfreich oder nützlich sind. Wie dieser Abschied, den ich als einen Trauerprozess sehe, im Einzelnen aussieht kann ich nicht sagen. Möglicherweise geschieht dies durch bewusste Handlungen (z.B. eine Trauerfeier und anschließende Beerdigung) oder auch durch unbewusste Rituale (z.B. einem Waschzwang oder einen Tick).

Zum anderen aber dadurch, dass man mit seinem ganzen Bewusstsein immer wieder in der Gegenwart ankommt. Wenn man also merkt, man driftet in Phantasien oder eine Traumwelt ab, öffnet man die Augen, riecht die Luft, hört auf die Geräusche und tastet mit der Hand oder Haut die Umgebung ab.

Ob Sie noch einmal Kinder haben wollen, ist vielleicht auch eine pragmatische Frage, denn Kinder kosten Geld und Zeit und da gilt es abzuwägen, ob man dieses auch aufbringen kann und will. Wenn nicht, dann sollte man es als Mann vielleicht besser lassen. Dass kann dann für Ihre Partnerin problematisch werden kann, wenn eigene Kinder zu ihrem Lebensentwurf zählen. Darüber würde es dann wohl zu einer Auseinandersetzung kommen, in der schließlich von der Frau die Kinderlosigkeit akzeptiert werden würde, oder sie sich einen anderen Partner sucht, mit dem sie meint, ihren Kinderwunsch umsetzen zu können.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Sonntag, 21. Mai 2006 15:50

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Ratschlag

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

im Internet bin ich auf ihre Onlineberatung aufmerksam geworden und möchte mich mit folgenden Problem an Sie wenden:

Ich bin 48 jahre alt und seit 20 mit meiner Frau verheiratet.

Die ganze Ehe hindurch gab es ständig Reibereien und endlose Diskussionen über Kindererziehung, Sex, Anzugsordnung, Sauberkeit, Schwiegereltern.......

Meine Frau macht aus jeder Mücke einen Elefanten.

Letztere Diskusion nur als eines von vielen vielen Beispielen:

Es ging um ... 

 

Die endlosen Diskussionen darüber würden Seiten füllen.

So lange meine Frau kein Recht bekommt, wie in dieser Sache, "brüllt" sie über dieses Problem stundenlang, ja sogar Tage später noch. Es ist absolut keine ruhige Diskussion möglich.

Parrallel dazu informiert meine Frau alle ihre Bekannten und Freundinnen über jedes Eheproblem.

Dabei werden alle meine Fehler und meine ganze Vergangenheit in die Welt hinausgetragen.

In dem Zusammenhang höre ich bei jeder Auseinandersetzung "X hat gesagt, Y hat gesagt, Z hat gesagt, liegt alles an deiner schlechten Erziehung.............usw.

 

Wir kommen nie zu einem Punkt wo ein Problem vom Tisch ist oder als gelöst betrachtet werden kann.

Wenn ich sage wir diskutieren das Problem bis zum Ende und dann wird mal ein Schlussstrich gezogen.

Dann höre ich sofort:" du spinnst wohl". Deswegen kann sie auch immer wieder leicht Probleme von ganz vergangenen Jahren hervorholen.

Mir kommt es vor, als ob sie kein Problem klären will um weiterhin wie all die Jahre in Disharmonie zu leben.

Was sind das für Menschen die nur auf Konfrontation aus sind, nie Harmonie brauchen oder suchen?

Ich würde mich freuen wenn Sie mir ihre Gedanken und Ansichten mitteilen oder sogar eine Lösung anbieten können.

Ich bin auch bereit für weiter Ausführungen und Diskussionen.

Mit freundlichen Grüßen

...

 

 

 

 

 

 

Hallo Herr ... ,

 

 

Sie fragen:

"Was sind das für Menschen die nur auf Konfrontation aus sind, nie Harmonie brauchen oder suchen?"

 

 

1. Erklärung

 

Ich würde meinen, das sind Menschen für die Harmonie zum einen bedrohlich ist, weil dabei die Distanz verloren geht. Daher stellen Menschen, die ein starkes Bedürfnis nach Distanz haben, diese durch geeignet erscheinende Maßnahmen, wie z.B. rummeckern, rumbrüllen, beleidigen, sich zurückziehen, schlagen, spotten, abwerten, etc. her.

Gleichzeitig wollen sie aber den Kontakt zu anderen Menschen nicht vollständig abbrechen, daher stellt sich schließlich ein bestimmtes Gleichgewicht in der Beziehung her, dass zwar niemanden glücklich macht, aber für einen selbst doch halbwegs erträglich erscheint.

 

 

2. Erklärung

Alternative Handlungsmuster sind oft nicht im Handlungsrepertoire, weil die Betreffenden diese in ihrer Herkunftsfamilie nicht kennen gelernt haben.

 

 

3. Erklärung

Sie beide stellen die Beziehung, so wie sie sich augenblicklich darstellt gemeinsam her. Die Beziehung ist also ohne das beiderseitige Herstellen nicht denkbar. Von daher ist es gut möglich, dass sich die Beziehung ändert, wenn sich nur einer der beiden ändert. Das können also auch Sie sein. Wie das gehen kann, probieren Sie einfach mal aus oder wenden sich an einen kompetenten Berater, der Ihnen dabei unmittelbare Unstützung geben kann.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 12. Mai 2006 00:52

An: info@maennerberatung.de

Betreff:

 

Hallo,

ich bin zwar kein Mann, möchte mich aber dennoch an Sie wenden, weil ich so einiges auf Ihren und auch anderen Seiten, Männer betreffend, gefunden habe, das auf meinen Mann auch zutrifft.

Ich möchte mich nicht als Engel darstellen, aber ich sehe ein grundlegende Problem hier bereits von Anfang an.

Mein Mann (52) wurde sehr streng erzogen. Der Vater ist ein herrschsüchtiger Mann, der noch heute eine Erziehung mit "Zucht und Ordnung" als die einzig Richtige und ihm auch nicht geschadete hält.

Er hat mich schon als sehr junge Schwiegertochter gedemütigt, verletzt und wenn er Erfolg hatte, gab er noch eins drauf. Er hat auch auf den Enkeln herumgehackt. obwohl diese nie frech oder problemhaft waren, lediglich bei Besuchen manchmal übermüdet reagiert hatten oder halt nicht wie kleine Erwachsene stundenlang ruhig dasaßen. Oder sie hatten ein Geschenk nicht akkurat genug gebastelt, wurden dafür gerügt, wenn sie es übergaben.

Gefühle sind nur dann ok, wenn sie seinen entsprechen. Sobald jemand mitleidiger ist oder sensibler als er selbst, wird derjenige verächtlich als zimperlich und er soll sich nicht so haben, gerügt.

Mein Mann hat dazu geschwiegen damals, auf meine Bitten und Verzweiflung, zu mir und den Söhnen zu halten sagte er, dass er sich nicht mit dem Vater entzweit, sich lieber mit mir anlegt.

...

Geschenke, die nicht nach seiner Vorstellung sind, werden abwertend behandelt oder missachtet. Mein Mann lässt das heute noch mit sich so machen, selbst wenn er Zeit und Arbeit investiert hat.

Frauen haben fast alle eine Macke, so mein Schwiegervater, die sind eben für Haushalt und so da, wenn es irgendwo Streit gibt, sind es sowieso die Weiber, die nicht friedfertig sind. Um nur einiges aufzuzählen.

Meine Schwiegermutter ist eine eher ruhige Frau, die sich teilweise trotzdem irgendwie durchsetzt, wenn sie etwas möchte. Aber es gibt in dem Haus keine Wärme, keine Herzlichkeit oder so etwas wie Zärtlichkeit, auch den Enkeln gegenüber gab es das nie.

Als ich meinen Mann kennen lernte vor mehr als 20 Jahren war ich jung und unerfahren und habe mich von den Eltern überzeugen lassen, ihn zu heiraten. Okay, ich denke, es waren doch eine Menge Gefühle dabei, eine emotionale Bindung besteht jetzt noch, sonst würde ich längst die Segel gestrichen haben.

Mein Mann war nie zärtlich, es sei denn, er wollte sex. Er hat selbst da niemals eine Zärtlichkeit für mich übrig gehabt. Jahrelang habe ich geweint im Bett, das immer wieder angesprochen. Es wurde erst vor ca. 15 Jahren etwas besser, aber nur auf ständiges Ansprechen, was meist im Streit endete. Mein Mann hasst lange Diskussionen. Sagt man aber etwas eher kurz, fällt es bei ihm ganz unter den Tisch.

Dazu kam, dass ich von Anfang an diskutieren musste, dass er sich wäscht vor und nach dem wir miteinander Sex hatten. Er war oft ungepflegt, wusch sich einige Tage nicht, weil man zu Hause an zwei Tagen "Duschtag" hatte, und es war egal, ob er Sex wollte oder es Sex gab. Oberbekleidung trug er oft eine ganze Woche, die Haare waren fettig, schwarze Fingernägel nicht selten.

Es gab deshalb 15 Jahre Diskussionen. Er wehrte sich vehement dagegen, etwas von den alten Gepflogenheiten abzulegen. Das heißt, er ging, trotzdem er sah,. ich mache mich für ihn zurecht, ich pflege mich, wasche mich, mache auch den Sex mit, ihm zu Liebe, zankte er sich darum, vorher zu waschen, sagte, das braucht er nicht und brachte Argumente, die für einen Mittzwanziger haarsträubend waren. Er ging auch so arbeiten, nach dem sex, ohne sich zu waschen, auch wenn Sommer war, auch wenn ich ihm damals noch Wasser warm gemacht hatte auf dem Herd, gesagt habe, so geht das nicht, weil....

Die weiteren Probleme der Beziehung aufzuzählen, würden den Rahmen sprengen. Es gab immer wieder ruhigere Zeiten, da versuchte ich die Verletzungen, die ich erfahren habe (mir nicht beistehen, mir nicht zuhören, sich nicht hygienisch verhalten, sondern streiten darum, mit Worten verletzen, Schweigen, Schlagen, Schupsen..) zu verdrängen, vergessen. Aber irgendwann gab es wieder ähnliche Verhaltensweisen, die alles wieder hoch brachten, selbst als er sich dann nach Jahren hygienischer verhielt.

Seine Argumente: Ich wäre doch nicht ganz dicht, was ich erwarten würde von ihm, wie oft er sich umziehen soll etc. kommen bis jetzt wenn ich sehe, dass er in einem schmuddeligen Shirt wegfährt, nur weil ich ein Wochenende nicht zu Hause war. Und dann sagt er, ich soll das vergessen von früher, es soll keiner wissen. Auch das er handgreiflich wurde früher, soll niemand wissen.

Zärtlich ist er immer noch nicht, nur, wenn er Sex möchte. Auch dort gibt er nicht gerade viel, er möchte am liebsten seine Ruhe haben beziehungsmäßig, nichts soll angesprochen werden, egal um was es geht.

Es wird abgewartet, ein Mantel des Schweigens darüber geworfen und wenn über etwas reden, dann muss ich anfangen, und er bestimmt, wann das Gespräch zu Ende ist und wie es erfolgt.

Nun sagte er mir wieder einmal, er hat keine Achtung vor mir, weil ich mies bin zu ihm. Hatte er die denn jemals? Wenn er andere Frauen sieht, was die hermachen, wie die zu ihren Männern sind. Ich bin nichts, ich kann nichts, was ich tue, braucht niemand etc.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich so etwas höre.

 

Nun habe ich Bücher gekauft zu derartigen Themen, weil er meint, alles, was ich ihm aufzeige, wäre meine persönliche Macke.

Ich habe im Internet recherchiert, weil mir immer klarer wurde, dass mein Mann in seiner Kindheit so viele Verletzungen erlitten hat, erniedrigt wurde etc.das er das bei mir wett macht. Er hat sich, bis dato, nie gegenüber seinem Vater gewehrt. Er hat alles in sich hinein gefressen, macht das ja hier auch so in der Beziehung. Aber wenn er sich dann berührt fühlt oder verletzt, dann tickt er aus. Er reagiert also völlig normal, wie auch ein Kind reagieren würde, ein Teenager sowieso, was er ja nie getan hat.

Wenn ich jedoch geglaubt habe, er sieht nun etwas ein, er erkennt sich wieder, was ich ihm erkläre bzw. vorlese, dann habe ich mich getäuscht.

Sobald ich etwas aufzeige und meine, ich bekomme seinen Frust ab, er macht genau das mit mir, was sein Vater mit ihm gemacht hat, rechtfertigt er sich und

sagt, er hat dieses oder jenes nie getan, nie gesagt und wenn er ausgeflippt ist, dann lag das nur an mir. Hätte ich ihn nicht gereizt, wäre er der friedlichste Mensch geblieben, würde ich ihm nicht aufzeigen, was er falsch macht (wenn ich ihm klar darlege, wann er mich und warum verletzt hat, mit einer Ich-Botschaft geht es auch nicht, dann antwortete er schon mal: Aber ich nicht....) und wäre ich nicht so unmöglich, würde er mich gar nicht verletzen. Und ich tauge nichts, hat er nie gesagt.

Außerdem liegt alles nur an mir, wie er sich verhält.

Oder aber, er sitzt schweigend da, hört zu und lächelt in sich hinein. Dass auf vielen Beratungsseiten so einiges steht, was 100 pro auf ihn zutrifft, dokumentiert er mit:

Ja, ja...das hat einer geschrieben, sich ausgedacht, was wissen die denn, wer sagt denn, dass das bei mir so ist...

Dabei spiegelt er doch genau das wieder! Er macht mich, noch dazu unrechtmäßig klein, ich bin nichts, habe noch nie etwas geleistet und und... Würde ich ihn nicht dazu gemacht haben, würde er mich nie verletzen und geschlagen haben früher und und.

Es ist, als würde man über ihn geschrieben haben, teilweise wortwörtlich, was er sagt, wie er sich verhält.

Oft spiegelt er auch umgehend, was ich sage.

Du selbst .. Das machst du ... das war bei dir so früher... etc. kommt dann als Antwort.

 

Er meint, er ist durch mich so geworden, verletzt mich deshalb so.

Aber er war doch schon ganz am Anfang so, nur da zeigte sich die Missachtung halt anders, indem er sich nicht wusch, mir nichts gab, nicht zu mir hielt etc.

Es war doch schon in ihm drin. So lange ich nicht "genervt" habe, nicht aufbegehrt, ist Ruhe und er zufrieden.

Aber in mir sind seine Verletzungen von damals noch, weil sie nie ganz heilen konnten und weil er mit jeder neuen Missachtung, die er als "Mir zurück geben", wie ich zu ihm bin (wie soll Frau zu einem Mann sein, der eigentlich kaum jemals für sie da war, von dem sie sich missachtet fühlt?) deklariert.

Ich habe ihm früher gegeben, er hat es genommen, ich habe nichts zurück bekommen.

Für mich ist es ein Machtspiel. Er will über mir stehen. Oder über Frau? Er will oben sein, nicht unten, wie damals, als er noch zu Hause lebte.

 

Ich bin ehrlich gesagt ratlos, denn ich hatte gehofft, er wacht davon auf, wenn er sich wieder findet in vielem. Von selbst würde er weder seine Kindheit, noch etwas in der Beziehung aufarbeiten.

Nur, wenn sich jemand derart wehrt und die Einstellung hat: In einer Beratung würde man mich runter machen, die Meinung geigen... Wenn er erzählt, wie ich lüge... und meint zugleich, die Leute in den Beratungen, die Psychologen spinnen doch alle, das sind auch nur irgend welche Menschen, die sagen was, schreiben was, ist eben denen ihre Arbeit... was soll eine Beratung bringen? Er würde doch nie dort sagen, was wirklich Fakt ist, was er so von sich gegeben und getan hat, weil er das ja nicht einmal alles vor mir zugeben kann.

Jemand, der nicht einmal Einsicht gewinnt, ja sich nicht einmal wieder erkennt , wenn er etwas liest oder hört, wie soll der je etwas ändern? Es fehlt doch die Einsicht, die Erkenntnis.

Ich begreife das nicht. Ich begreife nicht, wie jemand so sein kann zu einer Frau. Zu der Frau damals schon, die er heitraten , mit der er leben wollte....

Denn damals, als wir uns kennen lernten, nach 4 Jahren heirateten und zusammen zogen, da zeigte er, das weiß ich heute, seine Gleichgültigkeit und Missachtung nonverbal, indem er halt disktierte, er braucht sich nicht zu waschen, ich hätte eine Macke, was ich verlange, vielleicht noch jeden Tag waschen und Unterwäsche wechseln..

Nein, er kommt aus keinem schlampigen Elternhaus, womit man das erklären könnte, obwohl früher die Gepflogenheiten baden und Wäschewechsel sicher allgemein anders waren.... Aber mit einer Frau, mit dem Sexualleben, der Verantwortung gegenüber eines anderen Menschens, stellt man eigentlich sein vorheriges Leben auf den Kopf und macht nicht unendlichen Streit und Tränen.

Und mit heute, wenn ich natürlich auch nicht mehr geduldig oder nett reagiere, so wie er oft ist, hatte das ja wohl nichts zu tun.

Mit freundlichen Grüßen

 

 

 

 

Hallo Frau ... ,

das hört sich für mich ja nicht sehr schön an. Wollen Sie etwas verändern in Ihrem Leben und wenn ja, was steht dann als nächstes für Sie an?

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Mittwoch, 17. Mai 2006 12:21

An: männerberatung

Betreff: Re:

 

Hallo Herr Thiel,

ich würde gern erreichen, dass mein Mann den Grund für sein Verhalten erkennt oder überhaupt erkennt, dass nicht ich dieses provoziere, sondern das es tiefer steckt.

Er müsste merken, wie sein Vater sich auch heute noch aufführt und das er vor ihm seinen Mann stehen muss, sollte, aber nicht so, wie sein Vater es wünscht, sondern in seinem Leben. Und das führt er nun mal mit mir.

Ich weiß nicht, wovor er Angst hat, er ist erwachsen, 50.

MfG

 

 

 

 

Hallo Frau ... ,

das würde voraussetzen, dass Ihr Mann Interesse hätte, Gründe für sein Verhalten kennen zu lernen.

Ich glaube aber nicht, dass er ein solches Interesse hat und wenn er es nicht hat, wie wollen Sie dann ein solches Interesse bei ihm wecken.

Seine Angst besteht wahrscheinlich in der Angst vor dem Konflikt. Und da ist es relativ egal, ob man 20, 50 oder 80 Jahre alt ist.

 

Aber noch einmal meine Frage an Sie:

Wollen Sie etwas verändern in Ihrem Leben (also nicht im Leben Ihres Mannes) und wenn ja, was steht dann als nächstes für Sie an?

Diese Frage haben Sie - glaube ich - noch nicht beantwortet.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 9. Mai 2006 15:55

An: info@maennerberatung.de

Betreff: <kein Betreff>

 

Hallo H. Thiel,

ich lebe mit meinem Mann seit 6 Jahren zusammen. Wir haben eine gemeinsame Tochter (4 Jahre) und sind seit Januar 2004 verheiratet. Unsere Beziehung ist ziemlich verkorkst.

Ich denke, er respektiert mich nicht. Nun ist das zwar mein Problem, aber es verletzt mich.

Das führte mich zu ständiger Unzufriedenheit. Ich hatte nicht viel Lust auf Sex.

Er hat einen neuen Job in ... angenommen. Wir hatten das so verabredet. Ich zog jetzt im April nach. Das letzte halbe Jahr waren die wenigen Tage, die wir uns gesehen haben, mit Streitereien ausgefüllt, aber wir beschlossen, endlich haben wir die Chance gemeinsam etwas aufzubauen. (Vorher war er geschäftlich ständig wochenweise weg.)

Während des Umzugs habe ich ihn gefragt, ob er jemand anderes kennengelernt hätte. Er hat das bejaht. Er hätte sich verliebt. Die Frau hat er jetzt sausen lassen. Sie schreibt ihm immer noch böse SMS usw. Ausserdem hat er mich 2 Wochen nach der Hochzeit betrogen. Auf Geschäftsreise. Das habe ich jetzt auch noch rausbekommen. (Er hat's natürlich nicht erzählt. Man muss ihm alles aus der Nase ziehen) "Diese Affäre hätte ihm nichts bedeutet, dass hätte ich nie erfahren sollen".

Nachdem ich seit längerem depressiv bin, Stimmungsaufheller nahm und alle ein bis zwei Wochen eine Familienberaterin aufgesucht habe, bin ich jetzt auf das Buch von Robin Norwood gestossen. "Die heimliche Sucht gebraucht zu werden". Obwohl ich meinen Vater nicht als alkoholsüchtig bezeichnen möchte, finde ich verschiedene Parallelen. Auf jeden Fall finde ich mich in dem Buch als der ziemlich wütende und streitsüchtige Typ wieder. Ich arbeite an mir. Sage mir Affirmationen. Versuche die Probleme zu erkennen und meine Tochter nicht anzuschreien. Ich habe hier in Biel eine Selbsthilfegruppe gefunden und hatte einen Termin bei einer Beratungsstelle. Weitere werden folgen. Mit meiner ... Beraterin telefoniere ich noch regelmässig. Und trotzdem. Ich komme an einem Punkt nicht weiter.

Ich soll aufhören meinen Mann zu kontrollieren. Wie bekomme ich heraus, wie ich ihn kontrolliere? Er ist nicht der bedürftige Typ, der nichts auf die Reihe kriegt. Er regelt eher viel im Alleingang. Ausserdem fühle ich mich von ihm kontrolliert und unter Druck gesetzt. (Ob ich alle meine Hausarbeiten erledigt habe usw.)

Und bei diesem Punkt: Muss ich mich mit dem Wissen, dass er mich betrogen hat, begnügen. Habe ich nicht das Recht, zu kontrollieren, ob er mich weiterhin betrügt? Soll ich weiterhin blind und taub sein?

Und was mache ich, wenn er mich wieder "nicht respektiert".

Beispiel: Ich unterhalte mich mit einer Motorradkollegin, die mir von Ihrer letzten Tour erzählt. Er kommt hinzu, hört kurz zu und trötet: Du weisst doch sowieso nicht, wo das ist!

Oder ich erzähle, dass ich Geräusche im Haus gehört habe und dann in James-Bond-Manier einen Rundgang im Haus gemacht habe. Mit leisem Vorwurf, dass er geschlafen hat und nicht das Geringste mitbekommen hat. "Die hätten uns klauen können, er hätte nichts gemerkt." Seine Antwort (natürlich vor Publikum) "Ich musste mich halt entscheiden, ob ich einen Hund oder eine Gans nehme, ich habe mich für Dich entschieden".

Am liebsten hätte ich ihm eine geknallt. Muss ich mir das in Zukunft etwa gefallen lassen, mich nicht mehr aufregen, nicht mehr streiten? Was mach ich denn, wenn bei ihm wieder das Arschloch durchbricht? Ich hab die Klappe gehalten. Und ihm später gesagt, dass ich's gemein fand. Aber das sackt ja nicht bei ihm. Bei der nächsten Gelegenheit tut er's wieder.

Bis ich meine eigenen Probleme im Griff habe, wird dass sicher noch einige Zeit dauern. Aber diese Gemeinheiten machen jeden Schritt von mir vorwärts wieder zunichte.

Ich weiß, ich sollte drüber stehen. Tu ich aber nicht. Was ist die angemessene Reaktion? Wissen Sie es?

Gruß

 

 

 

 

 

 

Hallo Frau ... ,

 

jeder hat das Recht das zu tun, was er möchte. Solange man nichts tut, was von strafrechtlichen Belang sein könnte ist alles erlaubt.

Die Frage ist daher nicht, was erlaubt ist und was nicht, sondern was will ich erreichen. Wenn Sie eine gute Partnerschaft haben wollen, dann sollten Sie nicht alles tun, was machbar ist, sondern möglichst nur das, was zu einer guten Partnerschaft führt. Was das im einzelnen ist, weiß ich natürlich nicht. Aber sie können es sicher herausfinden.

 

Sie schreiben: "Ich soll aufhören meinen Mann zu kontrollieren."

Wer sagt dass denn, dass Sie aufhören sollen, Ihren Mann zu kontrollieren. Wenn Sie den Wunsch Bedürfnis haben, Ihn kontrollieren zu wollen, dann tun Sie es doch einfach. Am besten Sie legen ein Tagebuch an, in dem Sie Ihre Kontrolle exakt dokumentieren. Damit dürfte ein eventuell bestehender Wunsch nach Kontrolle doch befriedigt werden können.

Sie hätten dann auch unter Kontrolle, falls er wieder mit einer anderen Frau rummacht. Also seien Sie ruhig hellhörig und scharfäugig.

 

 

"Und was mache ich, wenn er mich wieder "nicht respektiert".

Beispiel: Ich unterhalte mich mit einer ... kollegin, ... . Er kommt hinzu, hört kurz zu und trötet: Du weisst doch sowieso nicht, wo das ist!"

 

In diesem Fall sagen Sie ihm einfach: Ja Schatz, ich weiß dass nicht, kannst Du mir das bitte sagen?

Dadurch fühlt sich Ihr Mann aufgewertet und wichtig. Und Sie haben ihm ohne finanzielle Kosten ein für ihn wertvolles Geschenk bereitet.

 

 

 

 

 

"Seine Antwort (natürlich vor Publikum) "Ich musste mich halt entscheiden, ob ich einen Hund oder eine Gans nehme, ich habe mich für Dich entschieden".

Am liebsten hätte ich ihm eine geknallt. Muss ich mir das in Zukunft etwa gefallen lassen, mich nicht mehr aufregen, nicht mehr streiten? Was mach ich denn, wenn bei ihm wieder das Arschloch durchbricht? Ich hab die Klappe gehalten. Und ihm später gesagt, dass ich's gemein fand. Aber das sackt ja nicht bei ihm. Bei der nächsten Gelegenheit tut er's wieder."

 

Die Bemerkung Ihres Mannes war eine Beleidigung. Dass Sie ihm da im Affekt eine knallen wollen, scheint mir logisch zu sein. Warum haben Sie es nicht getan? Vielleicht hätte er zurückgeschlagen und Sie hätten den kürzeren gezogen.

Ihr Mann scheint wenig Respekt vor Ihnen zu haben, und wie Sie dazu beitragen, dass er Sie so respektlos behandelt. Ich frage mich auch, ob Sie vielleicht masochistisch sind, wenn Sie sich das auf Dauer antun lassen und bei ihm bleiben.

 

 

"Bis ich meine eigenen Probleme im Griff habe, wird dass sicher noch einige Zeit dauern. Aber diese Gemeinheiten machen jeden Schritt von mir vorwärts wieder zunichte."

 

Sie suchen offenbar nach einer Begründung, sich nicht verändern zu müssen. Da kommt es Ihnen gerade Recht, wenn Ihr Mann wie der Elefant im Porzellanladen herumstapft.

Machen Sie Ihren Weg der Veränderung und Entwicklung nicht von Elefanten abhängig. Schauen Sie einfach mal nach Afrika, da geht die Antilope ihren Weg ohne dauernd nach dem Elefanten zu schauen, was der gerade macht und ob es ihm denn recht ist, was die Antilope macht oder nicht macht.

 

 

 

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ... 

Gesendet: Montag, 30. Januar 2006 15:11

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Beziehungsproblem

 

Hallo Herr Thiel,

ich bin heute beim Stöbern im Internet auf Ihre Seite gestossen.

Da ich so langsam nicht mehr weiter weiss, würde ich gerne versuchen, bei Ihnen Rat zu finden.

Ich (33) bin mit meinem Partner (42) seit guten drei Jahren zusammen.

Eigentlich läuft alles perfekt. Vielleicht komme ich gleich aufs Thema..

Wir haben recht selten Sex. Selten heisst für mich, ca. 1 x im Monat oder auch noch weniger. Zusätzlich ist es so, dass er fast nie meine Nähe sucht.

Wir umarmen uns wie Bruder und Schwester, meist muss ich ihn um eine Umarmung bitten. Im Bett ist es so, dass er mir fast täglich den Rücken krault, das ja. Aber ansonsten werde ich zurückgewiesen, wenn ich einfach in seinen Armen liegen möchte, ihn vielleicht einfach nur so an den Beinen berühren möchte. Alles, was irgendwie in den intimen Bereich geht, blockt er komplett ab.

Das ist nun schon seit 2 Jahren so. Wir hatten seit Anfang an nicht sooo oft Sex, wie andere Partner das in der ersten Zeit haben. Aber das war auch okay. Ich kann auch sehr gut damit leben, wenn es mal eine Zeit lang so ist.

Kein Problem. Ich habe auch sehr viel Verständnis für die ganzen Stressfaktoren wie z.B. viel Arbeit, wenig Zeit, dadurch recht müde und ausgelaugt abends.

Nur weiss ich nun nicht weiter, da ich mit ihm überhaupt nicht reden kann.

In anderen Dingen sehr gut, er ist der beste Gesprächspartner, den ich je hatte. Leider nicht in Bezug auf diese Probleme.

Wir haben schon recht oft versucht, darüber zu sprechen. Ich habe ihm mitgeteilt, wie schwierig es für mich ist, ohne dieses Gefühl der Begehrtheit auszukommen. Ich hab auch schon die Zeiten hinter mir, in denen ich voller Selbstzweifel war und mir ständig einredete, es läge an mir, meinem Aussehen oder sonstigem.

Dies verneinte er aber immer vehement. Daran läge es nicht, aber er wüsste nicht, was das Problem wäre. Er beteuert mir auch, dass er mich liebt. Das spüre ich eigentlich auch so, ohne Zärtlichkeiten. Er zeigt es mir durch andere Dinge oft.

Letztendlich bin ich jetzt soweit, dass ich auf unseren Sex verzichten könnte. Wenn er mich wenigstens von sich aus und mit voller Liebe mal in den Arm nehmen würde, mich streicheln würde, mich mal wieder richtig küssen würde. Das fehlt mir so sehr und ich gehe daran kaputt. Ich fühle mich nicht mehr als Frau, weil er genau das gerade ausklammert. Die Zärtlichkeiten, die wir haben, könnten auch zwischen guten Freunden passieren. Er gibt mir leider nie das Gefühl, dass ich ihn als Frau interessiere. Das schmerzt manchmal so sehr.

Heute habe ich ihm eine Email geschrieben und um einen Termin gebeten, an dem wir gemeinsam über uns reden können. Kam mir dabei blöde vor, aber ich habe keine andere Möglichkeit mehr gesehen, es anders anzufangen. Er weicht mir sonst immer aus. Wenn ich in letzter Zeit das Thema angesprochen habe oder nach einer "Abfuhr" geweint habe, weil ich es einfach nicht mehr aushalte, sagte er desöfteren: "Ich weiss gar nicht, was Du schon wieder hast." Das ist neu. Denn wir haben schon einige Schwierigkeiten meisterhaft gelöst bekommen. Ich habe ein Paar Probleme aus meiner Kindheit gehabt und er war der liebste und einfühlsamste Mensch dabei, den ich mir hätte vorstellen können.

Allgemein ist es so, dass er desöfteren schon sagte, Sex habe für ihn nicht so einen hohen Stellenwert wie für mich. Aber ist mein Wunsch nach Zärtlichkeit so absurd?

Ich möchte diese Beziehung mit ihm nicht aufgeben. Auf allen anderen Ebenen verstehen wir uns so gut und er ist für mich trotzdem ein Traumpartner. Er sagt auch oft selbst, dass wir ja "für einander bestimmt" sind und dass wir uns so gut verstehen. Nur dieser sexuelle Bereich wird komplett ausgegrenzt in unseren Gesprächen. Es ist als ob er eine Mauer um sein Herz gebaut hat und als ob ich diese nie überwinden könnte. Ich komme einfach nicht an ihn ran, wenn es um seine innersten Gefühle geht.

Und ich habe Angst davor, dass wir das Problem nicht angehen können, weil er scheinbar grössere Schwierigkeiten hat, darüber zu sprechen. Auch sind wir nun wohl an einem Punkt, an dem man das Thema schnell zu viel beredet und es ihn dann wohl noch mehr unter Druck setzen würde. Dabei würde ich ihm so gerne helfen. Nicht nur wegen unserer Beziehung, sondern auch für ihn selbst. Doch ich schwanke derzeit immer zwischen Wut, Mitleid Hilflosigkeit.

Und gleichzeitig merke ich, wie ich empfindlich werde für Berührungen anderer. Natürlich denkt man dann auch an einen Seitensprung.

Aber ich möchte das nicht wirklich. Ich möchte um unsere Beziehung kämpfen.

Ich weiss nicht, welche Dinge für Sie noch relevant wären..mag auch sein, dass ich das alles etwas konfus aufgeschrieben habe?!

Was denken Sie, wie sollte ich mich verhalten? Was für Ursachen könnten sein Verhalten ausgelöst haben / auslösen?

Für eine Antwort bedanke ich mich herzlich im voraus!

Sollten Sie vorhaben, meine Email zu veröffentlichen, möchte ich bitte anonym bleiben.

Vielen Dank + schöne Grüsse

...

 

 

 

 

Hallo ... ,

 

zur Lösung ihrer Fragen oder Probleme, könnten Sie sich fragen, was das Verhalten Ihres Partnern mit Ihnen zu tun hat und inwieweit Sie ihn (unbewusst) dazu einladen, sich so zu verhalten, wie er sich verhält. Insofern können Sie das Verhalten Ihres Partners als ein gemeinsame geschaffenes Verhalten ansehen. Ändern Sie Ihr Verhalten, kann Ihr Partner nicht anders, als auch sein Verhalten zu verändern. Dies ist wie in der Flüssigkeitsmechanik bei den sogenannten kommunizierenden Röhren. Gießen Sie auf einer Seite Flüssigkeit hinein, so erhöht sich der Flüssigkeitsstand nicht nur auf der Seite, wo Sie hineingegossen haben, sondern im gleichen Maße auch auf der anderen Seite.

Will heißen, wenn es Ihnen gelingt, einen Schritt von Ihrem Partner zurückzutreten, so kann es sein, dass dieser plötzlich einen Schritt auf Sie zumacht um dadurch die vorher vergrößerte Distanz wieder zu verkleinern.

Verkürzen Sie aber immer wieder von sich aus die Distanz zu Ihrem Partner, ohne von diesem dazu eingeladen worden zu sein, so "muss" er immer wieder die Distanz vergrößern, also von Ihnen wegrücken, um seinen Sicherheitsbereich, den er meint haben zu müssen, herzustellen.

Im übrigen müssen Sie ihrem Partner überhaupt nicht helfen, solange dieser Sie nicht darum bittet. Helfen können Sie aber sich selbst - wenn Sie wollen - indem Sie sich mit Ihren Bedürfnissen nicht vom Partner abhängig machen, sondern sich auch danach umsehen, wo und mit wem die Erfüllung Ihrer Bedürfnisse gelingen kann, als in den immer wieder gleichen gewohnten Bemühungen gegenüber ihrem Freund, die bei Ihnen letztlich immer wieder Wut, Mitleid (als eine versteckte Form von Aggression) und Hilflosigkeit erzeugt und damit weiter vom Ziel weg- anstatt hinführt.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ... 

Gesendet: Montag, 30. Januar 2006 01:42

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Frage

 

Hallo,

ich hoffe es ist ok daß ich Ihnen schreibe, ich weiß nicht genau ob Sie kostenfrei eine Auskunft geben können, dennoch wende ich mich vertrauensvoll an Sie.

Ich bin mit meiner Freundin schon ca. 2 Jahre zusammen.

Dennoch ist es nicht mehr so wie früher und wir haben uns sehr auseinandergelebt.

Nun habe ich eine andere Frau kennengelernt (bisher nur per Telefon und Internet-kennengelernt ist also zuviel gesagt) und ich weiß nicht genau, ob ich dieser anderen Frau ehrlicherweise gleich von Anfang an, von meiner jetzigen Freundin erzählen soll! Ich möchte meine jetzige Freundin nicht betrügen, aber mich dennoch gerne mit dieser anderen Dame verabreden, da ich mir bei meiner jetzigen Freundin überhauot nicht sicher bin.

Ist es ok sich mit einer anderen Frau zu verabreden, ohne ihr von der jetzigen Freundin zu erzählen?

Gilt hier Ehrlichkeit vor allem anderen?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

M.f.G.

...

 

 

 

Hallo Herr ... ,

ob das o.k. ist? Kommt drauf an für wen. Für mich wäre es o.k. Für Sie wäre es vielleicht auch o.k.

Für Ihre Freundin wäre es vielleicht nicht o.k.

Was meinen Sie denn, ob es für Ihre Freundin o.k. wäre?

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ... 

Gesendet: Donnerstag, 19. Januar 2006 23:37

An: info@maennerberatung.de

Betreff: projektion des vater auf die frau

 

Guten Tag

Mit grossem Interesse habe ich Ihren Artikel über Projektion gelesen.

... .

Nun habe ich eine Frage:

Voraussetzung:

Bei mir ist es nicht, wie bei Ihnen beschrieben-

". Männer sehen in ihren Partnerinnen häufig die eigene Mutter. Und da sich der kleine Junge vor der als übermächtig erlebten Mutter verteidigen oder verschließen musste, vielleicht deswegen sogar Asthma bekam, führt der nun erwachsene Mann in der Übertragung auf seine Frau den Kampf mit seiner eigenen Mutter fort."

und in Ihrem Originaltext:

"Schon als Junge haben sie meist erlernt, dass sich ihre Mutter für familiäre Konflikte zuständig fühlte und der eigene Vater mehr oder weniger abwesend war. Andererseits war die Mutter gegenüber dem Sohn häufig grenzüberschreitend und möglicherweise auch gewalttätig, woraus beim Jungen und späteren Mann Selbstwertprobleme und Angst vor Frauen resultieren können. Männer versuchen diese Probleme oft durch aggressives Verhalten auf der einen Seite oder Selbstisolation und Rückzug auf der anderen Seite zu lösen."

sondern

mein Selbstentwurf: ist nun dieser:

Meine Mutter war gegenüber dem Sohn, mir, häufig grenzüberschreitend und sehr liebe- und verständnisvoll/ möglicherweise auch zu gefühlvoll,

woraus beim Jungen und späteren Mann ein übersteigertes Selbstwertgefühl und ein grosser Hang zu Frauen resultieren können.

Ich versuche diese Probleme oft durch liebevolles Verhalten auf der einen Seite oder Distanzlosigkeit und vielfältige Annäherung auf der anderen Seite zu lösen.

Hingegen war nun das Verhätnis zu meinem Vater

häufig grenzüberschreitend und möglicherweise auch gewalttätig, woraus beim Jungen und späteren Mann/mir Selbstwertprobleme und Angst vor Männern resultieren können. Ich versuchen diese Probleme oft durch aggressives abwehrendes Verhalten auf der einen Seite oder Selbstisolation und Rückzug vor Männerbeziehungen auf der anderen Seite zu lösen."

nun habe ich heute festgestellt, daß wohl eine "seltsame" (??) Art von Projektion bei mir stattgefunden hat

ich habe mein Männerbild und mein Verhalten dazu (aggressives Verhalten auf der einen Seite oder Selbstisolation und Rückzug) auf meine Frau übertragen, mit der ich seit fast 20 jahren verheiratet bin.

Sie hat siuch für mich sich stark verändert hat in den letzten Jahren

und von meinem Traum einer liebenden Frau / Ersatzmutter entwickelt

zu einer Motorrad-Amazone in Unisex, die ausschließlich in Jeanshosen herumlaufend, mich reglementiert und eineingt, etc.

kennen Sie dieses Problem von Projektion des Vaters (den ich wirklich gehasst habe) auf die eigene Frau...?

und hätte Sie einen Rat?

Danke

...

 

 

 

 

 

Hallo .... ,

Danke für Ihre Anfrage und Ihre Hinweise.

 

Möglicherweise haben Sie einigen Anteil daran, dass Ihre Frau so ist, wie sie jetzt ist. Vielleicht brauchten Sie dass auf einer unbewussten Ebene, eine Amazone. Nun haben Sie diese und es stellt sich heraus, dass das nicht die Erfüllung ist, sondern neues Ungemach.

So wie es in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

Vielleicht spüren Sie einmal nach, wonach Sie noch suchen und tauschen sich darüber mit Ihrer Partnerin aus. Wenn Sie selber Klarheit gewissen, was Sie wollen und dies auch ausdrücken, so hat Ihre Partnerin eine Orientierung für sich. Möglicherweise tauchen dann ganz neue Überraschungen am Horizont auf.

 

Gruß Peter Thiel

 

 


 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ... 

Gesendet: Dienstag, 3. Januar 2006 13:35

An: info@maennerberatung.de

Betreff: das leiden lieben

 

mein exfreund (27) hat ein problem, weshalb er sich von mir trennen mußte. er ist ständig unglücklich über sich. er zweifelt seinen job an und redet seit ewigkeiten davon ins ausland zu gehen. aber er tut nichts dafür, dass sich auch tatsächlich etwas in seinem leben in der hinsicht verändert. bei gesprächen mit ihm hat er mir mit tränen erzählt, dass er angst habe wenn er ins ausland gehen würde oder tatsächlich seinen job ändern würde, auch enttäuscht zu werden.zudem kommt, dass er noch nie eine beziehung geführt hat, die länger als ein jahr gedauert hat.und auch schon vor mir wollte er einmal mit einer freundin zusammenziehen, aber als der mietvertrag auf dem tisch lag, trennte er sich von ihr. so auch bei mir, obwohl er zu mir sagte, dass die beziehung nicht zu vergleichen wäre mit seinen anderen, da die vorherigen meist über das sexuelle entstanden und bei mir, weil er mich als person faszinierend fand.zudem bin ich die erste frau, die er in sein leben (freunde und familie) integriert hat. was allerdings bei allen beziehungen gemeinsam war, war eine starke intensität seinerseits, und dass seine exfreundinnen alle aus problemfamilien kamen. so auch ich. in der zeit, in der wir zusammen waren, wäre ... und er stand mir ganz toll zur seite. die probleme bei uns kamen erst auf, als meine ... alles überstanden und wir zusammenziehen wollten.da hatte ich das gefühl, dass er sich zurückzog und sich sehr stark mit sich selber beschäftigte (er las bücher wie: wie räume ich in meinem leben auf, verbrannte alte fotos...).zu der zeit wurde er ganz stichelig zu mir und sagte mir, dass er nicht mehr verliebt sei, aber dass er mit mir zusammenbleiben wolle. aber es wurde alles immer schlimmer, und obwohl er zu seinen freunden sagte, dass wenn er es mit einer frau schaffen könnte, dann mit mir, trennte er sich. nach zwei monaten feiern und affäre meldete er sich wieder bei mir und wollte mich unbedingt sehen. das treffen war wie in unserer schönsten zeit (ohne ins bett zu gehen), was er auch bestätigte, aber er sagte auch, dass er das gefühl habe sich selber zu verlieren, wenn er in einer beziehung ist, da er sich so fallen lassen würde, dass er zu bequem wäre sich zu verändern.naja, es sind mittlerweile weitere drei monate vergangen und er hat noch nicht einmal ansatzweise etwas verändert in seinem leben.

meine frage ist nun, was könnte sein problem sein? und was hat seine trennung von mir mit mir zu tun?

dazu muß ich sagen, dass er eine sehr enge bindung zu seiner mutter hat, noch ... jüngere schwestern hat und sein vater die famile verlassen hat, als er ... war (falls das auch eine bedeutung haben könnte)

 

 

 

 

 

Hallo ... ,

 

Sie schreiben:

"meine frage ist nun, was könnte sein problem sein? und was hat seine trennung von mir mit mir zu tun?"

Wie kommen Sie darauf, dass Ihr Ex-Freund ein Problem haben könnte? Probleme für einen Menschen entstehen ja nicht dadurch, dass andere meinten, sie hätten ein Problem, sondern dadurch, dass der betreffende Mensch meint, er hätte ein Problem.

Man müsste also Ihren Freund fragen, ob er ein Problem hat und wenn ja welches oder welche. Ob Sie dazu von Ihrem Freund eine Antwort bekommen, da bin ich skeptisch.

Aber vielleicht haben Sie ja ein Problem und wenn ja welches? Wenn Sie Ihr Problem erkennen, falls Sie eins haben, dann können Sie überlegen, ob Sie es lösen wollen oder nicht. Wenn Sie es nicht lösen wollen, dann können Sie es einfach liegen lassen. Manchmal liegt es dann noch nach drei Jahren so, da wie sie es damals haben liegen lassen. Manchmal verändert es sich auch und manchmal ist es sogar verschwunden und man weiß gar nicht wann und warum.

 

 

Sie schreiben:

"meine frage ist nun, was könnte sein problem sein? und was hat seine trennung von mir mit mir zu tun?"

Mit Ihnen hat es offenbar zu tun, dass sich Ihr Freund von Ihnen trennen wollte. Das mag trivial klingen und ist es auch. Welche Gründe Ihr Freund für seine Trennung hat, darüber kann man ihn fragen oder wenn er nicht antwortet nur spekulieren. Vielleicht waren Sie ihm nicht reich genug, vielleicht nicht arm genug, vielleicht nicht sexy genug, vielleicht zu sexy. Gründe gibt es ohne Ende.

Vielleicht suchen Sie sich beim nächsten mal einen Freund, der Ihnen auch sagt, was er über Sie denkt oder was er in Bezug auf Sie fühlt. Vielleicht nehmen Sie auch mal an einer gemischtgeschlechtlichen Selbsterfahrungsgruppe teil, in der Sie von anderen Gruppenteilnehmern Rückmeldungen (Feedback) bekommen und so etwas über sich erfahren können.

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ... 

Gesendet: Sonntag, 1. Januar 2006 16:51

An: info@maennerberatung.de

Betreff: (Kein Thema)

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

ich habe seit 1 Jahr eine schwierige Beziehung mit einem 31jährigen Mann und weiß als Frau einfach keinen Rat mehr.

Seine Lebenssituation gestaltet sich wie folgt:

- Er macht im Moment sein ... Examen, ... .

- Er leidet unter starken Angstzuständen, das Examen nicht schaffen zu können und nimmt seit ca. 4 Wochen ein Antidepressivum. Auch fühlt er sich "schlechter" als die anderen Studenten, die bessere Noten schreiben.

- Die Eltern, ... , unterstützen ihn soweit wie möglich.

-Vor mir -obwohl er gutaussehend ist, hatte er jahrelang keine Freundin mehr. Zu mir sagte er ziemlich am Anfang unserer Bekanntschaft: "man kann ja nicht immer abhauen..."

-Er hat ein starkes Bindungsproblem, dass sich so äußert: Er ist für seine Mutter oder für mich oder auch seine Freunde tagelang nicht zu erreichen. D.h. er geht nicht ans Telefon, ruft auch nicht zurück. Er ruft nur dann an, wenn er es für den richtigen Zeitpunkt hält bzw. ihm in den Kram paßt. Die letzten Monate habe ich sein Verhalten mit der Lernerei entschuldigen können, selbst zur Hochzeit seines Bruders ist er während der Hausarbeitsphase nicht erschienen (dazu muss ich anmerken, dass die Juristen 80 Seiten innerhalb von 4 Wochen zu Papier bringen müssen, was einem keine Sekunde zum Verschnaufen läßt). Vor 4 Wochen hat er diese Hausarbeit nun abgegeben und hätte jetzt Zeit, sich auch mal um mich zu kümmern, da die nächste Prüfung erst Ende März ansteht. Leider hat sich nichts geändert, er bemüht sich nicht, mich öfters zu sehen.

Meine Frage ist, ob man dieses extreme "Einengungsproblem" (natürlich spielt auch die Depression eine Rolle), unter dem er leidet, jemals ändern kann?

Über eine Antwort würde ich mich freuen

Ich wünsche Ihnen ein frohes Neues Jahr.

Mit freundlichen Grüßen

... 

 

 

 

 

Hallo ... ,

Verhalten kann man in der Regel immer ändern, nur muss dazu auch ein Bedürfnis bei dem Betreffenden, hier also Ihrem Freund, da sein.

Vielleicht fragen Sie Ihren Freund einmal, ob er ein solches Bedürfnis hat und wenn ja, was er bräuchte, um es Wirklichkeit werden zu lassen.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ... 

Gesendet: Donnerstag, 29. Dezember 2005 13:04

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Beratung

 

Sg. Herr Thiel,

Meine Partnerschaft befindet sich momentan in einer Krise, und ich sorge mich sehr, da ich keine Lösungsmöglichkeiten sehe.

Ich bin 37 Jahre alt und seit 22 Monaten verheiratet, kenne meine Frau aber nun schon seit 14 Jahren. Sie ist ... , an der ... in ... angestellt und lernt ... intensiv für eine Prüfung.

Ich selbst bin bei ... angestellt und berate ... .

Seit mehreren Monaten merke ich, dass in unserer Beziehung die Spontanität abgeht. Wir leben nebeneinander her. Jeder ist mit seinem eigenen Leben beschäftigt und die gemeinsame "Frei"-Zeit gibt es kaum noch.

Ich tue mir schwer persönliche Nähe von mir aus aufzubauen und habe daher meine Bedenken und Sorgen in mich hineingeschwiegen.

Gestern hat mir meine Frau mitgeteilt, dass Sie bei einer Psychotherapeutin in Behandlung ist, da sie ebenfalls große Probleme mit unserer momentanen Beziehung hat. Laut ihre Meinung nach bin aber ich SICHERLICH nicht der Schuldige dabei, sondern sie selbst sei es.

Sie kann aber momentan keine Nähe von mir annehmen, da sie mit sich selbst genug zu tun hat, wobei sie einerseits ihren harten Arbeitsalltag andereseits auch ihren Prüfungsstress meint.

Dadurch fühle ich mich aber in keiner Weise irgendwie entlastet. Es ist vielmehr, dass mir jegliche Initiative weggenommen wurde und ich nur auf den Ausgang einer Besprechung warten kann, in der Hoffnung, dass ich nicht schuldig gesprochen werde. Kafka....

Kurz zu mir:

Ich bin bei meiner Mutter als uneheliches Kind aufgewachsen. Meine Mutter war ... . Mein Vater ...  war mit einer anderen Frau verheiratet und nur an wenigen Tagen im Monat anwesend. Meine Eltern haben geheiratet nachdem die Frau meines Vaters gestorben war. Ich war damals ... Meine Mutter hat mich an sich immer als Partnerersatz gesehen und nun, da mein Vater ... , bin ich ihre einzige Stütze und Anlaufstelle.

Kurz zu meiner Frau:

Meine Frau ist in einer Kleinfamilie mit einer ... Jahre jüngeren Schwester aufgewachsen. Ihr Vater wurde, als sie ... war, psychisch krank und muss seitdem Psychopharmaka zu sich nehmen. Soweit mir bekannt ist, ist er manisch depressiv. Ihre Mutter war immer daheim und hat sich um die Familie intensiv gekümmert.

Wie kann ich aus dieser Situation entkommen. Ich liebe meine Frau und versuche ihr das auch zu zeigen, mit schwindendem Erfolg. Ich schätze Ihre Intelligenz und ihre gerechte Art, sie spornt mich zu Ideen an, die mir selbst nicht kommen würden, sie gibt mir Kraft. Ich denke, dass sie mich auch zumindest sehr schätzt, jedoch von meiner zurückgezogenen Haltung nicht gerade angezogen wird.

Wie schaffe ich es mich meiner Frau anzunähern?

Danke für Ihre Hilfe

... 

 

 

 

 

Hallo Herr ... ,

Ihre Frage enthält schon eine Antwort.

 

Sie schreiben:

 

"Ich denke, dass sie mich auch zumindest sehr schätzt, jedoch von meiner zurückgezogenen Haltung nicht gerade angezogen wird.

Wie schaffe ich es mich meiner Frau anzunähern?"

 

Eine mögliche Lösung könnte sein, dass Sie ihre Zurückgezogenheit zugunsten einer Bezogenheit verändern und sich damit Ihrer Frau annähern. Ob Ihre Frau dann auch Nähe annehmen kann oder sich ihrerseits zurückzieht, um Distanz zu schaffen oder auch aufrecht zu erhalten wird man sehen müssen.

 

 

Bei Interesse können Sie sich hier Unterstützung holen.

...

 

Mit freundlichem Gruß

 

Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ... 

Gesendet: Mittwoch, 28. Dezember 2005 02:38

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Hier sucht eine Frau Rat...

 

Hallo Herr Thiel,

ich würde gerne ein paar Fragen loswerden. Vielleicht hilft mir schon allein der Versuch, das Problem strukturiert zu formulieren, aber ganz sicher würde ich mich über Ihre Antwort und Ihren Rat freuen.

Mein Partner und ich sind seit zwei Jahren zusammen. Da er ins Ausland versetzt wurde und eine Beziehung über diese Entfernung nicht in Frage kam ... habe ich nach langem Hin und Her ... und gehe nun mit ihm. Soviel zu den Rahmenbedingungen.

Mein Problem ist, dass ich große Schwierigkeiten mit seiner Art zu kommunizieren habe. Im Beruf ist er Vorgesetzter von mehreren Mitarbeitern und sicher kein schlechter, wenn ich mir das Betriebsklima so von außen betrachte. Aber seinen Chef-Habitus legt er auch im Privatleben nicht ab. Und da habe ich oft das Gefühl, von ihm überfahren zu werden. Er trifft einsame Entscheidungen, die auch mich betreffen, ohne Rücksprache; hält sich nicht an Absprachen, wenn ihm gerade eine Planänderung in den Sinn kommt; geht darüber hinweg, wenn ich mich mitzuteilen versuche. Das sind oft Kleinigkeiten, die von der Sache her nicht wirklich bedeutsam sind, aber ich fühle mich dann einfach übergangen. Und auch Dinge, die mir wichtig sind, muss ich xmal wiederholen, bis ich einigermaßen sicher sein kann, dass es bei ihm angekommen ist. Wenn ich mit der ganz großen Keule (sprich: Heulen) komme, schaffe ich es in der Regel, dass er mir zuhört und dann geht er auch auf mich ein. Mal mehr, mal weniger, aber so generell geht das für mich in Ordnung. Nur will ich natürlich nicht bei jeder Gelegenheit in Tränen ausbrechen müssen, damit mein Partner mir seine Aufmerksamkeit schenkt.

Ganz schlimm ist es zur Zeit, weil er bereits im Ausland ist und ich noch in Deutschland bin. Wir sind also aufs Telefon angewiesen und die Gespräche verlaufen nach einem sehr eigentümlichen Muster. Er erzählt eine Viertelstunde lang, was er so alles erlebt hat. Ich will dann gerne mein Zuhören und mein Interesse an dem was er sagt durch gelegentliche Zwischenfragen oder Bemerkungen bekunden, komme aber schlichtweg nicht zu Wort. Wenn ich versuche, in einer Atempause einzuhaken, redet er einfach konsequent darüber hinweg. Ich verstehe meine Funktion für ihn an diesem Punkt nicht. Wenn er nur erzählen will, es ihm aber gleichgültig ist, ob ich zuhöre oder mir nebenbei die Fingernägel feile und den Fernsehkrimi verfolge, dann könnte er doch ebenso gut mit der Parkuhr reden. Wenn er mit seinem Monolog dann am Ende angekommen ist, fragt er mich, was bei mir so los war. Ich habe dann die Gelegenheit, drei kurze Sätze loszuwerden, bevor er dann beschließt, dass das Telefonat jetzt zum Ende kommen sollte, weil er schlafen will oder noch arbeiten muss oder essen oder zum Sport oder oder oder. Und da spielt es auch keine Rolle, ob ich vielleicht gerade bei einem mir sehr wichtigen Thema war. Das wird dann vertagt. Diese Gespräche entwickeln sich nie mal einfach irgendwo hin. Vom sprichwörtlichen Hölzchen zum Stöckchen oder so. Sie finden nicht zu einem "natürlichen" Ende, bis zu dem beide alles sagen konnten, was sie gerade zu sagen hatten. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich ohne jede Irritation seinerseits an aufeinander folgenden Tagen jeweils dasselbe erzählen kann. Es fällt ihm schlichtweg nicht auf. Das kennt man ja sonst eher von Alzheimer-Patienten.

Wenn wir uns gegenüber sitzen, ist es nicht ganz so krass, aber im Kern doch ähnlich. Er wechselt dann oft aus dem Stand das Thema, wenn er der Meinung ist, dieses oder jenes sei jetzt hinreichend besprochen. Ich erzähle zum Beispiel, dass ich mich über einen Kollegen geärgert habe und erwarte darauf irgendeine Reaktion, aber er kontert mit Reiseplänen für den Sommerurlaub. Das ist ein konstruiertes Beispiel, aber es beschreibt die Situation ganz gut. Ich muss sehr viel Energie aufwenden, um zu ihm durchzudringen. Und das ist auf die Dauer nicht nur anstrengend, sondern auch entmutigend. Ich fühle mich nicht wahrgenommen und auch nicht ernst genommen. Und das ist angesichts meiner bevorstehenden Ausreise ein sehr unerquickliches Gefühl. Er sagt häufig, dass er mich liebt und ich glaube das auch. Andere Frauen würden sich nach diesem Bekenntnis wahrscheinlich die Finger lecken. Aber für mich bleibt das so theoretisch. Wenn er mich liebt, warum komme ich mir dann vor, als würde ich mit meiner tauben Oma chinesisch sprechen wollen? Auf diese Weise kommt doch kein Dialog in Gang!

Wenn ich versuche, dieses Problem zum Thema zu machen, höre ich ziemlich schnell einen aggressiven Unterton raus. Dabei will ich das gar nicht als Kritik rüberbringen, sondern ihm nur mitteilen, wie ich mich fühle und was bei mir ankommt, wenn er sich so verhält. Er will mich dann immer auf konkrete Beispiele festnageln und wenn ich eins bringe, kontert er, dass sei doch eine Lappalie gewesen, nicht der Rede wert und ich sei zu sensibel. Vielleicht bin ich das, aber ich lasse ungern meine Gefühle von anderen bewerten und versuche selbst, dass bei meinem Gegenüber auch nicht zu tun. Und das ist dann der Punkt, an dem ich ärgerlich werde oder Resignation sich breit macht. Je nach Tagesform. Und für ihn ist das dann meist das Ende der Durchsage und er mogelt sich aus dem Gespräch raus.

Ich brauche eine Strategie, wie ich meine Bedürfnisse da unterbringe und an diesem Punkt stehe ich einfach auf dem Schlauch. Es nützt mir nichts, zu wissen, dass er im Job den großen Zampano gibt und keine Erfahrung mit "ernsthaften" Liebesbeziehungen hat und Einzelkind ist und von seinen Eltern angebetet wird. Vielleicht ist er deshalb einfach darauf eingepegelt, dass man ihm vorbehaltlos zuhört, er aber seine Aufmerksamkeit sparsam dosieren kann. Aber mit Erklärungsversuchen komme ich nicht weiter, denn an diesen Gegebenheiten kann ich ja nichts ändern. Ich wünsche mir aber, dass wir uns beide in unserem Miteinander wiederfinden können. Ich will ihn ja nicht verbiegen. Aber mich selbst auch nicht und das Mäuschenhafte ist so gar nicht meine Art. Fast schon erheiternd ist, dass er, als wir uns kennenlernten, sehr betont hat, dass er sich eine Frau mit eigenem Kopf wünscht... Muss ich den jetzt in den Sand stecken?

Herzliche Grüße

...

 

 

 

 

 

Hallo ...,

den Kopf brauchen Sie nicht in den Sand zu stecken. Was sollte der Kopf auch da.

Es ist sicher schon mal hilfreich, sich so wie Sie es getan haben, "das Problem" genauer anzusehen und zu beschreiben (Problemanalyse). Viele Leute kommen erst gar nicht soweit und erwarten dennoch von anderen Hilfe, ohne dass der andere weiß, wobei er eigentlich helfen soll.

 

Sie schreiben:

"Ich brauche eine Strategie, wie ich meine Bedürfnisse da unterbringe .. "

 

Sie meinen offenbar Ihr Bedürfniss, dass Ihnen Ihr Freund besser zuhört, auf Sie eingeht, etc.

Er will es aber anscheinend gar nicht. Wie sollen da Ihre Bedürfnisse erfüllt werden?

Stellen Sie sich vor, Ihr Freund wäre ein armer Mann und Sie wünschen sich von Ihm, dass er mit Ihnen eine Weltreise macht.

Wie soll das gehen, wenn er kein Geld hat? Wollen Sie ihm die Reise bezahlen?

 

 

Sie können in erster Linie nur Ihr eigenes Verhalten verändern. Vielleicht legen Sie beim nächsten Mal, wenn Ihr Freund Ihnen nicht zuhört, den Telefonhörer einfach beiseite, ohne aufzulegen, und gehen dann erst fünf Minuten wieder ran und hören weiter zu. Bei der nächsten Gelegenheit bei der Ihnen Ihr Freund nicht zuhört, machen Sie das wieder genau so.

Wenn Ihr Freund Sie fragen sollte, was Sie da machen, so antworten Sie ihm wahrheitsgemäß, Sie dachten, es wäre ihm nicht wichtig, dass Sie persönlich zu hören, aber Sie würden gerne wissen, wie Sie herausfinden können, ob und was ihm wichtig sei.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ... 

Gesendet: Dienstag, 6. Dezember 2005 11:59

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Hilfe erforderlich

 

Sehr geehrter Herr Thiel ,

 

in der letzten Woche gab es in meiner Ehe einen Vorfall , der trotz meiner Bemühungen mir zeigte, dass ich gewisse Sachen in den Griff bekommen muß. Ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit einer Trennung / Scheidung nicht mehr abzuwenden.

 

Unter Alkoholeinfluss habe ich meiner Frau eine geklebt. Wir hatten vor ein paar Jahren schon handfeste Streitigkeiten , uns aber bemüht das in den Griff zu bekommen. Nicht das hier der Eindruck erweckt wird das ich ständig trinke, aber was mich so erschreckt ist , dass ich Konflikten dann absolut unbeherrscht gegenüber auftrete.

 

Es muß einen Weg geben mein Aggressionspotenzial soweit zu steuern das ich sie vor allem unter Alkoholeinfluß nicht so negativ zum Ausbruch kommen zu lasse. Welche Art von Hilfe / Therapie für mich in Frage kommt ist nicht so einfach für mich zu erfassen. Denn ich weiss das meine negativen Auffälligkeiten nicht nur gegenüber meiner Ehefrau zum tragen kommen.

Vielleicht ist eine hilfreiche Beratung sehr vorteilhaft für die Bewältigung der momentanen Schwierigkeiten. Meine Frau und ich sind zwar bemüht in gemeinsamen Gesprächen nach diesem Vorfall alles aufzuarbeiten. Aber wir scheitern immer dann wenn ich oder Sie glaubt, zu unrecht kritisiert zu werden. Ein Problem in dem Sie schon in Ihrem Einführungschreiben Ihrer Webseite schon passende Worte gefunden haben. Ihre Analyse war im übrigen sehr informativ und ist auch ein Grund, weswegen ich mich auf diesem Wege an Sie wende.

 

Mit freundlichen Grüßen

... 

 

 

 

 

Hallo Herr ... ,

danke für Ihre Anfrage. Sie geben mir einen willkommenen Anlass, mich zu der Frage, was Beratung oder Therapie eigentlich erreichen kann oder sollte, zu äußern.

Zum einen besteht die Möglichkeit, sozusagen ein Trainingsprogramm in Beherrschung zu machen. Von dieser Idee scheinen die konventionellen Anti-Gewalttrainingsprogramme beherrscht zu sein. Aus Sicht möglicher Opfer von Gewaltattacken scheint das auch richtig zu sein. Allerdings ist den Tätern damit nur wenig geholfen. Sie müssen sich nun den Rest ihres Lebens damit bemühen, die Kontrolle zu behalten und sich zu beherrschen, statt die Gründe aus der Welt zu schaffen, die zu Kontrollverlust mit anschließendem Gewaltausbruch führen. Eine solche totale Kontrolle geht aber zu Lasten der Vitalität des Menschen und dürfte damit über kurz oder lang in die Krankheit führen.

Mein Therapieansatz ist daher nicht auf die Themen Kontrolle und Beherrschung orientiert, sondern auf die Lösung wichtiger Konfliktthemen zwischen den Konfliktbeteiligten, so dass zukünftig Kontrolle und Beherrschung in diesem Umfang gar nicht mehr benötigt werden, weil die wichtigen Konfliktthemen gelöst oder wenigstens abgeschwächt sind.

Wenn Sie und Ihre Frau daran Interesse haben, können Sie gerne einen Termin bei mir vereinbaren.

 

...

Beste Grüße

 

 

Peter Thiel, systemischer Berater, systemischer und Therapeut/Familientherapeut (DGSF)

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 22. November 2005 23:34

An: info@maennerberatung.de

Betreff: uneindeutigkeit

 

Bin mit interesse auf ihre site gestossen wo nicht mit den üblichen stereotypen „schlechter mann belästigt sittliche frau“ gehandelt wird.

Ich habe folgendes problem und erwarte mir von ihnen eine neue sicht:

Ich unterhalte mich des öfteren mit einer kollegin über die übliche smalltalk-dauer hinaus und habe dabei ein gutes gefühl, dass da auf beiden seiten was läuft.

So und jetzt beginnt der troubles: ich lasse durchklingen, dass ich interesse an ihr habe. Sie zeigt sich verbal freudig angetan und flirtet mit mir mittelmäßig sprühend. Dann erzählt sie mir mittendrin, dass sie sich dessous gekauft hat, aber nicht im versandhaus, denn sie möchte sehen, was sie sich anzieht. So und wie wir dann, und weil ich der meinung war, dass die ampel auf grün steht, nur sie und ich alleine beim kaffee stehen, wage ich ihr zu sagen, dass ich mir mit ihr eine intime beziehung wünsche, weil sie mir gefällt und ich sie möchte. Darauf kommt sie leicht hysterisch: na du mußt probleme haben und ich meine wir können auch zum chef gehen, wenn du mich weiterhin belästigst… Platsch!! „Na gut, du hast kein interesse“ sage ich, um mein gesicht zu wahren und trete verwirrt meinen rückzug an. So und jetzt kommts: den nächsten tag strahlt sie mich an, als ob sie nun erwarten würde, dass ich den nächsten angriff starte. Ich denke aber nicht daran, habe keine lust, meinen job zu gefährden.

Sehe ich da etwas verrückt oder hat die einen Huscher oder will die ich über die klinge springen lassen oder was geht da ihrer meinung nach ab??

 

 

 

 

Hallo Herr ...,

Sie vermischen offensichtlich den privaten und den dienstlichen Kontext. Das kann durchaus auch gut gehen, aber wie Ihr Fall zeigt auch mal schief.

Laden Sie das nächste Mal die Frau außerhalb zum Kaffee ein. Da ist dann wohl auch ein sicherer Ort gegebenenfalls über Dessous und intime Wünsche zu sprechen. Eine Abfuhr und einer erneute Einladung können Sie sich dann immer noch einholen. Das wäre dann wahrscheinlich ein typische Nähe-Distanz Problem und ich kannIihnen dann nur eine gute Verwurzelung wünschen, andernfalls müssen Sie sich auf Achterbahnfahren einstellen und das ist bekanntermaßen nicht jedermanns und jederfraus Sache.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ... 

Gesendet: Dienstag, 25. Oktober 2005 00:18

An: info@maennerberatung.de

Betreff: BEratungswunsch

 

 

... 

Sehr geehrter Herr Thiel,

über das Internet bin ich auf Ihre Beratungsdienste aufmerksam geworden. Ich schreibe Ihnen, weil ich eine geringe Hoffnung habe, dass mir ein Kontakt mit Ihnen vielleicht helfen könnte. Hintergrund ist, dass ich in einer Ehe lebe, bei der ich mich frage, ob sie noch Substanz hat.

Ich bin 18 Jahren verheiratet. Seit über etwas sechs Jahren habe ich mit meiner Frau keinen Sex mehr. Für mich ist das ein Zeichen für fehlender Kommunikation. In der Anfangszeit habe ich diesen Zustand noch angesprochen, aber für sie war das offensichtlich kein Problem. Ich habe sie auch direkt gefragt, ob sie möchte, dass ich fremd gehe. Dazu kam keine Antwort.

Und so ist es all die letzten Jahre gewesen – offensichtlich ist es für sie keine Beeinträchtigung, dass unser Sexualleben praktisch nicht existent ist. Ich könnte manchmal platzen, insbesondere dann, wenn ich wieder einmal einen Versuch der Annäherung mache.

Es geht mir dabei nicht nur um Sex, es geht mir auch um Zärtlichkeit. In punkto Zärtlichkeit spüre ich manchmal ein Entgegenkommen. Immer geht die Initiative dann aber von mir aus. Aber es geht mir auch nicht nur um Zärtlichkeit.

Für mich gehört Sexualität zu einem erfüllten Leben. Dieses Thema bei meiner Frau immer wieder anzusprechen, ist, wie wenn man weitschweifig einen gerade erzählten Witz erklären will. Es ist für sie kein Thema. Und ich spüre es auch an ihren physiologischen Reaktionen, dass ich sie nicht errege. Dabei glaube ich, dass ich ihr und uns genügend Zeit lasse. Ich komme nicht gleich „zur Sache“. Mittlerweile habe ich es aufgegeben, dass es für uns irgendwann noch einmal eine intakte Beziehung geben könnte. Sie hat kein Interesse an mir. Das verletzt mich.

Offensichtlich bin ich aber für viele andere Frauen nicht unattraktiv. In den letzten Jahren bin ich mehr und mehr empfänglich geworden, wenn mir attraktive Frauen schöne Augen machen. Daraus haben sich einige Liebesbeziehungen ergeben. Die Bezeichnung „Affären“ wäre nicht angemessen dafür, dafür war auch bei mir zu viel Gefühl dabei. Die Liebe war aber von Anfang nie so stark, dass ich bereit gewesen wäre, alles aufzugeben, was mein Leben bestimmt – insbesondere meine Familie. Das habe ich meinen Partnerinnen von Anfang an gesagt. Sie haben dies in Kauf genommen, aber irgendwann wurden dann doch die Forderungen erhoben, mich für sie zu entscheiden. Die Konsequenz war früher oder später, dass die Beziehung endete. Alle Frauen, mit denen ich in den letzten Jahren zusammen war scheinen aber den Sex mit mir genossen zu haben. Drei von ihnen haben wir auch ausdrücklich gesagt, dass ich ein „wundervoller Liebhaber“ sei. Und man spürt es doch auch, ob körperlich etwas überspringt.

Gegenüber meiner Frau habe ich einmal auch mit offenen Karten gespielt. Ich sah damals keine anderen Ausweg, um meiner Geliebten zu zeigen, dass ich sie nicht verstecken möchte, dass ich meiner Frau von dem Verhältnis erzählt hatte um zu erreichen, dass wir uns zu dritt in einen modus vivendi einrichteten. Wenn meiner Frau Sexualität nichts bedeutete, dann wäre das vielleicht ein gangbarer Weg – zumal ich ein ähnliches, offensichtlich funktionierende Beispiel aus dem Bekanntenkreis vor Augen hatte. Die Sache ging gründlich schief, weil dann beide Frauen an mir herumzerrten.

Dieses rastlose Leben führe ich nun seit acht Jahren. Seit knapp zwei Jahren habe ich eine „feste“ Liebesbeziehung mit einer ... . Wir treffen uns vielleicht alle zwei Monate, ... . Eigentlich es das mir zu wenig, aber das berufliche Umfeld – ... erlaubt es nicht, dass wir zusammen kommen.

Was mich stört, ist, dass sie die Nummer zwei ist, die ich verstecken muss, zu der ich mich nicht bekennen kann. Wir haben kein Leben mit Aktivitäten, wo wir als Paar auftreten können.

Weiterhin führe ich mein Doppelleben und habe den Eindruck sehr gehetzt zu sein und immer in einem unehrlichen Zustand zu leben. Die Lügerei geht mir auf die Nerven.

Ich könnte mir aber vorstellen, mit meiner Frau wieder da anzufangen, wo wir vor sagen wir einmal acht Jahren waren. Bislang waren alle meine Bemühungen erfolglos. Auch wenn ehrlich gesagt kein keine große Hoffnung habe, möchte ich doch den Kontakt mit Ihnen suchen, vielleicht haben Sie eine Idee?

Danke, dass Sie sich die Zeit nehmen, diese Zeilen zu lesen. Über eine Antwort würde ich mich freuen.

 

...

 

 

 

 

 

 

Hallo ... ,

Erstens: Erzwingen lässt sich spontane Sexualität und Zärtlichkeit nicht. Daher sind auch alle offensichtlichen Versuche durch Manipulation dies erreichen zu wollen zum Scheitern verurteilt.

 

Zweitens: "Ich könnte mir aber vorstellen, mit meiner Frau wieder da anzufangen, wo wir vor sagen wir einmal zehn Jahren waren." Das können Sie nicht, da gestern gestern ist und heute heute. Sie können aber da anfangen, wo Sie heute sind. Dazu brauchen Sie das gestern nicht.

 

Drittens: Bitten Sie Ihre Frau, an einer Paartherapie teilzunehmen.

 

Viertens: Ist dies nicht möglich, können Sie eine Einzelberatung beginnen und dies gegenüber Ihrer Frau auch öffentlich machen, dass sie dort in bestimmten Abständen eine Stunde in Anspruch nehmen um wichtige Lebensthemen zu besprechen. Es ist kaum möglich, dass dies bei Ihrer Frau nicht auch zu bestimmten Aktivitäten führt. Das System wird so destabilisiert und es wird wieder Entwicklung möglich.

 

Fünftens: Führt das alles nicht weiter, sehe ich hier zur Zeit nur die beiden Möglichkeiten, dass es so weitergeht wie bisher oder dass Sie und Ihre Frau den den Konflikt zuspitzen. Sie können das machen, in dem Sie gegenüber Ihrer Frau "mit offenen Karten" spielen und das Verhältnis zu der anderen Frau publik machen und dies auch stärker als bisher auch öffentlich leben. Dies kann - muss aber nicht - in letzter Konsequenz zu einer Trennung von ihrer Frau führen. Aber wo gibt es schon Entwicklung zum Nulltarif.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 8. September 2005 15:29

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Bin weiblich.

 

Hallo,

mit viel Vergnügen habe ich Ihre Seite gelesen und musste sehr oft schmunzeln.

Ich hätte da mal eine Frage an Sie und hoffe sehr, dass ich diese stellen darf, obwohl ich eine Frau bin. ;-)

 

Es geht um meinen Freund, der ein solches Prachtexemplar wie von Ihnen beschrieben, zu sein scheint. ( Alles in allem ein sehr guter Kerl - doch sehr wortkarg, leicht eingeschnappt und dann durchaus auch mal eine längere Zeit auf Tauchstation. ) Naja.

Gerade wieder aufgetaucht, erklärt er mir, dass er mich nur noch auf freundschaftlicher Basis treffen möchte, da er dem Druck, mich mir als "richtiger" Partner mit allen Pflichten umgarnen zu müssen, nicht stand halten kann. Er habe Angst und davor, keine Freiheit mehr haben zu können, weil ich auch immer frage "Wann sehen wir uns wieder usw.?" und deswegen sei es leichter für ihn, keinen Sex mehr mit mir zu haben, da er dann mit unverbindlicheren Gefühlen zu mir kommen kann. Nochmal naja. Irgendwie versteh ich schon, was er meint. Aber doch bin ich auch sehr erstaunt. Denn unser Sex war sehr zufriedenstellend.

Wir "verkehrten", im wahrsten Sinne des Wortes- sehr gut miteinander. Deswegen wundert es mich schon sehr, dass er da die radikale Schiene fährt. Eine andere Frau hat er nicht.

Nun meine Frage: Würden Sie mir als Mann mal bitte einen Tipp geben, wie ich ihn aus dieser Position wieder rauskriege? Besteht da eine Chance oder soll ich es lassen?

Anmerkung: Wir verstehen uns gut. Haben ein entspanntes Verhältnis. Nach wie vor. Mein Bauchgefühl sagt mir lediglich, dass er jede Form von "kommst du am Freitag-Fragen" verabscheut, weil er seine "Freiheit" davon laufen sieht.

Was meinen Sie zu diesem heißen Thema?

Danke für ein paar Zeilen.

...

 

 

 

 

 

 

Hallo Frau ...,

 

Sie berühren hier das interessante Thema von Abhängigkeit und Autonomie. Beides kann man als sinnvolle Pole auf einem Beziehungsband ansehen. Einerseits sind wir als Menschen und im speziellen als Männer und Frauen von einander und natürlich auch von der uns umgebenden Natur abhängig, andererseits suchen wir nach einem gewissen Maß von Unabhängigkeit, also Autonomie. Das individuelle Bedürfnis nach Autonomie ist bei jedem Menschen verschieden und kann auch nicht losgelöst von der jeweiligen Beziehung gesehen werden, in der man sich gerade befindet. Um so größer der Wunsch des einen Partners nach Verbindlichkeit und Nähe sein mag, um so größer kann der Wunsch des anderen werden, sich dieser Verbindlichkeit und Nähe zu entziehen, um so real oder vermeintlich seine Handlungsfreiheit zu bewahren.

Das ist vielleicht so ähnlich wie in der netten Geschichte, die der Kommunikationsforscher Paul Watzlawick erzählt:

 

"In einem Reitclub von São Paulo passiert es, dass von einer dort befindlichen Terrasse, die nur über ein niedriges Geländer verfügt, immer wieder Personen hinunterfallen und sich dabei schwer verletzen. Ein Anthropologe soll der Sache nachgegangen sein und kam zu einem Resultat, dass es in verschiedenen Kulturen verschiedene Regeln gibt, wie der Abstand zu sein hätte, wenn zwei Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Der "richtige" Abstand bei einem Gespräch in Nordamerika ist die Armlänge. In Südamerika (und Mitteleuropa) ist der "richtige" Abstand geringer als eine Armlänge. Ein Nordamerikaner und ein Brasilianer kommen auf der Terrasse ins Gespräch. Der Nordamerikaner stellt den "richtigen" Abstand her, eine Armlänge, der Südamerikaner stellt darauf hin den "richtigen" Abstand her, er rückt auf. Der Nordamerikaner rückt zurück und stellt damit wieder den "richtigen" Abstand her, der Südamerikaner rückt auf und stellt damit wieder den "richtigen" Abstand her. Der Nordamerikaner rückt zurück und stellt damit wieder den "richtigen" Abstand her, der Südamerikaner rückt auf und stellt damit wieder den "richtigen" Abstand her. ... , der Nordamerikaner rückt zurück, um den "richtigen" Abstand herzustellen und fällt schließlich rücklings über das zu niedrige Geländer.

Tiefenpsychologisch betrachtet würde die Diagnose gestellt, der Nordamerikaner folge seinem Todestrieb. Wir sehen jedoch, dass es das Beharren und Insistieren auf den "richtigen" Abstand in der Interaktion der beiden Gesprächspartner ist, dass schließlich dazu führt, dass der Nordamerikaner die Terrasse herunter fällt."

 

 

 

Vermutlich bekommen Sie Ihren Freund aus der Position wieder raus, in dem Sie eine größere Distanz zu ihm einnehmen. Vielleicht planen Sie mal IHre Freitage ohne ihn. Und wenn er sich meldet, können Sie ihn fragen, was er denn für Wünsche nach Kontakt hat und schauen, ob Sie ihm diese erfüllen können und wollen oder nicht.

Fragt sich nur, ob Sie das erreichen, denn möglicherweise läuft das Ihrem Interesse nach Nähe und Verbindlichkeit recht stark zuwider. Wenn dem so wäre, steht für Sie vielleicht das Thema Leiden auf der Tagesordnung.

 

"Wir wollen nun auch die Bedeutung des Leidens untersuchen. Die schöpferische Lösung, so haben wir gesagt, ist den kriegführenden Parteien nicht bekannt; sie ergibt sich erst aus dem Konflikt. In diesem Konflikt werden die Parteien, ihre Gewohnheiten und Interessen, teilweise zerstört; sie erleiden Niederlagen und Schmerzen, In sozialer Kooperation streiten sich die Partner also und machen sich kaputt, sie hassen den Konflikt. Der Dichter, der ein Gedicht macht, ärgert sich über ein störendes Bild, das sich eindrängt, oder über einen Gedanken, der ihn vom Thema wegführt; er zerbricht sich den Kopf, klammert sich an seinen Vorwurf, kommt durcheinander und ins Schwitzen. Wer in einen Konflikt verwickelt ist, kann den Schmerz aber nicht vermeiden, denn ihn jetzt zu unterdrücken, würde nicht Lust, sondern Unlust bereiten, Langeweile, Unbehagen und nagenden Zweifel. Außerdem wirkt der Konflikt selbst im Schmerz noch erregend. Wie wird nun der Schmerz tatsächlich am Ende doch noch verringert?

Indem man schließlich »aus dem Weg geht«, um die große Regel des Tao zu zitieren. Man löst sich von seiner vorgefaßten Idee, wie es ausgehen »müßte«. Und in die so entstandene »fruchtbare Leere« strömt die Lösung ein. Das heißt, man wird handgemein, spielt die eigenen Interessen und Fertigkeiten aus, läßt sie aufeinanderprallen, um den Konflikt zuzuspitzen und um sie zerstört und verändert in die heraufdämmernde Ideeeingehen zu lassen; und schließlich klammert man sich an seine Interessen nicht mehr als an die »eigenen Interessen. Inder Erregung des Schöpfungsvorgangs findet man zu einer schöpferischen Unparteilichkeit zwischen den sich befehdenden Kontrahenten, und dann, in einem ganz unverantwortlichen, fröhlichen Gemetzel, tobt nun wahrscheinlich jeder der Kontrahenten alle seine Aggressionen für und wider die eigene Seite aus. Aber das Selbst wird nun nicht länger zerstört, denn es findet letzt erst heraus, was es ist.

Die Frage ist nun wieder, ob dieselbe Interpretation der Bedeutung von Schmerz und Leiden und der Mittel, sie zu lindern, für somatische wie für emotionale Schmerzen und Leiden gilt. Wir wollen uns für einen Augenblick vergegenwärtigen, welches die Funktion von Schmerz ist.

Schmerz ist in erster Linie ein Signal; er lenkt Aufmerksamkeit auf eine unmittelbar drohende Gefahr, zum Beispiel für ein Körperorgan. Die spontane Reaktion ist, aus dem Weg zu gehen, oder, wenn das nicht möglich ist, den Gefahrenherd zu vernichten. Kreatürliches Leben bleibt beim Schmerz oder Leiden nicht lange stehen; wenn der Schaden fortwirkt und nichts sinnvoll getan werden kann, um ihm abzuhelfen, wird das Lebewesen für den Schmerz taub oder sogar ohnmächtig. (Die neurotische Reaktion, den verletzten Körperteil zu berühren, um den Schmerz hervorzulocken, ist ein Wunsch nach Empfindung an der unempfindlichen Stelle; auch dies ist wahrscheinlich ein nützliches Signal, wenn auch schwer zu interpretieren.)

Welches ist nun die Funktion langwierigen Leidens, wie es unter Menschen häufig ist? Wir wollen die Vermutung wagen, daß es uns dazu bewegen soll, uns des unmittelbar gegenwärtigen Problems anzunehmen und dann aus dem Weg zu gehen, alle Kräfte gegen die Gefahr aufzubieten und dann aus dem Weg zu gehen, nutzloses Befangensein zu lockern, den Konflikt toben und zerstören zu lassen, was zerstört werden muß.

 

Nehmen wir zwei einfache Fälle zur Illustration: Ein Mann ist krank; er versucht, seinen Geschäften nachzugehen und leidet; zu der Einsicht gezwungen, daß er nun ein ganz anderes Geschäft hat, kümmert er sich um seine Krankheit, legt sich hin und wartet; das Leiden läßt nach, und er schläft ein. Oder der Tod eines geliebten Menschen: Es gibt einen traurigen Konflikt zwischen intellektuellem Hinnehmen einerseits, Wünschen und Erinnerungen andererseits. Der Durchschnittsmensch versucht sich abzulenken, wer aber mehr von sich verlangt, gehorcht dem Zeichen und gibt sich dem Leiden hin; er ruft sich die Vergangenheit zurück und sieht seine Gegenwart hoffnungslos versperrt. Er weiß nicht, was er tun soll, jetzt, da alles aus den Fugen ist; die Trauer, die Verwirrung und das Leiden dauern lange, denn so vieles muß zerstört und vernichtet und so vieles assimiliert werden, und währenddessen darf er nicht seinen unwichtigen Geschäften nachgehen und den Konflikt vorsätzlich unterdrücken. Schließlich ist die Trauerarbeit erledigt, der Mensch verändert; er nimmt nun eine Haltung schöpferischen Desinteresses ein, und alsbald werden neue Interessen vorrangig.

Emotionales Leiden ist ein Mittel, die Isolierung des Problems zu verhindern, damit das Selbst im Durcharbeiten des Konflikts im Felde des Gegenwärtigen wachsen kann. Je eher man bereit ist, im Ankämpfen gegen den zerstörerischen Konflikt nachzugehen, desto schneller ist das Leiden vorüber. (Diese Interpretation des Leidens als Trauer, als Mittel, das alte Selbst fahren zu lassen, um sich zu ändern, erklärt, warum Leiden von selbstzerstörerischem Verhalten begleitet ist, wie etwa sich die Haut zu zerkratzen, sich gegen die Brust zu schlagen, sich die Haare zu raufen.)

Der Arzt sieht natürlich im Gefühlskonflikt und im Leiden die Gefahr, der Patient könne sich im Wüten gegen sich selbst zerstören, sich in Stücke reißen. Dies ist wirklich eine Gefahr. Aber man begegnet ihr nicht notwendig mit der Schwächung des Konflikts, sondern mit der Stärkung des Selbst und des Selbstgewahrseins. Wenn man sich klarmacht, daß der Konflikt der eigene Konflikt ist und daß man sich selber in Stücke reißt, so tritt ein neuer dynamischer Faktor in die Situation ein, nämlich man selbst. Dann, wenn der Konflikt ausgefochten und zugespitzt wird, erreicht man früher oder später die Haltung der schöpferischen Unparteilichkeit und identifiziert sich mit der heraufdämmernden Lösung."

Perls/Hefferline/Goodman "Gestalttherapie. Grundlagen", dtv Klett-Kotta, 150-152

 

 

 

Ich wünsch Ihnen einen interessanten Weg.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Montag, 5. September 2005 15:33

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Trennung - mein Vater ist verunsichert

 

Guten Tag Herr Thiel,

ich bin zwar weiblich aber da es meinen Vater betrifft und er die e-mail nicht schreiben würde, hoffe ich trotzdem auf Ihre Hilfe.

Das Problem liegt in der Beziehung - besser gesagt der jetzt erfolgten Trennung - meines Vaters mit einer Frau.

Die Frau war jetzt schon seit über 7 Jahren mit ihm liiert. Sie ist etwas begriffsstutzig und hatte auch sonst einige Probleme bei uns, was sich aber mit der Zeit gelegt hatte. Doch in letzter Zeit ist ziemlich viel passiert.

Als ich und mein Vater auf meinem Abiball waren ist sie grund- und wortlos verschwunden, das gleich für eine Woche. Meinem Vater ging es sehr schlecht und als sie wiederkam gab sie mir irrsinnigerweise die Schuld, weil ich sie nicht dabei haben wollte. Deswegen hat sie meinen Vater eine Woche leiden lassen. Sie hat kein Vertrauen mehr zu ihm, meint er ginge ihr fremd, diskutiert über alles, egal ob sinnig oder unsinnig, redet ihm ständig in Entscheidungen rein und verletzt ihn permanent mit dummen unüberlegten Bemerkungen. Außerdem wirft sie ihm vor, dass er faul und geizig sei. Die Zeit die sie mit ihm verbringt ist nur abends vor dem Fernsehr und halt nachts sowie an Wochenenden, an denen er aber meist auch allein unterwegs

ist.

Die wenigen positiven Punkte die ich finden konnte sind dass sie das Essen bezahlt hat, sie war über 6 Jahre mit ihm zusammen, mein Vater braucht eine Frau an seiner Seite und sie hat die Wohnung sauber gemacht.

Ich finde aber, dass das nicht reicht. In letzter Zeit habe ich meinen Vater während ihrer Anwesenheit kein einziges Mal zufrieden gesehn. Da ich zwischen Abitur und Studium stehe bin ich zurzeit zu Hause und deswegen konnte ich das die gesamte Zeit beobachten.

Nun hat mein Vater am Samstag den Schlussstrich gezogen. Er meint, dass sie keine Beziehung mehr unter diesen Umständen führen können, zumal sie nur noch schimpft und Misstrauen gegen ihn hegt. Sie ist aus der Wohnung wieder in ihre eigene gezogen, da sie bei uns nur Anziehsachen und weniges anderes hatte.

Seitdem tyrannisiert sie ihn aber richtiggehend mit Anrufen und SMS und sagt es täte weh und sie wolle zurück.

Eben hat mich mein Vater angerufen. Er arbeitet heute, trotzdem hat er die Mittagspause dafür genutzt. Er denkt ständig an sie und fühlt sich mies und allein. Ich denke, dass das normal ist, bei dem Stress den sie macht. Und ich finde es unfair von ihr.

Nun weiß er nicht mehr was er tun soll. Ich werde in einem Monat ausziehn und er hat Angst vor der Einsamkeit.

Aber reicht das aus, um es schon wieder zu versuchen? Dieser Zustand zwischen ihnen dauert mittlerweile nämlich schon über ein halbes Jahr an, wenn nicht noch länger und es gab immer wieder Fast-Trennungen.

Ich denke, dass da endlich ein Schlussstrich gezogen werden muss, weil es meinen Vater jetzt schon so lange so stark belastet.

Aber für ihn ist es nicht so einfach. Wie gesagt, gerade jetzt leidet er besonders.

 

Heute Abend möchte er mit mir darüber sprechen. Und ich weiß wirklich nicht,

was das Beste ist. Bitte helfen Sie mir.

Vielen Dank.

--

 

 

 

 

 

 

Hallo ...,

was "das Beste" ist, weiß sicher niemand. Ihr Vater und seine Frau sind offenbar in einem destruktiven Kommunikationszirkel verfangen, aus denen sie von allein nicht herauskommen zu scheinen. Von daher kann ich den beiden von hier aus nur empfehlen, mal zu einem kompetenten Paarberater zu gehen.

... 

Einen "Schlussstrich" können die beiden bei Bedarf dann immer noch ziehen.

Wenn die beiden das nicht machen und ihr "Spiel ohne Ende", mit dem sie immer wieder Distanz herstellen und Nähe vermeiden, weiterführen, so muss man das als Außenstehender und dazu gehören Sie als Tochter auch in einem gewissen Maße, sicher respektieren, auch wenn es weh tut.

 

 

Aus ihren Zeilen entsteht bei mir der Eindruck, dass Sie als Tochter und die Frau Ihres Vaters in einem Konkurrenzverhältnis zueinander stehen. Wenn dem so wäre, könnte es eine lohnenswerte Aufgabe für beide Frauen sein, sich diese bewusst zu machen und nach einem anderem, vielleicht auch zukünftig freundschaftlichen Umgang miteinander zu suchen.

 

 

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihren Vater nicht als Beraterin zur Seite stehen müssen und daran scheitern. Ich glaube, das kann keine gute Aufgabe für eine Tochter sein.

 

 

Gutes Gelingen 

 

 

 

Peter Thiel

 

 


 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Freitag, 5. August 2005 20:32

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Paarberatung

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

Ich weiss nicht mehr weiter und wuerde mich freuen, wenn Sie mir einen Tipp geben koennten.

Ich bin 28 Jahre alt und seit 3 Jahren verheiratet. Ich kenne meinen Mann seit 4 Jahren. Mein Mann ist US Buerger und wir sind seit April in ...  stationiert.

Unsere Beziehung eskaliert immer mehr. Mein Mann redet nie ueber seine Gefuehle oder laesst mich wissen was ihn bedrueckt. Er gibt mir das Gefuehl, das ich nichts wert bin. Ich koche, wasche, putze und versuche ihm eine gute Frau zu sein. Er unternimmt gar nichts mit mir und ich langweile mich. Mir faellt die Decke auf den Kopf.

Ich versuche ihn dann mit Erpressungen zu irgendwelchen Reaktionen zu zwingen, aber ohne Erfolg. Er moechte keine Scheidung, aber er ist auch nicht faehig mit mir zu Eheberatung zu gehen, da er der Meinung ist, dass wir keine Probleme haben.

Ich bin daher zu einer Eheberatung alleine gegangen und die Therapeutin meinte, mein Mann waere narzisstisch veranlagt und ich muesste ihn verlassen. Ich habe meinem Mann natuerlich davon erzaehlt und jetzt hat er gar keine Lust mehr, irgendwas zu unternehmen.

Kurz zu mir:

Mein Vater ist ... und war nie da, nur am Wochenende (...  Jahre lang).

Meine Mutter hat mich immer fuer ihr Leben verantwortlich gemacht und mich emotional missbraucht.

Seit Jahren versuche ich zu mir selbst zu finden und dachte mein Mann waere endlich die Erfuellung, als ich ihn geheiratet habe.

Kurz zu meinem Mann:

Er ist bei seiner ... aufgewachsen. Seine Mutter hat nur ein paar Haueser weiter gewohnt, aber sie war zu jung, um ihn zu erziehen (... Jahre).

Er ist sehr introvertiert und spricht nie ueber seine Gefuehle. Auch hat er keine Ziele und keine Traueme, behauptet er.

Ich weiss wirklich nicht mehr weiter. Ich moechte uns helfen, aber weiss nicht wie.

 Wenn ich in Deutschland waere, wuerde ich Ihre Klinik besuchen. Leider ist das nicht der Fall, hoffe aber, dass Sie mir vielleicht trotzdem antworten?

Ich waere Ihnen sehr dankbar.

Mit freundlichen Gruessen

...

 

 

 

 

----- Original Message -----

From: männerberatung.de

To: 

Sent: Saturday, August 06, 2005 5:05 AM

Subject: AW: Paarberatung

 

Liebe Frau ... ,

 

leider habe ich gerade keine Idee, wie ich Sie unterstützen könnte. Haben Sie vielleicht eine?

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Samstag, 6. August 2005 21:13

An: männerberatung.de

Betreff: Re: Paarberatung

 

Lieber Herr Thiel,

Danke fuer Ihre schnelle Antwort.

Jetzt zu Ihrer Frage:

- Ich kann mir schon vorstellen warum Sie mir diese Frage stellen.

Wahrscheinlich moechten Sie mich nicht belehren, sondern mir helfen meine eigene Antwort auf meine Fragen zu finden/akzeptieren.

Ich habe viele Seiten im Internet bezueglich "Narzissmus" gelesen und muss feststellen, dass mein Vater teilweise oder auch ein Narzist ist.

Ich liebe meinen Vater sehr und bin stolz auf beide Eltern, weil diese seit ... Jahren verheiratet sind.

Meine Eltern haben beide viel durchgemacht, aber trotzdem sind sie noch zusammen.

Von meiner Mutter habe ich die Einstellung, dass es nunmal normal ist fuer den Mann den Haushalt zu schmeissen, in die Arbeit zu gehen und ihn zu unterstuetzen.

Die amerikanische Therapeutin hat eine andere Einstellung. Sie antwortete, meine Auffassung haette auch etwas mit der Nationalitaet zu tun.....right.

Ich glaube, dass ich mich erst selbst finden muss, damit ich meinem Mann Liebe geben kann.

Ich bin immer der Meinung, wenn ich putze, dann zeige ich ihm wie sehr ich ihn liebe.

Wenn ich von meinem Mann dann keine Aufmersamkeit bekomme, bin ich traurig oder entaeuscht.

Ich sollte ihn nicht zwingen, mir Liebe zu geben oder zu zeigen.

Ich habe mich wieder beruhigt und nachgedacht. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es in der Welt keinen Menschen geben kann, der 100%ig normal ist. Mein Mann misshandelt mich nicht. Er ist introvertiert, aber das muss doch nicht heissen, dass er ein Narzisst ist?

Er arbeitet und hat im Moment alle Verantwortung, da ich noch keine Arbeit gefunden habe.

Ich werde jetzt einfach abwarten. Am ... habe ich ein Vorstellungsgespraech und hoffe, dass ich bald eine Arbeit bekomme.

Wenn ich bald einen Job habe und es sollte sich dann immer noch nichts verbessern (auf beiden Seiten), dann muss ich eine Entscheidung treffen.

Ich wuerde wirklich gerne in Ihre Beratungsstelle kommen. Leider bin ich ein paar Kilometer zu weit entfernt, smile!

Wie funktioniert das mit der Online Sitzung?

Wieviel wuerde mich das kosten? Ist Einzelberatung sinnvoll?

Fuer Ihre Zeit bedanke Ich mich.

Ich hoffe darauf, von Ihnen eine Antwort zu bekommen.

Liebe Gruesse,

... 

 

 

 

 

 

 

Liebe ... ,

Sie haben wohl recht, ich will Sie nicht belehren. Allerdings könnte ich das wohl auch gar nicht, da ich gar nicht wüsste worüber ich Sie belehren sollte.

Ich könnte Ihnen aber meine Auffassung mitteilen, z.B. die, dass ich nicht viel von Etikettierungen wie z.B. das Etikett "Narzisst" halte. Wozu sollte das gut sein, außer dazu zu glauben, man wüsste nun woran man ist und was man zu tun hätte.

 

 

"Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es in der Welt keinen Menschen geben kann, der 100%ig normal ist".

 

Ich wiederum weiß gar nicht, was "normal" ist. 

 

 

"Ich glaube, dass ich mich erst selbst finden muss, damit ich meinem Mann Liebe geben kann."

Was soll das denn sein, sich selbst zu finden? Der Mensch ist ja kein Einsiedler, der sich in der Einsamkeit finden kann, sondern ein Beziehungswesen, das der anderen Menschen bedarf, um sich "zu finden".

 

 

 

"Wenn ich bald einen Job habe und es sollte sich dann immer noch nichts verbessern (auf beiden Seiten), dann muss ich eine Entscheidung treffen."

 

Wieso müssen Sie da eine Entscheidung finden? Was denn für eine von den Millionen und Abermillionen möglichen Entscheidungen.

 

 

 

Lieber Gruß

 

 

Peter Thiel

 

 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ... 

Gesendet: Sonntag, 7. August 2005 22:34

An: männerberatung.de

Betreff: Re: Paarberatung

 

Lieber Herr Thiel,

Ich moechte Ihnen danken. Danke fuer Ihre Auffassung.

Es waere wirklich schoen gewesen Sie persoenlich kennen zu lernen. Vielleicht habe ich/wir einmal die Chance.

Ich hatte die selbe Schlussfolgerung, aber ich war mir nicht sicher, ob ich daran festhalten sollte.

Ich hab an mir und unserer Beziehung gezweifelt, weil eine Therapeutin mich/uns in eine Schublade stecken wollte.

Mein Mann und ich hatten gestern Abend ein wunderbares Gespraech und ich bin mir sicher, dass alles wieder gut wird. Wir muessen uns nur beide die Chance geben zu wachsen.

Vielen, lieben Dank Herr Thiel.

Sonnige Gruesse aus ... .

... 

PS: Sie machen Ihren Job wirklich gut. Sie sind wirklich ein sehr guter "Berater".

 

 

 

 

 

Liebe ... ,

alles wird sicher nicht gut, denn zum Leben gehört es wohl auch, dass wir Schwierigkeiten und Probleme haben und wenn wir die einen bewältigt haben, tauchen auch mal neue auf.

Das ist wie mit dem Wetter, da scheint ja auch nicht jeden Tag die Sonne.

 

Ich wünsch Ihnen und Ihrem Mann viel Lebensfreude.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Dienstag, 21. Juni 2005 08:01

An: info@maennerberatung.de

Betreff: fehlende kommunikation und mehr...

Wichtigkeit: Hoch

 

Hallo und einen sonnigen guten tag,

heute bin ich auf ihre webseite gestoßen und fand es toll, dass man sich bei ihnen per mail einen rat einholen darf, was ich hiermit gerne tue.

 

Mein thema ist die fehlende kommunikation mit meinem freund.

Wir sind grade über 2 jahre zusammen. Wir lieben uns sehr und ich weiß, dass er zu mir steht.

Wir führen eine fernbeziehung, die ganz gut funktioniert, da wir uns meistens alle 2 wochen für ein we. oder jetzt in der sommerzeit sogar auch für 2 wochen am stück sehen.

Nach ca. 2-3 monaten beziehung ist mir aufgefallen, dass mir etwas bei ihm fehlt, die kommunikation.

Wir reden heute auch nicht über unsere gemeinsame zukunft (er 42 j., ich 35 j.), beide kinderlos.

Vieles ist für ihn selbstverständlich geworden, was ihm aber auch bewusst ist, er aber sich nicht bemüht etwas daran zu ändern.

 

Er sagte er ist eben ein ruhiger geselle, so verbrachten wir z.B. ein We. In ... ohne interessante gespräche oder liebevolle worte füreinander.

Solche momente frustrieren mich endlos und machen mich sehr unglücklich, weil wir uns ja lieben und entsprechend auch glücklich miteinander sein sollten. Für ihn ist alles perfekt, ok und er ist zufrieden so wie unsere beziehung ist.

Er tut alles für mich (naja fast ;-), aber die tiefgehenden gespräche z.B. über das was uns bewegt, was wir uns wünschen unsere gemeinsamen visionen fehlen mir einfach. Er sagte es kommt eh immer anders als man plane und sich vornimmt, daher sprechen wir auch nicht über eine gemeinsame zukunft. Ich wünsche mir sehnlichst noch ein kind, er ist absolut dagegen, hat angst um seine freiheit und er fühle sich (als verantwortungsvoller u. erflogreicher geschäftsmann) der sache nicht gewachsen.

 

Ich habe ihn schon häufig wegen dieser mankos in unserer beziehung angesprochen. Diskussionen, liebesbriefe, verzweifelte briefe, szenen…

ich habe ihm das buch „männer sind anders, frauen auch“ geschenkt, das ungelesen im regal steht.

 

Meine gedanken kreisen nur allzuoft darum die beziehung zu beenden, da ich mich nicht von ihm verstanden fühle und weil er meine bedürfnisse anscheinend „wirklich unwissentlich“ ignoriert. Er würde auch nie auf den gedanken kommen mich mal zwischenzeitlich zu fragen, wie ich mich denn nun fühle. Er hatte mir in einem sehr ersten gespräch versprochen (ich war nahe dabei die beziehung zu beenden) sich hinsichtlich der fehlenden kommunikation zu bemühen mir einwenig entgegen zu kommen. Mehr erwarte ich auch nicht…

 

Ich könnte jetzt endlos meine geschichte schreiben, aber das bekannte fenomän kennen sie nur zu gut.

 

Mein wunsch ist mit diesem man zusammen zu bleiben, ihn auch mehr zu verstehen, dass er eben ruhiger ist als andere menschen.

Es ist aber auch mein wunsch mit ihm meine gedanken und gefühle zu teilen und dass er sich einwenig mit einbringt.

Ich möchte, trotz seiner bedenken, mit ihm eine familie gründen…naja, all das was sich fast jede frau wünscht.

 

Meine fragen an sie sind folgende:

Ich fühle mich mit meinen gedanken wie ein sklave meiner selbst. Wie kann ich am besten davon lösen?

Wie kann ich geschickt etwas in ihm bewegen, dass er tatsächlich versteht, dass mir etwas wichtiges in der beziehung fehlt.

Wie kann ich ihn liebevoll dazu bringen mehr auf meine bedürfnisse einzugehen?

Wie kann ich für ihn mehr verständnis aufbringen, ich möchte ihn auch nicht mehr mit vorwürfen und unproduktiven diskussionen einengen und nerven. Wie kann ich dieses frau/man dilemma am geschicktesten lösen, damit beide seiten zufrieden in eine gemeinsame zukunft eintauchen können, mit mehr verständnis füreinander?

 

Für ihre zeit und ratschlag möchte ich mich bereits jetzt herzlichst bedanken.

Wenn sie meinen, dass sie bereits für die erste beratungsmail ein honorar benötigen, dann lassen sie mich das wissen.

 

Ich bin gerne bereit für meine zukunft und für ein weiteres zufrieden beisammensein mit meinem freund zu investieren.

 

Herzlichen dank

... 

 

 

 

 

 

 

Hallo  ...,

 

 

"... so verbrachten wir z.B. ein We. In ... ohne interessante gespräche oder liebevolle worte füreinander.

Solche momente frustrieren mich endlos und machen mich sehr unglücklich, weil wir uns ja lieben und entsprechend auch glücklich miteinander sein sollten. ... "

 

Wie kommen Sie darauf, dass wenn man sich liebt auch "entsprechend" glücklich sein "sollte". Große Teile der Literatur leben ja gerade davon, dass es oft nicht so zu sein scheint.

 

 

 

"... aber die tiefgehenden gespräche z.B. über das was uns bewegt, was wir uns wünschen unsere gemeinsamen visionen fehlen mir einfach."

 

Ihr Freund kann Ihnen nicht darüber Auskunft geben, was Sie bewegt. Vielleicht hat er auch keine "gemeinsamen Visionen".

Er kann letztlich nur für sich sprechen. Sie können sich also nur wünschen, dass er mehr darüber spricht, was ihn bewegt. Und wenn da nicht so viel wäre, kann er logischerweise auch nicht darüber sprechen. Oder es ist einiges da, aber er vermag es nicht zu artikulieren.

 

 

 

"... Mein wunsch ist mit diesem man zusammen zu bleiben, ihn auch mehr zu verstehen, dass er eben ruhiger ist als andere menschen. Es ist aber auch mein wunsch mit ihm meine gedanken und gefühle zu teilen und dass er sich einwenig mit einbringt.

Ich möchte, trotz seiner bedenken, mit ihm eine familie gründen…naja, all das was sich fast jede frau wünscht."

 

Stellen Sie sich vor, sie hätten einen armen Mann geheiratet, den Sie sehr mögen. Nur eins mögen Sie nicht, dass er arm ist. Dann hilft Ihnen nur eins, dass er reich wird oder dass Sie sich damit anfreunden, dass er arm ist. Wenn er aber gar nicht reich werden will, was wollen Sie da machen?

 

 

 

 

 

"Meine fragen an sie sind folgende:

Ich fühle mich mit meinen gedanken wie ein sklave meiner selbst. Wie kann ich am besten davon lösen?

Wie kann ich geschickt etwas in ihm bewegen, dass er tatsächlich versteht, dass mir etwas wichtiges in der beziehung fehlt.

Wie kann ich ihn liebevoll dazu bringen mehr auf meine bedürfnisse einzugehen?

Wie kann ich für ihn mehr verständnis aufbringen, ich möchte ihn auch nicht mehr mit vorwürfen und unproduktiven diskussionen einengen und nerven.

Wie kann ich dieses frau/man dilemma am geschicktesten lösen, damit beide seiten zufrieden in eine gemeinsame zukunft eintauchen können, mit mehr verständnis füreinander?"

 

 

 

1. In dem Sie dem nicht mehr so verhaften, wie es sein sollte.

"Gesegnet sei, der da nichts erwartet, denn er soll herrlich überrascht werden."

Pope, zitiert nach Paul Watzlawick: "Münchhausens Zopf oder Psychotherapie und `Wirklichkeit`", Verlag Hans Huber, 1988; Piper Verlag April 2005, S. 189

 

2. In dem Sie ihm mitteilen, was Ihnen fehlt und dann weiter wie bei 1.

3. In dem Sie ihm mitteilen, was Sie sich wünschen und dann weiter wie bei 1.

4. In dem Sie toleranter werden. Sehr zu empfehlen ist dazu der aktuelle Film "Alles auf Zucker."

5. Vielleicht in dem Sie die Antworten 1.-4. berücksichtigen.

 

 

 

Viel Erfolg beim Ausprobieren

 

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Mittwoch, 15. Juni 2005 13:00

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Beratung

 

Liebe maennerberatung,

bin mit meiner Freundin nun seit ca drei Monaten zusammen und körperlich/sexuell verstehen wir uns ganz außergewöhnlich gut. Auch geistig wird es nie langweilig und wir führen ständig interessante gespräche, ebenso fühlen wir uns emotional sehr zueinander hingezogen (wenn ich das für sie auch mal so sagen darf?) und eigentlich ist es insgesamt nur schön. Ich bin sogar schon "Familienmitglied" geworden ... 

Ein problem ist: wir sind altersmäßig 14 Jahre auseinander. Das allein ist auch noch nicht wirklich problematisch, da ich biologisch eher jünger wirke da ich sehr viel Sport treibe und gesund lebe. Das Problem für mich ist, dass sie unbedingt weiter neue kontakte/Bekanntschaften/Beziehungen zu Männern aufbauen möchte. Also zu Männern, die sie (noch) nicht kennt, die sie aber gerne kennenlernen wollen. da sie sehr attraktiv ist, bekommt sie natürlich auch viele solcher Angebote, nimmt nicht alle an, aber bei interessanten Menschen (wie sie sich ausdrückt) stimmt sie einem Rendezvous schon zu und trifft sich dann auch öfter mit diesen Männern. Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn sie ihren Freundeskreis pflegt, aber dass ständig systematisch und nicht nur zufällig neue Männer in ihr Leben treten ist für mich eine neue Erfahrung in einer beziehung. Bisher war es immer so, dass die frauen dann das "daten" aufgegeben haben, wenn wir zusammen waren. Wie gesagt, das bezieht sich ausschließlich auf neue Bekanntschaften. Mit bestehenden habe ich überhaupt kein Problem, da hier die "Fronten" meistens abgeklärt sind. Bei neuen hingegen kann sich alles aus einer Beziehung entwickeln, zumal wenn dies häufig geschieht, die Wahrscheinlichkeit für ein "Verlieben" also automatisch zunimmt. Diese konstellation hat mein Mißtrauen genährt, das ich für mich eigentlich als eher untypisch betrachte. Irgendwann wird sie mir sagen, dass sie sich verliebt hat, so meine befürchtung. Noch halten sich Vertrauen und Mißtrauen die balance, doch ich befürchte, dass dies eskaliert und ich irgendwann dies nicht mehr tolerieren kann.

Und Mißtrauen führt im Sinne einer self-fulfilling prophecy dann dazu, dass genau das eintritt, was ich befürchte. Aus diesem Teufelskreis möchte ich hinaus. Aber wie????

Für eine beantwortung meiner Frage wäre ich euch sehr dankbar

Viele grüße

...

 

 

 

 

Hallo ... ,

 

ich sehe hier keinen Teufelskreis, sondern verschiedene Interessen zwischen Ihnen und Ihrer Partnerin, die möglicherweise nicht in Übereinstimmung gebracht werden können, weil jeder der beiden Partner berechtigte Interessen sieht, die ihm das nicht zu erlauben scheinen.

Wenn es aber keinen Teufelskreis gibt, dann kann ich Ihnen auch nicht sagen, wie Sie aus diesem nicht vorhandenen Teufelskreis heraus kommen.

 

Ich verstehe Sie aber auch nicht ganz, was befürchten Sie denn? Dass sich ihre Partnerin in einen anderen Mann verlieben könnte, dass es eskalieren könnte? Das hätte doch vielleicht nur sehr wenig mit einer selbsterfüllenden Prophezeiung zu tun (self-fulfilling prophecy), sondern eher damit, dass es dann eben so wäre und Ihre Toleranz nun mal nicht so weit geht, dass Sie es akzeptieren wollen, wenn Ihre Partnerin ständig mit anderen Männern anbandelt und sich dabei möglicherweise auch noch in einen davon verliebt. 

Mit Sicherheit wird sie sich aber wohl nicht in einen anderen Mann verlieben, weil Sie misstrauisch sind, sondern weil sie sich eben in den anderen Mann verliebt. Und wenn dann die Verbindung zwischen Ihnen und Ihrer Partnerin nicht mehr attraktiv genug erscheint, wird sich womöglich einer von beiden trennen wollen. Oder sie trennen sich nicht und Ihre Partnerin leidet dann an Ihrer "Intoleranz" und Sie leiden dafür an dem Interesse Ihrer Partnerin an fremden Männern.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Mittwoch, 29. Juni 2005 22:48

An: maennerberatung

Betreff: Ant: AW: Beratung

 

Liebe Männerberatung,

erstmal danke für die ausführliche Antwort. Aber so ganz habe ich mich wohl nicht verständlich machen können. Der Teufelskreis entsteht dadurch, dass ich die "Aussentendenzen" meiner Partnerin mißtrauisch beäuge und auch schon mal kritische Äußerungen von mir gebe. Was sie zurecht als Eifersucht interpretiert und dann kommt es vor, dass solch eine Situation eskaliert. Je mehr solcher "Szenen" entstehen umso mehr ist das Klima zwischen uns vergiftet und sie wird sich noch mehr nach "aussen" begeben, was mich wiederum veranlasst, mehr Kritik zu äußern etc. Das meine ich mit dem Teufelskreis, aus dem ich heraus möchte. Ich weiss: einfach nicht mehr kritische Äußerungen von mir geben und alles gelassen hinnehmen wäre eine gute Möglichkeit, aber leider fällt mir das ziemlich schwer. Gibt es noch andere Möglichkeiten oder wie kann ich es mir leichter machen das zu ertragen?

Viele Grüße und nochmals danke für die Antwort

... 

 

 

 

 

 

 

Hallo ... ,

ich schlage Ihnen vor, dass Sie mal Ihre übliche Verhaltensweise, die immer wieder das gleiche Ergebnis zu erzeugen scheint, umdrehen. Fragen Sie Ihre Partnerin einmal am Tag, ob sie sich heute nicht mal mit einem anderen Mann treffen will. Sie fänden es gut, wenn Sie möglichst viele Männer kennen lernen würde. Und es wäre auch nicht schlecht wenn sie mal außer Haus wäre, denn Sie würden gerne auch mal für sich allein sein wollen.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Freitag, 3. Juni 2005 11:14

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Beratung

 

Hallo,

 

ich habe ein Partnerschaftsproblem das ich gern lösen würde.

Meine Frau und ich sind 44. Meine Frau ist als ... tätig Ich hatte einen ...betrieb mit ... Beschäftigten der aber insolvent wurde. Derzeit arbeite ich allein.

Wir sind seit 22 Jahren verheiratet und haben zwei Kinder die jetzt aus dem Haus gehen..

In den ersten zwei Jahren wollte meine Frau gern Sex. Seit der Geburt der Kinder Ist dies jedoch merklich abgekühlt. Die Jahre bis 2001 hatten wir zwar ab und zu Mal sex (aller zwei Wochen) jedoch lustlos seitens meiner Frau. Als wir uns kennenlernten... 

Seit 2001 haben wir überhaupt keinen Sex mehr. Ich habe aufgehört zu drängeln weil die Lustlosigkeit sich ständig mehr in Vorwürfe gegen mich äußerte und ich eigentlich zärtlich sein wollte. Die Vorwürfe waren aus dem täglichen Leben und haben jeden Hauch von Zärtlichkeit vernichtet. Ich habe meine Frau vor dem Sex fast immer 30 min massiert (Rücken). Danach war meistens Sex. Sie verhielt sich jedoch völlig passiv und erduldete den Sex. Als ich mir mal sehr viel Mühe gegeben hatte zärtlich zu sein, sagte sie ich soll die Zeit nicht mit krabbeln verbringen sondern mit sinnvollen massieren und sie dann schlafen lassen.

Als ich dann wieder von Sex sprach wurde sie unsachlich und beleidigend. Ich hatte den Eindruck sie fasste den Sex als Verkaufsware auf. Wenn sie Sex gibt kann sie im Gegenzug etwas einfordern. Das entspricht aber nicht meiner Vorstellung von Sex, denn es sollte für beide Seiten schön sein. Als die Vorwürfe zu primitiv wurden und ich nicht als Bettler dastehen wollte, habe ich generell auf Zärtlichkeiten und Sex verzichtet.

Dies geht seit 2001 so. Meine Frau äußerte manchmal ich sollte mir die Ration Sex von anderen Frauen holen. (Ich glaube auch sie rechnet stark damit) aber ich habe keine Lust dazu.

Ich bin verheiratet und will auch treu sein. Bisher war ich es auch.

Gespräche welche ich über dieses Thema mit ihr führen will werden sofort abgeblockt. Ein Eheseminar , welches mir mein Bruder 2002 schenkte (er bezahlte die Gebühren) nahm ich allein war. Sie war nicht dazu zu bewegen mitzukommen. Sie sagte und das hätte sie im Spiegel gelesen, wenn es Probleme gibt in Beziehungen dann sollte man sich lieber gleich trennen, als zu Therapeuten gehen. Ich will mich aber nicht trennen, weil ich denke daß die Familie für unsere Kinder wichtig ist. Es gibt auch sehr viel gemeinsames wofür wir uns beide begeistern können und uns auch brauchen.

Die Frage ob Scheidung oder nicht soll ich entscheiden. Sie will auf keinen Fall Schuld sein. Ich habe aber den Eindruck das sie durch ihr Verhalten hofft ich würde die Scheidung einreichen, deshalb schickt sie mich wahrscheinlich auch zu anderen Frauen.

...

Aber es muss doch irgendetwas geben was wir tun können. Zu einem Berater (gleich welchen) werde ich sie nicht hinbewegen können. Obwohl ich das gern hätte. Es sind ja immer zwei in einer Beziehung also würde ich mir auch gern sagen lassen welche Fehler ich mache. 

Als ich den Eheberater nach dem Seminar, als ich ihm kurz sie Situation umrissen hatte, um Rat fragte, meinte er nur das wahrscheinlich nur die Trennung bleibt.

Da ich diesen Weg jedoch ungern gehen möchte brauche ich Hilfe.

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Hallo ... ,

 

wenn Ihre Frau kein Interesse an einer Beratung hat, dann können Sie auch allein hingehen. Bei einem guten systemischen Berater bekommen Sie sicher die Unterstützung, die Sie brauchen. Und über kurz oder lang wird Ihre Frau wohl neugierig werden, was Sie bei diesem Berater eigentlich so machen. Das ist der Türöffner. Sie können Ihrer Frau dann sagen, dass Sie ja den Berater auch kennen lernen kann, wenn Sie möchte. So kommen die Dinge in Fluss und Veränderungen können passieren. Wohin es dann geht, dass weiß ganz allein der Wind oder auch nicht. Das Leben ist ein Boot und wir können nicht wissen, wohin uns der Fluss letztendlich trägt.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

mailto: ...

Gesendet: Montag, 5. Juli 2004 22:29

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Beratung ...

 

hallo,

ich wende mich an euch, weil ich einfach nicht weiß, wie ich (bzw. mein freund (...) und ich (...)) sein bzw. unser problem lösen sollen.

wir sind seit einem jahr zusammen und er sagt er hat mich wirklich lieb. nur seit zwei bis drei wochen sagt sein inneres nein. er schläft nicht mehr mit mir und übernachtet auch nicht bei mir oder ich bei ihm und er will und kann das auch momentan nicht. er kann mir auch seine gefühle die er für mich hat, momentan nicht zeigen.er sagt, das ist halt einfach so und er kann da nichts dagegen machen. seine letzten drei beziehungen gingen an dieser stelle auseinander. und ich möchte das aber nicht. was ihr sicher verstehen könnt :-)

hinzu kommt noch, dass er ... sehr viel arbeitet (meines erachtens zuviel) und dementsprechend auch unter druck steht.

könnt ihr mir irgenwie helfen?

danke und liebe grüße

... 

 

 

 

 

 

Hallo ...,

 

Sie schreiben: "ich wende mich an euch, weil ich einfach nicht weiß, wie ich (bzw. mein freund (...) und ich (...)) sein bzw. unser problem lösen sollen."

Wie kommen Sie darauf, dass Ihr Freund ein Problem hätte? Hat er Ihnen gesagt, dass er ein Problem hat oder denken Sie dass er ein Problem hätte. Probleme in der Partnerschaft haben ja auch oft damit zu tun, dass der eine sich für den anderen mehr verantwortlich fühlt, als ihm zusteht. Insbesondere bei der Definition was denn der andere für ein Problem hätte und dann noch für ihn oder sie unaufgefordert nach einer vermeintlichen Lösung zu suchen, kann selbst zu Problemen führen. Dem solcherart "geholfenen" Partner erscheint die "Hilfe" nämlich oft nicht als Hilfe, sondern er oder sie erblickt im Hilfesuchenden oft die Übermama oder den Überpapa und gegen den muss sich der unfreiwillig geholfene abgrenzen. Die Hilfe, die Nähe herstellen soll, kann sich so als Mittel erweisen die Distanz noch mehr zu vergrößern.

 

Vernunft wird Unsinn

Wohltat Plage

wie schon der alte Goethe im "Faust" schreibt.

 

 

Weiter schreiben Sie:

"er kann mir auch seine gefühle die er für mich hat, momentan nicht zeigen."

 

offenbar zeigt Ihr Freund doch gerade sein Gefühl - und das sagt Nein.

 

Sicher gibt es da auch noch andere Gefühlsseiten, die ihr Freund ihnen gegenüber hat, aber die Seite die Nein sagt, scheint gerade im Vordergrund zu stehen.

Sie können Ihrem Freund sagen, dass sie an der Beziehung weiter interessiert sind, doch lassen Sie ihm die Freiheit Ja oder Nein zu sagen und wenn die Antwort von ihm dauerhaft Nein bleibt, dann können Sie sich von ihm trennen. er wird dann seinen Weg gehen und Sie den Ihrigen.

 

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Mittwoch, 23. Juni 2004 09:46

An: webmaster@maennerberatung.de

Betreff: Partnerproblem

 

Hallo Herr Thiel,

Ich bin mit meinem Problem auf Ihre Homepage gestoßen, und möchte es Ihnen "kurz" schildern.

Ich (...) hatte in meiner Vergangenheit etliche Partnerinnen und auch Beziehungen, aus einer davon entstammt sogar eine Tochter, die jetzt ... Jahre alt ist.

In jeder Beziehung hatte ich bisher das Problem, dass im Laufe der Zeit das sexuelle Interesse an der eigenen Partnerin verschwand. Ich suchte immer sehr bald wieder das Fremde, das Unerreichbare - und vor allem das Konträre. (In meinem Verlangen - fast nie in der Praxis).

Da diese "fixen" Beziehungen früher oder später immer an "Abstumpfung" scheiterten, versuchte ich mein Glück im Singleleben - frei und ohne Verpflichtungen. Es gab mir zwar sehr oft den richtigen sexuellen Kick, aber ich brach diese Phase sehr bald ab, da ich das "Geliebt Werden" und die Geborgenheit vermisste und ich mich wieder nach einer "festen Beziehung" sehnte. Allgemein war ich in dieser Lebensphase eigentlich "nur" sexuell zufrieden, ansonsten aber psychisch ziemlich am Boden.

Auffällig in diesem Lebensabschnitt war, dass ich immer wieder auf - nach außen hin - zwar starke Frauen gestoßen bin, sich aber sehr bald herausstellte, dass sich dahinter ein sehr sehr großes psychisches Leiden verbarg (MEIN psychisches Leiden?!??)

Jedenfalls habe ich den Weg zurück in eine feste Partnerschaft gesucht und auch gefunden. Meine jetzige Partnerin ist in Ihrem Wesen eine ausgesprochen Intelligentes und starkes Person und ich finde bei ihr Geborgenheit, Verständnis und Stütze.

Leider bemerke ich jetzt schon wieder, dass sich mein sexuelles Verlangen wieder beginnt, sich von meiner Partnerin abzuwenden und ich fürchte, dass das Spiel wieder von neuem Beginnt.....

Bis jetzt konnte ich mich mit meinem Problem immer auf ein "Fehlverhalten" meiner Partnerinnen ausreden - und diese Möglichkeit habe ich in meiner jetzigen Beziehung nun wirklich nicht mehr... deshalb denke ich, dass ich diesbezüglich an mir etwas ändern muß...

Wie kann ich diesen Kreislauf unterbrechen?!?

Vielen Dank!

 

 

 

Hallo Herr ... ,

 

ich glaube, es geht hier um die beiden Pole Distanz und Nähe. Wir Menschen suchen die Nähe, weil wir mit ihr viele postive Aspekte verbinden (z.B. Zärtlichkeit, Sicherheit, Zuwendung etc.) aus der Einsamkeit kommen wir so in eine wie auch immer ausgestaltete Zweisamkeit. Gleichzeitig überfordert uns die Nähe nicht selten, da sie auch Phänomene wie z.B. Abhängigkeit und Kontrolle beinhaltet und wir unsere Identität bedroht fühlen. Von daher sehnen wir uns wieder in die Einsamkeit, diese stellen wir durch reale oder emotionale Trennung her, wir wenden uns ab. Das heißt, auch das sexuelle Verlangen lässt nach oder hört ganz auf.

 

Ich glaube dem kann man nur begegnen, wenn man sich mit der Polarität von Unabhängigkeit und Abhängigkeit, Nähe und Distanz aussöhnt und ein gutes Gleichgewicht findet. Das Ertragen von Frustration, Schmerz und Einsamkeit scheint mir zum Leben dazu gehören, so wie auf der anderen Seite die Glücksgefühle, die Euphorie und womöglich auch die Ekstase.

Der Yoga-Weg ist der Weg der Mitte, im konkreten wie übertragenen allgemeinen Sinne, vielleicht ist das der Weg den sie noch suchen und finden werden.

Viel Erfolg dabei

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Sonntag, 16. Mai 2004 20:48

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Anfrage

 

Guten Tag Liebe Mitarbeiter(innen) der Männerberatung:

Ich habe leider in meiner aktuellen Beziehung ein großes Problem. Ich lebe derzeit sehr glücklich mit einer Frau zusammen und wir wollen heiraten. Im Zuge dessen hat Sie mir mitgeteilt, dass es in der Vergangenheit zwischen dem ...  und ... Lebensjahr insgesamt 13 Sexualpartner vor mir gab. Darunter zählen auch verheiratete Männer und größtenteils ältere Männer (der älteste ... Jahre als Sie ... Jahre alt war). Der Grund hierfür liegt in der Kindheit. Wir haben das ganze sehr umfassend erörtert. Sie hat einen ausgeprägten Hunger nach Zuneigung und war entsprechend naiv. (Sie glaubte, die Männer wollten Beziehungen und nicht nur Sex. Das hat dann jeweils für viel Frust gesorgt) Wir haben auch festgestellt, dass Sie eine Affinität für Devote hat, was mir jedoch sehr entgegen kommt. Sie hat definitiv nicht "nur so" mit den Männern geschlafen, sondern sich immer sehr schnell verliebt und viel Gefühl investiert. Doch nun zu meinen Problem: Ich habe seit unseren Gesprächen das gefühl, dass Sie weniger wert ist. Ich denke, Sie ist leicht zu haben und deshalb "nichts besonderes" mehr. Mir leigt aber wirklich etwas an Ihr. Haben Sie hierzu Erfahrungen, Tips. etc, was ich tun kann

?

 

LG ... 

 

 

 

 

Hallo ... ,

Ihr Gefühl, dass seit der gemeinsamen Aussprache ihre Partnerin Ihnen weniger wert erscheint kann ich nachvollziehen. Sie können sich damit auch vor einer zukünftigen Enttäuschung schützen, wenn ihre Frau mit einem weiteren Mann eine Beziehung beginnen sollte. Wenn Ihnen Ihre Frau wenig wert ist, dann würde ein solches Erlebnis Sie nicht so schmerzen, als wenn Ihnen Ihre Frau viel wert ist.

Mit diesem Gefühl können Sie aber auch Ihre Frau bestrafen, in dem Sie sie zu einer wertlosen Frau deklarieren.

Gleichzeitig mögen Sie aber auch ihre Frau. Dies ist eine gute Grundlage dafür, dass sie miteinander in ein konstruktives Gespräch kommen und sich die Vergangenheit nicht zwangsläufig wiederholen muss.

 

 

13 Sexualpartner in 14 Jahren finde ich nun auch nicht übermäßig hoch. Man mag da andere Ideale haben, wenn man sich an der monogamen Ehe orientiert, doch wie viele Menschen leben heute noch in monogamer Ehe und wenn ja, sind sie damit auch glücklich?

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 


 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von:                     [mailto:           ]

Gesendet: Samstag, 5. April 2003 10:01

An: webmaster@maennerberatung.de

Cc: 

Betreff:

 

Hallo,

ich, 39, suche einen männlichen Rat (gern per email), meinen Mann, 42, zu verstehen, bzw. mit seinem Verhalten besser umzugehen.

Mein Mann ist seit 4 Wochen fast rund um die Uhr am arbeiten, es wird mindestens bis August so stark weitergehen.

Das ist okay, komm ich gut mit zurecht.

Ach so, wir haben einen Bauernhof, ich nehme ihm alles ab, was ich kann. Vermietung v. FeWos, kochen, putzen, Papierkram, läuft alles bestens. Ich sage mal vorsichtig, daß ich gut funktioniere.

Nur komme ich mit folgendem überhaupt nicht zurecht.

Wenn er sich mit mir unterhält, geht es fast nur um den Stallum- und anbau. Ich höre ihm gern zu, gebe ihm Rat (manchmal leider auch ungebetenen), bin für ihn da, jedenfalls aus meiner Sicht.

Es ist für ihn z.Zt. das wichtigste. Mein Problem ist, daß ich mich total unwichtig und überflüssig fühle, kein Interesse an meiner Person und meinem Tun spüre. Wir sind seit 2 Jahren zusammen, und ich versteh ihn nicht. Kann Mann nicht 2 Sachen ausreichend Aufmerksamkeit schenken? Fühlt er sich bei mir so sicher, daß er meint, er braucht sich nur um den Stall zu kümmern?

Meine Sorgen, Alltagsprobleme erzähle ich ihm, wenn es mir wichtig ist, aber er hört nur hin und nicht zu. Ich versuche den Zeitpunkt schon gut zu wählen, aber es funktioniert zu selten.

Mit dem Kopf ist er nur beim Bau.

Langsam bekomme ich Wut.

In einer Woche holt er seine Kinder in die Ferien, hat aber keine Zeit für sie 6+8 Jahre.Ich muß dazu sagen, sie tun mir eher leid, als daß ich sie mag. Sie sind ganz anders und jünger als meine Kinder. Trotzdem bin ich für sie da und versorge sie meiner Meinung nach einigermaßen gut. Schmusen,etc mag ich nicht mit Ihnen, daß sollen sie sich bei ihrem Papa holen. Würde ichs tun, wäre es nicht ehrlich und die Kinder würdens spüren.

Als ich mir gestern bei meinem Mann für den nächsten Tag eine Stunde zum reden erbat, wollte er gleich wissen, was los ist. Ich sagte ihm, daß ich da morgen (heute) in Ruhe mit ihm drüber reden will, aber er wollte es gleich wissen. Ich sagte ihm ehrlich, was mir querliegt; daß ich mich über und unwichtig fühle. Das was ich tue, kann jeder tun. Haushalt, Büro, etc. Den Abend vorher kam er 20.30 ca. rein, schaltete bei seinen Iraknachrichten ab, kam zu mir und sagte, ich könnte dich jetzt gut vögeln. Ich hatte TV an, ging in der Werbepause in die Küche, kam wieder und er hatte auf Nachrichten gezappt. Ich erzählte ihm, daß ich die nächsten 2 Abende nicht da bin. Er fragte nicht, wo ich bin und warum. Da fragte ich ihn, ob ihn das nicht interessiert, wo ich bin. Susi,sagte er, das interessiert mich da (TV), du quatscht immer dazwischen, wenns wichtig ist. Ich platzte fast und war sauer. Als wir zu Bett gingen, legte er sich zu mir und legte den Arm um mich. Beide waren wir nackt. Er fragte, was los ist. Ich sagte, ich glaube, mir fehlt ein bestimmtes Gen, das zum Gedanken lesen.

Daraufhin sagte er nichts, ich glaube ich verunsicherte ihn. Kurze Zeit später war er fast eingeschlafen, ich zog daraufhin mein Nachtzeug an, er dann auch und wir schliefen jeder in seinem Bett ein. Ich hatte mir gewünscht, daß er mir zeigt, daß er mich liebt und versuchen würde, irgendwie auszudrücken, daß ich ihm wichtig bin. Wir lagen nackt im Bett und er schläft ein. Er weiß doch, wie es geht. Ich bin zwar manchmal schwierig, aber warum versucht er es nicht? Ich fühlte mich immer noch unwichtig.

Das sagte ich ihm alles, als er wissen wollte, was ist, als ich um eine Redestunde bat.

Er sagte, er wußte, daß das kommt. Er nahm mich in den Arm und ich fing an zu heulen. Bei seiner Exfrau verhielt er sich in Streßzeiten genauso, wenn es stimmt, was gesagt wird.

Ich fragte ihn, ob er mir einen Gefallen tut. Wenn die Kinder da sind, möchte ich, daß er wenigstens mit ihnen Abendbrot ißt und sie zu Bett bringt, den Rest mach ich. Wie soll ich das denn machen, Susi fragt er mich. Ich glaub das alles nicht. Warum holt er sie überhaupt, wenn er noch nicht mal versuchen will,e twas Zeit mit den Kindern zu verbringen?

Er weiß, daß ich Schwierigkeiten mit seinen Kindern habe, umgekehrt ist es bei meinen nicht anders.

Was bin ich eigentlich Babysitter, Putze, Köchin, - eine Maschine?

Wenn er Nachrichten gucken kann, Zeit zum vögeln hat, warum kann er dann nicht mit mir über meine Probleme reden?

Warum kann er sich dann nicht täglich eine Stunde um seine Kinder kümmern?

Ist das normal, daß er sich so verhält?

Reicht das Gefühl, meine Kinder sind da? Trotzdem er keine Zeit hat? Meiner Meinung nach ist es überhaupt nicht selbstverständlich, daß ich ihm seine Kinder abnehme.

Ich sagte ihm mal, wenn er keine Zeit hat, versorge ich sie ihm, aber nur eine Woche, dazu stehe ich!! Warum kommt nicht mal das bedauern von ihm, daß er keine Zeit für die Kinder hat, noch nicht mal der Wunsch, oder Versuch für Zeit mit den Kinder kommt durch.

Er nimmt alles so selbstverständlich ,es ist so, wie es ist, startet aber keinen merkbaren Versuch, etwas zu verbessern.

Ich weiß nicht, ob in dieser Mail rüberkommt, was ich meine und was mir wichtig ist. Was ich wissen will ist, wie mache ich meinem Mann klar, daß ich das Gefühl brauche, für ihn wichtig zu sein und daß seine Kinder ihn auch brauchen, wenn sie mal seltenerweise da sind.

Das würde ich gern von einem Mann beantwortet haben, an Ratschlägen von Frauen mangelts nicht. Ich will meinen Mann verstehen können!!!

Vielen Dank

 

...

 

 

 

 

Hallo ... ,

 

ich glaube, es geht nicht darum, Ihren Mann "zu verstehen, bzw. mit seinem Verhalten besser umzugehen", sondern um das Verstehen und gegebenenfalls die Veränderung ihrer gemeinsamen Beziehung.

 

Selbst wenn Sie Ihren Mann verstehen könnten, ist damit noch nicht ihr Paarkonflikt gelöst. Günstiger ist es schon, wenn Sie verstehen, was Sie beide gemeinsam miteinander und wie sie es miteinander tun tun.

Doch ich glaube auch, es geht nicht nur um das verstehen, sondern darum, zu sehen, was geändert werden kann und dies dann auch zu tun!

Dafür dass ihr Mann sich offenbar nur wenig um wichtige Interessen von Ihnen kümmert, gibt es sicher viele biografische Gründe für ihn. Nur nützt es wenig oder nichts, diese zu kennen, denn davon kommt noch keine Veränderung in Gang. Das ist übrigens dass Dilemma der traditionellen Psychoanalyse, die sich darum bemüht, in Hunderten von Analysestunden die individuelle Vergangenheit des Analysanden zu ergründen, als ob ein solches "Wissen" irgend einen relevanten Einfluss auf die Gegenwart und Zukunft hätte. Prinzipiell ist es sowieso unmöglich "die" Vergangenheit zu ergründen, herauszufinden "was geschehen ist", da wir die Vergangenheit so wie sie tatsächlich war, nie rekonstruieren können und wir uns immer nur ein Bild von der Vergangenheit machen können, das unser Bild ist, nicht aber die reale Vergangenheit.

 

Ich vermute, dass Ihr Mann zu sich selbst und zu einem Teil seiner Bedürfnisse keinen besonders guten Kontakt hat. Und wenn das so ist, so kann er auch nicht mit anderen oder seiner Frau in einen guten Kontakt kommen. Von daher haben auch Vorhaltungen und Appelle an ihn überhaupt keinen Nutzen und bewirken eher das Gegenteil von dem, was sie vorgeben verändern zu wollen (Symptomverstärkung).

Wenn Ihr Mann Zeit zum Fernsehgucken und für den Bau des Stalls hat und für Sie und seine eigenen Kinder nicht, zeigt das eine Beziehungsstörung zu sich selbst und zwischen den Beteiligten an. Die Kommunikation mit Ihnen überfordert ihn offenbar. Die Baustelle und das Fernsehprogramm können keine Beziehungsstörung sein, sondern sind wohl eher etwas, an dem sich Ihr Mann festhält, um dem Beziehungskonflikt zu entfliehen, nicht in eine Sinnkrise zu kommen oder umzufallen.

Sie selbst opfern sich anscheinend in starken Maße für Ihren Mann auf und stellen dabei Ihre eigenen Interessen weitestgehend hinten an. Warum tun Sie das? Was erwarten Sie von Ihrem Mann, ohne es letztlich zu bekommen. Warum erwarten Sie es gerade von diesem Mann? Woran erinnert er Sie, dass Sie eine solche Erwartung entwickeln.

Ihr Mann spürt Ihr Aufopfern, dies kann Schuldgefühle in ihm hervorrufen, die ihn möglicherweise neben anderen Gründen dazu bewegen, sich von Ihnen zurückzuziehen, aber in der Regel nicht dazu führen, dass er sich ändert, denn so wie es läuft, läuft es doch (fast) bestens für ihn, Sie sind immer für ihn und sogar seine Kinder da. Was kann er da noch tun?

 

Was würde passieren, wenn Sie Ihr Engagement für das Wohlergehen Ihres Mannes reduzieren, sich z.B. abends mit einer Freundin verabreden und ins Kino fahren und erst spät nach Hause kommen? Und wie geht es Ihnen damit, Ihren Mann auf diese Weise in seiner eigenen Verantwortung zu lassen?

Mein Vorschlag für Sie:

Sie verabreden sich mit einer Freundin in der nächsten Woche außerhalb und machen sich gemeinsam einen schönen Abend und lassen Ihren Mann einen Abend allein zu Hause verbringen. Essen kann er sich allein machen.

 

 

Beste Grüße

 

 

Peter Thiel

 

 


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